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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 23.05.2006    um 22:09 Uhr   
"Hm, lass mal sehen: Du hast zwei gesunde Füße, zwei Waden, zwei Knie, zwei Oberschenkel... nein, ich wüsste nicht, was dich davon abhalten sollte zu mir zu kommen." Er grinste breit und lehnte sich in dem schönen Sessel zurück. Das Ding war aber auch wirklich ziemlich bequem. Kein Wunder, dass hier so viele Künstler saßen. Die brauchten schließlich Ewigkeiten für ihre Kunstwerke und da wollte man wenigstens bequem sitzen.
"Also, was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ich mich freuen würde, wenn du vorbeikommst, auch ohne Probleme. Einfach zu Quatschen, oder so. Menschenkram eben."
Er schmunzelte und nahm einen großen Schluck Kaffee. Die beiden Brüder hatten wirklich etwas an sich, was er nicht vermissen wollte. Sie mischten das große Haus endlich mal wieder auf. Außerdem mochte er Felice' Art zunehmend mehr. Er war ein bisschen, wie... hm, er konnte keinen Vergleich ziehen, aber er kam ihm bekannt vor.
"Vielleicht sollten wir beide auch irgendwann mal irgendeine coole Aktion starten. Gedichte schreien auf der Straße, oder so."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 24.05.2006    um 19:53 Uhr   
Er wusste nicht, wieso, aber ein freudiges Lächeln erschien auf seinen Lippen als Rasmus ihm das Angebot machte, auch so zu plaudern.
Ehrlich gesagt hätte er daran gar nicht mehr geglaubt. Er dachte, durch das harte aufeinander treffen wäre ihre Beziehung sowieso schon ziemlich angerissen, aber anscheinend sah es doch viel besser aus als erwartet.

„Gedichte schreiend durch die Straßen laufen? Bei aller Liebe, Rasmus, aber so siehst du nicht wirklich danach aus.“
Es war kein Vorwurf, sondern nur eine nüchterne Feststellung. Nein, Rasmus machte sicherlich andere Dinge als das.

„Aber wenn wir schon dabei sind kannst du mir ja sagen, was so deine Hobbys sind! Du wirkst sehr reif und ruhig auf mich, da interessiert es mich sehr zu hören, was jemand wie du in seiner Freizeit macht. Eventuell entdecken wir ja noch andere Verbindungen außer Lucien, was ich durchaus begrüßen würde. Denn ich möchte es ungern auf so ein kleines Level halten.“
Er nickte bekräftigend zu seinen eigenen Worten und verschränkte dann die Arme locker vor der Brust. Seine braunen Augen waren aufmerksam auf den Älteren gelegt. Ja, wenn er wollte, dann konnte er der beste Zuhörer der Welt sein.

„Machst du auch etwas Künstlerisches? Ich könnte mir gut vorstellen wie du auf einer
E-Gitarre spielst.“
Er lachte sanft auf und beförderte eine pechschwarze Strähne hinter ein Ohr.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.05.2006    um 16:39 Uhr   
"Gott, nein! Ich wusste gar nicht, dass ich aussehe, als würde ich auch nur entfernt irgendetwas Kreatives verantworten können. Wenn ich ehrlich bin, bin ich so untalentiert, dass man mir sicher Geld geben würde, wenn ich in einer Fußgängerzone aufhören würde zu singen. Ich kann weder Gedichte schreiben, ein Instrument spielen, noch malen oder zeichnen. Wenn Gott gewollt hätte, dass ich irgendetwas davon mache, dann würde ich es sicher versuchen, aber vertrau mir, er will nicht, dass ich Menschen durch mein Nicht-Können zu einem Hörsturz oder Erblindung führe."
Mit einem breiten Grinsen lehnte er sich zurück und sah den Jungen an. Die künstlerische Ader in sich hatte er tatsächlich noch nicht entdeckt, was wohl vor allem daran lag, dass es sie nicht gab. Er nahm einen Schluck Kaffee und überlegte einen Moment, bevor er erzählte.
"Ich bin eher der praktische Typ. Wenn irgendwo, irgendetwas kaputt ist, kannst du dir sicher sein, dass ich es zusammenflicken kann. Spinnt dein Computer - Rasmus ist zur Stelle. Ja, das ist ein kleines Hobby von mir. Irgendwelche Dinge auseinandernehmen und wieder zusammen zu schrauben, aber auch ein bisschen im Internet rumsurfen, feiern und lesen verachte ich nicht. Meine ganz große Leidenschaft ist aber noch immer das Motorradfahren. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als in einer lauen Sommernacht über die Landstraßen zu brausen. Zu geil, sage ich dir. Wenn du die Maschine unter dir spürst, glaubst du, du wärst schwerelos! Na ja, ansonsten bin ich wirklich alles andere, als erwachsen. Ich renne unglaublich gerne durch die Stadt und probiere alles mögliche aus. Spielautomaten, die verschiedensten Kleider, Handpuppen, die Proben am Käsestand... und ja! Das kann zu einem Hobby werden. Ist eben sehr unterhaltsam, aber nur, wenn man nicht allein ist. Ach, ich quatsche schon wieder ohne Punkt und Komma. Sorry, Felice. Was machst du denn gerne, wenn du dich nicht gerade von Unsterblichen entführen lässt oder Gedichte schreibst?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.05.2006    um 17:09 Uhr   
„Oh…!“
Dass er so unternehmungslustig ist, hat er wieder nicht erwartet. Es wirkte mehr als überraschend auf ihn und irgendwie war es eine angenehme Erfahrung. Der Job eines Kuriers passte wirklich zu ihm, wenn er so gerne durch die Stadt rennt. Kein Wunder dass er dadurch auch so bekannt ist.

„Was ich so mache?“
Wiederholte er leise, als hätte er es nicht richtig verstanden.

