| "Autor" |
Meister der Tarnung - Alkoholiker |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 19:04 Uhr
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Da dies bei den Klischees siehe Beitrag nicht reinpasst, ein neuer Beitrag:
(zitat)Warum soll mit der Frau eines Alkoholikers was nicht stimmen? Erstens, wie Fox schon anführte: die Gründe
warum der Mann Alkoholiker ist, zweitens: ab wann?
Wenn er es schon vor der Ehe war, kann man durchaus zu dem Schluss kommen, warum hat sie sich darauf eingelassen. (/zitat)
Alkohiliker sind immer Meister der Tarnung, egal ob vor, oder während der Ehe.
Oftmals merkt es die Frau gar nicht.
erst wenn der Mann auffällig wird, z.B. im Strassenverkehr kriegt die Frau mit, dass ihr Mann ein Problem mit Alkohol hat.
Gründe für Alkoholismus gibt es viele.
Aber nur einen davon weg zu kommen.
Einsicht, das man ein Problem mit Alkohol hat.
P.S.: Ich bitte den Satz zu vermeiden: "Ich habe keine Probleme mit Alkohol, nur ohne." |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.09.2002 um 23:48 Uhr
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die anlage zum alkoholismus ist nachweislich vererbt (was allerdings nicht heisst, dass er auf alle fälle vererbt sein MUSS)
in der regel macht alkoholismus allerdings einen "generationensprung", d.h. das eine oder mehrere generationen übersprungen werden
kinder, deren grossväter oder grossmütter an alkoholismus leiden haben ein deutlich erhöhtes risiko, ebenfalls zu alkoholikern zu werden
xeena |
| Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 00:25 Uhr
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| scheiss drauf, man lebt nur einmal! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 01:08 Uhr
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(zitat)scheiss drauf, man lebt nur einmal!(/zitat)
deine aussage legt den verdacht nahe, dass du nie mit einem alkoholiker leben musstest
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| Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 01:18 Uhr
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Die Aussage legt auch nahe, das Er/Sie noch Spass hat mit einem Kater nach Hause zu kommen, oder damit anzugeben, wieviel man denn so weggesoffen hat.
Wenn dann mal der Zeitpunkt kommt, an dem man sich vor sich selber ekelt, weil man in der Nacht wieder mal in Nachbars Garten gek... hat und da am nächsten Tag vorbeiläuft, oder erzählt bekommt, was man in der Nacht wieder für einen Scheiss gebaut hat, dann ist es mal Zeit, über das eine "scheiss drauf, man lebt nur einmal!" nachzudenken.
Denn es ist nur ein Leben, das man hat. |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 10:40 Uhr
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mein vater hat getrunken.
1998 baute er sich dann quasi seinen eigenen sarg, in dem er sich drei tage lang in seinem abgedunkelten zimmer einschloss und nicht einmal mehr mich an ihn heranliess.
er merkte "das geht so nicht mehr". und er dachte "wenn ich nicht mehr bin, ist es für meinen kleine (das bin oder war ich) leichter".
ich denke, ich tat das einzig richtige, in dem ich mich an meine mutter wandte, die schon 1997 bei uns auszog.
wir haben die polizei gerufen, einen krankenwagen und einen psychologen.
mein vater liess niemanden an sich heran, nur der psychologe konnte zu ihm vordringen, weil ärzte für meinen vater schon immer eine gewisse respektsperson darstellten.
ich war nicht zu hause, als sie ihn mitnahmen.
ich war bei meiner tante - aus mir unerfindlichen gründen wollte meine mutter mich zu der zeit nicht bei sich haben.
eine ärztin aus der klinik - im volksmund auch klapse genannt - rief mich an und fragte mich, ob mein vater auch mir gegenüber seine suizidgedanken geäussert hatte.
ich sprach dann noch eine weile mit ihm, er verstand die welt nicht mehr. wie ein kleines kind, dass von seiner mama nicht mehr gewollt ist.
einen tag später flog ich nach london. ich hatte ein schlechtes gewissen deswegen, ja! aber er hatte ein jahr gespart, damit ich diese reise machen konnte und ich wusste, er hätte sich ewig vorwürfe gemacht, wäre ich in berlin geblieben.
als ich dann aus london wiederkam, fuhr ich mit meiner besten freundin zu ihm.
er war zu diesem zeitpunkt zehn tage auf der geschlossenen abteilung.
