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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.04.2006    um 23:08 Uhr   
„Nein, Vico muss ins Bett.“
Er nickte leicht und sah zu dem Burschen hinunter. Der zog natürlich ein missmutiges Gesicht, aber da konnte man nichts dran drehen.

„Und etwas anderes als das kann man schlecht unternehmen. Also…, bringe ich ihn erstmal nach Hause und sehe dann, was sich noch machen lässt.“
Er räusperte sich wieder leise.

„Danke für den schönen Abend, Lucien!“
Die Brüder verneigten sich leicht. Dann ergriff Felice die Hand des Jüngsten und führte ihn den Weg entlang, den sie gekommen waren. Er erwartete nicht, dass Rasmus und Lucien ihnen folgten, immerhin konnten sie somit den Rest des Abends persönlich anders gestalten, so, wie sie wollten. Felice hatte hingegen Verantwortung. Er würde den Burschen sicher ins Haus bringen, ihn ins Bett legen und solange warten, bis er eingeschlafen war. Eben, wie jeden Abend.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.04.2006    um 23:44 Uhr   
"Rasmus, könntest du nicht...?"
"Oh, Lucien... warum musst du immer so scheiß-charmant lächeln, wenn du mich um etwas bittest? Du weißt genau, dass ich das dann nicht abschlagen kann. Na gut, ich frage Felice, ob er einverstanden ist, du Mistkerl!" Der Italiener grinste und umarmte Lucien, als dieser ihm die Arme entgegen streckte, aber er löste sich schnell von ihm, um die beiden Jungen nicht aus den Augen zu verlieren.
"Wartet einen Moment, ihr beiden! Lucien hatte die Idee, dass ich Vico nach Hause bringen könnte. Ich habe nicht viel für Diskos übrig und wenn du gerne gehen möchtest, können Vico und ich es uns noch ein bisschen vor dem Fernseher bequem machen."
Der Italiener lächelte gewinnend und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Es wäre schön, wenn Felice zusagen würde, denn er wusste, wie viel Lucien daran lag.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.04.2006    um 00:11 Uhr   
Als er zum zweiten Mal an diesem Tag aufgehalten wurde, wendete er sich direkt herum und sah, wie Rasmus auf sie zukam. In seiner gewinnenden Pose machte er keinen großen Eindruck auf Felice. Jener leckte sich aber erneut über die Lippen und sah zu Vico hinab, der mal wieder alles vorweg nahm.
„Oh ja! Fernsehen klingt gut!“
Das hieß nämlich, dass er länger aufbleiben konnte. Vico löste sich von Felice und griff nach der Hand des Ältesten. Überrascht hob der Dichter die Brauen. Also…, also wirklich!

„Ich…, ich weiß nicht so recht… .“
Ob das gut war? Vico würde sicher verwöhnt werden! Anderseits würde er gerne noch etwas wach bleiben und den seltenen Ausgang genießen. Einfach noch ein wenig leben, denn wer wusste, wie lange er das noch durfte? Es dauerte eine ziemliche Weile, dann erst nickte Felice zögerlich.

„In…, in Ordnung. Aber nur, wenn es Rasmus wirklich nichts ausmacht und du brav bist, Vico! Und wenn du müde wirst, gehst du ins Bett. Du brauchst deinen Schlaf.“
Er lächelte zärtlich und machte einen Schritt vor. Behutsam umarmten sich die beiden Brüder. Ehrlich gesagt machte Vico dies absichtlich. Er wusste, dass sein Bruder auch etwas von seinem Leben haben würde und er war bereit dazu, ihn gehen zu lassen. In den Händen von Lucien wird es ihm gut gehen. Bevor Vico und Rasmus losgingen, nahm er noch die Taschen an sich und winkte. Felice sah ihnen hinterher, bis er sie in der Dunkelheit nicht mehr erkennen konnte. Danach wendete er den Blick und sah zu Lucien hinüber. Wieso hatte er das denn getan? Der arme Rasmus…, irgendwie schien er für viele Dinge erhalten zu müssen. Langsam näherte sich der Dichter dem Hellhäutigen. Als er nah bei ihm stand, legte er eine Hand in den Nacken.

„Wieso hast du das getan? Rasmus damit zu beauftragen ist doch etwas gemein, findest du nicht? Immerhin ist es mein Bruder und meine freiwillige Pflicht, mich um ihn zu kümmern!“
Es schien, als wusste Felice genau das es nicht die freie Entscheidung des ältesten Italieners gewesen war.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 26.04.2006    um 12:00 Uhr   
Wie er da stand, den Mantel der Nacht dicht um den zarten Körper geschlungen und den Blick aus fürsorglichen Augen streichelnd auf dem kleinen Bruder, er hätte eine Statur sein können, schöner und begehrenswerter, als alle Menschen, die Lucien bis jetzt gesehen hatte. Leise schlichen sich Bedenken - nein, nicht Bedenken, sondern falsche Ratschläge - in seinen schönen Kopf. Er sollte in einem Menschen nicht sehen, was er sah, dafür waren sie viel zu zerbrechlich, aber gegen alles Wissen, er konnte nicht anders, als faszniert zu Felice' Gestalt hinüber zu sehen. Nein, er würde nicht zu lassen, dass er starb. Ja, vielleicht war es ein bisschen ungerecht. Wenn der Junge nicht diese ausgesprochene Ähnlichkeit zu ihm selbst besitzen würde - was wahrscheinlich nur Allegro und er selbst bemerkt hatten - so wäre er wahrscheinlich niemals auf die Idee gekommen ihn zu retten. Aber so hatte sich der Gedanken mit schlanken, starken Fingern in seinen Geist gekrallt und er würde nicht zulassen, dass es anders kam.
Ein zärtliches Schmunzeln lag auf seinen Lippen. Oh ja, Felice hätte sicherlich Recht, wenn er Rasmus wirklich befohlen hätte auf den Jungen aufzupassen, aber die Beziehung, die er zu diesem Italiener hegte, lies Befehle nicht zu. Nicht in so lapidaren Dingen.

"Dein Mitgefühl ehrt dich, Felice. Aber es ist unangebracht. Ich habe Rasmus nicht beauftragt, ich habe ihn gebeten mir einen Gefallen zu tun, wie ich es jederzeit für ihn tun würde. Es war nicht mehr, als ein Freundschaftsdienst. Wenn du glaubst, ich würde Rasmus ungerecht behandeln, dann sprich mit ihm darüber. Ich bin sicher er wird deine Bedenken zur Seite räumen. Aber bitte, zerbrich dir nicht deinen schönen Kopf darüber. Lass uns heute Abend Spaß haben. Lass uns leben!"
Leichtfüßig drehte er sich um und sah über seine Schulter, ob Felice ihm auch folgte. Es würde den Jungen Menschen sicher wundern, wenn er wüsste, dass Lucien geradewegs auf dem Weg zu seiner Lieblingsdisco war. Wer würde auch vermuten, dass Vampire in Diskotheken vorzufinden waren? Da dachte man dann wohl doch eher an alte Schlösser und verfallene Burgen, oder?
Von außen sah das Gebäude nicht aufregend aus, aber als sie eingetreten waren, offenbarte sich die wahre Schönheit dieses Etablisements. Ander, als in den meisten Diskos, war diese in einem sehr edlen Stil gehalten. Man betrat nicht gleich die Hallen, in denen Musik gespielt wurde, sondern fand sich in einem edel ausgestatteten Saloon wieder. Der Boden war mit schwarzem Mamor bedeckt, während die Wände mit roter Damasttapete dekoriert waren. Vereinzelt standen Stühle und Sessel um kleine Tische, auf denen Karten auslagen.

