Auf den Beitrag: (ID: 36604) sind "172" Antworten eingegangen (Gelesen: 9861 Mal).
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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:40 Uhr   



Nun weiß man erst...

Nun weiß man erst, was Rosenknospe sei,

Jetzt, da die Rosenzeit vorbei;

Ein Spätling noch am Stocke glänzt

Und ganz allein die Blumenwelt ergänzt.

Johann Wolfgang von Goethe

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:43 Uhr   
(ror)


Ode an die Rose

Gerne halte ich diese zauberhafte Blume in der Hand,

die auch verwelkt den Duft ihrer Jugend nicht verliert.


Anakreon, griechischer Lyriker

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:46 Uhr   



An eine Rose


Ewig trägt im Mutterschoße,

Süße Königin der Flur !

Dich und mich die stille, große,

Allbelebende Natur;

Röschen ! unser Schmuck veraltet,

Stürm entblättern dich und mich,

Doch der ewge Kern entfaltet

Bald zu neuer Blüte sich.

Friedrich Hölderlin

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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:47 Uhr   


Geändert am 24.02.2003 um 02:48 Uhr von blueLili
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geschrieben am: 24.02.2003    um 02:51 Uhr   



Ode an diese Rose

An die Rose,
an diese Rose,
die einzige,
an diese schwebende erschlossene
reife Rose,
an ihre samtene Tiefe,
an das Aufbrechen ihres Schoßes rot.
Sie glaubten,
ja,
sie glaubten,
ich verzichte auf dich,
ich sänge dich nicht,
du wärest, Rose, nicht die meine,
sondern fremd mir,
ich ginge,
ohne dich anzuschauen,
durch die Welt,
einzig besorgt
um den Menschen
und seinen Kampf.

Pablo Neruda

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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:14 Uhr   



Aus den östlichen Rosen

Ich sende einen Gruß wie Duft der Rosen,
Ich send' ihn an ein Rosenangesicht.
Ich sende einen Gruß wie Frühlingskosen,
Ich send' ihn an ein Aug voll Frühlingslicht.


Aus Schmerzensstürmen, die mein Herz durchtosen,
Send' ich den Hauch, dich unsanft rühr' er nicht!
Wenn du gedenkest an den Freudelosen,
So wird der Himmel meiner Nächte licht.

Friedrich Rückert

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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:23 Uhr   



Ohne warumb



Die Rose ist ohne warumb

sie bluehet weil sie bluehet

Sie achtt nicht jhrer selbst

fragt nicht ob man sie sihet.

Angelus Silesius

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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:34 Uhr   



Bezauberte Rose






Und horch, er singt, wie leis'aus tiefen Keimen
In sichrer Nacht der Rose Kelch sich webt,
Und dicht umhegt von grünen Blättersäumen
Vom frischen Quell der künft'gen Düfte lebt,
Und wenn auch schon in ihren engen Räumen
Die reiche Form sich üppig drängt und hebt,
Doch still der Geist, von Lust und Leid geschieden,
Noch schlimmer ruht in unbewußtem Frieden.



Doch wenn der Lenz mit seinem Wehn und Wallen,
Mit seiner Lust durch Erd' und Himmel dringt,
Wenn weit umher das Lied der Nachtigallen,
Der Biene Flug, der Quelle Rieseln klingt,
Wenn Blüthen rings entkeimen, blühn und fallen,
Und jede Nacht den reichen Schmuck verjüngt,
Dann fühl auch sie in ihrer dichten Hülle
Der Hoffnung Lust, des Lebens sel'ge Fülle.



Und wenn gemach die Hüllen sich entfalten
Und sich mit Gold des Busens Tiefe füllt,
Blickt heller stets durch seines Kerkers Spalten
Mit frischer Lust das hold verschämte Bild,
Und freut sich still der wechselnden Gestalten,
Die bunt umher die neue Welt enthüllt.
Ihr frühster Duft, des Athems erstes Weben
Ist Liebe schon, und wähnt, er sei nur Leben.



Und freier jetzt vom hellen Licht umwaltet,
Und inniger durchströmt vom blauen Wehn,
Läßt reicher stets und üppiger entfaltet
Der volle Kelch die irren Tiefen sehn.
So scheint, weil stets ihr Glanz sich neu gestaltet,
Uns aus der Lieb' erst Liebe zu entstehn;
Denn wandelbar mit ewig bunter Welle
Rinnt unversiegt des Lebensheil'ge Quelle.



Poetisches Märchen von der Prinzessin Klothilde, die durch den Gesang
des Sängers Alpin in eine Rosenknospe verwandelt ist;


Geändert am 24.02.2003 um 03:38 Uhr von blueLili
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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:36 Uhr   
160 voll machts

Lilchen

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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:39 Uhr   



Bild der Rose

Die Welt umfasset nicht das Bild der Rose,

Die Phantasie umfasset nicht die Rose.

Vom Seelengarten Botin ist die Rose,

Und Inbegriff der Schönheit ist die Rose.

Dschalaluddin Rumi

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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:50 Uhr   



Berückung

Wie steht die Knospe, grünverschlossen,
Auf schlankem Stiele, unbewegt.
Ist denn der Sommer schon verflossen,
Daß nichts mehr ihr Verlangen regt ?

