|
|
|
geschrieben am: 09.08.2010 um 03:18 Uhr
|
|
"Einkaufen"
Einkaufen ist nach Meinung des Mannheimer Professors Alexander Hennig keine leichte Sache. Zu gewieft die Tricks der Händler, die versuchen, dem Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen. Deshalb hat der Marketingexperte ein Buch geschrieben : "Zur Kasse, Schnäppchen".
Los gehts am Eingang, mahnt er. Die erste Tücke liegt in der Frage "Wagen oder Korb ?". Wer nur 5 Dinge kaufen will, kauft mehr, wenn er den Wagen nimmt. "Die gähnende Leere eines Einkaufswagens setzt uns unbewusst unter Kaufdruck", so der Experte. 5 Artikel machen sich nicht gut wo viel Raum ist und vermittelten das Gefühl, "dass da noch was fehlt", sagt er.
Besonders gefährlich sind Wagen mit schrägem Boden. "Waren kullern in die Ecke und lassen den Einkauf wenig erscheinen." Neuer Trick sind leichte Rollen, die Kunden bei vollem Wagen das Schieben erleichtern und dem Unterbewusstsein signalisieren : "Da ist noch Platz". Die Antwort : Handkorb. "Da beschränkt man sich aufs Wesentliche", so der Einkaufsspezialist.
Der Wissenschaftler fand heraus, dass die Hälfte der Kunden nicht länger als 5 Min. für einen Einkauf braucht. "Das gefällt den Händlern garnicht", denn in 5 Min. wird nicht genug in den Wagen gelegt. Also beschallt man Käufer mit Entspannungsmusik. "72 Basstöne entsprechen dem Ruhepuls des Menschen", so Hennig. Das Gedudel dient noch anderen Zwecken. Hört der Kunde klassische Musik, stuft er Produkte höher ein und greift automatisch zu teuren Waren.
Nicht umsonst liegen supermarkteigene Backautomaten im Trend. Nicht umsonst wird Abluft in den Laden geblasen : "Das riecht gut und steigert morgens Lust auf Frühstück", sagt Hennig. Denn : "Nur 30 % unserer Kaufentscheidungen sind überlegt", so der Wirtschaftswissenschaftler. 70 % sind spontan. Wurst, Käse, Milch - Bestandteil des Einkaufs - finden Kunden im hinteren Ladenteil. Teure Produkte werden in Griffhöhe angeboten. "Markenartikel, wo Kunden mehr zahlen als für andere Produkte, stehen auf Augenhöhe." Günstige Sachen stehen unten im Regal. "Bückware" nennt Hennig das und rät : "Gehen Sie in die Knie".
In dem Buch nimmt er auch das Einkaufsverhalten von Mann und Frau unter die Lupe. "Es gibt viel Dinge, die Mann und Frau zusammen tun können", sagt er, "einkaufen gehört nicht dazu." Männer sind weniger preissensibel als Frauen. "Sie stürmen los, greifen zum Artikel um schnell aus dem Laden zu kommen." Frauen ließen sich Zeit, wägen ab, rechnen hier, verglichen dort. Hennig verglich das Verhalten mit dem der Neandertaler. "Wir laufen noch mit dem Hirn des Jägers und der Sammlerin durch die moderne Einkaufswelt", sagt er.
:-)
Professor, Einkaufsspezialist, Wirtschaftswissenschaftler, Marketingexperte, ... /wirr/
Siehst, wie´s versuchen, uns auszutricksen ? Wie´s den Neigungswinkel des Einkaufswagen berechnen und des teure Schnickschnack vor unsere Kulleraugen stellen. Automatisch greifen wir zu ! Und warum ? Weil´s uns mit 72 Basstöne berieseln. Wir stürmen in Laden und bleiben ruckartig stehen, weil irgendwo in Hintergrund Trauermarsch von Chopin dudelt. Automatisch legen wir uns Vorrat an Tempo-Taschentüchern zu. Unbewusst. Hypnose.
Wir wundern uns immer, dass wir von allen an wenigsten in Wagen haben, aber trotzdem das meiste bezahlen. Schieben den Korb vor uns her und sehen nix, weil alles nach unten kullert. Also noch was rein. Des komische - je mehr wir reinpacken, um so leichter schiebt es sich. Das haben´s ganz geschickt gemacht, gelle ?
Wie´s uns den Brötchenduft um die Nase blasen. Wir sehn Brotbackautomat - 72 Basstöne in Hintergrund - Hirn signalisiert : -> Hungersnot steht bevor ! Und natürlich steht das, was wir brauchen, ganz hinten. Also erst ma vorbei an den 1000 schönen Sachen. In Mitte von Markt angekommen, is Korb scho fast voll. Entscheidung fällt leicht - von rechts kommt Brötchenduft und links dudelt das Orchester mit 72 Basstöne.
Korb is nu voll. Auf dem Weg zur Kasse triffst noch Nachbarin die ächzend und stöhnend Korb vor sich herschiebt und noch so paar Sachen inne Hand hat, weil nich alles reinpasste. An der Kasse macht sich plötzlich altes Leiden bemerkbar, nachdem´s den Preis gehört hast. Wärst bloß "vorher" auf Toilette gegangen.
Neandertaler ... gugg oben /wirr/
Nachdem er an der Fleischtheke als Jäger den Ochsen für den Grillabend erlegt hat, scharrst Du noch zwischen den Kräutern und Wurzeln rum als Sammlerin.
Da gibbet wahrlich fast Wissenschaft von. "Studierte Psychologen" berechnen mit Musik und Neigungswinkel, wie´s uns am besten austricksen könn.
Draußen auf Einkaufzettel stellen wir dann fest : Nix, was draufsteht, haben wir eingekauft. Nur unnützes Zeug´s. 250,- € für nix.
Nochmal rein .. Tschaikowski .. Kuchenduft .. schräger Einkaufswagen .. Chopin ... :-d
:-w
Näste Thema : -> Was ein Mann im Bett können muss ... :-f ...  |
| Im übrigen gilt ja hierzulande derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht. |
|
|
|
|