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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 13:30 Uhr   
Abwartend stand Sandro da und starrte verwirrt auf den Burschen.
„Na gut. Ich frage dich nach der Aufführung erneut. Vielleicht hast du es dir ja bis dahin überlegt. Ich sollte dir etwas Zeit geben, ja, das ist richtig.“
Kichernd tätschelte er Felices Kopf und öffnete die Türe, um hinaus zu treten. Bevor er ging hatte er nur noch eines gesagt.

„Denk ja nicht daran, dass du so einfach davon kommst. Immerhin haben sich zwei verlorene Teile wieder gefunden und das sollte unbedingt gefeiert werden!“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 13:45 Uhr   
Er musste zugeben, dass er sehr erleichtert war, als Felice wieder in der Loge saß. Nach fünf Minuten hatte er wirklich begonnen sich Sorgen zu machen. Die Toilette war keine fünfzehn Meter entfernt und nie überfüllt, was wahrscheinlich daran lag, dass man die wertvolle Zeit, in der man Geschäfte abwickeln konnte, nicht vergeuden wollte. Als der junge Mailänder aber kurz vor Ende der Pause wieder neben ihm saß, hätte er erleichtert durchgeatmet, wenn er denn hätte atmen müssen. So schenkte er ihm nur ein wunderschönes Lächeln und beugte sich zu ihm hinüber.
"Geht es dir wieder besser? Ich hatte schon Sorgen, dass du zusammengebrochen wärst. Du sahst vorhin wirklich nicht gut aus und als du plötzlich nicht mehr da warst, als ich wiederkam, dachte ich dir sei etwas passiert. Rasmus hat mich dann freundlicherweise aufgeklärt. Möchtest du etwas trinken? Das wäre vielleicht nicht schlecht, oder?"
Und tatsächlich, da lag Sorge in seinen Augen. Er hatte schließlich auch wirklich Angst gehabt, dass ihm was zugestoßen sein konnte. Jetzt wo er wieder hier war, entspannte er sich langsam wieder.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 14:44 Uhr   
Immer und immer wieder huschten Sätze der Freude durch seinen Kopf, nachdem er wieder in der Loge saß und sich über das bewusst wurde, was da passiert war. Zunehmend entspannte sich sein Körper und ein zartes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus.
„Er war wieder da! Er ist zurückgekehrt! Er hat sich nicht verändert! Er hat mich nicht vergessen!“
So lauteten die Sätze in seinem Kopf die er mit großem Genuss walten ließ.
Plötzlich vernahm er die Worte von Lucien und – ganz ungewöhnlich als man meinen könnte – erwiderte er dessen Lächeln und neigte den Kopf.

„Entschuldige, ich habe mich verirrt! Dieses Gebäude ist so groß, da bin ich blindlings in die Räume der Angestellten gerannt. Aber ist ja egal. Etwas trinken klingt gut!“
Er lächelte noch immer und strich sich störende Strähnchen aus der Stirn, als er sich ebenso zu Lucien vorgebeugt hatte.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 20:51 Uhr   
Oh, wie wunderbar! Felice schien ihren kleinen Vorfall vergessen zu haben. Mit dem gleichen Lächeln, mit dem er den Jungen auch begrüßt hatte, stand er auf und nickte ihm zu.
"Ich hole dir etwas. Ich denke, dass Wasser in deinem Zustand das Beste ist!"
Wenn er geahnt hätte, wie es Felice ging, dann hätte er sicher Champagner geordert, aber so glaubte er wirklich, der Junge brauche etwas um seinen geschwächten Körper zu stärken. So ging er zu dem Tisch auf dem Getränke und kleine Häppchen bereitstanden. Mit einem Glas Wasser und einem halben, mit Käse belegten Brötchen setzte er sich wieder zu Felice und gab es ihm.
"Hier, das wird dir hoffentlich gut tun!"
Sein bergseeblauer Blick ruhte noch einen Moment auf Felice, aber dann schaute er zur Bühne hinunter. Es war toll, dass der Junge sich wieder beruhigt hatte, denn er wollte ihn wirklich nicht verletzen. Ganz im Gegenteil. Zufrieden seufzte er auf und lehnte sich in seinem Sessel zurück. Rasmus hingegen rümpfte unauffällig die Nase. Irgendetwas stimmte da nicht, aber er wusste noch nicht was es war. Felice wirkte, wie ausgewechselt, oder bildete er sich das nur ein?
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 21:17 Uhr   
Rasmus Verdacht war gar nicht fehl am Platze und hier erkannte man den Missmut der Menschen am Besten. Diese Skepsis die sie bewahrten, um sich so lange wie Möglich am Leben zu erfreuen. Es war klar dass Lucien es so einfach hinnahm, denn für ihn stand nichts auf dem Spiel, was lebensgefährlich sein könnte.
Aber um ehrlich zu sein war es kaum zu übersehen. Irgendwas musste vorgefallen sein, als Felice angeblich auf die Toilette gegangen war. Sein Gesicht strahlte so sehr, dass man es kaum in Worte fassen konnte. So eine Gefühlsregung hatte man noch nie bei ihm gesehen, nein, noch nie.

