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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 01.06.2005    um 23:19 Uhr   
Als er Vico versorgt hatte und dieser ruhig weiter schlief, stand er langsam wieder auf. Er hatte zu lange geschlafen um nun müde zu sein, doch er musste aufpassen, dass er die Nacht nicht zum Tag machte. Natürlich drehte er dabei Gedanken um seinen kleinen Bruder. Auf leisen Sohlen verließ er also die Schlafkabine und zog die Türe hinter sich zu, dann ging er den Gang entlang und war sehr froh, sich nicht immer wegen eines Ruckelns regelrecht abfangen zu müssen. Letztendlich kam er doch wieder im Abteil an und verstand nicht, wieso. Ach, er beließ es bei der einfachen Tatsache, nicht zu wissen, wohin er sonst hätte gehen sollen.
In der herrschenden Dunkelheit kam er leiser Ton auf, der darauf deutete, dass sie Tür aufgeschoben wurde. Felice hatte seine Mühe, in dieser plötzlichen Dunkelheit seinen Weg zu finden, schaffte es aber schließlich und ließ sich rettend auf einen der Sitze fallen. Seufzend strich er sich das Haar zurück und musste warten, bis die Augen sich an der Dunkelheit gewöhnt hatten. Erst dann meinte er die Konturen des anderen durch das fahle Licht ausmachen zu können.
Als er seine Beine überschlug, fuhr seine Zunge im Mund über den Gaumen entlang. Er schmeckte noch immer diese ekligen Tabletten. Murmelnd schenkte er sich darum neues Wasser ein, oder versuchte es zumindest. Zu Lucien verlor er jedoch noch immer kein Wort. Warum auch? Er wusste nicht, was er sagen sollte. Zugegeben, er war ein bisschen von seinen Emotionen überrannt.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 03.06.2005    um 10:36 Uhr   
Dunkelheit hat etwas Erschreckendes, oder? Man ist verloren, wenn man sich nicht auf andere Sinne, als sein Auge verlässt, Schatten erwachen zu Leben, alltägliche Geräusche werden zu spitzen Schreien, kühle Ledersitze fühlen sich eiskalt an, man fängt an intensiv zu leben, weil der Überlebenstrieb geweckt wird. Man will atmen, sein eigenes Herz schlagen hören, spüren, wie sich die Härchen auf den Armen aufstellen; all die nebensächlichen Kleinigkeiten gewinnen plötzlich an Wichtigkeit.
Lucien schmunzelte in die Finsternis. Er wusste, wie sich Felice fühlen musste.
Ach, kleiner Mensch, ich habe dich erschreckt. Tief in deinem Inneren fürchtest du dich. Deine Kälte und scheinbare Stärke ist Schutz. Schutz für dich, aber auch für deinen Bruder. Was würde er nur denken, wenn er wüsste, dass du, sein großes Vorbild, Angst hast? Würde er dich auslachen? Wahrscheinlich nicht. Er liebt dich abgöttisch. Mit sanften, zarten Bewegungen würde er sich neben dich setzen und dir einen Arm um deine Schultern legen.
„Felice“, würde er sagen „du musst doch keine Angst haben! So lange wir zusammen sind, passiert uns nichts! Und ich bin hier! Das stimmt doch, oder? Wir müssen keine Angst haben…“ Er würde sich enger an dich drücken, weil er spüren würde, dass sein Beschützer selbst schutzbedürftig ist. Aber vor was hast du eigentlich Angst? Fürchtest du, dass ich meine Zähne in deinen Hals rammen könnte und dein Blut durch meine Kehle rinnen lassen würde? Nun ja, ich muss zugeben, dass die Vorstellung verlockend ist. Ich höre deinen Herzschlag, laut und kräftig - ja, meine Ohren sind um einiges besser, als die deinen – er lockt mich, wie der Geruch von Hasen Füchse lockt. Sicherlich schmeckt dein Blut süß. Ein kleiner bitterer Beigeschmack wäre dabei, weil du diese albernen Mittelchen nimmst, die deinen schwachen, kranken Körper am Leben halten. Ich würde es trotzdem genießen. Ganz langsam würde ich zu trinken beginnen, nur ein paar Tropfen, so dass meine Zunge benetzt wäre. Wie ein Weinkenner würde ich den Geschmack auf mich wirken lassen und dann würde ich mehr wollen, mehr von diesem bitter-süßen Gemisch. Es würde dir nicht wehtun. Nein, ich empfinde keine Freude dabei Schmerzen zu bereiten. Ihr Menschen seid so unwissend, wenn ihr von unvorstellbaren Qualen redet, wenn einer der unseren von euch trink. Es muss schon ein wirklich ungehobelter Vampir sein, der seine Opfer leiden lässt. Genauso, wie die Sache mit dem Biss. Ein Biss macht dich doch nicht zu einem Wesen der Nacht! Aber ich schweife ab… Wo war ich? Ach ja, ich würde dir keine Schmerzen zufügen. Du würdest es mögen. Mit jedem Schluck, den ich mehr von dir nehmen würde, würdest du dich mehr hingeben. Es wäre ein Gefühl, dass du nicht kennst. Ich habe einmal in einem wissenschaftlichen Magazin gelesen, dass Menschen einschlafen, wenn sie verbluten, weil das Gehirn nicht mehr genügend Blut bekommt. So würde es auch bei dir sein. Der Sauerstoffmangel würde dich Hochgefühle