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geschrieben am: 26.09.2002 um 09:18 Uhr
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Ich nehme den chat sehr ernst und für mich steht hinter dem nicknamen immer ein mensch, eine persönlichkeit.
Als Alkoholiker ist man, wenn man sich als solches outet, immer angriffen ausgesetzt, mal mehr mal weniger, aber in der regel wird einem verständnis und interesse entgegengebracht, interesse an der krankheit von der soviele nur sehr wenig wissen.
ich sehe diesen thread hier wie ein *offenes meeting*.
die betroffenen unter uns hier wissen was ein offenes meeting ist.
in einem offenen meeting sitzen betroffene, angehörige oder auch einfach nur interessierte zusammen und teilen miteinander EKH (Erfahrung Kraft Hoffnung)
Wer sich in ein offenes meeting setzt, weiss dass er erkannt wird, weiss dass auch menschen die von der krankheit nur wenig wissen da sind und weiss dass er dadurch einen teil seiner anonymität aufgibt und dadurch evtl. auch angreifbar wird.
jedoch habe ich nie die erfahrung gemacht, wirklich nie !!! dass jemand der von meiner krankheit erfuhr, mich deshalb gemieden,gehänselt oder angegriffen hat.
der chat wird oft verkannt und als plattform für chaoten und spinner degradiert - doch ist der chat oder die virtuellen welten allgemein, eine möglichkeit um über grenzen hinweg zu kommunizieren, sich auszutauschen und menschen kennen zu lernen, denen man vielleicht sonst nie begegnet wäre.
und er bietet die möglichkeit, wie hier in diesem forum, informationen einer breiten masse zugänglich zu machen.
spinner gibt es überall, nicht nur im chat sondern auch im rl.
im 12. schritt der anonymen alkoholiker heisst es, dass man die botschaft weitergeben soll, an die freunde, die noch leiden...
und wenn durch diesen thread auch nur ein mensch, der noch nicht auf dem weg der genesung ist, aufmerksam wird, sich wiedererkennt in den beiträgen und den weg in ein meeting oder allgem. in die genesung findet, dann hat dieser thread die botschaft weitergegeben, hat seinen sinn erfüllt, zu informieren und aufzuklären und dann nehme ich evtl. angriffe oder dergl. gerne auf mich... wenn denn welche kommen sollten.
Gute 24 Stunden
Eric AA
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geschrieben am: 26.09.2002 um 23:10 Uhr
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@Sir Eric....... ich stimme Dir voll zu mit Deinem Beitrag. Was die Offenheit angeht....naja, ich muss gestehen, ich mache es von dem Menschen abhängig der vor mir steht, ob ich mich ihm gegenüber oute oder nicht. Natürlich abgesehen von meinen Freunden, Kollegen und Bekannten.
Vorgestern erst hat mich einer unserer Kunden gefragt bzw. zum Oktoberfest eingeladen. Er ist ein sehr sympathischer Mensch. Ich habe höflich und dankend abgelehnt mit der Begründung, dass ich trockene Alkoholikerin bin und das Oktoberfest ne Ausnahme ist (man kann den Zustand auf dem Oktoberfest zu später Stunde nicht mehr im nüchternen Zustand gut ertragen und schon gar nicht, wenn man früher immer fleissig mitgesoffen hat), denn auf Partys und Festen gehe ich immernoch sehr sehr gern.
Später hat er meiner Kollegin (die mit aufs Oktoberfest gegangen ist) gesagt, dass er es selten erlebt das ein ihm fast fremder Mensch so offen mit dem "Problem" umgeht.
Ich kann dazu nur sagen, dass ich sehr stolz auf mich bin, dass ich es geschafft habe und deswegen auch dazustehe, denn seitdem ist mein Leben um ein vielfaches schöner geworden :-)
Lieben Gruß
Lea Geändert am 26.09.2002 um 23:14 Uhr von Lea_Lih |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.09.2002 um 08:56 Uhr
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MEDITATION
Wir müssen alle Schwierigkeiten und Prüfungen des Lebens
schon deshalb bereitwillig auf uns nehmen, um unsere
Mitmenschen besser verstehen zu können.
