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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 06.05.2003    um 14:39 Uhr   
Er hat seinen Engeln befohlen über Dir, daß sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen, daß sie Dich auf Händen tragen und Du Deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.
Psalm 91
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 06.05.2003    um 14:42 Uhr   
Du bist nicht mehr da wo du mal warst,
aber du bist überall wo wir sind !
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 06.05.2003    um 14:44 Uhr   
"Jetzt bist du schon gegangen, Kind,
Und hast vom Leben nichts erfahren,
Indes in unsern welken Jahren
Wir Alten noch gefangen sind.

Ein Atemzug, ein Augenspiel,
Der Erde Luft und Licht zu schmecken,
War dir genug und schon zuviel;
Du schliefest ein, nicht mehr zu wecken.

Vielleicht in diesem Hauch und Blick
Sind alle Spiele, alle Mienen
Des ganzen Lebens dir erschienen,
Erschrocken zogst du dich zurück.

Vielleicht wenn unsre Augen, Kind,
Einmal erlöschen, wird uns scheinen,
Sie hätten von der Erde, Kind,
Nicht mehr gesehen als die deinen."

©Hermann Hesse
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Nutzer: Gast_einsame
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geschrieben am: 06.05.2003    um 15:37 Uhr   
Als dein Engel der Achtsamkeit bin ich kein
Mitglied des himmlischen Jubel- Chores.
Ich will dich nicht anleiten, alles toll und
wunderbar zu finden. Nein, ich will dich vielmehr
zu einer wunderbaren Quelle führen, die unbeachtet
in deinem Inneren verborgen liegt. Öffnest und pflegst
du diese Quelle, die ganz allein dir gehört, strömt
daraus die Energie, die dein Leben schön, erfüllt
und liebevoll macht. Und sie wird dir die
Lebensfreude und Lebendigkeit schenken, die du dir
bisher immer nur gewünscht hast.
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 06.05.2003    um 20:13 Uhr   
Reinhard Mey
ich bring dich durch die nacht

die schatten werden länger,
der graue grammen grillen fänger,
schleicht um das haus,
der tag ist aus.


die ängste kommen näher,
sie stellen sich größer krallen sich zäher,
in der seele fest,
in deinem traum geäst.


manchmal ist es bis zum anderen ufer der nacht,
wie ein lichtloser tunnel,
ein nicht enden wollender schacht.

ich bring dich durch die nacht,
ich bring dich durch dir rauhe see,

ich bring dich durch die nacht,
ich bringe dich von luv nach lev,

ich bin dein lotse bin dein mann,
bin deine schwester, komm lehn dich an,

ich bin der freund der mit dir wacht,
ich bring dich durch die nacht.


alles erscheint die schwerer,
bedrohlicher udn hoffnugsleerer,
mit der dunkelheit,
kommen aus dunkler zeit,


ferne erinnerungen,
die nacht wispert mit 1000 zungen
sie sind alle aus,
du bist allein zu haus.


mit einer stummen verzweiflung
und dem knistern im parkett
und als eintigster trost
das warme licht deines radios an deinem bett.

lass los versuch zu schlafen,
ich bring dich sicher in den hafen,
dir kann nichts geschehen,
wolfsmann und böse feen,

sind nur ein blätter reigen,
vorm fenster der wind in den zweigen,
im kastanienbaum,
ein böser traum,

wer es nicht wagt wieder zu kommen,
bis der neue tag beginnt,
lass los ich halt dich fest,
ich kenn den weg aus dem labyrinth.



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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 06.05.2003    um 21:54 Uhr   
2 Wochen ohne dich...
...ohne dein lachen.
...ohne eine Wort von dir.
...ohne schaukeln.
...ohne das Feuerwehrauto.
...ohne Nase Auge Mund.
...ohne deine Stimme.
...ohne Kinderlieder.
...ohne deine Spiele.
...ohne dein Weinen.
...ohne Schlaflied.
...ohne Gutenachtgeschichte.
...ohne Badezimmer unter Wasser setzte.
...ohne Käfer beobachten.
...ohne Wolkentier suchen.
...ohne Kuscheln mit dir.
...ohne deine tiefen blauen Augen.
Cedi wir vermissen dich sehr.

