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geschrieben am: 13.05.2006 um 12:48 Uhr
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Eine Stufe näher dran? Dann musste er durchaus das Blut eines anderen Vampirs empfangen haben. So dumm war noch nicht mal er um dies nun zu missverstehen. Also wäre Lucien selbst in eine Zwickmühle geraten, oder aber alles wäre in Ordnung, sofern es sein eigener Erzeuger sein würde.
„Diese Frage durfte ich nicht stellen. Es ist dein Privatleben und das geht mich nichts an, verzeih mir. Aber…, wenn es Allegro ist, dann passiert dir doch nichts. Wenn er es nicht ist dann hast du ja noch genügend Zeit um dir klar zu werden, dass du diesen Vampir aus dem Weg gehen solltest. Ach, ich kenne mich damit nicht aus.“
Er lächelte sanft und erhob sich wieder. Er griff nach der Tüte und begann wieder aufzuräumen.
Keine Ahnung, wieso, aber es stimmte ihn wieder traurig. Doch es erleichterte sein Vorhaben immens. Aber es würde soviel nehmen, wenn der Blasse plötzlich einem anderen verfallen war. Das hatte ja wohl größere Ausmaße, als bei einem Menschen. Also wenn dies wirklich passieren würde, wüsste er nicht, was er noch länger hier zu suchen hatte. |
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geschrieben am: 13.05.2006 um 12:57 Uhr
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"Doch, selbstverständlich durftest du fragen. Ich möchte mein Privatleben schließlich mit dir teilen. Was wären Freunde, wenn sie sich nicht im Leben des jeweils anderen auskennen würden? Sie wären doch keine Freunde.
Aber ein Blutsband ist nie gut, auch nicht, wenn es vom eigenen Erschaffer herauf beschworen wurde. Es macht dich abhängig und unselbstständig. Man würde seine eigenen Freunde töten, wenn es verlangt würde. Darum sollte ich wirklich aufpassen, du hast Recht.
Warte, ich helfe dir!"
Er erhob sich geschmeidig und nahm Felice den Beutel ab, um ihn für ihn aufzuhalten. Es war nicht so, dass er glaubte, dass er es nicht alleine machen konnte, es war lediglich so, dass er wollte, dass er sah, dass er in jeder Lage bereit war ihm zu helfen.
"Wenn du nichts dagegen hast, würde ich irgendwann auch gerne einmal einige deiner Gedichte hören. Es wäre mir eine sehr große Ehre, oder sind sie zu... privat?" |
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geschrieben am: 13.05.2006 um 14:40 Uhr
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„Freunde.“
Er lächelte flüchtig auf und nickte.
Ja, sie waren wohl so was wie Freunde geworden. Es gab etwas, was sie verband, und das war nicht das Blutsband, sondern etwas was schon davor geherrscht hatte. Niemals hätte Lucien ihn damals im Hotel angesprochen. Niemals hätte er weiterhin versucht Felice bei sich zu halten, wenn da nicht etwas gewesen wäre, was sie verband. Dessen wurde er sich auf einmal sehr bewusst.
Verwundert ließ er sich die Tüte aus der Hand nehmen und stockte kurz in seiner Arbeit.
„Oh, danke!“
Entwich es ihm freudig und angenehm darüber, dass der Blasse ihm helfen wollte. So führte er sein Tun ruhig fort und verließ schon bald mit Lucien den Tisch, um sich um die anderen zu kümmern.
Zunehmend hatten sich die Leute entfernt und nun konnte er niemanden mehr ausmachen. Auch, als er sich mehrmals umgesehen hatte war ihm niemand in das Augenlicht gesprungen.
Die Frage ließ ihn leicht zusammenzucken. Er wurde gar etwas nervös.
„Oh eh…, natürlich! Natürlich würde ich dir meine Werke vortragen! Aber sei gewarnt, denn sie sind schlecht. Mir fehlt noch das Gefühl zur Tiefgründigkeit und die Reife, um ein richtig gutes Werk ins Leben zu rufen.“
Wisperte er leise und hielt plötzlich in seiner Arbeit inne.
Er musste es ihm sagen, es machte ihn verrückt! So drehte er sich also zu Lucien zurück und ergriff ihn plötzlich an den Handgelenken. Der Blick, dem er ihm schenkte, war flehend und besorgt.
„Lucien du…, du musst mir etwas versprechen und ich möchte sehr ehrlich zu dir sein. Gestern Abend habe ich es sehr genossen mit dir in deinem Zimmer kurz über ein Gedicht zu diskutieren, was mir banal in den Sinn gekommen ist. Wenn…, wenn das Blutsband zwischen dir und Allegro besteht, würde ich es missen deine Anwesenheit zu genießen. Frag mich nicht, warum, aber ich möchte deine Aufmerksamkeit und so lange es geht mit dir Gedichte rezitieren und den Sinn ergründen. Der Gedanke, dich irgendwann nicht mehr zu erblicken da du wie benommen am Bein von Allegro klebst, stimmt mich melancholisch. Nichts gegen deinen Vater, aber ich habe begonnen dich zu mögen und mir liegt viel daran dass du der bleibst, den du bist. Wahrscheinlich nicht nur mir, sondern auch Vico und Rasmus und einige andere, die du kennst und die dich aufrichtig mögen!“
Er biss sich fest auf die Unterlippe, senkte den Blick und zog seine Hände ganz zärtlich zurück. Nun stieg wieder eine leichte Röte auf.
