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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 10.01.2006    um 15:09 Uhr   
Richtig, es waren furchtbar viele Fragen die in ihm lebten, die fast jeden Tag präsent waren und, egal zu welcher Stunde, aufkamen. Immer wieder schürten sie Gedanken auf, die er sich nicht stellen wollte. Immer wieder dieselben Fragen nur in einer anderen Form und Farbe…, langsam wurde er dadurch noch verrückter, als er wahrscheinlich schon war!
Er schwieg einen Augenblick und ließ das Augenmerk auf den äußerlich Jüngeren liegen, der so flüssig und elegant auf ihn zukam – keine Frage. Doch als Lucien versuchte, Felice zum Gehen zu bewegen, sträubte er sich.

„Einen Moment!“
Entkam es deutlich über seine roten, weichen Lippen.

„Es gibt ein Sprichwort bei uns Menschen was du sicherlich kennst: 'Eine Hand wäscht die andere’! Ich verlange etwas dafür das ich dir den Gefallen tue, ruhig in diesen Raum zu gehen und mich von deinem Vater begutachten zu lassen wie ein wildes Stück Tier.“
Denn so stellte er es sich vor und wer wusste, was da passieren würde! Oh, zum Schluss hat dieser Kerl an seiner Seite ihn vielleicht noch reingelegt und er endete als köstliches Festmahl für einen Haufen von Bluttrinker! Aber…, mit seiner Krankheit und den Reststoffen der Tabletten konnte er sich nicht vorstellen, dass sein Blut das Beste war was es gibt, aber bei Vico… .

„Ich verlange als Gegenleistung eine Aussprache! Keine Angst… .“
Dabei blickte er kurz und absichtlich zu Rasmus hinüber.

„…ich werde dir nichts tun, ich will nur mit dir reden, Lucien, und sei es die ganze Nacht lang! Das bist du mir schuldig und das weißt du auch!“
Wenn der Franzose ihm jene simple Bitte wirklich abschlagen würde, wüsste er nicht wie er sich in jenem Raum verhalten wird. Wenn er es erlaubt, könnte er sich sogar vorstellen sich für diesen einen Moment zurück zu halten, aber nur heute und nur jetzt.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 11.01.2006    um 13:14 Uhr   
Ganz unbewusst zeichnete sich auf Luciens Gesicht ein Lächeln ab. Ein kleines Lächeln, harmlos und undschuldig und doch amüsiert. Der Junge wollte reden. War es nicht das, was er ihm schon ettliche Male angeboten hatte. Auf der Zugfahrt, während ihren Aufenthalten in den Städten? Aber gut, Felice hatte tatsächlich ein Recht darauf und so würde er ihm diese Bitte nicht abschlagen. Wie der Italiener schon gesagt hatte: Eine Hand wäscht die andere...
"Du willst reden? Wenn es nach mir geht reden wir die nächsten drei Nächte ohne Unterbrechung. Du sollst erfahren, was du erfahren willst.
Er nickte und drückte Felice' Schulter, leicht und menschlich. Man traute es ihm kaum zu, dass er so sanft sein konnte. Aber in ettlichen Jahren Unlebens lernte man viel. Rasmus benetzte seine Lippen und seufzte leise. Felice stellte Forderungen, die ihm nicht zustanden und Lucien ging darauf ein. Was war nur mit dem hübschen Franzosen? Ach, er würde es ihn irgendwann fragen.

"Komm jetzt, Felice. Ich werde dafür sorgen, dass dir nichts passiert. Dir nicht, und auch Vico nicht."
Sagte Lucien leise und ging auf die große Tür zu.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 12.01.2006    um 11:37 Uhr   
Das einzige was er in diesem Augenblick gestellt hatte waren Antworten auf Fragen, die seit ihrer Begegnung tagtäglich in seinem Kopf herum sausten. Um klare, richtige Gedanken fassen zu können musste er jene Aussprache fordern, ansonsten wüsste er nicht, wie es psychisch mit ihm weitergehen sollte. Er hatte keine Lust, irgendwann als ein armer Irrer abgestempelt zu werden der glaubte, jemals etwas mit Vampiren zu tun gehabt zu haben.
„Oho…, wie gnädig von dir.“
Murmelte Foscari auf den letzten Satz des Franzosen. Hätte er sie niemals hierher gebracht, musste Lucien sie jetzt auch nicht beschützen. Aber gut, aber gut… .
Die Wut weichte der Nervosität aus und es fiel ihm schwer die nun jetzt vorbei rasenden Sekunden genau einzuschätzen. Als sie durch die Türe gingen, versuchte er so höflich uneinschätzbar wie meist zu wirken, dazu auch noch locker und gefasst, wenn er dies irgendwie noch hinbekommen konnte. Seine Augen wanderten im Raum herum, immerhin wollte er wissen, wo er sich befand und wo war jener…, nun, Erzeuger?, von Felice. Wie sah er aus? Was würde er zu ihm und seinem Bruder sagen? Wird er hier wirklich lebend wieder heraus kommen? Das und ein paar andere unwichtige Dinge brodelten in ihm wie ein aktiver Vulkan irgendwo in Asien. Er wurde zunehmend nervös. Er spürte schon, wie sie Herz in seiner Brust schneller zu schlagen begann.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 16.01.2006    um 14:33 Uhr   
Lucien nickte noch einmal kurz. Er wusste, dass er viel von dem Jungen verlangt, aber er war auch bereit ihm viel zurückzugeben. Auch, wenn Felice das nicht zu schätzen wusste. Nun, wahrscheinlich hätte er es auch nicht getan, wenn ihn ein wildfremder Mensch dazu gezwungen hätte ihn zu begleiten. Die Tatsache, dass er selbst kein Mensch war, machte es für den schönen Italiener sicher nicht einfacher. Nein, ganz gewiss nicht. Doch genug der unsinnigen Gedanken. Er nickte Rasmus noch einmal zu, der sich daraufhin zurück zog, dann straffte Lucien seine Schultern und ging auf die große Flügeltür zu. Er öffnete sie mit einer eleganten Geste und trat langsam ein. Ein vorsichtiger Blick über seine Schulter garantierte ihm, dass Felice ihm folgte.
Sie fanden sich in einem großen, einladenden Herrensalon wieder. Die Wände waren mit dunklem Holz getafelt und ihre Schritte hallten auf dem Parket des Bodens leise nach, bis sie auf einen dicken, dunklen Teppich traten. Einige Bücherregale ließen den Raum wohnlich und gemütlich wirken, ebenso, wie die vielen Sitzgelegenheiten. Hier gab es bestimmt zehn Sessel, die in einer, nicht ganz symetrischen Anordnung einen großen Halbkreis beschrieben, der zu einem Steinkamin offen war. Auf Beistelltischen standen Flaschen und Karaffen mit roten und durchsichtigen Flüssigkeiten neben Kleinigkeiten zu Essen. Es gab sogar Zigarrenboxen und das nötige Utensil für den Genuss der solchen. Die schweren vorhänge vor den hohen Fenstern waren nicht zugezogen, so dass das silberne Mondlicht hübsche Muster auf die Einrichtung warf. Im ersten Moment sah der Salon leer aus. Lucien schluckte. Er mochte diesen Raum nicht gerne. Zuviele, schwere Erinnerungen klebten in jeder Ritze. Wenn er hätte atmen müssen, so hätte er jetzt tief Luft geholt. So unterdrückte er nur ein Räuspern und ging auf die Sessel zu, die mit schwerem, teuren Stoff überzogen waren. Als er nur noch zwei Meter von ihnen entfernt war, sah er ihn. Seine Bewegungen gerieten ins Stocken, als er die schöne Gestalt sah. Ein junger Mann von vielleicht fünfundzwanzig Jahren, mit Haar so hell und blond, dass man kaum glauben konnte, dass es echt war - so schön war es - saß auf dem Möbelstück in der Ecke, die schlanken Beine, die in einer teuren Designeranzughose steckten überschlugen, darauf ein Buch und in der schlanken, weißen Hand ein Weinglas. Sein Gesicht war von solch verführerischer Schönheit, dass es selbst Männer anzog, was zu seiner Zeit, als eine schwere Sünde galt. Die Lippen hatten die Farbe von tiefroten Rubinen und die Augen, die auf die Buchstaben im Text gerichtet waren, waren so braun und unergründlich, dass man dachte, man müsse ertrinken, wenn man nur in sie hineinsah. Allegro. Als er sich nicht bewegte, erhob Lucien seine warme Stimme.

