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geschrieben am: 17.05.2006 um 11:11 Uhr
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"Oh nein, du hältst mich gewiss nicht auf, aber wenn du diese außerordentlich schöne Nacht gerne allein genießen möchtest, so sollst du das gerne machen dürfen. Künstler brauchen schließlich ihre Zeit um sich inspirieren zu lassen und das lenken sie Jahrhunderte alte Tote sicher nur ab." Mit einem herzlichen Lächeln schob er seine Haare über seine Schultern zurück. Er nickte dem jungen Mailänder zu und schenkte ihm erneut ein Zwinkern. Oh ja, heute fühlte er sich sehr gut. War es eine Schande sich so zu benehmen? Er hoffte nicht. "Nun denn, eine gute Nacht, Felice!"
Er wendete sich um und ging gemütlich den langen Weg ins Haus zurück. Rasmus würde sicher schon schlafen und um den kleinen Vico machte er sich keine Sorgen, schließlich war er in guten Händen. Die Nacht an sich war jedoch noch viel zu jung um sich schlafen zu legen und außerdem ließ dieses Stimmungshoch es sicherlich nicht zu. Ach, so gut hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt. Ohne das er es merkte, führten ihn seine Füße in die große Bibliothek. Ja, große Literatur wäre jetzt wohl das Beste. Er zog ein dickes Buch aus einem Regal und ließ sich in einen Sessel fallen, aber er konnte sich nicht wirklich auf das Geschriebene konzentrieren. |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 15:31 Uhr
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Diesmal ließ er sich nicht so einfach mit diesen Worten abservieren. Darum drehte er sich herum, als Lucien schon langsam voraus ging.
„Hör auf, so was zu sagen. Du störst mich ebenso wenig und ich mag deine Anwesenheit. Das habe ich dir doch vorhin schon erklärt, oder? Wie dem auch sei. Ich werde dich heute Abend sowieso noch mal aufsuchen müssen, wenn ich nicht sterben möchte.“
Hatte der Blasse das etwa vergessen? Immerhin hieß es doch, dass er drei darauf folgende Nächte das Blut eines Vampirs empfangen musste, oder nicht? Ach, wenn er es falsch im Kopf hatte, würde der weitaus Ältere ihn später sicher aufklären.
Die Zeit, die er nun im Moment für sich hatte, nutzte er. Gemütlich trank er den Tee, der - Gott sei Dank - noch heiß auf dem Tisch stand und ging in sich hinein.
Fast hätte er wirklich angefangen zu heulen und diese seltsamen Berührungen waren angenehm. Anders konnte er es nicht beschreiben, denn er würde sich sonst selbst damit belügen. War es wirklich so, dass er sich nun nicht mehr sorgen musste? Dass er auf den weisen Rat seiner neuen Freunde hören konnte, die ihm zur Seite standen? Standen sie ihm den wirklich zur Seite?
Mit einem leisen Seufzen lehnte er sich wieder zurück und sah zur sternenklaren Nacht hinauf.
Er hatte nicht viel zu verlieren, dass war vor Luciens Bekanntschaft so gewesen und ist bis jetzt beständig. Er sollte sich wirklich trauen die Mauer um sich abzubauen, die er in all den Jahren errichtet hatte. Eventuell lernte er nur so Dinge, die ihm das Leben deutlich erleichterten.
Während er so in Gedanken war und die Tasse Tee trank, verstrich deutlich die Zeit. Er wusste nicht, wie spät es war, als er erschrocken zusammen zuckte und sich eilig erhob. Er spürte schon, dass er sich nicht sonderlich gut fühlte, wenn man vom körperlichen Empfinden ausging. So war es an der Zeit den Blassen aufzusuchen und irgendwie war er ein bisschen aufgeregt und nervös.
Der Mailänder verließ den Garten und trat in das Haus ein. Bevor er jedoch zu Lucien ging, machte er einen Abstecher in Vicos und seinem Zimmer. Er kurzer Blick wurde hinein geworfen und er stellte fest, dass sein Bruder ruhig im Bett schlief. Lächelnd schloss er also wieder die Türe und nahm dann den Weg zu dem Zimmer seines Gastgebers.
