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geschrieben am: 28.04.2006 um 23:11 Uhr
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„Nein, das…, das kommt nicht in Frage, Lucien!“
Nein, egal was es war, er wollte es nicht. Er wusste nicht, was mit ihm passieren würde, aber er würde nur noch mehr Probleme dadurch kriegen. Er würde es seinem Bruder nicht erklären können und er würde es sich selbst nie verzeihen. Nein, das kam nicht in Frage. Er wollte nicht so ein gefühlskaltes Wesen werden, wie diese Vampire es schon waren!
„Entweder du tötest mich, oder…, oder ich muss es eben selber tun. Du musst mich verstehen, Lucien…, ich bin zu erschöpft um weiter zu kämpfen. Es ist sehr toll, dass du dies an mir so bewundert hast, aber irgendwann kann selbst ein Mensch nicht mehr.“
Wenn er ehrlich war wollte er auch gar nicht wissen was danach sein würde.
Plötzlich sackte er zusammen. Verkrampft krallte sich die andere Hand um den Arm, dort, wo er noch zuvor den Schnitt angesetzt hatte. Irgendwas stimmte nicht. Das Blut floss viel zu schnell aus der Wunde. Hatte er sich etwa doch viel zu gefährlich verletzt? Oder nahm er etwa Tabletten, die das Blut zu sehr verdünnten? Er presste seine Lippen aufeinander und rappelte sich mühsam wieder auf. Selbst mit den starken Schmerztabletten bemerkte er die Schmerzen, die seinen kranken Leib erschütterten.
„Versprich mir nur, dass du auf Vico aufpasst und sag ihm doch, dass…, dass ich ihn sehr sehr lieb habe. Bitte… .“
Er würde ihn vermissen. Sein kleiner, süßer Bruder… . |
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geschrieben am: 28.04.2006 um 23:36 Uhr
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"Das... das sagst du ihm selbst, Felice! Entscheide dich, wenn dein Verstand klar ist!"
Jeder Schritt kostete ihn unendlich viel Kraft. Der Geruch trieb ihn in den Wahnsinn. Das Zittern seines Körpers war so extrem, dass er sich an der Hauswand abstützen musste.
'Ja, näher immer näher... näher an die köstliche Vitae, das kostbare Blut. Er will es doch auch! Du hast es gehört, er will, dass du sein Ende bist. Er will, dass du von ihm trinkst, ihn austrinkst. Nimm dir doch, was du so sehr willst!'
Keuchend ließ er sich nah vor Felice auf den Boden sinken. Vorsichtig griff er nach seinem Arm. Einen Moment glaubte er vollkommen durchzudrehen, doch dann leckte er vorsichtig über die Wunde des jungen Italieners. Und in diesem Moment durfte der Mensch zum ersten Mal den Zauber spüren, der den Vampiren innewohnte. Kaum hatte Luciens Zunge seine Haut verlassen, schloss sich die Wunde. Es blieb keine Narbe zurück, noch nicht einmal ein Kratzer. Zitternd ließ der Vampir den Arm des Jungen los und zog ihn ganz in seinen Arm. Der Geruch des Blutes wurde schwächer und langsam kehrte der Verstand in seinen Kopf zurück. Zärtlich wischte er Felice die Tränen aus dem Gesicht. Seine Stimme war leise und angenehm, wie Honig, süß und warm und geborgenheitspendend.
"Verachte mich nicht, Felice." Wisperte er ihm leise ins Ohr. Dann hob er den Arm an seine Lippen. Ein winziger Rinsal Blut floß über die blasse Haut des Unsterblichen. Er zögerte einen winzigen Moment, bis er sein Handgelenk an Felice' Lippen legte.
"Trink, ich verspreche dir, es wird dich nicht benachteiligen, aber trinke!" |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 00:12 Uhr
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Er sah nur verschwommen wie sich Lucien näherte. Dass dieser Bursche sein Leben beenden würde, hätte er sich selbst nicht eingestanden. Erst jetzt fiel ihm auf, dass der Blasse wahrlich eine wunderschöne Gestalt war. Aber was hatten denn die Worte bedeutet? Er sollte es ihm selbst sagen? Das ging doch nicht…, nicht, wenn es endlich vorbei war.
Er zögerte, als der andere plötzlich seinen Arm ergriff und er schloss seine Lider, nachdem er die Zunge spürte. Als nach und nach nichts passierte, hob er die Lider wieder und sah auf seine Wunde hinab. Nun, er würde darauf sehen, wenn sie denn noch da wäre! Bevor er seine Verblüffung zeigen konnte fand er sich in den Armen des Vampirs wieder. Die Zärtlichkeit, die er ausstrahlte, war unglaublich.
„Wieso, wieso hast du es nicht getan? Verdammt!“
Erneut verlor er die Fassung. Er war soweit gewesen und es wurde einfach kaputt gemacht! Es war die beste Situation gewesen, die er sich hätte wünschen können! Aber nein, anscheinend durfte er noch länger leiden.
Die Hand und die süße Stimmen ergriffen sein Herz. In seinem Zustand hatten all seine Talente große Wirkung auf ihn. Er beruhigte sich, da er wusste, hier doch in guten Händen zu sein. Ihn verachten? Nein, nein…, das kann er nicht. Er war anders als die anderes, das wusste er. Besonders an diesem Abend wusste er es. Doch plötzlich zuckte er zurück.
