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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 17.10.2005    um 21:20 Uhr   
Er rümpfte die Nase und verengte kurz die Brauen, bevor er ein widerwilliges, knappes Nicken andeutete.
„Schön, bis später.“
Damit schloss er die Türe vor Lucien's Nase und zog sich zu seinem Bruder zurück, um die Sache aufzuklären. Wo wollte er denn nur so plötzlich mit ihnen hin?

Genau diese Frage stellte sich noch immer, selbst als sie im ICE saßen. Nur hatte sie nun größere Ausmaße angenommen und er befürchtete etwas Schlimmes.

„Du, Felice, wieso sind wir wieder in Italien? Warum gehen wir nach Rom?“
Kein Wunder, dass der kleine Vico jene Fragen stellte die er auch gerade hegte. Sie waren eben ein ziemlich gleich denkendes Pärchen. Der Hübsche hob die Schulter und seufzte leise auf.

„Ich weiß es nicht, Kleiner. Vielleicht hat Lucien die Nase voll und bringt uns nun zurück nach Hause. Ich meine, ich könnte es verstehen, obwohl es sehr sehr schade ist... .“
Zunehmend war seine Lautstärke gesunken bis die letzte Silbe nur noch ein leises Wispern war. Dennoch hatte Vico gut folgen können und neigte nun seinen Kopf.

„Wieso ist es denn schade? Du kannst ihn wohl doch leiden, was?“
Amüsiert lachte der Junge auf und stubbste dem Anderen sacht in die Seite, der jedoch nicht sonderlich glücklich über diese unwissende Worte schien.

„Vico, hast du denn meinen Plan vergessen?“
Gut, die Frage war hier eher: Hatte er ihm überhaupt von ihrem Plan erzählt? Wie auch immer... .

„Wir sind doch nur bei ihnen, damit sie uns aus Italien bringen! Ich wollte irgendwo hin wo ich mich etwas auskennen und dann..., dann wären wir einfach abgehaut! Er hätte uns sicherlich nicht gefunden... .“
Aber nein, dieser verdammte Franzose brachte sie zurück in ihr Heimatland und durchkreuzte somit all seine geschmideten Pläne! Was soollte das denn nur? Was dachte sich dieses Bleichgesicht? Er war perfekt zum Ausnützen gewesen!
Nun, wo der Zug stand und sie Rom erreicht hatten, musste er Vico sacht an der Schulter rütteln damit dieser wieder erwachte, denn bei der Fahrt war er eingeschlafen. Nur kurz rieb er sich die Augen, bevor er aufsprang und sich reckte. Plötzlich stand da Lucien in der Türe. Sofort blickten tiefgründig wirkende, braune Augen zu ihm auf.
„Natürlich sind wir soweit.“
Vico lachte kurz auf, drückte sich an Lucien vorbei und schien wie einst voran zu rennen. In einer geschmeidigen Bewegung - und ja, es sah wirklich schön an ihm aus! - erhob sich auch Felice. Man spürte, dass er wütend war, denn sein Blick war furchtbar eindeutig.

„Wieso sind wir hier? Wieso sind wir wieder in Italien? Du könntest mir ruhig etwas mehr erzählen als mit immer grobe Bröcke zuzuwerfen! Ich lasse mich nicht gerne durch die Gegend scheuchen, dafür hätte ich auch gleich in Florenz bleiben können!“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.10.2005    um 13:56 Uhr   
Innerlich schmunzelte Lucien über Felice kleine, menschliche Probleme. Es hatte etwas kindlich-niedliches, wie er ihm diesen bitterbösen Blick zu warf und hoffte, dass er ihn dadurch erweichen konnte ihm die Informationen zu geben, die er haben wollte. Nach außenhin wirkte er kühl und unnahbar, wie meistens. Ohne abzuwarten, was der Junge machte, legte er ihm seinen kühlen Arm um die zarten, fast zerbrechlichen Schultern und ging mit ihm durch den Gang. Rasmus folgte ihnen in einigen Abstand immer auf dem Sprung seinem Freund zur Hilfe zu kommen, wenn der Italiener etwas Blödes tun wollte. Lucien roch das Leben, als sie auf den Bahnhof traten. Aus den Lautsprechern drang díe undeutliche Stimme einer Frau, die Anfahrten, Ankünfte und Verspätungen ansagte. Zu dieser Uhrzeit reisten nicht viele Familien mit kleinen Kindern, aber eine Menge Jugendliche, die sich damit brüsteten, wie viel sie letzte Nacht getrunken hatten, oder, wie 'geil die Tussi' war mit der sie im Bett gewesen waren. Es war also ein ganz normaler Abend in Rom. Ganz normal, wenn man ein normaler Mensch war, der nur von menschlichen Dingen wusste und sich nur um seine menschlichen Bedürfnisse kümmern musste. Also nicht für Felice. Für Felice waren die Tage und Nächte seit einiger Zeit nicht mehr normal und Lucien empfand das wiederum, als äußerst in Ordnung um nicht normal zu sagen.
Rasmus sah sich auf dem Bahnsteig um. Als er den kleinen Vico sah, schlenderte er zu ihm hinüber und nahm ihn bei der Hand. Er wolle nicht gerne, dass er ihn noch einmal in einer Nacht - und Nebelaktion suchen musste.