„Ach, wenn ich Zeit habe dann gehe ich gerne in schwarze Szenekneipen oder Discos. Das ist ein Überbleibsel aus meiner Vergangenheit, die noch immer hinter mir herschleift. Ansonsten halte ich mich gerne dort auf, wo Bücher sind und gehe gerne auf Reisen. Ja, ich liebe es mir fremde Städte anzusehen. Leider war ich bislang nur in Frankreich.“
Also gerade mal im Nachbarort, doch Grund zur Beschwerde gab es deswegen nicht. Zwar war es nur eine Exkursion seines Internats und eigentlich nur wegen der Horizonterweiterung gedacht, aber er hatte sich dennoch genügend Zeit genommen, Paris zu erkunden. Wenn er sich von dem ganzen Stress hier erholt hatte, würde er Vicos Wunsch erfüllen und mit ihm erneut nach Frankreich gehen. Immerhin hatten sie noch einiges vor sich, denn die Welt war groß.

„Nicht sehr berauschend, aber durchaus ausreichend. Wer weiß? Vielleicht kommen noch ein paar andere Dinge hinzu. Nun habe ich zumindest Zeit dafür… .“
So ganz unerwartet ZeitÂ… .
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.05.2006    um 17:26 Uhr   
"Wäre doch sehr cool. Und wer weiß? Vielleicht kann ich dich ja das nächste Mal mitnehmen, wenn ich wieder nach Finnland oder Polen muss. Ist zwar nicht das optimale Wetter zum Urlaub machen, aber zu sehen gibt's da sicher einiges. Aber freu dich nicht zu früh. Je nach dem was ich zu erledigen habe, ist es besser, wenn du hier bleibst. Es sind nicht alle Entführer so freundlich, wie Lucien." Zwinkerte er und stützte seine Arme auf den Tisch. Sein Blick glitt über die Leute. Dieses Café war wirklich schon fast überbevölkert von Künstlern. Wenn Felice gewollt hätte, hätte er hier sicher viel Inspiration gefunden. Eine alte Dame viel Rasmus besonders ins Auge. Sie war klein und schlank, trug einen breiten, schwarzen Hut mir einer lilafarbenen Feder daran und ihre zarten Hände steckten in schwarzen Handschuhen. Sie saß ganz ruhig da, den Zigarettenhalter in der einen, ein Glas Wasser in der anderen Hand. Vor ihr lag ein Block, beschrieben mit zierlicher, kleiner Schrift. Er traf sie oft hier und fand, dass sie eine sehr interessante Person war. Sie strahlte eine gewisse Aura aus. Sie wirkte unnahbar und zugleich sehr freundlich. Eine seltsame Mischung, die Rasmus nicht deuten konnte.
"Mann, wenn man sich hier mal umguckt, dann fragt man sich echt, was man verpasst, wenn man 'n Künstler ist. Siehst du die Segniora da drüben? Die kommt oft her. Sitzt hier, raucht und schreibt ab und zu ein paar Zeilen. Hab nie gesehen, dass sie jemand ansprechen würde, oder so. Wahrscheinlich schwebt sie in ihrer Traumwelt. Ach... irgendwie sind Künstler anstrengend."
Mit einem Grinsen schaute er zu Felice hinüber. "...anwesende natürlich ausgeschlossen."
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geschrieben am: 25.05.2006    um 17:52 Uhr   
Er lächelte ob der Bemerkung und sah dann zu der Frau hinüber.
Hier waren durchaus viele Künstler und irgendwie registrierte er dies erst jetzt richtig, denn zuvor war sein Interesse nur auf Rasmus fokussiert. Er blinzelte und ließ den Blick etwas ungläubig durch die Menge schweifen. Er wusste nicht, ob er hier Inspiration finden könnte und würde ziemlich zu ‚Nein’ tendieren, aber jeder Mensch war anders und damit auch jeder Künstler. Er gehörte zu der Sorte die hinaus mussten, in die Natur oder in den Park. Dort, wo es ruhig und idyllisch war. Am besten waren dafür die Sommertage, aber er mochte durchaus auch den Winter. Gott ja, er liebte den Winter! Besonders, wenn ein Kamin in der Nähe war, dann fühlte er sich außerordentlich wohl. Aber er war schon lange nicht mehr in einer klirrendkalten Wintersnacht vor einem Kamin gesessen, dessen innere Flammen den Raum und den Leib wärmten und schummriges Licht spendeten. Dazu noch eine heiße Tasse Kakao, schöne Musik und einen Stift und ein Block – ja, er würde sich damit durchaus zufrieden geben.

„Anstrengend? Ach nein, das sind wir sicherlich nicht. Man sollte uns nur Gehör schenken und uns zu verstehen versuchen, dann geht alles ganz angenehm voran.“
Er lachte leise auf und streckte sich.