„Was? Was hast du vor? Ich sagte, ich mache das nicht!“
Energisch schüttelte er den Kopf. Er war zwar geschwächt, aber er würde sich wehren können wenn es darauf ankam. |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 00:25 Uhr
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Er hielt ihn noch immer sanft in seinen Armen, ja Felice hätte sogar aufstehen können, wenn sein Körper es zugelassen hätte. Als er merkte, dass der Junge seine Hilfe nicht wollte, zog er seinen Arm zurück. Mit seinen kühlen Finger strich er das Blut von den warmen, menschlichen Lippen.
"Felice, hör mir zu, ich würde nichts tun, was dir schaden würde. Niemals. Ich bitte dich, vertraue mir! Du müsstest nicht mehr leiden, nie wieder..."
Obwohl sie in großer Gefahr schwebten, sprach Lucien ganz leise. Ja, sie könnten beide sterben, denn wenn sie ein Vampir auf dieser öffentlichen Straße sah, eng umschlungen, dann hatte er das Recht sie zu töten, oder töten zu lassen. Aber anscheinend machte ihm das nichts aus. Seine kühlen, langen Finger strichen beruhigend über Felice' Haar und seinen Rücken. Er würde seine Entscheidung akzeptieren müssen, aber ob er das konnte, war eine andere Frage.
"Du wärst nicht, wie ich, auch wenn ich dir nicht verschweigen möchte, dass eine gewisse Bindung zwischen uns beiden bestehen würde, aber du wärst kein untotes Wesen. Noch immer würde dein Herz schlagen, deine Lungen atmen und dein Magen arbeiten. Es wäre nur zu deinem besten." |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 00:38 Uhr
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„Lucien… .“
Wisperte Felice leise.
„Ich…, ich… . Ich habe furchtbare Angst.“
Er schämte sich dafür, solche Worte in den Mund zu nehmen. Angst? So was hatte er nur selten empfunden. Wovor er sich wirklich fürchtete, das war sein Vater gewesen. Dieser Mensch war unberechenbar. Er handelte nur zu seinem Gunsten, aber daran musste er sich selbst nicht erinnern, dass hatte er immerhin schon erfahren dürfen.
Er brauchte noch einen Augenblick. Ruhe erfasste ihn, als der Franzose ihm über die Lippen und später die Haare strich.
„Du bist wirklich anders, als die anderen, Lucien. Darum…, darum vertraue ich dir. Ja, ich vertraue dir. Ich möchte es zwar nicht, aber wenn es mich von den Qualen erlöst dann, dann werde ich dein Angebot annehmen.“
Eventuell würde sich sein Leben endlich wieder angenehm gestalten. Er wäre nicht mehr in tiefer Trauer, bald sterben zu müssen. Sanft biss er sich auf die Unterlippe. Angst hatte er dennoch und er sträubte sich davor, das Blut zu trinken. Er war ein Mensch, die machten so was doch gar nicht.
Abwartend senkte er den Blick. |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 00:50 Uhr
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"Scht... ganz ruhig. Es wird nicht weh tun. Ich passe auf dich auf, Felice. Ich werde nicht zulassen, dass dir etwas geschieht. Niemand soll dir Schmerzen bereiten, weder seelisch, noch körperlich. Ich bin für dich da..."
Wie konnte ein Wesen nur eine so beruhigende Stimme haben? Wie konnten Berührungen nur so zärtlich sein? Wie konnte man nur so viel Geborgenheit ausstrahlen?
Seine Finger strichen vorsichtig über seine Wunde, so dass einige wenige Tropfen an der hellen Haut haften blieben. Sanft benetzte er Felice' Lippen damit.
"Am Anfang ist es ungewöhnlich, aber es ist nicht schlimm."
Hauchte er ihm fürsorglich in sein Ohr. Erst, als sich der Junge daran gewöhnt hatte, hob er erneut langsam seinen Arm. Diesmal legte er ihn nicht auf Felice' Mund. Nein, er legte die Finger des Jungen um sein Handgelenk, so dass er den Augenblick selbst bestimmen konnte. In der ganzen Aktion lag kein Zwang. Es war - so skurill es klingen mag - ein Akt tiefster Intimität, auf offener Straße... |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 01:06 Uhr
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Trotz der schönen Stimme und den sanften Berührungen dauerte es, bis sich Felice an den seltsamen Geschmack des Blutes gewöhnt hatte. Es war ein unnatürlicher Akt, den er hier vollzog – mehr als das. Persönlicher Ekel stieg in ihm auf. Nicht, weil es Lucien war, sondern weil er so was Seltsames machen musste um überhaupt zu überleben.
„In Ordnung… .“
Wisperte er leise mit zitternder Stimme. Sein Herz pochte wild in seiner Brust. Er konnte es einfach nicht verbergen, dass er totale Furcht hatte. Doch er sollte sich schnell entscheiden, jetzt, wo er wusste wie das Blut schmeckte. Tief atmete er ein und schloss die Lider, erst dann näherte er sich dem blutenden Handgelenk.
Was tat er da nur? Das durfte er nicht tun! Wahrscheinlich war das nur ein dummer Trick gewesen, um ihnÂ…, keine Ahnung, was er vorhatte!