Denn vieles im Leben wird uns nicht so sehr um unserer selbst willen auferlegt als vielmehr im Namen der Menschheit,
damit wir ein besseres Verständnis für die Leiden und Probleme der anderen bekommen.
Aber wie können wir mit anderen fühlen und sie verstehen,
wenn wir nicht zuvor Ähnliches durchgemacht haben?
Ohne diese eigenen Erfahrungen können wir nicht hinter die Fassade eines anderen Menschen schauen und ihm deshalb
auch nicht helfen.
GEBET
Ich bete, dass ich alles, was auf mich zukommt, hinnehmen
möge, weil es zum Leben gehört.
Ich bitte Gott, ich möge daraus lernen,
um anderen Menschen helfen zu können.
GUTE 24 STUNDEN! :-) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.09.2002 um 21:02 Uhr
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Ich kenne jemanden der ebenfalls alkoholkrank is..und meist umsich schlägt wenn er mal wieder was intus hat, er hat mich und einen Freund einmal ziehmlich verprügelt und das war nicht sonderlich nett.Aber gewisse leute, eben alle süchtigen sind eben schwache arschlöcher, von denen man sich lösen MUSS. denk ich...tjaja überall sind lauter idioten..
MFG
Johnny |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.09.2002 um 22:31 Uhr
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| Frage.. was gab euch den letzten Ausschlag, mit dem Trinken aufzuhören?... kann ich es meinem Vater irgendwie einfacher machen, dass er den Schritt ebenfalls tut...? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.09.2002 um 23:20 Uhr
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Ich bin achtzehn..
Ich glaube nicht, dass ich meinem Vater das jemals sagen kann.. ich habe zuviel Angst, wofür er sich entscheiden würde... bzw ich glaube nicht, dass er sich entscheiden KÖNNTE... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 27.09.2002 um 23:41 Uhr
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In der Gruppe, wo ich die ganze Zeit bin, ist eine Frau.
Ihr Mann ist Alkoholiker und auch oft dabei. Er hat jetzt schon x-Mal "aufgehört". Aber trocken ist er beileibe nicht.
Seine Frau ist seit kurzem jetzt weg von ihm und bei einer Freundin untergekommen.
Nach seiner anfänglichen Frustration darüber und dem Dauersuafen, scheint er so langsam auf den Trichter zu kommen, das er ohne Sie nicht kann.
Bin mal gespannt, wie's da weitergeht, bei den beiden. |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.09.2002 um 17:46 Uhr
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Oft ist über die AA gesagt worden, dass wir uns nur mit Alkoholismus befassen.
Das stimmt nicht.
Wir müssen aufhören zu trinken, um zu leben.
Doch jeder, der das Persönlichkeitsbild eines Alkoholikers aus eigener Erfahrung kennt, weiß, dass ein Alkoholiker nie ganz mit dem Trinken aufhören wird ohne eine tiefgreifende Veränderung seiner Persönlichkeit.
- * -
Wir glaubten, wegen der "Umstände" trinken zu müssen.
Als wir versuchten, diese Umstände zuändern, und das nicht nach unserem Wunsch gelang, entglitt uns die Kontrolle über unser Trinken, und wir wurden Alkoholiker.
Es kam uns nicht in den Sinn, dass wir uns selbst ändern mussten, um mit den jeweiligen Umständen fertig zu werden.
Bill
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.09.2002 um 17:52 Uhr
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(zitat)Oft ist über die AA gesagt worden, dass wir uns nur mit Alkoholismus befassen.
Das stimmt nicht.
Wir müssen aufhören zu trinken, um zu leben.
Doch jeder, der das Persönlichkeitsbild eines Alkoholikers aus eigener Erfahrung kennt, weiß, dass ein Alkoholiker nie ganz mit dem Trinken aufhören wird ohne eine tiefgreifende Veränderung seiner Persönlichkeit.
- * -
Wir glaubten, wegen der "Umstände" trinken zu müssen.
Als wir versuchten, diese Umstände zuändern, und das nicht nach unserem Wunsch gelang, entglitt uns die Kontrolle über unser Trinken, und wir wurden Alkoholiker.