"Ich hoffe, dass ist halbwegs nach deinem Geschmack. Ich kann dich in dieser Sache nur schlecht einschätzen. Möchtest du etwas trinken? Einen Kaffee oder einen Drink? Such dir aus, was du möchtest."
Nein, niemand würde bestreiten, dass Lucien in Felice' Gesellschaft kaum wiederzuerkennen war.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 26.04.2006    um 12:01 Uhr   
Er war fast wieder der lebensfrohe Junge, der in den Wirren der französischen Revolution sein Leben verloren hatte.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.04.2006    um 15:02 Uhr   
Nein, er würde sich nun nicht danach erkundigen, ob Lucien die Wahrheit gesprochen hatte. Er würde es nun einfach als richtig empfinden und somit dem Hellhäutigen Glauben schenken. Glauben und Vertrauen, das war es doch, was er von ihm erwartet hatte, oder etwa nicht? Dasselbe erwartete natürlich auch Felice von Lucien, doch in der Sache konnte er sich leider nicht immer sicher sein.
Nachdem er aufgefordert wurde zu leben, folgte er dem anderen. Er besah sich die Straßen Roms, denn hier war er noch nie gewesen. Es war anders als in Mailand – keine Frage - und doch befürchtete er beobachtet zu werden. Ein kurzer Schauer durchfuhr seinen Leib, sodass er zu frösteln begann und sich über die Arme reiben musste.
Das Innere der Diskothek überraschte ihn sehr. Er hätte nicht gedacht dass es so eine Kombination aus Nachtclub und Disco gab. Verwirrt strich er sich durch das Haar und ließ sich gegenüber dem Franzosen auf einen der Stühle nieder. Die Frage, die ihm mittlerweile gestellt wurde, überhörte er. Nicht absichtlich, aber er überhörte sie. Zu sehr war er noch von den Äußerlichkeiten fasziniert. Zwar hörte er, dass irgendwo Musik gespielt wurde, doch er konnte nicht genau erfassen, wo es war. Nun endlich durfte Lucien wieder in seine Aufmerksamkeit rücken.

„Oh eh…, ich hätte gerne… .“
Er wusste es nicht. Ein Verlangen nach Kaffee konnte er nicht empfinden, ein Drink würde ihn nur blau machen und diese übersüßten Softdrinks hatte er vorhin schon in sich geschüttet. So drückte er kurz die sanften Lippen zusammen und überschlug die Beine.

„Ach, ich möchte nichts, danke.“
Er lächelte flüchtig und sah sich wieder um. Wenn er ehrlich war, fehlte ihm Gesprächsstoff. Sogar die Schmerzen ließen soweit nach, dass er nicht mal aggressiv wirkte und damit etwas Spannung aufbauen konnte. Die schlanken Arme legten sich auf die Lehne des Stuhls und irgendwann begannen die Zähne wieder heimlich die Lippen zu malträtieren. Das hatte er schon seit er Fünfzehn war nicht mehr gemacht.

„Sag mal… .“
Entkam es leise dem Italiener.