Wie konnte er sich nur so hinreißen lassen und solche peinliche Worte sagen? Klar, er begann ihn wirklich zu mögen, aber würde er so was auch zu einem anderen Freund sagen? – Er wusste es nicht.
„Wenn…, wenn du magst können wir ja morgen in die Oper und danach trage ich dir gerne ein paar Gedichte vor. Es würde mich zumindest sehr freuen.“
Er hatte sich wieder umgedreht und führte die Arbeit eifrig und ablenkend fort. |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 15:57 Uhr
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Einen Moment glaubte er sich zu verhören. Die Worte, die Felice Foscari sprach, hatte er nicht erwartet. Sie waren so zärtlich und flehend und voller Gefühl, dass er sich kaum von ihnen losreißen konnte. Sie erfüllten ihn mit Freude. Sie schenkten ihm das Gefühl, dass die Mühen der Vergangenheit nicht vergebens gewesen waren. Aber vor allem zeigten sie ihm, was er schon immer gewusst hatte: In dem jungen Mailänder steckte die zarteste Seele, die er jemals hatte sehen dürfen. Was war es für ein wunderbarer Augenblick! Mit einem liebevollen Lächeln auf den weichen, hellen Lippen ließ er den Müllsack auf den Boden sinken und wendete sich wieder dem schönen Menschen zu. Er war sich nicht sicher, ob es eine gute Idee war, aber er legte ihm ganz vorsichtig eine Hand auf die Schulter und sprach mit ruhiger, beinahe schon samtiger Stimme:
"Oh Felice, ich bin nicht blutsgebunden und ich werde sicher darauf achten, dass es nicht so weit kommt. Sei dir sicher, dass es nicht in meinem Willen ist. Ich genieße die Abende mit dir und Vico und Rasmus mindestens genauso sehr, wie ihr. Trotzdem, sollte ich unter einen Blutsband fallen bin ich ja keine willenlose Marionette. Ich würde lediglich... nun, wie sagt man das am besten? ...dem Wunsch meines Herrn dann nicht widersprechen können. Aber das sind alles nur Spekulationen. Zerbrich dir darüber nicht deinen schönen Kopf."
Er konnte nicht anders, als kurz Felice' langes, schwarzes Haar zu berühren bevor er weiter sprach. "Die Planung für morgen gefällt mir ziemlich gut, das muss ich zugeben, und dann mache ich mir auch ein bild darüber, ob deine Gedichte wirklich so schlecht sind, wie du behauptest. Ich kann es mir nämlich nicht vorstellen... bei jemandem, wie dir..." |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 16:18 Uhr
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War es nicht lächerlich gewesen? Selbst wenn, es wäre doch allein Luciens Entscheidung ob er auf dieses Blutsband eingehen wollte, oder nicht. Zudem würde er sich gegen Allegro nicht auflehnen können. Der Mann war so was wie eine Übermacht, zumindest glaubte er dies bei ihrem ersten Treffen gespürt zu haben und wenn er es nicht wäre, hätte er sicherlich dieses Anwesen nicht mehr.
Er spürte die Hand auf seiner Schulter sowie die flüchtige Berührung an seinem schwarzen Haar. Was ausblieb war ein erschrecktes Zucken oder Herumdrehen, da er sich wohl innerlich darauf eingestellt hatte, oder aber wirklich mehr Vertrauen gefasst hatte, sodass er sich nicht mehr sonderlich davor fürchtete. In Wahrheit war es jedoch eine stille Neugier und Genuss. Es fühlte sich gut an so berührt zu werden, von einer Person die man irgendwo sehr gern hatte, auch wenn man dies verdrängte, warum auch immer.
So drehte sich Felice um und nickte langsam
„Na schön, du hast deutlich mehr Ahnung in diesen seltsamen Dingen, darum wirst du auch am Besten wissen was gut für dich ist und was nicht. Da du selbst gesagt hast, dass du kein Blutsband magst, bin ich irgendwo etwas beruhigt.“
Aber natürlich nicht gänzlich, denn eine Sicherheit gab es ihm trotzdem nicht. Zudem, bedeutete dies etwa, dass Allegro kein Vertrauen in Lucien hatte? Ah, Moment, Lucien war doch auf den Weg nach Österreich gewesen, oder nicht? Was ist denn jetzt damit? Hoffentlich hing das nicht mit Vico und ihm zusammen.
„Gut, dann lese ich dir morgen nach der Oper ein paar Stücke vor, wenn du das Risiko unbedingt eingehen willst. Aber sag, damals, als wir uns in dem Hotel getroffen hatten, wolltest du nicht nach Österreich? Was ist mit dem Vorhaben geworden? Ich meine…, es ist doch wohl besser wenn du deinen Geschäften nachgehst.“
Er wusste es im Moment nicht besser auszudrücken.