Es kam uns nicht in den Sinn, dass wir uns selbst ändern mussten, um mit den jeweiligen Umständen fertig zu werden.
Bill(/zitat)bedeutet dies aber gleichzeitig auch, dass mancher, der trocken wurde, krampfhaft versucht, auf dem level der momentanen entwicklung stehenzubleiben? sich nicht auch mit weiteren problemen beschäftigt und an ihnen arbeitet, weil er vielleicht fürchtet, wieder zu trinken?
V. |
| ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.09.2002 um 19:07 Uhr
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(zitat)bedeutet dies aber gleichzeitig auch, dass mancher, der trocken wurde, krampfhaft versucht, auf dem level der momentanen entwicklung stehenzubleiben? sich nicht auch mit weiteren problemen beschäftigt und an ihnen arbeitet, weil er vielleicht fürchtet, wieder zu trinken? (/zitat)
das kann gut sein, denn so mancher von uns benötigt dringend
fachmännische Hilfe für bestimmte Leiden, die mit Alkoholismus nichts zu tun haben.
*Festigt euch im Glauben. Wendet euch dem Lichte zu, selbst wenn es nicht zu sehen ist.* Bill
Ein Leben voller Verdruss ist wertlos und führt uns ins Unglück.
Genau in dem Maße, wie wir Groll gewähren lassen, vergeuden wir wertvolle Stunden.
Für den Alkoholiker, dessen Hoffnung in der Beständigkeit und dem Wachstum geistiger Reife liegt, ist das Hegen von Groll eine sehr ernste Angelegenheit, weil er sich damit selbst dem Licht des Geistes verschließt.
Die Alkoholkrankheit bricht wieder aus, und wir trinken wieder.
Und für uns bedeutet Trinken Sterben.
Wollten wir leben, so mussten wir uns von Furcht frei machen.
Verdruss und plötzliche Wut waren nichts für uns.
Furcht ist schon für jeden Menschen ein zweifelhafter Luxus,
doch für uns Alkoholiker ist Furcht reines Gift.
-*-
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| "Autor" |
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geschrieben am: 28.09.2002 um 19:13 Uhr
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verstehe .. und ich muss zugeben, dass gewisse dinge dann wohl meine kraft übersteigen .. und dann gibt es nur noch eine wahl .. der andere oder ich ..
V. |
| ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.09.2002 um 17:14 Uhr
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Alles oder nichts?
Lebensbejahung und Vertrauen bringen vollkommene Nüchternheit. Normalerweise stimmt das;
es muss stimmen, sonst könnten wir überhaupt nicht leben.
Übertragen wir diese Erkenntnis auf unsere Gefühlswelt, stellen wir fest, dass wir nur bedingt zu einem Ergebnis gelangen.
Niemand kann wohl so ganz von Angst, Furcht und Stolz befreit werden.
Darum streben wir in unserem Leben keine Vollkommenheit an, außer in Demut und in der Liebe.
Wir müssen uns bei den meisten unserer Probleme auf einen stufenweisen Fortschritt einstellen, häufig unterbrochen von harten Rückschlägen.
Unsere alte "Alles-oder-nichts-Einstelleung" müssen wir aufgeben. - - - *
Bill |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.09.2002 um 17:28 Uhr
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"Alles oder Nichts aufgeben."
Ich beziehe dies auf den Konsum von Alkohol.
Und ich habe das "Alles" aufgegeben.
Denn Studien mit "kontrolliertem Trinken" beweisen, das ein Alkoholiker in den Fällen, da diese Methode angewandt wird, häufiger einen Rückfall erleiden, als diejenigen, die konseuquent abstinent leben. |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 30.09.2002 um 21:37 Uhr
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Eigentlich ist ja schon alles geschrieben worden, über die Krankheit Alkoholismus, und ich stimme fast allem zu.
Ich selber bin Alkoholiker, seit fast zwei Jahren trocken.
Ich fühle mich saugut dabei. Ich habe auch kein Problem damit, das hier öffentlich zu schreiben. (trotzdem ein Dankeschön für den Hinweis)
Diesen Thread sollte eigentlich jeder lesen, und sich Gedanken ünber sein eigenes Trinkverhalten machen. Natürlich ist nicht jeder, der Alkohol trinkt, Alkoholiker.