„Ich verstehe noch immer nicht wieso du dir so eine Last an den Hals setzt. Was hast du davon – also ich meine, von uns? Sind dir deine vampirischen Freunde zu langweilig geworden, dass du dich mit noch lebendem Futter umgibst? Oder hebst du uns für schlechte Zeiten auf?“
Er grinste kurz süffisant und schüttelte seinen Kopf. Feine Strähnchen vielen ihm dabei vor das dunkle Augenmerk und verdeckten ihm partiell die Sicht. Es ist ihm keineswegs entgangen, dass etliche anwesende Herrschaften auf den Hellhäutigen sahen. Ob sie ihn wohl kannten oder spürten, das so was wie er nicht von jener Welt stammte?
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 26.04.2006    um 19:43 Uhr   
"Es ist schon erstaunlich, dass du von deinem Bruder und dir als Last sprichst. Ich hätte gedacht, dass jemand mit deinen Fähigkeiten und deinem Aussehen ein größeres Selbstwertgefühl besitzt, aber du hast durchaus ein Anrecht auf deine Frage.
Du faszinierst mich, Felice Foscari. Ich finde deine Kraft und Willenstärke erstaunlich. Für mich ist es ein Rätsel, wie ein so starker Charakter in einen so zarten Körper hinein passt. Ich finde es umwerfend mit wie viel Sanftheit du Vico behandelst und mit wie viel Überzeugung du bescheiden bist. Nein Felice, jemanden wie dich gibt es nur einmal auf dieser Welt, auch wenn du mir eher, wie ein Engel, als ein Mensch erscheinst..."
Er sprach mit so viel Gefühl, dass es schwer war eine Lüge in die Worte hinein zu interpretieren. Nein, Lucien war von dem überzeugt, was er sagte. Der junge Mensch hatte seinen Verstand vollkommen ausgeschaltet, so dass er rein von Gefühl getrieben aggierte. Jede Handlung, jeder Satz war scheinbar ohne jeden Hintergedanken. Konnte es denn wirklich sein, dass er Felice' Gesellschaft nur um der Gesellschaft Willen wählte, ohne etwas Böses dabei zu denken?
"Ich mag die Intensität, die du ausstrahlst, das Leben! Natürlich, du denkst dir, dass es kaum so sein kannt, wo du doch am Rande des Todes stehst, aber selbst in diesem Moment bist du lebendiger, als jeder andere. Dich umgibt eine Aura, die die Menschen zu etwas Besonderem macht. Deine Augen sind aufmerksamer, deine Lippen gewandter und deine Bewegungen ein Ausdruck der Eleganz. Ja, ich erlege mir diese Last, wie du es nennst, auf weil es für mich keine Last, sondern das Angenehmste ist, was ich seit einer Ewigkeit erlebt habe. Deine Gesellschaft ist sehr erfrischend!"
Obwohl er nicht bestellt hatte, brachte man ihm ein Glas Wein und eine Zeitung. Anscheinend war er wirklich öfter hier. Aber auch diese kleine Unterbrechung konnte Luciens Aufmerksamkeit nicht von Felice ablenken. Seine blauen Bergseeaugen lagen ruhig auf dem dunklen Gegenpaar und doch strahlten sie, wie die Augen eines kleinen Jungen, der unbändige Freude empfand.
Er spürte die Blicke, die auf ihm, aber auch auf dem Menschen lagen. Nein, so viel Schönheit sah man wirklich nicht alle Tage, auch nicht in London. Man war versucht zu meinen, dass die beiden aus einem Gemälde herausgestürzt waren, so vollkommen saßen sie an dem kleinen Tisch, ganz in ihre eigene, kleine Welt versunken.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.04.2006    um 20:55 Uhr   
Mit großer Geduld hatte er Lucien zugehört. Was er da so von sich gab – war es Wahrheit oder Lüge? Wollte er ihn mit diesen Worten nur um den Finger wickeln? Auch wenn, so schnell ließ er sich nicht fangen, da mussten schon andere Geschütze vorfahren. Er nickte nur verstehend und sah auf den Wein und die Zeitung die wortlos herbeigebracht wurden. Er schien ein gern gesehener Gast zu sein. Kein Wunder, hier konnte man sicher gut Futter finden.
„Schön, dann sind wir dir eben keine Last. Ehrlich gesagt beruhigt mich das und ich verstehe nun, wieso du mich damals so unverhofft angesprochen hast. Aber es wirkt, als scheinst du etwas nachzurennen was du selbst nie erleben konntest. Ist es das?“
War es doch mehr? Er schmunzelte ruhig und stand plötzlich auf. Ohne nach Luciens Erlaubnis zu fragen entfernte er sich ruhig. Er ging durch den Laden denn es reizte ihn, mehr als das zu sehen. Eventuell könnte er dadurch auch einen besseren Einblick in das Leben des Franzosen bekommen. Ja, es interessierte ihn, wie man die Ewigkeit totschlug. Wurde es nicht einem zunehmend langweilig?
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geschrieben am: 26.04.2006    um 21:11 Uhr   
Die Frage kam - das musste er zugeben - überraschend. Trotzdem ließ er den Jungen durch die Räumlichkeiten streifen. Er war alt genug um zu wissen, was er machen konnte, und was er besser ließ. Nachdenklich hob er das Glas an seine Lippen und sah sich um. Es war noch leer und er kannte fast kein Gesicht.
Wenn Felice sich aus dem Raum heraus trauen würde, würde er in einen viel dunkleren Teil der Diskothek kommen. Hier dröhnte die Musik und man erkannte im flackernden Licht kaum wohin man seinen Fuß setzen konnte. Es gab in einigen Nischen zwar noch immer Sitzgelegenheiten, aber dieser Raum wurde von einer Tanzfläche und einer Bar dominiert.
Lucien hingegen stützte sein schönes Kinn auf seine Handfläche. Nein, er sah in Felice nicht die Chance, die er selbst verpasst hatte, ganz im Gegenteil. Wenn es um die Chancen ging, die sie in ihrem Leben gehabt hatten, so vermutete er, dass er selbst mehr Möglichkeiten hatte, allein schon auf Grund der Tatsache, dass er ein längeres Leben hatte. Nein, nein... auch wenn Felice gerne glauben wollte, dass es so war, so wusste er persönlich, dass das nur ein Hirngespinst sein konnte.
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geschrieben am: 26.04.2006    um 21:58 Uhr   
Auch wenn er hier nicht viel erkannte, es war angenehm zu erleben dass es noch Menschen gab, die normal im Kopf waren und keine Sorgen hatten; zumindest nicht auf den ersten Blick. Lässig lehnte er sich zwischen Tür und Angel. Die Musik dröhnte in seinem Kopf und am Liebsten hätte er sich umgedreht und wäre wieder zurückgegangen, doch dafür war er nicht hier gewesen. Er war hier um ein bisschen Spaß und Ablenkung zu haben. Das sollte er sich wirklich schleunigst gönnen, ansonsten könnte er selbst für nichts mehr garantieren. Nach einer kleinen Weile traute er sich mehr hinein. Die Schwärze des Raumes empfing ihn und er verschmolz in einer perfekten Symbiose mit der Dunkelheit. Durch seine Kleidung konnte man ihn fast gar nicht erkennen, nur wenn die hellen Lichtblitze der Scheinwerfer aufflackerten durfte man erahnen wie er aussah. Das, was man zu sehen bekam, war aber durchaus nicht erschreckend. Seine Motorik hielt nicht still, die Füße trugen ihn weiter bis auf das Tanzparkett. Sich zur Musik zu bewegen war ihm nichts Neues. Wenn er sich erinnerte, hatte er das früher oft getan, besonders, als er fast täglich vom Internat geflohen war. Mit seinem Hang zur Melancholie hatte er Anschluss in der schwarzen Szene gefunden. Dies schwieg er zwar tot, aber das war die absolute Wahrheit die man aus einem Lebenslauf nicht wegwischen konnte. Die Musik, die sie hier spielten, war dementsprechend nicht ganz passend, aber da sie dennoch Trance war, konnte sie seinen Körper in Bewegung bringen. Er liebte Trance, er liebte diese künstlich erzeugten Töne die einen fast schweben ließen, die unwirklich und doch wahr waren, wie sein momentanes Leben. Verrückt. Wie ein eingeschweißter Gothic hatte er den stylischen Tanzstil drauf. Schwebend, kaum mit eckigen Bewegungen verbindend, wippte der Leib von einer Seite auf die andere. Die Arme schlenkerten nicht unkontrolliert wie die, der anderen, sondern bewegten sich mit dem Leib, wurden zu einer perfekten Einigkeit. Er bewegte sich dadurch komplett anders als die Masse und genau deswegen bekam er spezielle Aufmerksamkeit. Er bekam dies jedoch nicht großartig mit, denn mit dem Beginn eines neuen Liedes hatte er sich verloren. Die Musik war heilend und beruhigend, nachdem er sich wieder daran gewöhnt hatte. Sein Kopf war leicht gesenkt und zur Seite gelegt, sodass jene feinen Strähnen die Wange, den Hals und die Stirn streichelten. Die zarten Lippen ein Stück weit geöffnet und die Lider geschlossen. Er war ein Mensch der sich auf Rhythmus und Text konzentrierte und genau deswegen, ja – genau deswegen schien er im Moment dieselbe Mystik anzunehmen, die auch Lucien hatte.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 26.04.2006    um 22:28 Uhr   
"Welch freudigige Überraschung. Lucien Montaigner." Eine junge Frau mit braunen Locken und tiefen, braunen Augen setzte sich an seinen Tisch. Er lächelte ihr charmant zu und gab ihr einen Kuss auf die ihm dargebotene feine Hand.
"Lucretia Di Pompo, die Freude ist ganz meinerseits. Ich hätte nicht gedacht dich noch einmal hier zu sehen, nach deinem Ausrutscher vor einigen Monaten."
"Oh, lass uns nicht mehr davon sprechen..."
"Wovon sollen wir denn sonst sprechen?"
"Zum Beispiel von dem exquisiten Jungen, den du her gebracht hast. Eine deiner neuen Errungenschaften?"
"Nein, ein Freund der Familie. Du brauchst also gar nicht daran denken, wie du ihn dir schnappen kannst!" Lucien lächelte sanft und hob sein Weinglas erneut an die Lippen.
"Ein Freund ein Mensch der Familie? Oh bitte, mach dich nicht lächerlich, Lucien. Dein Vater würde nie zulassen, dass noch ein Mensch bei euch lebt. Es ist schon mehr, als verwunderlich, dass dieser Rasmus - was hast du dir dabei nur gedacht? - bei euch lebt! Nein, nein Lucien... es muss etwas anderes sein. Versuch mich nicht für dumm zu verkaufen."
"Lucretia... wenn nicht dich, wen dann?" Mit einem glockenhellen Lachen stand er auf, das Weinglas noch immer in der Hand. Gemütlich ging er auf die Tanzhalle zu ohne auch nur noch einen Gedanken an die Schönheit auf dem Stuhl hinter ihm zu verlieren. Lucretia und ihn verband eine ganz außergewöhnliche Beziehung. Sie brauchten einander, wie Menschen die Luft zum atmen, doch kaum trafen sie aufeinander, glaubte man, die Welt würde untergehen.
Es fiel ihm nicht schwer Felice auszumachen, wie hätte es auch sein können? Mädchen standen bewundert um ihn herum und die Jungen flüsterten sich neidische Worte zu. Lucien selbst, war wie verzaubert von der Eleganz, die dieser Mensch ausstrahlte. Nach einigen Augenblick kämpfte er sich durch die Menge, nein eigentlich teilte sich die Menge vor ihm, bis er vor Felice stand. Es fiel ihm nicht schwer den Tanzstil des anderen zu kopieren und gleichzeitig abzuändernd, er hatte ihn schließlich seit seiner Entstehung mitverfolgen können. Er sprach Felice nicht an, was bei dieser Lautstärke schwierig hätte werden können, nein er wusste noch nicht einmal, ob der Junge ihn überhaupt wahrnahm.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.04.2006    um 19:09 Uhr   
Keinesfalls. Er schwebte noch immer in seiner heilen Welt die irgendwo in den letzten, kindlichen Winkeln seines kranken Hirns Obhut fand. Die Musik hatte seinen Geist noch fest im Griff und wagte es kaum davon abzulassen. Mittlerweile hatte er den Kopf auf die andere Seite geneigt und die süßen Lippen wieder sacht geschlossen. Erst, als das Lied die Mitte erreichte, öffneten sich zaghaft seine Lider. Als er nach weiteren Sekunden Lucien vor sich erkannte, blinzelte er verwundert, doch der Leib hörte nicht auf sich flüssig zauberhaft zu bewegen. Kurz sah er die Runde an die sich um ihn gebildet hatte. Dass er soviel Aufmerksamkeit bekam, verwunderte ihn. In den schwarzen Szenediskotheken war sein Tanzstil komplett normal, aber hier…, hier schien er so unpassend zu sein, dass er schon wieder exotisch wirkte. Nachdem er sich Erkenntnis über die neue Situation geschafft hatte, lagen seine dunklen Augen wieder auf Lucien. Ungeachtet der Tatsache das es unhöflich sein könnte, musterte er diesen genau – von oben bis unten und wieder zurück. Dann fing er plötzlich an zu schmunzeln. Wahrscheinlich hätte man gedacht, Felice würde sofort aufhören, doch das war nicht so. Er war hier um Spaß zu haben! Da vergaß er all die Streitigkeiten, die zwischen ihnen gewesen waren, gerne. Und zugegeben, Lucien sah ziemlich gut aus, so, wie er den toten Leib doch noch bewegen konnte. Der Italiener streckte seine Hand aus und ergriff ungefragt das Weinglas des anderen. Schön, dass er etwas zu Trinken mitgebracht hatte, er bekam langsam wirklich Durst! Hier war es so stickig und warm. Ruhig nahm er ein paar Schlücke von dem Rotwein, ließ jedoch den Blick weiterhin auf Lucien liegen. Ja, es hatte durchaus etwas Verruchtes an sich, obwohl Felice dies nicht absichtlich tat, war es so. Versonnen leckte er sich die kleinen, letzten Tropfen des Weines von den Lippen nachdem er Abgesetzt hatte und legte dann plötzlich den linken Arm halb um Lucien Nacken. Ob er den leichten Druck an seiner rechten Schulter spürte, hervorgerufen von dem Eigengewicht des Armes? Ob er bemerkte, wie Felice Hand sich warm und weich in den Nacken des Leblosen legte und dort ruhig verharrte? Interessiert neigte Felice den Kopf und zog sacht die Brauen zusammen, bevor er charmant lächelte und begann ganz sorglos mit Lucien weiter zu tanzen. Kein einziges Wort verließ seine Lippen.
Er fühlte sich außergewöhnlich gut. Das musste er ausnutzen solange es ging.
  TopZuletzt geändert am: 27.04.2006 um 19:10 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.04.2006    um 22:57 Uhr   
Oh, wie köstlich! Es war ein Fest für die Sinne den jungen Italiener tanzen zu sehen. Von den flüssigen, harmonischen Bewegungen konnte man nicht genug bekommen, aber je länger man ihm zu sah, desto mehr versank man in einen Traumzustand, eine Welt in der es kein Gestern und kein Morgen gab. Felice Foscari war umgebungen von vollkommener Zeitlosigkeit.
Die warme Hand in seinem Nacken, das Gewicht des Armes und das charmante Lächeln nahm er sehr deutlich wahr. Seine eigene Haut war zwar kühl, doch nicht mehr kalt, wie die eines Untoten. Auch auf seinen Lippen zeichnete sich ein einladendes Schmunzeln ab. 'Du änderst deine Meinung schnell,' dachte er, während er seinen Körper im Einklang der Musik näher an Felice' schmiegte und ihn im beinahe gleichen Augenblick wieder ein Stück zurück fließen zu lassen 'sagtest du doch noch vor ein paar Stunden, ich dürfe dich nicht berühren. Oder ist es etwas anderes, wenn du mich berührst?'
Während er noch überlegte, fand ihr, durchaus aufreizender, Tanz immer mehr Bewunderer. Besonders den Mädchen konnte man ansehen, dass ihnen diese beiden jungen, hübschen Männer gefielen und die Tatsache, dass sie miteinander tanzten, nah genug um in Verdacht zu geraten kein Interesse an Mädchen zu haben, aber weit genug von einander entfernt um nicht anstößlich zu wirken, machte die Sache besonders schmackhaft.
Für diese banalen Gedanken der sterblichen Mädchen hatte Lucretia nicht viel übrig. Auf ihren vollen, rotgeschminkten Lippen konnte man ein zynisches Schmunzeln erkennen. Dieser Abend könnte wirklich lustig werden. Sie hätte nie im Leben erwartet, dass Lucien so dumm wäre sein Spielzeug mit an einen solchen Ort zu bringen. Scheinbar mühelos bahnte sie sich ihren Weg durch die gaffende Menge, so dass sie einen Platz in der ersten Reihe hatte. Aber Lucien hatte Geschmack, das musste man ihm lassen. Vielleicht sollte sie ihn bitten auch ein wenig von der Extravaganz des Menschen kosten zu dürfen? Aber nein, das war nicht ihr Stil. Eine Dame von Welt bekam immer, was sie wollte, ganz egal, wie extravagant es auch sein mochte. Mit diesem Wissen und einem reizenden Lächeln schenkte sie ihre vollkommene Aufmerksamkeit den Tänzern.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.04.2006    um 12:37 Uhr   
Natürlich hatte er noch vor ein paar Stunden lauthals geschrieen, dass Lucien ihn nicht anfassen sollte, aber das machte er ja eigentlich auch gar nicht, nicht wahr? Felice war es doch gewesen, der sich dem anderen bedenkenlos genähert hatte und immerhin sollte man den Mut des Blassen belohnen, denn noch nie in seinem Leben hatte sich jemand getraut ihn anzutanzen. Das war dann schon eine Besonderheit die er selbst mehr als genießen wollte.
Vorsichtig nahm er noch einen Schluck und sah sich erneut um. Nachdem er ein noch recht junges Mädchen entdeckte, die nah bei ihnen stand, lächelte er sie zärtlich an und drückte ihr ungefragt das Weinglas in die Hand. In ihrer vollkommenen Faszination nahm sie es auch an, wobei man sagen musste, dass diese Reaktion im Leib der Menschen angeboren war. Man könnte ihnen schnell eine Handgranate reichen, sie würden ihre Hand danach ausstrecken um sie zu erfassen, einfach so, ohne vorher zu überlegen was sie da überhaupt nahmen.
Wie dem auch sei, Felice hatte so das Glas los und sah flüssig wieder zu Lucien zurück. Während seine dunklen Augen ihn erneut betrachteten, legte sich heimlich auch der andere, nun freie Arm über die linke Schulter des Gastgebers. Er konnte noch immer nicht glauben was er hier erleben durfte. Nie hätte er erwartet, dass sich Lucien zu einem solchen, modernen Tanz herablassen würde. Aber vielleicht spielte er dies auch alles zu sehr auf. Die Tatsache jedoch, dass ein Walzer da mehr in Frage kam, ließ ihn frech aufgrinsen.
Eine gute Weile tanzten sie noch und Felice hatte dadurch die beste Gelegenheit bekommen, sich insgeheim Felice zu nähern. Irgendwo war nämlich auch die Neugier zu erfahren, wie sich ein Wesen wie er anfühlte. Die kühle Haut war ungewöhnlich, aber mit der Zeit hatte er sich daran gewöhnt. Seine blasse, weiße Haut hatte sich sehr weich angefühlt und er konnte keine Irritationen oder Unebenheiten erkennen. Er hoffte nur, dass Lucien es nicht so bemerkt hatte, wie Ab und An seine Fingerspitzen über die Haut gehuscht waren. Wenn man es so nahm, war Lucien ein perfektes Wesen. So perfekt, dass er genug Interesse wecken konnte, sogar mit bloßer Anwesenheit.
Das Lied endete und Felice ließ die letzten Klänge in seinem Körper ausklingen. Ungewöhnlich, aber er war schon ziemlich geschafft. Sein kranker Körper hielt das nicht mehr so aus wie früher, aber er würde diesem auch nun Ruhe schenke. Langsam löste er sich von dem anderen und lächelte wieder. Da die Musik leise wurde, konnte man sich kurz unterhalten.