Es dauerte ein bisschen, als er sich traute anzuklopfen. Ob er überhaupt da war? |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 19:32 Uhr
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Noch immer hatte er Felice' süße Worte in den unsterblichen Ohren. Es war sehr angenehm zu erfahren, dass seine Anwesenheit, von einem anderen Menschen, als Rasmus gewollt und nicht nur geduldet war. Wer von ihnen wollte es nicht? Wer von ihnen wäre nicht gern so menschlich, wie er Lucien Ecrisivont? Nun, wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann würden ihm viele seiner eigenen Art einfallen, die die Macht, die sie durch ihre Unsterblichkeit genossen, nie wieder gegen ihre Menschlichkeit eintauschen würden, aber er war sehr zufrieden mit sich und seinem Gefühl. Nein, er wünschte sich nichts mehr, als sein jetziges Leben unbeschwert weiterführen zu können. Schließlich klappte er sein Buch zu un ließ den Blick gewähren, als er aus dem hohen Fenster in den Nachthimmel hinaus glitt. Er wusste nicht, wie lange er da saß und die Schönheit der Nacht genossen hatte, doch irgendwann wurde selbst ihm dieselbige zu langweilig, so dass er sich aufraffte und in sein Zimmer ging. Anders, als er erwartet hatte, war Rasmus nicht da. Er hatte nur einen Zettel hinterlassen, auf dem zu lesen war, dass er noch etwas zu erledigen hatte und im Gästezimmer schlafen würde, sofern seine Aufgabe nicht erforderte, dass er in einem Hotel unterkam. Lucien schüttelte nur den Kopf und lächelte. Nein, Rasmus konnte man nicht lange an einem Platz halten. Mit einem leisen Stöhnen ließ er sich auf sein Bett fallen. Ah, irgendwie waren seine Gedanken ganz fixiert auf den Mailänder. Wie hatte er sich zuvor nur davon ablenken können? Vielleicht sollte er wirklich ausgehen... doch noch bevor er seinen Entschluss fassen konnte, klopfte es an der Tür.
"Ja, herein!"
Er drehte sich auf die Seite, so dass er seinen Kopf mit der Handfläche stützen konnte und dem Besucher direkt in die Augen sah. Das lange, schwarze Haar fiel ihm samtig über die Schultern und seine Lippen waren erwartungsvoll einwenig geöffnet. Ach ja, er wusste wirklich nicht, dass er so perfekt aussehen konnte, auch wenn Allegro das oftmals betonte. |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 19:54 Uhr
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Tief atmete er ein, als die Antwort gedämpft an seine Ohren drang. Die rechte Hand fasste nach der Türklinke und drückte sie hinab, damit er die schwere, schöne Tür öffnen konnte, die für andere Menschen sicherlich ins Verderben führte. Vorsichtig huschte sein schmaler Leib durch den Spalt, den er sich eröffnet hatte. Dann schloss er hinter sich die Türe und lehnte sich einen Moment dagegen. Ein sanftes Lächeln erschien auf seinem jungen Gesicht, als er Lucien entdeckte. Die Pose war durchaus wundervoll, aber das würde er schön für sich behalten.
„Hallo.“
Entkam es ihm freundlich, erst dann drückte er sich von der Türe ab und ging zum Fenster hinüber, wo jene selbstgezüchtete Blume stand.
Er mochte diese Pflanze ziemlich, denn irgendwie hatte sie Ähnlichkeit mit ihrem Erzeuger und dazu war sie es gewesen, die ihn und Lucien mehr zueinander gebracht hatte.
Lächelnd berührte er flüchtig eine Blüte und sah dann wieder zu Lucien.
„Ich störe dich doch nicht, oder? – Wenn ja, dann komme ich später wieder.“ |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 20:02 Uhr
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"Oh nein, keineswegs. Ich finde es nicht sehr erfüllend meine Nächte allein in meinem Zimmer zu verbringen und gelangweilt auf meinem Bett zu liegen."
Mit einem Schmunzeln auf den Lippen drehte er sich erneut um, um Felice beobachten zu können. Zwar hatte er keine Bedenken, dass er etwas anstellen könnte, aber er sah ihn trotzdem lieber an. Schließlich durfte so viel Schönheit nicht unbeachtet bleiben.
"Was führt dich her? Etwas Bestimmtes? Oder möchtest du nur Unterhaltung?" Er legte seinen Kopf auf die Arme, die ihm als Kissen diente. Ja, irgendwie wirkte er gerade sehr zahm. Und das war er auch. Kaum jemand hätte zufriedener sein können, als er.
Dann plötzlich fiel ihm ein was der Junge vorhin im Garten gesagt hatte. Er war bestimmt gekommen um mit ihm über das Blutsband zu sprechen, das noch immer nicht zwischen ihnen bestand, das aber Felice' Leben retten sollte. Trotzedem, die Höflichkeit einem Gast gegenüber ging vor.
"Möchtest du etwas trinken? Kakao oder Wasser vielleicht? Ich könnte dir auch Tee oder Saft bringen lassen. Ganz, wie du möchtest." |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 20:36 Uhr
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Und Lucien würde sich wohl ein drittes Mal umlegen müssen, wenn er Felice weiterhin in Augenschein nehmen wollte, denn dieser ging vom Fenster aus hinüber zu dem Tisch und ließ sich in einen der Sessel gleiten. Da er nicht störte, konnte er sich ja zumindest hinsetzen.
„Nein danke. Der Tee draußen hat mir durchaus gereicht. Ich bin im Moment ziemlich zufrieden.“
Er nickte deutlich zu Lucien hinüber, um seine eigene Worte dadurch etwas mehr Sicherheit zu verleihen.