Ich möchte auch niemanden den Spaß an Bier, oder einen Glas Wein o.ä. verderben, im Gegenteil...genießt es...Aber fragt euch selber mal ab und zu, warum ihr trinkt, und ob ihr auch sofort wieder damit aufhören könnt. Wenn ihr selbstkritisch genug seid, kommen manche ins Nachdenken.
Den Angehörigen von Trinkern möchte ich sagen, daß es ganz wichtig ist, wenn jemand aufhören möchte, daß er euch braucht, eure Liebe und euer Verständnis. Ich hätte es mit der Hilfe meiner Frau und meinen echten Freunden nicht geschafft. Aber ganz genauso wichtig ist es, daß ihr euer Leben nicht aufgebt dafür. Ein Trinker muß auch merken, daß er nur zwei Möglichkeiten hat, nämlich aufhören, oder alles verlieren. Das muß man ihm/ihr drastisch vor Augen halten. Auch auf die Gefahr hin, daß ihr etwas verliert.
Das Problem Alkohol bekämpfe ich übrigens, indem ich ihm aus dem Weg geh, was zwar nicht immer möglich ist, aber ganz gut klappt. Überraschenderweise haben sehr viele Menschen Vertändnis dafür, wenn man sagt, man trinkt keinen Alkohol.
ich stehe auch gerne zur Verfügung für Fragen oder Erfahrungsaustausch. Ihr könnt mich, wenn ihr es ernst meint, gerne anflüstern, oder Post hinterlassen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.10.2002 um 15:45 Uhr
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Obwohl ich mit Alkohol überhaupt kein Problehm habe,
habe seit Jahren nur auf Feiern oder ab und zu in Gesellschaft getrunken
und in den letzten 2 Jahren nur 6 Bier,
hatte ich vor ein paar Tagen das Verlangen mich zu betrinken,
was mich doch sehr nachdenklich gemacht hat.
Zum Glück habe ich nichts Alkoholisches im Haus.
Big |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.10.2002 um 19:32 Uhr
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(zitat)was mir noch zu diesem thema einfiele ist, dass ich es ausgesprochen schade finde, dass über alkoholiker so häufig schlecht gesprochen wird. alkoholismus ist eine sucht, eine krankheit. und kranke menschen brauchen häufig einfach hilfe von aussen. und das macht sie noch lange nicht zu minder wertvollen menschen...
(/zitat)
ich finde es genauso schade weil sie als "minderwertige menschen" dargestellt werden.. das menschen in den alkoholismus oder in eine andere sucht abrutschen hat meistens mit schlechten erfahrungen zu tun.. sie besaufen sich einfach um diesen schmerz, diese schrecklichen gedanken loszuwerden..
mein vater konnte es nie vor mir verbergen können..
es tut sehr weh wenn ich ihn so sehe aber ich weiß auch das es viel besser geworden ist.. früher trank er täglich.. jetz nur noch ca einmal im monat ok dann heftig aber was solls..
ich weiß woher es kommt.. er bekam nie die beachtung, die würdigung die er gebraucht hätte..
ok ich hatte deswegen mal derpe problemme, es ist echt nicht einfach so einen menschen zu sehen den man über alles liebt.. aber ich weiß mittlerweile das er krank ist..
ich empfehle alle die in der lage sind sich das mal vor die augen zu führen
alkoholismus ist eine krankheit
eine tragische dazu.. und der mensch der diese krankheit hat braucht viel liebe, auch wenn es nicht leicht ist sie zu geben.. man sollte diese menschen achten!!
~ Geändert am 01.10.2002 um 19:35 Uhr von .DevilsGirl. |
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geschrieben am: 06.10.2002 um 14:56 Uhr
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Können wir wählen?
Wir dürfen uns niemals von der irrigen Auffassung
blenden lassen, wir seien nur unglückliche Opfer
unserer Vererbung, unserer Lebenserfahrung und
Umgebung, und dies seien die einzigen Kräfte, die für
uns Entscheidungen treffen. Das ist nicht der Weg in
die Freiheit. Wir müssen daran glauben, dass wir
wirklich wählen können.