und zu meiner überraschung erkannte ich ihn kaum wieder.
er hatte rosige wangen und über 240 stunden keinen tropfen alkohol zu sich genommen.
er war auch schon soweit, dass er die station verlassen durfte. wir gingen stundenlang spazieren und ich erzählte ihm von meinem urlaub und den dingen, die ich dort erlebte.
kein wort über den abend, an dem er in die klinik kam.
das einzige, was an diesem tag dazu gesagt wurde, kam von ihm als wir uns verabschiedeten: "danke!"
eine woche später kam er auf die offene abteilung und durfte tage später sogar tagsüber mit mir nach hause.
es war ein komisches gefühl, als er wieder da war, wenn auch nur ein paar stunden.
gemeinsam räumten wir seinen "bunker" aus, mir war nie bewusst, welche alkoholvorräte wir zu hause hatten.
sechs wochen blieb er in der klinik und wurde ein neuer mensch. die entzugerscheinungen waren sehr gering, da er noch nicht so tief in die abhängigkeit gerutscht war.
er trank nur nach feierabend oder an den wochenenden. sein beruf taxifahrer hat in gott sei dank an mehr gehindert.
ich war überrascht und stolz, wie rigeros er abstand vom alkohol hielt.
wir hatten nach seiner therapie, die er ambulant noch ein halbes jahr weiterführte, zwei wunderbare jahre zusammen.
in meiner familie ist alkoholismus leider eine wirklich verbreitete krankheit. alle sechs geschwister meines vaters haben mehr oder minder entzüge hinter sich. mein onkel mütterlicherseits ist trocken.
ich selbst trinke selten, wenn, dann in gesellschaft und wenn es mir schlecht geht, dann vermeide ich jeden tropfen, weil ich gar nicht herrausfinden möchte, ob es auch mir dadurch besser ginge.
ich liebe meinen vater, ich habe ihn in seiner abhängigkeit genauso geliebt wie danach und nach seinem tod.
desti xxx
n.o.m. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 12:04 Uhr
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(zitat)In meinem Fall ist dies Cannabis.(/zitat)
lieber nucleus...
so lächerlich das klingen mag, als ich eben deine letzten zeilen las, meinte ich fast, mein vater hätte sie geschrieben.
auch er betrank sich unter der woche mit bier, selten, ein- zweimal im monat leistete er sich wodka.
nach seiner therapie rauchte er ab und an cannabis.
nicht oft, nicht regelmäßig, nur, wenn es gar nicht mehr ging, die schmerzen - ob nun seelisch oder körperlich - zu stark wurden.
das hat mich nie gestört, denn ganz ehrlich - einen betrunkenen papa konnte ich nie ertragen, obwohl ich es musste.
einen "bekifften" mochte ich, wenn es denn so war. er war dann trotzdem mein geliebter papa. natürlich war er das auch im alkoholrausch, auch dann kümmerte ich mich um ihn, wischte die kotze auf, wenn er es nicht mehr bis ans klo schaffte. wischte die pisse weg, wenn er zu betrunken war, um noch zu zielen.
all das passierte nicht, wenn er alle zwei monate mal ein grämmchen hasch rauchte...
ich weiss, dass meinem vater erst nach beendigung des alkoholmißbrauches bewusst wurde, wie sehr er nicht nur sich, sondern auch mich, die alles hautnah miterleben musste, gequält hatte.
desti xxx
n.o.m. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 13:00 Uhr
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liebe fratz :-)
keiner sagt, dass du das sollst...du bist so ein starker mensch, genau wie nucleus und mein papa!
deine kinder lieben dich für genau die worte, die du uns lesen lässt. und nucleus wird von seinen kindern geliebt, weil er geschafft hat, was er geschafft hat. und ich liebe meinen vater ebenso für diese kraft, die er aufbrachte und mit mir teilte.
was mir noch zu diesem thema einfiele ist, dass ich es ausgesprochen schade finde, dass über alkoholiker so häufig schlecht gesprochen wird. alkoholismus ist eine sucht, eine krankheit. und kranke menschen brauchen häufig einfach hilfe von aussen. und das macht sie noch lange nicht zu minder wertvollen menschen...
desti xxx
n.o.m. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 15:22 Uhr
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(zitat)Das Bedauern und das Mitgefühl meinem Vater gegenüber, verebbte an dem Tag, an dem er begann mich und jeden anderen Menschen dafür verantwortlich zu machen das er trank.
