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geschrieben am: 17.11.2002 um 13:00 Uhr
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Ich denke nicht mehr.
Ich weiß um die Dinge, die da geschehen werden.
Was gibt es noch zu tun,
als sich endlich auf den Weg zu machen.
Ich warte schon so lange.
Ob man mich vergessen hat?
Keiner kommt mich abholen,
obwohl sie mich alle an die Hand nehmen,
aber Helfen kann mir jetzt keiner.
Meinen Weg muss ich ganz alleine gehen.
Ist schon seltsam.
Ich habe keinen Hunger mehr,
seit Tagen schon nicht mehr.
Durst verspüre ich auch nicht,
was ist das nur mit mir?
Die Zunge klebt am Gaumen
und ist so furchtbar schwer.
Sie lässt mich nicht mehr reden.
Und trotzdem spüre ich trotz aller Schwere
die in meinem Mund, auf meinen Schultern,
auf meinem Herzen und meiner Seele lastet
eine gewisse Erleichterung,
eine Freiheit in mir.
Mein Leben ist vollbracht,
die Sicht nach hinten ist so unendlich lang,
nur der Ausblick nach vorn ist verhangen.
Einzelne Regenwolken ziehen vor meinem Gemüt
und dann und wann, bei einem lichten Sonnenschein,
fällt mir doch noch eine unbeantwortet Frage ein.
Aber ich spüre keine Schmerzen mehr.
Mein Herz ist schwer und doch frei.
Ich sollte mich endlich aufmachen,
auch wenn ich so müde bin
und am liebsten einschlafen würde.
Aber ich denke, ich verweile noch ein paar Minuten
Eine kleine Ewigkeit
Eine kleine Wenigkeit
Vielleicht kommt mich ja doch jemand abholen,
jemand, der die Kraft hat,
mich auf meine Füße zu stellen
und ein Stückchen mit mir zu gehen.
Weiß ich doch unlängst, dass ich nicht alleine bin
Und begleitet werde
Warum nur, kann ich heute nur so schwer loslassen?
Warum stell ich mir noch Fragen?
Warum kann ich nicht einfach fort gehen?
Selbst wenn ich die müden Augen schließe,
und meinem Atem in meiner Tiefe folge
weiß ich, hier bin ich Zuhause,
hier ruhe ich mich aus.
Und wenn ihr mich seht
dann lasst mich einfach weiter schlafen.
Lasst mich inne gehen,
solange mich meine Füße tragen.
Lasst mich träumen,
von dem, was ich niemals sah.
Und lasst mich lächeln,
über das, was ich in mir trage.
Es regnet, und die Tropfen
schmecken nach Salz,
eine bitterschwere Süße verbreitet sich in mir,
es ist Zeit, endliche Zeit,
nun muss ich gehen.
Was bleibt, ist nicht nur Traurigkeit,
sonder ein Wissen darum, dass es Sonnenstrahlen
bei Regenwetter gibt, die Hoffnung machen,
auf das, was da noch kommen mag.
Ich gehe nun, und doch nur
ein Stückchen des Weges vor.
Atemlos,
bin ich.
AM |
Das Sterben der Seele
beginnt nicht mit dem Verlust des
Lebens, sondern mit dem Fehlen von Liebe!
Hundert Tränen gehen den Weg der Traurigkeit bevor das Wasser der Gefühle wieder klar wird
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