"Vater... hier bin ich. Ihr sagtet, Ihr müsstet mit mir reden und genau so, muss ich mit Euch reden."
Für diese Worte war er stehen geblieben, doch nun ging er weiter und ließ sich vor der schönen Gestalt auf die Knie sinken. Zum ersten Mal geriet Leben in Allegros Gestalt. Er schlug das Buch zu und legte es auf den Beistelltisch. Sein Buch folgte. Dann streckte er seine Hand aus. Lucien ergriff sie und küsste sie. Man merkte deutlich, die Hierarchie in diesem Haushalt, allein die demütige Haltung, die Lucien einnahm, sollte es klar machen. Als der Blonde seine Hand wieder an sich gezogen hatte, bedeutete er Lucien mit einer Geste Platz zu nehmen.

"Du bist also wieder hier." Seine Stimme war männlich und wohlklingend und selbst ein völlig unempathischer Mensch hätte bemerkt, dass sie gewöhnt war, dass man den Anweisungen folge leistete. "Was hat dich davon abgehalten den Auftrag zu erfüllen, der so viel wichtiger ist, als dein eigenes Leben?"
Luciens Gesicht war zu einer blassen, ausdruckslosen Maske geworden und seine Finger klammerten sich um die teuren Lehnen des Sessels.

"Antworte, Lucien!"
"Herr, ich bin mir bewusst, dass ich nicht ohne euer Einverständnis hätte handeln dürfen, wie ich es tat, aber lasst mich zunächst erklären, was mich bewegte. Dies hier..."Er deutete mit seiner filigranen Hand auf Felice.. "ist Felice. Ich traf ihn und seinen Bruder in einer Gaststätte in Florenz."
Allegros dunkle augen lösten sich von Luciens Gestalt und wanderten hinüber zu Felice. Sein Blick huschte über jeden Zentimeter der Haut des Fremden.

"Nehmen Sie doch Platz, Monsieur und entschuldigen Sie die Unhöflichkeit meines Sohnes, gegenüber eines Gastes."
Er wies auf einen Sessel zwischen sich und Lucien. Man wusste, wenn auch nicht warum, dass man diesem Angebot nachkommen sollte, genauso, wie jedem anderen, was dieser Mann einem unterbreitete.

"Nun, Monsieur, es freut mich Sie in unserem Hause begrüßen zu dürfen. Ich hoffe, Lucien hat Ihnen ein angenehmes Zimmer zugewiesen?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 16.01.2006    um 20:35 Uhr   
Langsam und unruhig ging er hinter Lucien in den Raum hinein. Der Prunk, der ihn hier fast zu erschlagen drohte, nahm er nur beiläufig war. Das es ein schönes Zimmer war, ist keine Frage, denn hier war jeder Raum eine Klasse für sich und wundervoll eingerichtet. Ob dies verdient oder nicht verdient ist, wollte an dem Punkt wohl auch niemand wissen. Plötzlich, als Lucien die Stimme erhob, sah auch er die Gestalt von Allegro. Meine Güte, jenen hatte er sich aber fürchterlich anders vorgesellt! Erst einmal vom Aussehen her viel älter und nicht so jung, zweitens mehr Furcht einflößender und nicht so ruhig und drittens vor allem nicht so hübsch! Mit dieser Tatsache, dass seine Vorstellung nun komplett ruiniert war, musste er nun selber leben.
Während Lucien die ersten Worte mit seinem Vater wechselte, zog es Felice vor gut drei Meter von der Sitzgruppe aus stehen zu bleiben. Auch dieses in die Knie gehen und das Küssen der Hand beobachtet er mit großem Interesse, nachmachen wollte er dies jedoch weniger. Während die Worte sich weiter wechselten, sah sich der eigentlich Jüngere von den drei Anwesenden im Raum um. Seine Aufmerksamkeit wurde erst dann auf die beiden Vampire zurückgezogen, als Lucien seinen Namen in den Mund nahm und er nun den Blick von Allegro auf sich haften spürte. Nachdem man ihm einen Platz zugewiesen hatte, nickte er freundlich und ging zögerlich weiter.
Na klasse, nun wird er bald direkt zwischen ihnen sitzen! Hach, das war aber gar kein toller Platz. Nein, hier fühlte man sich wie die Maus in der Ecke. Kaum Fluchtmöglichkeiten.
Mit einem sanften Räuspern ließ er sich in den Sessel sinken und wendete sich mit einem sachten Lächeln zu Allegro. Er sollte aufhören daran zu denken, was sie waren. Vielleicht klappte es dann besser.