Felice sah flüchtig zur Seite weg und leckte sich über die Unterlippe. |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 16:32 Uhr
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Seinen Geschäften nachgehen. Es gab im Moment nichts, wovor er sich mehr scheute. Für Allgero mochten es wichtige Dinge sein, für ihn waren es jedoch Botengänge. Es waren Dinge, die man problemlos mit der Post regeln konnte, aber die Paranoia seines Vater zwangen ihn öfters zu unvernünftigen Taten. Wahrscheinlich würde er auch so sein, wenn er so mächtig wäre und befürchten würde, jeden Moment einem Anschlag zum Opfer zu fallen. Ein leises Seufzen verließ seine Kehle, als er wieder nach dem Müllbeutel griff und die Tische abräumte. Wann würde Allegro endlich verstehen, dass er nicht mehr das Kind war, das er damals ins Frankreich kennengelernt hatte?
Er schmiss einige Plastikbecher in den Sacken und lehnte sich im nächsten Moment gegen einen der großen Bäume. "Am besten lässt du das meine Sorge sein. Ich glaube, mein Vater wäre nicht sehr begeistert, wenn sein Sohn seine Arbeit mit jemand anderem, als ihn bespricht. Das hat nichts mit dir zu tun. Das ist die Art meines Vaters. Er hat einfach riesige Angst, dass ihm etwas zustoßen könnte. Natürlich, er ist mächtig, aber deswegen gleich so durchzudrehen? Ich verstehe das wirklich nicht. Ich glaube, dass an dem Spruch "Macht zerstörrt den Charakter" durchaus was dran ist. Na ja, wie dem auch sei. Die Sache mit Österreich hat sich erledigt und bis jetzt gibt es nichts für mich zu tun, wenn man für ein paar Auftragsarbeiten für das örtliche Theater absieht. Also, nichts was der Rede wert wäre.
Leistest du mir bei einer Tasse Tee noch etwas Gesellschaft im Rosengarten? Ich brauche jetzt etwas Entspannung." |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 16:42 Uhr
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„Ja, ich verstehe das. Ich wollte auch keine Einzelheiten wissen, ich wollte nur wissen, ob die Sache nun vorbei ist denn ich dachte du schiebst es wegen uns hinaus. Ich wollte nur sichergehen, dass dies nicht so ist. Aber da alles erledigt ist, brauche ich mir wirklich keine Gedanken zu machen.“
Er lächelte, strich sich mit den schlanken Fingern ein paar Haarsträhnchen zurück und seufzte leise auf. Jener Laut sprach nicht von Enttäuschung oder Missgunst, sondern von Wohlgefallen und Zufriedenheit. Ein seltsames Gefühl zu menschlich mit dem Blassen reden zu können. Vor gut einem Monat hätte er dies nicht erwartet.
Irgendwie war das tollÂ… .
„Oh, klar. Tee klingt immer gut.“
Er nickte und sah sich um. Sie hatten alles aufgeräumt, nur noch die gröbsten Sachen mussten weggeräumt werden, aber das konnte man ja sicherlich auch später machen.
Flüchtig sah Felice zum Firmament auf, bevor er sich Lucien zuwendete und ihn abwartend ansah. |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 16:48 Uhr
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"Schön. Kennst du schon den Weg in den Garten? Wenn nicht warte einfach hier. Ich hole dich dann gleich ab, wenn ich den Tee gekocht habe. Oder möchtest du mit herein kommen? Ah, was rede ich, du bist alt genug um selbst zu entscheiden, was du machst, oder nicht machst und wo du wartest."
Er zwinkerte dem Jungen zu und ging langsam wieder auf das Haus zu. Was war das nur für eine seltsame Nacht, in der er so viele Gefühle, wie selten zuvor verspürte: Von Trauer, über Freude bis hin zur Erleichterung? Nun, er würde sie auf jedenfall genießen.
Egal, wie sich Felice auch entschieden hatte; eine halbe Stunde später saß Lucien mit einem Teetablett im Rosengarten, vor der Venusfigur, die ihre nackten Waden leicht durch das Wasser gleiten ließ. Oh ja, er mochte diesen Anblick wirklich sehr gern. Plötzlich kam ihm ein schlemischer Gedanke in den Sinn, den er nicht verdrängen konnte, denn die Antwort darauf war sicher sehr interessant.
"Sag mal, Felice, wie waren die Mädchen eigentlich, die du vor kurzem besucht hast? Ich hab nicht oft junge Leute, wie dich gesehen, die sich gleich zwei Liebhaberinnen nehmen. Also, erzähl! Ich bin wirklich gespannt!" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 17:01 Uhr
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In guter Laune war er Lucien gefolgt, denn er nahm ihm im Gehen den Beutel aus der Hand und fand die Idee ganz prickelnd den Müll loszuwerden, wenn sie schon mal auf den Weg ins Haus waren. Zudem kannte er den Weg nicht, darum zog er es einfach vor in Luciens Nähe zu bleiben. Sicher war sicher.
Gespannt sah er sich um. Er hatte sich neben Lucien gesetzt und betrachtete den süßen Teich mit der schönen Figur. Er mochte solche Steingemälde, sie waren so bleich und so hübsch, aber viel zu teuer und wenn er ehrlich zu sich selbst wäre, wüsste er gar nicht, wo er sich so eine tolle Figur hinstellen sollte. Einen Garten besaß er ja nicht. Eigentlich besaß er gar nichts.
