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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 02.05.2006    um 13:27 Uhr   
Ein zärtliches Lächeln legte sich auf seine hellen Lippen und er schüttelte langsam seinen Kopf. Dieser junge Mensch war wirklich so aufopfernd, dass er schon fast glaubte, dass er, sollte er irgendwann einmal auf eigenen Beinen stehen, nicht überleben würde. Er schob dem Jungen die Tasse zu und sah ihn sanft an.
"Nein, Felice. Darum geht es gar nicht. Lucretia ist zwar eine Freundin von mir, aber das erlaubt ihr nicht meine anderen Freunde zu beleidigen. Ich werde irgendwann einmal mit ihr reden. Der Grund, aus dem ich dich hergebeten habe, ist ein ganz anderer. Gestern ist etwas passiert, was ich dir gerne vorher erklärt hätte, aber ich hatte keine Gelegenheit mehr dazu." Seine wachen Bergseeaugen wanderten forschend über das schöne Gesicht seines Gegenübers, während er eine kleine Pause machte um ihm die Möglichkeit zugeben, sich an das neue Thema zu gewöhnen. Erst dann sprach er langsam weiter. "Das, was du gesehen, erlebt hast... es ist ein Teil der... der Magie von der ich dir erzählt habe. Das ist einer der Gründe, warum wir nicht mehr sind, wie ihr Menschen. Uns wohnen Kräfte inne, die sich niemand vorstellen kann. Aber ich schweife vom eigentlichen Thema ab. Als ich dir gestern von mir zutrinken gab, war es um dein Leben zu retten. Ich weiß, dass ich das nicht ohne dein Einverständnis hätte machen dürfen. Du warst benommen und ich habe das ausgenutzt."
Er seufzte leise und schloss seine Augen. Die dunklen Wimpern gaben den Blick auf die Seelenfenster erst einige Momente später wieder frei. "Aber um ehrlich zu sein, war das nicht alles. Zwar gab ich dir von mir zu trinken, aber es war viel zu wenig um dich zu retten. Um dein Leben zu retten, müsstest du in drei aufeinander folgenden Nächten Blut von mir trinken. Dieses Ritual muss eimal im Monat erneuert werden. Wenn dies nicht der Fall ist, kannst du sterben, wie jeder andere Mensch auch. Aber das Blut verleiht dir außergewöhnliche Fähigkeiten, die kein Mensch erlangen könnte. Natürlich, wir müssten sie trainieren, aber sie wären vorhanden.
Trotzdem, du sollst auch wissen, dass sich einiges ändern würde. Durch das Blut wärst du an mich gebunden. Es ist schwierig zu erklären. In deinem Herzen könntest du mich für das hassen, was ich dir angetan habe, aber das Blut würde dich immer wieder in meine Arme treiben. Deine Gefühle, sie würden in jeder Art gestärkt. Solltest du Sympathie für mich empfinden, könnte sich diese in eine Art Verliebtheit verändern, ohne dass du es wirklich möchtest. Solltest du jedoch eine Abneigung gegen mich verspüren, wäre es gut möglich, dass du beginnen würdest mich zu hassen und dich doch nicht von mir abwenden könntest. Es ist... kompliziert."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 02.05.2006    um 13:58 Uhr   
„Oh… .“
Entweiche es seinen zarten Lippen als er bemerkte, dass es nicht um dieses freche Weibsbild ging. Na gut, wenn Lucien der Meinung war, sie selbst beschwichtigen zu können, wäre es weniger Arbeit für ihn. Zugegeben, es war ihm sogar lieber. Nachher hielt jene Signora ihn auch nur für ein willkommenes Abendessen, oder so.
Als er den folgenden Sätzen Gehör schenkte, wusste er nicht, was er tun sollte. Diese Sache hatte er schon fast vergessen, sie verdrängt, aber nun wurde ihm klar wieso er sich so schwach fühlte. Er schluckte schwer und weitete die Augen als er sagte, dass aus Sympathie Liebe werden könnte und aus Missgunst Hass.

„Was…, was sagst du da?“
Seine zarte Stimme war nur noch ein Keuchen.

„Das ist nicht wahr, Lucien! Das…, das kannst du doch nicht machen!“
So wurde aus seiner Tablettensucht eine neue Sucht, die zwar nur einmal im Monat auftrat, aber genauso schrecklich war wie alles andere. Fassungslos erhob sich Felice und wanderte nervös im Raum herum.
Er hatte begonnen Lucien zu mögen, hieß das etwa, er würde bald einen Toten lieben? Oh mein Gott! Da ist es besser, er fing an ihn wieder zu hassen…, immerhin, immerhin hatten Menschen noch andere Empfindungen als Liebe. Sie wollten ebenso geliebt werden und ganz besonders so nah wie Möglich und so gut wie Möglich ihre Zeit mit ihrer Liebe verbringen…, abgesehen von den Trieben die aufkommen könnten.
Nein, das machte ihn wahnsinnig! Die ganze Sache war doch eine reine Manipulation!

„Hast du sie noch alle? Du hättest mir das sofort sagen müssen, Lucien! Tze, als du was von Verbindung geredet hattest, dachte ich, ich müsste jetzt in deiner Nähe bleiben damit sich nun nicht jeder Vamp dieser Stadt auf mich stürzt, weil ich in den nächsten Tagen geschwächt bin. Aber das? Nein, unmöglich! Mach das Rückgängig, sofort!“
Forderte der Mailänder in seinem flüssigen, schönen Italienisch aufgebracht.