~
Als trinkende Alkoholiker konnten wir nicht mehr
wählen, ob wir trinken wollten oder nicht. Wir waren
Opfer eines Zwanges, der uns den Weg zu unserer
eigenen Vernichtung vorschrieb.
Schließlich wählten wir das, was uns die Genesung
brachte. Wir gelangten zu der Überzeugung, dass wir
allein dem Alkohol gegenüber machtlos waren. Das
war tatsächlich eine Entscheidung - eine der
schwersten. Wir kamen zu dem Glauben, dass eine Macht,
größer als wir selbst, uns unsere geistige Gesundheit
wiedergeben kann. Wir wurden bereit, nach den zwölf
Schritten des AA-Programms zu leben.
Kurz gesagt, wir wählten "die Bereitschaft", und
niemals haben wir eine bessere Wahl getroffen.
Bill |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 06.10.2002 um 15:15 Uhr
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Nichts als Ausreden
Die meisten AA haben in ihrer Trinkerzeit schwer
unter ihrer Selbstgerechtigkeit gelitten. Diese
Selbstrechtfertigung trieb uns zu Entschuldigungen für
unser Trinken und für unser verrücktes und verletzendes
Verhalten. Wir waren Künstler im Erfinden von Ausreden.
Wir mussten trinken, ob es uns schlecht ging oder gut.
Wir mussten trinken, weil wir Zuhause mit Liebe
überschüttet wurden - oder überhaupt keine erhielten.
Wir mussten trinken, weil wir in unserer Tätigkeit so
erfolgreich oder weil wir Versager waren. Wir mussten
trinken, weil unser Land einen Krieg gewonnen hatte
- oder einen Frieden verloren. Uns so ging es immer
weiter - bis zum bitteren Ende.
~
Manchmal brauchten wir lange Zeit, um zu erkennen,
wie sehr uns unsere fehlgeleiteten Gefühle quälten.
Wenn es um andere Menschen ging, mussten wir das
Wort "schuldig" aus unserem Wortschatz und aus
unseren Gedanken streichen.
Bill |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.2002 um 17:05 Uhr
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Ich habe mir nur einen Teil aus diesem Thread durchgelesen. Aber ich finde es gut, dass sich hier Alkoholiker zu ihrer Krankheit bekennen.
Ich selbst kenne dieses Problem. Mein Vater ist seit über zehn Jahren dieser Krankheit verfallen. Er hat es mir im Entefekt unmöglich gemacht, weiter mit ihm unter einem Dach zu leben. Meine Mutter macht diesen Schritt nun auch. Sie lässt sich scheiden.
Doch eine Frage die sich mir seit dem stellt, wie soll mein Vater dann überleben? Die Beiden sind seit 26 Jahren verheiratet, bald sind es sogar 27. Meine Eltern haben nie getrennt Urlaub gemacht. Sie haben sich in dieser langen Zeit jeden Tag gesehen.
Trotz der wiederholten Entzüge hat er es aber nie geschafft, zum Alkohol Abstand zu gewinnen. Er ist Langzeitarbeitsloser, bekommt nicht einmal genug Geld für seine "Medizin"... was soll also aus ihm werden?
Eigentlich hoffte ich immer, er würde es dann einsehen und es doch noch einmal versuchen. Aber diese Hoffnung habe ich nun fast verloren. Seit sich meine Mutter einen Anwalt genommen hat, redet er nur noch davon, dass er nächstes Jahr nicht mehr leben wird... Er stand schon einmal kurz davor, seinem Leben selbst ein Ende zu bereiten. Damals war es meine Schwester, die dies verhindern konnte... Aber nun?
Meine Schwester hat ein eigenes Leben. Sie hat gerade erst ihre Tochter zur Welt gebracht und somit ihre eigene kleine Familie gegründet.