Die Frage, was er hier tat, hatte er durchaus schon im Garten beantwortet. Doch eigentlich war ihm nebenbei auch langweilig und er suchte noch ein bisschen nach Gesellschaft. Einschlafen konnte er noch nicht. Sein Körper war wacher als der einer Fledermaus.
„Oh, ich dachte, wir reden noch ein bisschen, bevor die Sonne aufgeht. Zudem könnte ich damit das Dringende mit dem Angenehmen verbinden…, irgendwie.“
Ach, er freute sich schon darauf wenn er endlich begann sich danach zu sehnen und es zu genießen. Dann müsste er zumindest davor nicht mehr so nervös sein. Die Aufregung an sich war ja durchaus nicht schlimm, aber diese Nervosität war sprichwörtlich zum Kotzen.
Aufmerksam sah der Mailänder zum Blassen hinüber und überschlug dabei seine Beine galant. |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 20:47 Uhr
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"Ich verstehe."
Er stand langsam auf, fühlte den kalten Mamorboden unter seinen Füßen, als er zu Felice hinüber ging und dicht neben ihm stehen blieb. Bevor er ihm etwas sagte, glitten seine blauen Augen über den jungen Körper, der von der Krankheit ausgezerrt und doch so wunderschön war. Er nahm jedes Detail in sich auf. Die Länge der Haare, das dunkle Braun der Augen, die schlanken, fast perfekt geformten Unterarme und die zierlichen Finger, die so viel Zartheit ausstrahlten. "Du bist gekommen, weil du möchtest, dass ich dir von meinem Blut gebe. Bist du dir noch immer sicher, dass du es willst?"
Er legte seinen Kopf leicht schief, um den Jungen besser ansehen zu können. Noch nie hatte er sich so große Mühe gegeben einen Menschen so genau aufzuklären, aber Felice wusste, dass er sich zu ihm hingezogen fühlen würde. Er würde sogar unterscheiden können welche Gefühle seine Wahren waren und welche nur durch die Magie des Blutes erzeugt wurden. Nun musste er sich entscheiden: Wollte er wirklich von Lucien abhängig sein oder einen frühen, sehr natürlichen Tod sterben? |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 21:10 Uhr
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Er drückte die Lippen bei dieser Frage und Musterung zusammen. Wollte Lucien ihn etwa unsicher machen?
Ungewöhnlich ruhig blieb er jedoch sitzen und nickte nach einer Weile.
„Ja, ich bin mir ziemlich sicher. Es wird schon in Ordnung sein, zumindest würde ich bestimmt damit klar kommen. Außerdem hänge ich wirklich an mein Leben und möchte Vico nicht alleine lassen. Wieso sollte ich diese Option dann nicht nutzen?“
Sollte er all die Mühe mit einem einfachen Nein kaputt schlagen? Wozu dann dieses Theater? Die Tatsache, dass er bald keine Schmerzen mehr haben würde und in der Lage war sich um Vico zu kümmern war mehr als verführerisch. Dazu kamen noch die neuen Freundschaften und die Sache, dass er sich an einem seltsamen Ort befand.
Langsam stand Felice auf und blickte ruhig auf Lucien.
„Ich kann es verstehen wenn du bedenken hast und ich akzeptierte deine Entscheidung, wenn du das Blutsband nicht bilden möchtest.“
Das würde zwar seinen Tod bedeuten, aber früher oder später wäre er sowieso gestorben, nicht wahr? |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 21:20 Uhr
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"Nein, ich habe keine Bedenken, Felice. Ich möchte dein Leben retten; ich möchte sehen, wie du mit Vico glücklich bist; ich möchte dabei sein, wenn du deine Gedicht vorträgst und ich möchte, dass du endlich keine Schmerzen mehr haben musst. Nein, ich bin mir sicher."
Er nickte dem Jungen zu und ließ seinen Blick auf den Augen verharren. Wie würde es am angenehmsten für ihn sein? Es war nicht leicht Blut zu trinken. Wie konnte er die Situation verbessern. Er streckte seinen Arm aus und drückte kurz Felice' Schulter.
"Wenn es dir leichter fällt, könnte ich dafür sorgen, dass du das Blut nicht gleich von mir nehmen musst. Ich könnte es... in eine Tasse geben. Sag, Felice, wie wäre es am angenehmsten für dich. Ich werde alles tun, was ich kann um es nicht noch schlimmer zu machen. Du brauchst keine Angst haben." Zärtlich streichelte er den Arm des Jungen entlang, bevor er die Hände hinter dem Rücken überkreuzte und seine Antwort abwartete. Schrecklich, bis jetzt hatte er kaum Guhle erzeugt und wenn, lagen sie ihm nie so am Herzen, wie Felice Foscari, dessen Leben er retten wollte. |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 21:39 Uhr
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„Bitte keine Umstände wegen mir, Lucien.“
Sichtlich war er erleichtert als er hörte, dass der Blasse es sich nicht anders überlegt hatte.
