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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 05.04.2005    um 16:15 Uhr   
[Boah! Nach einer EwigkeitÂ…, es gibt doch noch ein ParadiesÂ… .]

Aber die Entscheidung, die ihr Leben wahrscheinlich komplett verändern sollte, lag nicht in jenen Kinderhänden.

Bereitwillig hatte er dem Fremden gelauscht. Er hatte ihm so gut gelauscht, dass er sogar etwas lockerer geworden ist. Die Haltung schien die Verkrampfung abgeworfen zu haben, doch die braunen Augen wachten noch aufmerksam. Er hatte Lucien nicht einmal unterbrochen, doch als er nun die Möglichkeit zum Sprechen bekam, nahm er sie auch war. Er rieb sich kurz als Selbstermutigung mit der rechten Hand die linke Schulter, bevor er etwas erwidern konnte.

„Ich…, ich habe meinem Bruder gestern gesagt, dass ich nicht auf dieses Internat möchte. Er hat meine Entscheidung akzeptiert. Ich vertraue ihm auch, selbst er war nicht lange auf so einem Internat und ich denke, er wollte mich nie dorthin schicken. Ich weiß, dass er sein Wort halten wird, doch weiß ich auch, dass er noch keine Lösung kennt, die ihm weiterhilft.“
Er senkte den Blick und die pechschwarzen, kurzen Strähnen fielen wieder in sein leicht gebräuntes Gesicht. Er war wahrlich ein niedlicher Junge, er machte sicher keinerlei Probleme, nein, niemals.

„Zudem… . Felice sagt immer selbst, dass er keine Zeit hat. Nun sagen Sie mir, dass ich kaum noch Zeit habe. Ich verstehe das nicht… .“
Neigen die Erfahrenen dazu, zu drängen? Er ist doch so jung und hatte alle Zeit der Welt! Aber auch Felice sollte sie haben, doch selbst er scheint ein schnelles Leben zu bevorzugen.

„Ich kann es nicht entscheiden…, ich kann es nicht! Es liegt ganz allein bei meinem Bruder, auch, wenn ich gerne reisen würde, damit ich schönere Bilder malen kann.“
Damit ich sehe, was die große weite Welt mir da draußen noch so bietet!

„Aber…, diese Entscheidung liegt ganz allein bei Felice.“
Lucien sollte merken, dass Vico sehr an seinem Bruder hing. Sollte jener dazu in der Lage sein, den Freiheitsliebenden zu überreden? Sicher nicht, Vico hing viel zu sehr an seinem Bruder, auf dass er ihn – wenn auch nur kurzweilig – mit Lucien
betrügen würde. Es lag nicht in seiner Hand… .

„Vico…, erm…, Vico?!“
Aufgebracht wachte ein sehr besorgter, junger Mann in einem anderen Zimmer von diesem Hotel auf. Wo, wo war denn nur der Kleine hin? Er tastete sich über das Bett und dann sprang er auf die Beine, um kaum Zeit zu verlieren. Sofort richtete sich sein Augenmerk auf die noch immer offene Terrassentür. Verdammt! Ob hier jemand eingebrochen ist? Oder ob Vico nur fort gegangen war? Kaum möglich, er ist ein Langschläfer! Eilig trat er auf die Terrasse hinaus um sich zu vergewissern, dass Vico auch dort nicht war. Schließlich wurde die Tür geschlossen und er suchte in seiner Hose nach dem Schlüssel für ihr Zimmer. Wie, als wäre es Bestimmung gewesen, fand er nicht den Schlüssel, sondern Luciens Karte. Was? Seit wann hatte er eine Karte von ihm bekommen? Seltsam, nur Name und Handynummer… .
Natürlich! Er war es! Er, dieser verdammte Spinner!
Wütend kramte Felice nach seinem Handy, was in einer Seitentasche seines Gepäcks zu finden war. Mit schnellem Drücken der Tasten entsperrte er das kleine, technische Wunder. Danach wurde die Nummer eingegeben und verbindlich auf den grünen Hörer gedrückt. Ungeduldig wartete er ab, dass dieser Lucien an sein Handy ging, wobei er sich auf den Stuhl des Schreibtisches nieder ließ.
Wüsste er, wo Vico war, würde er sich dies natürlich sparen… .
Geändert am 05.04.2005 um 16:19 Uhr von FeliceFoscari

Geändert am 05.04.2005 um 16:21 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 05.04.2005    um 21:12 Uhr   
Lucien hatte eine ähnliche Reaktion erwartet. Dieser Junge war sehr stark an seinen Bruder gebunden, und das war sein Vorteil. Sanft erhob er seine Stimme. Sie war ganz leise, vertrauenserweckend und einschmeichelnd, wie ein Stück Schokolade, das langsam auf der Zunge zerschmilzt und erst später seinen kompletten, herrlichen Geschmack entfaltetet.
„Das weiß ich alles, kleiner Vico. Deswegen solltest du auch eine andere Entscheidung treffen. Willst du deinen Bruder überreden, mit mir zu reise, willst du ihm eine Schwierigkeit abnehmen? Willst du, dass er sich freut? Und willst du Bilder malen? Schönere Bilder, als du sie dir jetzt noch vorstellen kannst? Dann geh zu Felice und sage ihm, was ich euch beiden…“ .In diesem Moment klingelte sein Handy mit der einprägsamen Melodie „Freude schöner Götterfunken“. Er runzelte leicht die dunklen Brauen und sah sich um.
„Entschuldige mich einen Moment, Vico. Es wird nicht lange dauern.“
Dann erhob er sich und sah auf dem Schreibtisch, zu seinem Handy, das piepsend und vibrierend auf der Tischplatte hin und her rückte. Geschmeidig, wie eine Raubkatze erhob er sich und nahm das Mobiltelefon in die Hand. Sein schmaler Finger fand schnell den Knopf, der die Verbindung herstellte.

„Ja bitte?“ Sagte seine Stimme weich und ruhig, während er sich wieder auf das Bett setzte. Vico, versuche bitte nicht wegzulaufen. Ich müsste dir sonst wehtun, und das möchte ich nicht. Vorsorglich legte er seine weiße Hand auf das Kinderknie.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 05.04.2005    um 21:35 Uhr   
Der Kleine wusste, was gesund für ihn ist. Darum war er brav auf dem Bett sitzen geblieben und wagte sich kaum zu bewegen. Er war dem Blick Luciens gefolgt, als jener auf den Schreibtisch sah, wo das vibrierende und klingelnde Handy seine Tänzchen aufführte. Ehrlich gesagt rechnete Vico nicht damit, dass am anderen Ende sein Bruder war, da er nicht mitbekommen hatte, dass jener die Nummer des Fremden erhalten hatte. Gut, Felice selbst war dies auch entgeangen, doch er hatte sie und dies allein war nun sehr gut und wichtig gewesen.
Als Lucien also abhob und sich meldete, legte Felice am anderen Ende wie aus der Kanone geschossen los.