„Vielen Dank Signore Montaigner. Es war mir eine Freude.“
Er verneigte sich sanft und zwinkerte flüchtig.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.04.2006    um 13:47 Uhr   
Dieser Abend war tatsächlich außergewöhnlich unterhaltsam. Er konnte nicht verleugnen, dass es ihm gefiel, wie sie, in ungläubiger Bewunderung, starrten und stirrten, glotzten und gafften. Das Gefühl der Erhabenheit, das ihn ergriff, war köstlich und erleichternd. Aber das Besondere war doch der Mensch vor ihm. Ein Wesen, das sich völlig losgelöst von weltlichen Gesetzen bewegte, ja es sogar wagte ihn dabei zu umarmen. Dieses Spielchen tat ihnen wahrscheinlich beiden mehr als gut. Für Felice war es ein Ablenkungsmanöver für ihn selbst pure Unterhaltung.
Ihre Bewunderer bekamen geboten, was sie sehen wollten, denn Lucien hob zwar seine Hände, als wollte er sie an Felice' Hüfte legte, doch ließ er sie darüber schweben. Wenn man wollte, konnte man einiges in die Bewegungen hinein interpredtieren. Der intensive Blickkontakt der beiden Tänzer verleitete zu der Vermutung, dass sie sich sehr nah standen, wobei die nur angedeuteten Berührungen des einen auf eine deutliche Hierarchie hindeuteten. Und doch... keiner der Zuschauer hatte eine Ahnung, wie es wirklich war.
Lucien lächelte sanft, als er die Berührungen des Jungen spürte. Nein, er ließ ihn nicht glauben, dass er ihn belächelte, aber er erfreute sich an der Neugier des Menschen. Das machte das Leben aufregend und insgeheim nahm er es als erstes Zeichen des Vertrauens wahr.
Als der Tanz geendet hatte, deutete er eine Verbeugung an und grinste Felice verschmitzt zu.

