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geschrieben am: 17.08.2011 um 21:36 Uhr
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- Die Familie - - ( Teil 1 )
So, nun erklär ich Euch die Familie ( zusammengetragen aus verschiedenen Quellen ). Ist alles
nicht so leicht verständlich .. also ruhig 2 mal lesen. Viel umändern konnte ich nicht, dann geht
der Sinn b.z.w. die genaue Bedeutung verloren. Trotzdem ... es ist interessant.
Woher stammen die Bezeichnungen der Familienmitglieder ?
Vater, Mutter, Tochter. Alle enden auf "ter", nur der Sohn nicht. Warum eigentlich ? Die Wörter
Mutter, Vater und Tochter sind schon rund 4000 Jahre alt. Die Bezeichnung Sohn wurde sogar
schon vorher geboren.
Die "Ter´s"
Vater, Mutter, Tochter, Schwester, Bruder, alle enden mit "ter" oder "der". Der Sohn tanzt aus
der Reihe. Warum ? Die Schwester hieß ursprünglich swesor. Dies "T" ist keine Anpassung an
die anderen Wörter, sondern ein Übergangslaut zwischen "S" und "R".
"Ter" bedeutet "Haus, Familie"
Es stehen hier nämlich 2 Systeme von Verwandtschaftsbezeichnungen dicht nebeneinander.
Erstens : Indogermanisch mâtêr, petêr, dhughtêr, bhrâtêr 'Mama Ter, Ernährer Ter, Kind Ter'
( aus Eltern-Sicht ) und 'Mitkind Ter' ( aus Sicht der anderen Kinder ), wobei "ter" wohl soviel
wie 'Haus, Familie' bedeutet.
Zweitens : Ein viel älteres sewe-, su- 'gebären', zu dem nicht nur Sohn gehört, sondern auch
altindisch sutá 'geboren, Sohn, Tochter', georgisch schwili 'Sohn', chinesisch sun ( aus swen )
'Enkel, Nachkommen'.
Die Schwester ist nicht mit den "Ters" noch mit dem Sohn verwandt, sondern mit "Schwieger".
Die Wörter gehören als 'Verwandte' zum Pronomen s(w)e ( sein, sich ). Die Schwiegermutter
( swecrús ) war die, "die Angehörige nachwachsen ließ". Der Schwäher ( der Schwiegervater,
swécuros) hatte nichts zu sagen, es war nur ihr Mann. Schwiegermütter hatten schon in der
Steinzeit die Hosen an.
Der erste Schritt, Ordnung in die Familie zu bringen, war wohl dass die Mutter sagte : "Diese
Kinder hab ich geboren ( su… ), das ist mein Sohn" und so weiter. Als der Geliebte der Mutter
einzog, schuf man neue Wörter auf -ter : Da war dhughtêr ( Tochter ) das Kind der Eltern und
bhrâtêr ( Bruder ) das Mitkind aus Sicht der Geschwister – ohne Rücksicht auf das Geschlecht.
Da es schon "Sohn" gab, beschränkt man Tochter auf Mädchen und übernahm die Schwester.
Die indogermanische Familie "Ter" wurde vor ca. 4000 Jahren gegründet. Da hat der Partner
der Mama erkannt, dass deren Kinder auch seine Kinder sind. Jetzt fing er an, Ansprüche zu
stellen, zog ins Haus und kommandierte herum. Die Verwandtschaftsbezeichnungen auf "ter"
sind Zeugnisse eines gesellschaftlichen Wandels, der sich vor mehr als 4000 Jahren bei den
eurasischen Steppenvölkern vollzogen und mit den Indogermanen in Europa durchsetzte.
Aus "Ter" wird Familie
Heut sagen wir nicht Ter, sondern Familie. Familie, das sind Eltern und Kinder, Opa und Oma.
Mehr haben in einer modernen Wohnung keinen Platz. Auf Bauernhöfen leben noch mehrere
Generationen in der Großfamilie unter ein Dach und die "Freundschaft" ( Verwandtschaft ) in
der Nähe. Familie, das sind die nächsten Verwandten. Auch Hund, Katze, andere Haustiere.
Ursprünglich zählten zur Familie nicht nur Verwandte, sondern auch das Personal ( Gesinde ).
Knechte und Mägde wohnten mit auf dem Bauernhof, saßen beim Bauer am Tisch - Lehrlinge
und Gesellen beim Handwerksmeister, Hausangestellte im bürgerlichen Haushalt. Familie war
die gesamte Hausgemeinschaft. Der Ausdruck wurde im 15. Jh aus dem Latein übernommen.
Im Altertum war "Familia" die Gemeinschaft, Angehörige des Hausherrn mit "famuli" ( Diener ).
Die Germanen sagten dafür "hîwan", verwandt mit der Heirat "Gründung einer Gemeinschaft".
Für die Gemeinschaft Blutsverwandter ( Familie im heutigen Sinn ) hat man andere Ausdrücke.
Geschlecht ( alle Nachkommen des Stammvaters ), "Künne" ( alle lebenden Verwandten ) und
"Sippe" als Oberbegriff.
Zur Verwandtschaft gehörten auch die Eltern und Geschwister der Eltern samt Nachkommen.
Ursprünglich unterschied man zwischen Oheim und Muhme, ( Bruder & Schwester der Mutter )
sowie Vetter & Base, ( Geschwister des Vaters ). Oheim ist eine Weiterbildung von Großvater.
Muhme ist eine Lallform von Mutter. Vetter kommt von Vater. Base hatte die Grundbedeutung
"junger Mensch, Diener" ( daher Vasall, Gefolgsmann ), auch "älterer Verwandter" - ( Boss ).
Die Base ist die Frau vom Boss.
Die Bedeutung "junger Mensch" lässt sich im älteren Sprachgebrauch erkennen, wo Base die
"Cousine" war - Vetter "Cousin". An den Ausdrücken merken wir auch, wie sich französische
Wörter einbürgerten ( lateinisch consobrina, "zur Verwandtschaft der Mutter gehörig" ).
:-w
Forztsetzung gleich im Anschluß ... ... mit abschließendem "Kommentar" natürlich ... ;-) |
| Im übrigen gilt ja hierzulande derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht. |
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