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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.04.2006    um 19:37 Uhr   
Es kehrte eine tiefsinnige Stille ein. Das Rauschen des Windes dröhnte an sein Ohr und bohrte sich mit einem schrecklichen Ton durch den Gehörgang bis hin zu feinen Nervensträngen des Gehirns. Es wirkte, als starrte Felice Lucien an, aber man bemerkte mit dem zweiten Blick dass dies nicht der reinen Wahrheit entsprechen konnte. Dann, nach einer endlos wirkende Ewigkeit, lachte er höhnisch auf. Er hielt sich dezent eine Hand in Höhe des Mundes und wendete sich geschmeidig um. Ruhig ging der erkrankte Leib des Künstlers über den glatten Boden der Terrasse. Die Fließen, die sich genauso kühl anfühlten wie die Finger seines Gastgebers, die sich vorhin einfach so auf seine Halsbeuge gelegt hatten, spürte er deutlich unter seinen Füßen. Er hielt auf einer dieser altmodischen Gartenstühle zu. Diese, die ganz schwarz und aus Stahl gearbeitet waren. Mit seltsamen Verzierungen, gar wie Rosenranken, an Rücken und Armlehne; sowie kleinen Löchern auf der Sitzfläche, damit der Regen ungehindert hinab rinnen konnte. Seufzend ließ sich Felice nieder und überschlug die schlanken Beine. Der Kopf wurde mit der rechten Hand abgestützt, die wiederum per Ellenbogen halt auf der Armlehne fand.
„Felice, du bist unschlagbar! Rennst aus dem einen goldenen Vogelkäfig sofort in das nächste! Mensch, ich bin doch ein regelrechter Glückspilz! Absolut talentfrei… .“
Das sollte man wirklich keinem erzählen. Völlig lustlos sackte sein Oberkörper ab, wobei die Hände nun die eigenen Schultern berührten, die langsam kühl wurden. Trotz der Wärme am Tag waren die Nächte nicht gerade in sommerlicher Stimmung. Ein kurzes Husten, dann erst konnte der Italiener weiter sprechen.

„Mich interessiert es einen Scheiß, was Gut oder was Schlecht für mich ist, denn am Ende kann es sowieso keiner mehr abwägen. Nicht mal du, Lucien! Eines ist klar. Ich bleibe hier nicht in deiner Nähe. Immerhin bin ich noch lebendig und möchte noch etwas von meinem Leben genießen. Zudem hast du mir noch immer nicht gesagt, wieso du soviel wusstest. Hm, bist wohl doch nur ein Spitzel.“
Was er sich schon von Anfang an gedacht hatte. Ein kranker Spitzel mit verdammt niedrigen Blutdruck, mehr nicht! Felice erhob sich wieder und setzte ein charismatisches Grinsen auf.

