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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 03.09.2004    um 15:09 Uhr   
>>Hast du schon einmal darüber nachgedacht, deswegen in Therapie zu gehen?<<
Hörte der Drummer sagen, welcher sich keinen Zentimeter von diesem Waschbecken und seinem oben angebrachten Spiegel bewegt hatte. Wenn man genau hinsah, glaubte man, dass Kazukis Körper leicht zitterte. Natürlich könnte man dies als eine Art Einbildung abstempeln, aber die Tatsache, das es wirklich so war, blieb bestehen.

„Ja, ja – habe ich.“
Murmelte der arme Mensch, welcher um seine Fassung bemüht war, die irgendwo in ihm abgerutscht schien und er nicht auf Anhieb wieder finden konnte. Es ist gut, dass Yori sitzen blieb, denn alles andere hätte ihn wohl noch mehr eingeschüchtert. Obwohl, in solchen Situationen sehnte man sich in den Arm genommen zu werden, wahrscheinlich, oder nur eine Berührung an der Schulter zu spüren…, doch, abwarten. Noch hatte Kazuki keinerlei Anzeichen gegeben, dass er sich jetzt danach sehnte. Warum auch? Diese körperlichen Kontakte waren eine Seltenheit geworden, die er nun nicht mehr verzweifelt suchen wollte. Verstört kann man ihn nennen, ja, das passte zu ihm.

„Ich war auch in eine Therapie, aber ich bringe es nicht unter einen Hut, Therapie und Band zu verbinden. Entweder müsste ein Therapeut mit auf die Tour, oder ich müsste da bleiben. Es ist schwer in solchen Zeiten beides zu Vereinigen…, am Besten funktioniert so was sowieso nur, wenn ich einen klaren Kopf und Zeit für mich habe… .“
Aber jetzt? Nein Yori, schon nach diesem Dreh und nach ein paar Stunden Pause und Abbau werden wir mit dem Tourbus nach Tôkyô fahren, um dort unseren ersten Auftritt der Tour im Tôkyô-Dome zu beginnen. Dann folgt Chiba und Osaka – dann kommt nach dieser Tour ein paar Tage später das Live-Album raus und danach sicherlich etliche Pressekonferenzen. Dann erst, ja dann erst werde ich eventuell etwas Zeit für mich selbst finden können. Es ist absolut nicht leicht ein Musiker zu sein, der solch eine Vergangenheit hatte, die er bislang nicht verarbeiten konnte.

„Aber kein Problem. Ich, ich schaffe das auch so. Ich habe es bis jetzt auch geschafft, warum sollte es nicht weiter funktionieren?“
Flüsterte Kazuki der nur kurz zu Yori zurück blickte, um sich dann das Handtuch auf dem Halter zu schnappen und sich sein Gesicht trocken zu wischen, was bislang einige Tropfen Wasser vom Kinn aus verloren hatte. Nun sah er wieder ganz normal aus, wenn man von der Kleidung und der Frisur absehen wollte. Sorgsam legte er das Handtuch wieder auf den Halter zurück und straffte die Schultern, ehe er im gemäßigtem Schritt zu Yori zurückging.

„Entschuldige, dass ich wie ein Schlosshund geheult habe. Das war keine Absicht.“
Hm, er entschuldigte sich aber auch wirklich für alles, dieser Kerl.