"Die Freude ist ganz meinerseits, Signore Foscari. Darf ich Sie nun auf etwas zu Trinken einladen?"
Er wartete die Antwort des Menschen nicht ab, denn er wusste, dass Felice' geschwächter Körper nun unbedingt Wasser brauchte. Also drehte er sich mit einem charmanten Lächeln um und versuchte sich einen Weg durch die Zuschauer zu bahnen, wurde aber von der schönen Lucretia aufgehalten.
"Einen Drink?" Fragte sie, den Zeigefinger an ihrer Lippe. "Ich denke, ich werde euch beiden Gesellschaft leisten. Du hast doch nichts dagegen, Lucien, oder?"
"Wenn ich ehrlich bin, ist deine Anwesenheit gerade wirklich nicht erwünscht, Lucretia."
"Wie schade, dann muss ich mich wohl den Abend damit begnügen an eurem Tisch zu sitzen und nicht mit euch zu reden. Wobei mich wirklich interessieren würde, was der Kleine zu erzählen hat. Du musst ihm doch irgendwelche Märchen aufgetischt haben, dass er dir so bedenkenlos folgt. Sag bloß, er weiß gar nicht..."
"Lucretia, es reicht. Ich habe ihm weder Märchen erzählt, noch ihm etwas verschwiegen. Jetzt entschuldige und bitte."
Er schaute über seine Schulter zu Felice hinüber, aber noch bevor er etwas sagen konnte, drängte Lucretia ihren schlanken, schönen Körper an ihm vorbei, so dass sie nun vor dem Menschen stand. Sie war einen guten Kopf kleiner als er und ihre hübschen Augen glitzerten frech.
"Ein so guter Tänzer, wie du, hat doch sicher nichts gegen die Gesellschaft einer hübschen Dame?" Ah, ihr Augenaufschlag war wirklich himmlisch! Das musste Lucien zugeben.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.04.2006    um 18:59 Uhr   
„Gerne.“
Würde Lucien den körperlich Älteren sagen hören, bevor das nächste Lied erklang. Er folgte ihm durch die Menge die sich mittlerweile wieder gefasst zu haben schien und lauschte nebenher noch dem neuen Lied. Da er das Lied kannte summte er leise mit. Es gab zwar viel bessere Lieder auf der Welt, aber dennoch trieb es die Anwesenden zurück auf die Tanzfläche.
Als er bemerkte, dass sich zu Lucien – der gut fünf Schritte vor ihm stehen geblieben war - ein ihm fremdes Mädchen gesellt hatte, neigte er langsam den Kopf und zog verwirrt die Brauen zusammen. So, als hätte er etwas zutun, richtete er sein Bandana neu und hielt den Abstand. Immerhin wollte er nicht unhöflich wirken und sich neugierig weiter nach vorne drängen. Sein Gesumme war verebbt und geduldig wartete er, bevor er plötzlich von jenem Mädchen angesprochen wurde.

