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geschrieben am: 13.03.2005 um 00:12 Uhr
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@ Starchaser
Es ist doch nicht so, dass es eine Lehrmittelfreiheit, so wie sie heute existiert, schon immer da gewesen ist. Zumindest in Niedersachsen war es zu meiner Schulzeit so, dass wir die Bücher und die Übungshefte immer selber kaufen mussten. Es ging oftmals nicht, dass man ein Buch vom Vorgängerjahrgang kaufen konnte, weil der Unterrichtsplan andere Lehrmittel vorsah, als im Vorjahr. Meine Eltern waren ganz gewiss keine reichen Leute und konnten es sich dennoch leisten, 3 Kinder zur Schule zu schicken. - Es gab allerdings keine Urlaubsreisen, nur ein TV - Gerät für 6 Personen und ein Radio. Wem das nicht passte, der konnte sich gerne ein Buch schnappen und sich auf sein Zimmer zurück ziehen. Und so weit ich weiß, haben sie nicht so viel Kindergeld bekommen, wie es heute der Fall ist. - Also dieses Argument, Bildung sei nur etwas für besserverdienende ... mit Verlaub, ist schal und abgestanden.
Dass solche Firmen, wie Du sie aufgezählt hast, ihre Leute selber ausbilden, ist ein Märchen. Fakt ist, dass die Wirtschaft der Politik die Pistole auf die Brust gedrückt hat. Sie stellte Forderungen, welche Voraussetzungen idealerweise von einem Schulabgänger gefordert werden, damit dieser sich anschließend besser in die innerbetriebliche Ausbildung integrieren ließe. Meiner Meinung nach ist genau dieser Prozess dafür verantwortlich, dass unsere Bildungssysteme an dem Punkt angelangt sind, wo sie heute stehen. Der Fehler lag ganz einfach darin, der Wirtschaft immer besser passende Leute zuzuschanzen, die selbst als Real- oder Hauptschüler mindestens einfache quadratische Gleichungen lösen können, sich bestens auf nem Computer auskennen und nach Möglichkeit im Werkunterricht Technisches Zeichnen in den Grundzügen erlernt haben. Wohingegen natürlich Lehrstoffe wie Soziologie, Philosophie oder Literatur so gut wie keine Rolle mehr spielen. Da gibt es viel zu korrigieren, meiner Meinung nach. Es ist doch kein Wunder, wenn heute ein Lehrer nicht mehr auf der gleichen gesellschaftlichen Stufe steht, wie andere graduierte Berufsstände. Sie wurden doch von der Politik aus diesem Status genommen und zu diplomierten Lehrherren umgestaltet. - Ich bin nicht der Meinung, früher sei alles besser gewesen, darum sollten wir die Entwicklungen wieder zurück drehen. Meiner Meinung nach sehen wir aber gerade, dass der eingeschlagene Weg nicht der richtige sein kann in der Bildungspolitik. Zurückkehren zu alten Zuständen läßt sich jetzt nicht mehr, aber man sollte zumindest in der Fortentwicklung und bei nunmehr fälligen Reformen an alte Werte denken, um dann von dort aus dieses mal die besseren Weichen zu stellen.
Dass es keine Arbeit mehr gibt in Deutschland, halte ich gelinde gesagt für Schmarrn. Es gibt keine Arbeit mehr, die von Großunternehmen, Konzernen etc. vergeben wird. Man wird sicher nicht von Eon erwarten können, Fördertechnologie für Steinkohle zu verschrotten, Pickel und Schaufeln zu kaufen, quartalsmäßig 150.000 Leute einzustellen, um damit die Massenarbeitslosigkeit zu senken. Wenn also sich heute Leute zu Bergleuten ausbilden lassen, und sich dann wundern, wenn sie nach der Lehre auf der Straße stehen, ist das verdammt ärgerlich. Das gleiche gilt für so ziemlich jeden anderen Job in der Schwerindustrie. In den 70er Jahren beschäftige Peine-Salzgitter-Stahl rund 150.000 Leute. Heute sind es keine 20.000 mehr. Und davon sind noch ein sehr großer Teil Beschäftigte aus Fremdfirmen. - Natürlich ist es super, wenn man nach der Schule eine Lehre macht. Aber muss das denn immer Krankenschwester, Friseuse, Schlosser oder Maurer sein? - Natürlich kann sich nicht jeder, der jetzt arbeitslos ist, selbständig machen. - Aber wenn sich mehr Leute mal was trauen würden, statt nur auf der Couch zu hocken und zu jammern, würden wir es mit einer geringeren Arbeitslosigkeitsrate zu tun haben. - Die Voraussetzung dafür, dass man sich aber etwas trauen kann, ist Bildung. Wer die Schule verweigert hat, wird Zeit seines Lebens die Auswirkungen zu spüren bekommen. Bildung kostet was. Das ist klar. Es wäre z.B. schon hilfreich, wenn die Eltern ihren Kindern klar und deutlich machen würden, dass sie sich krumm machen müssen dafür, dass die Kids zur Schule gehen können. Wenn einem alles in den Allerwertesten geblasen wird, wird man es schwer haben, den Wert überhaupt erkennen zu können.
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I hate how people compare Freddie Mercury to God, I mean, He's cool and good and everything.....But he's no Freddie Mercury.
(found at youtube) |
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