„Danke, Lucien! Du bist mal wieder sehr zuvorkommend. Dabei habe ich noch alle Gliedmaßen an meinem Körper!“
Ein fröhliches Lachen huschte über seine Lippen und die Worte, die er gesprochen hatte, besaßen überhaupt keine Spitze. Die Welt schien auf einmal in Ordnung zu sein.
Für den Dichter war das durchaus der Fall. Er war noch immer aufgeregt über das Treffen, was er eben hatte. Meine Güte, sie würden sich sicher sehr viel zu erzählen haben! Wobei er leider die besten Punkte auslassen musste, aber immerhin!
Ja, er freute sich schon darauf und aß nun das Käsebrötchen und trank genießend vom Mineralwasser.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 21:34 Uhr   
Kurz zog Lucien seine Augenbrauen zusammen. Bildete er es sich nur ein oder strahlte Felice plötzlich Schönheit aus, die er zuvor noch nicht bemerkt hatte? Zu gerne hätte er sich in seine Gedanken gleiten lassen und erfahren an was er mit diesem bezaubernden Lächeln dachte. Aber er hatte sein Wort gegeben und so nickte er nur.
Die Vorstellung ging noch eine gute Stunde, bevor der Saal in höflichem Schlussapplaus ausbrach. Es war eine gute Aufführung gewesen, mit tollen Sängern und Musikern, aber irgendetwas stimmte an diesem Abend nicht. Bevor er sich weitere Gedanken machte, stand Lucien auf und lächelte den anderen zu.

"Na, dann kommt! Ich lade euch noch auf ein Getränk ein. Nach so einer Vorführung ist das sicher das Beste. Vielleicht möchtet ihr ja auch noch ein Eis?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 22:24 Uhr   
Die Brüder spendeten gebührenden Beifall, nachdem die Vorstellung zu Ende gegangen war.
Eigentlich empfand er es als furchtbar zu sehen, wie solche Orte dafür ausgenutzt werden, um Geschäfte zu machen. Immerhin waren diese Orte doch Erholung und Freude, wie konnte man so was nur vergessen und es derartig ausnutzen? Aber in die Köpfe manch anderer Leute konnte man einfach nicht hinein sehen.
Vico strahlte als er hörte, dass der Abend noch weiter ging.

„Oh ein Eis, ja, ein Eis und ein Getränk!“
„Vico!“
Also ehrlich. Manchmal glaubte er, der Kleine war ziemlich verzogen! Dennoch konnte er nur amüsiert dreinblicken und seinem Bruder über das Haar streichen.

„Du kriegst doch Bauchweh bei soviel kaltem Zeug. Ich möchte nicht, dass es dir schlecht geht.“
Vico zog zwar eine Schnute, musste sich aber wohl dem Willen seines Bruders beugen. Immerhin saß er am längeren Hebel. Das war eben so, wenn man größer war als die anderen.
Dann aber richtete Felice seinen Blick auf den Blassen.

„Wenn…, wenn es euch nichts ausmachen würdet dann, dann könnte ich noch jemanden mit uns mitnehmen?“
Unsicher sah er zu Rasmus hinüber und wieder zurück zu Lucien.
Ah, das war es also!
  TopZuletzt geändert am: 27.05.2006 um 22:25 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 22:36 Uhr   
Rasmus gab Vico eine scherzhafte Kopfnuss und fügte grinsend hinzu:
"Da hörst du's, Kleiner! Kein Eis! Dafür können wir morgen noch eine Runde Twister spielen. Ich wollte mich ohnehin ein bisschen mehr bewegen und da dachte ich mir, würdest du auch noch Spaß bei haben. Na, ist das nicht ein Deal?"
Er zwinkerte ihm zu und wandte seine Aufmerksamkeit dann Felice zu. Das war eine Frage, die selbst ihn überraschte. Für Lucien würde das heißen Verantwortung für eine völlig fremde Person auf sich zu nehmen. Unsicher, ob er es tun würde, schaute er den Unsterblichen an.
Lucien hob eine Augenbraue. Das durfte doch nicht wahr sein. Es war ihm nicht recht, das jemand das Anwesen betrat, den er nicht kannte und der eine Gefahr für die Maskerade bedeuten konnte. Trotzdem bemühte er sich sehr freundlich zu sein. Vielleicht war alles anders, als es sich anhörte.