"Du möchtest wissen, warum wir wieder in Italien sind?" Lucien hob seine Augenbrauen, die aussahen, als wären sie nur ein gemalter Strich auf einem makellosen Porzellangesicht. Sie verließen den Bahnsteig und das riesige Bahnhofsgebäude.
"Wir sind hier, weil ich meinem Vater einen Besuch abstatten muss. Genügt dir die Antwort, oder möchtest du die Wahrheit hören?"
Bevor Felice jedoch antworten konnte, fuhr ein großer, schwarzer Wagen vor und der Mann, der ausgestiegen war, öffnete den beiden Jungen die Tür. Lucien warf nur einen Blick über die Schulter um sich zu versichern, dass Rasmus mit dem Kleinen nachkam. Als sie alle im Wagen saßen, fuhr der Fahrer los, ohne dass einer von ihnen ein Ziel genannt hätte...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.10.2005    um 14:21 Uhr   
Das kann doch nicht wahr sein! Was bildete er sich ein? Wusste er überhaupt, wie gut er den jungen Schreiber damit zur Weißglut treiben konnte? Diese Ignoranz war zum Kotzen und der Arm, der kühl und leicht um seine Schultern lag, erst recht! Mit knirschenden Zähnen ließ er sich nach draußen führen. Vico war nicht weit voraus gesprungen, scheinbar hatte auch er aus seinem Fehler am gestrigen Abend gelernt und blieb somit in ihrer Nähe, später dann auch bei Rasmus, dem er brav die Hand gab. Der Kleine kicherte leise und stellte ab und an eine Frage, um nicht ganz so still neben dem Älesten der Gruppe zu laufen. Auch Felice sah sich um. Er war selten in Rom gewesen, nur zweimal bislang in seinem Leben, doch verändert hatte sich hier kaum etwas - zumindest kam es ihm so vor. Nur kurz lag seine Aufmerksamkeit auf ein Mädchen, was hinüber zu der jugendlichen Gruppe ging, bevor er den Worten des Franzosen lauschte.
„Du denkst wohl ich bin ein kleiner dummer Mensch, aber da hast du dich wohl getäuscht!“
Erst als sie alle zusammen im Wagen saßen konnte er weiter reden, denn zuvor hatte er sich genau wie Lucien umgedreht, um kurz nach Vico zu sehen. Auch wenn die anderen in ihrer unmittelbaren Nähe waren scheute er die Konfrontation keineswegs.

„Ich will die Wahrheit hören, Lucien. Du hast mir am Anfang erzählt nach Wien zu reisen, weil du dort etwas 'Geschäftliches' machen musst. Nun ist es wieder Italien? Das glaube ich dir nicht!“
Nein, das wollte er auch nicht glauben. Irgendwas ist da was ihm das Gefühl gab, dass es sehr bald etwas hitzig vorangehen würde. Ja, irgendwas lag in der Luft und er schien es förmlich riechen zu können. Abwartend hatte er seinen Blick auf Lucien gerichtet und strich sich eine Strähne hinter sein Ohr.
Geändert am 18.10.2005 um 14:23 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.10.2005    um 14:42 Uhr   
Der Wagen roch nach teurem, weichen Leder und die Innenausstattung wirkte sehr gepflegt. Oder ungenutzt, jenachdem, wie man das sehen wollte. Der Fahrer, ein älterer Herr mit leichtem Bauchansatz und schwarzem Schnurrbart, blieb von der Auseinandersetzung, die die Insassen des Wagens führten, völlig ungerührt.
Luciens wunderschöne Bergseeaugen, in denen der ganze Himmel gefangen war, musterten das Gesicht des älteren Bruders. Schweigend überschlug er die Beine und ignorierte die warnenden Blicke die Rasmus ihm zuwarf. An den Fenstern huschten Lichter, wie Gespenster vorbei und ab und an streifte ein überstehender Ast die Scheibe.
Du möchtest die Wahrheit, Felice? Und das, obwohl dein Bruder neben dir sitzt? Wie dumm. Äußerst dumm. Ich weiß nicht, was das für Auswirkungen auf eine kleine Kinderseele hat...
"Die Wahrheit also..." Seine schlanken Finger strichen sich die schwarzen Haare aus der Stirn und er verengte seine Augen einen Moment. "Die Wahrheit ist, dass wir meinen Vater nur aus einem Grund besuchen werden und dieser Grund ist dein Leben. Du weißt, was ich bin und du kannst dir vorstellen, zu was Wesen, wie ich fähig sind. Versuch nicht zu widersprechen. Ich bin dir überlegen in jeder Hinsicht. Du wirst mit mir kommen. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit dein Leben zu retten. Vielleicht..."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.10.2005    um 15:02 Uhr   
Oho, sollte er sich nun geehrt fühlen? Wieso hatte er dies nicht sofort getan, als er davon erfahren hatte? Wieso musste er dafür nach Wien, nur um wieder in Italien zu sein? Zuerst herrschte Stille, doch dann fing Felice an zunehmend zu lachen.
„Hmhmhmhm! Natürlich, ja, natürlich!“
Aus den Erzählungen, die ihm als Kind und als Heranwachsender zuteil wurden, wusste er jene Möglichkeit, doch er würde sich jener nicht beugen. Mag sein, dass er körperlich Stärker war, dennoch war dies keine wirkliche Bedrohung für ihn. Mit einem verwirrten Blick sah Vico hin und her. Er wusste nicht, was Lucien mit 'Wesen' gemeint hatte und er würde es wohl auch nicht erfahren. Als der Kleine nämlich mit fragendem Blick zu seinem Bruder sah, winkte jener nur ab und konzentrierte sich auf das Leben außerhalb dieses Wagens: Er sah aus dem Fenster. Zwar herrschte erneut Ruhe, doch Felice versuchte auf eine andere Art und Weise dieses Gespräch zu beenden - gedanklich.