Zögerlich begann Felice an der Wunde zu saugen. Er war nicht tot, er lebte, wie sollte sein Leib also gereinigt werden? Indem er das Blut in sich nahm? Und was ist danach? Wird er sich jemals wieder im Spiegel ansehen können, ohne auf sich selbst wütend zu sein? Fragen, die er jetzt alle nicht beantworten konnte. Seine Finger klammerten sich fester um das Handgelenk, als er weiterhin das Blut des Vampirs trank. Seine feinen Brauen waren zusammengezogen und das Gesicht wirkte angespannt und angewidert. |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 01:18 Uhr
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Es tat ihm so leid, ihn so zu sehen: Die angespannten Lippen, die zusammengezogenen Augenbrauen, das gesamte, vor Ekel verzerrte Gesicht. Sanft strich er ihm mit seiner freien Hand über das dunkle, weiche Haar, während er sich darauf konzentrierte den passenden Moment zu finden. Wenn er zu wenig trank, würde es tötlich enden, trank er zu viel, würde er ebenso sterben. So kam es, dass Felice nicht mehr, als drei Schlucke nehmen konnte, bevor er ihm seinen Arm entzog.
"Das genügt!" Er leckte schnell über die Wunde an seinem Handgelenk. Anschließend nahm er den Ärmel seines Hemds und wischte Felice damit über den Mund. Er lächelte ihm zärtlich zu.
"Versprich mir, dass du die nächsten drei Tage überlebst." Wisperte er sanft und legte seine Arme schützend um den schwachen Körper. Felice musste sich so hilflos vorkommen. Ah, wie konnte er ihm jetzt nur noch helfen? Mit sanften Berührungen strich er über den Rücken des Jungen.
"Wenn du glaubst, gehen zu können, lass es mich wissen. Wir gehen nach Hause, ich werde dir ein Bas einlassen, dir etwas zu Essen bereiten und dann wirst du schlafen. Nein, ich lasse nicht zu, dass es etwas gibt, das dich verletzt..." |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 01:34 Uhr
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Sicher, es war nicht der schönste Anblick und als der Franzose sagte, er solle aufhören, tat er dies auch sofort. Er hustete auf und schluckte noch ein paar Mal nach. Himmel, dieser Geschmack war nicht gerade das Beste gewesen, was er jemals erfahren durfte! Aber…, es gab viel schlimmere Sachen, zum Beispiel nun wirklich tot in einer Gosse zu liegen. Das wäre nicht gerade der beste Abgang gewesen, den er sich hätte vorstellen können.
„Ja ich, ich sag dir sofort bescheid.“
Wisperte er mit noch immer geschwächter Stimme. Er kam sich wirklich hilflos vor und war ziemlich froh darüber, dass der Blasse ihn nicht von sich stieß. In so einem schutzlosen Moment freute man sich immer um etwas Geborgenheit, egal, von wem sie letztendlich kam. Während er sich ausruhte und gegen Ekel und Übelkeit kämpfte, regenerierte sich sein Körper zumindest soweit dass er der Meinung war, laufen zu können.
„Ich glaube, jetzt können wir gehen.“
Bislang hatte er Lucien nicht angesehen. Zu tief saß noch die Scham die durch seine verletzte Seite hervorgetreten war. Was würde Lucien nun über ihn denken? War er noch immer so interessant, wie am Anfang und wie würden die nächsten drei Tage aussehen? Er hatte keine Ahnung. So viel lag in den Sternen.
Mühsam stand er auf. Zwar war er noch wackelig auf den Beinen, aber nach einigen Schritten konnte er recht flüssig laufen. Jetzt wollte er wirklich nur noch zurück in das Anwesen. Am Liebsten sich sofort in das Bett werfen und schlafen, aber Essen klang gar nicht so schlecht und ein Bad wäre sicher auch angenehm. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 13:03 Uhr
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Ruhig beobachtete er den jungen Menschen. Jeder Schritt, jede noch so beiläuifige Geste schickte Wellen der Angst durch seinen Körper. Er hatte das schön öfters gemacht, aber nie um einen Menschen zu retten. Er wusste um die Gefahren. Erst als Felice einigermaßen sicher ging, konnte er sich langsam beruhigen.
"Ich bestelle uns ein Taxi. Du solltest dich nicht so anstrengen."
Sagte er sanft und berührte den anderen kurz an seiner Schulter. Er duldete keinen Widerspruch und so saßen sie schon bald in einem Taxi, dass sie nach Hause bringen sollte. Immer wieder glitt sein Blick zu Felice hinüber. Hätte er das tun dürfen? Es war nichts endgültiges, nein, aber es war ein erster Schritt. Wenn es Felice morgen besser gehen würde, würde er ihm alles erklären. Ein leises Seufzen huschte über seine Lippen, als er seinen Kopf an die Fensterscheibe lehnte. Er fürchtete die nächsten Stunden...
Das Anwesen war voller Leben. Man hörte leises Kichern der Küchenmädchen, das Klappern von Geschir und irgendwo lief ein Fernseher. Lucien hatte sich versichert, dass Felice auch auf den Beinen stehen konnte und ging nun mit ihm die große Treppe hinauf.
"Ich werde dich in ein Badezimmer bringen. Du musst dich jetzt entspannen. Niemand wird dich stören. Danach kannst du etwas Essen. Was möchtest du haben? Ich werde es dir machen lassen." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 15:31 Uhr
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Es kamen auch keinerlei Widersprüche von dem Geschwächten. Er war mehr als froh dass sie sich ein Taxi genommen hatten. Das Laufen war ihm deutlich schwer gefallen und man sah ihm an, dass er geschafft war.
