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geschrieben am: 02.03.2003 um 14:05 Uhr
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Die Drachentöterin
Die Zeit war nicht mehr fern, schon lange bewegte sich die Drachentöterin
auf dem Weg, zwischen dem Gestern und dem Morgen.
Der Himmel zeigte sich in den schönsten Blautönen,
am Horizont entdeckte sie weiße, feine Silberstreifen
die sich mit den violetten Strahlen der Sonne vermischten.
Sie wusste um die Verantwortung, die sie in sich trug.
Lange Zeit hatte sie sich nicht frei gefühlt.
Glücklich schien sie schon, nur richtig befreiend zu atmen,
das war ihr die letzten Jahre nicht gelungen.
Viele Gedanken lebten in ihr
und in dunklen sternlosen Nächten verselbstständigten sie sich
und geisterten durch ihren Kopf.
Immer wieder stieß sie an die Gedankengrenze ihres Willens.
Kompromisslos würde sie nicht sein wollen,
zu offen war sie für Impulse und andere Einflüsse.
Aber sie ahnte, das sie Kräfte bündeln musste,
um sich durchzusetzen.
Und sie wusste, um ihre Stärke,ihre Ausdauer,ihre Intensität
und ihre gewaltige Kraft, die sie in ihrem Herzen trug!
Und so machte sie sich auf und suchte die Herausforderung und die Gefahr!
Nächte lang keimte der Gedanke in ihr,
was sie sich beweisen wollte?
Und als sie keine befriedigende Antwort bekam,
lies sich die Drachentöterin auf den Kampf
mit dem goldbestückten Drachen ein.
Mit jedem Schlag ihres Schwertes, der den Drachen traf,
verlangte sie nach ihrem inneren Frieden!
Mit jedem neuen Hieb, suchte sie nach ihren neuen Zielen!
Mit jedem Drachenblutstropfen,
der sich mit dem ihres Herzens vermischte,
stöhnte sie im Kampf um ihr Leben auf!
Der Drache war ein zu wunderschönes Geschöpf,
seine goldenen Schuppen beflügelten ihre Kräfte,
und trotzdem fragte sie sich,
wer sie sei, das sie ihn töten wollte!
Immer wieder lies sie ihren Blick
über den riesigen Leib des Ungeheuers gleiten.
Sie spürte, das sie ihre Kräfte sinnvoll einsetzen mußte.
Aber würde sie einen Drachen mit schlagenden Flügeln besiegen?
Sie nahm das fürchterliche Krachen der Schwingen wahr
und hob abwehrend das Schwert.
Der tobende Drache, der ihr gegenüber stand,
riss wütend stückeweise braune Erde aus dem Boden
und schleuderte sie wild, um sie herum.
Seine Augen funkelten in hellen grün und die Hitze die er versprühte,
verwirbelte ihre Haare.
Sie blickte in seine Augen und erkannte sich in einem grünen Kristallsee,
der in Flammen stand!
Sie erblickte in ihm ihre tiefe Ruhe und plagende Rastlosigkeit.
War es denn nicht möglich, die Lebenswaage zu halten?
Sie entdeckte weiter hinten in seinen glühenden Augen
zu leicht gesagte Versprechen und das nicht erkannte Verhängnis,
welches sich hinter manchen Taten verbarg.
War es denn nicht möglich, das Schicksal abzuwenden?
Der letzte Blick in die Drachenaugen
offenbarte ihr ein weltenreiches und stürmisches Erleben
und eine einprägsame Entwicklung.
Und es war ihr klar, das es für sie nicht möglich war,
dieses Abenteuer ohne eine letzte gelebte
und gelittene Entscheidung zu überstehen...
Und so fasste sie sich ein Herz,
und blickte auf die geblähten Nüstern ihres rasenden Drachens.
Eine Flammenzunge verlangte nach ihr,
und der Sturmwind brachte sie bedrohlich nahe,
doch die Drachentöterin hielt das Schwert in ihren Händen
und wartete auf den Augenblick der Befreiung!
Sie tauchte unter seine weiche Unterseite des Drachenbauches ab
und versuchte an den goldenen Schuppen vorbeizugleiten.
Als ihr Schwert schneidend eindrang,
wandelte sich das Drachengeschrei in Schmerzgebrüll,
und sie schrie mit ihrem Drachen den Pein in die Welt hinaus!
Der Drache lies sein Feuer ein letztes Mal züngelnd ausspeien
und die weißglühende Lanze verfehlte sie nur um Haaresbreite,
als der Drache windend zu Boden sank.
Er starb, bevor das Feuer verlosch.
Für sie begann eine neue Welt.
Der erste Schritt war getan,
sie hatte eine lebenswichtige Erfahrung für sich durchlebt
und überstanden.
Ermutigt und gestärkt wendete sich neuen Abenteuern zu,
im Glauben daran, Wege zu finden, die sie weiter brachten.
Und in ihren Augen konnte man die lodernde Glut des Drachens wiederfinden.
©Capricornia
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