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Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 27.10.2002    um 11:39 Uhr   
Die Wirkung,

die der Alkohol hervorruft, ist für Männer und Frauen der wesentliche Grund zum Trinken. Obwohl sie zugeben, daß sie sich schaden, ist die vom Alkohol beeinflußte Wahrnehmung so vage, daß nach einer gewissen Zeit Wahres von Falschem nicht mehr unterschieden werden kann. Für diese Männer und Frauen erscheint dann ihr alkoholisches Leben allein als das normale.

aus: "Anonyme Alkoholiker" Seite XXX "Aus der Sicht eines Arztes" Copyright © 1980 by Alcoholics Anonymous World Service, Inc. New York, USA

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Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 27.10.2002    um 17:04 Uhr   

Achte gut auf diesen Tag
Denn er ist das Leben -
Das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf
Liegt alle Wirklichkeit
und Wahrheit des Daseins,
Die Wonne des Wachsens
Die Größe der Tat
Die Herrlichkeit der Kraft -

Denn das gestern
ist nichts als ein Traum
Und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch -
- recht gelebt -
Macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
Und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Drum achte gut auf diesen Tag!



(Aus dem Sanskrit)

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Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 04.12.2002    um 11:00 Uhr   
Der Engel der Gelassenheit und der Engel der Demut

Im Himmel furchbar schimpft und schreit
der Engel der Gelassenheit
weil, als er schlief, ganz ungelogen
wer ihm die Flügel hat verbogen
so dass er, als er fliegen will
aus dreißig Meter Höhe auf die Fresse fiel.

Der flatterte der Engel der Demut zu ihm her
und fragt ihn, ob er narrisch wär.
"Es geht doch nicht, dass man so schreit,
pfui, üb' dich in Gelassenheit!"
Worauf der Gelassenheit ausholte voller Wut
und haute voll eine runter dem Engel der Demut.

Der hielt die andre Wange hin
und sprach in demutsvollem Sinn:
"Ich dank dir für den Schlag soeben
der mich noch höher wird erheben.
Du wirst jetzt sicher degradiert
was mich erheblich amüsiert.

Ich bitte um den nächsten Schlag
der von dir Rüpel kommen mag."
Worauf der Gelassenheit in seinem Zorn
den Demut trat zwischen die Beine vorn.
Darauf erfaßten Schmerz und Wut
den guten Engel der Demut.

Sprach: "Die andre Wange halte stets ich hin,
doch in die Eier treten lassen ist nicht drin."
Er riß den Gelassenheitsengel an den Haaren
ist mit den Fingernägeln ihm durch das Gesicht gefahren
und rauften dann und schlugen sich
der Engel der Gelassenheit und der der Demut fürchterlich.

"Ich hau dich aus dem Federkleid,
du Drecksack der Gelassenheit!"
"Dir schlag ich beide Augen zu,
du hinterhältiger Lump von Demut, du!"
Die Fetzen flogen, Federn stoben,
bei diesem Kampf der Engel oben

und andere Engel, die dazwischengingen
dann auch zu raufen noch anfingen.
Der Heilige Michael, der Frieden stiften wollt,
sich einen Kinnhaken als Belohnung holt.
Da fielen ihm zwei Zähne aus
und er ging tief betrübt nach Haus

und es kloppte sich die ganze Engelschar
zwischen den Wolken wie die Kesselflicker gar.
Auf der einen Seite haute die Gelassenheitspartei,
auf der anderen war die von der Demut mit dabei.
Das war ein groß Spektakulum,
sogar den Thron des Herrgotts warf man um.