"Du möchtest jemanden mitnehmen? Ein Mädchen?"
Das wäre die angenehmste Variante. Mädchen waren durch den Prunk leicht zu beeindrucken.
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geschrieben am: 27.05.2006    um 22:48 Uhr   
„Nein…, nein es ist kein Mädchen.“
Sein Hals wurde schrecklich trocken und er musste sich deswegen räuspern.
Was würden sie nur sagen, wenn sie Sandro sehen würden? Ach, ehrlich gesagt war ihm dies ziemlich egal.

„Ich meine, es ist doch nicht schlimm wenn er mitkommt, oder? Wir gehen doch in ein Lokal, oder nicht? Wenn…, wenn ihr zum Anwesen geht dann komme ich später nach. Das ist kein Problem.“
Bei seinem Satz war zunehmend die Begeisterung zurückgekehrt. Er war so zuversichtlich dass man meinen könnte, man konnte ihm die Laune nicht mehr vermiesen.
Zudem empfand er seinen Vorschlag als durchaus akzeptabel, sodass er sich sogar zunehmend darauf stützte.

„Genau! Ihr geht und ich komme später dann einfach nach!“
„Aber wer ist es denn, Felice?“
Fragte nun der kleine Vico.
Sacht drückte er die Lippen zusammen und richtete den Blick auf den Jüngsten im Bunde.

„Es ist Sandro, Vico.“
Da rümpfte der Kleine aber mächtig die Nase und winkte ganz gelangweilt ab.
Man sah dem Maler an, dass er ziemliche Abneigungen gegen den Geiger hegte. Und ja, er hatte seine speziellen Gründe dafür.
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geschrieben am: 27.05.2006    um 22:59 Uhr   
"Oh, ihr bringt mich noch alle um das letzte Bisschen Verstand, das mir geblieben ist!" seufzte Lucien und strich sich mit der blassen Hand über das Gesicht. Natürlich, er konnte den Jungen nicht in einen Käfig sperren, aber irgendetwas gefiel ihm nicht daran, dass er sich mit diesem Sandro treffen wollte. Er kannte ihn nicht und wer garantierte ihm, dass er ihm nichts antat. Sein Blick auf Vico bestätigte das. Natürlich, Vico war noch ein Kind, aber in dieser Sache vertraute er ihm. Er schaute Felice einen kleinen Moment an und schüttelte dann seinen Kopf. "Mach was du willst, aber denk daran, dass wir heute Nacht noch etwas zu erledigen haben."
Dann wandte er sich an Rasmus. "Tu mir bitte einen Gefallen und geh mit Vico noch etwas trinken. Ich möchte zurück."
Er wuschelte dem Jungen über den Kopf und seufzte leise. Als er Rasmus' Nicken sah, drehte er sich um, um die Loge zu verlassen.
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geschrieben am: 27.05.2006    um 23:15 Uhr   
Es war ganz unerwartet und unnatürlich, aber es war wie es war, denn Felice hatte nur die Schultern gezuckt und Lucien flüchtig hinterher gesehen. Er sah es nicht ein seine Beziehungen schleifen zu lassen, nur, weil der Blasse seine Freunde nicht kannte. Er kannte auch seine Freunde nicht, machte er deswegen eine Szene? Nein, tat er nicht!
Auch der bettelnde Blick von seinem Bruder ignorierte er gekonnt. Niemand könnte ihn nun davon abhalten sich das wieder zu holen, was er verloren geglaubt hatte. Er fühlte sich ausgesprochen gut bei dem Gedanken und so kniete er sich vor Vico hinab.