„Äh ähm… .“
Was sollte er jetzt sagen? Oh, ihm fiel da etwas schrecklich passendes ein.

„Nein, dagegen nicht. Aber ich mag es nicht wenn mich fremde Leute duzen. Soviel Zeit muss man haben, nicht wahr?“
Er grinste spöttisch und versuchte sich an der Dame vorbei zu drücken. Dieselbe Reaktion, die er Lucien gegeben hatte, als sie aufeinander trafen. Seinem Wissen nach hatte Lucien ihn auch sofort geduzt.
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geschrieben am: 28.04.2006    um 19:32 Uhr   
Mit einem Lächeln nickte er dem jungen Menschen zu. Zwar war es keine direkte Absage an Lucretia, aber so merkte sie sicher gleich, dass sie wirklich unerwünscht war und Felice keine leichte Beute war, wie sie sicher glaubte. Er führte den Italiener hinaus in den Saloon. Die Ruhe hier tat gut. Es war nicht vollkommen still, aber angenehm. In gemütlichem Tempo gingen sie zu dem Tisch, an dem sie auch ganz zu Anfang gesessen hatten. Lucien nahm platz und überschlug seine schönen Beine. Selbst diese Bewegung erschien vollkommen.
"Du bist ein außergewöhnlich guter Tänzer. Das erwartet man bei jemanden, der zugleich hervorragende Gedicht schreibt gar nicht. Nein, wirklich, es war wunderbar! Also, was darf ich dir bringen lassen, Felice?"
Zu interessant war der Mensch, als das Lucretia auf die Abfuhr ihres Freundes und seines Spielzeugs hätte hören können. Ihre kleinen, zarten Füße trugen sie fast von allein in die Halle in der die beiden saßen. Mit ihren dunklen Augen erblickte sie sie schnell und lächelte in sich hinein. Ach, sie kannte Lucien. Er würde sie nicht wegschicken. Das konnte er sich gar nicht erlauben. Und noch während diese Gedanken langsam und zärtlich durch ihren vollkommenen Kopf flossen, erreichte sie den Tisch der anderen.
"Dass Männer nie wissen, was gut für sie ist..." Hauchte sie mit ihrer zarten Stimme und nahm ohne zu fragen, Platz. Ihre Finger wirkten zart und zerbrechlich, selbst neben Luciens Händen.
"Aber Lucien, möchtest du uns nicht vorstellen? Dein Gast scheint ein Liebhaber der Etikette zu sein..."
Während Lucretia ihn zuckersüß anlächelte, musste er die Lippen fest aufeinander pressen um nicht die Geduld zu verlieren, aber er sollte es sich nicht mit ihr verscherzen. Sie Kind eines mächtigen Hauses und sein Vater würde ihn für einen weiteren Fehltritt sicher hart bestrafen.
"Nun gut. Lucretia, das ist Felice Foscari, ein Freund - Felice, das ist Lucretia Di Pompo, eine Freundin der Familie!"
Nach dieser kleinen Vorstellungsrunde streckte die Dame Felice ihre zarte Hand entgegen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.04.2006    um 20:15 Uhr   
Seufzend ließ er sich auf seinen Stuhl nieder und streckte sich aus. Keine Frage, das hatte ihm wirklich gut getan! Es hatte neuen Lebensmut in ihn geweckt, den er irgendwo verloren hatte. Als er Luciens Sätze wahrnahm, schmunzelte er. Solche Worte von dem Vampir hörten sich seltsam an!
„Hervorragende Gedichte? Also bitte, du hast noch nie ein Werk von mir gelesen, dann würdest du merken, dass ich noch viel mehr Übung brauche.“
Er nickte sacht. Da hörte man die gesunde Selbstkritik der Künstler.

„Aber zu meiner eigenen Überraschung muss ich gestehen dass ich nicht erwartet habe, dass du dich noch so gut bewegen kannst. - Ich hätte gern ein Wasser.“
Zuviel Alkohol sollte er sich wegen den Tabletten nicht leisten, ansonsten würde es ihm sicher übel werden, oder so. Ehrlich gesagt hatte er sich noch nicht getraut dies auszuprobieren.
Er sah auf als Lucretia sich zu ihnen setzte. Verwundert hob er die Brauen und schaffte es, sie genau anzusehen. Wenn Lucien sie kannte musste sie ebenso ein Vampir sein. Zumindest ließ auch der Name darauf hinweisen. Den hörte er so gut wie nie in der modernen Zeit. Nachdem Lucien sie einander vorgestellt hatte und er plötzlich die Hand vor sich sah, wusste er zuerst nicht, was er machen sollte. Dann ergriff er sie jedoch mit seiner rechten Hand und – schüttelte sie, gepaart mit einem charmanten Lächeln. Heimlich versuchte er zu bemerken, ob die Hand seiner eigenen Wärme entsprach oder genauso kalt wie Luciens Nacken war.

