Auf den Beitrag: (ID: 36604) sind "172" Antworten eingegangen (Gelesen: 9864 Mal).
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Nutzer: blueLili
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geschrieben am: 23.02.2003    um 18:16 Uhr   



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geschrieben am: 23.02.2003    um 18:19 Uhr   



Dunkle Rose

Blumen, wessen sind sie Zeichen
In den Händen, die sie reichen?
" Freude wollen sie bezeugen
Und ein heimliches Vergleichen."

Welch Vergleichen? Willst du's sagen?
" Daß sie in beglückten Tagen
Gleichem holden Blick entgegen
Ihre Augen aufgeschlagen."

So die Primeln, die Narzissen!
Doch die Rose, laß michs wissen!
Läßt sie nicht den sanften Aufblick
Der mich freuen soll, vermissen?

Diese, die ein schwer und samten
Dunkel birgt, wo die entflammten
Blätter nichts als Hülle ründen
An den Grund, dem sie entstammten,
Und nur seine Nacht uns künden?

" Dieses Dunkel, nur mit Beben
Denk ich es. Nach unserm Leben
Werden wir dahin noch reichen,
Und ob längst der Nacht gegeben,
Dort bewahren unser Zeichen."

Max Mell

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geschrieben am: 23.02.2003    um 18:21 Uhr   



Ja, unter Deinen weißen Rosen ...

Ja, unter Deinen weißen Rosen

Will ich heut Abend mit Dir kosen.

Horch auf meinen knatternden Peitschenknall!

Oh! Der donnert grausig durchs Weltenall!

Wirst ihn schon hören!

Ich will um Deine Liebe werben

Mit ganz besondrem Wüstenwitz.

Sieh! Die mich lieben, müssen sterben -

Und wen ich küsse, trifft der Blitz!


Paul Scheerbart

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geschrieben am: 23.02.2003    um 18:22 Uhr   
130 voll machts

Lilchen

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:26 Uhr   



A l s A l l e r s c h ö n s t e

Als Allerschönste bist du anerkannt,
Bist Königin des Blumenreichs genannt;
Unwidersprechlich allgemeines Zeugnis,
Streitsucht verbannend, wundersam Ereignis !
Du bist es also, bist kein bloßer Schein,
In dir trifft Schaun und Glauben überein;
Doch Forschung strebt und ringt, ermüdend nie,
Nach dem Gesetz, dem Grund Warum und Wie.

Johann Wolfgang Goethe

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:33 Uhr   



Mein Türkenkopf

Mein Pfeifchen traut, mir ist dein Rauch,
voll duftender Narkose,
noch lieber als der süße Hauch
der aufgeblühten Rose.

Und hält die Rose Streit mit dir,
von beiden schöner welche?
Bist du die schönre Rose mir
mit deinem Glutenkelche.

Denn wie die Rose duftend blüht
im Grün der Frühlingsbäume,
also mein Pfeifchen duftend glüht
zum Frühling meiner Träume.

Weckt mir der Rose Freudenstrahl
ein schmerzlich Angedenken,
hilfst du zu kurzer Rast einmal,
was ich verlor, - versenken.

Und wenn dein blauer Wolkenzug
die Stirne mir umsponnen,
umkreist mich gern der rasche Flug
von dichterischen Wonnen.

Wenn dann die Qual versank in Ruh,
so dünket mich, mir wehte
ein heilend Lüftchen Nebel zu
vom stillen Tal des Lethe.

Drum, Pfeifchen traut,
ist mir dein Rauch, voll duftender Narkose,
noch lieber als der süße Hauch
der aufgeblühten Rose!

Nikolaus Lenau

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:35 Uhr   



Alle die Blumen

Alle die Blumen sind ohne Harm.

Nur die rote Rose nicht, sie sticht !

Sticht, wie die liebe Sonne so warm,

Mai ist ohne die Rose nur arm,

Mai ist ohne die Rose nur Qual -

Ihr stillen Gründe, du einsam Tal.

Achim von Arnim

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:41 Uhr   



Als ich im Gärtlein war

Als ich im Gärtlein war,
Nahm ich der Blümlein wahr,
Brach mir ein Röselein,
Das sollt' mein Eigen sein

Das Röslein glänzt so fein
Wie Gold und Edelstein,
War so fein übergüldt,
Dass es mein Herz erfüllt'.

Ich nahm das Röslein fein,
Schloss es ins Kämmerlein,
Stellt' es an einen Ort,
Da es ja nicht verdorrt ...

Aus "Des Knaben Wunderhorn"

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:44 Uhr   



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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:50 Uhr   



Als sich die Rose

Als sich die Rose erhob, die Bürde
Ihres Blühens und Duftens zu tragen
Mit Lust:
Hat sie, daß es der letzte sein würde
Von ihren Tagen,
Noch nichts gewußt.

Nur, daß sie glühnder noch werden müßte,
Reiner und seliger hingegeben
Dem Licht
Spürte sie - ach, daß zum Tode sich rüste
So wildes Leben,
Bedachte sie nicht ...

Als dann am Abend mit Mühe der Stengel
Ihre hingeatmete Süße
Noch trug,
Hauchte sie, fallend dem kühlen Engel
Welk vor die Füße:
"War es genug?"

Eugen Roth

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:52 Uhr   



Meine Rosen

Ja! Mein Glück - es will beglücken -
alles Glück will ja beglücken!
Wollt ihr meine Rosen pflücken?

Müßt euch bücken und verstecken
zwischen Fels und Dornenhecken,
oft die Fingerchen euch lecken!