„Du wusstest genau dass ich nicht so werden wollte, wie du. Denkst du, dass ich dann das will? Nein, ich sterbe lieber! Glaub ja nicht, ich mach das noch mal. Das war mir eklig genug!“
Er wendete sich schwungvoll um und stapfte aufgebracht auf die Türe zu.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 02.05.2006    um 14:10 Uhr   
Was hatte er erwartet? Dass der Junge voller Freude auf sein Angebot einging? Dass alles gut werden würde? Dass es ganz einfach war? Nein, so dumm konnte selbst er nicht sein und trotzdem fühlte er diesen Schmerz in sich. Diese Enttäuschung machtlos zu sein, wenn er dem Jungen seinen Willen nicht aufzwängen wollte. Die schlanken Finger klammerten sich um die Armlehnen und er zählte leise bis zehn, bevor er ebenfalls aufstand.
"Warte! Du weißt nicht, was das alles bedeutet, Felice! Wenn du dich entscheidest zu sterben, dann wird Vico allein hier sein. Ich sage das nur ungern, aber für Kinder haben wir in unserer Gesellschaft keinen Platz. Man würde nicht auf mich hören, wenn ich sagen würde, dass Vico ein hervorragender Maler ist. Nein, er würde nicht lange überleben. Setz dich doch wieder, so dass wir gemeinsam eine Lösung erarbeiten können!"
Und irgendwie würde Felice dieses Angebot verführerisch vorkommen. Er würde nicht genau wissen, was es war, aber er würde das Gefühl haben, dass er Lucien nur ungern enttäuschen würde. Natürlich, wenn er nachdenken würde, würde er dieses Gefühl schnell abstreifen können, aber es war da, nicht zu verleugnen und deutlich. Was er aber nicht wusste, war dass es das Blut des anderen war, dass ihm sanft ins Ohr wisperte.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 02.05.2006    um 14:27 Uhr   
Als Lucien seinen Bruder erwähnte, hatte er gerade nach der Türklinke gefasste um den Raum zu verlassen. Sogleich blieb er stehen und hörte die Stimme des Vampirs ungewöhnlich klar und deutlich, obwohl er soweit von ihm entfernt war.
Er weigerte sich, dem Angebot sofort nachzukommen, doch dieses komische, versteckte Verlangen war einfach stärker und somit ließ er von der Tür ab und ging wieder auf die Sitzgruppe zu.
Sein Körper fiel erneut in den Sessel und auch er verschränkte seine Beine. Er war wütend und verlegen zugleich, wobei er diese verlegene Art nicht erklären konnte. Ein leises Seufzen entwich seinen Lippen, ein Ton, der von Unwissenheit und Ratlosigkeit sprach. Zwar hatte er sich halbwegs beruhigt, aber er wusste nicht so recht was mit ihm los war.