Bleibst du wie sie geheimnistrunken,
Ein Rätsel, niemals offenbart;
Hast du, in tiefen Schlaf gesunken,
Dich einem Traume nur bewahrt ?

O sieh! Um deine Kühle blauen
Die Tage noch, vom Gold durchsirrt;
Und alle Gärten strömen, tauen
Berückung, die so süß verwirrt.

Eröffne, löse, sprenge, wage!
Dein Rosenrot verschwende sich:
Du wirst im Abgesang der Tage
Erfüllen und vollenden dich!

Kurt Loup

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geschrieben am: 24.02.2003    um 03:55 Uhr   



O k t o b e r r o s e

Oktoberrose, schöne
Und letzte Künderin,
Wo sind des Sommers Töne,
Wo seine Lieder hin?

Ob ich an dich gedenke,
Ob sich dein Duft bewahrt,
Die herbstlichen Geschenke
Sind all von deiner Art.

Es kommt eine Wind von Osten,
Der weht dich aus der Zeit.
Die Gartentore rosten
Vor deiner Ewigkeit.

Georg von der Vring

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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:15 Uhr   


R a n g s t r e i t





Ich arme, kleine Rose,
Ich steh an ihrem Fenster
Und soll ihr Fenster schmücken -
Doch ach, die Augen aller
Sehn nur nach meiner Herrin,

Und keines sieht nach mir hin!
Bin ich denn nicht die Rose,
Die Königin der Blumen,
Warum denn schaut ihr mich nicht,
Und schaut nur nach der Herrin?

Strahl ich nicht rötlich schimmernd,
Von Purpur übergossen? -
Zwar ihre zarten Wangen
Färbt Morgenrot, wie meine,
Und gern, wie gerne! tauscht ich!

Seht meine schlanken Stengel -
Zwar schlank ist sie wohl selber,
Und wer sie darf umfassen,
Gern mißt er meine Dornen.

Doch was gleicht meinen Knospen
Im Westwind lieblich spielend?
Und doch - als sie am Fenster
Sich, niederschauend, beugte,
Gewahrt ich Zwillingsknöspchen,
Gleich meinen rund und härtlich,
Gleich meinen halbgeschlossen,
Gleich meinen rötlich strahlend,
Gleich meinen leise wogend
Und strebend nach Enthüllung.

Doch seht im Blätterdunkel
Den vollen Kelch der Rose,
Mit kleinem Laub umsäumet,
Vom Rande, voll und schwellend,
Nach innen sanft sich wölbend,
In holder Scham errötend,
Ein Labyrinth von Blättern,
Die selber sich beschattend,
Gleich einer Grotte Dunkel,
Sich tief und immer tiefer
In Dämmernacht verlieren. -

Wann saht ihr an der Herrin
Wohl einen Reiz, gleich diesem?
Darin mag sie mir gleichen,
Dann will ich erst ihr weichen,
Dann reich ich ihr die Krone,
Und nenne sie die Rose,
Ich sie, die Rose selber



Franz Grillparzer


Geändert am 24.02.2003 um 04:16 Uhr von blueLili
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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:16 Uhr   


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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:19 Uhr   

An eine Rose





Du kleine Rose, glaube mir,
Du sollst Lucindens Busen schmücken.
Ich selber will dich ihr
Itzt auf den vollen Busen drücken.
Dann sag ich: " Mädchen, küsse mich,
Sieh, dies hat Flora dir geweihet.
Sieh, wie die Rose sich
Schon über ihre Stelle freuet. "

Doch untersteht ein Jüngling sich,
Dich von dem Busen abzubrechen:
Dann, Rose, räche mich,
Dann musst du ihn gewaltsam stechen.

Doch wenn in meines Mädchens Brust
Nach mir sich zarte Wünsche regen -
O die geliebte Brust !
Dann hauch ihr süßern Duft entgegen.

Heinrich Wilhelm von Gerstenberg

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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:23 Uhr   



Blühe, du Rose

Blühe, du Rose, du blühst dem Welterschaffer zur Ehre,

Schönste der Blumen, du bist seinem Geschöpfe der Schmuck!

Dich, du Liebliche, dich in deinem Leben zu schützen

Vor dem hässlichen Stolz, gab er Vergänglichkeit dir!

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:25 Uhr   



Röselein, Röselein!

Röselein, Röselein,
Müssen denn Dornen sein?
Schlief am schatt'gen Bächelein
Einst zu süssem Träumen ein,
Sah in goldner Sonne-Schein
Dornenlos ein Röselein,
Pflückt' es auch und küsst' es fein,
"Dornloses Röselein!"
Ich erwacht' und schaute drein:
"Hatt' ich's doch! wo mag es sein?"
Rings im weiten Sonnenschein
Standen nur Dornröselein!
Und das Bächlein lachte mein:
"Lass du nur dein Träumen sein!
Merk' dir's fein, merk' dir's fein,
Dornröslein müssen sein!"

Wilfried von der Neun

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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:27 Uhr   



Röslein rot

.... Röslein am Strauche blühn

ewig doch nicht,

Lieb ist so lang nur grün,

bis man sie bricht ....

Unbekannter Dichter

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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:28 Uhr   
170 voll machts

Lilchen

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geschrieben am: 24.02.2003    um 04:31 Uhr   



Gute Nacht

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geschrieben am: 28.02.2003    um 18:35 Uhr   
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geschrieben am: 02.03.2003    um 14:30 Uhr   


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