Der ganze Himmel ward verschoben,
so war die Engelsschar am Toben.
Da kam der Heilge Geist als Streife
und blies auf seiner Trillerpfeife.
Rief: "Sofort Ruhe! Sapperlot!
Die ganze Bande hat drei Wochen Flugverbot."

g24h
Walter HU, Alkoholiker
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Nutzer: Gast_pinox
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geschrieben am: 07.12.2002    um 06:32 Uhr   
.. ich liege auf der couch, die augen geschlossen.
bin vor ein paar sekunden aus dem tiefschlaf erwacht,
liege noch dar und döse vor mich hin,
gewöhne mich an den gedanken -> 'wach' zu sein.
eine stimme, seuselnd, lallend durchschneidet die stille,
"steh auf, geh ins bett". ich antworte träge :"ja"
die stimme redet weiter auf mich ein: "schwörst du, daß du jetzt aufstehst und rüber ins bett gehst?". ich öffne die augen und sehe auf das ziffernblatt der uhr - sie zeigt halb fünf morgens und ich antworte wieder, ebenso träge: "ja"
richte mich nach einer weile schwerfällig auf und blicke mich um. es ist dunkel und die wohnzimmertür geschlossen.

ich blicke rüber, zu unserem schreibtisch. dort stehen 6 dosen bier, zwei weitere dosen stehen auf dem boden.
meine eigene (eine) dose, steht vor mir, auf dem wohnzimmertisch. ich habe 2 schlücke getrunken. sie ist noch voll.

die wohnzimmertür geht auf und mein freund kommt wankend auf mich zu, ein verzerrtes grinsen ziert sein gesicht, er blickt wirr um sich.

was dann kommt, kenne ich und kennt er nur zu gut.
ein streit, wie fast jedes wochenende. er nennt es 'ein bisschen feiern', wenn er bier trinkt.
ich weiss bloss, dass ich ihn meide -> wenn er getrunken hat, aggressiv auf ihn reagiere, weil er so jämmerlich aussieht, ich ihn nicht mehr ernst nehmen kann, wenn er lallt und nicht weiss -> wie er diesmal reagieren wird. er themen anspricht die irrelevant sind: "ich komme gerade aus dem schlafzimmer" er zieht die augenbrauen hoch, "weisst du was da los ist?" ich schaue ihn fragend an: "nein," antworte ich schon leicht gereizt. "da war die ganze zeit seit heute mittag die heizung an!" anwortet er in einer art die an ein kleines kind erinnert, welches gerade die erkenntnis gewonnen hat, dass es etwas wie schwerkraft gibt. ich: "ah ja, dann ist es drüben wohl sehr warm". ich wende mich ab, kann den anblick nicht ertragen, den anblick des menschen den ich so sehr liebe. hinter mir höre ich sein lachen über die warme luft im schlafzimmer.

ich bitte ihn, mich kurz in ruhe zu lassen, ich würde gleich nachkommen -> ins warme schlafzimmer. ich wolle morgen mit ihm reden und nur noch eine zigarette in ruhe rauchen. er lässt nicht locker, setzt sich neben mich, zündet sich unsere letzte zigarette an(die letzte von 13 etwa <- die wir hatten als ich um zwölf einschlief) und grinst mich weiter wirr an.
wir streiten uns, er meint ich würde wieder einen streit vom zaun brechen, meine schlechte laune an ihm auslassen - es gäbe keinen grund für ein solches theater. ich merke, wie meine wertschätzung für ihn immermehr schwindet, ihn nicht ernst nehmen kann.

jetzt sitze ich hier, die letzte zigarette vor 2 stunden geraucht und spüre abneigung, mich neben ihn zu legen. neben dem mann zu schlafen den ich liebe, der mir halt bietet und dem ich vertraue.

morgen ist samsteg, wir werden streiten, danach schweigen - vielleicht wieder mehrere tage nicht miteinander sprechen und er wird einen grund finden um morgen -> heute abend wieder zu trinken.

es ist ja schliesslich wochenende, er wolle ja bloss feiern.
Geändert am 07.12.2002 um 06:34 Uhr von Pinox

Geändert am 07.12.2002 um 06:37 Uhr von Pinox
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Nutzer: Mallet
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geschrieben am: 07.12.2002    um 13:32 Uhr   
(zitat)morgen ist samsteg, wir werden streiten, danach schweigen - vielleicht wieder mehrere tage nicht miteinander
sprechen und er wird einen grund finden um morgen -> heute abend wieder zu trinken. (/zitat) Hast Du ihm die Worte schon einmal so gesagt, wie Du sie hier geschrieben hast?