„Eine Lösung? Was für eine Lösung? Du willst mir doch nicht sagen, dass es gut ist, wie es ist! Lucien…, verstehst du denn nicht? Ich wollte anfangen dir zu Vertrauen und somit dir ein Stück entgegen kommen, aber wenn das schon gleich zu Liebe mutiert, kann ich das nicht!“
Wieso nicht? – Kam da plötzlich eine unverhoffte Frage in seinen Kopf.
Nein, das ging nicht! Er wollte ein lebendiges Mädchen – wenn überhaupt! Mit Jungs fangen wir schon gar nichts an! Schwachsinn... .
  TopZuletzt geändert am: 02.05.2006 um 14:30 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 02.05.2006    um 14:41 Uhr   
"Ich verstehe deine Aufregung sehr gut. Es ist nicht leicht zu verstehen, dass plötzlich alles anders sein soll. Aber glaube mir, ich möchte dich dadurch nicht verletzen. Ich versuche dir dein Leben so angenehm, wie nur möglich zu gestalten."
Langsam führten ihn seine Schritte zur Fensterbank, wo die seltsame Blume, in ihrer ganzen Schönheit, stand. Er berührte sacht ihre Blätter, bevor er weiter sprach.
"Niemand weiß, wie sich das Blut auswirkt. Es ist durchaus möglich, dass du beginnst zu glauben in mich verliebt zu sein, aber es ist genauso gut möglich, dass du lediglich instinktiv weißt, dass ich dir nichts Böses zustoßen lassen würde. Es kann sich in jedem positiven Gefühl zeigen. Ich will ehrlich zu dir sein. In diesem Haushalt gibt es kaum einen Menschen, der nicht von meinem Vater, oder meinem Bruder getrunken hat, aber ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich einer von ihnen in sie verliebt hätte. Aber ich könnte es dir nicht garantieren, Felice."
Er setzte sich wieder zu dem Jungen und stützte seinen Kopf in die Hände.
"Aber es ist deine Entscheidung. Du hast die Wahl."
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geschrieben am: 02.05.2006    um 14:52 Uhr   
Er schluckte schwer und drückte seine Finger fest an die Lehnen des Sessels. Wieso fürchtete er sich nur davor? Wieso hatte er so eine panische Angst davor?
Oh…, er verstand wieso. Ja, es wurde ihm plötzlich sehr bewusst. Die Angst keine Kontrolle mehr über sich zu haben war schrecklich groß. Er wollte keine Marionette werden, die willenlos das tat was andere von ihm wollten. Nicht umsonst war er mit seinem Bruder nach Florenz gegangen, nicht umsonst hatte er sich somit gegen seinen Vater aufgelehnt. Jetzt saß er hier und wurde gar beiläufig informiert, dass er wie ein Baby noch am Nabel der Mutter hing. Knirschend drückte er die Zähne aufeinander. Mal wieder hatte er nichts geschafft und für seine Zukunft sah er mehr als Schwarz.
Er nickte nur noch und atmete leise ein und aus. Anscheinend hatte Felice nichts mehr Großartiges dazu zu sagen. Wie auch? Geschehen ist geschehen… .
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geschrieben am: 02.05.2006    um 18:25 Uhr   
Die Stille im Zimmer klebte in jeder Ritze, in jedem Spalt. Selbst Lucien fand es unerträglich. Er räusperte sich und sah den Jungen aus den blauen Bergseeaugen an. Wenn er ihn so sah, dann tat es ihm Leid, dass er ihm begegnet war. Vielleicht wäre er einfach eingeschlafen und nie wieder aufgewacht, aber so zwang er ihn in eine Rolle, die nicht die seine war. Unruhig wechselte Lucien das obenliegende Bein und atmete tief durch. Ja, wenn er wollte, konnte er tatsächlich atmen. Hoffentlich beruhigte das Felice ein bisschen.
"Es wäre nicht für immer. Spätestens wenn Vico vierzehn, oder fünzehn Jahre alt ist, wird man ihm nichts mehr tun. Bis dahin hättest du noch viele Jahre mit ihm, die ihr nach eurem Wohlgefallen gestalten könntet. Wenn du möchtest, würde ich euch einige meiner Freunden vorstellen. Viele von ihnen sind Künstler.
Aber... ich denke das ist nicht der Grund, der dich bedrückt, nicht wahr? Du hast Angst vor der Abhängigkeit, die entsteht. Ich will nicht verleugnen, dass ich wirklich Macht über dich hätte, aber du musst mir glauben, dass ich sie nicht ausnutzen würde. Du musst nicht auf mein Angebot eingegen, noch nicht jetzt... Schließlich bleibt uns noch etwas Zeit, nicht wahr? Es ist egal, wann... es passiert. Es müssen lediglich drei aufeinander folgende Nächte sein. Vielleicht ist es besser, wenn wir uns zunächst näher kennenlernen. Keine Angst, Felice, ich werde dich zu nichts zwingen. Wenn es wirklich sein muss, werde ich Rasmus bitten sich um Vico zu kümmern. Er hat Familie in Venedig. Vielleicht könnten die beiden sich dorthin absetzen, wenn du den Tod wirklich vorziehen solltest."
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geschrieben am: 02.05.2006    um 19:22 Uhr   
Endlich kam wieder Bewegung in Foscari hinein. Er erhob sich, diesmal aber sehr ruhig, und ging auf das Fenster zu. Er betrachtete wie Lucien zuvor die Blume und neigte sanft den Kopf. Dieses seltsame Ding passte zu diesem seltsamen Wesen.
„Du verstehst mich nur halb, Lucien. Ich ziehe den Tod nicht vor, keineswegs. Ich möchte noch nicht sterben und ich bin sehr froh dass du mir geholfen hast, aber ich muss auch zugeben das ich sehr verunsichert bin. Weißt du… .“
Seine Stimme wurde leise. Die dünnen Finger stützten sich an der Wand neben dem Fenster ab. Er traute sich nicht sich umzudrehen, denn die Reaktion auf das was er beichte, wollte er nicht direkt erleben.
„…, es war pure Absicht gewesen. Ich meine die Sache von Gestern. Ich weiß, dass Vampire sehr empfindlich auf den Geruch von Blut reagieren, dass habe ich irgendwo mal gelesen. Jedenfalls wusste ich, dass du dem nicht widerstehen kannst und mich aussaugen würdest, aber…, dass du es nicht getan hast, war doch sehr…, nun, verwunderlich.“
Er atmete tief durch und schloss die Lider.

„Eigentlich hast du mir wirklich noch nie etwas Schlechtes getan. Du kümmerst dich um meinen Bruder, du kümmerst dich um mich, du kümmerst dich um meine Krankheit und du setzt dich dafür ein, dass uns kein Schaden zukommt. Ja…, wahrscheinlich hat Signora di Pompo Recht mit dem, was sie sagte. Eventuell sollte ich dir wirklich etwas mehr Respekt zollen, aber…“
Langsam drehte er sich um und fand neuen Halt mit dem Rücken an der Wand. Seine Hände schob er lasziv in die Hosentaschen.
„…ich hab das doch nie von dir verlangt! Ich weiß nicht, wieso du das machst und ich weiß auch nicht, wie ich mich dafür angemessen bedanken kann. Ich bin es einfach nicht gewohnt so behandelt zu werden, dass musst du einfach verstehen. Nebenbei hoffe ich wirklich das du meine kleine Schwäche nun nicht ausnutzen wirst. Ich kann mir gut vorstellen dass ich dir wie Rasmus zur Hand gehen werde, sofern du aufrichtig und freundlich zu mir bist. Außerdem braucht niemand von euch Angst zu haben, dass ich ein Schwätzer bin.“
Er lehnte dies wieder an den Worten der Signora an. Flüssig drehte er sich wieder um und sah aus dem Fenster hinaus. Wie dunkel diese Nacht war, ganz außergewöhnlich.