„Es freut mich Sie kennen lernen zu dürfen, Signora die Pompo.“
  TopZuletzt geändert am: 28.04.2006 um 20:16 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.04.2006    um 20:26 Uhr   
"Ah, diese Neugier steht Ihnen nicht, Signore Foscari. Es gehört sich nicht, sich zu fragen, ob eine Dame schon tot ist oder nicht." Lächelte sie und entzog Felice ihre Hand. Es machte wirklich Spaß. Menschen waren so bedauerliche kleine Wesen. Nein, wie niedlich.
Lucien hingegen schien nicht sonderlich angetan von Lucretias Auftreten.
"Untersteh dich, Freundin! Ich verbiete es dir!"
"Ach Lucien, sei kein Spielverderber. Was ist schon dabei? Ich tue doch niemandem weh. Entspann dich und genieß die Nacht, so wie du es ursprünglich vorhattest. Oder glaubst du, dass ich deinem kleinen..."
"Halt endlich den Mund, Lucretia! Schön, ich war an deiner Niederlage vor ein paar Wochen nicht ganz unschuldig, aber das gibt dir noch lange nicht das Recht dich so aufzuführen!"
"Ach nein? Es ist ja wirklich niedlich, wie du ihn in Schutz nimmst. Ob er das zu schätzen weiß? Nun, Signore Foscari, wahrscheinlich wissen Sie es wirklich nicht zu schätzen, dass mein verehrter Freund Ihnen seine Aufmerksamkeit schenkt. Ist es nicht so?"
Obwohl ihre Worte so schaf waren, war ihre Stimme ganz sanft, umschmeichelnd, wie Seide. Nein, selbst bei einem so offenen Angriff fiel es schwer ihr böse zu sein. Mit ihrer engelsgleichen Ausstrahlung wirkte sie viel zu unnahbar.
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geschrieben am: 28.04.2006    um 20:49 Uhr   
Das hätte sie nicht machen dürfen. Sie hätte sich niemals erlauben sollen ungefragt seine Gedanken zu lesen. Er fühlte sich im Moment schrecklich an das erste Zusammentreffen mit einem Vampir erinnert.
„Nun, wo sie meine Gedanken ja so schön gelesen haben ist es mir ja nicht mehr verborgen dass sie einer von der leblosen Sippe sind.“
Er schmunzelte spöttisch und mit einem Schlag war seine ganze Laune zunichte gemacht worden. In seinem unstabilen Zustand konnte das wirklich schnell passieren.
Freund der Etikette? Die Dame würde sich noch wundern! Schade für Lucien, aber so was sollte man ihm nicht offen vor die Nase setzen. Er lauschte dem Wortwechsel und zog die feinen Brauen zusammen. Die Frage des frechen Weibsbildes zog die Aufmerksamkeit auf ihr. Ruhig leckte er sich über die Lippen.

„Ich sehe schon, dass scheint ein Problem zwischen Ihnen zu sein. Ich habe keine Lust mich von einem Zombie runtermachen zu lassen. Kommen Sie mal lieber von ihrem hohen Ross runter. Mein Freund verlangt nach meiner Aufmerksamkeit, nicht ich nach seiner. Wenn Sie so schlau sind wie Sie hier vorspielen hätten Sie dies schon längst bemerkt, aber das Hirn scheint in all den Jahren wohl nicht mehr so richtig zu arbeiten, was? Färben Sie sich ihre Haare blond, das passt besser zu Ihnen!
Entschuldigen Sie mich?“
Felice erhob sich. Er hatte keinen Bock noch länger mit dieser Person an einem Tisch zu sitzen, die sich mehr herausnahm als alle Vampire der Welt. Was bildeten sich diese Freaks überhaupt ein? So unsterblich wie sie tun, waren sie gar nicht! Oder wieso hatten die so eine Angst vor ein paar wärmenden Sonnenstrahlen? Gott, er musste nach Hause.
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geschrieben am: 28.04.2006    um 21:07 Uhr   
"Temperament hat er ja, der Kleine." Lucretia überschlug ihre Beine, so dass man ihre helle, makellose Haut gut sehen konnte. Für den Rock, den sie trug, brauchte sie beinahe einen Waffenschein. "Ob er weiß, dass du ziemlichen Ärger kriegst, wenn er das Gerücht in die Welt setzt du wärst ein... Untoter? Ah, es ist immer wieder zu köstlich zu sehen mit was für primitiven Geschöpfen du dich umgibst, mein Lieber. Was ist es diesmal, was dich ihn aushalten lässt? Seine Art zu sprechen, der hübsche mailändische Akzent, seine Augen, oder die Art und Weise, wie er sich bewegt?" Spöttelnd strich sie über seine Finger. "Auch du wirst irgendwann lernen, dass Menschen keine Gesellschaft für uns sind, mein Lieber!"
Das war zu viel! Lucien stand schwungvoll auf und starrte einen Augenblick verärgert in Lucretias Gesicht. "Du widerst mich gerade wirklich an. Eine angenehme Nacht!"
In langen, aber graziösen Schritten folgte er Felice. Er hatte gerade den Ausweg erreicht, als er mit ihm auf einer Höhe war.
"Felice... warte! Du musst Lucretia entschuldigen. Sie ist ein bisschen seltsam. Wir wollen uns von ihr doch nicht den Abend verderben lassen. Komm, gehen wir in einen anderen Club, oder ein Café. Sag nur, worauf du Lust hast!"
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geschrieben am: 28.04.2006    um 21:52 Uhr   
Sein Gang war energisch. Man bemerkte, dass er sich sehr angegriffen fühlte. Er stolperte aus dem Laden hinaus in die kühle Nacht. Zwar kannte er sich hier überhaupt nicht aus, doch dass interessierte ihn vorerst auch gar nicht. Schon als er die erste Abzweigung genommen hatte, war er schon auf dem falschen Weg. Neben seiner Wut vernahm er die eiligen Schritte hinter sich und schließlich die Stimme des Blassen.
„Was denkt ihr euch eigentlich?“
Zischte er voll Wut und Enttäuschung.

„Wollt, dass man euch Respekt und Ehre zollt und habt selbst für einen Menschen nicht mehr als dumme Sprüche und Einbildung übrig! Dabei vergesst ihr ständig dass selbst ihr am Anfang nicht mehr als nur ein jämmerlicher, kleiner Mensch gewesen seid!“
Er schüttelte den Kopf und nahm sofort wieder die nächste Abzweigung. Anscheinend versuchte er Lucien somit abzuschütteln, aber das funktionierte nicht ganz wie er es sich vorgestellt hatte. Sie kamen in einen anderen Stadtteil von Rom. Hier war es noch dreckiger und stickiger. Es lagen Pfützen herum die sich mit den verschiedensten Flüssigkeiten vermengten, dennoch trat Felice unbeabsichtigt in sie hinein.

„Dabei braucht ihr uns doch! Ist nicht gerade das ein Grund uns besser zu behandeln, als deine kleine hübsche Freundin es tut? Ja, ihr braucht uns, ansonsten würde es solche niederen, primitiven Menschen wie mich gar nicht geben, nicht wahr, Lucien? Nicht wahr?“
Eiligst ging er weiter. Die Wut in seinem Körper wollte und wollte nicht aufhören zu brodeln. Es brannte in seinem Leib und die Hände ballten sich zu Fäusten. Wieso war er nur in so einen Scheiß geraten, wieso nur?
Plötzlich sah er vor sich auf dem Boden etwas glitzern. Als er näher kam stellte er fest, dass es Scherben einer zerbrochenen Flasche waren. Sofort beugte er sich nach einem Stück und blieb stehen, erst dann wendete er sich zu Lucien um und sah ihn ernst an.