„Aber wir sollten uns auf den Weg zurück machen. Oder besser gesagt, ich sollte das. Vico hat bald Schluss mit dem Unterricht und ich muss ihn für heute Abend vorbereiten. Er braucht immer so lange. Dein Angebot mit der Reise nehme ich übrigens gerne an, sofern der Augenblick passt. Danke, dass du mir diesen Ort gezeigt hast. Ich werde hier sicherlich noch mal vorbei kommen.“
Er nickte und sah dann lächelnd zu Rasmus hinüber.
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geschrieben am: 25.05.2006    um 18:09 Uhr   
"Ach, kein Problem, ich meine, ich war so wie so auf dem Weg und hatte Durst - übrigens nochmal danke für den Kaffee - und da wäre es ja eine Schande gewesen dir so ein Café vorzuenthalten. Aber ich komme mit dir zurück. Ausgehfein ist schließlich was anderes. Dann kann ich auch noch in Ruhe duschen und mich fertig machen. War wirklich ein ziemlich angenehmer Nachmittag, Felice, auch wenn ich nicht geglaubt hätte, dass dich auch nur irgendetwas von dem interessieren könnte was ich erzähle. Na ja, ich hab meine Meinung geändert. Du bist ziemlich okay. Aber jetzt komm. wir müssen los, schließlich steht heute Abend Kultur auf dem Programm."
Erst im Anwesen der Unsterblichen trennten sich ihre Wege. Rasmus bedankte sich noch einmal für den Nachmittag und hüpfte dann behände die Treppen zu seinem Gemach hinauf. Ja, er hatte durchaus ein eigenes Zimmer, schließlich konnte er nicht einfach in Luciens Zimmer stürmen, wenn draußen die Sonne schien. Dann würde es sicher eine Menge Ärger und Tränen geben. So suchte er sich rasch ein paar Duschsachen zusammen - er hatte da sein eigenes Zeug, schließlich wollte er nicht riechen, wie Lucien, da war er sehr eigen - und verschwand in einem der vielen Badezimmer. Als er fertig war, war die Sonne bereits untergegangen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.05.2006    um 18:46 Uhr   
„Ich bin auch sehr froh darüber, dass wir uns doch so gut verstehen. Reibereien hätten sicherlich nur Stress gemacht und wäre ganz unschön gewesen. So ist es doch gleich viel angenehmer. Außerdem hat mich alles interessiert, was du mir erzählt hast. Ich hoffe, wir können das bald mal wiederholen.“
Und mit diesen freudigen Sätzen war er mit Rasmus also wieder zurück in das Anwesen gegangen. Bislang war der Tag sehr angenehm gewesen, aber bis jetzt war das Ende nie sehr berauschend ausgegangen. Das würde es auch heute nicht sein, bei dem, was er ganz heimlich geplant hatte. Doch was würde schon passieren? Immerhin wäre er dann noch immer in Rom, nur eben nicht direkt unter den vielen Vampiren.


„Beeil dich doch bitte, Vico. Es ist schon dunkel geworden und du sitzt noch immer in der Badewanne! Was soll ich denn nur sagen, wenn wir zu spät kommen? Hach…, wenn ich in zehn Minuten wiederkomme, breche ich die Türe auf und zieh dich aus dem Wasser!“
„Schon gut, Felice. Ich komme jetzt gleich!“
Das hatte er zwar schon dreimal gesagt, aber alle Hoffnung stirbt zuletzt.
Seufzend zog sich Felice wieder in ihr Zimmer zurück und wartete dort auf die Ankunft seines Bruders. Er war zumindest fix und fertig. Diese feine Kleidung hatte er selten an, doch der Anzug stand ihm perfekt. Ja, er ließ ihn sogar noch hübscher und anziehender wirken, als er schon wirkte. Aber war das nicht etwas zu overdressed?
Überlegend stand Felice vor dem Spiegel. Er wusste gar nicht, was man anzog, wenn man eine Aufführung besuchte. Aber er dachte, dass man mit der Kleidung immer richtig liegen musste. Nur die Fliege, die störte ihn, also machte er sie ab. Ja, schon viel besser! Das wirkt noch anständig und dennoch jung. Immerhin wollte er keinen Heiratsantrag machen, oder so… .
Plötzlich ging die Türe auf und Vico kam hinein. Er trug einen viel zu großen Bademantel, was schrecklich niedlich aussah und Felice all die Sorgen um Verspätung nahm.

„So, jetzt bin ich fertig!“
Erklang es freudig von dem Jüngsten.

„Na, das sehe ich! Los, abtrocknen und anziehen. Die Sachen liegen auf dem Bett. Ich schaue solange nach, ob ich einen Fön oder so was in der Art finde.“
„Okay!“
Die Brüder machten sich an die Arbeit, wobei Felice wieder auf den Gang hinaus trat und sich unschlüssig umsah. Wo sollte er denn nun einen Fön herkriegen? Herrjeh!
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.05.2006    um 19:13 Uhr   
Als Lucien die Beine aus dem Bett setzte, konnte man noch das Farbspiel am Himmel erkennen. Das Blau verwandelte sich zusehends in glühendes Rot, schwächte dann zu leuchtendem Orange ab, bis es schließlich in sanftem Gelb erneut mit dem tiefen, warmen Blau der Nacht verschmolz. Ja, die Nacht würde wundervoll werden. Er würde die beiden Brüder in die Oper entführen, würde ihnen danach Eis oder andere Leckereien kaufen und sich an ihrer Zusammengehörigkeit freuen. Nach einigen Minuten streifte er die weiße Decke endgültig von seinem Körper und stand auf. Auf bloßen Füßen ging er zu den Vorhängen hinüber und zog sie zur Seite, so dass die Dunkelheit ungestört ins Zimmer fließen konnte. Hätte jemand vor den Fenstern gestanden, so hätte er den Sohn des Hausherren in seiner ganzen Pracht gesehen und zwar vollkommen nackt. Meistens machte er sich nämlich nicht die Mühe sich andere Kleider für die Nacht anzuziehen. Außerdem liebte er das Gefühl der kühlen Bettdecke auf seiner Haut. Verträumt lehnte er sich an den Rand der Fensterbank und ließ seinen Blick über den Garten schweifen. Er liebte diese Zeit der Nacht. Alles war noch sonnenwarm und doch dunkel und ruhig. Plötzlich wurde die Tür geöffnet. Lucien drehte sich nicht um, denn er erkannte Rasmus im Spiegelbild der Fensterscheibe. Dass er einen Anzug trug, war aber ungewöhnlich. Also strich er sich die Haare aus dem Gesicht und wartete einen Augenblick, ob der Italiener ihm etwas sagen wollte. Und seine Geduld wurde belohnt.
"Sag mal, ist das jetzt in Mode? Ich meine, Adam hat nicht anders ausgesehen und Trends wiederholen sich schließlich."
"Rasmus Di Pompo, du bist immer für einen Scherz zu haben, und wenn wir schon gerade beim Thema Mode sind: Warum der Anzug?"
"Oh, Felice hat mich eingeladen heute Abend mit euch in die Oper zu gehen und da dachte ich mir, dass ich meine alltäglichen Kleider mal in die Ecke schmeiße und mich in Schale werfe. Darf ich so mit?"
Lucien drehte sich völlig unbefangen um und sah in Rasmus' strahlendes Gesicht. Obwohl es im Zimmer dunkel war, erkannte er jede Kleinigkeit, sogar die hübsche Stickerei auf dem Ärmel.
"Du siehst phantastisch aus und freue mich, dass du mitkommen möchtest, aber jetzt gib mir doch noch bitte ein paar Minuten. Ich würde mich doch gerne noch fertig machen."
Eine Stunde später kam Lucien aus seinem Badezimmer. Er sah umwerfend aus. Die schwarzen Haare fielen elegant über seine Schultern und schienen mit dem dunkeln Anzug zu verschmelzen. Das weiße Hemd passte so hervorragend dazu, dass man meinen mochte, er würde nie etwas anderes tragen. Durch diesen Kleiderstil kamen seinen leuchtenden, blauen Augen besonders zur Geltung. Er sah sehr brav aus, aber die Art, wie er lächelte, ließ ihn gleichzeitig sehr verführerisch wirken. Ja, jeder Typberater würde sagen, dass das ein perfektes Styling war.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 25.05.2006    um 19:37 Uhr   
Und so kam es, dass Vico und Felice doch als erstes in der Empfangshalle waren. Nachdem er fünfzehn Minuten nach einem Fön gesucht hatte und erfolglos zurückkehren musste, entschied er sich dafür die Haare seines Bruders so lange trocken zu rubbeln, bis sie halbwegs trocken aussahen.
Danach waren sie aus dem Zimmer hinab in die Empfangshalle gehuscht und warteten dort nun geduldig auf die anderen zwei Herren.
Felice saß in einem der Sessel und sah zu, wie Vico aufgeregt Hin und Her rannte. Sie erlebten in diesem großen Anwesen tatsächlich sehr viel Neues, sodass auch er einen leichten Anflug von Aufregung und Freude empfang.