„Kein Mensch würde mir Glauben schenken, vorher würden sie mich einsperren. Vico hat keine Ahnung von der Sache hier und ich werde es ihm auch nicht sagen, es sei denn, er findet es selber heraus. Nur…, mein Vater könnte eine Gefahr werden. Er hat sicherlich schon die Polizei benachrichtigt. Wenn die uns gestern gesehen haben, dauert es nicht mehr lang bis er hier auftauchen wird. Er…, ist wirklich ein Problem.“
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geschrieben am: 02.05.2006    um 19:57 Uhr   
Er ahnte, wie sich der Junge fühlte. Niemand konnte sich diesen mächtigen Gefühlregungen, die einen überkamen, wenn man einem solchen Ereignis innegewohnt hatte, entziehen, auch nicht Felice Foscari. Nein, er sah sich nicht nach ihm um. Er wollte nicht, dass sich der Junge unter Druck gesetzt fühlte. Seine Finger strichen über das warme Holz der Sessel. Ruhig hörte er sich alles an, was der junge Italiener ihm zu sagen hatte. Nach einer kurzen Pause erwiderte er:
"Du musst mir für nichts danken. Ich bin es viel mehr, der dich um Entschuldigung bitten muss. Ohne mich wärst du jetzt nicht hier und müsstest dich mit diesen schrecklichen Fragen nicht herum quälen. Also danke mir nicht.
Um deinen Vater mach dir keine Gedanken. Mein Vater hat viele... Bekannte bei der Polizei. Niemand wir erfahren, dass du hier bist. Bereite dir nicht mehr Sorgen, als es unbedingt notwendig ist. Denke nur darüber nach, wie sehr du an deinem Leben hängst und vor allem auch, ob du mir genug vertraust. Du weißt, worum es geht. Ich werde dir selbstverständlich die Zeit lassen und solltest du jemanden brauchen, mit dem du darüber reden kannst, kannst du dich jederzeit an Rasmus oder mich wenden. Aber wenn du wirklich jemanden brauchst, der der Sache objektiv entgegen steht, sprichst du am besten mit meinem Vater."
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geschrieben am: 02.05.2006    um 20:12 Uhr   
„Dein…, dein Vater?“
Also nein, dass wäre wohl die letzte Person die er ansprechen würde. Wenn überhaupt. Rasmus war sicher ein guter Mensch, doch auch zu ihm fehlte ihm noch die nötige, spezielle Bindung. Also blieb da nur noch Lucien übrig. Wahrscheinlich brauchte er wirklich jemanden, der die Sache objektiv sah, aber Allegro hätte sich doch am Liebsten aus dem Haus geschmissen, anstatt seinen Sorgen sich anzuhören.

„Schon gut, ich denke, ich werde damit fertig. Wenn Allegro gute Verbindungen hat, brauche ich mir wohl wirklich keine zusätzlichen Sorgen zu machen.“
Er drückte seine Lippen sanft aufeinander und ging im geschmeidigen Gang zurück zu Lucien. Er setzte sich und griff nach der Kakaotasse. Noch immer war das Getränk warm. Ein schönes Gefühl wie es seine kalten Hände wärmte.

„Wie…, wie nennt man das, was du aus mir gemacht hast, Lucien? Und…, was sind das für Fähigkeiten, von denen du gesprochen hast? Bin ich zudem wirklich noch menschlich? Ich meine…, kann ich wirklich noch normal essen und so?“
Er leckte sich sanft über die Lippen und nahm einen Schluck vom Kakao. Er schmeckte köstlich! Ja, viel besser als die, die er davor getrunken hatte. Die Sache mit den Fähigkeiten reizte ihn wirklich. Eventuell wäre es nicht schlecht, wenn er gewisse Dinge erlernen würde, nur so hätte er eine größere Überlebenschance, den er konnte sich sicherlich nicht immer auf Lucien verlassen, was nicht schlimm war.

„Und wie ist das mit dem…Blut trinken? Werde ich den Ekel irgendwann abwerfen können?“
Oder wird es zu einer Lebenslangen Tortur für mich?
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geschrieben am: 02.05.2006    um 20:24 Uhr   
Dass der Junge sich wieder zu ihm setzte, erleichterte ihn ungemein. Er hatte schon geglaubt Felice hätte jegliches Vertrauen zu ihm verloren. Nun beobachtete er ihn ruhig und besonnen. Die Fragen, die er stellte, waren durchaus angebracht gewesen und er hatte eine Erklärung verdient. Nach kurzem Überlegen antwortete er:
"Noch habe ich gar nichts aus dir gemacht, Felice. Aber sobald du dreimal von meinem Blut getrunken hast, wirst du ein Guhl, so nennen wir Menschen, die durch ein Blutsband an uns gebunden sind, sein. Mach dir nichts aus dieser Bezeichnung, auch wenn man dir deswegen manchmal Steine in den Weg legen wird.
Was das Essen betrifft: Wenn du nicht vollkommen abmagern willst, solltest du essen, ja. Es wird dir genauso gut schmecken, wie immer.
Das Blut... wirst du irgendwann brauchen. Es wird dich nicht mehr aneekeln. Du wirst dich danach sehnen, so barbarisch das jetzt auch klingen mag. Das Blut ist es auch, das dir diese speziellen Fähigkeiten verleiht. Du wirst stärker sein, als jeder Mensch und wenn wir gemeinsam üben wirst du einige interessante Dinge lernen. Wenn du dich anstrengst, wirst du deine Sinne weit über das menschliche Maß hinaus stärken können." Er nickte vorsichtig.
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geschrieben am: 02.05.2006    um 20:43 Uhr   
„Das klingt sehr angenehm.“
Wisperte er leise und pustete den Kakao etwas kühler.
Diese Fähigkeiten würden ihn sicher ablenken und ihn ständig daran erinnern, dass er nur noch ein halber Mensch war. Hm, nun wusste er, woher die Menschen Superhelden kannten. Wahrscheinlich waren diese auch früher Guhls gewesen, die dann von den Vampiren getötet wurden, aus Angst, die Maskerade könnte fallen. Ein sehr lustiger Gedanke!