Das, was ich in meiner Kindheit am meisten hasste, dass, was mir die grösste Angst bereitete, dafür sollte nun ich das Kind verantwortlich sein ?
...(/zitat)dass meine mutter trinkt, wurde mir zum ersten mal mit 15 richtig bewusst .. es waren ferien meine mutter hatte urlaub, mein dad musste arbeiten ..
schon morgens um 9 uhr stand die bierflasche auf dem tisch ..
auch sie brauchte immer eine legitimation sich den alk reinziehen zu können .. anfangs kam immer, dass sie sich um mich und meine geschwister sorgen würde und trinken würde, weil sie dem druck der sorgen nicht gewachsen wäre ..
zu mir sagte sie immer "wenn du ein junge geworden wärst, hätte ich keine kinder mehr bekommen, du bist schuld!" ..
zu meiner schwester, die 8 jahre nach mir auf die welt kam, sagte sie "wegen dir musste ich noch ein drittes kind haben, du bist schuld!" ..
und zu meinem bruder, der dann nochmal zwei jahre später zur welt kam, sagte sie immer "du bist kein junge, du bist ein weichei, du bist schuld!" ..
bei mir ist als resultat dieser besonderen kindheit die borderlinestörung zu nennen, meine schwester hat bulimie, mein bruder nahm herion, ist aber dank einer methadontherapie seit drei jahren komplett clean ..
wir alle drei hassen sie .. aber nur ich ziehe es gnadenlos durch, keinen kontakt mehr zu ihr zu haben .. meine geschwister haben immer wieder mitleid ..
die liebe einer mutter sollte doch automatisch da sein, oder? es ist doch nichts, was man sich erkämpfen muss! ..
V. |
| ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 16:44 Uhr
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Mein Vater trinkt noch immer. Er ist dann nicht so haltlos besoffen, trinkt aber abends (manchmal auch ab nachmittags), meistens Wein, manchmal auch Wodka, Ouzo, was da ist.
Meine Mutter weiß um seinen Alkoholismus. Sie besorgt ihm auch täglich den Alkohol, wenn er nicht selbst einkaufen geht. Früher war er auch tablettenabhängig, hat aber zumindest das in den Griff bekommen.
Es ist auch was familieninternes, wir haben schon früh von unserer Mutter zu hören bekommen, das wir darüber nicht mit Fremden sprechen dürfen. Ich habe auch noch nie darüber gesprochen, weder mit Freunden noch mit sonst jemandem. Auch innerhalb der Familie wird darüber nicht geredet, es ist ja irgendwo was ganz Normales... es gehört zum Familienleben dazu.
Er hat auch schon Therapien hinter sich, ist aber nach jeder wieder rückfällig geworden.
Ich habe früher versucht ihm zu helfen... wollte mit ihm reden, hab ihn gebeten, aufzuhören.. und jetzt denk ich auch noch immer, wir könnten ihm irgendwie helfen... Geändert am 20.09.2002 um 16:50 Uhr von Sneaky_Pie |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 18:12 Uhr
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| mein vater konnte es 16 jahre vor mir geheim halten |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 20:52 Uhr
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(zitat)deine aussage legt den verdacht nahe, dass du nie mit einem alkoholiker leben musstest(/zitat)
naja nee, ich hab mehr ahnung davon als du denkst..nur eine andere auffassung. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 21:02 Uhr
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....betroffen den thread mitverfolgt...nur am rande mit dieser thematik konfrontiert ist...was die betroffenheit nicht weniger werden lässt
indi |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 21:23 Uhr
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Möchte mich jetzt auch ganz gerne mal zu Worte melden.
Auch ich bin trockene Alkoholikerin und das seit 7 Jahren. Es fing schon etwas in der Pubertät an. Es kam sozusagen ganz langsam und ganz schleichend.
Ich glaube, ich habe deswegen getrunken, damit ich meine Sehnsüchte und Träume intensiver erleben konnte. So genau kann ich es nicht sagen, aber als ich geheiratet habe, hat mein Mann (eher der Mensch, der nicht so seine Gefühle zeigen kann) seine Karriere und die Firma aufgebaut und ich habe halbtags gearbeitet um beim Kind zu sein. Nun...lange Rede kurzer Sinn...ich wollte wohl immer Anerkennung. Als ich dann aus der Firma mittags kam, trank ich mal einen Radler (Bier + Limo) woraus später auch 3 Radler wurden. Oder Weinschorle. Ich war selten richtig betrunken, sondern wie schon Fratzi sagte, ein sogenannter Spiegeltrinker.