„Nun mach nicht so ein Gesicht! Ich weiß, du magst ihn nicht, aber ich mag ihn. Möchtest du mit Rasmus noch weggehen oder ins Anwesen zurück?“
„Ich will dass du mich nach Hause bringst!“
„Das geht nicht.“
Antwortete Felice knapp und ziemlich angebunden.
Wieso machten ihm nun alle eine Szene? Musste er sich etwa nun schuldig fühlen?
Ganz widerwillig blitzten die dunklen Augen des jüngsten Foscari auf. Der Bursche wusste was früher passiert war und er mochte gar nicht daran zurückdenken. Alles würde nur noch schlimmer werden, als es eh schon war. Dessen war der Junge sich ziemlich sicher.
Auf Rasmus Dealanfrage hatte der Maler bislang noch immer nicht reagiert.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 23:25 Uhr   
Manchmal glaubte Rasmus wirklich, dass er der einzige Vernünftige in der kleinen Gruppe war, Vico einmal ausgeschlossen, weil er noch zu klein war um wirklich vernünftig zu wirken. Er unterdrückte ein Geräusch absoluter Missbilligung und legte dem Kleinen einen Arm um die Schulter. Wenn sich sein Bruder schon nicht um ihn kümmern wollte, dann würde er es machen und das wirklich gerne.
"Na komm, Vico. Du hörst doch, dass sich dein Bruder lieber mit einem Freund treffen will, als etwas mit dir zu unternehmen. Wir beide gehen ins Anwesen zurück, trinken heißen Kakao und sehen uns die ganze Nacht Filme an. Außerdem wird Felice nicht die ganze Zeit wegbleiben. Danach könnt ihr sicher noch was machen. Und manchmal muss man eben teilen lernen, auch wenn man den, mit dem man teilen soll, nicht mag. Dein Bruder wird schon wissen was er macht. Er ist schließlich alt genug."
Er gab ihm einen kleinen Klapps auf den Hinterkopf und ging dann aus der Loge, jedoch nicht ohne an seinem Hamd zu zupfen, dass er ihm auch ja folgte.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 27.05.2006    um 23:43 Uhr   
Die ersten Sätze, die Rasmus gesprochen hatte, mochte er ganz und gar nicht. Es traf nicht die Wahrheit, dass er sich nicht um seinen Bruder kümmern wollte, – nein, er hätte ihn sogar mitgenommen wenn die zwei sich gemocht hätten! – aber irgendwann durfte er doch auch gewisse Rechte einfordern, die er sich verdient hatte, oder nicht? Dass das Ganze nun auf Rasmus hängen blieb, dazu konnte er nichts. Immerhin hatte er ihn nicht darum gebeten sich um den Jüngeren zu kümmern.
Wie dem auch sei. Vico gab mit einem eingeschnappten Schnaufen nach und folgte dann dem Älteren, sodass Felice schon bald alleine in der Loge zurück blieb.
Er wartete noch fünf Minuten, dann setzte auch er sich in Bewegung und verließ den schönen Opernsaal.
Draußen war es windig und schrecklich kalt geworden. Für einen kurzen Augenblick dachte er wirklich daran, es hätte sich gar alles gegen ihn verschworen. Doch jener Gedanke wurde schnell beiseite geschoben als er einen sicheren Griff an seiner Schulter spürte.

„Da bist du ja. Du lässt mich aber ziemlich warten. Ich dachte schon, ich hätte dich tatsächlich verpasst. Wie gut, dass es doch nicht so ist.“
Langsam wendete Felice seinen Kopf und linste über seiner Schulter in das freudig dreinblickende Gesicht des Blonden. Er selbst lächelte nur zögerlich.

„Schön, dass du dich doch dafür entschieden hast. Ehrlich gesagt habe ich nichts anderes erwartet. Komm, da steht mein Wagen!“
Sandro legte seinen Arm um Felice Schulter und zog ihn dann aufbruchbereit mit sich mit. Der Dichter hingegen wirkte leicht überrumpelt.

„Wagen? Wieso? Ich dachte, wir wollten etwas trinken gehen?“
„Ja, aber das machen wir bei mir zu Hause! Da ist es warm und gemütlich. Ich wollte dir sowieso meine Wohnung mal zeigen. Die ist wirklich toll!“
Das…, das war keine so gute Idee. Wenn er mit Sandro dahin ging, dann würde er den Weg nicht mehr zurück finden. Hoffentlich war er so gütig und brachte ihn auch wieder nach Hause zurück… .
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 27.05.2006    um 23:56 Uhr   
Das Wetter war wirklich nicht das Beste; das mussten auch Rasmus und Vico einsehen, denn als sie aus dem Gebäude traten, schlug ihnen kalter Wind entgegen und das, wo es doch eigentlich schön warm sein sollte. Im Gedränge hatte der Ältere den Jungen an die Hand genommen, damit er ihn nicht verlor, aber hier draußen, gab er ihn wieder frei. Gott sei Dank hatte Lucien ein Taxi genommen, so dass die beiden in dem Wagen zurückfahren konnten in dem sie gekommen waren. Rasmus achtete darauf, dass Vico sich ordentlich anschnallte und lächelte ihm dann kumpelhaft zu.
"Du bist nicht besonders begeistert, dass dein Bruder sich mit diesem Sandro trifft, oder? Wer ist das überhaupt? Ich meine, du scheinst ihn ja zu kennen, so wie du deinen Bruder gerade angefunkelt hast."
Er legte seinen Kopf schief und beobachtete das Gesicht des Kleinen, während sie durch die engen Straßen der Stadt fuhren.
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.05.2006    um 19:02 Uhr   
Der Junge, der nach allen Regeln der Kunst sicher im Wagen saß, schwieg ein paar Momente um zu überlegen. Er wusste nicht, ob es richtig war davon zu erzählen. Sein Bruder hatte ihm beigebracht ein paar Dinge im Leben für einen selbst zu behalten, aber bei dieser Sache sollte es wichtig sein.
So hob er den Kopf und suchte nach dem Blick des Älteren.