Denn mein Glück - es liebt das Necken!
Denn mein Glück - es liebt die Tücken! -
Wollt ihr meine Rosen pflücken?

Friedrich Nietzsche

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:54 Uhr   



A l t e R o s e

Eine Rosenknospe war
Sie für die mein Herz glühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
Und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wußte mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen -
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
Klingt es jetzt mit süßen Tönen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Heinrich Heine

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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:55 Uhr   
boah ist das ne Monsterrose
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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:56 Uhr   
140 voll machts

Lilchen







Geändert am 24.02.2003 um 02:02 Uhr von blueLili
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geschrieben am: 24.02.2003    um 01:58 Uhr   
(zitat)boah ist das ne Monsterrose (/zitat)

*lööölts*
da guggste was?

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:02 Uhr   



Mirza Schaffy

Es hat die Rose sich beklagt,

Daß gar zu schnell der Duft vergehe,

Den ihr der Lenz gegeben habe -


Da hab ich ihr zum Trost gesagt,

Daß er durch meine Lieder wehe

Und dort ein ewiges Leben habe.

Friedrich von Bodenstedt

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:06 Uhr   



Am süßesten...

Am süßesten glüht Rose,

vom Morgentau gefeuchtet,

am lieblichsten blickt Liebe,

wenn sie durch Tränen leuchtet.

Walter Scott

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:12 Uhr   



Mit einem gemalten Band

Kleine Blumen, kleine Blätter
Streuen mir mit leichter Hand
Gute, junge Frühlingsgötter
Tändelnd auf ein luftig Band.

Zephyr, nimm's auf deine Flügel,
Schling's um meiner Liebsten Kleid !
Und so tritt sie vor den Spiegel
All in ihrer Munterkeit.

Sieht mit Rosen sich umgeben,
Selbst wie eine Rose jung :
Einen Blick, geliebtes Leben !
Und ich bin belohnt genung.

Fühle, was dies Herz empfindet,
Reiche frei mir deine Hand,
Und das Band, das uns verbindet,
Sei kein schwaches Rosenband !

Johann Wolfgang Goethe

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:14 Uhr   




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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:18 Uhr   



Amor in einer Rosenknospe

Frau Venus wollte neulich
Ihr loses Söhnchen schlagen:
Da ist er ihr entlaufen
Und hat sich still gekauert
In eine Rosenknospe.
Kommt, ruft er, kommt, ihr Mädchen,
Und pflückt euch eine Rose!
Und Eine, selbst ein Röschen,
Brach sich die Blum' und steckte
Sie an den kleinen Busen.
Das ist ihr schlecht bekommen!
Denn Amor, ohne Bogen
Und Pfeile, rupft ein Dörnchen
Sich von dem Rosenstiele,
Und sticht damit die Arme,
Daß sie es viele Sommer
Noch wird im Busen fühlen.

Wilhelm Müller

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:23 Uhr   



An die Entfernte

Diese Rose pflückt ich hier,
In der fremden Ferne;
Liebes Mädchen, dir, ach dir
Brächt ich sie so gerne !

Doch bis ich zu dir mag ziehn
Viele weite Meilen,
Ist die Rose längst dahin,
Denn die Rosen eilen.

Nie soll weiter sich ins Land
Lieb von Liebe wagen,
Als sich blühend in der Hand
Läßt die Rose tragen.

Nikolaus Lenau

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:26 Uhr   



N o v e m b e r g a r t e n

Rose sulfurea
im Novembergarten gelb
mit schwachem Duft
und blattlosem Stiel.
Wir machen uns bekannt.
Schön Wetter heute.
Gespräche über Bodenfrost,
Gartenschere, Schneeflocken
zögern laut zu werden.
So zählen wir lieber
die Hagebutten
und unsere Hoffnungen
auf sorglose Tage
im kommenden Jahr.

Wolfgang Weyrauch

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:30 Uhr   



Nun stehen die Rosen in Blüte

Nun stehen die Rosen in Blüte,
Da wirft die Liebe in Netzlein aus,
Du schwanker, loser Falter,
Du hilfst dir nimmer heraus.

Und wenn ich wäre gefangen
In dieser jungen Rosenzeit,
Und wär's die Haft der Liebe,
Ich müßte vergehen vor Leid.

Ich mag nicht sehen und sorgen;
Durch blühende Wälder schweift mein Lauf.
Die lustigen Lieder fliegen
Bis in die Wipfel hinauf.

Paul Heyse

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:32 Uhr   
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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:36 Uhr   



An ein Röschen

Gleich der Rose welk' ich hin,
Blaß und traurig wie ich bin,
Täglich nagen mir am Herzen
Tiefer Schwermut stille Schmerzen,
Gleich der Rose welk' ich hin.

O wie blühest du so schön
Aber bald wirst du vergehn -
Ach nur flüchtige Secunden,
Und dein Rot ist hingeschwunden,
Und da blühst nicht mehr so schön.

Einst ruft dich ein beßer Glück
Mit dem neuen Lenz zurück,
Dann wird Blüte, Saft und Leben
Dir der holde Frühling geben,
Und du fühlst ein beßer Glück.

Ruhig sterb ich so mit dir,
Rose, bald! bald droht auch mir
Die Verwesung, meine Glieder
Geb ich froh der Erde wieder,
Ruhig sterb ich so mit dir.

Werd' ich gänzlich sterben? Nein!
Nein ich werde ewig sein!
Einst wird zu dem beßern Leben
Sich mein reiner Geist erheben,
Und ich werde ewig sein.

Text: Fräulein von X (aus "Des Knaben Wunderhorn")

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