erleben lassen, die normalerweise anderen Wesen, als den Menschen vorbehalten sind. Dazu noch die Macht, die Kreaturen, wie mir innewohnt, dir ein unvergessliches Erlebnis zu bescheren… Erst, wenn dein Körper langsam vollkommen in meine Arme sinken und dein Herz langsamer schlagen würde, würde ich mich von dir und deinen süßen Köstlichkeiten losreißen. Ich würde es dir gemütlich machen und dir Wasser bringen. Immerhin hättest du eine Menge Flüssigkeit verloren. Wahrscheinlich würdest du mich später bitten es noch mal zu machen. Ich würde lächeln und dich abweisen, würde dir erklären, dass es Manipulation ist, was ich mit dir gemacht habe, würde dir die Augen öffnen und dich dann noch einmal vor die Wahl stellen. Wenn du es dann immer noch wolltest…
Ach, was sollen diese Gedankenexperimente? Ich werde nicht von dir trinken. Ein Prinzip von mir, das ich nicht aufgeben werde, nur weil ein Mensch meinen Weg kreuzt, der meinen verrückten Verstand noch ein wenig mehr mit seinem lieblichen Duft verwirrt. Du musst also keine Angst haben. Oder sind es ganz andere Gefühle, die dich bedrücken? Furcht ist ohne Zweifel eine starke Empfindung, aber was ist mit Liebe? Ja, macht die Liebe zu deinem Bruder dich krank vor Sorge? Was wäre, wenn du plötzlich zusammenbrechen und nie wieder aufwachen würdest? Wer würde sich dann um den kleinen, kindlichen Vico kümmern? Hättest du dann nicht einen großen Fehler begangen? Oh, was würde er weinen, der kleine Junge.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 03.06.2005    um 10:36 Uhr   
Ich würde mich schon seiner annehmen, keine Sorge. Ich würde dafür sorgen, dass er die Orte sieht, die er sehen will. Er würde ein großer Maler werden, weil er mehr sehen und erleben würde, als jeder Mensch zuvor. Du siehst also, Felice, auch deine Liebe muss dich nicht beunruhigen. Aber was wäre ich für ein Wesen, wenn ich mir nicht mehr vorstellen könnte, als diese beiden Gründe? Ich vermute, dass ich deinen Stolz verletz habe. Deinen schwachen, menschlichen Stolz. Ich habe dir mein Geld aufgezwängt und dir dann auch noch gesagt, was es für eine Verschwendung wäre es zu spenden. Ja, ich habe dich gekränkt und jetzt sitzt du vor mir, wie ein Fünfjähriger, schweigend und schmollend. Natürlich, du würdest dir wünschen, dass die Reichen – Leute, wie ich – Geld spenden würde, damit man die Forschung vorantreiben kann. Vielleicht würde man ein Mittel entdecken, was das Wachstum des Geschwürs in deinem Kopf aufhalten würde, vielleicht würdest du fünf, zehn, oder zwanzig Jahre länger leben! Du würdest sehen, wie Vico aufwächst, wie er seine ersten Gemälde verkauft, du würdest noch lange mit ihm lachen und spielen können! Und selbst wenn nicht, selbst wenn die Forschung zu langsam wäre um dein eigenes, kleines Leben zu retten, so würden doch irgendwann Methoden erfunden werden um Menschen, wie dir zu helfen. Niemand müsste mehr an einem Tumor sterben. Es wäre eine lächerliche Vorstellung, mindestens genauso lächerlich, wie die an einem Schnupfen zu sterben. Aber, Felice, ich glaube du weißt nicht, mit was für einem Monster, was für einem Raubtier du dich abgibst. Vielleicht blendet dich die Tatsache, dass ich aussehe, wie ein Mensch, dass ich rede, wie du, dass ich lächele und singe, einen gewissen Anstand habe… aber vergiss nicht, ihr Menschen seid für Wesen wie mich Beute, Nahrung, so wie Kühe und Schweine für euch. Ihr seid nicht mehr. Dass du und dein Bruder noch am Leben seid, verdankt ihr meinem schwachen Geist, meinem Hang für das Schöne. Ja, ich werde euch mit meinem eigenen Leben beschützen, wenn es sein muss, aber das ist eine Ausnahme. Also geh nicht zu hart mit mir ins Gericht. Eine Spende ist aus meinem Blickwinkel verschwendetes Geld. Nach hundert Jahren sind die meisten Menschen tot, ihre Kunstwerke überleben jedoch. Ist es nicht auch eine gewisse Art des Spendens, wenn man einen Künstler unterstützt? Doch, bestimmt… nun ja, dann spende auch ich.
Ach, Felice… wie musst du dich nur fühlen? Du reist mit zwei völlig Unbekannten, aus einem Grund, den du nicht kennst, nimmst Risken auf dich! Warum? Willst du noch ein letztes Abenteuer erleben? Ich würde es dir nicht verdenken. Deine Zeit ist begrenzt, sehr begrenzt. Verschwende sie doch nicht damit in unangenehmen Gefühlen zu ertrinken. Freue dich! Lache! Rede! Ah, ich werde euch Menschen nie verstehen…
Lucien griff nach der Wasserflasche, dabei berührten seine kühlen, zarten Finger Felice’ Hand. Für ihn war es kein Problem in der vollkommenen Dunkelheit zu sehen und so schenkte er mit einer Eleganz, die nicht menschlich war, das Wasser in das dafür vorgesehene Glas, das er dem Menschen reichte.