„Vico, schmeiß mir ja nicht eine Vase hinunter. Die sieht so teuer aus, die kann ich sicher niemals abbezahlen.“
„Okay okay!“
Der Junge rannte auf seinen Bruder zu und hüpfte dann auf seinen Schoß. Die Freude stand ihm regelrecht ins Gesicht geschrieben und es sprang auf Felice hinüber, sodass er dachte noch aufgeregter zu werden als er eh schon war.
Trotzdem legte der Ältere nun seine Arme um den Jüngsten und hielt ihn somit ein bisschen bei sich.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 25.05.2006    um 19:57 Uhr   
Nachdem Lucien sich sicher war, dass man ihn so auch in die Loge lassen würde, ging er noch einmal an Rasmus' Zimmer vorbei. Er klopft an, hörte irgendwo ein Rumpeln, einen leisen, intalienischen Fluch und anschließend das Klirren von Metall auf dem Boden. Ein bisschen verwundert hob er die Augenbrauen und lehnte sich gegen die Wand neben der Tür. Einen Moment hörte er noch zu, aber dann fragte er ruhig:
"Dauert es noch lange dein Zimmer zu zerstören, oder können wir gleich los?"
Noch bevor er aber zu Ende gesprochen hatte, öffnete Rasmus die Tür und schob sich auf den Gang. Er rieb sich die Stirn und murrte noch immer irgendwelche Flüche auf italienisch. Alles was Lucien verstand war "Scheiß Lampe!" und "Ich werd das Ding von der Decke reißen, wenn mir das nochmal passiert!" Lächelnd legte er Rasmus seinen Arm um die Schulter.
"Gut, dass du so wie so oft bei mir schläfst, da bleibt dir das erspart."
So kam es, dass sie erst fünf Minuten nach den beiden Brüdern in die Eingangshalle spazierten, beide mit einem breiten Lächeln auf den Lippen und wunderbar akkurat angezogen. Lucien ließ seinen Blick über Vico und Felice gleiten und nickte anerkennend. Sie sahen wunderbar aus und wenn der Abend nur halb so schön werden würde, wie diese beiden Menschen, dann war er schon zufrieden.
"Hallo ihr beiden! Ihr seht gut aus, aber bevor wir noch mehr Zeit verlieren, lasst uns aufbrechen!"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.05.2006    um 13:09 Uhr   
Geschmeidig erhoben sich die Jungs, als die anderen zwei endlich eingetroffen waren.
Vico war ganz Feuer und Flamme und positionierte sich einfach zwischen Lucien und Rasmus um ihnen zu sagen, wie aufgeregt er doch war. Felice hingegen wirkte da etwas ruhiger und hatte bei dem Kompliment erfreut gelächelt.

„Ihr seht aber auch gut aus.“
Wisperte er nun und gesellte sich zu den anderen, damit sie das Anwesen verlassen konnten.
Ehrlich gesagt war er ziemlich erleichtert gewesen als er sah, dass Rasmus und Lucien ebenso adrett gekleidet waren wie er. Wahrscheinlich wäre er vor Scham in den Boden gesunken, wäre es anders gekommen. Aber so, ja so war es vollkommen in Ordnung.