„Wenn du denkst du kannst mich wie ein willenloses Stück Fleisch behandeln, dann hast du dich sehr sehr sehr geirrt, hörst du, Lucien? Ich werde dein Angebot nicht annehmen, da es mir zu wider und zu unmoralisch ist. Lieber sterbe ich anstatt ein trostloses Leben wie du zu führen! Pah..., lass deine Bekümmerheit nicht an mir aus...“
Felice schnaubte und stützte sein Kinn auf die Handfläche ab. Sobald dieser Wagen hält würde er einen anderen Weg nehmen, er kam auch ohne ihn an sein Ziel, ganz gewiss!
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geschrieben am: 18.10.2005    um 15:13 Uhr   
Lucien lächelte sanft. Es war wirklich niedlich, wie sehr dieser Mensch versuchte dagegen anzukämpfen jemanden anzuerkennen, der in der Nahrungskette eindeutig höher stand, als er.
Niemand hatte Felice ein Angebot gemacht. Nein, von einem Angebot war wirklich keine Rede. Es war bereits beschlossene Sache, zumindest, wenn man Lucien fragte.
Sie fuhren lange und in der ganzen Zeit sagten weder Lucien noch Rasmus ein Wort, aber je näher sie ihrem Ziel kamen, desto unruhiger wurde der schöne Schwarzhaarige. Er rutschte auf seinem Sitz hin und her, überschlug die Beine, lehnte den Kopf gegen das Fenster und sah immer wieder zu Rasmus hinüber. Schließlich fuhr ihr Wagen durch ein großes, schmiedeeisernes Tor auf eine Villa zu. Sie war weiß gestrichen mit zwei Türmen und hohen Fenstern im romantischen Stil. Nur hier und da brannte licht. Schließlich öffnete der Fahrer die Wagentür und ließ die vier Insassen nach draußen.
"Herr, wir sind da. Ich habe anordenen lassen, dass man Bäder für euch vorbereitet, wenn ihr also lust habt..."
"Danke, Jules." Er wandte sich an die anderen drei. "Das hier ist mein Zuhause. Ich würde vorschlagen, dass wir zunächst einmal reingehen und dann weiter sprechen und morgen Abend werden wir" Sein Blick galt dabei eindeutig Felice. "mit meinem Vater reden."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.10.2005    um 15:43 Uhr   
Diese ganze Situation fing an ihm an die Nerven zu zerren. Er bemerkte zunehmend das er keine Handlungskraft besaß, was in seinem vorherigen Leben kaum anders gewesen war. Zu gerne würde er es ändern, doch irgendwie schien er es einfach nicht zu schaffen, aber einsehen - nein, das wollte er genauso wenig. Nun, als sie vor dem wunderschönen Haus standen, griff Felice nach der Hand seines Bruders und lauschte widerwillig den Worten. Er erwiderte den Blick nicht den man ihm schenkte, er ignorierte Lucien schlichtweg. Darüber hinaus wird der Schreiber dem Blutsauger nicht zu seinem Vater begleiten, das wird er früher oder später bemerken. Was er zu regeln hatte konnte er sicher auch sehr gut ohne ihn tun und wenn nicht, nun, dann hatte er durchaus Pech gehabt. Fest biss er sich auf die Unterlippe, damit er ja nicht die Beherrschung verlor, denn er war kurz davor. Als sie in das Haus geführt wurden war dies ihm mehr als Recht.

Das Zimmer was man ihnen zugeteilt hatte wirkte in seinen Augen sehr pompös, obwohl es hübsch eingerichtet war und viel Platz für zwei Personen bot. Der Kleine lag auf dem Bett und schlief, solche langen Reisen strengten den kleinen Vico irgendwie immer an. Mit seiner jetzigen Lage durchaus noch nicht glücklich stand Felice vor einem mannshohen Spiegel und versuchte vergeblich sein pechschwarzes, schulterlanges Haar zu bändigen. Leider hatte er gerade für solch pingeligen Arbeiten keine Lust, deshalb ließ er es auch sehr bald bleiben.

„Er ist wie mein Vater..., ich hasse ihn! Soll doch die Sonne auf ihn scheinen.“
Er schnappte nach Luft und ballte die Fäuste fest zusammen. Zu gerne würde er nun diesen dämlichen Spiegel in tausend Teile schlagen, aber da würde sein Bruder wach werden. Letztendlich verließ der junge Italiener das Zimmer, ganz zum Trotz der Befehle es nicht zu verlassen, aber das interessierte ihn nicht mehr. Er musste hier raus, raus aus der Enge und des Wissens, dass dies das Haus eines widerlichen Wesens war. Im schnellen Schritt huschte Felice durch die Gänge und eilte eine breite Treppe hinunter, damit er in eine große Halle kam. Zum Glück hatte er sich den Weg nach draußen gemerkt. Sobald er sich abgeregt hat und es Tag wird, beendet er dieses Spiel.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 08.12.2005    um 11:31 Uhr   
Wunder gibt es immer wieder...

Schwere, dunkle Vorhänge verdeckten die hohen, mit Fensterläden verschlossenen Fenster in dem großen Zimmer. Der Mamorboden war nur teilweise von dicken, roten Teppichen verdeckt. Ein breites Bett, bespannt mit feinster Seide, Möbel, aus teuerstem Holz und eine kleine Sitzgruppe rundeten das Bild ab.
Rasmus saß auf einem der Sessel, die Beine übereinander geschlagen und den Kopf an die Rückenlehne gelehnt, als Lucien den Raum betrat. Er hatte sich nur ein großes Handtuch um den Körper geschlungen und ging schweigend auf den großen Kleiderschrank zu. Während seine Hände fahrig Kleider zur Seite schoben, wurde er den Gedanken nicht los, beobachtet zu werden. Er warf einen Blick über seine nackte Schulter und sah in Rasmus' Gesicht.

"Warum siehst du mich so an? Es wäre mir neu, dass du mich noch nie halb nackt zu Gesicht bekommen hast."
"Nein, nicht was du schon wieder denkst. Du machst dir Sorgen, stimmt's?"
"Sorgen, worüber?"
"Lucien..."
"Verdammt, natürlich mache ich mir Sorgen. Ich glaube, mein Vater wird mir den Kopf abbreißen, wenn nicht Schlimmeres. Was sagte ich noch gleich lässt mich meine Reise abbrechen? Doch nicht dieser Junge, oder?"
Seufzend ließ er sich auf sein Bett fallen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Er musste wirklich verrückt sein. Allegro würde... er wollte gar nicht daran denken.
"Auch wenn ich dich gewarnt habe..." Warf Rasmus ein "...jetzt ist es ohnehin zu spät noch etwas zu ändern, es sei denn du willst die beiden Jungen vor die Tür setzen und was das bedeut weißt du noch besser, als ich."
"Allerdings..." Damit die beiden Brüder nicht ausplauderten, dass es Wesen, wie ihn, wirklich gab, musste man sie zum Schweigen bringen und das ging nun einmal nur auf eine Weise. "...Rasmus...was soll ich nur machen?"
"Schlafen. Schlaf und versuch wenigstens ein bisschen Ruhe zu finden. Morgen gehst du zu deinem Vater und erklärst ihm, was dich dazu bewogen hat, die beiden her zu bringen und deine Reise zu unterbrechen."
Schweigen kam auf und man hörte nur die leisen Atemzüge des Italieners. Nach einer ganzen Weile meinte Lucien endlich.
"Ich habe verfluchte Angst..."
"Ich weiß..." Plötzlich war Rasmus da, neben seinem Bett, beugte sich über ihn und gab ihm einen kurzen, freundschaftlichen Kuss auf die Stirn. "...ich weiß es wirklich. Versuch jetzt zu schlafen. Es wird bald hell, ich bleibe bei dir!"