Wenn nicht, druck sie doch mal aus, und stecke diese in einen Umschlag und gib sie ihm.

Mehr als weiterhin anschweigen kann er dich dann auch nicht.

Und vielleicht hilft es etwas.

*hofft dies zumindestens*
Link - die hessische Bergstrasse und der Wein....
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Nutzer: Gast_pinox
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geschrieben am: 07.12.2002    um 20:30 Uhr   

hallo mallet,

lieb das du geantwortet hast.
ja, wir haben schon sehr oft darüber geredet.
ich habe ihm schon einige male gesagt, dass ich vermute -> das er ein alkoholproblem hat.
er antwortet dann darauf, dass das schwachsinn ist, er habe damit kein problem, er hätte vielleicht mal eins damit gehabt - aber das wäre vorbei; er hat halt lust auf ein bier und ich müsse das akzeptieren.
er liesse sich schlieslich keine vorhaltungen machen und müsse sich nicht rechtfertigen für das was er tut.
ich kann mich an abende erinnern an denen er alles alkoholische im haus trank, selbst die alkoholikas die er mir hin und wieder mitbringt - damit wir zusammen feiern können.
aber ich habe schon lange keine lust mehr in seiner gegenwart alkohol zu trinken.
vor gar nicht alzu langer zeit habe ich ihm auch gesagt, dass ich ausziehen werde, wenn er seinen alkoholkonsum nicht einschränkt.
'mir zu liebe' wollte er dann eine zeitlang auf den alkohol verzichten, das hielt nichtmal 7 tage an. er war ständig gereizt und provozierend -> es kam zum streit und er fuhr zur tanke um sich seinen stoff zu holen.
morgens ruft er dann hin und wieder seinen arbeitgeber an, wenn er mal wieder verschlafen hat oder sich einfach zu beschissen fühlt nach einer durchzechten nacht.

ich weiss, dass ich ihm nicht helfen kann und das macht mich traurig.
meine angebote, einmal die anonymen alkoholiker aufzusuchen wurden ausgeschlagen.
er brauche sowas nicht, falls er jemals ein problem damit haben sollte, würde er das mit links allein schaffen.

danke, für's zuhören und die lieben worte :-)
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Nutzer: betroffene
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geschrieben am: 07.12.2002    um 22:24 Uhr   
pinox ... Du kannst zwar Deinem Partner nicht helfen, ihn nicht zwingen, zu AA zu gehen, könntest aber Dir helfen, indem Du in eine Angehörigengruppe der Anonymen Alkoholiker gehst.

Ich weiß ja nicht, wo Du wohnst. AA findet man unter Umständen auch im Telefonbuch und die geben auch die Kontakte der Angehörigengruppe weiter.

Dass Dein Partner beteuert, er habe kein Problem und erfolglos versucht, wenigstens mal ein paar Tage ohne Alkohol auszukommen, wundert mich nicht - es ging mir genauso - um Nichts in der Welt hätte ich zugegeben, dass ich den Stoff "brauche". Und schon garnicht hätte ich es mir von meinem Mann einreden lassen - wäre ja noch schöner! ;)

Es ist wirklich so, ER muss selbst vor sich zugeben, dass er alkoholkrank ist und muss sich helfen lassen wollen, erst dann hat er die Chance dem Alkohol adieu zu sagen.

Ich wünsche Euch beiden, dass der Leidensweg nicht unnötig lang werden muss :-)

So viel ist sicher - Vorhaltungen bewirken nur das Gegenteil von dem, was damit bezweckt sein soll.
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Nutzer: Mallet
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geschrieben am: 08.12.2002    um 01:28 Uhr   
Dein gesamter letzter Beitrag könnte eine exakte Angabe von mir sein, Pinox.

"Ich habe kein Problem damit, ich kann jederzeit aufhören....."

Hm, und wieso hörte ich dann auf? Weil ich irgendwann mal selber merkte, das ich ein Problem damit hatte (habe) und weil mir ein guter Freund sehr viel Unterstützung gab.