Wie würden die nächsten Tage nun weitergehen? Ob er es überleben wird? Gott, er hatte Blut getrunken! Das ist doch abartig… .
Er schauderte kurz und zog die Beine an sich. Sacht lehnte er seinen Kopf mit der Stirn voran an die Knie und schluckte. Noch immer schmeckte er dem seltsamen Geschmack des Blutes in seinen Mund. Er hoffte, dass Vico am Schlafen war. Ungern wollte er sich so vor dem Burschen zeigen lassen, nicht in dieser Situation. Wie Lucien lehnte er seinen Kopf an die Fensterscheibe und blickte verschwommen nach draußen. Die bunten Lichter flogen nur so an ihm vorbei und vor lauter Erschöpfung war er eingeschlafen.
Erst, als er spürte dass der Wagen anhielt kam er wieder zu Besinnung. Langsam stieg er aus dem Wagen und ging zu Lucien.
„Danke für deine Hilfe.“
Er nickte dem Blassen anerkennend zu. Er würde nicht wissen was wäre, wenn dieser nun nicht bei ihm ist. Wahrscheinlich wäre er so noch gar nicht mal in diese jämmerliche Situation hinein geraten.
Er folgte Lucien und kehrte mit ihm in das Anwesen hinein. Während er die Sätze vernahm, nickte er. Bei der Frage musste er überlegen und ließ sich zwischenzeitlich in eines der Bäder führen.
„Ich habe keinen Hunger. Wirklich nicht.“
Er war viel mehr müde und erschöpft. Nach dem Bad würde es vorziehen in sein Bett zu krabbeln und zu schlafen. Wenn möglich, bis zum nächsten Abend. Aber leider konnte er dies nicht. Da war Vico der morgens immer zu unchristlichen Zeiten wach war. |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 16:36 Uhr
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"Aber Felice," Wisperte er mit seiner weichen Stimme, als er das Wasser in die Badewanne einließ " "du musst etwas essen. Dein Körper ist so schwach. Bitte, erweise mir den Gefallen und esse eine Kleinigkeit. Wie wäre es mit einem Apfel oder einem Joghurt?" Als er seinen Kopf drehte fingen seine Bergseeaugen für einen Moment den Blick des Jungen auf, dann betrachtete er jedoch die Badezusätze, die auf einem dunklen Holzregal über der großen Wanne standen. Er sollte etwas beruhigendes wählen. Minze und Zitrone kamen von daher nicht in Frage. Flieder und Lavendel schon eher. Er entschied sich für den Lavendelgeruch und gab einige Tropfen in das warme Wasser. Dem Jungen hatte er zuvor den Platz in einem Weidensessel angeboten, der neben einer Kommode und Waschbecken der einzige Gegenstand im Raum war. Der Boden war mit Holz bedeckt. Auf einem kleinen Beistelltisch stand ein Glas Wasser für Felice. Als der Geruch des Lavendel den Raum erfüllte, nahm der Vampir einige weiße Handtücher, die mit einem Emblem bestickt waren, aus der Kommode und legte sie darauf. Einen flauschigen, ebenfalls weißen Bademantel hing er an einen Haken an der Tür.
"Wenn du möchtest, werde ich noch einmal nach Vico sehen. Ich denke, es ist besser, wenn er schläft. Du musst dich schließlich auch ausruhen. Kann ich sonst noch etwas für dich tun?" Niemand seiner vampirischen Freunde würde es glauben, wenn sie es sehen würden. Lucien Montaigner kümmerte sich so rührend um einen Sterblichen, dass es schon fast zu schön zum ansehen war. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 16:56 Uhr
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Felice hatte sich langsam in den Weidensessel gesetzt und mit aller Ruhe den Worten des Vampirs gelauscht. Auch jetzt sah er ihm dabei zu wie er das Bad für ihn einließ. Er wusste gar nicht, wie er reagieren sollte. Sollte er aufspringen und es Lucien verbieten ihn wie ein Kind zu behandeln, oder sollte er weiterhin sitzen bleiben und einfach in den Genuss kommen wie es ist, umsorgt zu werden? Diese Frage war sehr rhetorisch, denn schon als er versuchte aufzustehen bemerkte er, wie ihm schwarz vor den Augen wurde, also musste er sich bedienen lassen, ob er es wollte oder nicht. Sanft drückte er die Lippen aufeinander.
„Wenn es dich beruhigt, dann esse ich später noch einen Joghurt.“
Er nickte bekräftigend zu seinen Worten. Noch einmal versuchte er aufzustehen und schaffte es auch endlich, nur leider hatte Lucien da das meiste schon erledigt.