Der Duft der Rosen umspielte seine Nase angenehm und er lehnte sich entspannt zurück. Dampfend stand die Tasse mit dem Tee auf dem Tisch vor ihm und wurde noch nicht angefasst, aber er hatte ja auch genügend Zeit.
Oh Gott, es war wundervoll zu wissen, Zeit zu haben.
„Wie, was…?!“
Plötzlich wurde jemand ziemlich rot!
Felice räusperte sich und bewegte sich unruhig.
„Erzähl mal? Tze, ich erzähl dir gar nichts! Also…, das ist privat. Das geht dich nichts an!“
Er biss sich fest auf die Unterlippe und griff nach der Teetasse.
Wie kam er nun auf diesen Gedanken? Er hatte es schon fast vergessen und nun so was!
Nachdem er getrunken hatte, stellte er die Tasse zurück.
„Du erzählst mir auch nichts von deinen…, deinen… . Ich weiß auch nicht.“ |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 17:11 Uhr
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"Meinen Liebschaften? Nun, das ist wahr. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich keine Liebschaften habe. Weißt du, wir Unsterblichen interessieren und nicht mehr für solche Dinge. Wir fühlen dabei nichts mehr. Zwar sind wir durchaus in der Lage miteiander oder mit Menschen zu schlafen, aber wir empfinden nichts. Zumindest nicht körperlich. Sicher, dem ein oder anderen wird die Nähe und die Zärtlichkeit in diesem Moment gefallen und nicht wenige von uns benutzen Sex, als Lockmittel um an das Blut ihrer Opfer zu kommen, wodurch sie eine gewisse Extase verspüren, die sowohl für den Menschen, als auch für Wesen, wie mich viel intensiver, als jeder Orgasmus ist, aber wir empfinden keine Lust, wie du sie kennst.
Wie du siehst, es gibt nichts, was ich dir erzählen könnte, als musst du uns diesen Abend versüßen."
Mit einem verschmitzen Grinsen stand Lucien auf. Seine Füße trugen ihm zum See, vor dem er niederkniete und seine Hand hinein tauchte. Das Wasser lief in kleinen Tropfen seinen Finger hinab und er fing es mit der anderen Hand auf. Ach, es war wirklich interessant zu sehen, wie der Junge reagieren würde. Schließlich wollte er ihn nicht bloßstellen, sondern nur seine Zeit mit ihm genießen und es war ein spannendes Thema. Er strich sich die langen, dunklen Haare aus dem Gesicht, so dass er direkt in Felice' schönes Gesicht sehen konnte. Es war Zeit ein wenig lockerer zu werden! |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 17:27 Uhr
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Noch immer hatte Felice den Blick verlegen gesenkt und noch immer schändete er ganz sanft seine eigenen, zarten Lippen. Seine Beine waren überschlagen und nervös wackelte der Fuß, der elegant in der Luft schwebte. Seine Hände stützten sich auf der Sitzbank ab und er wusste wirklich nicht, wie er reagieren sollte.
„Oh, es ist sehr interessant zu hören, dass du noch Spaß haben könntest, wenn du wolltest.“
Das war durchaus einer der letzten Fragen gewesen, die er sich gestellt hätte, wenn die Zeit gekommen war. Irgendwie fühlte er sich dadurch nun ziemlich aus der Bahn geworfen. Er hatte noch nie mit irgendwem über sein Sexleben geredet. Wie auch? Freunde waren eine Seltenheit und bevor er Beziehungen vertiefen konnte, musste er sie beenden. Ein schreckliches und unschönes Leben, keine Frage.
„Aber was…, was soll ich dir denn erzählen?“
Was erzählte man denn da?
Erneut rutschte er unruhig herum und hob den Blick. Doch die Tatsache, dass Lucien zu ihm hinüber sah, machte ihn nur nervöser. Also wurden nun die Lider kurz zusammengekniffen und eine extra Portion Luft in die Lungen gesogen. Wie ist er da nur rein geraten?
„Es war ziemlich anstrengend.“
Begann er etwas unbeholfen.
„Aber im Großen und Ganzen war es in Ordnung.“
Er riss sich zusammen und erwiderte nun den Blick des Blassen. Seine braunen Augen huschten über die seltsam weiße Haut die im Mondlicht besonders weich zu Schimmern schien. Nun, dabei hatte er ihn auch noch nicht am Tage sehen dürfen.
„Aber wenn du so scharf darauf bist zu erfahren, wie so was ist, dann geh doch selbst ins Bordell und probier es aus.“
Auch Felice erhob sich. Er musste sich die Beine etwas vertreten und ging somit langsam auf den Teich zu. So, wie Lucien es getan hatte. Doch er kniete sich nicht davor, sondern blieb etwas steif stehen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 17:35 Uhr
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"Das ist es nicht, was ich meinte, Felice. Mich interessiert eher, wie du es empfunden hast, aber anscheinend bereitet es dir Probleme darüber zu sprechen, als hättest du es noch nie getan. Nun, du bist jung, da kann man das verstehen.
Trotzdem, 'in Ordnung' klingt nicht, wie eine Sinnesfreude, die ihresgleichen sucht. Eher sehr mittelmäßig. Wie viele Mädchen hattest du schon vorher, dass du so gut Vergleiche ziehen kannst?"