Ich selbst kann meinen Vater kaum noch ansehen, wir reden, wenn ich mal bei ihnen bin zwei mal die Woche keine zwei Sätze miteinander... Ich weiß nicht einmal, woran das liegt, denn eigentlich sind wir immer super gut klargekommen. Aber ich konnte mir seine ständigen körperlichen Beschwerden und die finanzielle Situation meiner Eltern nicht mehr ansehen... Er treibt meine Mutter in den Ruin. Aber das habe ich ihm nie gesagt. Ich bin mit 19 zu Hause ausgezogen... aber seit dem, komme ich nicht mehr mit ihm klar.
Was das mit der Tarnung angeht... Sie sind es wirklich und auch ihre "Fahne" können sie oft sehr gut verstecken. Ich fuhr mal bei meinem Vater mit im Auto, als uns die Polizei anhielt... er war nicht angeschnallt. Obwohl mein Vater keine Sprays oder Bonbons nimmt, um seinem Atem dem Alkoholgestank zu nehmen... habe die Beamten es nicht bemerkt. Auch hat mein Vater nie glasige Augen. Er ist ein Meister der Tarnung, wie die meisten Alkoholiker es sind.
Übrigens trinkt mein Vater nicht nur abends. Wenn er morgens aufsteht, geht er zu seinem Sessel, steckt sich ein Zigarette an und öffnet das erste Bier. Über den Tag verteilt trinkt er mindestens zwanzig Büchsen und eine Flasche Apfelkorn... und doch merkt man es ihm abends kaum an, wenn man es nicht weiß. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 07.10.2002 um 18:49 Uhr
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das mit der liebe war dumm ausgedrückt es war so gemeint das diese menschen als schlecht dargestellt werden als "sondermüll"
und ich merke das wenn mein vater ne trockene phase hat und ich zeige das ich ihn so lieber habe das diese länger anhält..
das mit seiner mutter... ich gebe ihm nicht das recht deshalb zu trinken.. ich hab das nur für mich als grund angenommen das er deswegen angefangen hat.. er hat auserdem nie gesagt das er deswegen angefangen hat.. er hat nie gründe genannt.. er steht nichtmal dazu ich denke er schämt sich.. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 08.10.2002 um 00:54 Uhr
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@Nucleus
Du hast mit deinen Ausführungen Recht, aber trifft dies nicht ganz auf mich und meine Eltern zu.
Du führst richtiger Weise an, dass Kinder ungern mit dem betroffenen Elternteil über ihre Krankheit reden. Dies stimmt zum Beispiel in meinem Fall nicht. Ich habe mehrfach versucht, mit meinem Vater darüber zu sprechen. Doch er ist es, der abblockt und sich verschlossen hat. Woraufhin ich dieses Thema mied. Das war jedoch lange vor meinem Auszug und da sind wir auch noch sehr gut miteinander ausgekommen.
Der nächste Punkt, andem ich dir wiedersprechen möchte, ist die Sache mit meiner Mutter. Ich habe oft und lange mit ihr gesprochen. Und sie ist eigentlich bei ihm geblieben, weil sie Angst davor hatte, ihn sich selbst zu überlassen, schließlich gehen die Jahre, die die beiden gemeinsam verlebten, nicht spurlos an ihnen vorbei.
Doch nun hat sie eingesehen, dass mein Vater wohl so oder so eingehen wird. Ob er nun auf sich gestellt ist und klar kommen muss. Oder aber wenn sie sich weiterhin mitansieht, wie er sich selbst zerstört und es auch noch hinnimmt.
Da sie bereits einen Schlaganfall hatte und schon seit Jahren unter Epilepsie leidet, sah sie nunmehr ein, dass wenn sie seinen Verfall weiterhin mitansieht, auch sie nochmehr leiden wird. Und das will sie nicht mehr... Sie möchte wieder leben können...
Desweiteren kann ich nur sagen, ich bewundere meine Mutter, dafür, dass sie es solange mitansehen konnte, ohne selbst daran unter zu gehen... Die ganze Sache hat mir bisher nur gezeigt, wie stark meine Mutter doch ist. Und sie zeigt es mir jeden Tag aufs Neue... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.10.2002 um 23:58 Uhr
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Tägliches Akzeptieren
Ich verbrachte zuviel Zeit meines Lebens damit, mich
mit den Fehlern anderer zu beschäftigen. Das ist die
schlechteste Form der Selbstzufriedenheit, weil wir
dadurch bequem unsere eigenen Fehler beiseite schieben
können. Zu oft hören wir uns sagen: Wäre es nicht
seinetwegen (oder ihretwegen), wie glücklich wäre ich!