„Doch nun…, Verzeihung! Ich habe noch Besseres vor als mir den Abend mit einer schlechten Nachbildung meines Vaters zu versauen. Adieu!“
Sarkastisch verneigte er sich vor Lucien, was nebenbei bemerkt durchaus Stil hatte, und wendete sich dann zum Gehen. Genau wie zuvor: Er kam und ging, ein Mensch, der sich absolut nicht anleinen ließ. Absolut nicht… .
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2006    um 20:11 Uhr   
War es das, was ihn so an diesem Jungen, diesem Menschen faszinierte? Der unbändige Freiheitsdrang, unbrechbare Wille und die erhabene Art, wie er den einen Fuß vor den anderen setzte? Ja, es musste so sein, anders konnte er es sich nicht erklären. Felice war, was er gerne gewesen wäre: Unabhängig.
Seine blauen Bergseeaugen nahmen die eleganten Bewegungen des Jungen deutlich wahr, saugten sie in sich auf um sie in seinem Hirn abzuspeichern, als Bild ewiger Schönheit. Nein, auch wenn er gewollt hätte, er hätte ihm nicht ernsthaft schaden können. So ließ er den Jungen ziehen, denn mehr konnte er ohnehin nicht machen, ohne ihn seinem Willen zu unterwerfen. Und noch sah er nicht die Notwendigkeit darin. Er folgte Felice in sein Zimmer und verabschiedete sich mit einem ruhigen, gelassenen Nicken. Erst, als er auf den Gang trat, konnte er sich eingestehen, dass er schreckliche Angst vor dem hatte, was auf ihn zu kam. Er wollte nicht daran denken, was sein Vater mit ihm anstellen würde, doch bevor er weitere Gedanken daran verschwendete, zog er sich auf sein Zimmer zurück. Er würde so wie so warten müssen. Die Bücher und das Klavier, das die hier bereit standen, brachten ihm keine Abwechslung mehr. Die weißen Lilien auf der weißen Fensterbank rochen viel zu intensiv. Lucien versuchte es zu ignorieren, aber er schaffte es nicht. Also riss er das Fenster auf und schmiss die Vase mit Inhalt hinaus. Schnaubend lehnte er sich an die kühle Wand neben dem Fenster, als es plötzlich klopfte und ein Diener eintrat. Mit fistelnder Stimme gab er bekannt, dass der Herr seinen Sohn zu sprechen wünsche und zwar unverzüglich.
"Richte ihm aus, dass ich sofort komme!" Als der Diener sein Zimmer verlassen hatte, ging er auf einen Tisch zu, auf dem eine Karaffe mit Wasser, ein Waschbecken und Kämme bereit lagen. Er wusch sich das Gesicht, kämmt das schwarze, etwas längere Haar durch, so dass es seine hellen, Dank der hohen Wangenknochen, aristokratischen Züge zärtlich, wie Seide umschmeichelte. Wenn sein Herz noch schlagen würde, dann würde es jetzt wohl rasen. Trotzdem waren seine Schritte ruhig und wohlerzogen und von formvollendeter Eleganz, wie man sie nie bei einem Menschen würde ausmachen können. Sein Weg führte ihn geradewegs in einen Türm und dort hinauf in das höchste Zimmer. Mit seinen blassen Fingern klopfte er an. Als er keine Antwort bekam, trat er ein. Es war niemand da, aber auch so, wirkte das Zimmer furchterregend genug. Die Wände waren mit dunklen Kirschholz vertäfelt, in dem Nischen eingelassen waren, in denen Kerzen brannten. Es gab keine Sitzgelegenheiten in diesem Raum. Er war ausschließlich mit Matratzen und Kissen ausgestattet. Bevor er sich zuviele Gedanken machte, setzte Lucien sich und lehnte seinen schlanken Körper an die holzuvertäfelte Wand. Das Warten war grausam. Er hatte jegliches Zeitgefühl verloren und so wusste er nicht, wie lange er schon im Turm war, als sich die Tür endlich zum zweiten mal öffnete und Allegro eintrat.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2006    um 20:44 Uhr   
Er sah so wundervoll aus. Das blonde Haar ließ ihn, wie einen Engel erscheinen und seine Bewegungen waren göttlich. Nein, es gab kein schöneres Wesen auf der Welt, als seinen Vater. Elegant kniete er sich nieder, den Blick gesenkt, als Zeichen der Demut dem eigenen Erzeuger gegenüber. Es kostete ihn viel Überwindung, denn er wusste, dass die nächsten Stunde unangenehm werden würden. Allegros Schritte waren fast nicht hörbar und Lucien spürte seine Anwesenheit mehr, als alles andere. Er fühlte Allgeros kühle Hand die über sein Haar strich und sich in seinen Nacken legte. Dann war da wieder nur Leere. Keine Hand mehr, die ihn berührte, keine Schritte, keine Gefühle. Plötzlich legte Allergro zwei Finger unter sein Kinn und zwang ihn den Blick zu heben. Seine Bergseeaugen trafen den dunklen Blick Allegros. Er spürte seine Enttäuschung und seine Wut und er wusste, dass nicht seinen Schmerz lindern konnte. Kalte Lippen berührten seine und Allegros Zunge zwang sie auseinander. Ein Stechen durchzuckte seinen Körper, als die Rasiermesserklinge, die sein Vater unter der Zunge getragen haben musste, die Haut in seinem Mund aufritzte. Erschrocken zuckte er zurück, aber Allegro hielt ihn fest, drückte ihn fester an sich. Es waren nicht die Schmerzen, die ihn in Panik versetzen, die spürte er kaum. Es war die Tatsache, dass sich ihr Blut vermischte. Im nächsten Moment stieß Allegro ihn von sich und spuckte die Klinge aus. Ein wunderschönes Lächeln zierte seine Lippen und Lucien war bereit ihm alles zu vergeben, wenn er ihn doch nur wieder in seine Arme nehmen würde. Stattdessen öffnete sein Vater eine geheime Nische in der Vertäflung und brachte eine äußerst böse aussehende Peitsche mit eingeflochtenen Metallstückchen - und Haken zum Vorschein...
Es konnten zwei oder drei Stunden sein, die er im Turm verbracht hatte, vielleicht auch mehr. Allegro hatte erst von ihm abgelassen, als man nur noch schwerlich erkennen konnte, dass das blutige Etwas vor seinen Füßen vormals die außergewöhnliche hübsche Gestalt Luciens gewesen war. Der Schwarzhaarige spürte nichts, als Schmerzen, als Allegro ihn in seine Arme zog und begann über seine Wunden zu lecken. Ein Gefühl, wärmer und köstlicher, als es jeder Mensch erleben konnte, durchflutete ihn. Eine Wunde nach der anderen verschwand und ließ nur makellose Haut zurück, bis Lucien wunderschön und mit blutigen Tränen in den Augen in den Armen seines Vaters zog. Er fühlte sich elendig, körperlich und seelisch gedemütig. Kurz darauf ließ Allegro von ihm ab.
"Meinetwegen umgib dich mit ihnen, aber vergiss nie, wem du dein Leben zu verdanken hast."
"Ich liebe dich, Vater..." Wisperte er und streckte seine Hand suchend nach ihm aus. Allegro beugte sich zu ihm hinab und seine Lippen berührten die seines Sohns. "Ich weiß, Lucien. Schließlich bist du mein Kind!" Damit überließ er Lucien seinem Schicksal.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2006    um 20:45 Uhr   
Es dauerte lange, bis Lucien sich aufraffen und ins Haupthaus taumeln konnte. Er brauchte jetzt Nahrung und Ruhe. Und morgen, ja morgen Nacht würde Felice es erfahren...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.04.2006    um 22:04 Uhr   
Nachdem Lucien das Zimmer verlassen hatte, schloss er mit einer weniger lustvollen Bewegung die Türe. Hatte er nicht nach einem anständigen Gespräch verlangt? War er es nicht gewesen, der nach Antworten geschrieen hatte und nun denjenigen hinaus warf, der sie ihm geben konnte? Ja, er war eklig zu Lucien gewesen und ja, er bereute es.
Zu spät.
Keuchend landete er mit dem Rücken voran gegen die Tür und rieb sich den Kopf. Wären da nicht diese ständigen Schmerzen, die ihn manchmal halluzinieren ließen, ihn wütend und aggressiv machten, sähe das Ganze sicherlich anders aus.