„Es freut mich sehr, sie kennen lernen zu dürfen, Signore…, Ecrisivont?“
Uh, hoffentlich hatte er sich Lucien’s Nachnamen richtig gemerkt und hoffentlich hieß Allegro auch so! Ah, er hatte keine Ahnung… . Trotzdem hielt er ihm freundlich die filigrane Hand entgegen.
„Mein Name ist Felice Foscari und mein Bruder nennt sich Vico. Angenehm ist gar kein würdiger Begriff für solch geschmackvoll eingerichteten Zimmer.“
Hoffentlich sagte er nichts Falsches, am Besten, er hielt sich kurz und bedeckt.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 17.01.2006    um 11:47 Uhr   
Ein glockenhelles Lachen erklnag, als Allegro hörte, mit welchem Nachnamen Felice ihn ansprach. Seine Augen waren vor Amüsement leicht verengt und er lehnte sich entspannt in seinem Sessel zurück.
"Zu köstlich, zu köstlich! Ist das der Name unter dem Lucien sich vorgestellt hat? Ich dachte, aus diesem Alter wäre er endlich heraus."
Langsam drehte Allegro seinen schönen Kopf und sah zu seinem Kind hinüber. Lucien kaute auf seiner Unterlippe herum und seine Finger lagen locker in seinem Schoß. Felice, hättest du dir diesen kleinen Zusatz nicht sparen können.

"Ecrisivont ist ein Name, den er schnell vergessen sollte und ich denke er macht sich nur gerne einen Spaß daraus sich unter diesem vorzustellen. Ist es nicht so, Lucien?"
"Ja, so ist es Vater."
"Nun, Monsieur Foscari, mein Name ist Allegro Montaigner. Wenigstens hat mein Sohn dafür gesorgt, dass Sie gut unterbrgebracht sind. Möchten Sie einen Wein, oder lieber Wasser oder einen Saft?"
Ohne den Jungen eine Antwort geben zu lassen, sprach er weiter.

"Aber jetzt wollen wir uns ersteinmal anhören, was mein Sohn dazu zu sagen hat, warum er hier ist und nicht dort wo er sein sollte. Also, Lucien?"
Lucien hob langsam seinen Kopf und strich sich eine der schwarzen Strähnen aus dem Gesicht, bevor er sich räusperte und leise erklärte.

"Vater, ich bin hier, weil ich mir Sorgen um Felice und seinen Bruder mache."
"So, so was ist denn mit ihnen?"
"Felice hat eine schwere Krankheit, einen Tumor in seinem Kopf. Er wird nicht mehr lange leben und dann steht der kleine Vico ganz allein da. Und da dachte ich dich um Erlaubnis zu bitten mich ihrer anzunehmen. Felice und Vico."
"Es ist rührend, wie sehr du dich um die beiden sorgst. Aber du kennst die Regeln..."
"Ja, natürlich Vater, aber..."
"In dieser Sache gibt es kein 'Aber'."
Allegro lächelte sanft, als er sich zu Felice wandte.

"Monsieur Foscari, ich bin zutiefst betrübt, aber ich fürchte ich werde Ihnen eine kleine Unannehmlichkeit nicht ersparen können. Nein, keine Sorge, es hat nicht direkt mit ihnen zu tun. Lucien steh auf!"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 17.01.2006    um 18:51 Uhr   
So war das also! Lucien spielte kleine lustige Spielchen! Das hatte er doch schon von Anfang an geahnt! Ein leicht wütender Blick konnte Foscari sich nicht verkneifen als er die Wahrheit wie eine Laune aus dem Mund von Allegro wahrnahm. Langsam zog er dann auch die Hand zurück, die er freundlich dem Hausherrn entgegen gestreckt hatte, jedoch nicht begrüßt wurde. Ein tiefes Durchatmen war in diesen Augenblick das einzige Mittel was ihn davor bewahrte, vorzeitig zu platzen. Kurzfristig musste er an etwas anderes denken und überwand somit das Brodeln im Inneren und konnte sich der neuen, gestellten Frage widmen.
„Oh, ich möchte…“
Der Satz kam nicht zur Vollendung, da Allegro wohl andere Dinge im Kopf hatte als sich um den nichtvorhandenen Durst seines unfreiwilligen Gastes zu kümmern. Gut, das konnte er ein kleines bisschen nachvollziehen. So lauschte er dem neuen Dialog und wunderte sich selbst über die Worte, die Lucien ausplauderte. Konnte er sich nun wohl fühlen, dass es jemanden gab der meinte sich um ihn und seinen Bruder kümmern zu müssen? Hah, er wollte nicht wissen was der Preis für jene Fürsorge am Ende sein würde! Und nun das:
Blinzelnd sah er Allegro entgegen und wusste nicht, was nun los war. Unsicher schweifte sein Blick somit zu Lucien und wieder zurück zu dem Hausherren.

„Entschuldigt die Frage, aber was für Unannehmlichkeiten?“
Unannehmlichkeiten konnte er aber nun wirklich nicht gebrauchen. Hatte der Franzose ihm nicht Schutz versprochen? Bei Gott, er hätte niemals mit diesem Kerl in einen Zug steigen sollen! Aber gut, was es auch sein würde, letztendlich hatte er keine Chance das Blatt zu wenden. Immerhin war er nur unwürdiges Futter in den Augen eines Vampirs, nicht wahr? Ja, mehr konnte er nicht sein.