„Ich werde es überleben, es ist doch nur eine Kopfsache, wie so viele Dinge im Leben. Sofern du es mir nicht fünf Minuten reglos vor die Nase hältst, wird es schon klappen. Angst verspüre ich nicht, ich bin nur…, wie soll ich sagen? Aufgeregt.“
Er lächelte zärtlich und ließ sich wieder in den bequemen Sessel sinken. Er hatte Zeit, es eilte nicht.
„Wenn ich ehrlich sein muss, habe ich wirklich keine Bedenken mehr dabei. Mein Vertrauen ist ziemlich groß geworden und ich lege dir sehr viel in die Hände. Natürlich ist dennoch gesunde Vorsicht in mir, aber im Großen und Ganzen… .“
Im Großen und Ganzen hatte er sich damit abgefunden. Es fiel ihm leichter, als sich mit seiner Krankheit auseinandersetzten zu müssen. Diese verdammte Krankheit… . Er hatte sich, nachdem er die Diagnose erhielt, ausreichend darüber informiert. Er kannte die Gefahren und die wenigen Hoffnungsschimmer. Er hatte gelernt mit der Krankheit zu leben, aber sie niemals akzeptiert. Darum fiel ihm die Entscheidung heute sehr leicht.
„Ich hoffe nur dass du es nicht sonderlich ausnutzen wirst, obwohl ich nicht wüsste, was du davon hättest. Und ich hoffe nicht durchzudrehen… .“
Damit meinte er wohl die Sache, die Lucien ihm erzählt hatte. Die Sache, dass er sich zu ihm mehr als nur hingezogen fühlen könnte. |
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geschrieben am: 17.05.2006 um 22:15 Uhr
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Erstaunlicherweise ließ sich Lucien neben dem Mailänder in die Knie sinken, so dass sie auf gleicher Augenhöhe waren. "Nein, das würde ich nicht machen, Felice! Du bist mein Freund und ich mag dich, weil du deinen eigenen Kopf hast, weil du machst, was du möchtest und nicht was man dir einflüstert.
Und du musst dir keine Sorgen machen. Du wirst deutlich spüren, welche Gefühle durch das Blutsband erzeugt werden und welche Gefühle deinem Herz entstammen. Wenn du Zweifel hast, werde ich dir helfen zu erkennen, was richtig und was falsch ist. Ich bin für dich da!"
Er stand in einer Bewegung, geschmeidig, wie ein Tänzer auf und reichte Felice seine zarte Hand. "Komm!" Langsam führte er ihn zu dem mit weißen Laken bespannten Bett und drückte ihn darauf. "Wenn dir schlecht wird, musst du nicht mehr den Weg hier her nehmen..." Wisperte er ihm zu. "Ich passe auf dich auf." |
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geschrieben am: 18.05.2006 um 14:00 Uhr
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Seine braunen Augen lagen auf dem Älteren, als jener ihm erneut erklärte, was er schon wusste, doch er hörte ihm zu als wäre es etwas völlig Neues was auf ihn zukommen würde. Eigentlich war es dies ja auch, aber danach würde es kein Zurück mehr geben.
„Ich kann es mir sehr gut vorstellen, dass ich in der Lage sein werde, die Gefühle, die in mir aufkommen werden, zu sortieren. Immerhin kenne ich mich schon neunzehn Jahre und weiß wann ich wie reagiere. Aber ich finde es toll zu wissen, dass du für mich da sein wirst. Du glaubst gar nicht, wie das beruhigt.“
Er lächelte gütig und sah dann verwundert auf die Hand, die Lucien ihm plötzlich entgegen hielt. Da er glaubte, nichts befürchten zu müssen, ergriff er sie und ließ sich führen.
Für Außenstehende hatte dies glatt eine Assoziation zu einer Tanzaufforderung, so galant wie der Blasse aufgestanden war und dem Mailänder die Hand darbot.
Sacht fiel sein Leib auf das weiche, mit kühler Seide bespannte Bett. Damit er nicht gänzlich zurück fiel und es dennoch gemütlich hatte, durften die Arme und Hände den Oberkörper stützen, indem Felice sie nach hinten schob.
Amüsiert lächelte er sanft.
„Du bist zu gütig, doch meiner Meinung nach wäre es besser gewesen, wenn ich da sitzen geblieben wäre. Das einzige was nämlich passieren kann ist die Sache, dass sich mein Mageninhalt selbstständig macht. Da wäre es doch zu schade dieses schöne Bett zu versauen.“
Mit einem theatralischen Seufzen sah er neben sich, beugte sich wieder vor und ließ seine Hände mitleidig über den Bezug des Bettes streichen. |
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TopZuletzt geändert am: 18.05.2006 um 14:03 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 19.05.2006 um 12:47 Uhr
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"Scht..." Mit einem beruhigenden Lächeln legte er dem Jungen seinen Finger auf die Lippen. "Was glaubst du, ist mir wichtiger? Du oder Laken, die ich jederzeit ersetzen könnte? Du siehst es gibt keinen Grund sich Gedanken zu machen. Entspann dich ein bisschen. Ich werde dir etwas Tee und Saft holen, damit du danach etwas zu Trinken hast. Keine Widerrede."