„Verzeih mir, Felice. Ich habe dich verletzt mit dem was ich gesagt habe. Wie geht es deinem Bruder? Schläft er noch?“
Er überschlug die Beine und schaute in das Gesicht des Italieners. Oh, so viel Schmerz in einem so jungen Körper. Die Welt ist ungerecht und das fühlen immer die falschen. Ja, Künstler haben ein schweres Leben.

„Ah, und bevor ich es vergesse: Erlaube mir dir eine kleine Freude zu machen! Ich dachte, dass wir, wenn wir in Wien sind einen Freund von mir besuchen. Er ist Schriftsteller und hat der Wiener Universität Expressionismus studiert. Nachdem ich das Buch, das du gelesen hast, gesehen habe, dachte ich mir, dass es dich vielleicht interessieren würde dich mit ihm auszutauschen. Wenn du nichts dagegen hast, würden wir anschließend eine Ausstellung besuchen damit auch Vico etwas von dem Wienaufenthalt hat. Natürlich nur, wenn er bis dahin keine Erkältung bekommen hat, oder ähnliches. Ach, es ist wirklich tragisch, dass uns nur drei Tage in Wien bleiben. Die Stadt wird euch beiden gefallen. Viele Künstler leben dort. Wenn man durch die Straßen geht, ist man überall von Schönheit umgeben.
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geschrieben am: 03.06.2005    um 10:37 Uhr   
"In den Nachtcafés malen die Künstler ihre Bilder, die Schriftsteller verfassen ihre Gedichte. Die Stadt pulsiert von Eleganz und Ansehen! Oh, ihr werdet sie lieben! Wirklich!“
Ein schönes Lächeln breitete sich auf Luciens Lippen aus, ging in der Dunkelheit leider vollkommen unter. Wenn sie Glück hatten und schnell ein Hotel fanden – Lucien hatte leider vergessen eines im Voraus zu buchen, so fasziniert war er gewesen – dann würde er die beiden Menschen noch heute Nacht in ein Konzert, eine Ausstellung, eine Lesung oder einfach in eines der schönen Cafés führen. Ja, dort würde Felice sicher für einen Moment vergessen können, was ihm so schrecklich bevorstand.
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geschrieben am: 03.06.2005    um 12:52 Uhr   
Er zog die Hand zurück, als die kühlen Finger des anderen die seinen so unverhofft berührten. Sacht verengte er die Brauen und nahm das Glas dann an sich, als es ihm wieder gereicht wurde. Keine Form einer Danksagung kam über seine Lippen, denn er musste es nicht tun, wenn er nicht danach verlangt hatte. Nun, der richtige, freundliche Felice hätte sich dennoch bedankt, aber er wollte es nicht, nicht jetzt. Sicher, vielleicht fühlte er sich auf den Schlips getreten, vielleicht meinte er, in einer seltsamen Form angegriffen worden zu sein oder es störte ihn einfach, kein Recht, keine Zustimmung zu seinen Worten zu bekommen, doch was immer es auch sein sollte, er wollte sich dieses Gefühl der Ignoranz und Unnachgiebigkeit bewahren und sich nicht zu etwas Anderem verleiten lassen. Denn er, er wusste, was passieren könnte, wenn er es tat… .
Schön, ich mag zwar ein Mensch sein, aber auch ich habe davon gelesen. Von den Geschichten der Wesen, die nur zur Nacht auf jener Erde wandeln können. Die das Blut der Menschen trinken, um sich – warum auch immer – am Leben zu halten. Die die Sonne zu Lebzeiten nicht mehr sehen werden und die im leblosen Körper hausen. Natürlich erfuhr man noch einige andere, meist richtig erfundene Dinge, aber er hielt sich eher an die allgemeinen Sachen, die in jedem Buch standen und für immer stehen würden. Ich, ich werde Vorsicht hüten und genau das ist es, was ich gerade tue. Es könnte für mich schnell zum Verhängnis werden, wenn ich dir mehr als nur den kleinen Finger reichen würde – ah, aber vielleicht sollte ich noch nicht einmal das tun! Denn wer weiß, was passieren wird, wenn ich es mache? Ich möchte ungern Verantwortung tragen, die ich nicht tragen kann. Zudem…, solange Vico nicht in Sicherheit ist, solange er nicht an einem Ort auf dieser Welt ruht wo ich der Meinung bin, dass es ihm gut geht, werde ich es nicht zulassen meinen Schmerzen zu unterliegen, und sei es, ich müsste ihn mit mir nehmen. In eine – hoffentlich - bessere Welt.
Fast ungeachtet der Worte, die Lucien sprach, setzte er das Glas an seine Lippen an und nahm einen tiefen Schluck, während der Focus in die Dunkelheit gerichtet war, die auf der anderen Seite des Fensters herrschte. Er wusste nicht, was für ein Dorf es war, an dem sie vorbei rasten, doch er war froh, die Lichter beobachten zu können. Das Glas verließ wieder die jungen Lippen und er nahm die letzten Tropfen der Unterlippe mit der Oberlippe auf.

„Das reicht.“
Entkam es ihm, als Lucien mit seiner so euphorischen Ausführung fertig war.

„Ich werde das tun, worauf mein Bruder Lust hat, alles andere ist unwichtig. Falls dir irgendwelche neue Ideen in den Sinn kommen, behalte sie für dich, denn sie interessieren mich nicht. Ich bin nicht dein Diener, der dich dorthin begleiten muss, wo du wünschst hinzugehen.“
Ich bin dir nichts schuldig, nicht wahr? Dann habe ich die freie Wahl. Ich weiß, dass mich die Schönheiten einer fremden Stadt kaum umgarnen werden, denn meine unerfüllten Sehnsüchte verweigern es mir, für andere Dinge zu schwärmen. Und ich, ich werde mich nie davon losreißen können, da die Fragen nach dem: „Was wäre, wenn…?“ stetig präsent sind, wenn auch unausgesprochen. Mein schönster Lebensabschnitt ist vorbei und es gibt nichts mehr für mich, was mich ermuntern kann. Eher macht es mich nur noch trauriger, denn es wird das Letzte sein, was ich in meinem Leben sehen oder erleben werde. Nein, Felice, diesmal gab es kein ‚nächstes Mal’ mehr. So sehe ich lieber zu, dass ich das in Erinnerung behalte, was mir einst Freude gemacht. Zu groß ist die Angst geworden, sich in etwas zu vernarren, was man nicht mehr haben darf.
Von dieser Einsicht getrieben, stellte er sein Glas wieder ab und stand auf.

„Ich bin müde, gute Nacht.“
Es war nicht die Wahrheit gewesen, aber er musste hier raus. Alles begann ihn in irgendeiner Weise zu stören. Es begann an seiner Seele zu nagen und er wusste, dass er dadurch verrückt wird.
Mit einem leisen Keuchen öffnete er die Tür und verließ langsam das Abteil.
Geändert am 03.06.2005 um 12:53 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 03.06.2005    um 17:56 Uhr   
Auf den lieblich geformten Lippen des Franzosen bildete sich bei Felice’ Antwort ein Lächeln, das von Amüsement, aber auch von Mitleid zeugte. Dem Italiener sollte es egal sein. Er sah es ohnehin nicht. Ein sanftes Kopfschütteln folgte.
Es ist rührend, wie du dich um deinen Bruder kümmerst, das muss ich zugeben. Das macht den Unterschied zwischen euch Menschen und den niederen Kreaturen. Ihr empfindet tiefe Gefühle.
Als Felice aufgestanden war, hatte sich auch der Franzose erhoben. Einen kurzen, schrecklichen Moment war da das Verlangen seine Macht einzusetzen um seinen Willen zu bekommen, aber er schaffte es sich zusammen zu reißen. Erst als der Mensch das Abteil verlassen wollte, schaltete er sich wieder ein. Er schob die Abteiltür vor Felice’ Nase zu und lächelte sanft.

„Du und ich, wir wissen beide, dass es eine Lüge ist, was du mir auftischst. Was ist mit dir los, Felice? Was macht dir zu schaffen? Meinst du, ich merke nicht, wie du dich verstellst. Die deiner Art magst du vielleicht täuschen, aber ich bin mehr, als ich zu sein scheine. Fürchtest du dich vor mir? Das musst du nicht. Wenn ich dir oder deinem Bruder hätte etwas tun wollen, dann hätte ich längst getan.
Oder ist es das Ding in deinem Kopf, das dir zusetzt? Ich könnte es ohne Mühe herausfinden und du weißt, wie genau. Erinnere dich an unser Gespräch im Hotel. Aber ich will es von dir hören! Ich will wissen, was dich gerade bewegt. Verschließ dich nicht vor mir. Ich werde darauf achten, dass dir nichts passiert, hörst du? Ich habe dich und deinen Bruder zum Gefährten gewählt und ich pflege die zu beschützen, die ich um mich wünsche. Sag nicht, dass du niemanden brauchst, der sich um dich kümmert, denn das ist es, was du vermisst, oder? Ständig erwartet man von dir, dass du stark bist, auch in einer Situation wie dieser! Du bist der Große, der Starke, der, der dafür zu sorgen hat, dass alles in Ordnung ist! Aber das bist du nicht wirklich. Das ist der Felice, den die anderen sehen wollen, habe ich recht? Aber wer ist der Felice’, der hier wohnt?“
Luciens kühle Finger legten sich zielstrebig auf Felice’ Brust, genau dort, wo sein Herz schlug. Der Puls vibrierte unter seinen Fingern er konzentrierte sich.