Es ging mir dann einfach wunderbar und ich fühlte mich stärker....konnte mich meinen Tagträumen hingeben, die von einem Menschen handelten, der bei mir ist und mich in den Arm nimmt.
Den Wein trank ich aus Kaffeetasse, da es dann nicht gleich auffiel und das Bier versteckte ich geöffnet im Küchenschrank und trank parallel mit meinem Mann eine Flasche im Wohnzimmer. So pendelte ich dann immer zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her.
Öfter mal sagte mein Mann: " Ich glaube Du trinkst zuviel"
Aber ich wollte es nicht wahrhaben. Ich doch nicht!!Obwohl es immer mehr wurde.
Eines Tages waren wir in einem Cafe und ich hatte so einen Bock auf Apfelschorle, aber was bestellte ich?? Einen Campari Soda.
Da ist mir aufgefallen, dass der Alkohol mein Leben bestimmt. Und ich hatte es schon vorher gewusst, doch wollte es nie wahrhaben.
Ich konnte nie NEIN sagen....ich wusste, dass ich längst den Kontrollverlust hatte. Ich habe mich aber nicht meinem Mann anvertraut, sondern einem lieben Freund. Als ich ihm gegenüber das erstemal von meinem Problem erzählte, war ich so nervös...heulte was das Zeug hielt.
Er ging mit mir zusammen zum Kreuzbund. Eine Selbsthilfegruppe, bei denen die Angehörigen und Freunde mit dabei sein dürfen. Ich war soooo nervös, wollte wieder gehen, aber als ich denen dann unter Tränen erzählte, was ich tue, ging es mir zwar beschissen aber besser.
Das war genau vor 7 Jahren. Seit dem gehe ich jeden Montag in die Gruppe und sie gehört zu mir und meinem Leben dazu. Von meinem Mann habe ich mich vor 4 Jahren getrennt, als ich anfing Ansprüche und Wünsche an ihn zu stellen, die er nicht erfüllen konnte.
Nach der Trennung fing ich wieder voll an zu arbeiten, machte den Aufstieg in der Firma.
Heute geht es mir prächtig im Gegensatz zu früher.
Das einzige was mich manchmal stört, ist...man muss jedes Gefühl ausleben, erst recht die schlechten oder den Stress den man mal hat. Man kann nicht einfach mal kurz den Kopf entspannen lassen, in dem man ein Glas Rotwein trinkt am Abend.
Gegen das Aushalten der Gefühle ist nichts einzuwenden eigentlich, aber dennoch...ich nehme mir deshalb das Recht, so wie nucleus, dass ich ab und zu (eher selten) mal einen Joint rauche.
Aber solange ich es in der Hand habe möchte ich nie wieder Alkohol trinken bzw. von ihm abhängig sein, denn ich kann nicht mit ihm umgehen.
Lieben Gruß
Lea |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 21:38 Uhr
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@fratzi....ich stimme Dir zu, auch ich schäme mich für nichts und stehe zu meinem Problem und auch dazu, dass ich den Alkohol um mein Leben zu bewältigen nicht mehr brauche.
Ich leugne nicht, dass auch jetzt noch nach 7 Jahren manchmal einen Suchtdruck kommt. Ich kann damit umgehen und sei es nur, dass ich mit Freunden spazieren gehen, telefoniere oder meine Gedanken aufschreibe. So wie unten....ich weiss es gehört zwar nicht hierher, und ich hatte es schon mal im Forum. Dann nach kurzer Zeit ist der Druck weg.
Heute ist er wieder da,
ich spüre ihn,
ich kenne ihn schon,
ein alter Bekannter.
Aber heute ist er stärker als sonst,
heute hat er sich etwas vorgenommen:
Mich in die Knie zu zwingen.
Und warum gerade heute?
Weil ich heute nicht stark sein will,
weil ich heute schwach sein will.
Ich sehe den Bekannten an.
Er grinst und zeigt auf die Flasche.
Ich höre ihn sagen:
"Greif zu, es wird dir helfen,
du fühlst dich dann entspannter."
