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geschrieben am: 21.04.2005 um 16:10 Uhr
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Das Schwanken fiel ihm nicht auf, oder er hatte es einfach übersehen, darum reagierte er auch nicht. Nicht mal rein aus Reflex, denn es hätte ja sein können, dass Lucien ausrutschte und auf ihn fiel. Es gab viele Gründe, weswegen er den Blick hätte heben müssen, aber noch nicht mal die Frage konnte Felice dazu bewegen, es zu tun.
„Nein, ich bin nicht müde. Danke.“
Es war sachlich - gar entfernt. Er ließ keine Minute offen in der er nicht beweisen wollte, dass er kein Interesse daran hegte, mit den anderen eine nähere Verbindung einzugehen, auch, wenn sie rein platonisch war und auch, wenn die Zeit einige Wochen – wenn nicht, gar Monate – tragen würde. Er gab sich einfach keine Mühe.
Zu seiner Äußerung: Die Tabletten, die er zuvor geschluckt hatte, wirkten wie die reinsten Aufputschmittel. Sie bekämpften zwar seine Schmerzen für eine gewisse Zeit, aber natürlich hatten sie auch eine Liste voll Nebenwirkungen. Dazu kam noch, dass er die Tabletten fast regelmäßig einnehmen musste. Er gab es ungern zu, hatte sich selbst noch keinen Gedanken darüber gemacht, aber wahrscheinlich war er schon Abhängig. Die Dosis hatte sich mit der Zeit angehoben, was jedoch kein Wunder war. Irgendwann braucht man eben mehr und mehr, wenn der Körper sich daran zu gewöhnen beginnt. Das ist wie mit Zigaretten, oder Alkohol – man merkt es einfach nicht mehr. Doch, ohne sie würde es ihm noch schlechter gehen, ohne sie wäre er ein Wrack. Äußerlich sah er zumindest nicht danach aus, aber wenn man nach innen drang, würde man es merken. Doch es ist ja immer irgendwas, nicht wahr?
„Aber das dein Begleiter nicht fähig ist, sich selbst seine Sachen zu besorgen, ist sehr seltsam.“
Wieder drang ein spöttisches Grinsen auf seine recht fein geschnittenen Züge. In einer flüssigen Bewegung klappte er das Buch zu und legte es auf die Seite, ehe er die Arme vor der Brust verschränkte und Rasmus einen skeptischen Blick zukommen ließ.
„Du scheinst ja gerne alles und jeden zu bewirten.“
Auch wenn die Worte scheinbar zu Rasmus schwebten, waren sie für Lucien bestimmt. Und noch etwas schien für ihn zu sein, was mit einem direkten Kopfdrehung zu ihm hoch geschickt wurde.
„Ach, dazu muss ich noch sagen, dass ich alt genug bin um für mich selbst zu sorgen. Hör auf mit dieser ständigen Fragerei. Wenn ich etwas wissen möchte, sage ich schon bescheid.“
Plötzlich zog er ein viel zu freundliches Gesicht, was aber genau so schnell wieder verschwand, passend mit einem Augenverdreher.
Uh Felice, was sind wir launisch…! Dir passt die ganze Angelegenheit nicht, hm? Du weißt, dass Österreich nicht in deinem Plan vorgekommen war. Doch du gibst nicht auf, nein, du gibst niemals auf… .
Nachdenklich kaute er auf seiner Unterlippe. Geändert am 21.04.2005 um 16:12 Uhr von FeliceFoscari |
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