„Schön ehm…, gibt es noch etwas?“
Er hatte die letzten Fragen gestellt und wusste nicht, was er nun noch machen sollte. Sein Körper hatte sich etwas erholt. Ihm war zumindest nicht mehr so müde wie zuvor. Nervös tippelten die Finger über die warme Tasse hinweg. Diese bloße Anwesenheit des Vampirs war wirklich atemberaubend, das war ihm zuvor noch gar nie wirklich in den Kopf gekommen.
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geschrieben am: 04.05.2006    um 20:38 Uhr   
"Wenn deine Fragen beantwortet sind, darfst du dich gerne zurückziehen. Wenn du aber lieber hier bleiben möchtest, mache das. Entscheide einfach, wie es dir beliebt. Solltest du etwas brauchen, lass es mich wissen oder besorge es dir, so weit du willst, selbst."
Er nickte dem jungen Menschen aufmerksam zu und wechselte erneut sein Bein. Seine langen Finger lagen noch immer auf dem dunkeln Holz des Stuhles. So wie Felice nun vor ihm saß, war er äußerst hübsch anzusehen. Vielleicht würde er Vico einmal bitten seinen Bruder zu malen. Es wäre sicher ein kleines, unschätzbar wertvolles Kunstwerk.
Eine Sekunde schloss er seine Augen und lauschte auf die Geräusche um sich herum. Das Zirpen der Grillen, das nur leise in den Raum drang, Felice' Atem und sein Herzschlag... Es war herrlich einfach hier zu sitzen und zu hören. Er brauchte es ab und an. Das pure Gefühl von Leben.
Schließlich öffnete er doch wieder die Augen und sah den Jungen abwartend an. Das, was er ihm heute erzählt hatte, war sicher nicht leicht zu verkraften, aber Felice war stark, das wusste er und so machte er sich keine Sorgen, dass er an dem Wissen zerbrechen würde.
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geschrieben am: 04.05.2006    um 21:54 Uhr   
„Okay…“
Er hatte verstanden, doch gehen wollte er irgendwie nicht. Selten hatten sie die Gelegenheit genügend Zeit miteinander zu verbringen. Aber er hoffte, dass auch Lucien die Zeit dazu hatte. Ach, ansonsten hätte er ihn weggeschickt, nicht wahr?
So trank Felice die Tasse mit dem besten Kakao aus, den er jemals genießen durfte. Während er so saß und schwieg, arbeitete sein Hirn wieder auf Hochtouren. So dauerte es wohl keine fünfzehn Minuten, als schon wieder eine Frage die Lippen des Italieners verließ.

„Also noch bin ich ja kein…, Guhl.“
Er atmete tief durch.

„Was aber, wenn ich es bin? Ist mein Körper dann von diesem Tumor befreit, oder ist er nur zeitlich still gelegt? Ich meine, wie kann es sein, dass ich außer Gefahr bin und wie fühlt es sich an? Werde ich gar keine Schmerzen mehr haben?“
Während er so fragte, lag seine Aufmerksamkeit auf das schöne, große Bett. Er wunderte sich selbst darüber, doch bevor er es registrierte war das Starren schon zuviel gewesen. Sein eigentlich schöner, agil wirkender Leib verließ erneut den teuren Sessel. Langsam ging er auf das Bett zu und musterte es sehr bald von der Nähe aus. Als seine Hand ganz dezent den Stoff berührte, lächelte er flüchtig.
Trotz der Tatsache, dass er tot war, hatte er dennoch so feinen Stoff als Überzug? Das ist seltsam! Den Unterschied merkte er doch gar nicht, oder? Leinen, Biber oder Seide…, für einen Toten musste es doch am Ende alles gleich sein.
Plötzlich kam ihm Rasmus in den Sinn. Ob er auch ein Guhl war? Er setzte an, wollte auch diese Frage loswerden, doch am Ende entwich ihm nur ein sanfter Laut. Dies sollte er wohl Rasmus persönlich fragen. Ja, eine gute Chance sich näher zu beschnuppern.
So ging er gemütlich wieder zu der seltsamen Blume.

„So eine Pflanze habe ich noch nie gesehen. Wie nennt man diese Sorte?“
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geschrieben am: 04.05.2006    um 22:08 Uhr   
Er folgte ihm aufmerksam, wenn auch nur mit den Bergseeaugem. Es war eine Wohltat. Wie er sich bewegte, wie er die Hand austreckte, wie seine Haare in die helle Stirn fielen, wie er sich umdrehte und sanft den Mund öffnete! Ein leises Seufzen entkam ihm. Wenn die Welt doch nur halb so schön wäre, wie dieser Menschen, was hätten sie alle dann für Freude. So musste er sich allein an der Eleganz und Schönheit erfreuen.
"Lass es mich so sagen: Das Blut verhindert das Altern deines Körpers. Es verhindert ebenso jede andere Veränderung. Dein Tumor wird nicht weiter wachsen, aber er wird sich auch nicht zurückbilden. Die Magie, die dem Blut innewohnt, wird aber den Schmerz nehmen. Du musst also keine Angst haben."
Mit einem Lächeln auf seinen Lippen beobachtete er den Jungen weiterhin. Es war so wunderbar ihm einfach nur zu zusehen, wie er hier hin ging und darüber strich. Als er vor der Blume stehen blieb, legte Lucien seinen Kopf schief.
"Sie hat noch gar keinen Namen. Ich habe sie selbst gezüchtet, aber bis jetzt ist mir der passende Name noch nicht eingefallen. Gefällt sie dir?" Fragte er leise. Nein, bis jetzt kannte er ihren Namen wirklich noch nicht. Wie gesagt, bis jetzt...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 04.05.2006    um 22:28 Uhr   
Schade, dass der Tumor noch immer da sein würde, aber solange er überlebte, war alles in Ordnung. Ja, es eröffnete ihn wirklich mehrere Möglichkeiten. Er würde die Gesellschaft um Lucien besser kennen lernen, er würde Fähigkeiten bekommen, die kein Mensch hatte und er würde dennoch so normal sein, dass er ein Leben führen könnte, wie es ihm beliebt. Angst um die Sache, dass er Gefühle für Lucien hegen könnte, hatte er auch nicht. Noch war es nicht soweit und wahrscheinlich würde es auch nie dazu kommen. Immerhin gab es Möglichkeiten, viele Möglichkeiten, sich dementsprechend abzulenken.
„Du, du hast sie selbst gezüchtet?“
Angenehm überrascht sah Felice flüchtig über seine Schulter zu Lucien zurück.