Fragend hob er seine Augenbrauen und sah zu dem Jungen hinauf. Ob es ihm früher auch peinlich gewesen wäre, wenn man ihn so direkt gefragt hätte? Wahrscheinlich schon. Also stand er lieber auf und legte Felice einen Arm um seine schmalen Schultern.
"Aber du musst mir nicht davon erzählen. Ich kann verstehen, wenn es etwas zu Intimes für dich ist. Nicht jeder ist dafür geschaffen, damit hausieren zu gehen."
Freundlich drückte er seine Schulter. "Das ist allein deine Sache, du hast recht. Aber wenn du Fragen haben solltest..." Zwinkerte er "kannst du mich ruhig damit löchern. In zweihundert Jahren lernt man so einiges. In jeder Beziehung." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 17:49 Uhr
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Er hatte aufgehört zu zählen, wie oft er nach Luft geschnappt hatte, als Lucien ihm so dreist sagte, wie dies und das war und ihm auch noch ein Angebot auf den Tisch legte, dass nicht gerade üblich war. Ja, er war empört. Da bemerkte man wohl erneut diese strenge Erziehung, die sie genossen hatten.
Die plötzliche Nähe des anderen war ein bisschen zuviel, darum wandte er sich aus der Umarmung und ging ein paar Schritte von Lucien weg, bevor er sich jenem wieder zuwendete und etwas verärgert wirkte.
„Was stellst du mir für Fragen!? Du…, du buddelst in mein Privatleben herum als sei das eine Selbstverständlichkeit und behandelst mich danach wie der kleine, dumme Junge! Das, das bin ich aber nicht!“
Unerhört! Das war noch viel schlimmer als ungefragt seine Gedanken zu lesen.
„Aber schön!“
Er schnappte nach Luft und legte dann los.
„Ich hatte zwei flüchtige Beziehungen gehabt. Das war zwar nicht viel aber ausreichend um zu wissen, dass die Sache gestern wirklich nicht prickelnd gewesen war. Ich bin eben der Typ Mensch der es gerne mit einer Person treibt, die er liebt.
Und was soll dieses komische Angebot? Ich weiß selbst, was möglich ist und was nicht, denn ich bin ziemlich belesen, weißt du?
Und wenn du es genau wissen willst bin ich gut! Ja, verdammt gut! Ich war so gut, dass sie mir an den Beinen geklebt sind und fast geheult hätten als sie merkten, dass ich gehen musste!“
Er schnaufte energisch auf und verschränkte die Arme vor der Brust. Sein Blick lag herausfordernd auf Lucien. Doch als er merkte, was er da gesagt hatte, wurde er wieder rot.
Oh, er hatte sich hinreißen lassen. |
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TopZuletzt geändert am: 16.05.2006 um 17:49 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 16.05.2006 um 17:57 Uhr
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Im ersten Moment war sein Gesicht das einer Maske. Ohne jeden Ausdruck und bewegungslos. Aber dann plötzlich lächelte er amüsiert und nickte. Seine hellen Augen wurden von den schwarzen Strähnchen kurz bedeckt, bis er sie sich hinter die Ohren strich.
"Dann ist ja alles in Ordnung. Jemand, der Prostituierte glücklich machen kann, muss wirklich sehr gut im Bett, oder sehr reich sein. Entschuldige."
Er steckte seine schmalen Hände in seine Hosentaschen. "Guten Abend, Felice." Dann drehte er sich um und ging tiefer in den Garten hinein. Er konnte verstehen, dass der Junge so außer sich geraten war, schließlich war es eine intime Sache. Trotzdem, seine Anwesenheit war jetzt nicht mehr das, was er sich unbedingt wünschte. Seine Wutausbrüche dürfte er dieses Mal allein hinter sich bringen. Sicherlich trug er ein stückweit die Schuld daran, aber jeder sollte Herr seiner Gefühle sein. Ah, wenn er das sagte klang das albern. Seine Schritte führten ihn den langen Weg weg vom See, aber hier gab es keine Nischen mehr, die ihn vor Felice' Blicken verbergen konnte, zudem war er gerade einmal drei oder vier Schritte gegangen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 18:08 Uhr
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Diese Worte trafen ihn ziemlich. Wieso? Weil er dieselben kurz nach seinem Ausbruch gehabt hatte und es schlimm gewesen war, die Wahrheit von einem anderen bestätigt zu bekommen.
Es waren Huren gewesen. Dumme kleine Tussis die ihm wahrscheinlich noch vorgespielt hatten, dass er gut war, nur, damit er sie besser bezahlte. Er wusste auch dass sie auch nur wegen seinem Geld zu klebrig gewesen waren und er bemerkte seinen Fehler.
Er hätte ihn nicht so anbrüllen sollen, aber er hatte es doch wissen wollen!
„Warte…, warte doch!“
Erklang es plötzlich und nach ein paar Sekunden.
Felice hatte sich gefasst und eilte dem Blassen hinterher.
„Natürlich, du hast Recht. Es waren nur Prostituierte die alles sagen würden, nur, um Geld zu sehen. Ich…, ich wollte dich nicht so anfahren, aber, so was hat mich eben noch niemand gefragt.“
Er wusste nicht, dass er nicht mehr erwünscht war, doch er versuchte einiges um die Stimmung zu retten, die sie zuvor noch genossen hatten – gemeinsam.