„Du verdammter, dreckiger Hurensohn! Ich weiß, dass du meinen Bruder bei dir hast! Wenn du denkst, dass du alles machen kannst was dir in den scheiß Schädel kommt, werde ich andere Seiten aufziehen müssen! Entweder, du bringst ihn mir sofort in das Zimmer, oder ich komme und hole ihn! Glaub mir, Letzteres willst du nicht, denn danach werde ich dich fertig machen, wenn ich bemerke oder erfahre, dass du ihn nur einmal angefasst hast! Mir reicht es mit dir, hörst du? Mir reicht es!“
Ah, welch wunderbares Temperament! Das muss in der Familie liegen, ganz bestimmt!
Auffällig an dem Gespräch war nicht nur der barsche Ton mit einigen Beleidigungen, sondern auch die Tatsache, dass Felice keinen Respekt mehr vor Lucien zu haben schien, da er ins Duzen gefallen war. Kein Wunder, welche Person ließ dies alles mit sich machen? Irgendwer, der meinte, plötzlich auftauchen zu müssen und Gott zu spielen, indem er alles wusste und kannte – besonders machen durfte.
Ungeduldig ging der junge Italiener in seinem Zimmer auf und ab. Wehe dieser Franzose meinte mit ihm ein Spielchen spielen zu müssen – so wie zuvor – dann hatte er sich aber tief geschnitten! Er stand absolut nicht auf Spielchen und würde dies auch nie ändern wollen.

„Schlaf nicht ein! Sag mir, wo mein Bruder ist, sofort!“
Die Stimme war erregt und angehoben. Gut Kirschen essen konnte man gerade mit Felice überhaupt nicht.
Selbst Vico meinte durch das Geschrei seines Bruders Wortfetzen mitzubekommen, oder zumindest die Stimme zu erkennen, da Lucien so nah bei ihm saß. Vielleicht war es auch nur ein kleiner Hoffnungsschimmer, den er sich momentan einverleiben musste. Nun, das er hier weg wollte, war dem Kleinen auch kaum zu verdenken. Wer wollte schon bei einem fremden, seltsamen und ungesund blassen Menschen verweilen? Vico zumindest nicht!
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 05.04.2005    um 22:19 Uhr   
Ein Schmunzeln bildete sich auf den Lippen des Franzosen aus. Er sah aus, wie eine Statur in den schönsten Stein gemeißelt. Oh, du regst dich auf, Felice. Ist das süß. Glaubst du, dass ich deinem kleinen Bruder etwas antue? Dass ich ihn anfasse, quäle, schlage, mich an ihm vergehe? Felice, Felice, Felice… wie kannst du so was nur denken. Ich bin euer Retter, auch wenn du das noch nicht weißt. Wehr dich nicht gegen dein Schicksal. Du bist ein Mensch, der nicht mehr freien Willen, als ein Stein hat. Vertrau mir, kleiner Felice.
„Bon soir, Signore Foscari. Warum sind Sie denn so aufgebracht? Beruhigen Sie sich zunächst einmal. Ich garantiere Ihnen, dass sich nicht jeder, als H.urensohn bezeichnen lassen würde, ohne Sie dafür leiden zu lassen.
Aber Sie haben Recht. Ihr Bruder ist in meinem Zimmer. Nummer 8. Kommen Sie doch vorbei.“
Damit legte er auf und legte das Handy neben sich auf das Bett. Die hellen Bergseeaugen huschten über die Gestalt des kleinen Jungen.

„Das war dein Bruder, Vico. Er macht sich Sorgen um dich und kommt dich holen. Er muss dich sehr gern haben. Also, lass nicht zu, dass er keine Lösung findet.“
Lucien zwinkerte und legte sich zurück, so dass er an die Decke sehen konnte. Er spürte, wie die Sonne langsam immer höher aufstieg und schon bald den Himmel in pures Gold tauchen wollte. Angst kroch in ihm auf. Plötzlich stand er auf und stapfte zu den Fenstern um die Vorhänge davor zu ziehen. Sonne, er liebte und hasste sie. Er wollte sie sehen und wusste, dass er es nie wieder konnte.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 06.04.2005    um 13:24 Uhr   
Und ob er einen freien Willen hatte. Lucien sollte sein Mundwerk nicht zu voll nehmen, schließlich ließ sich Felice ungern etwas vorschreiben, was er schon längst hätte merken können. Eine freiheitsliebende Seele bändigt man nicht so schnell, wie man es sich eventuell vorgestellt hatte. Auch wenn Lucien eine Mögliche Lösung für sein Problem wäre, Felice sah sich bislang noch nicht und würde sie nicht sehen, wenn sein Blick ständig durch solche Lappalien geblendet wird.
Er Knurrte, als Felice einfach aufgelegt hatte.
Schön, du willst also einen Krieg? Den kannst du haben!
Er drückte aufs Knöpfchen und unterbrach die Verbindung somit auch auf seiner Seite. Zimmer Nummer 8, das war nicht weit von ihrem Zimmer entfernt, denn sie hatten die 5 bekommen, dementsprechend lag Lucien auf diesem Gang wie sie. Er legte das Handy auf den Schreibtisch und verließ das Zimmer, nachdem er endlich den Schlüssel gefunden hatte, was einige Zeit in Anspruch nahm, aber gravierende Auswirkungen haben sollte.
Vico, der die neue Nachricht in jener Zeit mitgeteilt bekam, schien sichtlich erleichtert gewesen sein. Er hatte sich also doch nicht geirrt, als er der Ansicht war, Felice Stimme am anderen Ende gehört zu haben. Kurz noch sah er zu Lucien, der sich locker auf sein Bett legte, nahm dann aber die Tür in Augenschein. Dass es im Innenraum dunkler wurde, nahm er vorerst noch gar nicht wahr, denn gebannt hefteten sich seine braunen Augen auf das stabile Holz, bis es plötzlich klopfte. Zugegeben, Vico hatte sich etwas erschrocken, da das Klopfen sehr energisch war, aber er lächelte nun mit dem Wissen, sein Bruder ist bald wieder bei ihm. Und nun sah er sich irritiert um…, huch, wieso plötzlich dieses Aussperren des Morgenlichtes?
Draußen auf dem Gang stand tatsächlich auch Lucien, der mürrisch die Hände in die Hosentaschen geschoben hatte, bevor diese sich wieder selbstständig machen und Lucien unfreundlich begrüßen werden.