Der Tag verging verdammt schleppend. Vico verlangte nach Aufmerksamkeit, die Felice ihm aufopfernd gab. Es war schwer den Jungen in so einem großen Haus ausreichend zu beschäftigen. Wenn sich das noch weiter hinzieht, wüsste er bald nicht mehr, was er noch mit dem Jungen anstellen sollte. Aber nicht nur Vico, sondern auch Felice, verspürte den wachsenden Drang nach Unterhaltung und Gesellschaft. Die Muse zum Schreiben war ihm entflohen. Schon lange konnte er kein Blatt mehr mit tief greifenden Wörtern füllen. Sein Leib schien schwächer und schwerer für die Knochen zu werden und das Essen…, daran dachte er selten am Tag. Genauso selten verließ er das Zimmer, welches ihr eigentlicher Gastgeber zugetragen hatte. Wenn man es so nehmen wollte, bemerkte man die Menschenkinder gar nicht, die sich zwischen den Vampiren aufhielten. Am Abend blieb der Italiener dann gänzlich im Zimmer. Was sollte er auch tun? Er hatte ein Radio gefunden – was er nicht erwartet hätte - und einen Sender, der leise klassische Musik spielte, als er sich am jetzigen Abend frisch geduscht auf der Terrasse befand. Da die Türe auf war, konnte er jeden Ton gut hören, auch die Tatsache wenn Vico nach ihm rief. Erst jetzt bemerkte er wie es doch langsam zuviel wurde. Nun ja, eigentlich sollte er sich nun irgendwo in Österreich befinden und Vico sicher untergebracht haben. Er hätte seine Mutter informiert und…, und dann…, keine Ahnung. Mein Gott, keine Ahnung!
Seufzend warf Felice einen Arm über seinen Augen. Er spürte den Schmerz, der langsam wieder seine Präsenz aufzeigte. Neben ihn auf einem schwarzen Tisch, passend zu den Möbelstücken, standen ein Glas und drei Schmerztabletten. Die würde er nun nehmen und falls es notwendig war, direkt ein paar Schlaftabletten hinterher. So nahm er den Arm vor seinen Augen zurück, ergriff die Tabletten und das Glas und sah zu, dass er die nun irgendwie hinunter bekam. Die Übung hatte er dennoch noch nicht.
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geschrieben am: 18.04.2006    um 22:14 Uhr   
Die Nacht war ruhig und der gelbe Mond zeigte sich spöttisch hinter den Ästen der Bäume, spiegelte sein Gesicht in den Seen und verhöhnte die Menschen mit ihren kleinen Sorgen.
Lucien ging es besser, als in der Nacht davor, auch wenn die seelische Niederlage schwer auf seinem Geist ruhte. Aber es war Vergangenheit und er hatte die Erlaubnis seines Vaters Felice zu helfen, diesem wunderschönen und schöngeistigen Menschen, der ihn so sehr an sich selbst erinnerte. Seine Schritte führten ihn leicht und elegant die große, breite Treppe hinauf und von dort aus den Gang zu den Gästezimmern. Leise klopfte er an die Zimmertür der Brüder. Felice würde sicher nicht begeistert sein, aber manchmal musste man Menschen eben zu ihrem Glück zwingen. Es war so und würde immer so bleiben...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 19.04.2006    um 17:40 Uhr   
Gelangweilt baumelten seine Beine. So hatte er sich sein künftiges Leben wirklich nicht vorgestellt. Aber…, was würde er nun machen, wenn er nicht hier wäre? Der Italiener vergaß die Tabletten für einen Moment, lehnte sich gänzlich zurück und blickte zum Firmament auf. Sicherlich hätte er vor der Grenze nach Österreich sein ganzes Guthaben vom Konto geräumt. Dann wäre er mit seinem Bruder weiter gereist und hätte sich in Wien ein Loft gemietet, nein, vielleicht sogar gekauft. Er würde mit seinem Bruder die Stadt erkunden, Ärztebesuche regeln und zusehen, dass sein Bruder gute Lehrstunden in Schule und Kunst bekam. Abends würde er arbeiten gehen und morgens nur für seinen Bruder da sein. Felice schmunzelte sacht. Das klingt nach den perfekten Brüdern! Ein schöner Traum war es allemal gewesen.
Das plötzliche klopfen ließ ihn zusammenzucken. Ein kurzer Blick warf er über seine Schulter, dann ein schneller Griff nach den Tabletten. Das Wasser spülte die Medizin in den Magen wo sie hoffentlich irgendwann sehr schnell zersetzt wurde. Seufzend erhob sich dann Felice und ging in das Gästezimmer hinein. Leise schritte führten ihn zu der Türe, die er dann öffnete. Er spähte durch den sich öffnenden Spalt und war ziemlich überrascht, Lucien dahinter zu erblicken. Was wollte der denn noch?

„Hast du mal auf die Uhr gesehen?“
Begrüßte Foscari den Gastgeber.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.04.2006    um 16:50 Uhr   
Ein Lächeln, erfrischender und vitalisierender, als das Bad in einem Bergfluss, hob seine Mundwinkel an, ohne dabei die spitzen, weißen Eckzähne zu entblößen. Sein Gesicht war von außerordentlicher Blässe, so wie es selbst Felice noch nicht an ihm gesehen hatte. Sogar die sinnlichen Lippen, die seine aristokratischen Züge in einem sanftgeschwungenen Bogen auflockerten, waren bleich. Und doch wirkte er anziehend, wie jede andere Gefahr. Nein, er stand seinem Vater keineswegs nach, was die Schönheit anging, nur war er sich dessen nicht so bewusste, wie er es vielleicht hätte sein können. In diesem Moment war sein Gesicht jedoch gezeichnet von Erschöpfung. "Verzeih' mir, Felice, aber ich trage schon lange keine Uhr mehr. Die Zeit beginnt bedeutungslos zu werden, wenn man davon mehr, als genug hat. Trotzdem, entschuldige meine späte Störung. Ich darf doch?"
Ohne die Antwort abzuwarten, öffnete er die Tür vollkommen und trat ein. Seine hellen Augen glitten über die Einrichtung des Raumes, bis sie schließlich auf Vico zu ruhen kamen.
"Hallo, Kleiner!"
Er nickte ihm zu und ging die wenigen Schritte zu ihm hinüber. "Dein Bruder und ich müssen etwas besprechen, aber ich habe gehört, dass Mareille in der Küche gerade Vanilleeis mit heißen Kirschen zubereitet." Flüsterte er dem Jungen halb ins Ohr und zwinkerte ihm verschwörerisch zu. Dann richtete er sich wieder auf und schaute in das ernste Gesicht des älteren Italieners.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.04.2006    um 19:38 Uhr   
Ein neugieriger Blick spürte Felice auf seinen Rücken, als er die Tür geöffnet und seine Stimme erhoben hatte. Vico war noch wach, vertrieb sich die Zeit damit, seine zeichnerischen Künste zu perfektionieren. Richtig zufrieden war ein Künstler nie. Ein leidiges Laster, was die meisten zur Weißglut brachte. Nachdem der Kleine erkannt hatte, dass es der Gutaussehende Felice war, malte er seine letzten Striche weiter um das Gespräch der Älteren vorerst nicht zu stören. Die gute Stube hatten die zwei Italiener also doch genossen, auch wenn Felice nicht immer den Anschein danach machte. Jener leckte sich flüchtig über die Lippen und weitete kurz darauf die Lider, als sich Lucien so einfach Eintritt verschaffte.
„Hey…!“
Entkam es empört seinen Lippen. Kein Wunder - das bisschen Privatsphäre wollte er noch immer gerne für sich alleine haben, doch…, selbst dies schien hier nicht akzeptiert zu werden.

„Hallo Lucien!“
Erwiderte Vico voll Fröhlichkeit. Der Bursche war in diesem alten und leblosen Haus der reinste Sonnenschein. Nur wegen ihm konnte sich Felice in extremen Situationen beherrschen. Die Malutensilien wurden neben den heranwachsenden Leib auf das Bett gelegt und freudige, leicht hellere Augen als die seines Bruders sahen dem Blasshäutigen abwartend entgegen, als dieser sich näherte. Der Köder war perfekt ausgelegt. Eis war sozusagen die Hauptspeise eines jeden Kindes, so auch für den neunjährigen Vico. Der machte auch glatt einen fröhlichen Laut und warf die Arme in die Höhe.