Felice hatte wenig Glück mit seinem rebellischen Fluchtversuch, denn weiter, als in die Empfangshalle, kam er nicht. Vor der breitflügligen Tür stand zwar niemand, aber in dem Moment in dem er sich dieser näherte, ging eine winzige Seitentür auf und ein alter Mann in dunklem Anzug. Trat in die Halle.
"Kann ich Ihnen behilflich sein, Monsieur? Vielleicht etwas zu Essen, oder zu Trinken? Oder darf es ein gutes Buch und eine Wärmflasche sein?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 09.12.2005    um 16:13 Uhr   
Er kam also nicht weit. Er war gefangen in etwas was ganz plötzlich über ihn zusammengebrochen war. Mit Worten konnte man diese Bekanntschaft gar nicht beschreiben, noch nichtmal im Ansatz, wenn man es so sagen wollte. Lucien war ein scharfes Messer, was sich ohne zu fragen mit der glatten, kühlen Klinge in sein Leben geschnitten hat. Unglaublich, dieser uralte Bursche taucht auf und wirbelt seine ganzen Pläne über den Haufen! Ja, genau dies war der einmalige Grund wieso er ihn nicht leiden konnte, wieso er ihn nicht akzeptieren wollte. Jedoch..., wieso sollte er ihn akzeptieren? Nie im Leben konnte eine Person wie Lucien etwas Gutes tun, das war schlicht und ergreifend unmöglich.
Die Stimme des Angestellten riss ihn aus den Gedankengut, was zur Zeit sehr häufig seine kränkliches Hirn überanstrenge. Sanft wendete sich sein schmaler Leib den Herrn zu und er dachte nicht an die Tatsache, ob der Herr Mensch oder Bestie war, sondern an etwas ganz anderes.

„Ja, Sie könnten etwas für mich tun. Kaugummis, haben Sie Kaugummis?"
Wahrscheinlich war dies eine seltene Frage, die in jenem prunkvollem Haus ausgesprochen wurde, aber der junge Foscari hatte prompt beschlossen seine leichte Tablettensucht zu bekämpfen. Erstens halfen sie ihm nicht mehr und Zweitens würde er sicher viel angenehmer damit leben können. Vielleicht war das alles einfach eine Kopfsache, mir der er sich langsam auseinander setzen sollte, anstatt davor wegzulaufen. Geschickt strich er sich durch das pechschwarze Haar, was danach in feinen Strähnen zurück in seine Stirn viel und die Wangen halb bedeckte.