So griff etwas plötzlich nach Luciens Ärmel und hielt sich verkrampft daran fest. Es war die Hand des Mailänders gewesen, der einen schuldigen Blick hatte, ohne es zu wissen.
„Es tut mir sehr Leid, du hast es sicherlich gut gemeint. Es ist wirklich nicht einfach für mich, darüber zu reden. Ich weiß doch gar nicht, was du wissen willst.
Es…, es hat mir nicht gefallen und ich hätte mir durchaus etwas anderes gewünscht, aber die Not treibt einen eben zu viele Dinge. Ich…, ich… .“
Er wusste nicht, was er noch sagen sollte, was Lucien hören wollte. Er wusste nur dass er den Abend wieder versaut hatte. Darin war er gut, und nicht im Bett.
So ließen die schmalen Finger wieder vom Ärmel ab. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 18:20 Uhr
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Als er spürte, dass Felice nach seinem Arm griff, blieb er stehen. Ruhig hörte er sich an, was der Junge ihm zu sagen hatte. Erst, als dessen Finger von seinem Hemd rutschten, sah er ihn kurz an. Dann schüttelte er jedoch den Kopf und öffnete den Mund ohne etwas zu sagen, so als hätte er es in diesem Moment vergessen. Doch dann besann er sich eines Besseren.
"Ich habe dir gesagt, dass du es mir nicht erzählen musst. Wenn du es trotzdem machst, ist das nicht meine Schuld. Das gibt dir nicht das Recht mich so anzufahren. Ich verstehe, dass es ungewohnt für dich ist, aber ich verstehe nicht, warum ich ständig das Ziel deiner Angriffe bin. Ich nehme deine Entschuldigung an und entschuldige mich ebenso, sollte ich mich unklar ausgedrückt haben, aber ich möchte auch, dass du weißt, dass ich..."
Er gab einen leisen, verärgerten Laut von sich und zog Felice plötzlich in seine Arme. Seine Hände legte er ruhig auf den Rücken des Jungen und er schmiegte seine Wange sanft an die des Menschen. Seine weiche Stimme war ganz leise. "Ich will nur nicht, dass man dich verletzt, Felice..." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 18:41 Uhr
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Mit großem Schuldgefühl hatte er den Worten gelauscht, die Lucien ihm entgegenbrachte. Doch dass er plötzlich in die Arme gezogen wurde, dass hätte er sich nie vorgestellt! Dazu noch diese Wange, die sich so selbstverständlich an die seine schmiegte!
Er war verwirrt.
„Lucien ich…, oh Gott, es tut mir Leid! Du bist nicht mein Ziel meiner Wut, aber ich habe mich angegriffen gefühlt. Und als du es dann nicht mehr hören wolltest, habe ich mich noch blöder gefühlt. Du musst etwas umsichtiger mit mir sein, ich bin so was wirklich nicht gewohnt. Ich bin kein Rasmus oder Vico, ich bin ich.“
Wisperte er leise und registrierte dabei gar nicht, wie selbstverständlich er die Umarmung erwiderte und sich sacht an den Blassen schmiegte. Es war interessant dies zu fühlen, denn trotz allem fühlte er sich weich und menschlich an und der Duft seiner Haare war unglaublich.
„Und…, und wieso willst du nicht das man mich verletzt? Du kannst doch nicht ständig auf mich aufpassen, immerhin hast du durchaus noch andere Verpflichtungen und ein eigenes Leben. Und selbst wenn ich verletzt werde ist es nicht schlimm.
Ich verstehe dich wirklich nicht… . Ich habe vorhin gedacht, du fragst mich diese Dinge, weil du eifersüchtig bist.“
Schwachsinn. Wieso sollte er eifersüchtig sein? Er hatte was zum Lachen gebraucht und als er bemerkt hatte, dass dies nicht so richtig funktionierte, wollte er weggehen, da er die Lust an seinem Spielzeug verloren hatte. Ja, so ist es und nicht anders!
Bei dem Gedanken kniff Felice kurz die Lider aufeinander. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 18:52 Uhr
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"Warum... warum ich nicht will, dass du verletzt wirst?" Lucien schloss seine Augen. Das war die Frage, die ihm alle stellten. Allegro, Rasmus, Lucretia... ja sogar die Dienerschaft hatte bemerkt, dass etwas anders war, als sonst. Es war kaum denkbar, dass ein Unsterblicher das Bedürfnis hatte einen Menschen zu beschützen. Das war, als wollte eine Katze eine Maus, oder ein Wolf einen Hasen schützen. "Warum ich es nicht will..." wiederholte er, die Wange noch immer dicht an Felice' Haut. "Ich will es nicht, weil ich dich mag. Ja, natürlich weiß ich, dass du verletzt werden könntest, aber wenn ich dich darauf vorbereite, wird es nicht so schmerzhaft für dich. Niemand hat das Recht dir weh zu tun und wenn es doch passiert, so möchte ich mir nicht sagen müssen, dass ich nicht alles versucht hätte dich davor zu bewahren. Du hast es nicht verdient schutzlos zu sein, auch wenn dir das noch niemals gezeigt wurde. Du musst dich nicht ständig für andere aufopfern. Du hast das Recht dazu fröhlich zu sein und dich geborgen zu fühlen. Ja, ich glaube das ist es, weswegen ich nicht möchte, dass man dich verletzt. Ich mag dich!"