„Juhu, Eis und Kirschen! Das mag ich!“
Sofort – oder besser gesagt, nachdem sich Lucien halbwegs aufgerichtet hatte – sprang der Bursche auf und eilte zur Türe, die Felice noch immer geöffnet hatte. Er rannte geradewegs hinaus und nahm den Weg zur Küche. Sein Bruder rief ihm folgendes hinterher:

„Aber esse nicht zuviel davon, Vico! Ich will nicht, dass du nachher im Bett rumheulst wegen Bauchweh!“
„Ja, schon gut!“
Rief Vico freudig zurück.
Dann erst schloss Felice die Türe und lehnte sich elegant mit dem Rücken dagegen. Trotz der Schmerzen die zunehmend von den Tabletten betäubt wurden, konnte er sich noch immer recht flüssig bewegen.

„So, wir müssen also etwas besprechen?“
Er lächelte sarkastisch und stieß sich von der Türe ab.

„Was denn?“
Mit ruhigen Schritten nahm er den Weg zu einem runden, gebeizten Tisch aus dunklem Kirschbaum. Aus einer silbernen Karaffe schenkte er sich Wasser in ein neues Glas. Wenn er ehrlich sein sollte, hatte er hier noch nie eine Flasche gesehen. Ruhig stützte er sich danach mit einer Hand an dem Tisch ab, während er gemütlich trank.

(P.S: Danke für die gute Bewertung! o.o)
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.04.2006    um 19:57 Uhr   
Selbst in diesem Zustand bist du wunderschön, kleiner Felice. Wunderschön und stark. Noch immer glaubst du, dass du deinem Bruder damit einen Gefallen erweist und vielleicht hast du damit auch Recht. Ja, in gewisser Weise bewundere ich dich für dein Verantwortungsbewusstsein... wenn nur nicht dein Stursinn wäre. Mit eleganten, langen Schritten ging Lucien auf den Tisch zu und setzte sich auf die Tischplatte. In diesem Moment sah er einfach nur, wie ein rebellischer Halbstarker aus.
"Ja, ich habe noch einmal mit meinem Vater geredet, Felice." Bei dem Gedanken daran verfinsterte sich sein helles, aristitokratisches Gesicht mit den hohen Wangenknochen. Noch jetzt spürte er jeden Schlag, fühlte, wie die kleinen Metallhaken sich in sein Fleisch gruben, daran rissen und zerrten, bis er glaubte den Verstand zu verlieren. Er leckte sich kurz über die Unterlippe. "Ich kann euch helfen. Dir und Vico." Er streckte seine Hand aus und nahm das Kinn des Italieners zwischen seine Porzellanfinger. Die Kraft, die in ihnen steckte, erwartete man überhaupt nicht, von einem so zarten Körper. Felice würde sich nur sehr schwer befreien können. "Du wirst nicht sterben. Ich weiß, das klingt in deinen menschlichen Ohren unmöglich und für Menschen ist es das vielleicht auch. Aber mir stehen Türen offen, die ihr nicht kennt. Mehr noch, du wirst deine Jugend behalten und doch nicht unsterblich sein. Wenn du genug von diesem Leben hast, wird ein Wort von dir genügen dich zu befreien, aber bis dahin bleibt uns noch so viel Zeit. Dir und mir - und dir und Vico! Du wirs erleben, wie er ein erfolgreicher Künstler wird. Wie sein Name in aller Munde ist. Vielleicht wirst auch du Bücher veröffentlichen! Sag Felice, vertraust du mir?" Hauchte er ihm entgegen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.04.2006    um 21:06 Uhr   
Ein halbstarker Rebell…, ja, eventuell war Lucien dies wirklich! In diese Rolle könnte man ihn ohne einen einzigen Hintergedanken stecken. Leider schaffte das Felice im Moment weniger, denn seine Aufmerksamkeit sollte nun völlig auf den Worten liegen, die Lucien zu ihm sprach. Diese Aufmerksamkeit spiegelte sich auch in seinen tiefbraunen Augen wieder. Jene hatten sich auf ihr helles Gegenpaar gelegt und versuchten forschend weitere Hinweise zu ergattern, die dort versteckt liegen könnten. Der Griff an sein Kinn hinderte ihn daran, einen weiteren Schluck aus seinem Glas zu nehmen. Er wusste auch, dass in diesem jung und weich wirkenden Körper immense Kraft steckte, also machte er sich nicht mal die Mühe aus diesem Griff zu entkommen. So belehrt war er schon.
Er wurde plötzlich unruhig.

„Lucien, du siehst ein wenig blass um die Nase aus. Vielleicht solltest du dich hinlegen und deine Hirngespinste für dich behalten!“
Entkam es ihm frech.

„ Ich kann mir denken dass ihr Freaks mehr drauf habt, als Menschen blutleer zu saugen, aber das kannst du dir schön aus dem Kopf schlagen! Hast du mal überlegt was ich meinem Bruder sagen soll, wenn ich nicht altere? Das ist eine komplizierte Sache und ich will ihn damit nicht konfrontieren! Ich wünschte mir nämlich, ich wäre genauso unwissend und naiv wie er es im Moment ist.“
Dann wäre so vieles viel einfacher gewesen.
Als er bemerkte, dass dies Mitleid erregend klang, schnaufte er auf.

„Ich bin mir nicht ganz sicher ob ich dir vertrauen sollte. Kann gut sein, dass du gerade halb am verhungern bist und mich nur irgendwie rumkriegen willst. Andererseits kann es auch der Wahrheit entsprechen. Wenn dies so ist, lehne ich dankend ab! Ich will kein Blutsauger werden, da sterbe ich lieber.“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.04.2006    um 21:22 Uhr   
"Nein, Felice. Zu einem der Unsrigen dürfte ich dich nicht machen, auch wenn ich es wollte. Außerdem will ein solcher Schritt gut überlegt sein und ich würde dir dieses Schicksal niemals ohne dein Einverständnis aufdrängen. Aber, es gibt einen anderen Weg. Du würdest ein Mensch bleiben mit all deinen Bedürfnissen. Essen würde dir schmecken, wie eh und je. Du würdest Lust empfinden, wenn du ein schönes Mädchen siehst... nichts würde sich für dich ändern. Du müsstest nur nicht sterben. Glaub mir, Vico würde es verstehen. Er würde nicht wollen, dass du stirbst!"
Er konnte nicht widerstehen. Er musste diese weichen, warmen Lippen berühren und so glitt sein Daumen flüchtig über die sanft gewölbten Lippen des älteren Italieners hinweg
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.04.2006    um 21:47 Uhr   
Vico Vico Vico! Vico war neun Jahre alt! Das kann er doch nicht machen! Das wäre so, als würde er sagen, dass es den Mann im Schrank tatsächlich gab! Außerdem…, er fürchtete sich davor seinen Bruder zu enttäuschen. Er wollte ihm ein gutes Beispiel sein, weil er ihn verdammt noch mal mochte! Selbst das Geständnis über seine tödliche Krankheit hatte er nach eineinhalb Monaten nicht sagen können. Wie sollte er also das schaffen?
„Nein.“
Wisperte er leise und versuchte sich nun doch von Lucien zu entfernen, besonders, als jener ihn so unsittlich an den Lippen berührte. Die Tabletten hatten wirklich eine gute Wirkung. Jetzt sollte er aufpassen.