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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 06.05.2003    um 22:34 Uhr   
Hoffe du hast eine schönen Platz da oben gefunden meine kleiner!


Geändert am 06.05.2003 um 22:35 Uhr von jan1983

Geändert am 06.05.2003 um 22:36 Uhr von jan1983
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:01 Uhr   
Das kostbare Vermächtnis eines Menschen ist die Spur die seine Liebe in unserem Herzen hinterlassen hat.
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:35 Uhr   
Tot sind sie nicht


Tot sind sie nicht, die die von uns gegangen,
wie die Totenglocken sangen.
Nur können wir sie nicht mehr sehen,
wie sie nah uns durch's Leben gehen.
Nicht nur in Kopf und Herz gebrannt,
nein, wie der Schatten an der Wand,
sind sie liebend stets zugegen,
begleiten uns auf allen Wegen.
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:41 Uhr   
Es sandte mir das Schicksal tiefen Schlaf.
Ich bin nicht tot,
Ich tausche nur die Räume.
Ich leb in euch
und geh in eure Träume
Da uns, die wir vereint
Verwandlung traf.
Ihr glaubt mich tot,
Doch dass die Welt ich tröste
Leb ich mit tausend Seelen dort
An einem wunderbaren Ort
Im Herz der Lieben.
Nein, ich ging nicht fort,
Unsterblichkeit vom Tode mich erlöste



(nach Michelangelo)

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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:47 Uhr   
Du lächelst
um nicht zu weinen.
Du lächelst,
als würden lange noch
die guten Tage scheinen.
Deine Flügel glänzten
wie junge Blätter.
Dein Gesicht
war ein großer Stern.
Seitdem Du gestorben bist,
danke ich jedem vergehenden Tag.
Jeder vergangene Tag
bringt mich dir näher.

(Hans Arp)
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:52 Uhr   
Denk Dir ein Bild. Weites Meer.
Ein Segelschiff setzt seine weissen Segel
und gleitet hinaus in die offene See.
Du siehst, wie kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen,
verschwindet es.
Da sagt jemand: nun ist es gegangen.
Ein anderer sagt: es kommt.
Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont
ist nichts anderes als die Grenze
unseres Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern,
freuen sich andere,
ihn hinter der Grenze wieder zu sehen.

(Peter Streiff)
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:53 Uhr   
"... Es wird dir Schmerz bereiten. Es wird aussehen,
als waere ich tot, und das wird nicht wahr sein..."
" Du verstehst. Es ist zu weit. Ich kann diesen Leib
da nicht mitnehmen. Er ist zu schwer."
" Aber er wird daliegen, wie eine alte verlassene Huelle.
Man soll nicht traurig sein um solche alten Huellen..."

(Antoine de Saint-Exupery)

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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 14:56 Uhr   
Der Stern