„Wer ist der Felice’, der du wirklich bist?“
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geschrieben am: 03.06.2005    um 20:36 Uhr   
Die Schiebetür schnappte vor seiner Nase zu. Ruhig und gefasst ließ er sich die Worte des anderen gefallen, doch als er berührt wurde, schlug er die Hand von sich.
„Was weißt du schon? Du, der nur ein Frühstück in mir und meinem Bruder sieht! Etwas, was er sich aufsparen will, vielleicht für trockene Zeiten! Ich muss doch wirklich, wirklich krank sein, um mit einem, einem Untoten herum zu reisen! Und zudem noch in meiner Lage!“
Ja, wahrlich. Felice sah nicht gesund aus. Er war dürr, sehr schwach und jeder Schritt schien seit neusten eine größere Anstrengung zu sein, als das Atmen. Seufzend ließ er sich auf den Sitz fallen und überschlug die Beine, während die rechte Hand an seiner Stirn griff.

„Außerdem hast du keine Ahnung davon, was ich durchmache. Du kennst keine Gefühle mehr, du weißt doch überhaupt nicht, was es ist, zu Trauern oder einfach zu Lachen. Du, du hast doch gar nichts mehr vom Leben! Also lass mich und meinen Bruder in Ruhe, wir können nichts für dein Schicksal, was man dir auferlegt hat.“
Er wendete den Blick ab und kaute auf seiner Unterlippe herum. Ja schön, ich bin gereizt und das wegen meinen Schmerzen, aber mein Gott, davon abgesehen habe ich doch Recht! Ich weiß gar nicht mehr, was ich hier treibe, wohin ich eigentlich will und was ich damit erreichen möchte. Ich bin verwirrt und unglücklich, ich hasse mein Leben, ich hasse es einfach… .

„Tze, der wahre Felice… .“
Den gibt es schon lange nicht mehr. Nein, den kann es auch nicht mehr geben, dafür war die Zeit zu knapp geworden.
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geschrieben am: 03.06.2005    um 20:51 Uhr   
Ah, wie niedlich. Lucien lehnte sich an die Tür und betrachtete Felice. Die langen, schwarzen Haare, die dunklen Augen, die nicht zu der viel zu blassen Haut passen wollten uns doch schöner waren, als die der meisten Sterblichen, die langen Finger, die schmalen Wangen. Ja, er war ein Kunstwerk für sich. In der Dunkelheit wirkte er noch ein bisschen zerbrechlicher, als er es ohnehin schon war.
„Felice, deine Wut ist zu köstlich, wirklich. Glaubst du ernsthaft, dass ich mich mit Menschen belasten würde, nur um von ihnen zu trinken? Das ist wirklich lächerlich. Und Gefühle… na ja, sagen wir mal, dass es ein Makel ist Gefühle zu zeigen, aber wer sagt, dass ich keine habe. Versuch mir zu vertrauen. Du wirst sehen, dass es besser ist, wenn man jemanden hat dem man vertrauen kann.“
Er stieß sich von der Tür ab und nahm wieder gegenüber des Italieners nieder. Ungeachtet der Tatsache, dass sich Felice erschrecken könnte, nahm er seine Hände in die seinen. Er würde sie nicht los lassen.
„Nicht jeder will dir schlechtes!“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 03.06.2005    um 21:17 Uhr   
Ach, was hatte es denn noch einen Wert? Felice, reg dich nicht auf, denn damit wird es leider nicht besser! Nein, du machst dich nur noch selbst kaputt und vielleicht, vielleicht will er dir ja wirklich nichts Böses, hm? Na ja, man kann es doch versuchen, oder? Mehr als auf die Schnauze fallen kannst du nicht und wenn, wird dein Ende der Tod sein – was hast du da großartig zu verlieren? Du wirst so oder so sterben…, nur beeile dich, Vico in Sicherheit zu bringen!
Es kehrte eine kurze Stille ein und er zuckte sanft, als die kühlen Finger seine warmen Hände umschlossen. Selbst dann konnte er nichts auf die Worte von Lucien erwidern, er versuchte nicht mal, seine Hände zu befreien, da er wusste, sie nicht los zu bekommen. Plötzlich atmete er tief ein und ließ ein Lächeln auf seine Lippen erscheinen.

„Entschuldige. Ja, ich habe Schmerzen, sie sind ungewöhnlich ziehend zurzeit und klingen nicht so gut ab, wie ich es möchte. Ich bin dadurch etwas gereizt.“
Gab er leise zu.

„Und die Sache mit dem vertrauen… . Woher soll ich wissen, dir vertrauen zu können? Wenn, dann vertraue ich mir selbst, denn dann werde ich nicht enttäuscht, da ich weiß, was ich mir versprechen kann und was nicht. Und das mir nicht jeder etwas Schlechtes will, weiß ich auch, aber…, aber es ist eben nicht einfach.“
Nein, es ist wirklich nicht einfach, und ganz besonders nicht einfach für mich! Bislang gibt es ja eigentlich wenig zu bemängeln, aber… .

„Ich komme mir nur etwas nutzlos vor… . Ich bin nicht gerne nutzlos.“
Ich war schon immer aktiv, aber jetzt, jetzt kann ich es nicht mehr so, wie ich es gerne hätte. Aber das möchte ich nicht aufgeben. Nicht, wegen…, wegen diesem dummen Ding in meinem Kopf und doch muss ich mich dem beugen.

„Und, und ich bin unsicher…, ich habe noch Zweifel.“
Wisperte er sanft.
Als er bemerkte, wie schwach er sich gerade zeigte, räusperte er sich und lenkte zumindest den Kopf leicht peinlich berührt ab, wenn er schon die Hände nicht zurückziehen konnte, um sich ein bisschen zu entfernen.

„Aber was geht dich das denn an? Es kann dir egal sein und das sollte es wohl auch!“
Geändert am 03.06.2005 um 21:25 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 03.06.2005    um 22:40 Uhr   
„Es ist mir aber nicht egal, Felice. Und das sollte es auch nicht. Wirklich nicht. Hast du dir Gedanken darüber gemacht warum ich dich mitgenommen habe? Bestimmt nicht, weil ich eine warme Mitternachtsmahlzeit brauche, sondern weil ich mich nach Gesellschaft sehne. Du bist ein interessanter Mensch und deswegen habe ich dich zu meinem Gefährten gemacht. Vertrau mir, wenn ich dir sage, dass ich alles über dich erfahren will und dass es mich auch wirklich interessiert.“
Lucien entließ Felice’ Finger aus seinen Händen und warf einen Blick aus seinen Bergseeaugen auf das ausgemergelte Gesicht des Schriftstellers. Die Krankheit macht dir zu schaffen, ich wei߅
Ganz plötzlich legten sich starke, kühle Arme um Felice’ zarten Körper und Luciens weiche, warme Stimme wisperte nah am Ohr des Künstlers.