Der erste Weg wäre, wenn er wieder mal den Arbeitgeber anruft und dann eine Krankmeldung braucht, mit ihm zum Arzt zu gehen, bzw. den Arzt zu unterrichten, das er ein Alkoholproblem hat. (Aber problematisch, wenn er erfährt, wer dem Arzt das sagte).

Oder mal bei den AA's Broschüren holen und zufällig auf dem Klo offen liegen lassen. Vielleicht liest er ja mal die eine oder andere.

Kenne eine Frau, die dies ähnlich machte. Zwar gab's da auch Streit deswegen, aber letztendlich erreichte Sie genau das, was ihm gut tat. Er ging heimlich zu einer Selbsthilfegruppe. Später hat er es ihr dann "gebeichtet", wo er denn abends hingeht.

Ich drück Dir ganz dolle die Daumen, das Du deinem Mann und vor allem Dir selber irgendwie aus dieser Misere heraushelfen kannst.
Link - die hessische Bergstrasse und der Wein....
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Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 21.12.2002    um 15:51 Uhr   
Der Knochen-Karl

Um halb drei Uhr in später Nacht
Da hat der Karl sich heimgemacht
Mit reichlich Bier und Schnaps im Leib
Wankt er zu einem trauten Weib.
Auf dem Heimweg von der "Goldnen Linde" fällt ihm ein
Er schaut noch mal bei seiner Firma rein.

Ob dort alles in Ordnung ist
Weil eingebrochen wurde vor kurzer Frist.
So wankt er und er grölt und lallt
Durchs Tor von der Galvanisieranstalt
Und ist dort in der großen Halle
In den Bottich mit der Salzsäure reingefalle.

Die Säure brennt, der Karl, der flennt
Und noch immer betrunken nach Hause rennt.
Dort lauerte auch schon sei Fraa
- Hessisch - die bitterböse Claudia.
"Steck du dein Suffkopp durch die Tür
mein lieber Freund, dann zeig's ich's dir!"

Sie wartet mit der Hausfrau Stolz,
dem runden schweren Nudelholz.
Und als der Karl hereingeschwankt
Trifft ihn der Schlag, so dass er wankt.
Dann gellt ein Schrei gleich durch die Nacht:
"Ei Karl***, was hast denn du gemacht?

Dess kommt von deiner Sauferei.
Jetzt liesche schon dei Knoche frei.
Den zeich ich an, den Lindewirt,
dass ihn die Polizei abführt!
Ei Karl, ei Karl, mein armer Karl,
du bist ein klinisch schwerer Fall!

Du kommst net mehr bei mir ins Bett -
Ei Karl, du bist ja e Skelett!"
Am nächsten Tag der Doktor sprach:
"Der Karl wohl in der Säure lag.
Kann nicht mehr essen Bier und Brot,
wir schreiben ihn am Besten tot.

Der Ordnung halber sollt man ihn begraben,
damit wir ihn von der Straße haben."
Drauf sprach der Knochenmann empört:
"Ich lebe, das ist unerhört.
Ich will mich nicht begraben lassen.
Es soll mich noch das Grab nicht fassen."

Drauf sprach die Frau: "Du hältst dein Mund
Wie du aussiehst ist nicht gesund.
Der Doktor als studierter Mann
Viel besser als du beurteilen kann
Ob du lebendig oder tot.
Und widersprich nicht, Sapperlot.

Wir legen dich jetzt in das Grab,
die Witwenrente ich dann hab.
Du wirst mit Blumen eingepflanzt
Dass du dich nicht beschweren kannst.
Ich gieß dich jeden zweiten Tag,
im Sommer täglich, wenn ich mag.

So wie du aussiehst müßt ich schämen
Dich mit mir auf die Straß zu nehmen.
So geht es nicht, das kann nicht sein
Du kommst jetzt in das Grab hinein.
Ich werde dich auch sehr beweinen
Dann nehm ich mir halt wieder einen

Der mir was taugt als Ehemann
Und mehr als du vertragen kann.
- Und wenn du aufmuckst, Knoche-Kall,
sperrn wir dich in den Hühnerstall."
Drauf seufzt der Karl: "Es muß wohl sein,
ich muß wohl in das Grab hinein.
Leb wohl, geliebte Claudia,
die zwei Zentner schwer und treu mir war."