„Mach auf, Lucien! Ich will meinen Bruder abholen.“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 13.04.2005    um 20:26 Uhr   
Doom, Podoom, Doom, Podoom… so schnell schlug das kleine Kinderherz, wie der Takt eine schaurig-schönen Melodie, wie die Symphonie der Nacht. Sie waren alle ein Teil davon. Niemand konnte sich entziehen. Es war Schicksal. Ihre Geschichten standen irgendwo in einem alten, verstaubten Buch geschrieben und konnten nicht mehr ausradiert werden.
Lucien drehte sich auf die Seite. Seine hellen, blauen Augen beobachteten das Kind neben sich. Oh bitte, Vico. Schau nicht so ängstlich. Glaubst du wirklich, dass ich dir wehtun würde? Meine Güte, wie dumm von dir!
Der Franzose streckte seine Hand aus und berührte Vicos Oberarm. Vielleicht war es nur das Demonstrieren von Macht, vielleicht wirklich der Versuch den Jungen zu beruhigen.
Da waren Schritte auf dem Flur. Schnelle, ängstliche Schritte, schneller Atem, Wut…. Dann das unangebracht heftige Klopfen. Lucien drehte sich wieder auf den Rücken und seine Arme wanderten wieder unter seinen Kopf. Wie amüsant, Felice. Du hörst auf zu denken, wenn du dich aufregst. Wie interessant.

„Nur herein. Es ist offen.“ Sagte die sonore Stimme aus dem Inneren des Zimmers. Ein Blick galt allerdings Vico. Wage es dich nicht jetzt aufzuspringen, hörst du?
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 13.04.2005    um 20:52 Uhr   
Als Lucien versuchte den Jungen am Arm zu berühren, rutschte dieser zur Seite. Er hatte dem Blassen irgendwann vielleicht etwas zu Danken, aber heute spielte dies keine Rolle, heute musste er nicht so tun, als würden sie sich gut verstehen. Dies machte der Junge schlichtweg auch deutlich, wobei zu diesem Aspekt noch ein rein natürlicher kam: Er wollte einfach nicht von dem Fremden angefasst werden.
Draußen hatte sich Felice kurz auf die Unterlippe gebissen, als er hörte, dass die Tür offen war, stürmte er hinein. Die Kleidung, die er auch gestern Abend getragen hatte, ließ darauf schließen, dass er keine Zeit gehabt hatte, um sich umzuziehen. Dazu hier und da noch der Schimmer von Müdigkeit in seinen Zügen, ehe diese dem Wut weichten. Bevor er jedoch zu voreilig handelte, sah er sich in den Raum um. Vico entdeckte er sichtlich verängstigt auf dem Bett, in seinen Augen der Drang aufspringen zu wollen.
Keine Angst, mein Kleiner, so leicht lasse ich dich nicht zurück.
Zielsicher bewegte sich der junge Italiener weiter. Er hielt auf Felice zu und blieb mit wenig Abstand vor ihm stehen.

„Wenn das noch mal passiert, siehst du Sternchen, verstanden?“
Zischte er leise, wobei er den Zeigefinger auf ihn richtete.

„Ich hab dir schon mal gesagt, dass du aufpassen sollst! Denkst du, ich lasse mich hier an der Nase herum führen? Was auch immer du davon bezwecken wolltest, es ist überhaupt nicht komisch!“
Und es ist mehr, als ich dir sagen wollte.
Vico zerriss sich zwischen zwei Entscheidungen: Aufspringen oder sitzen bleiben. Als Felice ihm jedoch die Hand entgegen streckte, konnte er natürlich nicht widerstehen. Schnell fasste die Kinderhand nach der seines Bruders, wobei jener ihn zu sich zog.

„Schönen Tag noch… .“
Er schenkte Lucien keinen Blick mehr, sondern kümmerte sich lieber darum, aus diesem Zimmer zu kommen, was er nur wegen der Person nicht leiden konnte, welche in diesem lebte.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 13.04.2005    um 21:24 Uhr   
Mit arroganter Gelassenheit beobachtete Lucien, wie Felice auf ihn zu gestürmt kam. Die Lippen hatte er zu einem leichten, gelassenen Lächeln gehoben und seine schwarzen Haare umrahmten sein blasses Gesicht, so dass die Bergseeaugen zu einem Blickfang wurden. Hier trafen zwei Gegensätze aufeinander. Wut und Besonnenheit. Gefühl und Verstand.
„Natürlich habe ich Sie verstanden, Felice. Ich bin nicht taub und fühle mich durchaus in der Lage diesen Satz auch auf der Inhaltsebene zu verstehen.“
Lucien setzte sich gemächlich auf. Er hatte Zeit und davon mehr, als genug. Sein Blick hing an Vico, wie er nach Felice Hand griff und vom Bett sprang. Wie herzzerreißend.
„Ich führe Sie auch nicht an der Nase herum. Wenn Sie sich setzen, will ich Ihnen gerne meine Beweggründe mitteilen.“
Allerdings stand der Franzose nicht auf. Er wollte den beiden Jungen nicht hinter her laufen. Das war nicht sein Stil.

„Aber vielleicht möchte Ihnen Vico auch etwas erzählen.“
Seine Augen lagen ruhig auf dem Geschwisterpärchen. Geht und lauft in euer Verderben, oder bleibt bei mir und lernt von mir, was es heißt, intensiv zu leben. Ich will euch nichts Böses. Wir müssen Vertrauen zueinander fassen. Das ist von Vorteil für uns alle.

„Man hat mir gesagt, dass es dir nicht gut geht.“
„Das ist nicht wahr, Allegro. Ich weiß nicht, wer es Euch zu getragen hat.“
„Adrian hat es mir erzählt. Willst du sagen, dass er lügt? Ich müsste ihn dafür bestrafen.“
„Natürlich lügt er nicht. Vielleicht hat er es nur falsch aufgefasst.“
„Versuch mich nicht hinters Licht zu führen, Lucien. Was ist mit dir los.“
„Herr, ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Ich fühle mich, wie ein Tier, eingesperrt und von allen betrachtet.“
„Gewöhne dich besser daran.“
„Gibt es keinen anderen Weg?“
„Oh doch, den gibt es…“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 13.04.2005    um 21:48 Uhr   
Als Lucien die Sache mit seinem Bruder erwähnte, blieb er auf halbem Weg zwischen Lucien und Türe im Raum stehen. Der Blick glitt zu Vico hinab, besorgt und fragend zugleich sah er diesen an.
„Was, was ist denn?“
Sag mir, was du mir zu sagen hast! Wenn er dich angefasst hat, wird er sterben, dafür werde ich schon sorgen. Dieser Typ geht mir eh mächtig auf die Nerven. Er nimmt sich alle Frechheiten auf einmal heraus, die kein Zweiter jemals gewagt hatte.
Vico hob den Kopf um zu Felice hinauf zu sehen. Seine Lippen bildeten ein zärtliches Lächeln.

„Er meinte, dass wir mit ihm mitgehen können, Felice!“
„Wie, mitgehen?“
Felice kam leider nicht ganz mit, denn er wusste ja auch nichts von dem kleinen Gespräch, was die beiden geführt hatten. Bevor Lucien etwas sagen konnte, redete der Kleine dann auch weiter, um Felice aufzuklären.

„Du hast doch gesagt, dass ich nicht auf diese komische Schule muss und du wusstest keine Lösung. Lucien geht jedoch heute weg und würde uns mitnehmen!“
Ach, würde er, ja? Ein skeptischer Blick glitt zu dem Blassen hinüber.
Du tauchst urplötzlich auf und meinst mein Leben in deine Hände packen zu müssen? Du meinst, ich soll dich als eine Art Protagonist sehen? Als den, der der Retter ist? Lachhaft!
Felice schmunzelte und strich Vico durch das schwarze Haar.