„Es ist keine Schwäche schwach zu sein. Eine Schwäche ist es nur, wenn man zulässt, dass die Schwäche einen auffrisst. Du hast Schmerzen. Das kann ich nachvollziehen, aber lass nicht zu, dass auch deine Seele Schmerz empfindet. Freu dich! Ich werde dir helfen deine Zweifel abzubauen, und wenn du möchtest kannst du gerne einige Aufgaben übernehmen damit du dich nicht so nutzlos fühlst! Aber ich denke, dass du genügend zu tun hast, wenn du dich um Vico kümmerst!“
Er zog ihn noch etwas fester an sich.

„Ich passe auf dich auf, das verspreche ich dir!“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 03.06.2005    um 23:05 Uhr   
Das Tun und die Wörter, die Lucien ausübte, registrierte er sehr wohl. Er erwiderte jedoch nichts darauf, da ihn die Situation gerade wieder mächtig verwirrte. Dieses Anziehen war sehr seltsam, da er so was nicht oft ernten konnte, zumindest nicht auf diese Weise.
„Nein…, ich meine, so muss das nun auch wieder nicht sein. Ich kann schon auf mich selbst aufpassen, schließlich bin ich alt genug.“
Der junge Italiener versuchte sich aus Luciens Arme zu drücken, die ihn so besitzergreifend gefesselt hatten. Es wirkte, als hätte man ihm gerade einen älteren Bruder geschenkt, denn er meist selbst vermisst hatte, da er von Vico in dem Alter sehr wenig verlangen konnte. Natürlich war Lucien auch sicher jahrhunderte Älter als Lucien, doch körperlich – zumindest beim genauen hinsehen – sollte es dann doch täuschen, und genau dieser Aspekt störte Felice. Ach, es störte ihn überhaupt, gerade solche Gedanken zu hegen, schließlich war er noch immer mehr als fremd für ihn und dies hatte sogar Lucien eben zugegeben, absichtlich oder nicht.

„Nun ja, genug mit diesem belanglosen Geschwätz.“
Belassen wir es lieber einfach dabei. Mit einem leichten Lächeln atmete er tief ein und straffte die Schultern. Zumindest war er nicht mehr verärgert oder angespannt gewesen, dass war ein sehr guter Schritt!
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geschrieben am: 03.06.2005    um 23:17 Uhr   
Lucien ließ zu, dass sich der junge Italiener von ihm entfernte, denn alles andere wäre reiner Zwang gewesen. Er nickte ihm zu, auch wenn er nicht wusste, ob menschliche Augen diese Bewegung auf diese Entfernung ausmachen konnten.
„Ja, lassen wir das, aber nenn es nicht belanglos, denn es ist alles andere, als das. Möchtest du dich jetzt vielleicht hinlegen, oder brauchst du neues Wasser? Ich meine mich erinnern zu können, dass Kopfschmerzen durch viel Wasser gelindert werden können.“
Ah, das war der Nachteil mit dem Alter. Man begann schrecklich schnell diese kleinen, unwichtigen Dinge zu vergessen. Er lehnte sich in seinem Sessel zurück und strich sich die schwarzen, langen Haare aus dem Gesicht.
Der Zug ratterte noch immer schnell über die Gleise, aber man hörte es in diesem teuren Ding kaum. Die Zeit verflog schier und er konnte seine Vorfreude auf Wien kaum zügeln.
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geschrieben am: 04.06.2005    um 12:47 Uhr   
„Ich bin nicht müde, noch nicht, zumindest. Diese Tabletten sind regelrechte Aufputschmittel. Aber Wasser wäre nicht schlecht, ja.“
Da er sich von Lucien lösen konnte, hatte er sich wieder gemütlich nach hinten gelehnt. Wie er, Felice, wohl sein würde, wenn man es geschafft hatte, sein Vertrauen zu erlangen? Ob er dann immer noch genug interessant für Lucien war? Ob der Franzose dann wegen dem Italiener überdrüssig wurde? Ob er dann endlich selbst bemerkte, dass alles nur ein dummer Fehler gewesen ist? Das waren sicher berechtigte Gedanken, doch Felice hegte die nur zu 66,66 %, denn die erste Frage hatte er sich nicht stellen können, da er nicht um die Absichten des anderen wusste. Im Moment wusste er so wenig, wie eine Stubenfliege. Er kannte nur ihr Zielort und die Tatsache, dass Lucien dort etwas regeln und dass Rasmus sie an der Grenze verlassen wollte, aber mehr…, nein, mehr wusste er nicht. Wien, sicherlich ist dies eine prunkvolle Stadt und wenn er so nachdachte, freute auch er sich darauf. Nur was kam danach? Die Zeit drängte immer mehr und es wurde ihm gerade mehr als klar, dass er eine schwere Entscheidung treffen musste, wenn sie in Wien waren. Diese Entscheidung betraf seinen Bruder.
Sacht fuhr seine Zunge über die Unterlippe, ehe er wieder aufstehen wollte.

„Ich gehe sie holen. Ähm, brauchst du auch etwas?“
Immerhin, irgendwie konnte er also doch freundlich sein, nicht wahr? Dennoch, Vorsicht war immer dar.
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geschrieben am: 16.06.2005    um 20:45 Uhr   
„Ich lasse dir das Wasser bringen und ich brauche nichts. Entspann dich noch ein bisschen.“ Mit einem Lächeln, das davon zeugte, dass er mehr wusste, als er in diesem Moment sagte und vorhatte zu sagen, berührte er kurz das Knie des Italieners.
Sie fuhren eine gute Stunde, Felice bekam sein Wasser und Lucien hatte ihm auch eine Kleinigkeit zu Essen bringen lassen. Schließlich fuhr der Zug jedoch in Wien ein. Alleine der Bahnhof war eine Pracht. Er war in einem alten Gebäude untergebracht, das überwiegend von indirektem Licht erhellt wurde. Lucien streckte sich aus, als wäre er ein normaler Mensch, dessen Muskeln diese Streckungen benötigten.