„Wie soll ich sagen? Er ist einfach ein seltsamer Mensch. Ich mag ihn wirklich nicht, weil Felice dann so komisch wird. Nachdem er vom Internat zurück nach Hause kam, hatte sich Sandro ein paar Wochen Zeit genommen um ihm zu folgen. Na ja, mein Bruder wurde da schrecklich egoistisch, aggressiv – denn eigentlich ist er das nicht von Grund auf – und stumpf. Es interessierte ihn dann kaum niemanden mehr solange er bei Sandro bleiben konnte… .“
Er senkte wieder den Blick und biss sich sanft auf die Unterlippe.
Er mochte es nicht, wenn sein Bruder so manipuliert wurde.

„Er sagte mir mal, Sandro ist ihm sehr wichtig und ich glaube das meint er fürchterlich ernst. Ich…, ich denke die hatten so eine komische Liebesbeziehung, darum glaube ich auch das er heute nicht zurückkommen wird.“
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.05.2006    um 19:14 Uhr   
Schweigend hörte Rasmus dem Jungen zu. Er nickte an den passenden Stellen und legte einen Arm um Vicos schlanke Schultern. Wenn es wirklich so war, wie der Kleine sagte, dann könnte es Probleme geben. Lucien würde sich entscheiden müssen, ob er das Risiko einging und Felice vertraute, oder ob er ihn zum Schweigen brachte. Das würde wiederum bedeuten, dass auch sein kleiner Bruder darunter leiden würde. Selbst der Unsterblich würde ihn nicht beschützen können, wenn Felice nicht mehr da war. Für ein Menschenkind war im Anwesen wirklich kein Platz und ob Lucien Vico wirklich ghoulen würde, war fraglich, schließlich könnte auch das Gefahr bedeuten. Rasmus seufzte leise auf.
"Ach, weißt du, Vico, manchmal müssen Jungen in Felice' Alter ihre Grenzen austesten. Sie müssen austesten, wie weit sie gehen dürfen und wann sie Ärger bekommen. Ich glaube nicht, dass dein Bruder dich allein lässt. Er liebt dich und euch verbindet sehr viel. Außerdem muss er nochmal ins Anwesen zurückkommen. Er hat nämlich einen ziemlich wichtigen Termin mit Lucien, den er nicht verpassen darf. Und selbst wenn er und dieser Sandro eine Liebesbeziehung haben, dann ist das nicht schlimm, nur weil er ein Junge ist. Wenn du sagst, dass du ihn nicht magst, weil er Felice so bestimmt, dann ist das aber okay."
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 28.05.2006    um 19:25 Uhr   
Auch er nickte aufmerksam, zog die Beine hinauf und schlang seine dünnen Arme darum.
Über das Schicksal wusste der Kleine wenig, aber er befürchtete wirklich dass es Probleme geben würde. Diese Probleme hatte es früher genauso gegeben und danach, als er Sandro aus den Augen verloren hatte, war er ganz seltsam geworden.

„Weißt du, ich finde es auch nicht schlimm dass Felice Sandro ganz doll mag, nein, irgendwie ist er dadurch auch sehr aufgeblüht. In dieser Zeit mit Sandro habe ich ihn nie so fröhlich gesehen, als in seinem gesamten Leben. Daher würde ich ihm nie das nehmen oder verbieten, was ihn glücklich macht, verstehst du? Als Sandro verschwand habe ich Felice öfter dabei erwischt wie er ganz trostlos und verkümmert in seinem Zimmer saß und aus dem Fenster starrte. Zwar lachte er auch, wenn wir zusammen etwas unternahmen, aber das war nie dasselbe lachen als wenn er von Sandro zurück kam oder sie mich mitnahmen. Ich glaube, er braucht so was wirklich nach all dem, was er durchgemacht hat und durchmacht. Immerhin ist er ja krank, nicht wahr? Da sollte man es ihm lassen!“
Da merkte man, dass Vico noch gar nichts von dem wusste, was im Moment ablief. Man hielt einen schützenden Umhang um ihn und das war mehr als wichtig gewesen.