„Und du weißt auch, wieso ihr uns braucht. Deswegen!“
Er streckte seinen rechten Arm aus und ritzte sich die ganze Unterseite auf. Das er dabei seine Pulsader knapp verfehlte war mehr als Glück. Keuchend zuckte er durch den stechenden Schmerz zusammen und sah danach wieder direkt auf. Das Blut trat über die gerissene Wunde und floss über die Haut hinweg. Der Mondschein ließ die Köstlichkeit verführerisch glitzern und der Geruch nach Eisen stieg sogar Felice penetrant in die Nase.

„Oder kannst du etwa behaupten, dass das Blut eines Menschen genauso gut schmeckt wie das einer Ratte? Und ist es nicht dies, dann ist es die Tatsache dass ihr ohne uns doch gar keine Unterhaltung mehr hättet, da jeder dem anderen gleicht und alles so perfekt ist, das es schon wieder langweilig ist!“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.04.2006    um 22:11 Uhr   
Oh, er verstand die Wut des Menschen, denn selbst ihn betrafen die Worte, die Lucretia ihm so unsanft vor den Kopf geschleudert hatte. An Felice' Stelle hätte er wahrscheinlich nicht anders reagiert. So folgte er ihm und hörte sich seine Beschwerden an. Ja, viele waren so, wie er sie beschrieb: Skrupellos und kaltherzig. Vielen bedeuteten die Menschen tatsächlich nicht mehr, als ein Stück Fleisch. Sie waren Nahrung, nichts weiter. Aber er war anders. Er konnte sich noch gut an die Zeit erinnern, in der er selbst ein Mensch gewesen war. Er fühlte, wie sie, was man ihm oft, als Schwäche auslegte.
Als sie schließlich in die Gasse einbogen und Felice das Glasstück hob, blieb er abrupt stehen. 'Schmeiß die Scherbe weg, Junge!' flehte er innerlich und als der Italiener sich damit schnitt, wurde sein größter Albtraum Wahrheit. Er ging langsam aber sicher einige Schritte zurück. Die Farbe, das tiefe, unbeschreibliche Rot, das Glitzern, die Eleganz mit der das Blut den Unterarm des Schönen hinabfloss, der unglaubliche Geruch... das alles weckte sein Verlangen nach der Vitae, jenem lebensspendenden Saft, der durch die menschlichen Körper floss, pochend und so unwiderstehlich, so kostbar, so wertvoll.

"Mach das du weg kommst!"
Er selbst schloss seine Lider und lehnte sich an eine der kalten Hauswände. Wenn es einen Gott gab, dann musste er gnädig sein. Felice musste weglaufen, denn er selbst hatte sich nicht mehr unter Kontrolle. Es kostete ihn alle Kraft an diesem Fleck stehen zu bleiben und das rasende Gefühl, das Tier in sich zu unterdrücken. 'Los, los... nimm ihn dir! Nimm sein Blut, was ist er schon mehr, als ein lächerlicher Mensch. Ein Gefäß für die göttliche Vitae! Los, nimm ihn dir! Nimm dir was du verdient hast! Du weißt, wie süß das Blut schmeckt! Keine Scheu, hol ihn dir!' wisperte die Stimme in seinen Gedanken, laut, dass er glaubte verrückt zu werden.
"Lauf... lauf weg, bitte, Felice!"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.04.2006    um 22:47 Uhr   
Oh, es war schön, es war prächtig! Es war das, was letztendlich jeder Vampir begehrte, egal, wie menschlich er in seinem Herzen geblieben ist.
Langsam senkte Felice seinen Arm und ließ die Scherbe fallen, die noch immer ein kleines Stück seines Blutes mit sich trug.

„Du enttäuscht mich, Lucien.“
Wisperte er sanft, aber schrecklich gebrochen. Er wurde labil, sein Leib zitterte. Laufen? Ja, er würde gerne laufen! Er würde weit weg laufen und sich verstecken, wo ihn keiner mehr finden würde. Wo er leben und in Frieden sterben kann, aber dies…, dies war nur ein jämmerlicher Traum eines primitiven Menschen. Denn sein Leben würde hier enden, hier und jetzt. Er würde nicht enttäuscht sein, denn er wusste, dass etwas von ihm weiter leben würde, auch wenn es nur sein Bruder war.

„Laufen? Das kann ich seit ein paar Tagen nicht mehr, Lucien. Im meinem Körper haben sich Metastasen gebildet, die meine Wirbelsäule angegriffen haben. Jeder Schritt ist eine Qual für mich geworden. Sehr bald werde ich nicht mal mehr einen Schritt vor dem nächsten machen können, Lucien, aber du hast mir nicht erlaubt einen Arzt aufzusuchen, der es vielleicht verhindert hätte. Na ja, aber was macht das schon einen Unterschied? Na los, bring es hinter dich! Ich hab es Leid mir selbst dabei zuzusehen wie ich langsam verende.“
Eine traurige Sache war es allemal. Er wusste, dass er nun den Punkt erreicht hatte in dem er nicht mehr kämpfen konnte und er empfand es als schrecklich peinlich als er bemerkte, wie heiße Tränen über seine Wange liefen. Wieso heulte er denn jetzt? Er wusste, dass irgendwann das Ende kommen würde.

„Du hast mir erzählt das es nicht wehtut, also denke ich, dass dies auch nicht wehtun wird. Eventuell ist es sogar das Beste was mir passieren kann. Ja, am Ende hatte diese ganze Begegnung ja vielleicht doch etwas Gutes.“
Er wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und straffte seine Schultern. Ihm war furchtbar schlecht und schwindelig. Der Geruch war nicht auszuhalten und das Pochen, was er langsam an der gerissenen Wunde empfand, furchtbar.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.04.2006    um 22:57 Uhr   
Niemand konnte sich vorstellen, welche Qualen er gerade erlitt. Niemand wusste, wie sehr es ihn schmerzte Felice so zu sehen. Niemand ahnte auch nur, wie schwer es war, sich dem göttlichen Geruch des Blutes zu entziehen, der wie Nebel in der Luft lag. Sein Körper zitterte vor Anstrengung und als er die Augen öffnete, sah man winzige, blutrote Tränen in ihnen glitzern, wie Rubine.
"Ich... ich kann dir helfen, Felice. Du musst nicht sterben, aber entscheide dich schnell!"
Hastig schloss er seine Lider und konzentrierte sich auf die kalte Wand neben ihm. Wenn er jetzt die Kontrolle verlor, dann war alles aus. Seine ganzen Bemühungen wären mit einem Mal zerschlagen. 'Oh Gott, bitte schenke mir die Kraft durchzuhalten! Schenke mir Kraft...' dachte er immer wieder, während er Felice' Blut roch, ja sogar hörte, wie die Tränen des Jungen auf seine Kleider fielen.
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