„Und ich verstehe Ihren Satz nicht, Signore Montaigner. Wenn eine Unannehmlichkeit auf mich zukommt und nicht direkt mich betrifft, wen dann?“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.01.2006    um 13:03 Uhr   
Es gibt nicht viele Arten, wie sich Menschen in Not Situationen verhalten. Die einen laufen weg, andere erstarren und wieder andere beginnen zu kämpfen. Alles Verhaltensweisen, die sich über die Jahre hinweg gebildet haben zum Schutz des Individuums. Lucien stand sehr langsam auf. Äußerlich wirkte er ruhig und gefasst, fast, wie eine schöne Statur, wenn man davon absah, dass seine Lippen leicht zitterten. Das passte gar nicht zu ihm, nicht wahr? Er, der immer so selbstsicher war und alles wusste, hatte plötzlich Angst. Allegro lächelt ein wunderschönes Lächeln, als er sich Felice zuwandte.
"Monsieur Foscari, manchmal muss ein Vater sein Kind zurecht weißen, dass müssten Sie eigentlich nur zu gut wissen, nicht wahr? Entschuldigen Sie mich für einen Moment."
Allgero nickte noch einmal, bevor er mit zwei Schritte auf Lucien zuging.
"Und nun zu dir, mein Sohn. Ich weiß nicht, was in deinem schönen Kopf vor sich geht, dass du meine Anweisungen vernachlässigst nur um zwei Kinder in mein Haus zubringen und dann auch noch die Dreistigkeit zu besitzen mich darum zu bitten dir dieses Fehlverhalten mit ihrer Gesellschaft zu belohnen."
Allgeros Finger legten sich fest um Luciens Schulter, der die Lippen aufeinander drückte um nicht aufzuschreien. Es war einfach nicht angebracht.
"Wir sprechen uns später, Lucien. Wenn dir etwas an deinem erbärmlichen Sein liegt, solltest du jetzt auf dein Zimmer gehen."
Man sah gar nicht, dass der Blonde seinen Sohn von sich schubste, doch Lucien taumelte einige Schritte zurück und kam erst zum Stehen, als er nach einem der Sessel griff. Einen Moment geschah gar nichts, doch dann ließ er sich wieder auf die Knie sinken.

"Ich danke Euch, Vater."
Keine Minute später verhalten seine hastigen Schritte auf dem kühlen Boden vor dem Raum. Allgero nahm wieder auf seinem Sessel Platz und schenkte etwas Wein in ein Kristallglas, dass er Felice mit seinen eleganten Fingern entgegen hielt.

"Vielleicht doch etwas Wein?"
Für einen Augenblick musterte der Blonde seinen Gast eindringlich, doch dann erschien ein Lächeln auf seinen Lippen.
"Sie sind also Dichter, Monsieur Foscari?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 18.01.2006    um 16:32 Uhr   
Stillschweigend beobachtete Felice das neue Geschehen. Er traute sich nicht sich einzumischen indem er seine Stimme erhob, sondern entsann sich lieber an Luciens Worte und hielt sich zurück. Um sich seiner eigenen Hilflosigkeit zu entledigen, drückte er seine Finger fest gegen das teure Leder des Sessels, indem sein kranker Körper für jenen Augenblick ruhen durfte.
Als Lucien den Raum verließ, wurde es ihm nicht gerade wärmer ums Herz, nein nein, er fühlte sich noch immer wie die Maus die in die Ecke gedrängt wurde. Nun, wo auch sein letzter Schutz sich verabschiedet hatte, musste er sich wohl selbst beweisen. Sein dunkles Augenmerk sah auf das Kristallglas mit der dunkelroten Flüssigkeit, dann auf Allegro. Mit einem charmanten Lächeln nahm er das Glas an sich, trank jedoch nicht daraus. Wer weiß, vielleicht ist dies ein ganz guter, taktischer Vorteil für ihn.
Die plötzliche Frage überraschte ihn nicht. Warum sie ihn überraschen sollte? Nun, von wem wusste denn Allegro, dass er Dichter war? Eben, niemand hatte es bislang erwähnt! Ein sanftes Nicken kam auf.

„Ja, so ist es. Ich bin Dichter und mein Bruder ist Maler. Aber darum geht es hier nicht.“
Er schwenkte das Glas und überschlug die Beine, immerhin sollte er etwas selbstsicherer werden.

„Ich werde nicht um ihre Gunst oder Gütigkeit kämpfen, Signore Montaigner. Wahrscheinlich denken Sie, dass es besser für mich wäre, aber sehen Sie, ich habe nichts zu verlieren! Das einzige woran mir etwas liegt ist mein Bruder. Wenn ich mit meiner Anwesenheit Ihr ruhiges Gemüt herausgefordert habe, tut es mir Leid, doch ich kann es nicht ändern.“
Er räusperte sich leise und fragte sich, was er hier eigentlich gerade tat?! Wollte er vielleicht doch mit geschickt gesetzten Worten die volle Aufmerksamkeit auf sich ziehen? Irgendwie hatte die Angst, die Lucien im schönen Gesicht gestanden hatte, traurig gemacht.
Er lächelte sanft und trank dann doch einen Schluck vom Wein. Nachdem er das Kristallglas von seinen Lippen abgesetzt hatte, sprach er weiter.
„Ihr Sohn ist nicht Schuld an dieser Sache, Signore Montaigner. Es war meine Schuld. Getrieben von persönlichen Gefühlen konnte Lucien sein Ziel nicht durchführen und letztendlich landeten wir wieder in Italien, obwohl er schon in Wien gewesen war. Sicher…, ich weiß nicht wieso er meint sich um uns kümmern zu müssen, aber letztendlich liegt es dann doch an uns und nicht an ihm, nicht wahr?“
Oh nein, hör auf zu reden, Foscari!

„Was ich eigentlich sagen will ist…: Bestrafen sie nicht Lucien dafür, sondern mich! Ich mag zwar nur ein unwürdiger Mensch in Ihren Augen sein, aber ich bin die Person die der Dorn im Auge ist, und nicht Lucien!“
Geändert am 18.01.2006 um 16:32 Uhr von FeliceFoscari

Geändert am 18.01.2006 um 16:35 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 19.01.2006    um 12:44 Uhr   
Ein glockenhelles Lachen erfüllte den großen gemütlichen Saal, als Felice geendet hatte. Es war kein unangenehmes Geräusch, aber davon abgesehen, konnte es sehr demütigend wirken, wenn die eigenen Worte belacht wurden, nicht wahr? Allegro wandte seinen hübschen Kopf in Felice' Richtung und lehnte sich in seinem Sessel etwas mehr zurück.
"Zu köstlich, Monsieur Foscari, wirklich, zu köstlich! Ich habe gar nicht bemerkt, dass Sie um Gunst und Gütigkeit kämpfen. Außerdem sind Sie mein Gast und haben es nicht nötig. Niemand wird Ihnen, oder Ihrem Bruder etwas antun. Darauf haben Sie mein Wort!"
Er neigte seinen Kopf und schaute in Felice' Augen. Langsam griff er nach einem Weinklech und trank einen kleinen Schluck. Genüsslich ließ er die Flüssigkeit in seinem Mund herumschwenken, bevor er sie endgültig herunter schluckte. Mit einer eleganten Geste strich er eine der blonden Strähnen hinter sein Ohr. Er stand auf und ging ein wenig im Saloon herum.

