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geschrieben am: 30.09.2003 um 20:19 Uhr
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Was sollen wir mit all den Hühnern, Kühen und Schweinen machen, wenn wir Vegetarier werden ?"
Es ist sehr unrealistisch anzunehmen, daß alle Menschen über Nacht aufhören, Tiere zu essen. So wird die Zahl der gezüchteten Tiere in dem Maße abnehmen wie die Nachfrage nach Fleisch nachläßt.
Die Bauern werden aufhören, so viele Tiere durch künstliche Befruchtung nachzuproduzieren, und sich stattdessen auf andere Bereiche des Landbaus konzentrieren. Und gibt es erst einmal weniger Tiere, können diese auch wieder natürlicher leben als es heute in der Massentierhaltung der Fall ist.
"Die Bedingungen in der Massentierhaltung sind nicht schlimmer als in der Wildnis, wo die Tiere verhungern, an Krankheiten sterben oder Raubtieren zum Opfer fallen. Wenigstens werden die Tiere in der Massentierhaltung gefüttert und vor Raubtieren beschützt."
Dasselbe Argument fand einst Verwendung in bezug auf Schwarze. Da wurde auch behauptet, es gehe ihnen als Sklaven auf den Plantagen besser als freie Männer und Frauen. Und dasselbe ließe sich sicher auch von Menschen in Gefangenschaft behaupten, obwohl Gefängnisse noch immer als eine der schlimmsten Strafen einer Gesellschaft angesehen werden. Die Tiere in der Massentierhaltung leiden so unerträglich, dass absolut nicht ersichtlich ist, wie es ihnen in der Wildnis noch schlechter gehen sollte. Außerdem ist "die Wildnis" für die Tiere, die sie als ihr Zuhause betrachten, durchaus nicht "wild". Dort haben sie nämlich ihre Freiheit und können ihren natürlichen Aktivitäten nachgehen. Die Tatsache, dass sie dort leiden könnten, ist kein Grund, warum wir als Menschen garantieren sollten, dass sie es in Gefangenschaft tun.
"Vegetarier zu werden, ist eine persönliche Entscheidung. Warum versuchen, andere dazu zu überreden?"
Ethisch gesehen, sind Handlungen, die andere schädigen, keinesfalls eine Frage der persönlichen Entscheidung. Mord, Kindesmißbrauch und Tierquälerei sind anerkanntermaßen unmoralisch. Daß unsere heutige Gesellschaft den Fleischverzehr fördert und damit die Grausamkeiten der Massentierhaltung in Kauf nimmt, ist geschichtlich im gleichen Licht zu sehen wie das einstige Gutheißen und Unterstützen der Sklaverei, der Kinderarbeit und vieler anderer Praktiken, die heute durchweg als unmoralsich und daher falsch abgelehnt werden.
"Wo soll man die Grenze ziehen? Wie steht's mit den Pflanzen?"
Es gibt derzeit keinen vernünftigen Grund anzunehmen, daß Pflanzen Schmerzen empfinden. Ihnen fehlt ein zentrales Nervensystem, und sie haben keine Nervenenden oder ein Gehirn. Die Theorie besagt, der Hauptgrund dafür, daß Tiere ein Schmerzempfinden hätten, läge in einer Art Selbstschutz. Wenn man etwas berührt, das Schmerzen verursacht und einen möglicherweise verletzt, lernt man aus dem Schmerz, dieses Etwas künfitg zu meiden. Da sich Pflanzen jedoch nicht bewegen können und daher auch für sie keine Notwendigkeit besteht zu lernen, bestimmte Dinge zu meiden, wäre diese Fähigkeit überflüssig und entwicklungsgeschichtlich unlogisch. Im übrigen rechtfertigt die Frage darüber, ob Pflanzen Schmerz empfinden können oder nicht, in keinster Weise, daß wir Tieren wie Hunden, Kühen, Ratten, Hühnern und all den anderen Schmerz und Leid zufügen, von denen wir ganz sicher und aus Erfahrung wissen, daß sie extrem leidensfähig sind.
"Tiere diskutieren nicht, kennen keine Rechte und respektieren auch nicht immer unsere Rechte. Warum sollten wir da unsere Moralvorstellungen auf sie übertragen ?"
Die Unfähigkeit der Tiere, unsere Regeln zu verstehen und sich an sie zu halten, ist genauso wenig von Bedeutung wie es bei einem Kind oder einer geistig behinderten Person der Fall ist.
PETA
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