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geschrieben am: 07.11.2003 um 07:07 Uhr
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Zarewitsch Iwan bedankte sich bei dem uralten Männlein und folgte dem Knäuel. Das rollte voran, er ging hinterdrein. Auf freiem Felde trat ihm ein Bär entgegen. Zarewitsch Iwan zielte, um den Bären zu erlegen. Der Bär aber sprach mit menschlicher Stimme: "Töte mich nicht, Zarewitsch Iwan, eines Tages kann ich dir noch nützlich sein."
Zarewitsch Iwan bedauerte den Bären, er ließ ihn ungeschoren und zog weiter. Nach einer Weile sah er einen Erpel in der Luft. Schon zielte er, da sprach der Erpel mit Menschenstimme: "Töte mich nicht, Zarewitsch Iwan! Ich werde dir noch nützlich sein."
arewitsch Iwan verschonte den Erpel und zog weiter. Da sprang ihm ein Hase über den Weg. Wieder wollte Zarewitsch Iwan das Wild erlegen, aber der Hase sprach mit Menschenstimme: "Töte mich nicht, Zarewitsch Iwan, ich werde dir nützlich sein."
Zarewitsch Iwan verschonte auch den Hasen und zog weiter. So kam er schließlich ans blaue Meer und sah im Sand einen Hecht liegen. Der schnappte jämmerlich nach Luft und sprach: "Ach, Zarewitsch Iwan, erbarme dich meiner, wirf mich ins blaue Meer.'" Zarewitsch Iwan warf den Hecht ins Meer und zog am Strand weiter.
Über kurz oder lang rollte das Knäuel zu einem Wald. Und dort stand eine Hütte auf Hühnerbeinen und drehte sich immer im Kreise.
"Hüttchen, Hüttchen, stehe still, wie das alte Muttchen will. Den Rücken jetzt zum Walde dreh, damit ich durch die Türe geh!"
Das Hüttchen drehte sich mit der Rückwand dem Walde, mit der Tür Zarewitsch Iwan zu. Er trat ein und sah: Oben auf dem Ofen hockte die Hexe Baba-Jaga, das Knochenbein ragte über den Ofenrand, die Nase stieß gegen die Decke.
"Was führt dich zu mir, braver Gesell?" fragte die Hexe. "Kommst du in ernsten Dingen, will dir was nicht gelingen?"
arewitsch Iwan antwortete:
"Ach, du alter Satansbraten, setz mir lieber etwas zu essen und zu trinken vor und richte mir das Bad, fragen kannst du nachher!"
Die Hexe Baba-Jaga bereitete ihm das Bad, setzte ihm Speise und Trank vor, brachte ihn zu Bett und Zarewitsch Iwan erzählte ihr, dass er sein Weib, Wassilissa die Weise, suche.
"Weiß schon, weiß schon", sagte Baba-Jaga. "Dein Weib hält Kostschej, der vorm Tode Gefeite, gefangen. Sie zu befreien wird schwierig sein, denn es ist nicht leicht, mit Kostschej fertig zu werden. Sein Tod hängt an einer Nadelspitze, die Nadel ist in einem Ei verborgen, das Ei in einer Ente, die Ente in einem Hasen, der Hase sitzt in einer steinernen Truhe, die Truhe aber steht auf einem hohen Eichenbaum, und den behütet Kostschej wie seinen Augapfel."
Zarewitsch Iwan übernachtete bei der Hexe, und am nächsten Morgen wies sie ihm den Weg zu der hohen Eiche. Über kurz oder lang fand Zarewitsch Iwan die Stelle, sah die hohe Eiche stehen, hörte sie im Winde rauschen, und in ihrem Wipfel erblickte er die steinerne Truhe. Aber wie sie herunterholen? Plötzlich kam der Bär gelaufen und riss die Eiche mit der Würzel aus. Die Truhe fiel herab und zersprang. Aus der Truhe sprang ein Hase und suchte sogleich das Weite. Aber sogleich setzte ihm der erste Hase nach, überholte ihn und zerriss ihn in Stücke. Aus dem Hasen schwang sich eine Ente in die Luft und stieg immer höher. Doch da nahte schon der Erpel, fiel über die Ente her, und sie verlor das Ei, aber das Ei fiel ins blaue Meer.
ls Zarewitsch Iwan das sah, brach er in Tränen aus. Wie sollte er das Ei im weiten Meer finden? Doch da kam der Hecht zum Ufer geschwommen und hielt das Ei zwischen den Zähnen. Zarewitsch Iwan zerbrach das Ei, holte die Nadel heraus und ergriff die Spitze, um sie abzubrechen. Er bog sie und brach sie, und Kostschej wand und krümmte sich. Wie sehr Kostschej auch um sich schlug, Zarewitsch Iwan brach die Spitze der Nadel ab, und Kostschej musste wohl oder übel sterben.
Darauf trat Zarewitsch Iwan in Kostschejs Marmorgemächer. Wassilissa die Weise eilte ihm entgegen und küsste ihn auf die Lippen. Zarewitsch Iwan und Wassilissa die Weise kehrten in ihr Reich zurück und lebten noch lange und glücklich bis in ihr hohes Alter.
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