„Tust du mir einen Gefallen? Geh zu der Frau und frag nach Stift und Papier. Ich hätte gerne eine Zeichnung von der Phalaenopsis draußen im Garten. Sie ist eine kleine Muse für mich.“
Vico nickte sacht und hatte Mühe, Felice zurückzulassen. Bevor er aber aus dem Raum huschte, sah er nochmals den großen Bruder an.

„Kommst du dann nach?“
„Ja, das mache ich!“
Er nickte versprechend, schließlich würde er ihn nicht stundenlang allein lassen, nur einen kurzen Augenblick, denn der allwissende Franzose war ja hier im Raum und somit keine Gefahr – zum Glück.
Vico verließ das Zimmer und Felice konnte sich nun an Lucien wenden.

„Was hast du ihm für Dinge erzählt?“
Er zog die feinen Brauen zusammen und schien immer noch nicht freundlicher, als am Anfang zu sein.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 15.04.2005    um 18:05 Uhr   
Die Laken, auf denen er lag, rochen nach Leben und fühlten sich unter seinen Fingerspitzen, wie kühler Sand an, obwohl sie aus einfacher Baumwolle waren. Etwas anderes sollte man von dieser Unterkunft ohnehin nicht erwarten. Dafür kam man hier billig unter.
Lucien überkreuzte seine Beine und schloss seine Augen. Die weißen Finger strichen über die Augen, hinüber zu den Schläfen, wo sie sacht hinab glitten und schließlich wieder auf dem Betttuch lagen. Er spürte, wie die Sonne mit ihren feurigen Fingern die Berge im Osten anzumalen drohte, spürte, wie sein ganzer Körper weg wollte, weit weg, in vollkommene Dunkelheit, fort von der brennenden Kugel, weg vom Tod. Sein Gesicht wirkte hart und schön, wie das einer Porzellanpuppe, völlig ausdruckslos. Als er die Augen wieder öffnete, war der Ausdruck verschwunden und Ruhe kehrte in ihm ein. Eine Weile – vielleicht acht, oder zehn Sekunden – ruhte sein Blick auf dem Italiener vor ihm. Die Haare, die schwarz waren, wie Pech, erinnerten ihn an ihn selbst. Auch die wütende Mimik hielt ihm einen Spiegel vor. Schließlich, nach einer halben Ewigkeit, schwang er seine Beine aus dem Bett, so dass sie mit einem leisen „Plopp“ auf dem Fußboden aufkamen. Lucien drehte den Kopf um Felice genauer ansehen zu können.

„Hör zu,“ Jetzt verzichtete er auf das formale „Sie“, sei es wegen dem Schrecken, den ihm die Sonne, die in spätestens einer Stunde völlig aufgegangen sein würde, einjagte, oder anderen Gründen.
„ich habe ihm erzählt, dass ich euch beide von hier wegbringen könnte. Ich werde verreisen. Es wäre für mich kein Problem euch mitzunehmen. Da weißt selbst, was das heißt. Dein Bruder müsste nicht auf dieses Internat, und ich muss dir nicht erzählen, wie es da aussieht und du – du könntest dich von deinem Vater lossagen. Ist es nicht das, was du willst? Freiheit, Felice, Freiheit! Ich würde euch – dich und Vico – an Orte bringen, die noch nicht einmal in eurer Phantasie existieren. Alles was ihr tun müsstet, wäre Schreiben und Malen und Leben! Nehm das Angebot an, oder lass es.“
Lucien stand auf und sah den jungen Italiener noch mal an. Dann drehte er sich um und wischte sich mit dem Handrücken über die Stirn. Seine Füße trugen ihn durch das Zimmer. Hin und her. Hin und her. Hin und her…
„Entscheide dich schnell…“ Panisch huschte das Bergseeaugenpaar zum Vorhang und Lucien Stimme wurde leiser, wenn man so wollte auch heiserer.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 15.04.2005    um 18:35 Uhr   
Er beobachtete ihn. In jeder Sekunde lag der Blick aus brauner Iris eisern auf dem Fremden, der anscheinend mehr wusste als er selbst zu wissen schien. Die plötzliche Ruhe in diesem Raum ließ auch ihn mit seiner Wut einige Gänge runterschalten, sodass er sich nicht mehr angespannt fühlte. Die Hände schoben sich in einer langsamen und viel zu vorsichtigen Bewegung in die Hosentaschen zurück. Anscheinend war dies etwas, was er selten tat, aber nun für mehr als angebracht hielt. Als sich Lucien endlich auf bewegte, hob er den Kopf ein Stückchen an, der beim Warten unbewusst abgesunken war. Die Zunge fuhr kurz über die Lippen, benetzte sie auf einer schlicht natürlichen Weise während die Ohren den Worten des anderen lauschten.
So, du willst weg, Lucien? Das ist schön für dich. Das du uns mitnehmen willst, kommt mir ganz gelegen. Du weißt nicht warum, aber weißt du was? Das wirst du auch nie erfahren! Ein Plan, den ich ganz für mich alleine hüten werde, ein Plan, der dich einfach nichts angeht.
Nervös? Warum tigerst du auf und ab? Wie schnell soll die Entscheidung denn für dich fallen? Was ist Schnelligkeit für dich? Für mich…, ist es ein ganzes Leben.

„Abgemacht.“
Erklang es ruhig von Felice. Diese Entscheidung hätte man sicher nicht erwartet, da es nicht zu ihm und den ganzen Umständen passte. Mit einem leichten Blinzeln sah er dabei zu, wie Lucien Löcher in den Boden ging.

„Wir kommen mit dir. Es wird mit sonst sowieso keine Ruhe lassen, da ich sonst eine mögliche Option verspielt hätte.“
Gar gleichgültig – so wollte man meinen – hob Felice seine schmalen Schultern an, ehe er mit ein paar kleinen Schritten näher auf Lucien trat um ihm dann seine rechte Hand entgegen zu strecken.
Der obligatorische Handschlag. Ein Deal, der mit dieser Geste vertieft und verdeutlich wurde. Zumindest sparte er dabei eine menge Geld und er wollte auch nicht wissen, wohin es gehen wird. Er wird keine Fragen stellen, keine Last sein – nicht nachdem, was all passiert war.
Dennoch…, seine Lippen zierten ein zaghaftes Lächeln. Lucien, du wirst dich wohl noch umsehen müssen!
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 15.04.2005    um 19:15 Uhr   
Irgendwo da draußen, weit auf dem Meer, oder darunter, oder hinter den Bergen, oder tief in der Erde schlummerte das Grauen noch. Ganz ruhig, nur die Vögel, die zwitscherten, sagten: Schön dich zu sehen. Die Welt war in fahles, blassgelbes Licht gehüllt und Luciens Gedanken von einem trüben Schleier überzogen. Der Franzose räusperte sich leise, hob dann den Blick und sah in die dunklen Augen des Jungen. Die Hand pulsierte nur so von Leben… Lucien hörte, wie das starke Herz Blut durch die Adern pumpte. Wieder leckte er über seine Lippen, schaffte es zu lächeln, kurz und unter großer Anstrengung, dann reichte er Felice die Hand. Sie war kühl und härter, als man erwartet hätte. Also war es abgemacht. Noch waren die Folgen nicht absehbar, und vielleicht würden sie es auch nie werden.
„Gut…“
Wenn Lucien überrascht war, dann zeigte er es nicht. Sein Gesicht war aufgewühlt, aber nicht überrascht. Es musste etwas anderes sein. Er drehte sich um. Schweigen. Nur Vogelgezwitscher und Herzschlag und Atemzüge… Fünf Sekunden nichts anderes. Dann das Geräusch von Schritten, als Lucien sich wieder umdrehte.