Er zog seinen Finger zurück und erhob sich in einer flüssigen Bewegung. Mit einem letzten Blick versicherte er sich, dass der Junge wirklich ruhig war. Er wollte nicht, dass er jetzt, wo er bei vollem Bewusstsein war, in Panik geriet, sobald er Blut sah. Er wäre nicht der Erste. Lucretia hatte oftmals Probleme mit der Erschaffung ihrer Guhle. Wenn sie ihnen nicht die unmöglichsten Versprechen machte, weigerten sie sich ihr Blut zu trinken und sie musste sie zwingen. Die Beziehung die sie zu diesen Menschen hatte, war dann auch dementsprechend schlecht. Gut, sie machte sich auch nichts daraus. Für sie waren Menschen nur Werkzeuge. Über diesen Gedanken den Kopf schüttelnd, verließ Lucien den Raum. Wahrscheinlich würde er noch einmal mit Allgero sprechen müssen, was er tun sollte, wenn er wieder an seine gesellschaftlichen Aufgaben herangeführt wurde. Er konnte Felice schließlich nicht allein lassen.
Aus der Küche holte er eine große Kanne schwarzen Tee mit Zitrone und einem Zuckertöpfchen. Dazu kam noch eine Karaffe mit Mangosaft. Sicher war er teuer importiert worden, aber Lucien hatte dafür ohnehin den Sinn verloren. Als er wieder in sein Zimmer kam, schaute er sich ausdauernd um und stellte das Tablett auf den Beistelltisch neben seinem Bett. Erst dann glitt sein Blick auf Felice. Dieser Junge... er hatte seine Sinne gefangen genommen und gab sie nicht mehr frei. Er war ein Sklave seiner Schönheit, doch vor allem seiner Intelligenz, seinem Kunstverständis und... seiner Ähnlichkeit zu ihm selbst. Er setzte sich neben ihn und legte den Kopf schief.
"Ist alles in Ordnung mit dir, Felice?" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 15:52 Uhr
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Die aufmerksamen, braunen Augen ließen erst von Lucien ab, als jener den Raum gänzlich verlassen hatte und er ihn somit nicht mehr erfassen konnte.
Er hatte wirklich kein Widerwort gegeben als der andere der Meinung gewesen war, für ihn eine Erfrischung zu holen. Eigentlich empfand er dies als eine sehr gute Idee, denn er würde sicherlich Nachspülen müssen, sobald es vorbei war. So einfach ging das eben nicht. Dennoch wirkte er ruhig und gefasst und genau deswegen konnte der Blasse sich sicher sein, ihn für ein paar Minuten alleine zurück zu lassen, denn er war auch sehr gefasst gewesen, als er den kühlen Finger deutlich auf seine Lippen gespürt hatte.
Seine Lider schlugen über die Augen und er ließ sich auf den Rücken fallen, als er sah und hörte, wie die schwere Tür des Zimmers zugefallen war. Eine seiner Hände rieben die Schläfen und es beruhigte ihn ein bisschen, sich kurz zu entspannen, wie Lucien es auch wollte. Ein grobes Schmunzeln kam auf als er daran dachte, dass er am Ende noch selbst ein kleiner Vampir war, der ohne seinen treuen Herrn zum Häufchen Elend wurde, aber dazu würde es sicher nie kommen, denn er war mehr Mensch als Vampir und – Gott bewahre – niemals sollte es sich ändern.
Die Zeit des Wartens erschien ihm endlos, darum hatte sich Felice wieder aufgerichtet und sah sich im Zimmer um. Auf einem der Nachttische bemerkte er ein Buch, was der Zimmerherr wohl angefangen hatte zu lesen, oder es lesen wollte; denn als er es nahm fand er kein Zettelchen zwischen den Seiten, was die Stelle markieren sollte, an welchem er pausiert hatte. Ach, er könnte es sich sicher einmal ansehen, daran war wohl kaum etwas auszusetzen.
So entledigte sich Felice seinem Schuhwerk und machte es sich auf dem durchaus wunderbaren Bett bequem.