„Wow! Machst du so was öfter? Es ist eine wunderschöne Pflanze! Du scheinst ein ziemliches Händchen dafür zu haben. Die Blüten sind von so einem schönen Weiß, dass sie gar unecht wirken und der Duft ist fürchterlich angenehm.“
Er schmunzelte und war da an ein Gedicht erinnert.


„In Vaters Garten heimlich steht
Ein Blümchen traurig und bleich;
Der Winter zieht fort, der Frühling weht,
Bleich Blümchen bleibt immer so bleich.
Die bleiche Blume schaut
Wie eine kranke Braut.

Zu mir bleich Blümchen leise spricht:
Lieb Brüderchen, pflücke mich!
Zu Blümchen sprech ich: Das tu ich nicht,
Ich pflücke nimmermehr dich;
Ich such mit Müh und Not
Die Blume purpurrot.

Bleich Blümchen spricht: Such hin, such her,
Bis an deinen kühlen Tod,
Du suchst umsonst, findst nimmermehr
Die Blume purpurrot;
Mich aber pflücken tu,
Ich bin so krank wie du.

So lispelt bleich Blümchen, und bittet sehr -
Da zag ich, und pflück ich es schnell.
Und plötzlich blutet mein Herze nicht mehr,
Mein inneres Auge wird hell.
In meine wunde Brust
Kommt stille Engellust.“

Unglaublich! Er konnte Gedichte einfach so aus dem Stehgreif rezitieren! Die sanfte Stimme und der warme Tonfall waren dabei eine wunderbare Mischung. Oft musste er Vico vor dem Schlafengehen ein paar Gedichte aufsagen, aber das tat er auch gerne.
Seine Mimik hatte sich jedoch leicht verfinstert. Welch Wahrheit doch in jenen Reimen steckte erkannten meist nur die, die ein Gefühl dafür hatten.
In einem Moment von Unachtsamkeit griff er sich an die Stirn und schloss die Lider. Plötzlich wurde ihm wieder so schrecklich schwindelig.


©Heinrich Heine, „Die weiße Blume“
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geschrieben am: 04.05.2006    um 22:48 Uhr   
Was für ein Gespür der Junge doch für Gedicht hatte! Man mochte fast meinen, dass es ihm im Blut lag, wie keinem anderen. Aber Lucien behielt seine Bewunderung für sich, nickte nur anerkennend und stand geschmeidig auf. Seltsam, hätte man nicht das Rascheln seiner Kleider gehört, wäre es vollkommen still gewesen. Langsam trat er hinter Felice. Es fiel ihm schwer nicht das schwarze Haar zu berühren. Es glänzte so außergewöhnlich.
"Ein wunderschönes Gedicht. Heine, wenn ich mich nicht irre? Ein großer Künstler mit viel Gespür für die Beziehungen der Menschen, wenn auch viel zu viel der Politik verschrieben. Aber das ist ein äußerst schönes Stück von ihm. Wie viele Gedicht kannst du auswendig?"
Er schob sich an dem jungen Menschen vorbei und lehnte sich an die Fensterbank. Ja, wusste Felice wie viel Wahrheit dieses Gesicht ausdrückte? Wusste er, dass Lucien mehr darin sah, als eine, schön anzuhörende, Aneinanderreiung von Worten? Nun, dass würde ihm der Junge wohl nur selbst beantworten können.
Doch da! Wie er die Augen schloss und sich an die Stirn fasste. Das gefiel ihm ganz und gar nicht. Vorsichtig legte er eine Hand an seine Schulter um ihn zu stützen, während seine Stimme leise und fürsorglich in sein Ohr wisperte:

"Komm, leg dich etwas hin! Nur, bis es vorbei ist." Und mit sanfter Gewalt schob er ihn auf das weiße, frisch bezogene Bett zu. Ah, bald würde er keine Schmerzen mehr haben!
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geschrieben am: 04.05.2006    um 23:04 Uhr   
Ein sanfter Schauer durchfuhr wieder seinen Leib, als Lucien sich hinter ihm gestellt hatte. Er spürte, dass der Franzose eine gewisse Ausstrahlung hatte, die auf viele Menschen – sowie auf ihn – wirkte. Bevor er diesen kleinen Schwächanfall hatte, ging er natürlich auf die Frage ein.
„Ich kann einige Gedichte auswendig. Ich habe schon sehr früh begonnen Texte auswendig zu lernen. Ich weiß nicht, wieso, aber es hat mir immer unwahrscheinlichen Spaß gemacht. Aber jetzt wo ich es rezitiert habe fällt mir auf, dass es eine ungewöhnliche Gleichheit zu dir und mich hat… .“
Wahrscheinlich war das genau dies, was Lucien selbst gedanklich aufgefallen war. Der plötzliche Schwächeanfall lenkte natürlich die Aufmerksamkeit schnell wieder in eine andere Richtung.
Es war einfach Felice mit sanfter Gewalt auf das Bett zu drücken, immerhin war er gerade damit beschäftigt, nach Luft zu schnappen. Als er das weiche Bett und die kühle Seide unter sich spürte, beruhigte er sich. Zaghaft öffnete er wieder die Lider und blickte zum Baldachin auf. So was hatte er noch nie in einem Zimmer gesehen, dazu noch nie aus so einem Blickwinkel. Seine tiefbraunen Augen flogen über den Stoff hinweg, bis er Lucien fixierte. Unwillkürlich musste er grinsen.