„Oder…, oder findest du nicht, Rasmus?“
Flüsterte er leise und sah den Älteren fürchterlich fragend an.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 28.05.2006    um 19:36 Uhr   
"Ich weiß nicht, Vico. Einerseits tut dieser Sandro deinem Bruder sicher gut. Andererseits, sagst du, macht er ihn aggressiv und stumpf. Man muss abwägen, was wichtiger ist. Manchmal muss man die Entscheidung eines anderen einfach hinnehmen, auch wenn sie einem nicht gefällt. Wenn Felice zum Beispiel wirklich bei Sandro bleiben würde, müssten wir uns überlegen, was aus dir wird. Vielleicht müssten wir dich zurück ins Internat bringen. Aber das können wir nicht entscheiden. Das muss Felice tun."
Er nickte schwer und zog den Jungen in seine Arme. Ach, er war noch so klein. Er hatte es wirklich nicht verdient, dass er sich darum Gedanken machen musste.
"Aber das passiert sicher nicht. Felice möchte ja, dass es dir gut geht. Mach dir als keine Sorgen.
Was für einen Film wollen wir uns denn gleich ansehen? Wie wäre es mit Ice Age, oder Shrek?"
Es war wohl das Beste für sie alle, wenn Rasmus das Thema wechselte. Er musste den Jungen nicht unnötig belasten. Nein, dafür war er zu sanft.
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geschrieben am: 30.05.2006    um 00:02 Uhr   
Sacht drückte sich der Kleine Junge an seinen großen Gefährten.
Diese ganzen Dinge waren viel zu kompliziert für ihn, darum sagte er auch nichts mehr dazu, sondern nahm es stillschweigend hin. Was mit ihm sein würde, das stand doch schon lange in den Sternen geschrieben. Aber die Vorstellung das Felice ihn und die Verpflichtung gänzlich vergessen würde, daran zweifelte er ziemlich.
Nein, dafür musste schon etwas wirklich Seltsames geschehen.

„Oh, ich mag Ice Age sehen.“
Wisperte der Kleine und schaffte es sogar sanft dabei aufzulächeln.

Mittlerweile hatten Sandro und Felice seine Wohnung erreicht. Mit einem sanften, unwohligen Gefühl im Magen stand er inmitten des Wohnzimmers und sah sich geduldig um.
Es gab nichts, was außergewöhnlich war und doch schien ihm alles gerade furchtbar interessant vorzukommen. Irgendwie war das doch verrückt, oder?

„Steh nicht so blöd da rum, setz dich!“
Forderte der Blonde seinen Gast auf, der dem Angebot natürlich sofort nachkam.
Felice ließ sich auf einem schwarzen Ledersofa nieder und strich mit den Handflächen über den kühlen Stoff während er dabei zusah, wie Sandro in der Küche verschwand um Tee aufzuschütten.

„So, da wie ja nun hier sind können wir uns auch ungestört unterhalten! Immerhin hast du mir eine Menge zu erzählen und ich dir ebenso! Aber ich lasse dir mal den Vortritt. Also, wie geht es dir denn und was machst du gerade?“
Das waren die ersten Fragen, die er noch angenehm beantworten konnte. Als es heikler wurde, stützte er sich darauf zunehmend den anderen mit Fragen zu überhäufen, um ihn somit von den seinen abzulenken. Am Anfang gelang ihm das auch noch gut, aber dann… .

„Mensch, du weichst mir aber ziemlich aus. Hast du etwa ein Geheimnis vor mir?“
Lächelnd überschlug Sandro seine schlanken Beine. Noch immer saßen sie auf der bequemen Couch im Wohnzimmer.

„Nein, natürlich nicht! Du stellst nur Fragen, die ich nicht beantworten kann. Nicht, weil ich dir etwas verheimlichen möchte, sondern weil der Weg noch viel zu unklar ist um darüber zu spekulieren. Lass uns doch von etwas anderem reden!“
„Und von was?“
Wisperte Sandro und lehnte sich etwas näher zu Felice hinüber. Jener spürte den musternden Blick auf sich liegen.