„Was sehen wir uns denn an?“
Er hatte gar keine Ahnung, langsam wurde es aber an der Zeit. Hoffentlich war es interessant, aber eigentlich waren solche Aufführungen dies immer.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 26.05.2006    um 18:09 Uhr   
Als sie das Anwesen verliesen, wartete schon der Wagen auf sie. Es war ein großer, schwarzer Mercedes mit abgedunkelten Scheiben. Der Innenraum war in dunklem Mahagoni gehalte, die Sitze jedoch mit beigem Leder überzogen. Lucien setzte sich ans Fenster und Rasmus scheuchte den kleinen Vico in die Mitte, damit sein Bruder sich neben ihn setzen konnte. Der Italiener nahm vorne neben dem Fahrer platz und gurtete sich an. Einen Augenblick herrschte Stille und man hörte den Motor leise aufheulen, als sich die Räder knirschend über den Kies bewegten. Dann schien Lucien sich aber an die Frage des jungen Italieners zu erinnern. Verlegen legte er eine Hand in seinen Nacken und wandte sich ihm zu.
"Also, ich denke, dass wir mit dir klischeehaftesten Oper zufrieden sein müssen, die es gibt. Heute wird nur die Zauberflöte aufgeführt. Das soll nicht heißen, dass sie schlecht ist, nein, ganz im Gegenteil, ich finde, dass Mozart ein bezaubernder Komponist war, der meiner Meinung nach viel zu früh aus dem Leben geschieden ist, aber eine moderne Oper wäre sicherlich interessanter gewesen. Nein, interessanter ist das falsche Wort. Eher... na ja, moderner!"
Er lächelte und entschied sich doch lieber den Mund zu halten. Er redete sich hier nur um Kopf und Kragen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.05.2006    um 18:24 Uhr   
„Die Zauberflöte? Das ist durchaus ein schönes Stück. Etwas, was man sich im Leben unbedingt einmal ansehen sollte. Es muss dir also nicht peinlich sein, Lucien. Das steht dir nebenbei auch gar nicht, bist doch sonst sehr standfest.“
War da etwa ein leichter Unterton? Hoffentlich nicht, denn er eigentlich wollte er doch noch den letzten Abend genießen. Wenn er schon so anfing, würde das sicherlich wieder schrecklich enden.
Darum räusperte er sich auch leise und versuchte die Sache schnell zu drehen oder harmlos wirken zu lassen, als sei nie etwas passiert.

„Wo…, wo werden wir denn heute Abend sitzen?“
Entkam es Felice wieder, der sich nebenbei versuchte anzugurten, aber Vico saß mit seinem Hintern auf das andere Ding drauf. So blieb ihm nichts anderes übrig als auf die guten Fahrkünste des Fahrers zu hoffen und aus dem Fenster zu sehen.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 26.05.2006    um 22:38 Uhr   
Lucien bemerkte den Unterton in der engelsgleichen Stimme des Mailänders und er seufzte tonlos auf. Sein Blick wanderte in den Rückspiegel, wo er dem des erwachsenen Italieners begegnete. Stumm nickte Rasmus und Lucien war klar, dass er sich die kleine Spitze nicht eingebildet hatte. Trotzdem lächelte er ihm zu, als er sich nach ihren Sitzplätzen erkundigte. Ja, mehr noch, er schenkte ihnen einen äußerst seltenen Gesichtsausdruck. Das Lächeln lockerte sein Gesicht so weit, dass man fast meinen konnte, dass er wirklich nicht mehr war, als ein siebzehnjähriger Franzose, der dem Dorfpfarrer mit seinen Freunden einen Streich spielte. Bevor er antwortete, strich er sich noch schnell das schwarze Haar aus dem Gesicht. Dann neigte er jedoch seinen Kopf und sprach mit seiner ruhigen Stimme:
"Ich habe uns Logenplätze reservieren lassen. Im 17. Jahrhundert durften dort nur die Könige, ihre Gemahlinnen und einige ausgewählte Berater und Adelige sitzen. Der Ton ist hervorragend und man hat einen phantastischen Blick auf die Bühne. Es gibt einen eigenen Erholungsraum für die Pause und in dieser Zeit werden dort Getränke und kleine Leckereien serviert. Wirklich, es ist ein ganz exquisiter Platz. Ich bitte euch nur vorsichtig zu sein..."
Er hoffte, dass Felice verstand, was er meinte, denn er wollte das Thema ungerne ausweiten, vor allem, weil der kleine Vico noch mit im Wagen saß.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.05.2006    um 23:18 Uhr   
„Keine Sorge, wir werden schon nicht in die Menge fallen. Nicht wahr, Vico?“
„Nein, werden wir nicht!“
Dann war die Sache ja geregelt. Irgendwie hatte er aber damit gerechnet, dass Lucien solch teure Sitzplätze geordert hatte. Er mochte so was nicht, aber gut, es war nicht sein Geld. Der Sohn des Hausherren würde schon wissen, was er machen wollte aber beeindruckend war es nicht.