„Geh deinen Bruder wecken, Felice! Wir werden gleich aussteigen und uns eine Bleibe suchen. Morgen führe ich euch beide dann aus. Aber jetzt beeile dich! Bitte. Wir sehen uns draußen.“
Lucien stand auf und verließ das Abteil schleunigst.
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geschrieben am: 16.06.2005    um 21:10 Uhr   
Die Berührung an seinem Knie ließ ihn nicht aufzucken, sondern eher wacher wirken. Es schien, als hätte er sich schon mental auf eine Berührung eingestellt, egal, wo sie stattgefunden hätte.
In der vergangenen Stunde hatte Felice gegessen und getrunken, sodass es ihm nun an nichts mehr mangeln konnte. Die Nachricht, endlich in Wien zu sein, freute ihn, denn so gern er auch reiste, er wollte schließlich auch irgendwann an sein Ziel kommen. Doch die Reaktion, die hektische Reaktion, des Franzosen verwunderte ihn. Nun gut…, er hatte sicher auch noch etwas zu erledigen.
Um die Ankunft schnell hinter sich zu bringen, tat er auch, was ihm gesagt wurde. Felice ging in das Schlafabteil und weckte Vico, der seine Zeit brauchte, um wach zu sein. Gepäck hatten sie ja nun nicht viel, von demher kontrollierte Felice seine Hosentaschen und nickte zufrieden, als alles vorhanden war. Richtig aufgedreht hüpfte Vico aus dem Wagen, als sie endlich zum Stillstand gekommen waren. Felice folgte dem Kleinen und griff aber schnell nach seiner Hand, als er drohte, abzuhauen. In einer fremden Stadt hatte er dies nicht so gern, besonders nicht bei Nacht. Sie gingen ein paar Schritte, standen wieder und suchten nach den anderen.

„Wenn du sie siehst, Vico, sag bescheid!“
Murmelte der Ältere amüsiert.
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geschrieben am: 16.06.2005    um 21:29 Uhr   
Selbst bei Nacht war der Wiener Hauptbahnhof eine Augenweide und vor allem belebt. Schon hier bemerkte man, was Lucien meinte, als er von einer Künstlerstadt redete. Mehr, als an anderen Bahnhöfen fand man hier Menschen mit Violinen – oder Gitarrenkoffern und sogar mit Staffeleien.
Lucien und Rasmus standen vor einem Automaten aus dem man irgendetwas ziehen konnte. Vielleicht Süßigkeiten, oder Getränke. Lucien hatte einen Arm um seinen Freund gelegt und schaute sich die Sachen an, bevor er auf einen Knopf drückte und das etwas aus dem Schacht nahm. Dann lehnte er sich an den Italiener und schaute über den Bahnhof. Wo waren die beiden Brüder? Sie mussten sich beeilen…
Rasmus drückte sanft die Schulter des anderen.

„Beruhig dich, Lucien. Es ist noch genügend Zeit.“
„Ja…“
„Du glaubst mir nicht?“
„Doch, sicher. Komm suchen wir die beiden.“
„Die beste Suche ist sich finden zu lassen.“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 16.06.2005    um 22:14 Uhr   
„Wooow! Schau mal, Felice, da malt ja jemand!“
Felice konnte gar nicht so schnell gucken, da wurde er schon heftig gezogen. Keuchend folgte er dem Kleinen, der mit seiner Euphorie fast die Hand seines Bruders abreißen wollte.

„Langsam, Vico! Wir müssen erst die anderen suchen, ich kenne mich hier nicht aus!“
Und es ist verdammt voll hier! Panisch klammerte er sich also an die zarte Hand seines Bruders und blieb stehen, als dieser sich hinter dem Maler stellte und neugierig guckte, was er denn malte. Es stellte sich als ein Gottesbild heraus, was in schönen, hellen Farben erstrahlte. Seltsam, so was zu der Zeit an diesem Ort zu malen, aber…, nun ja, Italien war ja nicht weit entfernt mit seinen gläubigen Anhängern – eine gute Idee, um schnell Geld zu verdienen. Doch bevor er sich weitere Gedanken darüber bilden konnte, zog Vico ihn weiter.

„Schau mal da! Da malt sogar jemand auf den Boden!“
„Ach, echt?“
Murmelte Felice, der mit Vico über den Platz huschte, als wäre ein Schwarm Hummeln hinter sie her. Jetzt standen sie vor dem mit Kreise gemalten Bild auf dem Boden, was drei mal vier Meter fasste. Es sah keltisch aus, mit Bildern aus der Natur. Er wusste nicht genau, was es bedeuten sollte, aber Vico schien es nicht zu gefallen.

„Wie unschön, sein Kunstwerk auf den Boden zu malen! Das würde ich nie tun!“
Äußerte der Kleine sich. Bedacht sah Felice zu seinem Bruder hinab, um ihn aufmerksam zu lauschen und sich die Frage zu stellen, wie er es schaffte, von Null auf Hundert zu sein.

„Da läuft doch jeder drüber…, und es ist kein schöner Ort. Bilder gehören an Wände, wo sie jeder sehen kann!“
Sie standen in unmittelbarer Nähe von Rasmus und Lucien, doch schienen noch über die Richtigkeit der Aufbewahrung von Kunstwerken zu philosophieren.

„Da magst du vielleicht Recht haben, Vico, aber ein anderer Künstler hält genau dies für Richtig. Vielleicht möchte er damit etwas ausdrücken.“
Erwähnte sein großer Bruder.

„Was denn?“
Murmelte Vico etwas missgelaunt, als sein Bruder sich als ein Schlauberger entpuppen wollte und nicht seiner Meinung schien.

„Hm…, vielleicht möchte der Künstler ein festgefahrenes Klischee ändern, wie eben Bilder nur auf Leinwände zu malen. Somit möchte er sich von der Gruppe abheben um eine gewisse Subkultur zu bilden.“
Er schmunzelte und sah zu Vico hinab, der schwer seufzte.

„Hee…, ich bin nicht festgefahren!“
„Nein, sicher nicht.“
Wisperte Felice sanft und sah sich erneut um. Da erblickte er die zwei Wartenden und zog nun selbst Vico mit sich.