Er legt sich hin, tat keinen Mucks,
und so man sargte man ihn ein dann flugs.

*** Karl wird auf Hessisch Kall ausgesprochen.

g24h
Walter
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Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 01.03.2003    um 19:15 Uhr   

Ich trank aus Freude und mir wurde elend.
Ich trank, um glücklich zu werden, und wurde unglücklich.
Ich trank, um aus mir herauszugehen und habe mich in mich verkrochen.
Ich trank, um besonders vornehm und klug zu wirken und wurde derb und
ausfallend.
Ich trank, um Freunde zu finden und machte mir Feinde.
Ich trank, um meinen Kummer loszuwerden und badete mich in Selbstmitleid.

Ich trank, um schlafen zu können, wachte aber unausgeruht auf.
Ich trank, um stark zu sein und fühlte mich schwach.
Ich trank aus medizinischen Gründen und wurde krank.
Ich trank, weil ich glaubte, dass mein Beruf es erforderte und verlor meine
Arbeit.
Ich trank zur Entspannung und bekam das Zittern.
Ich trank, um mehr Selbstbewusstsein zu bekommen und wurde unsicher.
Ich trank, um mutig zu werden und bekam Ängste.

Ich trank, um Sicherheit zu erlangen und wurde ein Zweifler.
Ich trank, um meine Gedanken zu beflügeln und hatte Filmrisse.
Ich trank, um Konversation zu machen, doch meine Zunge war gelähmt.
Ich trank, um warmherzig zu werden und verlor meine Kaltblütigkeit.
Ich trank, um kaltblütig zu sein, und verlor dabei meine Warmherzigkeit.

Ich trank, um mich wie im Himmel zu fühlen und lernte die Hölle kennen.
Ich trank, um zu vergessen und fühlte mich von Gespenstern verfolgt.
Ich trank, um frei zu sein und wurde zum Sklaven.
Ich trank, um Problemen zu entfliehen, sah aber, wie sie sich
vervielfältigten.
Ich trank, um Kraft zu bekommen und wurde immer kraftloser.
Ich trank, um mit dem Leben fertig zu werden und begegnete dem Tode.

Ich trank, weil ich es für richtig hielt, und alles wurde falsch.

(AA)
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Nutzer: Mallet
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geschrieben am: 01.03.2003    um 23:15 Uhr   
Wie passend, das es gerade jetzt wieder jemand ausgegraben hat.............

Zum Glück habe ich immer noch Kontakt zu meiner Gruppe, auch wenn ich nicht mehr regelmässig hingehe.
Link - die hessische Bergstrasse und der Wein....
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"Autor"  
Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 28.05.2003    um 12:45 Uhr   

Aus dem Leben des Säufers Z.

Als der Säufer Z. nach durchzechter Nacht
hinter den Mülltonnen aufgewacht
ergriff daselbst ihn großer Schreck
weil seine Kleider waren weg.

Verschwunden waren Hemd, Schuh, Hos',
und Z. dazu noch bargeldlos.
Mit Schädelbrummen ohnegleichen
sah man ihn dann nach Hause schleichen

mit einer Plastiktüt' bekleidet
er die belebten Straßen meidet.
Und reuevoll ertönt sein Schwur:
"Nie wieder trink ich Gin und Whisky pur."

g24h
WHU
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"Autor"  
Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 02.06.2003    um 12:38 Uhr   
Lichter Moment

Die Trinkerin Amanda dachte nach
als sie im fremden Bett ward wach
und neben ihr an diesem Tag
der Wirt von ihrer Stammkneip lag

der fett, stoppelbärtig, gar nicht lieb
im Grund genommen nicht ihr Typ.
Der Film, der war bei ihr gerissen
was nachts geschehn, tat sie nicht wissen.