Nach einiger Fahrtzeit hatten sie dann die Oper erreicht. Er kannte dieses Gebäude nur aus diversen Kulturzeitschriften, aber in der Wirklichkeit sah es natürlich noch schöner aus, als auf den Bildern. Die Lichter erhellten die Fassaden verträumt und die große Tür schien alle Menschen dieser Welt einzuladen. Sie waren auch durchaus nicht die einzigen die sich dazu entschlossen hatten, heute Abend in die Oper zu gehen. Felice ging den anderen mit leichtem Abstand hinterher, Vico war vorne bei den anderen zwei.
Trotz aller Aufregung und Freude spürte er noch etwas, was sehr beunruhigend war. Ja, er hatte es schon seit einigen Tagen vernommen, doch er wusste nicht, was es war und sein sollte.
Nachdem sie ihre Loge eingenommen hatten, ließ sich Felice auf einen der schönen Stühle nieder und überschlug die Beine. Damit Vico etwas sehen konnte, nahm er ihn auf seinen Schoß und scherte sich in diesem Augenblick nicht darum, ob das sittlich oder unsittlich war.
  TopZuletzt geändert am: 26.05.2006 um 23:19 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.05.2006    um 23:30 Uhr   
Sie hatten die gesamte Loge für sich. Als Lucien Rasmus den Platz zwischen sich und Felice angeboten hatte, hatte er dankend abgelehnt und darauf bestanden, dass die beiden nebeneinander saß. So hatten sie beide die Beine überschlagen und Lucien hatte die Arme auf die Lehnen gelegt. Die Oper war von lautem, undefinierbarem Murmeln erfüllt, denn die wenigsten Leute kamen wirklich her um sich das Stück anzusehen, sondern um ihre Geschäfte zu erledigen und davon gab es in Rom viele. Hier traf man auf alles was man sonst nur aus Filmen kannte. Mafiabosse verhandelten mit ihren Opfern über Schutzgeldzahlungen, natürlich alles in gedämpften Ton, denn nebenan konnte ein Mann sitzen, der die Polizeistation leitete. In einer anderen Loge saßen Kardinäle mit viel zu jungen Begleiterinnen und Begleitern. Na ja, und dann gab es da noch Wesen, wie ihn, Lucien, die die Oper nutzten um ihr Abendessen zu organisieren. Er warf einen Blick auf die beiden Brüder. Das Gefühl, das ihn dabei beschlich, war nicht klar zu deuten, aber auf keinen Fall positiv. Vielleicht bildete er es sich auch nur ein, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass ein Abend so perfekt ablaufen konnte. Plötzlich verdunkelte sich der Saal. Die Musik setzte ein und langsam kehrte Ruhe ein. Erst dann öffnete sich der Vorhang und ein phantastisches Bühnenbild war zu erkennen.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 26.05.2006    um 23:54 Uhr   
„Da, es geht los!“
Wisperte Felice sanft in Vicos Ohr. Dieser reckte den Kopf und sah ganz gebannt auf das schöne Bühnenbild hinab. Zur Sicherheit hielt Felice seinen Bruder gut fest, nicht, dass er vor lauter Neugier von seinem Schoß rutschte. Irgendwie musste er deswegen lächeln.
Der erste Akt war wirklich bezaubernd und die Brüder schienen wohl die Einzigen zu sein, die es mit erstaunen verfolgten.
Der Blick des ältesten Foscari glitt aber nicht nur über die Protagonisten, nein, er ließ ihn sogar bis zum Orchestergraben schweifen. Hier oben hatte man einen guten Blick, doch man sah natürlich nichts alles, immerhin sollte es trotz allem verborgen sein.
Mit großem Genuss erblickte er zwei junge Mädchen, die gekonnt die Saiten einer schönen Harfe zupften und danach sah er noch ein paar Geiger, die synchron ihr Können zum Besten geben. Ein paar hatten sogar ein paar Solostücke und…
Â…er rieb sich keuchend die Augen. - Das kann nicht sein!
In weniger als in ein paar Sekunden schien alles Leben aus seinem Körper zu schwinden und er spürte eine Dumpfheit im Magen, die er kaum beschreiben konnte. Schnell zwang er sich zur Besinnung und atmete tief durch. Dabei musste er sich dazu zwingen den Blick auf die Bühne zu halten.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 00:23 Uhr   
Auch Rasmus und Lucien hatten der Aufführung durchaus aufmerksam gefolgt und gerieten in eine kleine Diskussion ob Tamino denn nun richtig besetzt sein. Für Lucien hörte er sich an, wie ein Frosch. Er sag nicht, er quakte. Rasmus hingegen konnte sich keinen anderen Sänger für die Rolle vorstellen, als diesen. Nachdem sie sich darauf geeinigt hatten, dass Geschmäcker nun einmal verschieden waren, kehrte wieder Ruhe in ihrer Loge ein. Das hieß, zumindest fast, denn Rasmus nahm sich Vico zur Seite und machte sich mit ihm über Papagenos farbenfrohes Kostüm lüstig. Lucien hingegen ließ seine Blicke schweifen und ließ sie schließlich auf Felice zur Ruhe kommen. Natürlich bemerkte er, dass der Junge plötzlich bleich wurde und durch irgendetwas erschreckt zu sein schien. Er leckte sich über die Unterlippe und fragte sich, ob er ihn darauf ansprechen sollte, und entschied sich schließlich dafür.
"Was ist mit dir, Felice? Geht es dir nicht gut? Du bist ein bisschen blass. Wenn du möchtest gehe ich mit dir etwas an die frische Luft, nicht dass du hier drin umkippst!"
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geschrieben am: 27.05.2006    um 00:43 Uhr   
Vico war ganz überrascht gewesen, als er plötzlich zu Rasmus gehen sollte. Aber man sah auch die Freude in seinem Gesicht stehen, denn er mochte den ältesten Italiener wirklich gerne. Er hatte etwas an sich, was ihn gefangen nahm. Natürlich mochte er auch Lucien, aber mit Rasmus hatte er bislang mehr Umgang genießen können.
Felice hingegen zuckte nun erschrocken zusammen.
So schlimm, dass er an die frische Luft musste, stand es um ihn nicht. Es war doch nur ein kurzer Schock gewesen. ImmerhinÂ… .