„Ich danke dir, Lucien. Du brauchst nicht nach Vico zu sehen, ich denke, Rasmus wird sich blendend um ihn gekümmert haben. Du…, du kannst jetzt wirklich gehen, den Rest schaffe ich alleine. Nicht, nicht dass es mich stört aber…ich möchte dir wirklich ungern zur Last fallen.“
Er hatte ihm doch schon genug Probleme bereitet, nicht wahr? Abgesehen von Allegro fürchtete er sich davor, dass sein verbaler Ausrutscher gegen Signora Di Pompo Folgen haben könnte. Wer weiß? Eventuell war sie eine wichtige Person dieses Hauses. Ohje, sobald es ihm besser geht sollte er sich bei ihr entschuldigen. Immerhin gab es eben Wesen wie sie. Nicht jeder konnte so…, freundlich? Wie Lucien sein. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 29.04.2006 um 17:33 Uhr
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"Oh, Felice, wenn die Menschenheit nur halb so gut, wie du wäre, dann würde es keine Kriege mehr geben. Du bist doch keine Last für mich. Aber ich verstehe es, dass du deine Ruhe möchtest. Wenn etwas ist, ruf nach mir! Den Joghurt lasse ich auf dein Zimmer bringen. Entspann dich und mach dir nicht zu viele Sorgen." Flüsterte er ihm noch zu, als er sich umdrehte und die Tür hinter sich schloss. Er müsste seinem Vater erzählen, was vorgefallen war, natürlich mit ein paar Abänderungen. Einen Bruch der Traditionen würde er ihm sicher nicht gestehen. Und dann war da noch Lucretia. Es wäre am besten, wenn er sie einladen würde. Nicht morgen, auch nicht übermorgen, aber danach. Er würde sich bei ihr entschuldigen und sich erklären. Zumindest würde er es versuchen. Was danach kam, konnte er nicht beeinflussen. Er räusperte sich und machte einen kleinen Umweg, am Zimmer der Jungen vorbei. So weit er hörte, war alles still. Kein Laut war zu hören. Nun, wenn er sich angestrengt hätte, hätte er vielleicht Vicos Atem gehört, wenn er denn wirklich schlief. Ein bisschen beruhigter ging er in sein Zimmer. Rasmus lag schlafend in seinem Bett. Er beugte sich über ihn und gab ihm einen winzigen Kuss auf die Lippen.
"Wenn ich dich nicht hätte, mein Freund, was würde ich dann nur tun?" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 30.04.2006 um 00:38 Uhr
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Er sagte nichts mehr als er sah, dass Lucien das Bad verließ. Danach hob er seine Hand und fasste sich an die Stirn. Er brauchte nun unbedingt etwas Ruhe, ja, das sah auch er mittlerweile ein. In seinem Kopf drehte sich alles. Die ganze Sache wurde ihm zuviel. Mühsam ging er auf die Wanne zu und hielt eine Hand in das Wasser. Es war von der Temperatur her sehr angenehm. Hoffentlich würde es seine eingeschlafenen Lebensgeister wieder erwecken.
Langsam, Stück für Stück, entblätterte sich der Italiener aus den neuen Kleidungsstücken. Nachdem er völlig nackt war, legte er diese auf der Kommode neben den Handtüchern. Dann stieg er langsam über den Rand der Wanne und ließ den Körper vorsichtig in das heiße Wasser sinken. Willkürlich seufzte er auf und schloss seine Lider. Es tat gut, ja, verdammt gut! Das leise Plätschern, wenn er mit der Hand das Wasser fallen ließ. Der Duft nach Lavendel, den er durch den Dampf tief einatmen konnte. Die vollkommene Ruhe, die sich gerade in diesem Raum befand. Das alles hatte eine mehr als entspannte Wirkung auf ihn die er gerade wirklich gut gebrauchen konnte.
Irgendwann hatte alles sein ende. Bei Felice war dies nach eineinhalb Stunden. Außerversehen war er eingenickt und schreckhaft wieder erwacht. Flüchtig hatte er sich die Haare und den Leib gewaschen, bevor er aus dem recht abgekühlten Wasser stieg. Mit patschenden Schritten ging er wieder auf die Kommode zu. Er nahm sich die dortigen Handtücher und trocknete seinen Leib ab. Danach nahm er den Bademantel von der Türe und schlüpfte hinein. Seltsam, diese Kleidungsstücke hatten einen wunderbaren Geruch! Seine getragene Kleidung vergaß er, als er die Tür öffnete und auf den Gang schritt. Jetzt musste er unbedingt nach Vico sehen. Hoffentlich hatte er den Abend gut überstanden, doch in der Hinsicht traute er Rasmus einiges zu, auch wenn der Bursche ihm noch nicht ganz geheuer war.
Leise, damit der Junge nicht aufwachte, öffnete er die Türe und huschte in ihr Zimmer. Es war alles dunkel und die leise Atmung des Burschen schwebte bannend im Raum. Er lächelte zärtlich und ging auf das Bett zu. Vorsichtig ließ er sich auf der Bettkante nieder und strich seinem Bruder durch das schwarze Haar.
„Meine Güte, ich hätte dich bald verlassen. Wie dumm kann ein Mensch nur sein? Du brauchst mich doch, nicht wahr? Wir haben noch soviel vor! Das sollten wir uns nicht kaputtmachen lassen, egal von wem. Selbst nicht von einer dummen Krankheit.“
Wisperte er leise seinem Bruder zu und seufzte danach auf. Gott sei Dank hatte er den Abend noch überlebt. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 18:40 Uhr
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"Ob du geahnt hast, wie es Felice ergehen würde? Nein, woher auch? Du konntest schließlich nicht wissen, dass er... er so einen Blödsinn machen würde. Ich hätte ihn gerne vorher darüber aufgeklärt, was nun mit ihm passiert. Aber... ob er dann noch immer eingewilligt hätte? Ich hatte keine Wahl. Nein, so ist es besser für ihn und für Vico. Morgen werde ich alles weitere in die Wege leiten." Er strich Rasmus zärtlich die dunklen Strähnen aus dem Gesicht und seufzte leise, bevor er ihn zudeckte und sich auf die andere Seite des großen Bettes legte. Sein Vater... ob er Verständnis haben würde? Er hoffte es nur. Und noch während er darüber nachdachte und die Sonne im Osten den Himmel rosa färbte, fiel er in einen tiefen, komaähnlichen Schlaf.