Die Situation würde für Außestehende sicher sehr skuril wirken. Wer würde es ihm wohl glauben, wenn er erzählte, dass er einen Menschen zu seinen Freunden, ja zu seinen engen Freunden zählen würde? Wer würde ihm glauben, dass er Felice Zärtlichkeiten schenkte, weil er es gerade in diesem Moment wollte, ohne böse Hintergedanken? Dann seufzte er leise auf.
"Und... vielleicht war ich auch etwas eifersüchtig. Verzeih mir, Felice." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 19:45 Uhr
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Solch schöne Worte hatte noch niemand zu ihm gesagt! Es war wie Balsam für die müde und verletzte Seele. Es war, als würde jemand seine Anwesenheit wirklich genießen und es mögen, wenn er in dessen Nähe war. Abgesehen von seinem Bruder natürlich. Oh, und er war doch eifersüchtig gewesen!
„Ich…, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll.“
Presste er leise hervor, denn er hatte im Moment wirklich Mühe sich halbwegs zu beherrschen. Er war nämlich schrecklich gerührt, auch, wenn man es ihm nicht zutrauen würde. Aber sein Leben war bislang so scheiße gewesen, da war dies wirklich etwas Umwerfendes.
Unbewusst zog er seine Arme enger und krallte sich leicht mit den Fingern an Luciens Hemd, die auf seinen Schulterblättern lagen. Kontrolliert konnte er zumindest noch schwer schlucken, doch alles andere schien außer Rand und Band zu sein.
„Du bist so nett zu mir, das habe ich nicht verdient. Wir kennen uns kaum und du opferst dich so sehr für mich auf, dass du sogar Ärger bekommst. Du schenkst mir sogar ein neues Leben!“
Langsam drückte er sich von Lucien und hob die Hand über seine Augen. Er war ganz sentimental geworden, aber Künstler waren ja meistens solche sensible Wesen.
„Aber du brauchst doch nicht eifersüchtig sein. Ich meine, es gibt doch keinen Grund dazu.“
Als er die Hand zurück zog sah man, dass seine tiefbraunen Augen sanft glänzten. Doch seine Lippen lächelten zärtlich und er senkte leicht den Blick. |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 19:58 Uhr
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"Scht... ich sage dir doch nur die Wahrheit, Felice. Nichts wofür du Worte finden musst." Zärtlich streichelte er dem Jungen über das dunkle Haar, das sich so weich und geschmeidig anfühlte, wie es bei wenigen Menschen der Fall war. Diese intensive Nähe zu dem Jungen tat ihm ausgesprochen gut, auch wenn er nicht sagen konnte warum. Es hätte daran liegen können, dass Felice wusste wer oder noch besser was er war und trotzdem bei ihm blieb, dass er ihn akzeptierte, wie er war. Doch als er sich von ihm löste und seine Hände über die schönen Augen legte, glaubte er schon etwas falsch gemacht zu haben. Vielleicht hätte er den Mund halten müssen? Oh, er war so schlecht geworden, was den Umgang mit Menschen betraf. Dann erst sah er das glitzern in Felice' Augen. Er... er weinte! Langsam ging er einen Schritt nach vorn um das Kinn des Jungen anzuheben und ihn genau anzusehen.
"Ich weiß, Felice." Wisperte er und strich mit dem Daumen kurz und gedankenverloren über die Unterlippe des Jungen. "Aber Gefühle lassen sich nicht durch Wissen steuern. Das weißt du doch genau so gut, wie ich. Trotzdem, es ist schön das aus deinem Mund zu hören!" |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 20:20 Uhr
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Die kalten Finger unter seinem Kinn spürte er ganz gut, doch er schreckte nicht mehr davor zurück. Es war, als wäre es ein Teil in seinem Leben geworden was er besser kannte als seine Hosentaschen. So war es für Lucien, abgesehen von seiner Kraft, ein Leichtes, das Kinn des Mailänders anzuheben, denn er wehrte sich nicht dagegen.
Eine Gänsehaut überflog seine Haut und ließ ihn flüchtig Schaudern, als Lucien seinen Finger über seine Unterlippe streichen ließ.
Wusste der Blasse überhaupt, was er da tat?
Durch diese Tatsache traute sich Felice nicht etwas zu sagen, also dachte er über den Satz nach, den der andere soeben gesprochen hatte.
Gefühle ließen sich wirklich nicht steuern, da hatte er durchaus Recht. Aber das er dennoch eifersüchtig gewesen war und es sogar zugab, gewesen zu sein, erfüllte ihn irgendwie mit einem seltsames Empfinden, was er nicht näher beschreiben konnte.
Dann wisperte er jedoch leise.
„Ja, das weiß ich. Ich verspreche dir auch zu lernen, mich besser unter Kontrolle zu haben.“ |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 20:45 Uhr
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"Ich mag dich, wie du bist und wenn es nach mir geht, musst du dich deswegen nicht ändern. Nein, man sollte nicht versuchen die Menschen, die man gut leiden kann zu ändern. Man mag sie ja, weil sie sind, wie sie sind, nicht wahr?"