„Oh nein, es ist schon in Ordnung. Mir war nur kurz etwas schwindelig, kein Grund zur Sorge.“
Oder etwa doch? Nein, eher nicht. Immerhin trennten sie gerade Welten, es war so gut wie unmöglich, dass diese Welten wieder aufeinander treffen würden. Aber wenn es nach ihm ging, dann wäre ihm es sehr lieb gewesen. Denn da unten im Orchestergraben saß etwas, was er unfreiwillig verloren hatte. Etwas, was ihm viel bedeutete, wahrscheinlich mehr als sein eigenes Leben und Vico zusammen.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 11:50 Uhr   
Er zog seine Augenbrauen zusammen und leckte sich kurz über die Lippen. Dass der Junge ihn anlog, war so offensichtlich, wie ein Elephant in einer Einkaufspassage. Nun, er würde sich nicht mehr in seine Angelegenheiten einmischen. Er schüttelte nur langsam den Kopf und stand auf. Er musste sich die Beine vertreten und außerdem seine Nerven schonen. Es hatte ihn einiges an Überredungskunst gebraucht seinen Vater davon zu überzeugen, dass er aufpassen würde, dass die Menschen sich nicht verplapperten, wenn sie mit ihm weggingen. Und nun das. Ach, Felice war ein eigenständiges Wesen und er würde wissen, wann es ihm schlecht ging und wann nicht. Er würde sich keine Sorgen darum machen. Zumindest redete er sich das ein.
"Entschuldige mich, bitte. Ich muss mich ein bisschen bewegen."
Auf dem Gang herrschte das gleiche Gemurmel, wie im Saal. Überall standen kleine Gruppen von Menschen, die irgendetwas besprachen, wild gestikulierten, oder einfach nur leise plauderten. Seufzend ging der Vampir ein paar Schritte und lehnte sich an das Geländer, das den Gang von der Eingangshalle abtrennte. Einige Minuten beobachtete er die Menschen. Es war ein wunderbares Schauspiel, das ihn allerdings bald langweilte. Er wollte sich gerade schon davon abwenden, als er eine sanfte Hand in seinem Nacken und kühle Lippen an seinem Ohr spürte.
"Das hätte ich selbst dir nicht zugetraut, Lucien. Dass du dein Menschenrudel mit hierher bringst. Da gehört Mut zu. Man tuschelt über dich. Weißt du, die Leute fragen sich, ob du zu weich geworden bist, dass du dich mit diesen niederen Wesen einlässt. Ach, du machst einem nur Sorgen..."
Die kleine Ansprache wurde mit einem Kuss auf seinen Hals beendet. Lucien seufzte nur und schüttelte den Kopf.
"Lucretia, spionierst du mir nach? Seit einigen Nächten bist du verdächtig oft in meiner Nähe. Hat dein Vater dich auf mich angesetzt? Das könnte er auch mit meinem Vater regeln. Also, was willst du?"
"Och, so böse Worte, nur weil ich gerne in deiner Nähe bin?" Sie zog einen Schmollmund und Lucien fasste sie hart an den Armen an.
"Hör zu, ich habe andere Sorgen, als mich hier mit dir rumzutreiben, also sieh zu, dass du Land gewinnst oder ich werde dir zeigen, was es heißt, wenn ich böse werde!"
"Du wirst noch von mir hören, Lucien. Mich einfach so von dir zu weisen!"
Er sah ihr schweigend zu, wie sie mit ihrem schönen Gang wieder in ihrer Loge verschwand. Warum tauchte diese Person immer auf, wenn er sie am wenigsten gebrauchen konnte? Mit einem kleinen Unmutsgeräusch ging auch er wieder in ihre Loge. Dabei hätte der Abend wirklich schön werden können...
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 12:47 Uhr   
Ich sagte, dass ich es nicht wollte, aber sie hatte nicht darauf gehört.

Er hatte ihm nachgesehen, so lange, bis er ihn nicht mehr im Focus seiner tiefbraunen Augen erfassen konnte.
Mein Gott, hatte er wieder etwas Falsches gesagt? Dabei hatte er ihn aber wirklich nicht angelogen, sondern nur etwas verschwiegen, was jedoch sein gutes Recht war, oder nicht?
Ach, verdammt! Danke, Lucien, der Abend war nun wirklich wieder gelaufen!
Mit Müh und Not hatte Felice dagegen angekämpft, einfach aufzuspringen und ein WC zu suchen, doch als die Pause nach gut eineinhalb Stunden eingeläutet wurde war er durchaus der Erste gewesen, der ohne eine Wort aufgestanden war. Aufgestanden, aber nicht geflüchtet, die Flucht kam erst jetzt.

„Entschuldigt mich bitte, ich muss auf die Toilette.“
Zwar kannte er den Weg nicht, aber es würde sicherlich schon irgendwo beschrieben sein.
Im gehen rieb er sich den Nacken und zog kurz die Brauen zusammen. Trotz der ganzen Stimmung hatte er die Aufführung bislang sehr genossen. Wieso auch nicht? Er sollte sich nicht den Spaß nehmen lassen, nur, wegen einem eingeschnappten Blutsauger. – Ach, lieber nicht mehr daran denken… .
Nach einigem Suchen hatte er dann die Türen gefunden, die zum WC führten. Er wusste nicht so genau, ob er hier richtig war, denn sie erschienen ihm als sehr abgelegen. Jedoch hatte er keinen Hinweis gefunden, dass er hier falsch sein könnte, also öffnete er die passende Türe zu seinem Geschlecht und trat hinein.
Es stellte sich tatsächlich als ein WC heraus und selbst hier schien der Prunk nur so zu sprießen. Aber das war nur Nebensache, denn eigentlich musste er gar nicht, er wollte sich nur durch das Gesicht waschen.
So drehte er den Hahn auf und fing das kühle, sprudelnde Wasser mit den Händen ein. Prustend wusch er sich das Gesicht und zuckte erschrocken zusammen, als die Tür sich erneut öffnete. Aber wozu Grund zur Sorge? Immerhin war nun Pause, er war nicht der einzige der das Bedürfnis empfand, auf die Toilette zu gehen. Nun, wäre da nicht doch etwas gewesen, was ihn durchaus verunsicherte.

„Verzeihung.“
Sagte eine fremde, maskuline Stimme zu ihm.

„Aber Sie sind hier falsch. Das ist Privat und eigentlich nur für die Künstler der Aufführung und den Musikern gedacht. Sie sind doch kein…, Musiker?“
Der junge Mann hatte gezögert und kurz die hellen Brauen zusammen gezogen. Irgendwie kam ihm der Bursche mit dem nassen Gesicht bekannt vor… .