*
Unser wichtigstes Problem ist, unsere jetzige Lage, uns
selbst und die menschen unserer Umgebung so zu
akzeptieren, wie sie sind. Nur so gelangen wir zur
wirklichen Demut, ohne die ein echter Fortschritt
nicht einmal beginnen kann. Wir werden immer
wieder neu anfangen müssen, den nackten Tatsachen
ins Auge zu sehen. Das ist die Übung des Annehmens,
die wir jeden Tag unseres Lebens zu unserem eigenen
Vorteil ausführen können.
Vorausgesetzt, dass wir eifrig versuchen, diesen
realistischen Überblick über die Tatsachen nicht in
verlogene Entschuldigungen für Gleichgültigkeit oder
Aufgabe umzumünzen, kann das eine feste Grundlage
werden, auf der wachsende seelische Gesundung und
damit geistiger Fortschritt aufzubauen sind.
Bill |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.10.2002 um 00:14 Uhr
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Weggefährten
Heute begrüßen die meisten von uns jede neue
Erkenntnis, die die rätselhafte und schlimme Krankheit
Alkoholismus beleuchtet. Wir begrüßen jedes
neue und wertvolle Wissen, ob es vom Bildschirm, von
der Couch eines Psychiaters oder aus Gesundheitsuntersuchungen stammt. Wir freuen uns
über jede sachliche Aufklärung der Öffentlichkeit,
die die alte Voreingenommenheit gegen den Trinker
abbaut.
Wir betrachten alle diejenigen, die auf dem Gebiet des
Alkoholismus tätig sind, als unsere Gefährten auf dem
Weg vom Dunkel ins Licht. Wir sehen ein, dass wir
zusammen das erreichen können, was getrennt oder in
Rivalität nicht möglich wäre.
Bill |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 13.10.2002 um 18:10 Uhr
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(zitat)Nichttrinkende Mütter, die den Prozess lange mit tragen, geben nicht selten vor, dass sie aus Liebe, aus Verantwortungsbewusstsein oder aus dem christlichen Eheversprechen heraus beim Partner bleiben.(/zitat)
Das war absolut das, was meine Mutter sagte, als ich sie fragte, warum sie immer noch mit meinem Vater verheiratet sei. Sie sagte, sie könne ihn doch nicht allein lassen, er käme allein doch gar nicht klar in der Welt, er brauche jemanden, der für ihn sorgt. Unter diesen Umständen käme ich mir schon sehr gemein und herzlos vor, wenn ich ihr riete, sich von ihm zu trennen. bei allem, was ist, ich liebe ihn doch und will nicht, dass es ihm schlecht geht.
Ich merke aber, dass ich langsam das Verhalten meiner Mutter annehme, d.h. wenn sie weg ist, dass ich dann auch schon anfange, alles zu managen und auf meinen Vater aufzupassen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.10.2002 um 11:21 Uhr
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Mit Groll fertig werden
Groll ist der Feind Nummer eins. Er zerstört mehr
Alkoholiker als sonst irgend etwas. Hier entstehen alle
Arten seelischer Erkrankung, denn wir sind nicht nur
geistig und körperlich krank gewesen, wir waren auch
seelisch krank. Wenn wir unsere seelische Erkrankung
überwunden haben, genesen wir geistig und
körperlich.
Um mit unserem Groll fertig zu werden, schrieben wir
alle Gefühle auf. Wir nannten Menschen,
Institutionen oder Grundsätze, über die wir uns geärgert hatten. Wir fragten uns, warum wir uns geärgert hatten.
Wir stellten in den meisten Fällen fest, dass unser
Selbstbewusstsein, unser Geldbeutel, unsere Neigungen,
unsere persönlichen Beziehungen (einschl. Sex) geschädigt
oder bedroht waren.
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Ein hitziger Brief kann ein wunderbares
Sicherheitsventil sein - vorausgesetzt, der Papierkorb
steht in der Nähe!
Bill |
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