Wisperte er und hauchte einen Kuss auf Felice' Wange. Dann drehte er sich um und lächelte sanft in sich hinein. Was hatte er da nur getan? Ganz unbewusst war ihm dieser Kuss entschlüpft, als wäre er ein selbstständiges Wesen. Er legte eine Hand in seinen Nacken und drehte schon im nächsten Moment lächelnd seinen Kopf, so dass er über seine Schulter zu Felice hinüber sehen konnte.
"Verzeih mir, das Fest muss mich meine Manieren vergessen haben lassen. Ich hoffe, du bist mir nun nicht böse? Ich könnte es verstehen, das muss ich zugeben, aber..." Er schüttelte nur seinen Kopf und drehte sich erneut um, so dass er sich nicht mehr den Kopf verdrehen musste. "...ich konnte fast nichts dafür. Es war, wie... wie ein Unfall. Allerdings ein angenehmer Unfall." Er senkte leicht den Kopf und zwinkerte Felice anschließend zu. |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 21:16 Uhr
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Er wollte etwas erwidern, doch da spürte er schon den unverhofften Wangenkuss auf seiner Haut. Jener hatte ihm nur einen kleinen Vorgeschmack auf das gegeben, was langsam in ihm aufbrodelte.
Schon gestern Abend war er neugierig darauf gewesen wie es ist, diese Lippen des Blassen zu berühren. Das Verlangen hatte sich so gesteigert dass er komplett mit den Gedanken durchgegangen war und schließlich eilig jenes Freudenhaus besucht hatte. Wie interessant es ist, was eine einzige Berührung ausrichten konnte.
Als Lucien zurück sah durfte er sehen, wie angewurzelt Foscari herum stand und die Hand an seiner Wange gelegt hatte, die zuvor von kühlen Lippen berührt wurde.
Dann zuckte er jedoch zusammen und sah schnell auf. Was hatte er da gesagt?
„Ein angenehmer Unfall?“
Verwirrt zog er die Brauen zusammen.
„Du…, du hungerst doch nicht etwa gerade, oder?“
Kein böser Laut? Kein Ausrasten? Das war seltsam.
Anscheinend nahm er diesen Ausrutscher nicht böse, schien noch nicht mal angewidert zu sein, nur überrascht.
Dass er jedoch wieder rot wurde, konnte er gar nicht vermeiden. Dieses Zwinkern rief es wie bestimmt hervor. |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 21:27 Uhr
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"Oh nein, keineswegs. Ich würde dich deswegen sicher nicht ungefragt anrühren. Das ist etwas, sagen wir, sehr Intimes, von jemandem zu trinken, den man kennt. Nein, ohne deine Erlaubnis würde ich das gewiss nicht machen.
Es war eher ein kurzer Gefühlsimpuls, den ich nicht zurückhalten konnte. Oh!" Erst jetzt bemerkte er die Röte im Gesicht des jungen Mailänders. Überrascht kam er einen Schritt näher und legte den Kopf wieder schief. "Habe ich dich in Verlegenheit gebracht? Das wollte ich nicht. Entschuldige." Vorsichtig, als könne er die Farbe aus Felice' Gesicht wischen, strich er über die Haut des Jungen. Sie war so wunderbar warm, dass es ihm schwerfiel, die Hand zurück zu ziehen, aber schließlich steckte er sie in die Hosentaschen. "Auf Grund dieses Ereignisses musst du mir erlauben dich morgen in die Oper einzuladen. Es wäre mir eine Ehre dir dieses Erlebnis zu spendieren!"
Er nickte ihm zu und malte sich aus, dass sie zuvor noch essen gehen könnten. Er kannte da ein schönes, wenn auch nicht ganz billiges Restaurant ganz in der Nähe der Oper. Es würde sicher eine tolle Nacht werden. Ja, er freute sich schon! |
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geschrieben am: 16.05.2006 um 21:47 Uhr
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Ein leises Lachen erklang, als er die Erklärungen von Lucien hörte.
„Das habe ich doch gar nicht gemeint! Eher sagte ich das, weil du dich so seltsam benimmst. Aber es ist schon in Ordnung. Wohl eine versteckte Eigenart die ich erst noch kennen lernen muss und ja, du hast mich in Verlegenheit gebracht.“
Entkam es ihm furchtbar ehrlich.
Er hielt still, als er die Hand spürte sowie sah, die so wundersam über seine Haut strich. Durchaus war die Haut warm, dazu noch weich und ohne eine Unebenheit. Für menschliche Verhältnisse durchaus perfekt. Er schien sich gut zu pflegen, keine Frage, aber nicht üblich.
„Nun gut, wenn du meinst mich damit besänftigen zu können, nehme ich diese Einladung gerne an.“
Mit einem ruhigen Lächeln nickte er zu Lucien hinüber. Durchaus würde es ein netter Abend werden, zumindest wünschte er sich das, denn ungern würde er den letzten gemeinsamen Tag als Katastrophe im Kopf haben.
„Aber du wolltest gehen, nicht wahr? Dann halte ich dich nicht länger auf.“
Er deutete eine leichte Verbeugung an und wendete sich langsam um.
Der Tee, der wohl noch dampfend auf dem Tisch stand, wäre sicher nun gut für seinen etwas aufgebrachten Körper. |
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