„Wie niedlich… . Hast du dir etwa Sorgen um mich gemacht?“
Sein Tonfall war ziemlich neckend.
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geschrieben am: 04.05.2006    um 23:16 Uhr   
Vorsichtig hatte er sich neben Felice gesetzt und ihn beobachtet. Einen Moment befürchtete er schon, der Junge könne ihm wirklich noch ohnmächtig werden, aber jetzt, wo er die Augen wieder öffnete, ihn frech angriste und neckend zu ihm sprach, musste er liebevoll lächeln.
"Auch wenn du spottest, ja das habe ich. Oder sollte ich lieber zusehen, wie du schwach zu Boden gehst?"
Seine hellen Augen beobachteten jede Regung im Gesicht des Jungen. Es war angenehm ihn um sich zu haben. Dann viel ihm ihr interessantes Gesprächsthema ein, dass sie leider unterbrechen mussten, weil der Junge es vorzog, beinahe in Ohnmacht zu fallen. Jetzt bot sich jedoch eine gute Gelegenheit das Thema fortzuführen.
"Trotzdem musst du mir erklären, warum Herr Heines Werk dich an dich und mich erinnert." Sagte er leise, aber gespannt. Dachte er genau so, wie er selbst? Es war wirklich aufregend zu erfahren, wie der Junge davon dachte. Aus welchem Grund hatte er gerade dieses Gesicht gewählt. Nun, er würde die antwort sicher bald hören, so fern Felice nicht äußerst unkommunikativ war und das traute er ihm ehrlich gesagt nicht wirklich zu.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 04.05.2006    um 23:33 Uhr   
Heimlich fuhren seine Hände über die Seide hinweg. Keine Frage, dass musste echte, reine Seide sein! Es fühlte sich absolut genial an. Gott, es beruhigte ihn sogar! Er atmete tief ein und schloss wieder die Lider. Er hatte soviel Vertrauen in Lucien gefasst, dass er sich selbst für einen kurzen Augenblick so das Augenlicht nahm. Wenn, wäre doch schon lange etwas passiert, oder etwa nicht?
„Nun… .“
Begann seine recht sanfte, jungmännliche Stimme leise.

„…, zuerst habe ich es rezitiert, weil mir der Name des Gedichtes gerade in den Sinn gekommen ist. Nun fällt mir jedoch auf, dass einige Stellen so…, so gleich sind! Ich meine, ich bin auch eine Ewigkeit umher gelaufen um etwas Bestimmtes zu suchen. Dann bist du in mein Leben getreten, der bleiche Franzose, der mich einfach aus dem tiefen Schwarz heraus holt und meinen Körper einen Segen spendet, mit welchem mein Herz bald nicht mehr bluten wird.“
Hm…, ob er wirklich glücklich sein durfte? Noch waren diese kleinen Aspekte nicht ganz geklärt, doch noch war auch genügend Zeit.

„Doch die Engellust bleibt irgendwie aus. Ich frage mich, was dies sein könnte… .“
Wisperte er zart, während eine Hand langsam unter seinem Kopf geschoben wurde. Sein Blick lag irgendwo auf den Baldachin und er schien sich in Luciens Bett sehr wohl zufühlen. Zumindest ließ er es äußerlich sehr gut erkennen.
Ob dies mit den Gedanken des Vampirs gleichkam?
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 04.05.2006    um 23:43 Uhr   
Das zarte, fast schüchterne Lächeln auf seinen Lippen erfasste bald sein ganzes Gesicht, besonders die Augen. Oh, Felice, was hast du nur für einen außerordentlichen sinn für das Schöne, das Reine, das Wahre! Es ist mir eine Freude dich in meinem Haus, als Gast zu haben.
Seine Finger stützten sich nur leicht auf der weichen, kühlen Seide ab und trotzdem saß er sehr elegant.

"Das ist wirklich interessant zu hören und wenn ich ehrlich bin, hatte ich ähnliche Assoziationen zu diesem Gedicht. Es ist ja durchaus so, dass man es auf verschiedene Arten interpretieren kann. Nun ja..."
Gedankenverloren lächelte er in sich hinein, während sein Blick wenigen Augenblicke über den Körper des Menschen glitt.
"Engelslust... vielleicht findest du es eines Tages heraus, Felice. Aber nun musst du etwas trinken. Es ist nicht gut, wenn du zu wenig trinkst. Ich werde dir Wasser holen. Oder möchtest du lieber Tee? Oder Saft?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 04.05.2006    um 23:57 Uhr   
Erschrocken setzte er sich auf als er bemerkte, wie flegelhaft er doch in dem Bett eines anderen lag. So was gehörte sich nicht! Leicht verlegen rieb er sich den Nacken und sah zu Boden. Flüssig schwang er die Beine aus dem Bett und sah flüchtig zu Luciens Hand, die seinen wunderbaren Leib ein wenig stützte. Erst danach antwortete er.
„Tee wäre in Ordnung.“
Bevor Lucien aufstand, legte er jedoch seine Hand auf den Handrücken des Blassen. Seine tiefbraune, ehrliche Iris hatte sich auf den Gastgeber gelegt. Er zögerte einen Moment, bevor er seinen Kopf niedlich neigte und die Lippen zögerlich öffnete.