„Zum Beispiel darüber…, dass es spät ist! Rufst du mir ein Taxi?“
Verlegen leckte sich Felice heimlich über die Lippen als er das fröhliche Lachen des Blonden hörte.
  TopZuletzt geändert am: 30.05.2006 um 00:20 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 30.05.2006    um 00:03 Uhr   
Es war durchaus sehr spät geworden und er hatte wirklich noch etwas zutun, wenn man es so sagen wollte. So war er doch froh zu sehen dass sich Sandro sehr feinfühlig gab und ihm tatsächlich ein Taxi bestellte. Doch dafür musste er ihm versprechen, morgen wieder vorbei zu kommen, was er natürlich gerne tat.
So trudelte der junge Foscari nach Mitternacht in das Anwesen ein. Sandro hatte ihm diese kleine Fahrt bezahlt, weil er ihn auch zu sich eingeladen hatte, ohne zu überlegen aber nun war er sehr froh es überstanden zu haben. Wo mag Lucien stecken? Ob er noch zu Hause war?
Gähnend sah er sich in der Halle um.
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geschrieben am: 30.05.2006    um 00:22 Uhr   
Rasmus hatte ein außergewöhnlich gutes Gespür für Stimmung. Er schaffte es mit wenigen Handgriffen den Fernsehraum in eine kleine Eiswüste zu verwandeln. Weiße Decken auf dem Sofa und den Sesseln, Eiswürfel in den Getränken und natürlich auch Speiseeis, dazu gedämpftes, wirklich weißes Licht und schon war der Schauplatz perfekt. Abgerundet wurde alles nur noch durch eine Schale Popcorn und einige weiße Kissen. Er hatte die DVD vor einer halben Stunde eingelegt und lag nun halb sitzend auf dem Sofa, einen Arm um Vico, eine Hand um sein Glas geschlungen. Er hatte das Gefühl dem Jungen etwas schuldig zu sein. Nein, er hatte es nicht verdient, dass sein Bruder ihn so behandelte und so war er gerne bereit ihm ein bisschen Nähe und Aufmerksamkeit und natürlich auch Eis und Getränke zukommen zu lassen. Ja, er mochte Vico wirklich sehr gerne und er würde alles dafür tun, dass es ihm gut ging. Seltsam, dass es schon so war, obwohl er ihn kaum kannte. Fürs erste reichte es ja sich über das Säbelzahneichhörnchen und seine Nuss lustig zu machen.
Währenddessen ging Lucien in seinem Zimmer auf und ab. Er hatte sich beruhigt, auch wenn er nicht wusste, warum er sich eigentlich aufgeregt hatte. War es die Tatsache, dass Felice andere Freunde hatte? Nein, auch Rasmus hatte eine Menge davon und auf sie war er nicht eifersüchtig. Es war eher die Tatsache, dass Felice undankbar war. Er hatte sofort angenommen, dass sie seinen Freund mitnehmen würden und nicht daran gedacht, dass sie vielleicht zu Viert etwas geplant haben konnten. Aber er wollte es ihm nicht verübeln. Der Junge brauchte Gesellschaft und sein Bruder war in guter Gesellschaft. Der Unsterbliche machte sich lediglich Sorgen um ihn selbst. Was, wenn dieser angebliche Freund ihn plötzlich entführen würde? Was wäre, wenn er auf offener Straße zusammenbräche? Fragen über Fragen auf die er keine Antwort fand. Seufzend strich er über die Blätter der weißen Blume.

"War die ganze Mühe umsonst? Habe ich versucht ihm mein Vertrauen zu schenken, nur damit er mich jetzt enttäuschen kann? Ist er es wirklich wert, dass ich ihm so viel entgegenbringe?
Wahrscheinlich schon. Ich habe noch nie einen Menschen, wie ihn getroffen und ich wünsche mir, dass er endlich einsieht, dass ich für ihn nicht nur ein Lebensretter sein will. Aber das wissen wahrscheinlich nur wir beide, oder was meinst du?"
Er strich noch einmal über die Blüte und sah dann schweigend aus dem Fenster.
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geschrieben am: 30.05.2006    um 00:42 Uhr   
Vico hatte das total toll gefunden was Rasmus in wenigen Minuten gezaubert hatte. Er war sogar verlegen geworden weil der Bursche der Meinung war, solch ein Theater wegen einem einfachen Filmeabend nicht anstellen zu müssen. Irgendwie empfand er es jetzt jedoch als total klasse und genoss die Gesellschaft von Rasmus sehr. Er freute sich, dass ein Mensch der mehr als doppelt so alt wie er war sich für ihn interessierte und sogar einen Abend mit ihm verbringen wollte. Zwar wusste der Kleine nicht genau, wie er das genau bekunden sollte, machte jedoch genügend Anzeichen die darauf schließen ließen, dass Vico Rasmus sehr gern hatte.