Ich spüre meine Unruhe,
werde nervös,
meine Gedanken kreisen,
sie kreisen zu den vergangen "starken" Jahre
- Meine Hand greift zur Flasche -
ich nehme sie und........
schmeiße sie kaputt.
Und ich heule mir dabei das Herz aus dem Leibe.
Der Bekannte entfernt sich langsam,
aber er wird wiederkommen.
Ich kenne ihn ja.
Aber ich bin stärker.
P.S. An dem Tag ging es mir sehr beschissen, aber ein Freund hat sich Zeit genommen und mich abgelenkt. Es war bald vorbei.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 22:17 Uhr
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schmunzelt bei dem Gedanken an das Gewicht
oh ja Fratzi wie recht du hast...mit dem Spiegel. Mein Gesicht war auch aufgeschwemmt, mochte gar nicht mehr lachen (obwohl ich sehr viel lache), die Wangen wurden nur noch dicker und als ich trocken wurde...fielen auch die Pfunde...10Kg weniger....und das beste ist, ich bin heute fröhlicher auf Festen und Partys denn je.....ohne Kater ;-)
knuddelt jetzt einfach mal fratzi, weil ihr gerade danach ist |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 22:30 Uhr
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ich will keinen erschrecken - aber meine persönlichen erfahrungen in chat und foren haben mich gelehrt, dass es nicht nur nicht gut, sondern sehr gefährlich ist, hier soviel von sich selbst preiszugeben....
es wäre besser, ihr greift zum posten eurer persönlichen geschichten zu einem "reservenick" - zu eurem eigenen schutz
hier sind zuviele "spinner"
xeena -> die weiss, wovon sie spricht
Geändert am 20.09.2002 um 22:31 Uhr von xeena |
| Warum richtest Du über mich, wenn Du doch keine Ahnung hast, wovon ich spreche, wie ich lebe, wie ich liebe? |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 20.09.2002 um 22:40 Uhr
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danke xeena für Deinen Tipp :-) ich weiss was Du meinst.....aber ich chatte hier kaum noch bzw. nur noch sehr sehr selten, bin nur noch ab und zu im Forum
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.09.2002 um 00:31 Uhr
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Heute ist das Morgen vor dem ich gestern Angst hatte
Gute 24 Stunden allen Betroffenen und allen Angehörigen
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.09.2002 um 09:31 Uhr
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Da pflichte ich xeena bei. Obwohl ich es sehr positiv finde, wenn jemand zu seiner Vergangenheit steht. Aber leider gibt es zuviele Spinner, die das ausnutzen könnten.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.09.2002 um 10:12 Uhr
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ich finde es immer wieder erschreckend wie "normal" es heutzutage ist das Alkohol getrunken wird.
Mein Vater trinkt, aber das er süchtig ist würde er nie zu geben. Mein Onkel ist seit 10 Jahren trocken, geht regelmäßig zum Kreuzbund.
Ich trinke überhaupt keinen Alkohol, nicht mal Wein. Vielleicht wegen meinem vater, und schmecken tut es mir auch nicht.
Oft werde ich als Spaßbremse betitelt, aber das ist mir egal.
In einer 10 Klasse waren 6 Mädchen die nicht geraucht haben, die wenigstens haben nichts getrunken. Dafür wurden sie noch gehänselt.
Ich erlebe immer wieder wie normal der Alkohol geworden ist und auch schon die Kinder mit einbezogen werden, in dem sie schon mit 9 Jahren mal kosten dürfen. Da sträubst sich mir alles. Und leider muß ich sagen das es gerade in den neuen Bundesländern sehr normal ist.
Neulich im Supermarkt, Eltern mit Kindern gehen einkaufen, der Sohn, so ca. 16 Jahre alt, suchte die Alkoholischen Getränke aus.
Mein Sohn, 13, bekam eine Zigarette und einen Feigling von einem 12jährigen Mädchen angeboten. Ich hoffe er bleibt immer so konsequent wie an diesem Tag.
Also nicht das hier jemand denkt das ich strikt gegen Alkohol bin.
Wenn mal was getrunken wird, sage ich sicher nichts, aber gegen Leute die täglich trinken reagiere ich schon sehr allergisch.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.09.2002 um 18:01 Uhr
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@ Fratzi
Vielleicht hat man auch nichts zu befürchten. Aber ich denke dabei einfach mal an verbale Angriffe im Chat oder den Versuch persönlich zu bedrohen.