Ein Grund für sie, um nachzudenken
ob sie ihre Schritte zur AA sollt lenken.
So hat Erleuchtung ihr die Nacht
mit dem Bumskneipenwirt gebracht.

g24h
WHU
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Nutzer: Mallet
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geschrieben am: 03.06.2003    um 09:19 Uhr   
(zitat)mit einer Plastiktüt' bekleidet
er die belebten Straßen meidet.
Und reuevoll ertönt sein Schwur:
"Nie wieder trink ich Gin und Whisky pur."
(/zitat)

Jo, jetzt kann er es sich nimmer leisten.

Jetzt ist es der Brennspiritus, den er trinkt.

-----------------------

Wenn ich mir den gesamten Beitrag nochmals so durchlese, dann bin ich eigentlich immer noch sehr froh, das ich seit nunmehr über 4 Jahren 'trocken' bin.
Link - die hessische Bergstrasse und der Wein....
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"Autor"  
Nutzer: Nucleus1
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geschrieben am: 03.06.2003    um 12:42 Uhr   
Wie geht es Dir heute Pinox ?


Sich für Mallet mitfreut :-)
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"Autor"  
Nutzer: _Odin_m19
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geschrieben am: 04.06.2003    um 21:58 Uhr   
Also ich muss ja großen respekt aussprechen,dass ihr euch hier traut,über eure vergangenheit zu reden!!
Und das ihr es geschafft habt trocken zu werden/sein!
Echt eine große leistung,nachdem was man hier liest! :-)

Ich bin davon nicht betroffen und auch keiner meiner freunde und irgendwer von meiner Familie!!

Also ich mag es,wenn ich abbends vor der glotze sitzen kann
und meine 2 Bierchen trinken kann,dann entspann ich irgendwie!
Wochenende gehts immer mit meinen Jungs (Kumpels) auf kneipentour,oftmals wirds ziehmlich feucht! ;-)
Aber ich denke,dass ich dat im griff habe und weiß wann schluss ist!

PS:Ich bin kein Alkoholiker,NEIN ich trinke nur gerne mal ein! :-)

Odi..
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"Autor"  
Nutzer: Nucleus1
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geschrieben am: 04.06.2003    um 22:07 Uhr   
Das, was Du hier als unsere Vergangenheit bezeichnest, ist aus dem Sichtwinkel eines Anderen vielleicht die Zukunft ;-)
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Nutzer: _Odin_m19
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geschrieben am: 04.06.2003    um 23:16 Uhr   
ja sicherlich,aber ich habe das aus meiner sicht gelesen.
kann man ja beides als bezeichnung sehen,die vergangenheit hinter sich lassen und in die Zukunft durch starten! :-)
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"Autor"  
Nutzer: Nucleus1
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geschrieben am: 04.06.2003    um 23:22 Uhr   
Ich meinte es anders, aber so wie Du es sagst, muss man es auch sehen können :-)
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"Autor"  
Nutzer: Meditation_AA
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geschrieben am: 12.06.2003    um 11:06 Uhr   
eine schöne Passage aus der Hermetik:

Wo lauft ihr denn hin, ihr trunkenen Leute? Ihr, die ihr vom Wein der Unkenntnis getrunken habt, welchen ihr doch nicht vertragen könnt, im Fall ihr ihn nicht ausspeit.

Seid doch nüchtern, und sehet mit den Augen des Herzens, und wenn ihr alle zusammen solches nicht könnt, so tut es doch allein, ihr, die es könnt, denn das Böse der Unkenntnis überschwemmt den ganzen Erdboden und verderbt zudem die im Leibe eingeschlossene Seele, weil sie derselben nicht zulässt, dass sie in den Hafen des Heils gelange.
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"Autor"  
Nutzer: Nucleus1
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geschrieben am: 12.06.2003    um 11:52 Uhr   
Erinnert ein wenig an Charles Beaudlaire's
"Die künstlichen Paradiese"
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"Autor"  
Nutzer: _pinox_
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geschrieben am: 15.06.2003    um 02:37 Uhr   


Ein halbes Jahr, schlafloser Nächte, blauer Flecken später..

Lieben Dank Mallet für Deinen Rat!