„Und ich möchte gerne an die frische Luft. Hat dieses Haus einen Garten? Ich..., will nicht weggrennen, ich möchte nur Luft schnappen."
Lieber erwähnte er dies im Voraus, denn er wusste nicht was Lucien so befohlen hatte. Oder auch nicht... . Aber es wunderte ihn selbst gerade höllisch, wie ruhig er auf einmal geworden ist. Er atmete tief durch und schaffte es sogar ein recht charmantes Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Es blieb zwar nicht lange, sah aber besser aus als ein recht neutral gehaltenes Antlitz.
„Junge, mit Freundlichkeit kommt man viel weiter, als mit Unfreundlichkeit! Merk dir das!" Hörte er die Worte seiner Mutter im Kopf nachhallen.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 09.12.2005    um 17:31 Uhr   
"Kau...gummi."
Der Butler sah einen Moment so aus, als hätte Felice ihn gefragt, ob er Eier legen konnte, aber keine fünf Sekunden später wirkte sein Gesicht wieder sehr professionel. Die tiefen Falten und die akkurat gescheitelte Frisur, taten neben dem perfekt geschneiderten Anzug ihr übriges.
"Natürlich. Ist Ihnen Pfefferminzgeschmack recht? Oder soll es lieber Kirsch-Minze sein?"
Er verschränkte die Arme hinter dem Rücken und sah den Jungen vor sich an, ohne selbst durchblicken zu lassen, was er dachte.
"Und selbstverständlich hat dieses Haus einen Garten. Sie gehen durch diese Tür,"
Er zeigte auf eine kleine, unbeeindruckende Seitentür und erklärte dann weiter.
"und gelangen in den Rosengarten. Achten Sie nur darauf, dass Sie die teuren Pflanzen nicht verletzen. Der Herr des Hauses reagiert... äußerst verärgert auf derartige Beleidigungen. Soll ich Ihnen das Kaugummi in den Garten bringen?"
Anscheinend wollte man den Jungen tatsächlich nicht einsperren. Er konnte sich frei bewegen, zumindest wirkte es so.
Geändert am 09.12.2005 um 17:32 Uhr von LucienAmadeus
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 09.12.2005    um 19:06 Uhr   
Und seine Mutter hatte wohl Recht behalten. Er neigte seinen Kopf und schüttelte diesen kurz darauf, nachdem er überlegt hatte, was er gerne möchte.
„Nein, ich warte hier. Pfefferminzgeschmack hört sich gut an und den Rosen werde ich sicher nicht schaden.“
Er schmunzelte leicht und verschränkte die Arme locker vor der Brust. Ein Rosengarten…, scheinbar steht man auf so was wenn man anfängt leblos zu werden. Mein Gott, er sollte aufhören immer daran nachzudenken. Langsam fing es ihn selbst zu nerven. Also wartete er nun schön brav und ruhig auf sein Kaugummi, denn der Butler hatte sich nach seiner Antwort auf den Weg gemacht. Während er wartete, beäugte er die Empfangshalle etwas genauer. Wie alt mag das Gemäuer sein? Wer lebte hier alles? Schöne Gemälde rangen um ihren Wertestatus mit teuer aussehenden, großen Vasen, in denen die Rosen standen, die wohl aus dem eigenen Garten entsprangen. So verging die Zeit auch schnell und der Butler kehrte mit seinem kleinen, aber außergewöhnlichen, Wunsch zurück. Dankend nahm er das Kaugummi in die Hand und ging im geschmeidigen Gang auf die kleine, unscheinbare Nebentür zu. Nachdem er sie geöffnet hatte und somit die Halle und dessen hellen Beleuchtung verließ, trat er in die Dunkelheit des Gartens und sofort bemerkte er den recht frischen, angenehmen Duft der Rosen. Unter seiner Sohle der Schuhe knirschte es auf. Zwar konnte er noch nicht viel erkennen, doch der weise Kieselweg hob sich deutlich von der schwärze der Nacht ab. Im vorsichtigen Gang folgte er diesem, entlang an dicht gepflanzten Rosenhecken die hier sicherlich 90 % der Pflanzen ausmachten, die man hier vorfinden konnte. Eine teure Investition, denn der Garten war riesig, verdammt riesig! Nach 10 Minuten wusste er nicht genau, wo er sich befand, obwohl er sich immer rechts gehalten hatte. Neben dem charakteristischen Geräusch aneinander reibender Kieselsteinchen unter Schuhsohlen mischte sich ein zweites hinzu. Ein Plätschern, das von links zu kommen schien. Tatsächlich machte Felice einen kleinen Teich in jener unheimlich leisen Idylle aus. Seerosen schwammen auf der Oberfläche und Schilf umrahmte hier und da das Ufer. Jedoch blieb er nicht lange in der Nähe jenes Ortes, sondern suchte sich eine Sitzgelegenheit in diesem riesigen Pflanzengarten. Wie praktisch, das unweit des Teiches eine Trauerweide neben weiteren Rosenbüschen und im saftig grünen Gras eine nette, alte Hollywoodschaukel stand. Sie schien aus Gusseisen zu sein, oder so ähnlich, hatte schön geschwungene Verzierungen in den Seitenwänden und an der Rückenlehne und lud zum entspannen ein. Ja, dieses Angebot nahm Felice gerne an. Mit einem leisen Seufzen ließ er sich fallen, verfiel ins sanfte Schaukeln und packte einen Kaugummi aus, den er sich zwischen die Lippen schob. Die Arme legten sich auf die harte Rückenlehne und ein Bein schlug sich über das Andere. Während er den Blick durch die dünnen Ästen der Trauerweide schickte, begann er sich zum ersten Male richtig zu entspannen.
Geändert am 09.12.2005 um 19:14 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 11.12.2005    um 20:34 Uhr   
Die Nacht wurde nicht jünger, je länger der kranke Italiener in der Abgeschiedenheit des Gartens saß und seinen verwirrten Geist und schwachen Körper zur Ruhe kommen ließ.
Die Sonne färbte den Himmel vorsichtig in sanften Grautönen und je mehr Zeit verstrich, desto bunter wurde der Himmel. Rot und Orange verdrängten sachtes Gelb und Violett, so dass es schon bald so aussah, als stünde der Himmel in Flammen.
Im Haus war es aber trotzdem nicht ruhig, obwohl man das erwartet hätte. Töpfe klapperten, Stimmen tuschelten und ab und zu hörte man auch ein Lachen. Nein, es sah nicht so aus, als wäre das Haus tot. Aber Lucien sah auch nicht sonderlich tot aus, oder?
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 11.12.2005    um 21:47 Uhr   
Natürlich saß Felice nicht bis zum Morgengrauen draußen in der Dunkelheit, nein, irgendwann wurde auch er ziemlich müde und darum hatte er sich dann auch auf ihr Zimmer zurück begeben. Der nächste Morgen begann spät für die Brüder. Sie gönnten sich ein Frühstück im Bett und dann bemühte sich Felice darum, Vico zu unterhalten. Leider stellte sich dies als ziemlich kompliziert heraus, denn in einem Gebäude gab es nicht so viele tolle Sachen, als in einer Stadt. Immerhin trieb sein großer Bruder Malzeugs auf und entschied sich später dazu, den Jungen sogar etwas zu unterrichten. Immerhin war da das Problem, dass Vico erst neun Jahre alt war. In diesem Alter sollte man eigentlich bei den Eltern sein und brav zur Schule gehen, jedoch war dies ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn er Lucien irgendwann noch zu Gesicht bekam, müsste er ihm dies mal ins – wohl nicht vorhandene – Gewissen hämmern. Sie würden mächtig Ärger mit dem Gesetz bekommen. Dann würde alles auffliegen und sein Vater in weniger als vier Stunden hier antanzen. Was dann passiert…, nein, das wollte er sich nun nicht ausmalen.

So verging der Tag dann doch recht schnell. Vico verstand es jedoch, dass sein Bruder nicht der gesündeste war und so ging er auch mal selbst auf Erkundungstour. Er hatte fast das ganze Gebäude inspiziert und sich hier und da nach Herzenslust bedienen lassen, zumindest die Angestellten mit süßen Kindeswünschen beschüttet. Am Abend war dies ein Thema gewesen, als Felice den jungen Burschen wie in alten Zeiten früh und konsequent ins Bett schickte.

„Das Haus ist ja echt toll, Felice! Hast du schon die Küche gesehen? Boah, die ist ja riesig und schön! Ich habe Süßigkeiten gekriegt, Plätzchen!“
„Ehrlich?“
Felice schmunzelte sanft und zog Vico die Decke bis zur Brust hoch. So mochte er es, hatte er zumindest von seiner Mutter mal gehört.

„Jupp! Dieser Lucien muss ziemlich reich sein. Dabei habe ich den noch nie in der Zeitung, oder so, gesehen!“
Unwillkürlich musste Felice auflachen. Dass man Geld direkt mit Prominenz und Öffentlichkeit verband, war schon interessant!