"Und was meinen Sohn betrifft, so wäre es besser, wenn Sie sich nicht in diese Angelegenheit einmischen. Sie möchten nicht wirklich, dass Ihnen das zustößt, was Lucien zustoßen wird, denn Sie sind nur ein Mensch und würden den lehrreichen Aspekt hinter der Bestrafung nicht verstehen. Und dass mein Sohn von Gefühlen getrieben gehandelt hat, macht die Sache nicht besser. Wirklich nicht. Ach und Monsieur Foscari? Sie sind sicher kein Dorn in meinen Augen. Auch Wesen wie wir wissen Schönheit und Anmut zu schätzen.
Ich habe Ihnen ein Bad richten lassen. Sie gehen jetzt besser. Guten abend, Monsieur Foscari!"
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geschrieben am: 20.01.2006    um 00:17 Uhr   
Es hatte nicht geklappt. Durfte er dies nun als gut oder schlecht verbuchen? Wie die Bestrafung unter nichtmenschlichen Wesen aussah, wusste er nicht, aber sie musste ziemlich heftig sein, denn spürten diese Wesen überhaupt noch so was, wie Schmerz? Seufzend sah er seinen Wein in dem Kristallglas an, welches er schließlich beiseite stellte um sich zu erheben. Er hatte es versucht, mehr sollte er sich wohl nicht wagen.
„Vielen Dank Signore Montaigner, ich weiß Ihre Gastfreundschaft zu schätzen und ich hoffe, dass wir uns sehr bald wieder sehen werden. Mich würde es freuen!“
Da die Begrüßung und wohl auch nun die Verabschiedung per Hand nicht so die Sache des Vampirs zu sein schien, zog er es vor sich einfach leicht zu verbeugen um dann durch den Saal auf die Türe zuzugehen. Jetzt wusste er immerhin, dass er Gäste hatte, wenn auch von menschlicher Natur. Alles andere was jetzt passierte lag nicht in seiner Hand, aber es hatte von Anfang an noch nie in seiner Hand gelegen.
Als er den Saal verlassen hatte und auf den Flur trat, sah er sich flüchtig um. Es war sehr nett, ihm ein Bad richten zu lassen, aber leider hatte er keine Ahnung wo dies sein sollte und zudem hatte er schon in ihrem Zimmer geduscht. Also sah er zu, dass er sich auf den Weg zurück machte um nach Vico zu sehen. Letztendlich ist dieses Gespräch halbwegs gut abgelaufen. Er hatte es überstanden…, zum Glück!
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 20.01.2006    um 12:51 Uhr   
Auf dem Gang, den Felice unweigerlich nehmen musste, wenn er nicht zurück in den Saloon gehen wollte, wartete ein hübsches Mädchen auf ihn. Sie war groß und schlank und ihre Haut hatte die Farbe von verblasster Bronze, während ihre Locken schwarz, wie Pech waren. Sie verneigte sich tief vor dem Italiener und sagte mit leiser, einschmeichelnder Stimme.
"Sie müssen Monsieur Foscari sein. Ich soll Ihnen den Weg in Ihr Badezimmerzeigen, wenn Sie ein Bad wünschen."
"Schon gut, Gorgette."
Die eindeutig männliche Stimme, die plötzlich erklang, gehörte niemand geringerem, als Rasmus, der die Treppe hinauf kam und das Mädchen anlächelte.

"Ich werde mich darum kümmern. Mach du dich nur wieder an deine Arbeit."
Gehorchend verneigte sich das Mädchen und raffte seine Röcke um davon zuhuschen. Rasmus hingegen ging auf Felice zu und schenkte auch ihm ein Lächeln. Auf seinem Gesicht Ansapnnung zu lesen, war vielleicht etwas ungewohnt, wo der Älteste der Italiener doch sonst immer so lebensfroh war.

"Ich nehme an, dass du auf ein Bad verzichten kannst, oder? Vico ist wach und möchte dich sehen. Lucien ist bei ihm und versucht ihn ein bisschen zu unterhalten. Möchtest du was trinken? Etwas Warmes vielleicht?"
Die Fürsorge in seiner Stimme war nicht zu überhören. Natürlich nicht, denn er wusste, was es für eine Gefühl war Allegro gegenüber zu stehen. Und wenn er ganz ehrlich war, verspürte er den Drang den Jungen in den Arm zu nehmen. Nicht nur um ihn zu trösten, sondern auch um sich zu trösten.
Er machte eine einladende Geste in Richtung Treppe und lehnte sich an das Geländer.
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geschrieben am: 21.01.2006    um 11:44 Uhr   
Er verebbte in seiner flüssigen Bewegung, als er das Mädchen nur ein paar Meter vor sich stehen sah. Unweigerlich neigte er den Kopf und lauschte ihren Worten, um dann ein zartes Lächeln auf den Lippen zu rufen, damit die Absage die er ihr geben wollte nicht ganz so unfreundlich wirkte. Dazu kam er jedoch nicht. Ruhig flog sein Blick weiter zu dem ältesten Italiener, der sich langsam hinzugesellte.
Nachdem sich das Mädchen verzogen hatte, konnte sich Rasmus sicher sein, die volle Aufmerksamkeit von Felice auf sich zu haben, der das Lächeln jedoch nicht erwiderte.

„Was? Vico ist wach? Ach Mann, dabei sollte er doch schlafen.“
Das würde wohl wieder eine etwas längere Nacht bedeuten. Seufzend streckte er sich und ging langsam los, um sich Rasmus zu nähern.