„Geh jetzt… wir reisen heute Abend ab.“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 15.04.2005    um 19:53 Uhr   
„Geh jetzt… wir reisen heute Abend ab.“
HopplaÂ…, den befehlerischen Ton solltest du dir aber gleich wieder ablegen, LucienÂ… .
Felice wendete sich mit einem schmunzelnden Lächeln ab und verließ das Zimmer leiser, als er gekommen war. Gut, heute Abend also, das passte ihm sowieso in den Kram, er hatte ja nichts vor.
Im geschmeidigen Schritt eilte er die Treppen hinunter in den Vorraum, damit er durch die Tür in den Garten treten konnte. Hier irgendwo musste doch sein Bruder sein… .
Erst nach einigem Suchen fand er ihn auf einer Bank, in der Hand ein Stift und auf den Schoß ein Blatt Papier. Er schien mit seiner Arbeit schon fertig und zauberte ein erfreuliches Lächeln auf den Lippen, als er seinen großen Bruder entdeckte.

„Felice! Ich bin fertig, schau mal!“
Im eiligen Schritt näherte sich der Kleine dem Größeren. Als Vico bei Felice angekommen war, hob er das Blatt um seine Zeichnung zu zeigen. Mit einem sanften Griff nahm dies auch sein Bruder entgegen, der einen Prüfenden Blick über jene fein gezogenen Linien schickte. Größe und Schatten, sowie die Liebe zum Detail – deutlich an einem Marienkäfer – steckten im Bild und waren perfekt auf das reelle Umfeld abgestimmt. Er war sehr Stolz auf seinen kleinen Bruder und zeigte dies durch ein Lächeln und dem Streicheln durch das kurze, schwarze Haar.

„Das hast du toll gemacht! Du bist gut, ja, sehr gut!“
Mit einem anerkennenden Nicken hielt er das Blatt nun bei sich. Er würde es wie all die anderen, kleinen Kunstwerke aufbewahren. Vico griff mit Stolz gefüllten Augen nach Felice Hand, ehe beide den Weg zurück schlenderten.

„Und? Gehen wir denn jetzt mit diesem Lucien mit?“
Erkundigte sich der Kleine, der mindestens halb so neugierig war wie sein Bruder einst. Um ihn jedoch nicht in Ungewissen stehen zu lassen, nickte Felice auf die Frage hin.

„Ja, das werden wir… . Wir packen unsere Sachen und gehen heute Abend mit ihm mit.“
„Wohin gehen wir denn?“
„Das weiß ich nicht…, aber es ist auch nicht wichtig. Wenn wir da sind, weiß ich es bestimmt. Außerdem… .“
Er erzählte seinem Bruder von seinem genauren Plan, wobei er nach seiner Ausführung den Zeigefinger auf seine Lippen legte und dem Burschen zuzwinkerte.
Unser Geheimnis, versprochen?
Mit gemütlichem Schritt sahen die zwei Jungs zu, dass sie in ihr Zimmer kamen.
Geändert am 15.04.2005 um 19:55 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 15.04.2005    um 20:09 Uhr   
Die Tür fiel ins Schloss. Dann Stille. Kein Atmen. Kein Herzschlag. Nur Vögel. Viele Vögel. Sie besangen die Sonne. Sonne… die will er auch noch mal sehen. Unmöglich, völlig unmöglich. Die Vorhänge. Lichtdicht. Trotzdem. Schnell die Decke. Und ein Kissen. Hoffentlich ist das Badezimmer sicherer. Kalte Fließen. Eine Badewanne. Kein Fenster. Decke und Kissen in die Wanne. Wann geht die Sonne auf? Schneller, schneller Lucien… schneller! Die Tür. Zugeschlossen. Unter die Decke. So kalt. Der eigene Körper. Schwer. Dunkelheit. Was regt ihn noch so auf? Was war…? Was…?
Luciens Körper entspannte sich. Er würde sich an nichts erinnern können, was in den nächsten acht Stunden passiert. Er würde nicht hören, dass man an seiner Tür klopfte. Würde nicht hören, dass sein Handy klingelte. Er würde nicht sehen, wie die Sonne aufging. Er würde nichts wahrnehmen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 16.04.2005    um 14:56 Uhr   
In jenen vergangenen acht Stunden hatten die zwei Brüder es auch nicht mehr gewagt, an Luciens Türe zu klopfen oder ihn anzurufen. Warum auch? Alles, was sie brauchten oder wissen wollten, fanden sie selbst oder erfuhren es von anderen. Felice hatte sich um einige wichtige Dinge gekümmert. Zum Bespiel hatte er seine Mutter angerufen um ihr zu sagen, dass es ihnen gut ging. Er vertraute ihr sein Vorhaben an, so, wie er es Vico anvertraut hatte. Natürlich war die Mutter – mit dem schönen Namen Giulia – dessen nicht einverstanden, aber gewillt es einzusehen. Wahrscheinlich würde er einen schweren Fehler damit begehen, doch um seine Mutter zu schützen, sagte er ihr, dass sie seinem Vater – Matteo – sagen sollte, Vico wäre nicht auf das Internat aufgenommen worden. Mangelnde, künstlerische Fähigkeiten sollte der Grund gewesen sein, oder dass es nicht ihrem Niveau, ihrer Vorstellung von Kunst entsprach. Was auch immer sie sagen würde, es war jetzt sowieso nicht mehr wichtig. Vater würde sie nicht finden, denn zurück kamen sie definitiv nicht mehr. Zumindest nicht so schnell. Seine Mutter weinte, als sie dies alles hörte.
„Aber du kannst doch nicht so lange fortbleiben, Junge! Vielleicht werde ich dich nie wieder sehen, vielleicht ist diese Zeit zu lang, die du dir selbst geben wirst! Bevor es passiert, möchte ich dich noch einmal in meinen Armen halten!“
Sicher, es baute Felice nicht gerade auf, diese Worte zu hören, und mit verkrampften Muskeln musste er eisern und selbstsicher bleiben.