Ich habe die Al-Anon aufgesucht und habe mir mehr oder weniger helfen können. Vielleicht kann sich jemand das Theater vorstellen was los war als ich sagte wo ich hingehen wollte.
Am gleichen Abend noch als ich zurückkam wurde ich nach einem hitzigen Wortgefecht vor die Tür gesetzt und bin mit den Beamten die ich gerufen hatte mitgefahren.. weil ich nicht wußte wo ich mitten in der Nacht hinsollte.

(es fällt noch immer schwer)

Nach drei Wochen, fuhr ich zurück mit dem Glauben :'es würde sich alles ändern'. Ganze weitere 3 Wochen war dem auch so. Bevor er das erstemal richtig handgreiflich, grob, demütigend wurde. Mittlerweile wusste ich ja durch die Meetings damit umzugehen, ich blieb ruhig, reagierte nicht auf die Provokationen .. bis er vor mir stand und ..

(unwirklich, und doch zittere ich noch immer)

.. seit 2 Monaten leben wir getrennt. Haben keinen Kontakt mehr.
Vielleicht kann es jemand nachvollziehen, ich liebe den Menschen noch immer und es zerreist mir schier das Herz von ihm getrennt zu sein.
Mein Urvertrauen ist verloren. Und er trinkt wieder.
Aber! Er geht hin und wieder zu den Meetings. Das erleichtert mich und freut mich für ihn.

Keine guten Neuigkeiten Nucleus1.
Aber ich habe ja auch noch viel Zeit um an mir zu arbeiten :)


Pinox
p.s. habe mein pw vergessen ..
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"Autor"  
Nutzer: Mallet
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geschrieben am: 16.06.2003    um 10:37 Uhr   
Liebe Pinox,

ich wünsche Dir auch weiterhin die Kraft, die Du dazu brauchst, um von dem geliebten Menschen fern zu bleiben, so schwer es auch fallen mag.

Und vielleicht werden aus seinen spontanen Besuchen der Meetings, regelmässige Meetings. Was ich jenem Menschen nur wünschen kann, mit der Hoffnung, das er es schafft, trocken zu werden.


Liebe Grüße und danke, das Du dich hierher zurück "verirrt" hast um diese Erfahrung zu teilen. :)
Link - die hessische Bergstrasse und der Wein....
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"Autor"  
Nutzer: _pinox_
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geschrieben am: 18.07.2003    um 02:12 Uhr   
(zitat)
ich wünsche Dir auch weiterhin die Kraft, die Du dazu brauchst, um von dem geliebten Menschen fern zu bleiben, so schwer es auch fallen mag.(/zitat)

Danke Mallet,
genau das fällt so verdammt schwer; Ebenso wie die Einsicht das ich auch abhängig bin, nämlich von ihm.


pinox
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"Autor"  
Nutzer: pseudonick
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geschrieben am: 18.07.2003    um 16:22 Uhr   
...ich habe zwar nicht alles gelesen, was zu diesem beitrag hier geschrieben wurde, aber ich denke, dass das was ich gelesen habe reicht um mir ein kleines bild zu machen.

...zunächst möchte ich mal grossen respekt denen gegenüber aussprechen,die hier so offen über ihr vorhandenes oder dagewesenes problem mit dem alkohol schreiben. auch denen gegenüber, die einen alkoholabhängigen menschen aus gleichen augen betrachten können, wie einen der es nicht ist. und vorallem denjenigen gegenüber,die es geschafft haben (bsp: destiny) einem menschen trotz dieses problemes treu zu bleiben und einen ausweg für ihn und mit ihm gemeinsam finden und es schaffén oder geschafft haben in einer solchen schwierigen situationen mit diesem menschen zusammen zu leben.

...ich selbst habe nicht mehr die kraft gehabt einem menschen, den ich sehr lieb habe , nämlich weil es mein 2 jahre älterer bruder ist,"beizustehen". ich selbst bin gerade erst 21.