„Ja, auf das Bad kann ich verzichten, du hast mich doch eh beim Duschen gestört. Schon vergessen? Und etwas Trinken möchte ich nicht, danke.“
Beide gingen nun langsam die Treppe hinunter, die sie wieder in die untersten Etagen führte. Das Lucien bei seinem Bruder war, beruhigte ihn irgendwie. Immerhin glaubte er, das Vico ein gewisses, kleines Vertrauen in Rasmus und Lucien aufgebaut hatte, auch wenn er manchmal sagte, sie wären etwas seltsam. Während er so ging bemerkte er die doch recht komische Art des Älteren und natürlich sprach er ihn darauf an, als sie unten angekommen waren.

„Was ist mit dir denn los? Du wirst etwas verspannt, oder meine ich das nur?
Sacht hob Felice die Brauen und legte seine Hände beim Gehen verschränkt auf dem Rücken.

„Also dieser Allegro ist ja schon eine Klasse für sich, aber überrascht hat mich dies weniger. Ich glaube, Lucien hat mich da schon ein wenig abgehärtet.“
Begann er von sich aus zu erzählen. Sollte es also bedeuten, es gab gar keinen Grund Felice in die Arme nehmen zu müssen? Das könnte sein, immerhin machte er nicht den Anschein gleich zusammen zu brechen und wenn er ehrlich sein müsste, war das Ganze doch interessant gewesen, oder etwa nicht?
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geschrieben am: 14.02.2006    um 13:01 Uhr   
Rasmus musste leise lächeln. Ja, Lucien konnte tatsächlich ab und zu abhärtend und erschreckend wirken, selbst auf ihn, aber das Felice das auch so empfand, war auf eine skurille Art und Weise lustig.
"Ich und verspannt? Das musst du dir einbilden. Ich bin die Ruhe in Person, das solltest du langsam aber wirklich wissen."
Merkte man ihm so deutlich an, dass er nervös war? Na ja, Nervosität an sich war ja nicht schlimmes, aber wenn man es ihm ansah, war die Sache schon eine andere Sache. Er nickte dem Jungen zu und klopfte kurz an die Zimmertür hinter der die beiden Brüder ihr Zimmer hatten. Von drinnen hörte man seltsamer Weise nichts.

"Komisch."
Murmelte der Italiener und klopfte nochmal an. Dann endlich wurde er von Luciens Stimme gebeten einzutreten. Der Vampir saß naben Vico auf dem Bett und schien mit ihm eine Art Kartenspiel gespielt zu haben, bevor die beiden Neuankömmlinge den Raum betreten hatten.
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geschrieben am: 21.02.2006    um 11:59 Uhr   
Geduldig hatte er gewartet bis sie hinein gebeten wurden, was ihm jedoch sehr Spanisch vorkam. Immerhin war das ja mitunter sein Zimmer was sie zugeteilt bekommen hatten, also könnte er doch einfach hinein treten, oder etwa nicht? Egal, bevor er selbstständig eintreten konnte hatte Rasmus dies übernommen, darum folgte er diesem mit zwei Schritten Abstand. Besorgt glitt sein Blick zuerst zu seinem Kleinen Bruder, erst dann nahm er auch den Vampir war. Diesem Nickte er dankend zu und drückte sich an Rasmus vorbei um auf das Bett zuzugehen.
„Vico… . Was ist denn los? Wieso schläfst du nicht?“
Seufzend strich er sich durch das Haar und setzte sich auf die Bettkante am Fußende des Bettes. Sein Leib war schräg positioniert, sodass er einen guten Blick auf die Personen werfen konnte, die sich momentan im Zimmer befanden.

„Na ja… . Ich bin wach geworden und habe gemerkt dass du nicht da bist. Dann konnte ich nicht mehr schlafen.“
Murmelte er leise mit gesenktem Kopf.
Lächelnd strich Felice seinem Bruder die Haare aus der Stirn und nickte verstehend. Sicher, seitdem er ihm die Wahrheit über seine Schmerzen erzählt hatte, war er sicher noch besorgter als zuvor.

„Ich war nur mit Lucien bei seinem Vater, immerhin will der ja auch wissen wer hier ein und aus geht, nicht wahr?“
Kurz glitt sein Blick zu den anderen Zwei. Das hatte er doch sagen dürfen, oder nicht? Da war ja nichts dabei gewesen. Der Kleine nickte jedoch verstehend und konnte dies nachvollziehen.

„Das kam so plötzlich, da wollte ich dich nicht aufwecken.“
Sanft strich er ihm noch über die Wange, bevor er seine Hand gänzlich zurück zog.

„Ich bleibe nun hier, also kannst du dich wieder hinlegen. Du siehst sehr müde aus, Kleiner.“
Das war er auch wirklich gewesen. Gähnend nickte er und rieb sich den Nacken, bevor er sich zu Lucien umwendete und diesen umarmte.

„Danke, dass du mit mir gespielt hast!“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 03.04.2006    um 12:10 Uhr   
Rasmus blieb nah der Naturholztür stehen und steckte die Hände in seine Hosentaschen. Er wusste in welch prikärer Situation sie stecktem. Sie alle. Schweigend beobachtete er das Wiedersehen der beiden Brüder. Eine Welle von Wärme durchflutete seinen Körper. Die beiden waren sich so eng verbunden, dass man kaum wagte sie zu stören. Ach, was dachte er da eigentlich? Er sollte sich nicht zu sehr in sie hinversetzen. Niemand wusste wohin ihr Weg sie führen würde, auch wenn Lucien versprochen hatte, ihnen nichts zustoßen zu lassen.
Lucien... wenn er ihn nur verstehen würde. Ja, er wusste, dass der Vampir noch immer eine sehr menschliche Art, ja menschliche Gefühle hatte, aber er verstand nicht, warum er ausgerechnet diese beiden Brüder in sein Herz geschlossen hatte. Der Ältere, Felice, war viel zu kühl und abweisend um in Luciens Beuteschema zu passen und sein Bruder, Vico, war um einiges zu jung. Es musste also etwas anderes sein, als sich mit Leben umgeben zu wollen.
Mit einem sanften Lächeln drückte Lucien Vico an sich. Vielleicht spürte er durch den Stoff die Kühle seiner hellen Haut.
"Kein Problem. Aber jetzt leg dich wieder hin, einverstanden? Felice ist ja da. Er passt auf dich auf."
Erst jetzt glitten seine Bergseeaugen zu dem älteren Bruder hinüber. Auch ihm schenkte er ein Lächeln. Wenn er an Gott glauben würde, so würde er ihm jetzt sicher danken, dass Felice nichts passiert war.