Ja, so wird alles Schlag auf Schlag kommen. Der Dreh, ihre Tour mit dem gleichzeitigen Singelrelease und dazu noch die Live-Aufnahmen, damit dieses Album nach Beendigung der Tour und ein paar Tage später – wie gesagt am 20.06 – rauskommen kann. Gott, das war verdammt hektisch und eng aneinander gelegt.
Geändert am 03.09.2004 um 15:10 Uhr von Kazuki
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 08.09.2004    um 20:42 Uhr   
Yori hatte seine schönen, braunen Augen auf den jungen Schlagzeuger gelegt. Sein Kopf dröhnte gerade vor Gedanken und er wusste nicht, welchen er sich zuerst zuwenden sollte. Er versuchte sich in Erinnerung zu rufen, was er einmal über den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in einer Broschüre des Jugendamtes gelesen hatte, konnte sich aber beim besten Willen nicht erinnern. Also schaltete er seinen gesunden? Menschenverstand ein und blieb weiterhin ruhig sitzen. Er schürzte seine Lippen noch einmal du legte dann seinen Kopf schief. Einige der extrem roten Strähnchen fielen ihm frech ins Gesicht, so dass er sie mit einer eleganten Bewegung in ihre Schranken weisen musste. Dann atmete er tief durch und sagte ruhig.
>>Dann nehmen wir eben einen Therapeuten mit auf Tour. Ich werde, wenn du möchtest, noch heute Nacht alle Ärzte abklappern. Mit dem richtigen Gehalt werden sie sicher nicht ablehnen mit zu kommen. Und was den klaren Kopf betrifft: Wir werden dir so viele Freiheiten, wie nur möglich einräumen. Es kann nicht sein, dass du das nun schon so viele Jahre mit dir rumschleppst und nicht verarbeiten kannst. Ich werde dir immer helfen!<<
Yori spürte, wie sich langsam aber sicher ein Klos in seinem Hals bildete, als der Schlagzeuger auf ihn zukam. Kazuki… er verstand nicht, wie jemand dem Drummer so etwas antun konnte, aber trotzdem lächelte er, als der Ältere schließlich vor dem Sofa stand, auf dem er saß.

>>Entschuldige, dass ich wie ein Schlosshund geheult habe. Das war keine Absicht.<<
>>Schon okay, wir sind doch Freunde und Freunde sind immer für einander da, nicht wahr? Wir packen das alles, egal was!<<
Yori erhob sich langsam und zögerte einen Augenblick bevor er sanft seine Hand auf Kazukis Schulter legte. Das fiel ihm gerade schon etwas schwerer, als sonst. Doch er nickte dem Schlagzeuger zu und lächelte ein aufmunterndes Lächeln.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 09.09.2004    um 10:23 Uhr   
’Wir packen das alles, egal was’. Ach wirklich, Yori? Warum bist du gerade nur so eklig optimistisch? Das macht mich fertig! Er wollte sich eigentlich wieder seinen Stuhl greifen, auf welchem er schon vor dieser ganzen Sachen gehockt war, doch als Yori plötzlich aufstand um ihm zaghaft die Hand auf die Schulter zu legen, blieb er stehen.
„Aber Yori – das wird zu aufwendig. Sieh mal, du willst auch noch die Bühne abändern und eine eigentlich ganz neue Show aufziehen, wenn da ich noch dazu komme, kriegen die alle einen Nervenzusammenbruch.“
Man hörte deutlich heraus, dass Kazuki niemanden zur Last fallen wollte. Immerhin war er bislang der Unscheinbare gewesen und scheinbar möchte er diese Stellung weiterhin beibehalten.

„Zudem möchte ich nicht, dass du dir soviel Arbeit aufhalst. Die Tour werde ich sicher noch so überleben, da werde ich keine Zeit haben Gedanken darum zu verschwenden, glaub mir. Es reicht, wenn ich mich darum kümmere, sobald etwas Ruhe eingekehrt ist.“
Schließlich hatte er dies ja auch schon zuvor ausprobiert, Therapie und Band zu verbinden, bislang – wie gesagt – vergeblich. Er senkte den Blick und irgendwie fiel ihm gerade eine passende Liedstelle ein: ’Time after time you try to find yourself’. Wie Recht sie doch alle hatten. Er versuchte zumindest sich zu finden, aber er suchte leider bislang vergeblich. Aber wenn nicht er, wer dann?
Er rieb sich kurz an die Nase und tat dann wohl etwas, was bei Kazuki verdammt selten vorkam: Er legte seine Arme einfach um Yori und versuchte diesen in den Arm zu nehmen. Der Drummer brauchte dies nun einfach, er brauchte jemanden, der ihn jetzt mal in den Arm nahm und versuchte diesen Jemanden bei Yori ausfindig zu machen. Er wusste nicht, wieso, aber der Kerl vor ihm war schwer in Ordnung. Kazuki mochte ihn sehr.