Als Lucien wieder hinein kam, bemerkte er es gar nicht. Er war in der Geschichte vertieft die ihm mit spannenden Formulierungen und knallharten Fremdwörtern erzählt wurde. Es mochte das Buch schon jetzt, denn es strengte seine jungen Gehirnzellen an kein Detail in und zwischen den Zeilen zu übersehen. So lag er auf seinem Bauch noch immer im Bett, die Beine bildeten einen 90°-Winkel, bevor sie meist lässig vor und zurück schwebten. Die linke Hand durfte den schönen Kopf tragen und selbst mit dem Ellenbogen Halt zwischen der aufgeplusterten, weißen Decke finden. Vor ihm lag das Buch aufgeschlagen. Ab und An blätterten seine Finger elegant zur nächsten Seite, während die Finger der Kopfstütze verspielt an Haarsträhnen fassten, die sie erreichen konnten. Bevor der Blasse ihn jedoch ansprach, durfte er Zeuge einer weiteren, wundervollen Bewegung sein. Denn sein schlanker Leib verlagerte sich auf die rechte Seite, sodass der Stützte eine kurze Möglichkeit gewährt wurde die Haare, die die Finger gelöst hatten, sacht wieder zurück zu streichen und einzufangen. Danach kehrte komplette Ruhe und völlige Ausgeglichenheit ein, bis er unverhofft angesprochen wurde. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 15:53 Uhr
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Erschreckt zuckte der Mailänder zusammen und war bedacht, sich zuerst hastig aufzurichten, das Buch zuzuschlagen und es zurück zu legen, woher er es geholt hatte. Dann strich er die Decke glatt und setzte sich brav und züchtig auf den Rand des Bettes.
„Oh, da bist du ja wieder! Entschuldige, ich habe mich etwas gehen lassen.“
Er räusperte sich und lächelte dann gütlich auf die Mitbringsel.
„Natürlich ist alles in Ordnung. Was…, was hast du denn da mitgebracht?“ |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 18:07 Uhr
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Ein Lächeln, heraufbeschworen von der Verzückung, die dieser Junge in ihm hervorrief, stahl sich zärtlich auf sein Gesicht, als er ihn, vollkommen in sich versunken, auf dem Bett liegen sah. Was hatte Gott sich nur gedacht, als er diesem Menschen diese umwerfende Schönheit schenkte? War sie ein Segen? War sie ein Fluch? Er konnte sich beides vorstellen, denn wenn man ihn fragte, hatte Gott einen außergewöhnlichen Humor.
Als Felice zusammenzuckte, schmunzelte er nur sanft. Dann wanderte sein Blick zu den Karaffen, die auf dem Nachttisch standen. "Schwarzen Tee und Mangosaft. Ich hoffe du magst beides. Wenn nicht so sag es nur." Er drehte den Kopf und sah in das Gesicht des Jungen. Was war es, das ihn zögern ließ? Warum zögerte er die Sache so lange hinaus? Hatte er etwa Angst etwas falsch zu machen? Nein, er hatte Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten. Es bestand also kein Grund zur Sorge. Darum straffte er auch seine zarten Schultern, die selbst nach mehr als zweihundert Jahren noch nicht ganz die eines Mannes waren, und nickte dem Mailänder zu.
"Lass mich wissen, wenn du bereit bist, oder Zweifel hast, Felice." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 18:40 Uhr
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„Schwarzer Tee ist wirklich nicht so mein Ding, da haue ich immer viel zu viel Zucker rein. Aber Mangosaft klingt sehr exotisch, das werde ich sicher mögen.“
Er grinste sacht und strich sich nochmals durch die Haare, damit er wirklich alle Strähnchen sicher nach hinten verbannt hatte.
Oh, entweder würde er bald zum Friseur gehen, oder sich angewöhnen das Bandana oder ein Haarband zu tragen, damit es ihn nicht immer so nervte.
Dann begann er unruhig seinen Leib zu winden.
„Ja ich, ich wäre dann bereit, denke ich. Wusste nur nicht, wie ich es am Besten sagen sollte.“
Abwartend sah er Lucien entgegen. |
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TopZuletzt geändert am: 19.05.2006 um 18:43 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 19.05.2006 um 18:53 Uhr
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So nickte Lucien. Er wusste selbst nicht genau, wie er es anstellen sollte. Als er Felice in der Gasse gefunden hatte, war es kein Problem gewesen, aber nun empfand er eine Gewisse Verantwortung ihm gegenüber, die ihm sagte, dass er sehr behutsam sein sollte. Er streckte seine Hand aus und legte sie auf die Wange des Jungen. Kurz biss er sich auf die Unterlippe, aber dann zwang er sich zu einem Lächeln. "Schließ deine Augen! Es wird dann sicher leichter sein."
Nachdem er sich versichert hatte, dass der Junge auch tat, was er ihm vorschlug, zog er seinen Arm zurück und führte ihn an seinen Mund. Keine Sekunde später lief ihm ein kleiner Rinsal Blut über die helle Haut. Noch einmal überlegte er, doch dann streckte er dem Jungen sein Hangelenk entgegen. Mit der anderen Hand hob er Felice' Arm an, damit sich die Finger um sein Handgelenk legen konnten. Er sollte das Gefühl haben, dass er Kontrolle über die Situation hatte, denn er würde ihn sicher zu nichts zwingen wollen. |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 19:04 Uhr
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Wieder ließ er die Lider sinken und genoss diese Berührung, die der Vampir ihm so selbstlos schenkte. Ach, wenn die anderen seiner Gesellschaft nur wüssten, wie er mit ihm umging, sie würden sich sicher totlachen, wenn sie dies nicht schon halbwegs wären.