„Ich weiß, Mama, aber das ist doch meine Entscheidung, mein Leben! Bitte, sehe das doch endlich ein! Ich werde mich melden, wenn es soweit sein sollte. Ich hab dich lieb, bis dann!“
Schnell legte Felice auf, bevor seine Mutter noch irgendetwas sagte, was seine Entscheidung verändern könnte. Nein, ein gutes Leben hatte er bislang noch nicht führen können, wohl auch nicht die Chance, es zu tun.

Was noch geschah, war ein Besuch in der Stadt, schließlich wollte Vico unterhalten werden und Felice ließ sich gerne zu neuen Taten einspannen. Eine Eisdiele wurde besucht, Läden beschaut und eine Kleinigkeit für den jungen Burschen gekauft. Am Nachmittag fanden sie sich im Hotel wieder ein, nachdem sie in einem Restaurant noch etwas für ihren Magen getan hatten. Hier schrieb er gerade einen Brief, während Vico ihre zwei Koffer packen wollte, auch wenn er es getan hätte.

„Nein! Ich mach das, du hast mir ja auch was gekauft!“
Ach, Vico war eine herzensgute Seele! Hoffentlich blieb er so, wie er war - für immer! Als es dann später wurde und sie bereit zur Abreise waren, hatte er Vico in die Badewanne gesteckt und saß nun selbst mit einem Buch und einem guten Glas Barolo, einer der italienischen Spitzenweine, auf der Terasse. Nun ja, er musste doch auch etwas Gutes für sich tun… .
Seufzend sah er über den Rand seines Buches hinweg und blickte zum Himmel auf, der sich zu verdunkeln begann. Nebenbei ärgerte es ihn, dass er das Haarband weggeworfen hatte. Ständig offene Haare zu tragen war ungewohnt, doch er kam auch nicht drauf, einfach neue Bände zu kaufen. Nun, nennen wir es doch lieber Faulheit.
Doch plötzlich, in dieser ruhigen Stunde, kam es wieder auf. Diese schrecklichen Schmerzen! Keuchend beugte er sich vor und ließ das Buch achtlos zu Boden fallen, während seine Hände verkrampft an seiner Stirn fanden. Mit einem schmerzverzerrten Gesicht stand er auf, um in das innere der Wohnung zu stolpern.
Wo sind seine Tabletten? Wo nur? Verdammt, so stark wie jetzt war es noch nie gewesen! – Ja, er hatte mit einem Male plötzliche Angst.
Hektisch durchsuchte er die Koffer nach den Medikamenten ab, was sehr schwer fiel.
Geändert am 16.04.2005 um 14:58 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2005    um 19:29 Uhr   
Die Nacht kam nur langsam. Zart, fast vorsichtig, schlich sie sich um die Ecken der Häuser, kroch über die moosigen Pflastersteine und schmiegte sich an die vielen Kirchenfassaden. Nach und nach wich das Licht der Dunkelheit. Als die Straßenlaternen orangefarbenes Licht auf die Straßen und Gehwege schmissen, kehrte auch in das Zimmer Nummer 8 im Hotel „The Palace“ wieder „Leben“ ein.
Lucien war aufgewacht und hatte sich den Nacken gerieben. Badewannen waren selten gute Alternativen zu Betten, aber immer noch besser, als die Aussicht am nächsten Abend nur noch ein Häufchen Asche zu sein. Es war nur eine alte Angewohnheit (und eine Portion menschliche Eitelkeit) sich das Gesicht und die schwarzen Haare zu waschen. Die Vorliebe für schöne Kleider hatte er aber noch nicht abgelegt. So brauchte er eine Viertelstunde um sich für das Passende zu entscheiden. Es war interessant, denn im Gegensatz zum gestrigen Abend, bevorzugte er heute einen ganz anderen Stil. Zu einer hellen, verwaschenen Jeans trug er ein braunes Shirt und einen beigen Cardigen. Die Haare fielen ihm locker über die Schultern.
Bevor Lucien das Zimmer verließ, versicherte er sich, dass in dem Aktenkoffer, der auf seinem Bett lag auch das war, was er benötigte. Den kleinen Silberschlüssel steckte er in seine Hosentasche, gefolgt von seinem Handy. Ein unbeantworteter Anruf ohne Nummer. Seltsam. Er machte sich keine Gedanken mehr darüber und schloss sein Zimmer hinter sich ab.
Das Foyer war voll von Reisenden. Gesprächsfetzen aus allen Ländern quetschten sich in seine Ohren. Englisch, Französisch, Russisch, Chinesisch, Spanisch… . An den Tischen gestikulierten die Menschen, wie wild, tranken Wein und Tequila, oder unterhielten sich über die schönen Wandmalereien in den Kirchen. Das Kerzenlicht wurde von grellem Elektrolicht vertrieben. Es war ein ganz normaler Abend. Von der Treppe aus konnte Lucien den Raum gut überblicken und sah an einem einsamen Tisch am Fenster einen Mann, der etwas älter, als er selbst war. Seine Haare waren dunkelbraun und kurzgeschnitten, während sein Gesicht verdeckt blieb, weil er aus dem Fenster sah. Lucien ging gemütlich auf ihn zu.

„Dass ich das noch erleben darf. Rasmus di Porto hat es geschafft pünktlich zu sein. Schön dich zu sehen!“
„Lucien!“ Rasmus stand auf und grinste, wie es sein Gegenüber auch tat. Die beiden Männer umarmten sich.
„Du glaubst gar nicht, wie unangenehm es sein kann nur zweite Klasse zu reisen. Ich habe den Großteil der Zeit stehen müssen. Aber warum hast du mich hergerufen?“
„Setzen wir uns doch erst mal. Bestell dir, was du willst. Du bist mein Gast.“
Rasmus ließ sich Wein und eine Käseplatte bringen, sie unterhielten sich über alltägliche Sachen, nichts von Bedeutung, bis Lucien schließlich auf das eigentliche Thema zu sprechen kam.