Ich habe einmal die Geschichte gehoert,
die sagt, dass es Menschen gibt,
die urspruenglich Sterne am Himmel waren
die zu uns herunter gekommen sind,
um uns zu erleuchten.
Und wenn sie sterben,
gehen sie zurueck an den Himmel
und leuchten uns von dort aus weiter.
Ich weiß nicht, ob diese Geschichte wahr ist,
aber wenn, dann bist Du einer dieser Sterne.
Du hast uns alle mit deiner Ausstrahlung erhellt,
hast in unsere aller Herzen geleuchtet.
Du warst wie die aufgehende Sonne am Morgen
Und wie der leuchtende Stern am Abend.
Du hast uns alle oft zum Lachen
Und nur jetzt einmal zum Weinen gebracht.
Wir sind traurig,
denn wir haetten gern noch mehr Zeit mit dir verbracht.
Aber wir sind auch gluecklich,
für die Zeit, die wir mit Dir verbringen durften.
Wir sind froh,
Dich kennen gelernt zu haben,
und dass Du eine Weile unser Stern warst,
der uns geleuchtet hat.
Wir wollen nur ein kleines Stueck so sein wie Du
Und davon wieder einen kleinen Teil weitergeben,
damit jeder von uns einem anderem Menschen
ein wenig von dem geben kann,
was Du uns gegeben hast.
Ein kleines Stueck Deiner Zuversicht,
dass es weitergeht,
ein kleines Stueck Deiner Froehlichkeit,
damit wir nicht so traurig sind,
ein kleines Stueck Deiner Liebe,
um fuereinander da zu sein,
ein kleines Stueck Deines Mutes
und ein keines Stueck Deiner Kraft,
um diesen Kampf zu bestehen.
Aber wir muessen nicht wirklich traurig sein,
denn Du hast uns all das hinterlassen.
Wir muessen nicht wirklich Abschied nehmen,
denn du bist immer bei uns:
am Morgen, wenn die Sonne aufgeht und
am Abend wenn die Sterne leuchten.

(Claudia Schiff)

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Nutzer: JuliaCarpunet
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geschrieben am: 07.05.2003    um 15:04 Uhr   
I wish I were a little bird
up in the bright blue sky
that sings and flies
just where he will
and no one asks him why

(aus dem Buch "Ich bin ein Stern" von Inge Auerbacher)


Cedrik, ich hoffe, es werden 1354Einträge, damit wir dir auch noch im Himmel ein Lächeln schenken können.

JuliaC.
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 15:04 Uhr   
Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogen sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
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Nutzer: Gast_einsame
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geschrieben am: 07.05.2003    um 15:14 Uhr   
Zwischen allen deinen beruflichen Belastungen,
allen deinen Aufgaben und Herausfoderungen-
hörst du mich? Oder hat dich erst ein
unangenehmes Ereignis, eine Krise, Krankheit oder
große Traurigkeit darauf aufmerksam gemacht, dass
es neben der Autobahn deines Lebens, auf der du
dahinrast, andere Wege gibt, die es dir jetzt
ermöglichen, auf die Vielfalt und die Schönheit und
auf dich selbst aufmerksam zu werden?
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Nutzer: Gast_einsame
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geschrieben am: 07.05.2003    um 15:24 Uhr   
Oder glich dein Leben bisher einem schweren
Traum, aus dem du aufgeschreckt, erwacht bist?
Und erst jetzt nimmst du die Wirklichkeit wieder
wahr, und du hörst mich rufen: Befreie dich von
deiner bleiernen Zeit. Wirf ab die Fessel des
Sich- Treiben- Lassens. Lasse nicht zu, dass
Traumbilder, Illusionen oder Umstände dein
Leben bestimmen. Lebe selbst! Blicke in dein
Inneres und werde dir deiner Seele, deines
Reichtums und deiner Kraft bewusst.
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 15:58 Uhr   
Man kann sich wohl den Weg wählen den man geht, aber nicht die Leute denen man begegnet.
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Nutzer: Gast_einsame
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geschrieben am: 07.05.2003    um 20:05 Uhr   
Es gibt wohl schlechte Menschen auf dieser Welt die den Frieden stören und es wird sie immer geben. Doch unter dem Rest des Ameisenhaufens findet man immer wieder sehr liebenswerte Menschen, die jedoch nie jemanden ersetzten können, den man überalles geliebt hat. Doch man kann sie trotzdem sehr sehr lieben.
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Nutzer: jan1983
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geschrieben am: 07.05.2003    um 22:12 Uhr   
Wunder geschehen




auch das schicksal und die angst kommst über nacht!Ich bin traurig und grade hab ich noch gelacht und an sowas schönes gedacht.

auch die sehnsucht und das glück kommt über nacht!Ich will liebe,auch wenn man dabei fehler macht!Ich hab mir das nicht ausgedacht.

wunder geschehen
ich habs gesehen
es gibt so vieles was wir nicht verstehen
wunder geschehen
ich war dabei
wir dürfen nicht nur an das glauben was wir sehen.