Die nächste Nacht kam, aber Lucien schlief noch lange nach Sonnenuntergang. Sein unsterblicher Geist war mindestens genauso erschöpft, wie der seines jungen Freundes. Erst, als die ersten Sterne deutlich am Himmel zusehen waren, stand er langsam auf. So vieles war heute zu erledigen. Rasmus musste schon aufgestanden sein, denn seine Seite des Bettes war leer. Vielleicht kümmerte er sich um einige wichtige Angelegenheiten. Nachdem Lucien sich gewaschen hatte, machte er sich auf den Weg seinen Vater zu sehen, jedoch nicht ohne zuvor zu 'frühstücken'.
Allegro saß im Lichte vieler Kerzen auf einer der vielen Veranden und schien gedankenverloren. Sein junges Gesicht hatte einen seltsam verklärten ausrucken.
"Guten Abend, Vater. Hast du ein paar Minuten für mich?"
"Lucien, Lucien..." Lächelte der Ältere, der ihn bereits hatte kommen hören zynisch. "...wann lernst du endlich, dass ich alle Zeit der Welt habe. Komm, setz dich zu mir und genieße den Abend. Auch wenn Rom ein Sündenpfuhl ist, die Nächte sind atemberaubend, findest du nicht auch?"
"Ich muss mit dir reden."
"Ja, ich weiß. Geht es um den Jungen?"
Lucien nickte beschämt. Es war nicht seine Art so offen zu sein, schon gar nicht gegenüber seinem Vater. Er hatte anderes gelernt. "Gestern ist etwas vorgefallen..." Und so erzählte er die ganze Geschichte in ihrer leicht abgewandelten Version. Allegro hörte schweigend zu, nickte ab und an und nippte an seinem Glas.
"Du willst ihn zu deinem Ghul machen?"
"Ich... ich bin mir unsicher. Ich möchte nicht, dass er stirbt, und ich möchte ihm nicht seine Freiheit nehmen, aber... ich sehe keinen anderen Weg."
"Nun, auch ich sehe keinen anderen Weg, als diesen Schritt. Durch das Blutband ist er tatsächlich in gewisser Art und Weise an dich gebunden, aber seine Gedanken sind davon nicht betroffen, nicht wesentlich. Nun, zumindest nicht besonders..." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 19:08 Uhr
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| Ich muss sagen deine Geschichte ist absolut spannend.:-) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 19:20 Uhr
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Seine viel zu schlanken Finger ergriffen den Joghurtbecher, den er auf dem Tisch wieder fand. Mit dem Löffel in der Anderen schleppte er sich auf die Terrasse und gönnte sich sein leichtes Abendmahl. Danach huschte auch Felice ins Bett und fand sehr schnell Schlaf, doch seine Nacht war alles andere als ruhig. Alpträume suchten ihn heim. Alpträume von Vampiren, Blut und anderen schrecklich seltsamen Dingen. Mehrmals war er in der Nacht wach geworden und somit aufgestanden, war zu müde für den anstehenden Tag und zu schwach für den Burschen, der noch ruhig in den letzten Minuten neben ihm lag.
Mit den ersten Sonnenstrahlen tobte plötzlich etwas über seinen schwachen Leib. Keuchend wachte er auf als da ein Tritt in Versehen zu fest aufgesetzt wurde.
„Felice, komm, aufstehen! Ich habe Hunger!“
„Was…, jetzt schon? Oh Gott… .“
Nein, er konnte nicht aufstehen…, er wollte nicht aufstehen! Er war so schrecklich müde. Doch allem betteln und beten zum Trotz kam es wie es kommen musste: Der Älteste schleppte sich aus dem Bett und kümmerte sich um seinen Bruder. Wie sollte er nur den anstehenden Tag in diesem Zustand überstehen? Mit einem blassen Gesicht und müden Augen half er Vico beim Anziehen, ging danach mit ihm hinunter in die Küche und Frühstückte. Sein Hunger war nicht der Beste. Nur mühsam zwängte er sich eine halbe Brotscheibe in den Magen. Danach wollte der Junge natürlich Beschäftigung. Also hieß es mit ihm hinaus in den Garten zu gehen und irgendwelche Spiele zu spielen. Irgendwann verließen sie das Anwesen und gingen ein bisschen durch die Straßen, jedoch nicht sehr weit, da Felice befürchtete sich zu verlaufen. Er hatte keine so gute Orientierung. Der Tag verging schleppend und den Rest schlugen sie damit Tod indem sie vor dem Fernseher saßen.
Als es Abend wurde, lag Vico schlafend an seiner Seite. Noch immer saßen sie in dem Raum mit dem schönen, dunklen Sofa und der Flimmerkiste. Selbst Felice musste aufpassen nicht plötzlich einzuschlafen. Immer wieder zwang er sich dazu, sein Kopf mit Gedanken zu füllen und wach zu bleiben. Dabei dachte er natürlich auch an Signora di Pompo. Wie konnte man ein Wesen wie sie beschwichtigen?