„Nein, das geht nicht! Es war ein dummer Zufall der uns zusammengeführt hat. Ich bin nicht damit einverstanden, diesen Weg zu gehen, egal, wie er aussieht! Das ist nicht mein Schicksal und du hast kein Recht, dich noch tiefer in mein Leben einzumischen! Mir reicht es langsam mit dir, hörst du? Ich habe keine Ahnung was dich so gereizt hat, dass du uns mitschleppen musstest. Aber ich weiß dass ich nichts dazu kann! Ich dachte, du wärst nur eine praktische Lösung umsonst nach Wien zu kommen, aber selbst das hat ja nicht geklappt. Jetzt lebe ich hier, eingesperrt auf einem Gästezimmer und vegetiere erst recht vor mich her.“
Er schnappte nach Luft. Das war ein sehr langer Ausbruch gewesen. Die Wut, die er hatte, auf wen kompensierte er sie? Er bemerkte, dass Lucien nicht der der Grund war, nur ein dummer Auslöser.

„Verzeih mir… .“
Wisperte Felice plötzlich und versuchte sich nun gänzlich abzuwenden. Die Schmerzen und die Tatsache, dass sein Leben den Bach runter ging, ließen ihn verzweifeln. Er steckte soviel Arbeit hinein um es noch gerade zu biegen, aber immer wenn er merkte es lief nicht so wie er wollte, wurde er frech und aggressiv.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.04.2006    um 22:00 Uhr   
So viel Wut in einem so zarten, schwachen Körper. Bewundernd ließ er den Wutausbruch des Jungen über sich ergehen. Wenn er nur wüsste, wie wertvoll diese Gefühle sind. Das Glitzern in den dunklen Augen faszinierte ihn. Als Felice endlich geendet hatte, hörte man sanfte Schritte auf dem Boden. "Ich kann deine Angst, deine Sorge, deine Wut, deine Trauer und deine Unsicherheit nur zu gut verstehen. Es schmerzt mich, dich in diesen Räumen einsperren zu müssen, umgeben von Untoten, deren einziges Vergnügen die Qual der Menschen ist. Aber es gibt keinen anderen Weg mehr. Mein Vater besteht darauf, dass ich mich deiner annehme - und glaub mir, ich mache es gern! - und sollte ich es nicht tun..." Er machte eine Pause, die er nutzt um seine kühlen, aber durchaus sanften Hände auf die Schultern des Jungen zu legen. Es war ihm ein unbändiges Verlangen, dem jungen Menschen zu zeigen, dass er ihm Halt und Schutz gewähren würde, wenn er es ihm nur erlaubte. "...werdet ihr dieses Haus nicht mehr lebend verlassen. Felice, schenke meinen Worten Glauben, wenn ich dir sage, dass ich dir helfen werde..."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.04.2006    um 22:21 Uhr   
Als er zumindest seinen Kopf wieder bewegen konnte, fühlte er sich etwas erleichtert. Die Panik wer nun nicht mehr so hoch, wie zuvor. Es war schwer in diesem ganzen Desaster Fuß zu fassen, aber anscheinend hatte Lucien Verständnis dafür - warum auch immer. Aber sagen wir mal so: Wenn er diesem…, Wesen, wirklich die Chance gab tiefer in sein Herz vordringen zu können, wer garantierte ihm dann, dass er sich auch wirklich auf ihn verlassen konnte? Bislang hatte er sich auf niemanden verlassen können. Freunde waren eine Seltenheit wenn man begabt war und ständig auf irgendwelche Hochschulen und Kunstinternate geschickt wurde. Da verlernte man oder vergaß was es heißt, zwischenmenschliche Beziehungen zu führen; egal welcher Art. Sein schmaler, aber schön geformter Brustkorb hob sich, als er die Lungen mit einer starken Portion Sauerstoff füllte. Diese kühlen Hände…, ob es für Lucien angenehm war, warme Haut zu berühren?
„Du willst meinen Glauben? Dafür sperrst du mich ein, lässt mir keinen Ausgang, keinen Pfennig Geld und keine Möglichkeit wenigstens einmal kurz einen Arzt aufzusuchen? Ich habe dir sogar das Angebot gemacht, zu Arbeiten, denn mir ist nichts zu schade.“
Was man eventuell gar nicht extra erwähnen musste. Der Italiener machte nämlich nicht den Anschein Angst um abgebrochene Fingernägel zu haben. Ruhig lenkte er den Blick auf einer der französischen Hände, die auf seiner Schulter lagen.

„Ich meine, so gewinnt man kein Vertrauen! Das macht man anders.“
Er räusperte sich leicht. Gab er nun Ratschläge? Jemanden, der tausendmal länger lebte als er selbst? Anscheinend!

„Wenn du schon Angst hast ich haue ab oder erzähle irgendwem über dieses Haus, kannst du ja mitkommen. Mein Gott, ich muss hier einfach mal raus um nachzudenken. Verstehst du das nicht? Ich muss mal unter normalen Menschen, Lucien! Du kannst doch nicht ernsthaft von mir verlangen, dass ich ruhig wie ein Stofftier auf dem Bett sitzen bleibe?“
Mit einem schwachen Kopfnicken deutete er auf jenem.