...nachdem mein vater vor neun jahren durch einen unfall ums leben gekommen ist, hat mein bruder angefangen zu trinken, weil er sich anders nicht über seinen schmerz hinweg zu helfen wusste.es begann eine schlimme zeit für mich, da ich selbst noch sehr jung war,das geschehene nicht verarbeiten konnte und diese abhängigkeit zu einem extrem ausartete, denn ich musste erleben wie es ist von einem menschen sowohl psychisch als auch physisch geschlagen zu werden.ich selbst war noch zu jung um ihm sinnvoll versuchen zu können, zu helfen..meine mutter und mein noch älterer bruder jahre lang nur mit sich und dem schmerz und der trauer beschäftigt (meine mutter kenne ich erst seit 2 jahren wirklich, auch wenn ich vorher schon 19 jahre mit ihr zusammen gelebt habe) ...hauptsächlich aber mit sich selbst...mit 17 bin ich zu meinem damaligen freund gezogen,mit einem psychischen schaden, der sich heute teilweise noch äussert und den ich psychologisch behandeln lassen musste (um das mal so auszudrücken).
als er seine jetzige frau kennenlernte (nachdem ich erfolglos versucht hatte ihm wege aus seiner sucht aufzuzeigen)dachte ich es hätte ein ende, aber sie hat das ganze zu diesem zeitpunkt nicht ernst genug genommen.
als sie schwanger wurde und er 3 monate später halb tod gesoffen auf der intensivstation lag, hat er es wie wir alle hofften endlich mal gerafft...denkste...2 jahre nachdem das kind geboren wurde fing es wieder an...falscher freundeskreis..alte saufkumpanen und schon war alles wieder zu nichte.es war und ist noch schlimmer als vorher...seine aggressionen äußern sich in: zerdonnern der gesamten wohnungseinrichtung...einmal hätte er fast meinen onkel erwürgt und bei einem anderen streit mit seiner frau im suff,den kleinen fast erschlagen,wenn dieser nicht so schnell reagiert hätte wie er es tat (dazu muss man sagen das das kind jetzt 4 jahre alt ist und mehr über alkoholiker weiss als mancher andere....und das ist nicht übertrieben)...
diverse zwangseinweisungen von meiner mutter und in die psychiatrie haben bisher nichts geholfen und ich weiss von einer psychologin,dass selbst eine entziehungskur nur 10% chance darauf gibt,dass er jemals trocken wird, da seine abhängigkeit zu massiv über zu viele jahre statt gefunden hat.

ich selbst kann ihm nicht mehr helfen, weil ich einfach nicht dazu in der lage bin...weil es mich kaputt macht...vor einem monat bin ich 500km weit weg gezogen und muss zugeben,dass ich froh darüber bin mir das nicht mehr anschauen zu müssen (auch wenn das nicht! der grund meines umzuges war)...hört sich vielleicht heftig an..ist aber leider so...

...dies wird mich mein restliches leben lang prägen und es gibt tage an denen ich meinen freund hasse, wenn er, egal in welcher form, auch nur den winzigsten schluck alkohol zu sich nimmt. was dann auch in einen streit ausarten kann.

...dies heisst aber nicht dass das immer so ist und dasw ich niemals etwas trinke..aber meistens ist es so,dass ich danach angst habe und mich selbst dafür "hasse" einen schluck alkohol angerührt zu haben.

nun gut...ich will hier ja nicht alle langweilen :o)

noch was allegmeines: ich finde es immer wieder erschreckend, wenn ich einkaufen gehe,zu sehen, wieviele kassierer sich nicht an gesetzliche vorschriften halten,was den verkauf von alkohol angeht. ich habe 5 jahre an der kasse eines supermarkts gearbeitet und musste mir wöchentlich anschauen, wie minderjährige mit hochprozentigem alkohol an die nächste kasse gingen und diesen verkauft bekamen, weil ich diesen vorher eingezogen hatte.

grüsse ....

PS: ich habe nicht den mut gefunden mit meinem richtigen nick zu schreiben,da ich einfach angst davor habe,dass leute aus dem chat zuviel über mich erfahren könnten bevor sich sie kenne.zudem weiss mein jetziger freund nicht alles über diese sache und ich kann auch nicht mit ihm darüber reden...ich weiss aber wenn er dies von mir wissen würde,dass ich es müsste...

schönen tag noch
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