„Na ja. Nicht jeder der Geld hat steht in der Zeitung oder kommt ins Fernsehen, Bimbo.“
Langsam beugte sich Felice vor und gab Vico einen sanften Kuss auf die Stirn. Dann wuschelte er ihm belustigt durch das Haar und rutschte von der Bettkante, auf die er sich niedergelassen hatte.

„Aber nun schlaf. Ich bin hier, keine Angst. Gute Nacht, Großer!“
„Gute Nacht, Felice!“
Antwortete jener und drehte sich auf die Seite um. Mit einem Gähnen blinzelte er in die sanfte Dunkelheit, bis er irgendwann nicht mehr schaffte, seine Lider auf zu halten.
Langsam gesellte sich Felice ins Bad. Er beschloss zu duschen, immerhin hatte er den Drang nun warmes Wasser auf seiner Haut spüren zu wollen. So bereitete er alles vor und war dann nach wenigen Sekunden soweit. Zufrieden gab er sich dem Abendduschen hin.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 12.12.2005    um 12:03 Uhr   
"Lucien, du machst mich mit deinem Hin - und hergerenne noch ganz wahnsinnig. Entweder du entscheidest dich jetzt, was du, verflucht nochmal, anziehst oder ich sorge dafür, dass du dir nie wieder Sorgen machen musst, haben wir uns verstanden?"
Rasmus saß noch immer auf dem Sessel im Zimmer des Vampirs und beobachtete diesen mit einer Ungeduld die schon fast unerträglich war.

"Wenn dir etwas an deinem Leben hängt, Rasmus, hältst du jetzt deinen Mund. Ich dulde es nicht, dass du so mit mir sprichst! Vielleicht hast du es schon vergessen, aber ich bin derjenige, der über dein Leben oder deinen Tod entscheidet. Ich mag dich, also zwing mich nicht etwas zu tun, was ich gar nicht möchte. Hol Felice und seinen Bruder, wenn er nicht schläft! Felice bringst du mir, egal untewr welchen Umständen!"
Rasmus schluckte hart. Anscheinend war die Anspannung in dem Vampir großer, als er es sich träumen ließ, denn er behandelte ihn nie so demütigend. Also nickte er und stand langsam auf.
"Mache ich! Aber du versuche nicht so viel Angst zu haben. Es wird nicht all so schlimm werden."
Kurz ging er auf Lucien zu und berührte seine Wange, bevor er tatsächlich das Zimmer verließ.
Einige Minuten später klopfte es ander Zimmertür der beiden Jungen. Es war ein Klopfen, das deutlich sagte: 'Macht die Tür auf, oder ich hole euch da auf anderem Wege raus!'

"Felice, ich bin es, Rasmus? Seid ihr wach? Mach die Tür auf!"
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geschrieben am: 12.12.2005    um 19:02 Uhr   
Schrecklich zuckte er zusammen, als es plötzlich so heftig an ihrer Zimmertür klopfte. Er war gerade dabei aus der Dusche zu steigen – nun das!
Verdammt, wer das auch immer war, der sollte gefälligst etwas Anstand zeigen!
Hektisch schnappte er sich ein Handtuch und band es sich um seine schmale Hüfte zusammen. Das andere Handtuch benutzte er, um im Gehen seine Haare trocken zu rubbeln.

„Leiser!“
Zischte er ungemütlich. Sein Bruder schlief, das war auch gut so und sollte gefälligst auch so bleiben. Aber bei dem Gehaue gegen die Tür schien es ja so, als brannte das ganze Anwesen. Es war wohl Absicht, dass Felice die Tür deswegen ganz langsam und gelassen öffnete. Als er Rasmus dort stehen sah, neigte er den Kopf und hob die Brauen an.

„Mein Bruder schläft. Ich denke nicht dass du große Lust hast dich über den Abend mit ihm zu beschäftigen. Also ein bisschen leiser bei der Antwort wenn ich nun frage: Was ist denn los?“
Seufzend lehnte er sich gegen die Türe, die er noch am Türgriff hielt, damit sie nicht wegrutschte.
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geschrieben am: 13.12.2005    um 11:25 Uhr   
Der Junge verstand wirklich nicht, was auf dem Spiel stand. Für ihn und seinem Bruder sein Leben - so wie das Leben von Rasmus - und für Lucien noch eine Spur mehr. Als die Tür langsam aufging, wollte der Italiener noch einmal davor hämmern, steckte die Hände dann aber lieber in die Hosentaschen und atmete tief durch.
"Du bist geduscht, das ist gut. In deinem Schrank sind Kleider, die dir passen werden. Zieh sie an und mach dich fertig. Ich würd dir raten den Kleinen hier zu lassen, wenn dir an seinem Seelenheil gelegen ist. Der Hausherr möchte dich sehen. Brauchst du noch irgendetwas?"
So, wie Rasmus redete, war es anscheinend wirklich von großer Bedeutung, dass sich der Junge zumindest in diesem Fall einmal dem Willen des Älteren und vor allem dem Willen des Vampirs beugte.
"Und wenn ich dir einen Rat geben darf: Versuch dich ruhig zu benehmen, antworte nur, wenn du gefragt wirst und sag bitte nichts dummes..."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 13.12.2005    um 11:54 Uhr   
Oh ja, er erinnerte sich. Als sie hier angekommen waren, meinte Lucien irgendwas von: „Ich muss mit meinem Vater sprechen und du wirst mich begleiten.“ – oder so ähnlich. Er hatte jedoch gar keine Lust Lucien zu begleiten, das war ein Problem, nicht wahr?
„Was? Moment mal… . Ich habe durchaus bessere Dinge zu erledigen. Wieso soll ich ihn begleiten? Das geht mich doch gar nichts an!“
Dieser Tamtam und soviel Luft um gar nichts, das nervte. Niemand hatte gesagt sie hierher bringen zu müssen, das war doch einer dieser kindischen Ideen des Toten gewesen, also auch sein Problem es gewissenhaft zu regeln.
Sacht drückte Felice die Lippen aufeinander und wendete sich ab.
Generell klang die Idee sich Kleidung anzuziehen gar nicht schlecht. Im Schrank also? Da würde er dann mal nachsehen.
So ging er von der Türe weg und überließ Rasmus die Entscheidung, einzutreten oder wegzugehen. Gedanklich tippte er darauf, dass der Ältere hineinkommen würde um ihm das Gehirn zu waschen. Hoffentlich tat er dies weiterhin in eine angemessene Lautstärke.