„Wenn ich dir vertrauen soll, musst du anfangen, auch mir zu vertrauen!“
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geschrieben am: 20.04.2006    um 22:34 Uhr   
"Gut! Dann begleite mich ins Theater, oder ins Balett, in die Oper, zu einer Vernisage, einer Lesung... es gibt so vieles, was wir machen können!" Wie wundervoll! Er sah einen winzigen Schimmer Licht in einer schier endlos wirkenden Nacht. Diese Worte waren süßer, als der Gesang der besten Sopranistin, als das schönste Gemälde, des besten Malers. Er nahm seine Hände von den Schultern des Jungen und ging zum Fenster hinüber.
"Such dir aus, wonach es deinem Herz beliebt!" Er lächelte ihm freundlich entgegen und neigte seinen Kopf. Dieser Mensch würde ihn ins Verderben stürzen und er - dumm wie er war - lief ihm noch entgegen.
"Kann ich noch irgendetwas für dich tun, um dir deinen Aufenthalt angenehmer zu gestalten? Vielleicht soll ich dir die Bibliothek zeigen?"
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geschrieben am: 20.04.2006    um 22:52 Uhr   
Wow, das waren sehr viele Vorschläge auf einmal. Sicher, er musste die Tatsache vor Augen halten, dass sie – wenn – nur Abends ausgehen konnten.
„Wie wäre es mit Kino, ein Essen bei einer Fastfood-Kette oder einen Besuch in der Disco?“
Felice konnte ein schönes, freches Grinsen nicht verkneifen.
Ja, da prallten Generationen heftig aufeinander. Natürlich hatte er nichts gegen die Dinge, die Lucien aufgeführt hatte, aber anscheinend hatte jener die Dinge, die er erwähnt hatte, viel zu selten gekostet. Immerhin gab es noch andere Optionen sich zu amüsieren, wieso also diese alten unlustigen Dinge machen?
Das Angebot einer Führung empfand er als sehr ansprechend. Er kannte dieses riesige Haus nicht. Er wusste nur, wo die Küche, Luciens und Rasmus Zimmer, der Ausgang und das Zimmer war, indem er Allegro treffen durfte.

„Ja, gegen eine Führung hätte ich nichts einzuwenden.“
Immerhin, endlich bekam er etwas Aufmerksamkeit. Das verbesserte die Stimmung und das körperliche Gefühl. Ansonsten fühlte er sich wie der Besen in einer Abstellkammer. Nur nötig, wenn man ihn eben gerade brauchte.
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geschrieben am: 20.04.2006    um 23:13 Uhr   
Oh, das klang alles, wie in einem süßen Traum. Er hatte nur selten Kinos besucht, vielleicht wirklich, weil sie ihm zu neumodisch waren, aber der Gedanke, es doch noch einmal zu versuchen, versetzte ihn in einen Zustand tiefster Vorfreude. Vielleicht war es noch immer, wie in den alten Lichtspielhäusern. Ob man noch immer Zuckerwatte und Popcorn verkaufte? Er liebte diese Gerüche so sehr.
"Nun, einverstanden. Gehen wir ins Kino und wenn du willst in ein Restaurant deiner Wahl." Die morgige Nacht soll dir gehören, schöner Mensch. Ich will lernen, wie du zu sein, Freude an dem zu haben, an dem du dich erfreust.
"Aber nun komm! Ich zeige dir die Bibliothek und die Thermen!"
Lucien hatte nicht zu viel versprochen. Die Bücherei war dreistöckig und so geräumig, dass man kaum glauben konnte, dass jemand auch nur die Titel der Bücher kannte, die so ordentlich in den Regalen standen, aber Lucien versicherte, sein Vater hätte sie alle gelesen und könnte die meisten von ihnen sogar auswendig.
"Das hier ist ein handschriftliches Manuskript eines deutschen Dichters. Sein Name war Goethe. Mein Vater kaufte ihm die Schrift für ein paar Mark ab. Heute wäre sie wahrscheinlich Millionen wert."
Die Bibliothek war sicher aufregend gewesen, aber die Thermen waren von außerordentlicher Schönheit. Sie lagen weit unterhalb des Hauses, tief verborgen in den Höhlen unter dem Anwesen. Sanfter Dampf stieg von dem warmen Wasser auf, das sich in großen Becken aus weißem Marmor sammelte. In einem dieser Becken stand eine große Figur einer Göttin - wahrscheinlich Venus - nachempfunden.
"Und, wie gefallen sie dir?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 20.04.2006    um 23:56 Uhr   
Im ruhigen Gang war Felice dem Franzosen gefolgt. Ungewöhnlich. Diese ruhige, zufriedene und gelassene Art kannte er gar nicht vom Blasshäutigen. Mehrmals linste er zu ihm hinüber, nur um sicher zu gehen, dass er sich mit dem Gefühl nicht irrte.
Die Bibliothek war wahrlich atemberaubend. Dass Allegro all die vielen Bücher gelesen hatte und sogar teils auswendig konnte, kann er sich durchaus vorstellen. Wenn man so lange lebt, war das kein Wunder. Allegro musste ja noch Älter sein, als Lucien, oder nicht? Oder sie waren früher nur ein paar Jahre auseinander gewesen. Aber das würde er sicher bald noch erfahren. Das Manuskript war jedoch der Höhepunkt! Ungläubig starrte er es an.

„Was? Allegro hat Goethe getroffen? Ist nicht wahr!“
Er liebte Goethe! Nicht die Person, sondern eher seine Werke. Erst jetzt wurde ihm dabei bewusst, wie alt diese Wesen doch sein mussten! Wann war Goethe geboren…? 1749! Ungläubig linste er den Franzosen an. Das heißt, Lucien müsste ungefähr 236 Jahre alt sein! Das war gut das 17-fache seines Alters! Ohje…, ihm wurde schwindelig.
Die Therme war überraschend. Er hätte nicht gedacht, dass es so was unter dem riesigen Anwesen geben würde. Wahrscheinlich sparte man damit ziemlich Heizkosten. Aber da hier sowieso fast alle Vampire waren, wurde dies sowieso nicht benötigt. Vorsichtig näherte sich der Italiener dem Becken. Seine dunklen Augen musterten das klare Wasser, welches sanfte Wellen schlug. Die Feuchtigkeit und die Schwüle ließen ihn kurz stocken, als er langsam in die Hocke absinken wollte. Vorsichtig tauchte dann seine rechte Hand in das Wasser ein. Ja, es war angenehm warm! Ob es auch benutzt wurde? Ansonsten wäre es ja nicht hier, wie?

„Oh, es ist toll! Ich wusste nicht, dass es hier so was gibt. Wird es auch benutzt?“
Eine dumme Frage, aber irgendwie musste man ja den Dialog aufrecht erhalten.

„Ach, und wie lief es eigentlich bei deinem Vater ab? Äußerlich scheinst du ja noch prächtig zu sein, aber innerlich bist du sicher mehr als gebrochen, wie?“
Gesunder Menschenverstand ließen ihn auf diese Spur kommen. Immerhin konnte Lucien sicher keine körperliche Schmerzen empfinden, also musste man da anders vorgehen.