"Vielleicht möchtet ihr ja noch was essen. Ich lasse euch etwas bringen." Er erhob sich und nickte Felice zu.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 06.04.2006    um 18:55 Uhr   
(grün)[An den mir unbekannten Postboxschreiber: Ich hab heute gesehen, dass ich Post in meiner Forumspost hatte, war aber irgendwie zu doof die zu lesen. Wenn sich der Betreffende doch bitte noch einmal bei mir melden würde. Warst du das, Felice?](/grün)
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 06.04.2006    um 21:08 Uhr   
[Nein, ich habe dir nichts in die Postbox geschrieben.
PS: Ich blicke hier noch nicht ganz so durch. Die ganzen Beiträge sind durcheinander..., das verwirrt mich.]
  TopZuletzt geändert am: 06.04.2006 um 21:10 Uhr von FeliceFoscari
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 06.04.2006    um 21:26 Uhr   
Der kleine Vico nickte, nachdem auch Lucien ihm gesagt hatte, das Schlaf nun die beste Medizin für ihn sein würde. Da nun sein Bruder hier war, würde er auch sicherlich besser schlafen können als zuvor. Er zog die Decke ein Stück zurück und schlüpfte dann geschmeidig drunter. Felice versicherte sich, dass sein Bruder gut zugedeckt war, dann lächelte er und nickte dem jungen Maler zu.
Als dann die Stimme des Gastgebers über Essen redete, schüttelte der Italiener nur den Kopf.

"Nein, kein Essen mehr. Dafür ist es viel zu spät. Können wir auf den Balkon gehen? Dann kann Vico ruhig schlafen."
Noch ein letzter Blick auf den Jüngsten geworfen, dann stand Felice langsam auf. Auch, wenn Lucien nicht damit einverstanden war, ging er durch das Zimmer und fand danach einen Durchgang auf den Balkon. Im Gehen hatte er in seiner Hosentasche gekamt und eine Zigarettenschachtel hervor gezogen. Mann, was er hier erlebte war doch der pure Wahnsinn. Eventuell könnte er ja irgendwann mal damit sehr reich werden. Dazu musste er sich jedoch beeilen, viel Zeit um die Story zu erzählen hatte er dann doch nicht mehr. Er atmete tief die frische, abendliche Luft ein. Dann schob er sich die herausgezogene Zigarette zwischen die Lippen und versuchte sein Feuerzeug anzuwerfen, was durch den leicht wirkenden Wind mehr als einmal zunichte gemacht wurde. Ah, er hasste solche Situationen.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 10.04.2006    um 17:11 Uhr   
Die Nacht umhüllte Felice und Lucien mit ihrer Milde und streichelte ihre Haut mit zartem Wind, der das Haar des Vampirs sanft zurück wehte. Er hatte seine schmalen, hellen Finger um das schmiedeeiserne Gitter des Balkons gelegt und sah hinaus auf den Garten. Birken, Weiden, Apfel - und Kirschbäume rauschten leise mit den Blättern und das Rauschen des Wasser, das irgendwo floss, war zutiefst beruhigend.
Lucien hatte nicht um Erlaubnis gebeten, als Felice sich zurückgezogen hatte. Felice, die kleine, menschliche Porzellanpuppe mit dem edlen Geist und den undurchdringbaren Augen... der Blasshäutige seufzte leise und schaute den Jungen einen Augenblick an.

"Du hast mit meinem Vater gesprochen. War er sehr beängstigend?"
Eigentlich wusste er, dass dem nicht so war. Allegro war viel daran gelegen Menschen, die nicht der Nahrungsaufnahme dienten, gut zu behandeln. Zumindest verstand er das so. Trotzdem war ein ruhiges Gespräch, in einer Nacht wie dieser, genau das, was er jetzt brauchte. Rasmus war schon längst wieder verschwunden - die gute Seele hatte einfach zu viel um die Ohren.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 12.04.2006    um 17:17 Uhr   
Gotteswillen! Das er nun auch noch nach Erlaubnis fragen musste, wenn er sich zurückziehen wollte, musste man ihm erst verdeutlichen. Felice war ein freier Mensch, ging und kam wann er wollte und würde dies wahrscheinlich bis an sein kurzes Lebensende durchführen. Genervt strich er stich einige pechschwarze Strähnen zurück, die der Wind verspielt durcheinander brachte. Warum er genervt war? Er konnte nicht rauchen! Das war schrecklich! Seufzend steckte er die ungesunden Utensilien zurück und schob seine Hände in die Hosentaschen. Natürlich fürchterlich unsittlich.
"Beängstigend?"
Wiederholte der äußerlich Ältere amüsiert.
"Ich glaube für mich ist nichts mehr beängstigend. Neben mir steht ein lebender Toter, mein Vater sitzt mir im Nacken und mein Bruder schwebt zwischen obdachlos und steinreich. Außerdem: Seit ich weiß wie kurz mein Leben doch ist schockiert mich wenig."
Ja, es war ein elendiges Thema was wohl erst beendet sein würde, wenn er sich selbst tief im inneren damit abgefunden hatte. Er redete sich manchmal ein, dass es in Ordnung ist und er ja noch Zeit hatte, aber irgendwie... .
"Ich weiß nicht mehr, ob ich dir das sagen soll, aber dein Vater scheint ziemlich sauer auf dich zu sein. Er redete von Bestrafung und so einen Quatsch. Keine Ahnung auf welche Spielchen Vampire stehen, aber ich konnte ihn nicht davon abbringen."
In einer flüssigen Bewegung drehte er sich um und lehnte sich an das Geländer des Balkons. Felice drehte leicht seinen Kopf, sodass die dunklen Augen auf den Blassen zur Ruhe kamen. Die Hände verblieben in der Hosentasche.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 17.04.2006    um 21:13 Uhr   
Du wolltest ihn davon abbringen, kleiner Felice? Wie überaus freundlich von dir. Innerlich lächelte der Vampir, doch sein Gesicht blieb aristokratisch-kühl und erhaben. In seinen tiefen Augen, die nicht den leisesten Zweifel daran ließen, dass er älter - und mächtiger - war, als jeder Mensch, funkelte etwas, was der aufmerksame Betrachter sicherlich als Respekt, wenn nicht sogar, als Angst ausmachen würde.
"Danke für deine Bemühungen, Felice." Lucien schlug seine Augen nieder, so dass seine dunklen, dichten Wimpern seine Augen verbargen. Einen Moment sah es so aus, als würde er Atem holen, aber, er war untot... es war also vollkommen unnütz. "Weißt du, ich habe gegen einige wichtige Richtlinien in meiner Gesellschaft verstoßen. Mein Vater muss mich bestrafen, wenn er nicht selbst bestraft werden will. Unter Unseresgleichen ist das ein bisschen anders, als unter euch Menschen..."
Er streckte seine langen, schlanken Finger aus und legte sie kurz auf Felice' Schulter. Man könnte meinen, sie wären Freunde, Jungen im gleichen Alter auf Abenteuerurlaub, aber leider war dem nicht so. Nachdem er die Schulter des Menschen sanft gedrückt hatte, zog er die Finger schon wieder zurück. "Aber mach dir keine Gedanken. Es ist nicht schlimmer, als Hausarest..."
Er wusste, dass es eine Lüge war, aber er wusste auch, dass sie angebracht war...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 17.04.2006    um 22:22 Uhr   
Ein argwöhnischer Blick streifte Luciens Hand, als dieser gänzlich ungefragt seine Schulter berührt hatte. Aus Sorge wurde plötzlich purer Egoismus. Ein Wechselspiel der Gefühle, ein Strom, von dem er sich einfach mitziehen ließ, ungeachtet der Konsequenzen die am Ende auf ihn eintreffen würden.
"Mir ist es egal, was mit dir passiert. Ich habe es dir gesagt und mehr nicht. Immerhin hast du dir das selbst zuzuschreiben."
So war das, so, und nicht anders. Der junge Italiener wendete sich gänzlich zu Lucien und ging langsam auf ihn zu."