„Ja, das ist eine gute Idee.“
Aber gewöhnte er sich dann an dieses Spektakel? Nein, irgendwie wollte er sich gar nicht daran gewöhnen, denn es war durchaus unnormal das ein Mensch Blut trank. Gut, es gab welche die so Irre waren und es taten, aber soweit ging es nicht.
Er redete sich einfach ein, dass es seine neue Form an Medizin ist. Etwas, was nicht gut schmeckte, wie diese grausamen Schmerztabletten, aber an das er sich sehr bald gewöhnen würde. So schloss er die Lider wieder und wartete ruhig und doch innerlich ein wenig nervös ab.
Dann, als er Luciens Handgelenk ergreifen konnte, atmete er tief ein. Er wollte es nicht zu lange hinaus zögern, aber er brauchte ein paar Sekunden, bevor er sich – noch immer mit geschlossenen Lidern – hinab beugte und seine Lippen sanft auf die blasse Haut senkte.
Zuerst hatte er die Wunde verfehlt, doch blind hatte er sich sanft voran getastet und bald den Ursprung gefunden.
Seine feinen Brauen zogen sich leicht angewidert zusammen, als die ersten Milliliter in seinen Mund flossen und sich deutlicher Eisengeschmack ausbreitete. Trotz allem beherrschte er sich so sehr damit, nicht zuviel und nicht zu hastig zu trinken, damit der Ältere abschätzen konnte, wann er genug intus hatte. |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 19:27 Uhr
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Fasziniert schaute er auf Felice hinab. Wie selbstverständlich er es hinnahm! Es war so unglaublich, dass er sich beinahe in seiner Bewunderung verloren hätte und nicht bemerkte, wie der Junge zu trinken begann. Erst einen Moment später registrierte er es. Er ließ ihn nicht viel trinken, aber er musste sicher gehen, dass die Menge genügte um Felice zu retten. So würde der Junge am Ende beinahe ein Glas getrunken haben, wenn man Blut denn in Gläsern abmessen wollte. Dann entzog er ihm sanft den Arm und leckte über die Wunde, die sich sofort darauf schloss. Er hob Felice' Kinn mit zwei Fingern an und griff mit der anderen Hand nach dem Saft. Glücklicherweise hatte er zuvor etwas davon eingeschüttet, so dass er das Glas sofort an die Lippen des Mailänders setzen konnte. Hoffentlich war es für ihn erträglich gewesen... Er hatte sich bemüht den Jungen so rücksichtsvoll, wie nur möglich zu behandeln. Jetzt musste er hoffen, dass er es auch vertrug...
"Trink, dann wirst du den Geschmack schnell verlieren!" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 19:33 Uhr
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Fasziniert schaute er auf Felice hinab. Wie selbstverständlich er es hinnahm! Es war so unglaublich, dass er sich beinahe in seiner Bewunderung verloren hätte und nicht bemerkte, wie der Junge zu trinken begann. Erst einen Moment später registrierte er es. Er ließ ihn nicht viel trinken, aber er musste sicher gehen, dass die Menge genügte um Felice zu retten. So würde der Junge am Ende beinahe ein Glas getrunken haben, wenn man Blut denn in Gläsern abmessen wollte. Dann entzog er ihm sanft den Arm und leckte über die Wunde, die sich sofort darauf schloss. Er hob Felice' Kinn mit zwei Fingern an und griff mit der anderen Hand nach dem Saft. Glücklicherweise hatte er zuvor etwas davon eingeschüttet, so dass er das Glas sofort an die Lippen des Mailänders setzen konnte. Hoffentlich war es für ihn erträglich gewesen... Er hatte sich bemüht den Jungen so rücksichtsvoll, wie nur möglich zu behandeln. Jetzt musste er hoffen, dass er es auch vertrug...
"Trink, dann wirst du den Geschmack schnell verlieren!" |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 19:53 Uhr
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Jeder Schluck mehr den er trinken musste wurde zu einer Qual. Am Anfang hatte es noch gut geklappt, aber als er mehr und mehr von dem Blut des Blassen in sich nahm, fing sein Leib an sich dagegen zu wehren, indem Übelkeit und Würgeräusche aufkamen. Doch er schlug sich tapfer. Er hielt stand und endete, als Lucien ihm das Handgelenk entzog.
Sein Blick sprach noch immer von Übelkeit, als er mit seinem Handrücken grob über die Lippen wischte und sich auf seiner Haut zarte Striemen des Blutes bildeten. Er keuchte und schnaufte leise, bevor er das Glas an seinen Lippen spürte und hastig begann davon zu trinken.
Gerne hätte er es seinem Gastgeber erspart, wie er darauf reagierte, aber er würde es sicherlich verstehen, immerhin war dies ein menschlicher Charakterzug.