„Das…, das wusste ich nicht! Entschuldigen Sie!“
Verlegen trocknete er sich mit einem Papiertuch schnell das Gesicht ab und wollte zusehen, dass er hinaus kam. Leider packte der Blonde ihm kurz vor der Türe an die Schulter und hielt ihn gekonnt auf.

„Moment Mal…, ich kenne dich doch. Natürlich! Ja, natürlich! Wie hätte ich dich denn nur vergessen können? Haha, Foscari!“
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 12:47 Uhr   
Oh Gott! Ein Schauer durchfuhr seinen Leib als er ihn beim Nachnamen nannte. Er schloss die Lider und hoffte, dass dies alles nur ein verdammt böser böser Traum war. Doch als er sie wieder hob stand er noch immer in diesem Raum.
„Verzeihen Sie, aber ich…, ich kenne Sie nicht!“
„Haha, natürlich nicht! Es ist mir klar, dass du mich verdrängt hast. Aber zu deiner Erinnerung… .“
Plötzlich drehte der blonde Geiger den Dichter herum und legte ganz unverhofft seine warme Hand auf seiner rechten Wange.
Oh Gott, er konnte kaum atmen!

„…, Sandro Fini mein Name, angesehener Geiger und deine ehemalige Muse, nicht wahr?“
  TopZuletzt geändert am: 27.05.2006 um 12:49 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 12:58 Uhr   
Müde ließ er sich in seinen Sitz fallen. Wenn etwas schief lief, dann richtig. Hoffentlich ging diese Pause schnell vorbei und er kam rasch wieder ins Anwesen. Er musste endlich lernen sich vernünftig zu benehmen und diese Umgebung war weiß Gott nicht die beste dafür. Er schloss seine Augen und befühlte die kühlen Armlehnen. Erst jetzt viel ihm auf, dass Felice nicht mehr da war. Er öffnete die Augen und sah sich um. Rasmus saß neben Vico und erzählte ihm eine Geschichte über ein Phantom in einer Oper. Wollte er dem Jungen Angst machen? Oh nein, er glaubte nicht, dass sich Vico damit verängstigen ließ. Bevor er aber noch in seinen Überlegungen versank, fragte er:
"Sagt mal, ihr beiden, wo habt ihr Felice gelassen?"
"Musste mal aufs Klo." Erklärte Rasmus schnell und erzählte dann seine Geschichte weiter. Ja, das konnte er wirklich gut, Geschichten erzählen.
"Ah, ich verstehe." Und so lehnte er sich wieder zurück und wartete, dass die Vorstellung weiter ging.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 13:29 Uhr   
Keuchend weitete Felice die Augen und entwand sich den Berührungen. Er fühlte sich so seltsam wie noch nie und war noch gar nicht bereit dazu, dies alles in Worte zu fassen.
Der Blonde ließ den Dichter durchaus zurück weichen und legte ein sehr dreistes Grinsen auf die sanften Lippen.

„Wie kannst du so was nach einem halben Jahr behaupten? Gott, was machst du denn überhaupt in Rom? Du…, du bist doch nicht etwa schon mit deiner Ausbildung fertig?“
Felice kannte den jungen Mann vor sich also doch.
Sandro trug die Orchesterkleidung und hatte sein langes, blondes Haar mit einem pechschwarzen Band im Nacken zusammengebunden, nur ein paar feine Strähnchen legten sich über die Stirn und den Ohren. Der Leib war schlank und kräftig. Seine Augen waren so grün wie die der Katzen und seine Haut war heller als man von den Italienern erwarten würde. Er wirkte gar exotisch mit seiner Ausstrahlung und somit durchaus wunderschön. Durchaus.

„Aber natürlich bin ich das, Felice. Du kanntest mein Talent doch am Besten, nicht wahr? Nun habe ich einen festen Arbeitsplatz im berühmtesten Opernorchester überhaupt, aber das ist ja nur eine billige Nebensache wenn ich dich vor mir sehe. Hach… .“
Sandro ergriff die Hände des Dichters und betrachtete ihn eingehend. Missmutig zog er die Brauen zusammen und schüttelte den Kopf.

„Du bist aber dünn geworden, Felice! Dazu noch so schrecklich blass im Gesicht. Was machst du denn in Rom? Sind deine Eltern aus Mailand etwa auch hier? Geschäftlich?“
„Eh…, sie sind…, ja, sie sind hier! Geschäftlich! Wir sehen uns die Stadt an und…, und bleiben noch ein paar Wochen da. Du kennst ja mein Vater, ihm fällt immer wieder etwas Neues ein womit er Geschäfte machen kann.“
Unsicher biss sich Foscari auf die Unterlippe.
Sandro durfte die Wahrheit nicht erfahren, er würde es sicherlich nicht verstehen und es könnte durchaus gefährlich werden. Er wusste nicht mal dass er bislang noch immer als Sterbenskrank galt.
Der Blonde lachte herzlich auf und nickte verstehend.

„Ja, so ist das! Wenn du es einrichten kannst würde ich deine Eltern gerne wieder sehen. Besonders deinen Bruder. Ist er etwa auch hier?“
„Ja, ist er… .“
„Ah, wie gut! Ich dachte, dein Vater hätte ihn aus demselben Internat geschickt, auf welchem wir uns kennen gelernt haben! - Ich merke schon, es gibt soviel zu erzählen und so wenig Zeit. Wie sieht’s aus? Lust nach der Aufführung in ein Café zu gehen?“
Felice zögerte. Was sollte er denn nur sagen?
Er senkte den Blick und zog seine Hände zurück, damit er sie in seine Hosentasche schieben konnte. Er war in der Klemme. Niemand sollte erfahren dass er auf einem Anwesen lebte und seinen Abend eigentlich schon verplant hatte.
  TopZuletzt geändert am: 27.05.2006 um 13:38 Uhr von FeliceFoscari