immer weiter;immer weiter gerade aus. nicht verzweifeln denn da holt dich niemand wieder raus.komm steh selber wieder auf

wunder geschehen
ich habs gesehen
es gibt so vieles was wir nicht verstehen
wunder geschehen
ich war dabei
wir dürfen nicht nur an das glauben was wir sehen

wunder geschehen
ich habs gesehen
es gibt so vieles was wir nicht verstehen
wunder geschehen
ich war dabei
wir dürfen nicht nur an das glauben was wir sehen

was auch passiert
ich bleibe hier
ich geh den ganzen langen weg mit dir

was auch passiert
wunder geschehen
wunder geschehen
wunder geschehen

was auch passiert
wunder geschehen
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Nutzer: nightrose
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geschrieben am: 08.05.2003    um 07:20 Uhr   
Wo Menschen trauern, trauere mit! Wo Menschen sich freuen, freue dich mit!

Japan (Sprichwort)
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

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Nutzer: nightrose
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geschrieben am: 08.05.2003    um 07:21 Uhr   
An der Landstraße im Walde lag ein einsamer Bauernhof. Man mußte mitten durch den Hofraum hindurch. Da schien die Sonne, alle Fenster standen offen. Leben und Emsigkeit herrschte innen. Aber im Hofe, in einer Laube aus blühendem Flieder, stand ein offener Sarg. Der Tote war hier hinausgesetzt worden, denn am Vormittag sollte er begraben werden. Niemand stand und blickte voll Trauer auf den Toten, niemand weinte um ihn. Sein Gesicht war von einem weißen Tuche bedeckt und unter seinem Kopfe lag ein großes dickes Buch, dessen Blätter jedes ein ganzer Bogen aus grauem Papier waren. Und zwischen jedem lagen, verborgen und vergessen, verwelkte Blumen, ein ganzes Herbarium, das an verschiedenen Orten zusammengesucht war. Das sollte mit ins Grab, das hatte er selbst verlangt. An jede Blume knüpfte sich ein Kapitel seines Lebens.

"Wer ist der Tote?" fragten wir, und die Antwort war: "der alte Student von Upsala! Er soll einst ein tüchtiger Mann gewesen sein, gelehrte Sprachen verstanden, Lieder singen und schreiben gekonnt haben, sagt man. Aber dann ist ihm etwas in die Quere gekommen, und er ersäufte alle seine Gedanken und sich selbst mit im Branntwein. Und als seine Gesundheit zerstört war, kam er hier auf das Land hinaus, wo für ihn ein Kostgeld entrichtet wurde. Er war fromm wie ein Kind, wenn nicht der schwarze Sinn über ihn kam, denn dann gewann er seine Kräfte wieder und lief im Walde umher wie ein gejagtes Tier. Aber wenn wir ihn wieder zu fassen bekamen und ihn dazu brachten, in dies Buch mit den trocknen Pflanzen hineinzuschauen, konnte er den ganzen Tag sitzen und eine Pflanze nach der anderen anschauen. Und oftmals liefen ihm die Tränen über die Wangen dabei nieder. Gott mag wissen, an was er dabei dachte! Aber das Buch bat er mit in seinen Sarg zu legen, und nun liegt es dort, und um eine kurze Stunde soll der Deckel zugeschlagen werden und er wird sanft im Grabe ruhen."

Das Leichentuch wurde gelüftet; es lag Frieden über dem Antlitz des Toten. Ein Sonnenstrahl fiel darauf, eine Schwalbe schoß in ihrem pfeilschnellen Fluge in die Laube und wendete sich im Fluge zwitschernd über des Toten Haupt.