Felice hatte das ganze Glas geleert und viel Erschöpft auf das wunderbare Bett zurück. Beide Hände rieben über sein Gesicht als er leise murmelte.
„Es tut mir Leid, Lucien. Ich wollte dir den Anblick ersparen, aber der Ekel davor steckt noch in meinen Knochen. Gott, es wird sicher eine Ewigkeit dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe… .“ |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 20:19 Uhr
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"Oh, es gibt nichts für das du dich entschuldigen müssest, Felice." Er stellte das Glas zur Seite und zog die Bettdecke über den Körper des Jungen. "Es wird nicht lange dauern. Nachdem das Blutsband vollkommen gewoben ist, wirst du es genießen, so unwahrscheinlich es jetzt auch klingen mag. Jetzt entspann dich und denk nicht mehr daran."
Zärtlich streichelte er ihm über das pechschwarze Haar und lächelte. "Du kannst die Nacht hier verbringen. Das ist vielleicht etwas besser. Möchtest du noch etwas lesen oder fernsehen? Ich könnte uns ein TV-Gerät besorgen, wenn du magst. Ach, wahrscheinlich bist du erschöpft. Entschuldige, das ich nicht daran gedacht habe."
Er neigte seinen Kopf entschuldigend und stand langsam auf um sich das Buch von seinem Nachttisch zu nehmen. Er würde noch etwas lesen. So konnte er auf den Jungen aufpassen und hatte gleichzeitig die Chance sich ein bisschen abzulenken, denn wenn er ehrlich war, hatte die Aktion auch ihn nervös gemacht, obwohl sie das nicht sollte.
"Schlaf ein bisschen. Ich werde hier bleiben und etwas lesen. Niemand wird dir etwas antun können. Dafür sorge ich." |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 20:39 Uhr
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Er fühlte sich so komisch als er spürte, wie gefühlvoll die Decke über seinen Leib gelegt wurde. Die Worte und die zusätzliche Berührung durch sein Haar ließen eine wohlige Wärme in ihn aufsteigen, die er selten zuvor spüren durfte.
Meine Güte, Lucien war wirklich so freundlich zu ihm, wie keiner zuvor!
„Soll ich…, soll ich wirklich hier bleiben?“
Murmelte er unsicher und sah sich um, wobei dies nichts nützte, denn so langsam meinte er zu wissen, wo alles steht. Ja, er kannte sich hier aus, er hatte genug Zeit gehabt sich hier wohl zu fühlen. Aber sollte er die Nacht hier verbringen? Was ist mit seinem Bruder?
„Na gut, ich kann mich zumindest etwas ausruhen.“
Und wenn er einschlafen würde, nun, dann war dies der Eingriff einer höheren Macht. Vico war ein schlauer Junge, er wusste, dass er auf seinen älteren Bruder zählen konnte und das er im Haus sein würde, wenn nicht in ihrem gemeinsamen Zimmer.
So nahm sich Felice die Freiheit und fiel einfach zur Seite. Das pechschwarze Haar verteilte sich auf den weißen, glänzenden Untergrund und ließ ihn gerade irgendwie verführend wirken, obwohl er das gar nicht sein wollte.
Seine Augen lagen stetig auf den Vampir und er beobachtete, wie jener sein Buch nahm und wohl darin lesen wollte.
„Lucien… .“
Erklang es leise unter den gefrorenen Wellen der Decke, die seinen Leib nur hier und da entblößten.
„ich würde gerne noch etwas mit dir reden, wenn es dir nichts ausmacht.“
Er zögerte einen Moment, doch dann beschlich ein fröhliches Lächeln seine Lippen. Es war so rein und ehrlich, das man glaubte, es nie zuvor an ihm gesehen zu haben.
„Sag, kannst du dich auch in eine Fledermaus verwandeln und durch die Nacht flattern?“
Ja, Humor hatte immer seine abnormalen Körperzustande abgeschwächt. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 19.05.2006 um 20:52 Uhr
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"Nur zu..." Er legte sein Buch zur Seite und sah den Jungen aufmerksam an. Bei Kain, wie schön er war! "...was gibt es denn?" Dann erschien plötzlich ein breites Lächeln auf seinem weißen, fast schon puppenartigen Gesicht. Er schüttelte den Kopf und verbannte seine Haare hinter die Ohren. Es gefiel ihm, dass der Junge sich nicht hängen ließ, denn dann hätte auch das stärkste Blutsband nur geringen Nutzen gehabt. Wer seinen Lebenswillen verlor, würde früher oder später ohnehin sterben. Zum Glück war Felice da anders. Er mochte die Art des Italieners sich über unangenehme Dinge hinweg zu trösten.
"Nein, in eine Fledermaus kann ich mich nicht verwandeln. Ich habe in der Schule nie aufgepasst und jetzt fliege ich als fliederfarbener Elefant durch die Nacht." |
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