(Danke, schön das noch welche milesen ^^) |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 19:32 Uhr
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Er verließ seinen Vater noch verunsicherter, als er ihn besucht hatte. Seine Gedanken überschlugen sich und sein Geist fühlte sich müde und krank. Am liebsten hätte er das Gespräch mit Felice weiter hinausgezögert. Aber was blieb ihm schon übrig? Diese Nacht war genauso wichtig, wie die kommende und sein unsterbliches Herz wusste, dass es der einzige Weg war den Jungen am Leben halten zu können. Es war nur so... traurig. Schließlich riss er sich zusammen und erkundigte sich bei den Dienstmädchen nach seinen Gästen. Er ließ sich Zeit in das Fernsehzimmer zu gelangen. Es würde nicht einfach werden, dem war er sich sicher. Letzendlich klopfte er doch an und trat langsam ein.
"Guten Abend!" Hauchte er um Vico nicht zu wecken, den Blick jedoch auf Felice. "Wie geht es dir? Es tut mir Leid, dass ich nicht daran gedacht habe, dass du so viel Ruhe, wie nur irgendmöglich brauchst. Ich hätte Vico unterhalten lassen sollen. Verzeih mir, Felice!" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 19:48 Uhr
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Sanft zuckte er zusammen als Lucien unverhofft das Zimmer betrat. Er legte den Kopf zurück, damit er auf den Eintretenden sehen konnte. Langsam strich die Zunge über seine Unterlippe und sein Arm schlang sich instinktiv fester um seinen Bruder, der noch immer an ihm gelehnt döste. Ja, er wusste, dass er seinen Bruder beschützen musste. Wer wei߅, Kinderblut schmeckte sicher besonders gut. Niemand sollte wissen, dass er hier war, zumindest kein Außenstehender.
„Es gehört zu meiner Pflicht mich um meinen jüngeren Bruder zu kümmern und ich sollte dies so oft wie möglich war nehmen. Immerhin ist es mein Bruder.“
Er konnte diese Bürde einem anderen nicht auferlegen. Zudem hatte er auch Angst davor, seinen Bruder nicht mehr lebendig wieder zu sehen. Er wusste einfach nicht, wer in diesem Haus Freund und Feind war. Nein, soviel musste er noch lernen.
„Also kein Grund sich zu entschuldigen.“
Ah, er sollte sich mit seinem Bruder ins Bett legen. Sanft sah er zu diesem zurück und strich ihm vorsichtig durch das Haar. Niedlich, wie er aussah wenn er schlief. Es wirkte furchtbar beruhigend auf ihn. |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 20:00 Uhr
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Lucien nickte und einige wenige seiner dunklen Strähnen fielen ihm vor die hellen Augen. Er schloss die Tür hinter sich und betrachtete die beiden Jungen einen Augenblick, bevor er Felice leise sagte: "Wir müssen noch einmal miteinander sprechen! Bring deinen Bruder am besten ins Bett. Er muss nicht hören, was ich dir zu sagen habe. Nein, keine Angst... es ist nicht so schlimm, wie du vielleicht denkst. Ich möchte nur nicht, dass er mit diesem Wissen belastet wird, so lange er noch so jung ist. Ist es dir recht, wenn wir uns in einer halben Stunde in meinem Zimmer treffen?"
Seine Bergseeaugen lagen weich und bittend auf dem geschwächten Jungen. Er wollte ihn nicht dazu zwingen, aber Felice sollte trotzdem merken, dass es ihm ernst war. Schließlich hing das Leben des jungen Menschen von seiner Kooperation ab. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 01.05.2006 um 20:26 Uhr
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„Okay.“
Entkam es Felice leise, aber dafür deutlich und schnell. Er war damit einverstanden, da er seit gestern das Verlangen hatte sehen zu wollen, wie der Gastgeber lebte – bzw. zu leben pflegte.
„Sobald ich mich um meinen Bruder gekümmert habe, komme ich zu dir.“
Er konnte sich vorstellen über was er reden wollte. Er wusste nur nicht, ob er es selbst hören wollte. Nachher war es viel Schlimmer als er gedacht hatte, zudem wäre es ihm lieber gewesen die ganze Sache als einen dummen Traum abzustempeln.
Lucien ging wie er gekommen war. Es dauerte noch ein bisschen, bis Felice die Kraft fand den Fernseher auszuschalten und Vico sanft zu wecken. Jener gähnte leise auf und blinzelte verschlafen zu seinem Bruder auf.
„Felice…? Gehen wir schlafen?“
Murmelte der Bursche ihm leise entgegen. Der andere schmunzelte und stand langsam auf, nachdem er die kleine Hand ergriffen hatte und Vico mit sich zog.
„Ich bringe dich ins Bett und komme später, einverstanden?“
„Was, was willst du denn noch machen?“
„Lucien möchte mit mir sprechen.“
Der kleine nickte verstehend und tapste Felice hinterher. Sein Gang war langsam und torkelnd vor Müdigkeit, sodass der Ältere Probleme hatte ihn angenehm zu ihrem Zimmer zu führen. Als sie dies jedoch endlich erreicht hatten, kehrte er mit seinem Bruder hinein. Es dauerte ein bisschen, bis Vico sich gewaschen hatte und in seinem neuen Schlafanzug steckte. Wartend saß Felice auf dem Bett und schlug die Decke zurück, als der andere endlich aus dem Bad kam. Lächelnd deckte er den Kleinen zu und strich ihm durch das Haar.