„Übrigens, ich habe hier den Umschlag für dich. Dass du den persönlich überbringen musst, muss ich dir nicht sagen, oder? Bis an die italienische Grenze können wir zusammen reisen. Ab da wird es zu gefährlich und unsere Wege sind nicht mehr die gleichen.“
„Kein Problem, du kannst dich auf mich verlassen. Wann wollen wir denn los?“
„Gleich, ich muss nur noch meine Begleiter abholen.“
„Deine Begleiter?“
„Ja.“
„Sag blo߅?“
„Fang du nicht auch noch so an! Das ist meine Sache. Entweder du akzeptierst das, oder du verschwindest und das dann ganz schnell. Habe ich mich deutlich ausgedrückt?“
„Hey, nun reg dich ma’ nich’ so künstlich auf! Du kennst mich doch.“
„Ja, gerade deswegen…“
Nachdem Rasmus aufgegessen hatte, gingen die beiden jungen Männer die Treppe hoch. Lucien dachte sich schon, dass die beiden Jungen auf ihrem Zimmer waren, denn wo sollten sie schon sein, wenn nicht da? Er klopfte an und steckte seine Hände in die Hosentaschen. Na kommt, beeilt euch!
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.04.2005    um 20:55 Uhr   
Als es an seiner Zimmertür klopfte, zuckte er regelrecht zusammen.
„Moment!“
Verdammte Schmerzen! Hört doch auf! Geht weg!
Mit einem schweren Keuchen packte er hektisch seine Medikamente aus, als er sie endlich gefunden hatte, und ließ Verpackung und später auch den Beipackzettel achtlos zu Boden fallen. Wer musste den jetzt gerade stören? Zittrig schmiss er sich die Tablette in den Mund und sank zu Boden, wobei er weiterhin schwer atmete und sich mit dem Rücken gegen das Bett drücke, was hier im Raum stand. Er war schwach und ausgelaugt, er wusste nicht, wie lange er dies noch durchhalten würde. Es…, war purer Wahnsinn!
Der Kleine Vico kam einige Sekunden danach komplett gereinigt und in frischen Klamotten aus dem Badezimmer. Als er Felice am Boden sah, eilte er zu ihm hin. Er wusste nicht was los war, denn bislang hatte er ihn nie so gesehen, wie jetzt.

„Felice! Felice! Ist alles in Ordnung mit dir?“
Unruhig huschten die jungen, braunen Kinderaugen über den Leib des älteren Bruders hinweg, ehe er sich neben ihn kniete. Felice aber hob nur abwehrend die Hand und nickte.

„Ja, Vico, mach dir keine Gedanken. Ein kleiner Schwächeanfall, wahrscheinlich zu wenig gegessen. Bitte, mach die Türe auf.“
Er riss all sein Können zusammen, um dem Burschen aufmunternd zuzulächeln. Der Kleine nickte sacht und entfernte sich langsam von Felice, nachdem er aufgestanden war. Unsichere, zögernde Schritte brachten ihn zur Türe ihres Zimmers. Der Blick wurde mehrmals nach hinten geworfen, damit er sich selbst versichern konnte, dass der große Bruder nicht gerade wegstarb. Ruhiger wurde es zumindest im Leib des Kleinen, als sich Felice aufraffte und sich mit dem Hosenboden auf die Bettkante setzte. Vico atmete durch und öffnete schließlich die Tür, damit er durch den sich öffnenden Spalt linsen konnte.

„Ja?“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2005    um 21:41 Uhr   
Das Geklapper und Gepollter im Zimmer war kaum zu überhören, aber Lucien stand lässig da, als würde es ihn nichts angehen. Es ging ihn auch nichts an. Rasmus schaute in sein Gesicht, und sah, dass er lächelte. Es war ein ruhiges, selbstbewusstes Lächeln, was auch auf den Italiener neben ihm übersprang. Als die Tür aufgemacht wurde und der kleine Vico seinen Kopf durch den Spalt steckte, nickte Lucien.
„Guten Abend, Vico. Seid ihr beide – du und dein Bruder – fertig? Wir wollen dann los.“
Sagte er höflich, als hätte er sie nie anders behandelt. Rasmus schaute den Jungen an. Aha, der war also ganze zwölf Jahre alt, höchstens und den wollte Lucien mitnehmen? Wie dumm. Das würde nur Probleme geben. Rasmus hatte kein gutes Gefühl bei der Sache.
Lucien hingegen lugte an Vico vorbei in das Hotelzimmer. Oh, FeliceÂ… ist uns nicht gut?
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.04.2005    um 22:02 Uhr   
Gar nicht gutÂ… .
Felice hatte den Kopf gehoben, als er die Stimme des kranken Franzosen hörte. Nun, wo die Tabletten zu wirken begangen, stand er auf. Mit einer neu gewonnenen Sicherheit steckte er die Verpackung und den Beipackzettel zurück in einen der Koffer, welchen er dann schloss und in die Hand nahm, gefolgt von dem zweiten. Sie hatten viel Gepäck – sicherlich – aber ihr Aufenthalt war ja eigentlich auch ein ganz anderer gewesen. Der Kleine Vico, der die Tür regelrecht zu bewachen schien, wendete sich um, als er Schritte hinter sich hörte.

„Nimm den Schlüssel, Vico, und gib ihn dann der Frau an der Rezeption ab.“
Er hatte ja die Hände voll, sonst würde er dies auch noch tun.
Der Kleine nickte jedoch und schloss die Türe ab, als sie hinausgetreten waren. Lucien und dem Fremden schenkte er nur abschätzende Blicke, ehe er sich abwendete und den Gang entlang schlenderte.
Ach, nehmen wir noch jemanden mit? Wieso bekomme ich so was denn jetzt nicht mitgeteilt? Hoffentlich ist der Typ nicht so seltsam, wie Lucien es istÂ… .
Mit einem schwermütigen Seufzen sah er, wie Vico an ihm vorbei huschte und die Treppen mit einem schnellen Tempo hinunter sauste. Ah, wie mörderisch!
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 19.04.2005    um 18:25 Uhr   
Die beiden Männer standen schweigend im Flur des Hotels. Der Boden war mit billigem, blauem Teppich ausgelegt, der nicht ganz zu den beigen Wänden passen wollte. Die Landschaftsbilder konnte man selbst dann nicht als schön bezeichnen, wenn man sich die größte Mühe gab. Es war alles bunt zusammen gewürfelt, aber das verlieh dem Häuschen beschauliche Gemütlichkeit.
Lucien sah Vico hinter her, der sich an ihnen vorbeidrückte um den Schlüssel an der Rezeption abzugeben. Dieser Junge machte wirklich viel für seinen Bruder. Sie mussten eine sehr innige Beziehung zueinander haben. Lucien schüttelte den Kopf und einige der schwarzen Strähnen fielen ihm über die Augen, so dass er blinzeln musste. Menschen und ihre menschlichen Freundschaften. Irgendwann würden sie ohnehin alle sterben. Er wusste noch genau, wie Juliette damals… Lucien schluckte. Als Rasmus seinen Arm umgriff, runzelte der Franzose allerdings die Stirn.

„Was ist denn?“
„Ich weiß nicht, ob die Idee gut ist, Lucien.“
„Keine Angst, Rasmus. Egal was passiert. Dich wird keine Schuld treffen, egal was passiert.“
Rasmus nickte und leckte sich über die Lippen. Der Franzose hingegen beobachtete, wie Felice aus dem Zimmer kam, bepackt mit Koffern. Also kommt ihr wirklich mit. Das… freut mich. Ja, wirklich, es freut mich!