Rein prinzipiell finde ich es gut, dass über dieses Thema diskutiert wird. Ich habe es selbst bei einem Kollegen erlebt. Es dauerte über ein Jahr vom Bekanntwerden des Problems bis er selber so weit war und es wirklich eingesehen hat. Ob er nicht doch noch rückfällig wird, weiss man nicht. Inzwischen ist es 1,5 Jahre her.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.09.2002 um 06:31 Uhr
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In unserem Verein gab es auch mal einen, der regelmässig soff, bis er kaum mehr laufen konnte.
Lange Zeit habe ich ihn belächelt und Witze über ihn gerissen.
Doch eines Tages war er verschwunden. Nach einem halben Jahr tauchte er wieder auf. Trocken, aus einer Therapie zurückgekehrt.
Er trank dann immer nur Cola an jenen Trainingsabenden.
Und wir tranken Cola mit Bacardi.
Irgendwann mal meinte er zu mir: "Willst Du nicht mal mitkommen zu den Anonymen Alkoholikern?"
Ich war "bestürzt".
Ich, was soll ich denn dort?
Lange Zeit danach fragte ich ihn, ob er mich mal mitnehmen könne.
Das war wohl mein erster Schritt in meine Trockenheit.
Er nahm mich mit, jedoch dauerte es von der ersten Stunde bei den AA bis zu meiner Trockenheit schätzungsweise noch ein Jahr.
Ich ging zwar in die Gruppenstunden, schränkte meinen Konsum ein, jedoch an Wochenenden schlug ich wieder zu.
Bis zu einem Abend, wieder Training, bei dem jemand seinen Geburtstag feierte.
Die Nacht war lang, ich war total blau. Wie ich heimkam??? Keine Ahnung. Ich hatte sogar meinen Haustürschlüssel in der Kneipe vergessen und wachte am nächsten Tag zu Hause im eigenen Bett auf. Totaler Filmriss.
Abends dann ins Fussballtrainig. Und an jenem Abend passierte das Beste, was mir ein Freund antun kann. Er half mir, er half mir dem Säufer.
*kann gerade nicht weiterschreiben, sehe alles verschwommen* |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.09.2002 um 18:03 Uhr
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Nach dem Duschen saß er als einziger noch in der Kabine.
Er sprach mich an, was mit mir den vorhin losgewesen wäre? (2 Mal am Sportplatzrand die Bande angekotzt).
Er hörte mir zu, sagte eine Weile nichts dazu und meinte dann: "Wenn Du wirklich davon loskommen willst, gehst Du gleich morgen früh zum Arzt. Und wenn Du dort warst, rufst Du mich an."
Drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und ging.
Die ganze Nacht lag ich wach und überlegte, ob ich wirklich davon weg kommen wollte.
Am nächsten Tag ging ich zu meinem Arzt.
Seither, 3.3.99, bin ich trocken.
Ich weiss nicht, warum ich das jetzt geschrieben habe. Vielleicht um dem einen Freund mein Dankeschön zu sagen. Eigentlich waren es ja Zwei, sein Arbeitskollege, der mit mir in dem anderen Verein ist, und er unterhielten sich des öfteren über mein Alkproblem.
Und ohne die Beiden würde ich heute noch saufen.
Danke ihr Zwei. |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.09.2002 um 18:18 Uhr
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warum warst du dann nicht in der lage, von einem anderen freund auch hilfe anzunehmen ..
V. :-( |
| ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 25.09.2002 um 07:58 Uhr
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(zitat)@ Fratzi
Vielleicht hat man auch nichts zu befürchten. Aber ich denke dabei einfach mal an verbale Angriffe im Chat oder den Versuch persönlich zu bedrohen.(/zitat)
Verbale Angriffe im Chat? Ich denke man sollte das Chatten nicht all zu Ernst nehmen. Ich persönlich glaube kaum etwas das im Chat fällt und nehme desweiteren auch kaum jemanden für voll.
Alkoholismus ist ein ernstes und weit verbreitetes Thema über das allerdings viel zu wenige Betroffene sprechen. Deshalb sehe ich es durchaus positiv wenn Betroffene hierzu ihre Erfahrungen preisgeben. Wer weiss, vieleicht geben diese Sätze irgendjemandem da draussen den Mut oder den Anstoss etwas zu ändern.....
LG
Stat |
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