|
|
|
geschrieben am: 29.12.2002 um 02:17 Uhr
|
|
enfantterrible...
Sicherlich haben wir uns jahrzentelang auf einer Gradwanderung befunden, daß hat nicht zuletzt die Kuba-Krise sehr eindrucksvoll bewiesen.
Und es gibt auch eine sehr gute Dokumentation der BBC, was bei der "friedlichen Revolution" 1989 alles hätte passieren können, sie zeigt den Weg bis zum Einsatz der Atomwaffe... Leider ist mir momentan der Titel entfallen, ich recherchiere ihn aber gerne, falls es interessiert.
Gott sei Dank, wenn es "ihn" denn da oben gibt (ich persönlich glaube nicht an "ihn"), hat man aber immer wieder durch die Besonnenheit einige Politiker "die Kurve gekriegt".
Das die USA natürlich auch Ihre eigenen Interessen verfolgen habe ich nie bezweifelt, aber welches Interesse hatten z.B. die USA an Afghanistan? Zumindest kein wirtschaftliches. Das natürlich auch die Stabilisierung des nahen Ostens zu einem wirtschaftlichen Faktor wird, ist aber nicht nur für die USA von Interesse. Das aber der einzige, oder der Hauptbeweggrund für die USA das Öl sein sollen, das widerstrebt mir. Saudi-Arabien hat die größten Öl-Vorkommen, sie gewähren den USA sogar Militärbasen zur Überwachung der Flugverbotszonen. Die USA/NATO werden zweifelsohne einen Krieg gegen den Irak gewinnen, deswegen werden sie aber den Irak nicht zum amerikanischen Staatsgebiet erklären und sich die Ölvorkommen unter den Nagel reißen. Auch Kuwait, die ja von den Amerikanern im ersten Golfkrieg befreut wurden, schenken den USA kein Öl. Seit dem ersten Golfkrieg beziehen die USA kein Öl mehr aus dem Irak, deswegen haben sie trozdem keine Ölknappheit oder horende Preissteigerungen. Auch werden sie im Falle einer pro-amerikanische Folgeregierung im Irak nicht das Öl geschenkt bekommen, da sich sonst gar keine Wirtschaft im Irak entwickeln kann, und diese Region somit immer ein Krisenherd bleiben wird. Nur durch die Ankurbelung der Wirtschaft im Nachkriegs-Deutschland konnten sich die Amerikaner sicher sein, nicht ewig investieren zu müssen und ein starkes demokratisches System etablieren zu können (Marshall-Plan). Auch in den Irak können sie nicht ewig "reinbuttern"...
Mit Afghanistan verhält es sich glaube ich etwas komplizierter. Die USA haben ja immer noch ihre Truppen zur Stabilisierung vor Ort, genauso wie viele andere Nationen. Das nicht alle alten Strukturen aus Afghanistan entfernt worden sind, liegt wohl auch zum Großteil daran, daß so eine Aktion nur mit schwersten Verlusten unter der Zivilbevölkerung zu erreichen gewesen wäre. Außerdem läuft da unten nun mal keiner mit einem "Ich bin ein Taliban"-Schild herum. Wie will man diese Strukturen herauslösen? In Deutschland brauchte man dazu die Nürneberger Prozesse und die "Entnazifierung". Schwer vorstellbar.. Auch sehe ich es so, daß so ein Prozess aus der Kraft der Reformatoren in Afghanistan gestartet werden muß. Und um die zu unterstützen und auch zu sichern ist ja ISAF vor Ort. Aber das wird wohl kaum von heute auf morgen funktionieren. Und ich befürchte, daß dies noch ein langer, gewaltvoller Weg werden wird. Und auch werden die Opfer wohl nicht nur bei den Afghanen zu finden sein... Wie ja auch die Anschläge vor dem "Camp Warehouse", dem deutschen Lager dort unten, zeigen. Aber das jedes Land, das dazu in der Lage ist, mithelfen muß, solche Krisenregionen zu entschärfen, daß ist, denke ich mal, jedem klar. Denn wenn wir solche Krisenherde nicht stabilisieren, entwickeln sich daraus unvorhersehbare Katastrophen... Wie ja die Geschichte immer wieder uns schmerzlich beigebracht hat...
Ich stimme Dir und auch jedem anderen hier zu, daß die USA weiß Gott kein Unschuldslamm sind, aber sie sind für mich auch ein Garant für den Bestand der westlichen Demokratien.
Und wie gesagt, ich sehe den Fehler nicht im System, sondern im Menschen. Und für mich gilt es, das geringere Übel zu wählen, da es ohne Übel niemals geben wird.
Und ich muß ganz ehrlich sagen, für ein fehlerhaftes System funktioniert unser Staat doch recht gut. Und er bietet auch jedem Menschen eine Plattform sein freies Leben zu führen, wenn er sich an die Spielregeln des Grundgesetztes hält. Und das Fehler die offensichtlich sind, und angeprangert werden auch behoben werden, das können wir jeden Tag in den Nachrichten sehen. Das manche Korrektur noch ein wenig Nachbesserung bedarf... OK, auch "die da oben" sind nur Menschen... Und der Mensch ist ja, leider, oder vielleicht auch dankenswerter Weise nicht perfekt...
Uziel |
|
|
|
|