„Ah, Felice! Schön dich zu sehen. Darf ich mir vorstellen? Das “ Er zeigte mit seiner hellen Hand auf Rasmus der beide Hände aus den Hosentaschen zog und Felice eine entgegen streckte „ist Rasmus, ein guter Freund von mir. Er wird uns bis zur Grenze begleiten. Dann sind wir wieder unter uns. Rasmus, Felice!“
„Hi, du bist also der große Bruder von diesem kleinen Wirbelwind da unten, he?“ Rasmus nickte die Treppe hinunter.
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geschrieben am: 19.04.2005    um 19:05 Uhr   
Da Felice einfach weiter gegangen war, zudem noch die Hände durch die Koffer voll hatte, bekam er die Vorstellung von Rasmus erst zwei Meter vor ihnen mit. Er wendete seinen Blick über die Schulter, nachdem er sich zum Stehen gezwungen hatte, und deutete kurz ein Nicken als einen Handschlag an und verhielt sich zurückhaltend, wenn nicht sogar unhöflich.
„Freut mich.“
Mehr hatte er dazu wohl nicht zu sagen. Kein Wunder, er musste zusehen, dass er auf seinen Bruder aufpasste, denn der war um Einiges wichtiger als irgendwelche Personen, die sie nach ein paar Stunden wieder verlassen werden.
So kam es also, dass Felice vor sich sah und voran ging. Er ließ die Treppe hinter sich und sah sich im Vorraum nach Vico um. Dieser hatte wie vereinbart den Schlüssel bei der Dame abgegeben, noch einen Lutscher bekommen und gesellte sich mit einem freundlichen Gesichtsausdruck zurück zu Felice. Abwartend standen die Brüder nun im großen Raum und sahen die Treppe hinauf.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 19.04.2005    um 19:27 Uhr   
„Oh, das wird sicher eine nette Reise, mit diesem freundlichen, höflichen, jungen Mann. Besser, als Urlaub!“
Rasmus legte die ausgestreckte Hand in den Nacken und sah Lucien an, der amüsiert kicherte.

„Komm, wir holen meine Sachen. Ich denke, dass du den Spaß an der Sache noch nicht verstehst. Die beiden – Vico und Felice – sind ganz exquisit. Glaube mir.“
Lucien führte Rasmus zu seinem Zimmer. Die Sachen waren schnell zusammen gesucht. Der Franzose nahm seinen Aktenkoffer in die Hand und sah noch einmal nach dem Rechten, bevor er, gemeinsam mit seinem Freund ebenfalls ins Foyer ging.

„Oh, auch Sie checken aus, Signore?“ Fragte das dicke Mütterchen hinter der Theke, als Lucien ihr den Schlüssel gab.
„Ja, Signora. Sie wissen ja, das Leben ist hektisch geworden.“
„Oh, wem sagen Sie das? Sie haben ja noch Ihr ganzes Leben vor sich.“
„Das sagt so eine junge, hübsche Dame, wie Sie?“
„Sie schmeicheln mir, Signore.“
„Ich sage nur die Wahrheit!“
„Versuchen Sie nicht eine alte Frau, wie mich um den Finger zu wickeln.“
„Verziehen Sie, Signora. Schönen Abend noch!“
Lucien legte eine viel zu große Geldnote auf den Tresen uns ging zu Rasmus, mit dem er gemeinsam zu Felice und seinem Bruder ging.
„Kommt, wir müssen uns ein bisschen beeilen.“
Ohne eine Antwort abzuwarten, ging er durch die Tür. Frische, kalte Abendluft schlug ihm entgegen.

Das Abenteuer begannÂ…
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 19.04.2005    um 19:42 Uhr   
„Kommt, wir müssen uns ein bisschen beeilen.“
Hörte er von Lucien.

„Ach was… .“
Murmelte Felice daraufhin mürrisch, nachdem der Franzose an ihm vorbeigegangen war.
Wer stand denn hier die ganze Zeit wartend? Wer ließ sich denn soviel Zeit, bis er endlich fertig zur Abreise war? War ich es, oder du? Aber – was mache ich mir eigentlich hier für Gedanken? Ich sollte mich nicht so aufregen, nicht wegen diesem Typen.
Lächelnd warf er einen Blick zu Vico und nickte ihm ermutigend zu.
Keine Angst, geh ruhig vor! Ich bin hinter die und werde auf dich aufpassen, so, wie ich es Mutter und dir versprochen habe.
Vico schien den Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen und eilte nun wieder ein Stückchen vor, überholte die anderen jedoch nicht, da er ja nicht wusste, wohin sie gehen mussten. Wildfänge konnte man eben nicht halten und Felice wäre der Letzte auf der Welt, der es versucht hätte.
Mit aufmerksamen Blicken sah er sich um. Es war stockdunkel und die Sterne am Firmament, sowie der Mond, sehr gut zu erkennen.
Warum reisten sie eigentlich in der Nacht? Das war ziemlich ungewöhnlich, ehrlich gesagt. Hatte Lucien etwas zu verbergen? Gab es da ein kleines Geheimnis um diesen seltsamen Burschen? Tze, und wenn schon! Der Typ hatte eben ein Rad locker und schien keinen Hehl darum machen zu wollen. Egal…, dieser Rasmus würde sich ja nun um Felice kümmern, da wird sicher einige Last von ihm genommen.
Gemütlich schlenderte Felice den anderen hinterher und bildete somit das Schlusslicht.
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Nutzer: CrocoDeal
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geschrieben am: 19.04.2005    um 20:35 Uhr   
www.mafia-syndicate.de.vu

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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.04.2005    um 17:31 Uhr   
Ist es nicht interessant die kleine Gruppe zu beobachten, die da leise durch die Gassen Florenz geht? Da wäre zum einen Rasmus. Ein großgewachsener, braunhaariger Italiener mit markanten, harten Zügen und freundlichen Augen. Dann war Vico, der kleine Neunjährige, der so verängstigt zwischen den Erwachsenen umhertappte. Als nächstes kam Felice, sein älterer Bruder. Er trug seine schwarzen Haare offen und auch, wenn man sich bemühte, konnte man den skeptischen Ausdruck um seine Lippen nicht übersehen. Zu Letzt war dann da noch Lucien, dieser seltsame Franzose und nach dem Kind der Jüngste der Gruppe. Seine Augen, hellblau und aufmerksam, huschten über die Menschen, die an ihnen vorbei kamen. Eigenartig, wenn man bedachte, dass dieser zierliche, junge Mann die Gruppe anführte.
Schon bald hatten sie die schäbigen Viertel der Stadt verlassen und kamen in die prachtvolleren Stadtteilen, wo die großen Hotels ihren Sitz hatten, und es an jeder Straßenecke nach Kaviar und Champagner roch.
Lucien und Rasmus, die sich an die Spitze der kleinen Gruppe gesetzt hatten, sprachen leise miteinander.

„Du siehst blass aus, Lucien. Bist du sicher, dass du das durchhältst?“
Der Franzose nickte und befühlte seine weißen Wangen.
„Ja, ja doch! Am Bahnhof werde ich Gelegenheit haben mich zu erfrischen. Hoffe ich… komm jetzt! Unser Zug fährt in einer Stunde und ich will ihn nicht verpassen.“
Sie beschleunigten ihre Schritte. Immer wieder mussten sie den Menschen ausweichen, die ihnen jetzt massenhaft entgegenkamen.
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