„Welche Assoziation hattest du denn gehabt?“
Ja, auch ihn interessierten die Gedanken und Ansichten des anderen. Es war interessant zu erleben wie jemand dachte, der schon so lange auf der Welt war. Von Lucien konnte er sicherlich noch einiges lernen. Er besaß wohlmöglich Wissen, was andere, ältere Menschen ihm gar nicht geben konnten. Oh ja…, Lucien wurde in den Augen des Italieners ein fürchterlich interessanter Mensch.
Mit einem entschuldigenden Lächeln zog er seine Hand zurück und wirkte zufrieden.

„Aber erst, nachdem ich mein Wasser habe!“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 05.05.2006    um 20:02 Uhr   
Er nickte und das dunkle Haar fiel vor die hellen Wangen. Was war das doch für ein wunderbarer Kontrast! Einen Moment sah er den jungen Menschen noch an, aber dann wandte er sich von ihm ab und verließ leichtfüßig das Zimmer. Ein wundersames Gefühl beflügelte ihn, doch er konnte nicht sagen, was es genau war. Es hätte alles sein können.
Er lächelte den Küchenmädchen zu und ließ sich einen frischen Pfefferminztee machen. Mit der Tasse in den schlanken Händen machte er sich wieder auf den Weg in sein Zimmer. Erst kurz bevor er die Tür öffnete, fiel ihm auf, wie sehr Felice doch schon Vertrauen in ihn gefasst hatte. Hatte er vorhin nicht freiwillig seine Hand berührt? Und das nicht nur flüchtig? Mit einem breiten Lächeln betrat er sein Zimmer wieder.

"So, hier Ihr Tee, Monsieur Foscari!" In seiner Stimme schwang ein winziger Teil französischer Akzent mit, was sicher angenehm klang, wenn man es denn bemerkte. Er reichte Felice seinen Tee und setzte sich wieder auf sein Bett.
"Nun, wo waren wir noch gleich? Ach ja, meine Interpretation dieses Gedichts. Weißt du, Felice, manche Sachen muss man einfach für sich behalten zum Beispiel diese Deutung."
Er lächelte vielsagend.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 05.05.2006    um 20:21 Uhr   
Ganz brav wartete er in dem Zimmer des Vampirs. Das Bett war wirklich groß! Er konnte nicht mal mit der Hand bis zum anderen Ende fassen, wenn er sich mühsam reckte. Ein sanftes Schmunzeln lag auf seine zarten Lippen, dann entledigte er sich seiner Schuhe. Er wollte Lucien nicht unbedingt mehr Arbeit bereiten, als er es eh schon tat. Ob er nebenbei wirklich so gar nichts zurückgeben konnte? Meine Güte, wenn er mehr über den Gastgeber wüsste, gab es sicher ein paar Dinge, die er zurückgeben konnte, aber leider war da ein großes Leck an Wissen.
Sacht baumelten seine Beine und er war gerade dabei, interessiert den Boden zu mustern, als sich die Türe des Zimmers wieder plötzlich öffnete. Er sah Lucien mit einem breiten Lächeln herein kommen und konnte nicht anders, als zu schmunzeln. Das war ein süßer Anblick!

„Danke.“
Mit einem sanften Nickten nahm er den Tee entgegen. Wie seltsam es doch war, so umsorgt zu werden. Irgendwie tat ihm die Gesellschaft des Vampirs wirklich gut, auch wenn er noch nicht so die Gelegenheit dazu hatte, es vollkommen zu genießen.
Bei der Antwort des Bleichen spürte er, wie die Hitze in seinen Wangen stieg. Wurde er etwa rot? Und wenn ja, wieso?
Ein sanftes Räuspern erklang und er nahm ein paar Schlücke vom Tee.

„Wie soll ich Vertrauen aufbauen, wenn du mir deine Ansichten verschweigst? Oder willst du mich etwa damit hinterrücks beleidigen? Glaubst du etwa, wir stehen nicht auf derselben Stufe des Lebens?“
Er lächelte zärtlich. Man merkte, dass Felice es nicht ernst meinte.

„Hm…, da dachte ich, ich könnte von den Ansichten eines alten Mannes profitieren, aber mal wieder wird es mir zunichte gemacht.“
Ein zartes Seufzen erklang, gefolgt von dem Geräusch geblasener Luft.
Felice kühlte seinen Tee ab.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 05.05.2006    um 20:39 Uhr   
"Ach, manchmal ist Unwissen, viel besser, viel sicherer, als Wissen, Felice. Menschen würden weniger oft umgebracht, wenn sie weniger viel wüssten. Denk nur an die Mafia."
Es war so niedlich, wie sehr sich der Junge danach sehnte mehr von ihm zu erfahren, aber in dieser Angelegenheit behielt er seine Vermutungen lieber für sich. Seine langen, schlanken Finger suchten hinter sich Halt, so dass er Felice gut ansehen konnte und trotzdem bequem saß.
"Und ob du Vertrauen zu mir aufbaust, oder nicht liegt sicher nicht daran, dass ich dir erzähle, wie ich ein Gedicht interpretiere. Obwohl du recht hast, wenn du glaubst, dass du von so einem alten Mann, wie mir noch lernen kannst. Na ja, wir beschränken das Lernen dann eben auf andere Sachen."
Dann plötzlich bemerkte er die Röte in Felice' schönem Gesicht. Er neigte seinen Kopf und lächelte sanft. War er etwa verlegen? Was war es denn, was ihn in diese Situation gebracht hatte? Vorsichtig berührte er die Wange des Jungen.
"Du... bist ganz warm."
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