„Komm, da drüben sind sie!“
Brav folgte der Junge und somit kamen sie nach wenigen Sekunden bei den anderen an. Felice lächelte entschuldigend.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.06.2005    um 18:41 Uhr   
„Das ich mir das von dir sagen lassen muss!“ Der Junge mit dem langen, schwarzen Haar und den zu kühlen Bergseeaugen schmiegte seine Wange sanft an die Schulter seines italienischen Freundes. Einen seiner dünnen Arme hatte er um Rasmus Hüfte gelegt. Es ahnte wohl niemand, welches Monster in diesem schönen Körper schlummerte.
„Warst du es nicht, der vor einiger Zeit, die halbe Nacht damit verbracht hat mich zu suchen, während ich ruhig in einem Café saß?“
„Das ist doch was vollkommen anderes!“Der Italiener legte eine Hand in seinen Nacken und lächelte verlegen, als er diese Tatsache auf die Nase gebunden bekam. Mit wachen, fröhlichen Augen schaute er über die Menge der Künstler, die sich hier zu versammeln schien, als er den kleinen Vico entdeckte und den Arm in die Höhe hob um auf sich aufmerksam zu machen. Lucien folgte dem Blick seines Freundes und lächelte, als er die beiden Brüder sah. Endlich! Sie mussten sich wirklich beeilen. Er kannte ein gutes Hotel, ganz in der Nähe, aber er war sich nicht sicher, ob es dort noch Plätze für sie gab.
„Ich möchte, dass du ihnen ein schönes Hotel aussuchst, Rasmus. Nur für den Fall, dass die Zeit doch knapp wird. Ach ja, und bestell Schokoladenkuchen für sie. Ich denke, der wird ihnen gut tun.“ Lucien schaute die beiden Brüder an, aber sie sollten nicht verstehen, was er sagte, denn der Lärm war zu groß. Auch der Italiener antwortete ohne wegzusehen.
„Pass auf, dass du sie nicht zu lieb gewinnst!“
„Das mache ich doch nicht.“
„Lucien…“
„Es ist meine Sache. Tu, was ich dir sage!“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.06.2005    um 19:14 Uhr   
„So, hier sind wir.“
Felice streichelte seinem Bruder über den Kopf, sah sich noch einmal um, ehe er die anderen vor sich wieder fixierte.

„Und…, wo geht es jetzt hin?“
Erkundigte sich der junge Italiener.
Sicher, ein Hotel oder so, aber ich frage dann doch noch mal nach. Überhaupt, die beiden machten für ihn gerade nicht den besten Eindruck, auch wenn sie im Moment so nah aneinander hingen. Seufzend fasste er wieder nach Vicos Hand und sah zu ihm hinunter. Freundlich strahlte der Kleine zu ihm auf. Er wusste etwas, was der Bursche nicht wusste, und irgendwie fing es langsam an ihn zu belasten.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.06.2005    um 19:23 Uhr   
„Da seid ihr ja! Wir gehen jetzt zu einem Hotel ganz in der Nähe.“ Erklärte Rasmus, während Lucien sich von ihm löste und langsam vorging. Diese Stadt pulsierte von Leben und er war froh, das Tier in sich genügend unterdrücken zu können um menschlich zu wirken.
Nach einer Viertelstunde erreichten sie ein großes Hotel. Die Eingangsstufen waren aus Mamor und der Boden aus Sandstein. Glücklicherweise hatte man wirklich Zimmer für sie frei.

„Jungs, wollt ihr ein gemeinsames Zimmer?“ Erkundigte sich Lucien. Der Rezeptionist schien sehr freundlich, was wahrscheinlich daran lag, dass Lucien ihm eine hübsche Summe geboten hatte. Rasmus ging bereits einige Stufen hinauf, die zu den Zimmern führten. Er hatte etwas vorzubereiten.

Geändert am 20.06.2005 um 19:24 Uhr von LucienAmadeus
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.06.2005    um 20:05 Uhr   
Glücklicherweise? Das Hotel machte nicht den Eindruck, als würde es überhaupt irgendwann einmal gänzlich ausgebucht sein. Nein, dazu schien es ein wenig zu teuer. Neugierig sahen sich die zwei recht jungen Künstler um. Als Felice die Frage dann vernahm, nickte er.
„Ja, natürlich.“
Es wäre auch das Beste, was Lucien anfordern könnte. Vico würde wohl nach dem einen Erlebnis ungern allein bei Lucien nächtigen wollen und Felice selbst hatte seinen Bruder an diesem fremden Ort dann doch am Liebsten in seiner Nähe. Gedanklich ging der zweitälteste Italiener in dieser Runde jedoch die möglichen Wege ab, die er begehen konnte, um Vico die Wahrheit zu sagen. Er musste es tun, hier und heute, ansonsten würde er keine ruhige Minute mehr finden, die er sowieso nicht gefunden hatte. Sie waren ein Herz und eine Seele. Es würde zwar schwer für ihn sein, aber vielleicht würde der Junge es verstehen. Ruhig wartete er ab, bis man ihm eine Zimmernummer zuwies. In der Zeit löste sich Vico von Felice Hand und begann das Hotel zu inspizieren. Solange sie hier waren, musste der Bursche die Zeit nutzen, aber morgen, morgen wollte er unbedingt etwas machen. Sich die Stadt ansehen, oder so. Mit dem Wunsch in seinem Herzen eilte er zu Felice zurück, dem er heftig am Ärmel zog.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 30.06.2005    um 20:15 Uhr   
„Bon soir!“
„Guten Abend, die Herren! Was kann ich für sie tun?“
„Wir hätten gerne zwei Doppelzimmer für diese Nacht.“
„Da sie auf der Durchreise sind, nehme ich an, dass sie die billigste Variante bevorzugen?
„Nein, wir nehmen die Königssuiten.“
„Aber die kosten pro Nacht 900 Euro!“
„Das ist kein Problem.“
„Auf welchen Namen darf ich sie denn einschreiben?“
„Allegro, bitte.“
Lucien drehte sich zu Rasmus und zog einen ganzen Packen Geld aus seiner Hosentasche.
„Reicht das?“ Wisperte er und der Italiener raunte.
„Pack das weg, das ist viel zu viel. Hier, das reicht.“
Lucien besorgte ihnen also Zimmer und wandte sich dann an die beiden Brüder.
„So, dann kommt!“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 05.07.2005    um 15:25 Uhr   
Mit einem, nun, schlecht zu definierenden Blick beobachtete Felice die Szene an der Rezeption. Anscheinend hatte Lucien wirklich Geld zuviel, aber…, wenn man so leblos war, brauchte man sicher auch kaum noch etwas. Wie es wohl ist, in so einem Körper zu leben. Ob er sich manchmal wünschte, wieder normal zu sein? Wie alt ist er wohl in Wirklichkeit? Und warum hält sich der Körper recht gut, bis auf die Blässe, und zerfällt nicht? Da scheint doch gar nichts mehr zu funktionieren, oder? Herrjeh, er konnte sich so ein Leben schlecht vorstellen.
Plötzlich fühlte er das Zupfen an seinem Ärmel. Lächelnd sah er zu Vico hinab.