„Woher weiß er überhaupt, dass ich hier bin? Ich kann doch gehen wenn ich nicht erwünscht bin! Ich fühle mich hier sowieso nicht sonderlich wohl… .“
Und das war eine Tatsache. Na ja, wer fand es toll in einem Haus von Pseudo-Vampiren zu leben? Er zumindest nicht und Vico war noch zu jung um ihm die komplette Wahrheit vor die Nase zu halten. Nein, auf schlaflose Nächte hatte er auch keine Lust. Sein Leben mutierte sowieso zu einem 24 Stunden Tag, da war er froh irgendwann mal etwas Schlaf zu finden.
Langsam kramte er in dem Schrank herum und versuchte ohne Licht auszukommen. Es klappte, und so hatte er nach wenigen Minuten endlich mal etwas anderes an, als sonst immer. Seltsam, dass die Größe wirklich passte. Wer hatte das gekauft?
Geändert am 13.12.2005 um 11:55 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 13.12.2005    um 21:11 Uhr   
Ein leises Seufzen erfüllte der Raum und Rasmus betrat das Zimmer. Die Tür hinter sich ins Schloss gleiten lassend, sagte er mit Nachdruck:
"Du scheinst nicht zu verstehen, dass das keine Bitte ist, Felice. Entweder, du begleitest Lucien, oder du und dein Bruder seid schneller tot, als ihr auch nur daran denken könnt. Das hier ist nicht die liebvolle, menschliche Gesellschaft, die du vielleicht kennst. Das ist die Gesellschaft untoter Vampire, denen ein Menschenleben nicht mehr bedeutet, als ein Müsliriegel. Also entweder kommst du jetzt mit mir, oder du hast nicht nur über dich das Todesurteil gesprochen, sondern auch über deinen Bruder!"
Damit drehte sich der Italiener um und ging wieder auf die Tür zu. Mehr konnte er tatsächlich nicht machen. Jetzt lag es an Felice' Verstand und seinem Urteilsvermögens. Er betete, dass er die richtige Wahl traf.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 13.12.2005    um 21:33 Uhr   
Mit allem hatte er gerechnet, aber dass sie seinen Bruder in die Sache mit rein gezogen wurde fand er mehr als unverständlich. Der wusste doch von gar nichts, er war ein regelrechtes Unschuldslamm! Aber gut, weil er seinen Bruder liebte ging er dies ein. Es blieb ihm – wie meist – keine andere Wahl.
„Na schön!“
Entkam es ihm schnell.

„Kann ich mich noch wenigstens anständig anziehen? Einen kurzen Moment bitte… .“
Er musste sein halbnasses Haar kämmen und diesmal wirklich bändigen, bevor er aus dem Zimmer gehen konnte. So gesellte er sich dann wahrlich nach kurzer Zeit zurück zu Rasmus. Nur einzelne Strähnchen fielen sanft in sein Gesicht und die schlichte Kleidung hatte etwas an sich, was ihn jung wirken lässt. Das war er natürlich auch.
Leise schob er die Türe hinter sich zu als er mit Rasmus auf dem Gang stand.

„Gerne mache ich das aber nicht… .“
Huschte es ehrlich über seine weichen Lippen.

„Schön. Und jetzt?“
Fragend sah er zu dem älteren Italiener.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 13.12.2005    um 22:01 Uhr   
"Ich kann es mir vorstellen."
Gab der ältere Italiener unverblühmt zu. Leise führte er den Jungen durch einen hübschen, holzvertäfelten Gang. Hier und da saßen Putten auf Treppengeländern, oder beäugten die beiden misstrauisch von den Fensterbänken aus.
Das dieses Haus mit seinem Reichtum nicht hinter dem Berg hielt, war wohl sofort klar. Nach einigen Minuten standen sie vor einer großen Tür und Rasmus lehnte sich gegen das Treppengeländer, das in das Erdgeschoss führte. Er selbst wirkte etwas angespannt, versuchte es sich aber nicht anmerken zu lassen.
Es dauerte nicht sehr lange, als man Schritte auf der Treppe hörte und schließlich auch die dazugehörige Person sah.
Da war er Lucien. Schön, wie der junge Morgen und mit einem Blick, der selbst den Weihnachtsmann traurig gemacht hätte. Sein Körper steckte in Kleidung, die vor einigen hundert Jahren einmal modern gewesen war. Seine schlanken Beine steckten in enganliegenden, beigen Kniebundhosen und wadenhohen Stiefeln. Darüber trug er einen Rock aus feinstem Brockat und die Haare hatte er im Nacken zusammen gebunden. Seine Bewegungen waren fließend und leicht, auch wenn ihm nicht danach gewesen war.