„Und bist du wirklich 236 Jahre alt? Wo bist du geboren und wie kam es eigentlich dazu, dass du zum Vampir wurdest? Kanntest du Allegro schon vorher? Wie alt warst du, als du…, erm, gestorben bist? 16, 17? Hat es wehgetan, oder ist es so, wie es in den Büchern steht und in Filmen gezeigt wird? Lebten deine Eltern damals noch? Leben sie heute noch? Wenn ja, wo sind sie? Hattest du Geschwister? Hattest du einen Beruf? Wie schaffst du es, Gedanken zu lesen? Und…, empfindest du wirklich gar nichts mehr? Ich meine, so rein körperlich… .“
Da brachen sie heraus, die ganzen Fragen, die seit ihrem Zusammentreffen in seinem Kopf herum schwirrten.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 21.04.2006    um 14:01 Uhr   
Unweit der Becken standen Bänke aus weißem Stein. Auf einer von ihnen nahm der er Platz, die Beine übereinander geschlagen, die blassen Hände neben den schmalen Hüften abgestützt und die tiefen, blauen Augen auf Felice gerichtet. Es ist schön zu sehen, dass es dich freut, kleiner Mensch. Dein Kopf ist so voller Sorge, dass ich befürchten musste, dass deine Seele daran zerbrechen würde. "Ja, mein Vater gibt oft Soireen, lädt Dichter und Tänzer, Sänger und Musiker ein. Oftmals feiern wir hier unten. Dahinten, gleich hinter dem Felsvorsprung ist ein kleiner Festsaal, der für den offiziellen Teil dieser Abende genutzt wird. Wer danach noch bleiben möchte, benutzt gern die Thermen." Er nickte und seine dichten Wimpern verbargen für einen kurzen Augenblick das helle Blau hinter den Lidern.
Als er Felice' Frage vernahm, blickte er zu ihm hinüber und leckte sich kurz über die blasse Unterlippe.
"Du bist ein guter Beobachter." Stellte er mit bitter-süßer Bewunderung fest. Nein, ein Mensch, wie der junge Italiener war ihm noch nie untergekommen. Niemand hätte sich getraut ihn so offen auf seine Demütigung anzusprechen, aber für Felice schien es eine Selbstverständlichkeit zu sein, ebenso, wie die Tatsache, dass die Sonne im Osten aufgeht. "Sagen wir, mein Vater hat mir zuteil werden lassen, was ich verdient habe. Ich habe gegen Regeln verstoßen und es war nur angemessen mich dafür zu bestrafen." Mehr hatte er dazu nicht zu sagen. Zum einen, weil er sich sicher war, dass Felice die komplizierten Verhaltensweisen untoter Wesen nicht verstehen würde, zum anderen, weil er sich nicht mehr, als nötig herabwürdigen wollte.
Der Frageschwall des Menschen zauberte ein charmantes Lächeln auf seine Lippenbögen. Er hatte geglaubt, dass Felice nicht neugierig war, aber diese Reaktion belehrte ihn eines Besseren und er war froh darüber. Was wäre das Leben - oder Unleben - auch ohne die Abwechslungen des Alltags? Ohne Wissbegierde, ohne Leidenschaften?
"Das sind sehr viele Fragen, Felice. Komm, setz dich zu mir und ich will dir erzählen, wie es dazu kam, dass ich würde, was ich jetzt bin.
Geboren wurde ich 1772 in einem kleinen Dorf in Frankreich. Meine Eltern waren Bauern. Wir hatten ein kleines Stück Land, eine Kuh, drei Ziegen und sogar ein Pferd, aber wir waren nie reiche Leute. Ich führte ein beschauliches, ruhiges Leben. Als ich fünfzehn Jahre alt war, schickte mein Vater micht nach Paris, damit ich dort bei meinem Onkel in die Leere treten könne. Er war Weinhändler. Kein halbes Jahr später traf ich Allegro. Ich saß in einer kleinen Schenke und trank Bier, als er sich zu mir setzte und mich in ein belangloses Gespräch verwickelte. Vielleicht war es Zufall, dass ich ihm in den darauffolgenden Monaten immer wieder begegnete, vielleicht hatte er es aber auch schon von langer Hand geplant. Eines Abends lud er mich in sein Haus ein. Er zeigte mir seine Bibliothek, mit so vielen Büchern, dass mir beinahe schwindlig wurde.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 21.04.2006    um 15:13 Uhr   
Ich konnte mir nicht vorstellen, dass einen Menschen gab, der sich diese ganzen Bücher leisten konnt und schon gar nicht, so einen jungen Menschen. Aber damit nicht genug. Allegro bot mir an mir Unterricht in all den Dingen zu geben, die mein Onkel oder meine Eltern mir nicht geben konnten. Von diesem Moment an, war ich beinahe jeden Abend in seinem Haus.
Zwei Jahre später brach die Revolution los. Schon einige Zeit machte der Ruf nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit die Runde, aber jung und naiv, wie ich war, glaubte ich nicht, dass das Volk in der Lage war seine Forderungen durchzusetzen. Ich hätte vorsichtiger sein sollen, als ich in der Nacht des 14. Julis durch die Straßen der Stadt ging. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich rieche noch das Schießpulver, spüre den stechenden Schmerz in meinem Rücken... Es muss Zufall gewesen sein, dass Allegro mich mehr tot, als lebend in einer kleinen Seitengasse fand. Er brachte mich in sein Haus und machte mir ein unwiderstehliches Angebot. Dem Tod nahe, hörten sich seine Worte für mich an, wie Musik. Er erzählte mir von unsterblichem Leben und unendlichem Wissen. Ich brachte jedoch nur ein schwaches Nicken hervor. Ich lag in seinen Armen und roch seinen seltsamen, angenehmen Geruch. Seine Stimme flüsterte mir beruhigende Worte zu, nah an meinem Ohr, als ich plötzlich winzige Stiche in meinem Hals spürte. Das Gefühl danach war unbeschreiblich. Ich hatte noch nie bei einem Mädchen gelegen, aber ich wusste, dass das, was ich empfand alles übertraf. Mein Körper fühlte sich leicht an, schwebend, ja fast extatisch. In meinem Zustand registrierte ich nicht, was es war, das meine Lippen benetzte. Allegro flüsterte mir zu, ich müsse trinken und so trank ich. Dann starb ich. Das heißt, mein Körper starb. Ich war siebzehn Jahre alt...
Von diesem Zeitpunkt an, veränderte sich mich Leben von Grund auf."
Sicherlich, es gab noch immer einige ungeklärte Fragen, aber vielleicht sollte er Felice ersteinmal die Chance zu antworten lassen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 21.04.2006    um 17:40 Uhr   
Als Lucien mit seiner Lebensgeschichte begann, kam Felice der Aufforderung nach, die er kurz davor erhalten hatte. Er ließ somit vom klaren Wasser ab und ging ruhig auf den Blassen zu, der auf jener weißen Steinbank saß.
Es war ein sehr schönes Bild, was er heimlich genießen durfte. Vico würde sicher glatt ins schwärmen kommen. Er war sich sicher, dass sein Bruder irgendwann etwas zeichnen würde, was nicht von dieser Welt war.
Ein kurzes Lächeln beschlich seine Züge, während sich sein kranker Leib auf der Steinbank niederließ. Nach vorn gebeugt, die Hände ebenso wie Lucien abgestützt, lauschte er weiterhin aufmerksam. Zwar erntete der Franzose keinen Blick des Menschen, doch man spürte, dass jener bei der Sache war. Während der andere also erzählte, rechnete Felice in seinem Kopf herum. Ha, er hatte sich um drei Jahre verschätzt! So gut war er noch nie im Schätzen gewesen. Da war er einfach schlecht, grottenschlecht. Wie wundersam es jedoch war. Diese Geschichte ist wie ein kleiner Ausflug in die Vergangenheit. Die Revolution - daran hatte er gar nicht mehr gedacht und nahm somit an, dass Luciens Eltern nicht mehr lebten. Allegro hatte den früheren Burschen also einfach zu einem Vampir gemacht. Sicher, er hatte das Einverständnis bekommen und er konnte es nachvollziehen, dass der Franzose jenen Weg gewählt hatte. Wer weiß. So kurz vorm Abnippeln würden dieses Angebot wohl einige annehmen. Nun, wo die Geschichte beendet wurde, bemerkte er, dass einige zuvor gestellte Fragen noch offen waren und sich neue hinzu gesellten.