"Fang lieber mal damit an mir endlich zu erklären, was das Ganze soll! Woher wusstest du am Anfang soviel über uns? Wieso hast du uns hierher geschleppt? Was sollen wir hier tun und wann, du verdammtes Arschloch, lässt du uns wieder gehen? Wenn du denkst, wir wären geeignete Spielzeuge für dich, dann hast du dich mehr als geschnitten. Ich habe keine Lust noch länger meine Tage in deiner Nähe zu verbringen, verstanden?"
Ein alter Urinstinkt in seinem Leib ließ ihn kurz vor dem Älteren zum stoppen kommen. Er hatte keine Furcht, aber er wusste, dass es viele Aspekte gab die aussagten, dass er keine Chance hätte sich zu wehren oder zu flüchten, wenn er das seltsame Wesen vor sich zur Weißglut trieb. Ging sowas überhaupt?

"Also rede endlich!"
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2006    um 14:42 Uhr   
Oh, kleiner Felice, wenn ich nicht um dein trauriges Schicksal wüsste, so würde ich jetzt lachen. Du glaubst wirklich, dass du mit deiner Wut etwas erreichst, nicht wahr? Weißt du denn gar nicht, dass mich deine Gefühlausbrüche nicht erschüttern? Ich kann mir nur vorstellen, wie du dich fühlst. Weit weg von dem Ort, den du dein zu Hause nennst, wo dich niemand haben will, mit deinem kleinen Bruder an deiner Seite, der zusehen muss, wie das Leben aus deinem zerbrechlichen Körper schwindet, begleitet von den Blicken unsterblicher, bluttrinkender Monster. Mein armer Felice, wann verstehst du nur, dass ich dir nicht schaden will? Ich bin derjenige, der dich von deinen Leiden erlösen - oder dich in die Hölle schicken wird, je nachdem. Es ist deine Wahl. Niemand kann dir dabei helfen...
"Du möchtest also Erklärungen." Sagte er mit seiner sanften, klaren Stimme, die hellen Bergseeaugen direkt auf das dunkle Gegenpaar gerichtet "Ich habe sie dir so oft angeboten und immer hast du sie abgelehnt. Jetzt, wo du merkst, dass ich nicht spiele, verlangst du plötzlich die Wahrheit. Nun gut..." Er seufzte und steckte seine schlanken Finger in die Taschen seiner Jacke. "...du sollst sie bekommen. Es ist dein Recht. Vico und du, ihr seid keine Spielzeuge für mich, denn wenn ihr das wärt, dann würde keiner von euch beiden heute noch leben. Nur eure blutleeren Körper würden dann noch von eurer ehemaligen Existens zeugen." Sein Blick war durchdringend, fast schneidend. "Warum ich euch hergebracht habe, ist leicht zu erklären. Hier kann ich euch retten. Vor dem nahen Tod, vor der Gefangenschaft in der menschlichen Gesellschaft. Ich wollte nicht, dass es so weit kommt, aber es gibt nur zwei Wege. Entweder du vertraust mir, Felice, oder dein Bruder und du, ihr werdet sterben, wie fast jeder Mensch, der dieses Anwesen betrat. Es gibt kein zurück mehr.
So Leid es mir tut, du wirst deine Tage und Nächte weiterhin in diesem Haus, in meiner Gegenwart verbringen müssen. Ich werde dir deinen Aufenthalt so angenehm, wie nur möglich gestalten, darauf hast du mein Wort, auch wenn du darauf nicht sehr viel Wert zu legen scheinst. Nur denke daran, dass dieses Haus von untoten Monstern, Wesen der Nacht bewohnt wird, die nach nichts anderem, als frischem Blut trachten. Nur, weil du unter meinem Schutz stehst, hat noch niemand seine Fänge in deine weiche Haut gerammt." Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, berührten seine kalten, aber unglaublich zärtlichen Fingerspitzen Felice' Hals, genau dort, wo die Hauptschlagader verlief. Er spürte das Leben darin pochen, hörte das süße Locken des Blutes und zog seine Hand zurück. "Ich werde noch heute Nacht mit meinem Vater sprechen. Danach wird es endlich Klarheit geben, für dich und für mich. Dann wird sich entscheiden, was geschehen wird, doch glaube mir, ich lasse nicht zu, dass dein kurzes Leben zu Ende geht. Ich werde darum kämpfen, möge die Strafe dafür auch noch so grausam sein..."
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 18.04.2006    um 14:44 Uhr   
Die letzten Worte waren nicht mehr, als ein zartes Flüstern im Wind, mehr für sich selbst, als als Information für den jungen Italiener gedacht. "Vertrau mir!"
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