Langsam schlappte Felice die Treppen hinauf. Er hatte es durchaus mitbekommen, dass Rasmus und Vico sich einen Film ansehen wollten, darum würde er nun noch nicht in diesen Fernsehraum gehen, um nachzusehen. Es reichte, wenn er sich später den Vorwürfen seines Bruders ausliefern würde.
Dasselbe Gefühl galt jedoch auch dem Blassen. Ob er sich mittlerweile abgeregt hatte? Wie würde er ihn vorfinden, wenn er bald an seine Tür klopfte? Ob er ihn anschreien würde? Oder ob er doch nur lächelte – gar belächelte?
All jene Gedanken begannen zu kreisen während sich der schöne Leib immer weiter und weiter vorantrieb, bis er vor der Tür des mehrmalig Älteren stehen blieb. Er straffte die Schulter, atmete tief ein und aus und klopfte dann an die Türe. Kurz darauf drückte sich der schlanke Leib in den Innenraum.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 30.05.2006    um 00:54 Uhr   
Das Klopfen schreckte ihn aus seinen Gedanken, aber er drehte sich weder um, noch erhob er seine Stimme um dem Bittsteller Einlass zugewähren. Wenn es nur Personal war, so würde es auch wieder verschwinden. Rasmus würde nicht anklopfen und so blieben nur noch wenige Personen. Er seufzte, als er die Gestalt des jungen Menschen in der dunklen Fensterscheibe sah. Er... er war wieder da und so wie er sah sogar unbeschadet! Ihm war nichts passiert! Wenn er hätte atmen müssen, so hätte er jetzt sicher erleichtert ausgeatmet. So sah er den Jungen nur noch einen Augenblich in der Fensterscheibe an, dann drehte er sich um. Er hatte die Krawatte ein bisschen gelöst, so dass es eher lässig, als geschäftsfähig wirkte. Kurz leckte er sich über die Lippen, aber dann ging er auf seinen Couchtisch zu und schenkte Wasser aus einer hohen Karaffe in ein Glas. Er stellte es wieder zurück auf den Tisch und strich sich dann eine Strähne aus dem Gesicht. Nachdem er glaubte seine Stimme vollkommen unter Kontrolle zu haben, ließ er sich in seinen Stuhl sinken.
"Möchtest du dich zu mir setzen?"
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Nutzer: FeliceFoscari
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geschrieben am: 30.05.2006    um 01:09 Uhr   
„Wenn ich das nicht wollen würde, wäre ich dann hier?“
Entkam es ihm ziemlich gelassen und selbst für ihn etwas zu genau. Darum hatte er auch irritiert den Kopf geschüttelt und einen Augenblick gezögert, bevor er sich gänzlich von der Tür entfernte und hinüber zu dem Tisch ging.
Sein Gang war lasziv und locker, sodass man meinen könnte, der junge Foscari hatte im Augenblick gar keine Sorgen und Schmerzen mehr. Leider stimmte da nur ein Teil.
Endlich ließ er sich in einen der Sessel fallen und hatte sein Augenmerk auf das Wasserglas gerichtet. Der Inhalt wirkte fahl im Mondlicht, genau wie alles andere was auf irgendeine Weise vom Fenster aus erhellt wurde.
Er überschlug die Beine und hielt den Kopf mit seiner Hand, wobei der Blick nun endlich auf dem Vampir lag. Zuerst wusste er gar nicht, was er sagen sollte, aber dann fiel ihm etwas schrecklich aktuelles ein.

„Warst du eben etwa eingeschnappt?“
Fragte er prompt und ohne einen Zwang gerade heraus.

„Ich habe deine Reaktion nicht verstanden. Du, Rasmus und ganz besonders mein Bruder seid mir vorhin sehr intolerant gegenüber getreten, ist dir das eigentlich klar, Lucien? Ich weiß nicht, wo das Problem war, dass ich mich mit einem Freund treffen wollte. Ist das nicht etwas schrecklich Normales? Euch sehe ich jeden Tag aber ihn…, ihn sehe ich weniger. Ich flippe doch auch nicht gleich aus wenn ich wissen würde, dass du weg bist.“
Er rümpfte seine Nase und schien kurzen Prozess machen zu wollen.
Auch hier bemerkte man wieder dass Felice nicht zu der Sorte Mensch gehörte, die das, was passiert war, einfach totschwieg. Nein, er wollte darüber reden und es ausdiskutieren, egal auf welcher Weise es enden mag. Immerhin war er in dieser Sache äußerst fair eingestellt.
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Nutzer: LucienAmadeus
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geschrieben am: 30.05.2006    um 01:22 Uhr   
"Das würde mir an deiner Stelle zu denken geben. Drei 'Menschen' sagen dir, dass sie nicht viel davon halten, wenn du dich in diesem Moment mit deinem Freund triffst, darunter auch dein Bruder und du ignorierst es. Na ja, ich bin müde darüber zu reden. Langweile mich nicht damit."
Er schüttelte seinen Kopf, so dass ihm die schwarzen Strähnen das Gesicht umrahmten. Oh, eigentlich hatte er ihm sagen wollen, was er sich für Sorgen gemacht hatte und wie froh er war, dass er wieder nach Hause gefunden hatte, aber die Art und Weise, wie Felice mit ihm sprach, widerte ihn an. Nein, er behielt die Worte lieber für sich und konzentrierte sich auf das Schimmern des Wassers in der Karaffe. Konnte sich der Junge nicht vorstellen, dass er Angst gehabt hatte? Unmöglich!
Seufzend stand er nach einem Augenblick auf und ging auf sein Bett zu. Auf dem Nachttisch hatte er noch immer das Buch liegen in dem der Mailänder vor einer Weile geblättert hatte. Er nahm es und ließ sich auf die frischen Laken fallen.
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