„Ja, Kleiner?“
„Du, Felice. Gehen wir morgen mal in die Stadt, oder so? Ich möchte mir gerne Wien ansehen, wenn wir schon hier sind! Und dann, darf ich dann mal Mama anrufen?“
„Aber sicher doch. Sobald du ausgeschlafen hast, machen wir das alles. Versprochen!“
„Oh ja, toll!“
Er drückte sich kurz an Felice Arm und ließ los, als Lucien nach ihnen rief. Aufgeregt eilte er Rasmus hinterher, er war gespannt, wie ihr Zimmer aussehen würde.
Felice blieb noch fünf Sekunden stehen, ehe er sich in Bewegung setzte und somit sollte er wieder der Letzte sein, der der Gruppe folgte.
Währendessen machte er sich wieder Gedanken. Falls Vico anrufen wollte, und das wollte er ja, hoffte er, dass nicht gerade sein Vater an das Telefon ging. Er würde sie sofort ausfragen, vielleicht den Ruf zurückverfolgen lassen. Uhm…, das bereitete ihm wieder Kopfschmerzen! Obwohl, er könnte ihn in der Zeit anrufen lassen, wo ihr Vater arbeitete. Genau, das ist eine Möglichkeit!
Im gemütlichen Gang schob er die Hände in seine Hosentasche und folgte brav.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 08.08.2005    um 18:51 Uhr   
Als sie die Türen zu ihren Suiten öffneten, sollte ihnen klar werden, warum diese Räume ‚Königssuiten’ hießen. Sie standen in einem Wohnzimmer, das mit beigem Teppich ausgelegt und in etwa so groß, wie eine Drei-Zimmer-Wohnung war. Die Möbel waren dunkel gehalten, vielleicht aus Kirschholz, Eiche, oder Mahagoni. Rot und Schwarz waren neben dem Beige die dominierenden Farben, die man vor allem auf der Sofapolsterung und den Vorhängen vorfand. Auf dem Couchtisch stand eine Schale mit frischem Obst, vor allem teure Sorte, wie Lychee, Mangos und anderen Exoten. Es ist fast unwichtig zu erwähnen, dass es ein großes TV-Set und eine hochqualitative Blaupunkt High-Fi-Anlage gab, oder?
Die Schlafzimmer sahen ähnlich aus, jedoch gab es dort nur ein Doppelbett. An der Rezeption hatte man Lucien jedoch versichert, dass man auch arrangieren könnte, dass dieses durch zwei Einzelbetten ersetzt werden könnte.
Die sprichwörtlichen ‚goldenen Wasserhähne’ fand man im Badezimmer nebst einer Dusche und einer Badewanne, so wie mannshohen Spiegeln, an einen Zimmerwand.
Bevor Rasmus und Lucien sich auf ihr Zimmer zurückgezogen hatten, hatte Lucien sich noch bei den beiden Brüdern für die Unannehmlichkeiten entschuldigt und sie dazu aufgefordert keine Scheu zu haben, den Zimmerservice zu benutzen, wenn ihnen an irgendetwas fehlen würde. Ansonsten wäre auch noch Rasmus da, den sie bedenkenlos wecken könnten, wenn ihnen nicht wohl sei.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 08.08.2005    um 20:18 Uhr   
Die zwei Brüder staunten nicht schlecht als sie solch geballten Luxus in drei Räumen wieder fanden. Felice machte lieber schnell seinen geöffneten Mund zu, bevor irgendwer auf die unsinnige Idee kam Gabelstapler darin parken zu wollen. Mit einem kurzen Räuspern beförderte er sich zurück in das Hier und Jetzt und streckte sich leicht aus, ehe er seine Taschen ausräumte. „So so, Lucien. Da hast du aber was springen lassen.“, huschte jener Gedanke wie ein schneller Pfeilschuss eines mittelalterlichen Jägers durch seinem Kopf. Aber gut, sie sollten die Zeit nutzen die sie hier verbringen wollten, trotz der tausend Fragen, die immer noch unausgesprochen im Leib des Italieners hingen. Doch: Kommt Zeit kommt Rat! Jetzt sahen sie erstmal zu, dass sie sich entspannten. Es war spät und Vico sah nicht sehr frisch aus, geschweige denn Vico.
„So. Nun schlafen wir aber! Wenn wir morgen in die Stadt gehen, sollten wir dringend einkaufen. Wir brauchen Kleider nachdem ich die Koffer hab liegen lassen… . Und Anzüge, wenn wir in die Oper wollen, was?“
Mit einem sanften Schmunzeln legte er seine Hand auf Vico’s pechschwarzem Haar, der dicht neben ihm saß.

„Na guuut!“
Die Zwei hatten keine Probleme ein Bett zu teilen, daher kamen auch keine Beschwerden auf, sondern eher eine genießende Ruhe, als das Licht aus war und beide ihre müden Leiber in weichem, noch kühlem Satin gebettet hatten. Felice fand jedoch auf Anhieb keinen Schlaf. Seine tiefbraunen Augen fixierten die dunkelgraue, fast schwarze Decke dieses Raumes. „Warum macht er sich diese Mühe? Wieso gerade mit uns?“. Es waren immer wieder dieselben Gedanken, die ihn einfach nicht in Ruhe lassen wollten. Seufzend drehte er sich auf die Seite und schob eine Hand unter sein bequemes Kissen, bis die Lider unaufhaltsam zufielen. Irgendwann lag er doch noch tief im Schlummer.

Leider nur für zwei Stunden, denn die 'wunderbaren’ Kopfschmerzen ließen nicht lange auf sich warten. Unter immer größer werdenden, druckartig pochenden Schmerzen fiel er halb aus seinem Bett und versuchte die Türe zu erreichen, was er durch zusätzliche Schmerzen im Rückenbereich nicht schaffte. In dieser Situation viel ihm das Denken sehr schwer, darum erinnerte er sich nicht daran, neue Tabletten geholt zu haben und wenn doch, er kam nicht aus dem verdammten Schlafzimmer. Aus Versehen wachte Vico durch jene keuchenden, japsenden und ungewollt gequälten Lauten auf und blinzelte übermüdet. Erst nach langwährenden Sekunden schien es ihm wie Schuppen von den Augen zu fallen:

„Felice!“
Eilig schlug der junge, schon sehr verantwortungsvoll wirkende Knabe die Decke zurück und eilte zu seinem älteren Bruder, um ihn zur Seite zu stehen, wenn auch recht unwissend und hilflos.

Es waren 10 Minuten vergangen nachdem sich Felice beruhigt hatte und Vico mehr als erleichtert gewesen war. Mit sehr schnellem Atem und dem rauschen seines Blutes lag er erschöpft auf dem Rücken auf dem Boden und hielt sich die rechte Hand an der Stirn, während die Linke sich in der Hand des anderen befand. Erst nach einer kleineren Pause wisperte sein Bruder.

„Felice, was ist los mit dir? So, so kenne ich dich gar nicht!“
Geändert am 08.08.2005 um 20:24 Uhr von FeliceFoscari
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