„Wenn etwas sein sollte, ich bin in Luciens Zimmer. Du kannst jederzeit kommen, das weißt du doch, oder?“
Hauchte Felice dem Kleinen entgegen, der langsam nickte und müde lächelte.
„Ja, das mache ich. Gute Nacht!“
„Gute Nacht, Kleiner!“
Er gab ihm einen Wangenkuss und stand vorsichtig auf. Bevor er das Zimmer verließ, hatte er einen letzten Blick zurück geworfen. Gott, dieser Junge war sein ein und alles!
Etwas mehr als eine halbe Stunde durfte Lucien auf Felice warten. Pünktlichkeit schien absolut nicht seine Stärke zu sein. Dann klopfte es jedoch an seiner Türe. Abwartend stand der Italiener davor und schob die Hände in seine Tasche. Er hatte dieselben Klamotten wie gestern Abend an. Er mochte sie! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.05.2006 um 12:10 Uhr
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"Nur herein!" Erklang seine weiche Stimme, gedämpft durch die dicke Kirschholztür. Sobald Felice den Raum betrat, würde er den süßlich-frischen Geruch bemerken, der in diesem Zimmer lag. Er kam von der breiten Mamorfensterbank. Eine schlanke, rote Vase mit einer Blume, wie Felice sie noch nie gesehen haben wird, stand darauf. Ihre Blüte war ganz weiß, die Blätter leicht gebogen und der Stengel von so dunklem Grün, dass man sie schnell für künstlich halten würde, wäre da nicht dieser intensive Geruch. Das kühle Mondlicht, das durch die hohen Fenster fiel, mischte sich mit dem Licht einiger Kerzen, die an taktisch klugen Stellen angebracht waren. Dadurch wurden interessante, teilweise gruselige Muster auf den kühlen Mamorboden geworfen. Nur teilweise wurde er von einem dunkelroten Teppich verdeckt. Auf einer kleinen Anhöhe stand ein großes Bett. Der Baldachin war aus reinster, weißer Seide gefertigt und auch die Bettwäsche bestand aus diesem Stoff. Sicher konnte sich jeder vorstellen, was für ein wunderbares Bild es war, wenn sich die dunklen Haare des Vampirs, von diesem hellen Untergrund abhoben. In einer Nische standen drei Sessel aus dem gleichen, dunklen Holz, aus dem auch die Tür gemacht worden war. Die weißen Auflagen bildeten einen hervorragenden Kontrast und passten perfekt zu dem hellbespannten Sofa, das die Sitzecke in Kombination mit einem eleganten Cafétisch abrundete. Lucien hatte es sich in einem der Sessel gemütlich gemacht, die Beine überschlagen, die schlanken Arme auf den dunklen Lehnen abgelegt und den Blick aus dem Fenster gerichtet.
"Komm und setz dich zu mir, Felice! Ich hoffe du magst zu dieser Stunde schon Kakao. Mariell hat den falschen Tee gekauft und ich wollte dir diese schlechte Sorte nicht in anbieten." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.05.2006 um 12:29 Uhr
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Schon bevor die Tür nur halb geöffnet war, schlug der intensive Geruch der Blume gegen seine Nase. Er war im ersten Moment penetrant, doch im Nächsten sehr angenehm und wohltuend. Seine dunklen Augen suchten nach der Herkunft und als er das schöne Stück in der roten Vase sah, musste er sich eingestehen diese Sorte nicht zu kennen. Eventuell tat dies jedoch sein Bruder, darum merkte er sich das Aussehen. Ob er es bis zum nächsten Tag im Kopf behalten wird, war eine völlig andere Frage.
Vorsichtig schloss er die Türe hinter sich und sah sich ohne Scham im Zimmer des Vampirs um. Diese Gelegenheit hatte er schon einmal gehabt, als er ebenso in sein Zimmer bestellt wurde und mit Rasmus redete, doch diesmal nahm er die Situation wahr und nutzte sie aus. Vorsichtig ging er noch ein paar Schritte weiter in den Raum hinein, drehte sich kurz und entdeckte dann Lucien, der gelassen im Sessel saß und ihn sicherlich seit dem Eintreten im Blick hatte.
Felice Aussehen hatte sich nicht gebessert. Noch immer wirkte er müde, kraftlos und irgendwie auch lustlos. Man glaubte es kaum gestern noch einen aufreizend tanzenden Menschen gesehen zu haben, wenn man nicht selbst dabei gewesen war.
„Danke.“
Sagte er nur und ging näher auf Lucien und der schönen Sitzgruppe zu. Er ließ seinen Leib in einen freien Sessel fallen und sah kurz zur Zimmerdecke auf. Danach fixierten tiefbraune, klare Augen den Vampir.
„Du wolltest mit mir reden? Über was? Wenn es Probleme mit Signora die Pompo geben sollte, bin ich bereit dazu es zu beschwichtigen. Immerhin war es mein Fehler und ich möchte keine Probleme bereiten, auch wenn ich zu Überreaktionen neige.“
Ja, er konnte schlecht das ändern, was in ihm angeboren war. Und es war verwunderlich dass er direkt diese Sache ansprach. Wieder sah man dabei versteckt die sehr naive Art des stolzen Mailänders: Er dachte wieder nur an andere. Auf den Gedanken, Lucien würde mit ihm darüber sprechen wollen was mit ihm passiert war, kam er gar nicht. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 02.05.2006 um 12:41 Uhr
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| Kannst du mir sagen,wie man im Forum kursiv schreiben kann |
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