Wie wunderlich ist es doch - wir kennen gewiß alle das Gefühl - alte Briefe aus unserer Jugendzeit hervorzunehmen und sie wieder zu lesen. Da taucht gleichsam ein ganzes Leben vor uns auf, mit all seinen Hoffnungen, all seinen Sorgen. Wie viele von den Menschen, mit denen wir in jener Zeit so herzlich vertraut zusammen lebten, sind für uns gestorben, obwohl sie noch leben. Aber wir haben lange Zeit nicht mehr an sie gedacht, von denen wir einstmals glaubten, daß wir stets mit ihnen verbunden bleiben und Freude und Leid mit ihnen teilen würden.

Das welke Eichenblatt im Buche hier erinnert an den Freund, an den Freund aus der Schulzeit, den Freund für das ganze Leben. Er heftete dieses Blatt an die Studentenmütze im grünen Walde, als der Freundschaftspakt fürs ganze Leben geschlossen wurde. - Wo lebt er nun? - Das Blatt wurde bewahrt, die Freundschaft vergessen! - Hier ist eine fremdartige Treibhauspflanze, zu fein für die Gärten des Nordens - es ist, als sei noch ein Duft über diesen Blättern. Sie gab sie ihm, das Fräulein aus dem adligen Garten. Hier ist die Wasserrose, die er selbst gepflückt und mit salzigen Tränen begossen hat, die Wasserrose aus den süßen Gewässern. Und hier ist eine Nessel. Was sagen ihre Blätter? Woran dachte er, als er sie pflückte, als er sie aufbewahrte? Hier ist das Maiglöckchen aus der Waldeinsamkeit; hier ist Jelänger-Jelieber aus dem Blumentopf in der Wirtsstube, und hier sind nackte scharfe Grashalme. Der blühende Flieder breitet seine frischen, duftenden Dolden über des Toten Haupt, die Schwalbe fliegt wieder vorüber: "Quivit! Quivit!" - Nun kommen die Männer mit Nägeln und mit dem Hammer, der Deckel wird über den Toten gelegt, der sein Haupt auf dem stummen Buche ausruht. Verwahrt - vergessen.

Hans Christian Andersen
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

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Nutzer: nightrose
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geschrieben am: 08.05.2003    um 07:37 Uhr   
Du füllst mich an wie Blut die frische Wunde
und rinnst hernieder seine dunkle Spur,
du dehnst dich aus wie Nacht in jener Stunde,
da sich die Matte färbt zur Schattenflur,
du blühst wie Rosen schwer in Gärten allen,
du Einsamkeit aus Alter und Verlust,
du Überleben, wenn die Träume fallen,
zuviel gelitten und zuviel gewusst.

Entfremdet früh dem Wahn der Wirklichkeiten,
versagend sich der schnell gegebenen Welt,
ermüdet von dem Trug der Einzelheiten,
da keine sich dem tiefen Ich gesellt;
nun aus der Tiefe selbst, durch nichts rühren,
und die kein Wort und Zeichen je verrät,
musst du dein Schweigen nehmen, Abwärtsführen
zu Nacht und Trauer und den Rosen spät.

Manchmal noch denkst du dich - die eigene Sage -
das warst du doch --? ach, wie du dich vergaßt!
war das dein Bild? war das nicht deine Frage,
dein Wort, dein Himmelslicht, das du besaßt?
Mein Wort, mein Himmelslicht, dereinst besessen,
mein Wort, mein Himmelslicht, zerstört, vertan -
wem das geschah, der muß sich wohl vergessen
und rührt nicht mehr die alten Stunden an.

Ein letzter Tag - spätglühend, weite Räume,
ein Wasser führt dich zu entrücktem Ziel,
ein hohes Licht umströmt die alten Bäume
und schafft im Schatten sich ein Widerspiel,
von Früchten nichts, aus Ähren keine Krone
und auch nach Ernten hat er nicht gefragt -
er spielt sein Spiel, und fühlt sein Licht und ohne
Erinnern nieder - alles ist gesagt


Ben Gottfried
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

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Nutzer: nightrose
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geschrieben am: 08.05.2003    um 07:37 Uhr   
Und wenn ich einst von dannen fahre,
so wünsch ich Rosen auf der Bahre.


(Johann Christian Günther)
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!

Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird

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