"Ich hoffe, ihr wartet noch nicht lang."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 13.12.2005    um 22:33 Uhr   
Nur ein leises Seufzen war das Einzige, was man noch von Felice zu hören bekam, als Rasmus ihn zu dem genannten Ort führte. Mit seiner recht entspannten Stimmung war er wohl allein auf weiter Flur, aber das störte ihn wenig.
Während dem Warten hatte er sich gegen eine Wand gelehnt und die Arme vor der Brust verschränkt. Vor Langeweile kaute er sich leicht auf der Unterlippe herum und als die Schritte an sein Ohr schnellten, hob er natürlich den Kopf. Eigentlich hatte er gedacht, Luciens Vater zu sehen – oder wie man den bezeichnet – aber der Anblick war auch nicht schlecht! Im ersten Anflug einer Reaktion musste er sich ein Lachen verkneifen, das wäre sicher nicht sehr angebracht gewesen. Jedoch sah man ihm an dass er sich amüsierte. Danach beruhigte er sich und strich lästige Strähnchen aus der Stirn, die die Haut darunter kitzelten. Trug man so was zu der Zeit, als Lucien gelebt hatte? Ob das noch dieselbe Kleidung war, die er getragen hatte, als er zum Vampir wurde? Hmmm…, schon wieder diese albernen, uninteressanten Gedanken. Er sollte dies ändern. Also sah Felice weg, als würde ihm die ganze Sache nichts angehen. Immerhin stand er gerade unfreiwillig hier und das wollte er zeigen, koste es, was es wolle.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 13.12.2005    um 22:47 Uhr   
"Nein, haben wir nicht!"
"Das beruhigt mich... ein wenig. Sag Felice, wie geht es dir?"
Der Franzose war auf dem Treppenabsatz angekommen und sah dem jungen Rebellen entgegen, auch wenn dieser versuchte völlig desinteressiert zu wirken. Er war sich plötzlich nicht mehr sicher, ob es eine so gute Idee gewesen war den Jungen herzubringen. Zu viel stand doch auf dem Spiel. Aber wenn er ihn nicht herbrachte dann... er mochte diesen Gedanken nicht zu Ende denken, denn wie es ausgehen würde, das konnte man sich an fünf Fingern abzählen.
Er räusperte sich und verschränkte die Hände hinter dem Rücken. In diesem Aufzug wirkte er sehr jung. Man würde ihn kaum auf siebzehn Jahre schätzen und dabei war er älter, als es den meisten Leuten lieb sein könnte. Und trotzdem war er noch so jung, wenn man in untoten Maßstäben rechnete. Er leckte sich kurz über die Unterlippe. Hatte man da etwa seine etwas zu spitzen Eckzähne gesehen? Wahrscheinlich nicht... man wollte es einfach nicht glauben, dass ein so hübscher, junger Bursche ein Monster sein sollte.
Geändert am 13.12.2005 um 22:47 Uhr von LucienAmadeus
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geschrieben am: 14.12.2005    um 13:02 Uhr   
Die ihm gestellte Frage beantwortete er nicht sofort. Nein, er lenkte den Blick weiter ab, sah zu der großen, dunklen Türe und dann hinab zum Boden, der schier interessanter wirkte als alles andere in diesem riesigen Gebäude. Im Inneren bemerkte der Italiener, wie er ein dumpfes Gefühl verspürte. Die Anspannung in diesem Gang konnte man bald mit dem Löffel essen, aber wieso meinte er jene auch von Lucien zu verspüren? Der war doch einer jener Personen, die einfach nicht nervös sein konnten, weil sie nicht mehr wussten wie das geht. Na ja, vielleicht irrte er sich da. Immerhin war auch Lucien einmal ein Mensch gewesen, aber es war so schwer zu verstehen. Ah, das überfordert ihn viel zu sehr… .
„Gut. Ich kann mich nicht beschweren.“
Entkam es leise aber deutlich von Felice, der seinen Blick wieder zurück gewandt hatte. Die Antwort die er gegeben hatte war sogar wahr. Seit gestern fühlte er sich besser. Schön, da waren noch ab und an Schmerzen, aber sie waren ertragbar. Im Moment lebte es sich recht einfach.

„Aber ich habe gesagt, dass ich nicht hierher gehen will. Was soll das überhaupt? Das ist doch eine Sache zwischen dir und deinem…, deinem… .“
Er räusperte sich leicht und nahm die Arme vor der Brust weg, als ihm nach wenigen Sekunden nicht das passende Wort einfiel. Sichtlicht bemerkte man, dass Felice keine Ahnung hatte wie er jegliche Personen umschreiben sollte, ach, woher auch? Mit so einem Mist musste er sich vor wenigen Wochen nicht beschäftigen. Da durfte er noch ein recht normales Leben führen… . Aber schön, an diesem Punkt sollte er loslassen. Es gab keinen Grund sich darüber jetzt aufzuregen, immerhin ist es nun so und er sollte sich dieser Situation stellen. Ja, er sollte sich damit auseinander setzen. Mit vielen Dingen in seinem Leben. Irgendwie wurde ihm das jetzt erst klar. Hier an diesem Ort.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 30.12.2005    um 20:43 Uhr   

Geändert am 31.12.2005 um 13:01 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 10.01.2006    um 11:54 Uhr   
Es sah so aus, als würde Lucien tief Luft holen und sich erst dann gegen die kühle Wand lehnen. Aber, musste er überhaupt arbeiten? Arbeitete eine Lunge in einem toten Körper noch? Schlug das Herz? Fragen, die sich ein Mensch irgendwann stellen musste, wenn er sich mit Kindern der Nacht umgab. Oder diese mit ihm.
Der schöne Franzose nickte langsam und leckte sich über seine Unterlippe. Natürlich hatte Felice Recht. Es ging ihn nicht wirklich etwas an, er hatte nicht darum gebeten auf dieses Anwesen mitgenommen zu werden und er wollte gewiss auch nicht hier stehen, in diesem Moment. Aber das war zweitrangig. Hier ging es in erster Linie um ihn, Lucien und um seinen Will. Um diesen durchzusetzen, brauchte er den Jungen.

"Felice, ich weiß, dass du keine Lust hast mich zu begleiten. Ich weiß auch, dass du die Zeit lieber mit deinem Bruder verbringen willst, aber lass mich dir eins sagen. Dieser Besuch ist wichtig. Viel wichtiger, als du vielleicht glaubst. Hier geht es darum, ob du und dein Bruder den nächsten Morgen noch erlebt. Es geht um euer Überleben. Also stelle dich nicht quer. Ich würde nicht gerne dafür verantwortlich sein, dass ihr euch um Kopf und Kragen redet und das im wahrsten Sinne des Wortes. Nun komm!"
Er ging auf den Jungen zu und legte ihm einen Arm um die Schulter. Rein äußerlich konnte man meinen, dass sie Schulfreunde waren. Wie trügerisch...
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