„233 Jahre also… .“
Wisperte er plötzlich und lehnte sich ruhig zurück. Seine Zähne malträtierten sanft die Unterlippe, als eine kleine Pause einkehrte.

„Das ist ziemlich lang! Aber hat Allegro da nicht seine eigen auferlegte Regel gebrochen?“
Überlegend beugte sich Felice weiter vor und hob eine Hand an sein Kinn. Schrecklich, sein Hirn dachte und dachte, als wäre es lebenswichtig.

„Hm, vielleicht auch nicht. Immerhin weiß ich nicht, wo die Generation anfängt und aufhören wird. Aber…“
Endlich wendete er den Blick auf Lucien.

„ , wie funktioniert das denn anatomisch? Ich meine…, dass geht doch gar nicht, dass dein Körper nicht verwest! Immerhin, oder ich nehme es an, hast du sicher noch Blut in deinen Venen. Das muss doch fließen und erwärmt werden, sonst…, na ja, gerinnt es!“
Die dunkle, tiefgründige Iris huschte auf Luciens Halsbeuge hinab. Er konnte es sich noch immer nicht vorstellen.

„Und essen kannst du ja dann sicher auch nicht? Wie schaffst du es, dass dein Körper nicht austrocknet? Ah…, trocknet er eigentlich aus, wenn man tot ist?“
Die letzte Frage stellte er sich selbst, denn er lehnte sich zurück und zog angestrengt die feinen Brauen zusammen. Dabei hatte er eine Hand gehoben und auf die Stirn gelegt. Das war wirklich höhere Mathematik!

„Dann ist wohl dein körperliches Empfinden wirklich gleich null. Und so gefühlsmäßig? Gefühle musst du doch noch haben, oder?
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 21.04.2006    um 17:40 Uhr   
Ich meine, so was kann man doch schlecht verlernen!?“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 23.04.2006    um 20:31 Uhr   
Auch wenn der Sachverhalt nicht zum Lachen einlud, so hoben sich doch Luciens Mundwinkel, zu einem zärtlichen Lächeln an. War er auch einmal so jung, so unerfahren gewesen? Es war so lange her. Er konnte sich kaum daran erinnern, aber es tat gut so junges Leben um sich zu haben. Dabei war er für vampierisches Verhältnisse selbst fast noch ein Kind. Na ja, wie dem auch sei: In Felice und Vico hatte er zwei Menschen gefunden für die er Verantwortung übernehmen musste und er würde alles tun, damit den beiden Menschenkindern nichts passierte.
"Rein anatomisch...", begann er seine Erklärung über die Entstehung des Unlebens "ist mein Körper vollkommen tot. Wenn ich ein Mensch wäre, würde ich genauso schnell verwesen, wie jeder andere. In meinen Adern fließt kein Blut - außer meiner Nahrung - mehr, mein Herz schlägt nicht mehr und meine Lungen arbeiten nicht. Alles was mich am Leben hält, ist eine geheimnisvolle Art der Magie, die mir zu teil wurde, als mein Vater mir - mich zu einem der Unsrigen machte. Sie stärk mich, sie machte mich zu dem was ich bin...
Und was die Gefühle angeht: Viele der Unsrigen empfinden nur noch wenig, außer den wirklich großen Gefühlen: Liebe, Hass... sie haben schon zu viel erlebt um noch menschlich zu fühlen. Vielleicht ist es gut, vielleicht schlecht. Ich weiß nur, dass ich durchaus nicht verlernt habe, was es heißt wütend, oder enttäuscht zu sein."
Er zuckte mit seinen zierlichen Porzellanschultern und stand auf. In geschmeidigem Schritt ging er auf das Wasserbecken vor und kniete sich davor, um, wie zuvor Felice, seine Hand hinein zu halten. Es fiel ihm schwer die Temperatur zu spüren. Das war wohl einer der Nachteile, eines toten Körpers...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 23.04.2006    um 20:54 Uhr   
Plötzlich herrschte eine absolute Leere in seinem Kopf. Alle Fragen, die ihm wichtig waren, waren erläutert und aus der Welt geschafft. Blinzelnd lag sein Blick auf seinen Gastgeber, der sich zu den Becken zurückgezogen hatte. Dann senkte sich sein Kopf und er überflog sein Schuhwerk. Mit einem leisen Seufzen, der über seine Lippen flog, wusste er nun gar nicht mehr, was er machen sollte.
Erst nach einer Weile erhob sich sein Leib. Ohne dass er es selbst wollte, nahm er langsam den Weg zurück den sie gekommen waren.

„Nun dann, einen angenehmen Abend noch.“
Sprach es leise aus ihm heraus.
Er musste nach Vico sehen, der Kleine stand sicher verloren in ihrem Zimmer herum.
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