„Aber danke für deine Hilfe, Yori-kun. Es ist schön wenn man sich mal endlich alles von der Seele reden kann und ich weiß, dass du wer weiß was Besseres zu tun hast.“
Flüsterte er da ganz leise, als seien diese Worte nur für Yori bestimmt gewesen und für niemand anderen sonst. Nun, im Raume selbst war ja auch niemand mehr, aber das war die sekundäre Stellung.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 09.09.2004    um 20:15 Uhr   
Genau, das hatte Yori auch gelesen in dieser Broschüre. Man sollte nicht versuchen das Geschehene schön zu reden, denn da gab es nichts, aber auch wirklich gar nichts, was man hätte verbessern können. Der Leadsänger musste das allerdings vergessen haben. Verständlich vielleicht, wenn man sich überlegt, dass diese Situation auch für den Rothaarigen eine absolute Ausnahme war. Wann hörte man denn schon mal, dass einer der Menschen die man mag, einen Vater hat, der sich an ihm vergreift? Yori schluckte und lauschte Kazukis Worten. Er wollte ihm nicht widersprechen, aber es gab da einige Denkfehler in seiner Ausführung.
>>Kazuki, du würdest mir keine Arbeit aufhalsen. Das Umbauen der Bühne kann warten. Du bist um einiges wichtiger, als die Aufmachung unserer Auftrittsorte. Aber ich kann verstehen, wenn du sagst, dass du das mit dem Stress der Tournee und einer Behandlung nicht auf einmal haben möchtest.<<
Und dann sagte er etwas, was ihn wirklich viel Überwindung kostete, denn eigentlich gefiel ihm der Gedanke nicht. Dazu hatte er Kazuki zu gerne um sich. Aber…
>>…wenn du meinst, dass du nun unbedingt in Therapie gehen musst, dann, dann werden wir jemand anderen finden, der dich auf der Tour vertritt. Nicht, dass wir dich nicht dabei haben wollen, es ist lediglich so, dass ich Angst habe. Angst davor, dass du dich sonst kaputt machst. Sicher, ich hätte dich lieber bei mir, wenn es los geht, aber wenn du dich nicht gut fühlst… .<<
Er lächelte und sah den anderen mit seinen braunen Augen entgegen und war ein wenig perplex, als der Schlagzeuger ihm die Arme um den Körper legte. Nach dem Bruchteil einer Sekunde erwiderte er die Umarmung jedoch. Er wollte ihm das Gefühl geben, dass der Drummer gebraucht wurde und in ihm, dem Leadsänger Halt finden würde, den er jetzt sicher brauchte.

>>Ja, Reden ist sehr wichtig. Das habe ich auch gelernt. Also, wenn du irgendetwas hast, dann komm zu mir. Meine Lippen sind versiegelt.<<
Sagte er leise und drückte den Älteren enger an sich. Ja, du musst keine Angst haben. Ich werde darauf achten, dass dich niemand verletzt, weder mit Worten, noch mit Taten. Wir sind Freunde und Freunde sollten aufeinander achten und sich helfen. Das werde ich tun und die anderen bestimmt auch. Vielleicht nicht bewusst, aber sie machen es. Da bin ich mir im Klaren.
Er überlegte, ob er sich von Kazuki lösen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Es sollte nicht so aussehen, als würde er ihn von sich stoßen.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 10.09.2004    um 18:19 Uhr   
Mit der Sache mit dem Lösen kam ihm Kazuki sowieso zuvor, er nahm die Arme von Yori und weist ein zartes Lächeln auf, ehe er sich wieder seinen Stuhl schnappte und sich auf jenem niederließ. Er lauschte Yori bei seinen Aussagen und schüttelte bei einem ganz gehörig den Kopf.
„Nein, ich komme mit! Ich kann euch doch nicht ohne einen vernünftigen Takt auf die Bühne lassen, zudem kann keiner die Lieder so gut wie ich.“
Punkt. Das war so und Yori würde sich damit abfinden müssen, ob er wollte, oder nicht. Nebenbei spielte er mit einigen Gedanken, wie er denn nun die Sache mit seinem Make-up erklären sollte…, sie würden ihn sicher danach fragen… . Ach, da hatte er dann doch schon eine passende Idee, wenn sie auch etwas schräg oder unwirklich klingen mag, sie musste eben herhalten.

„Also, wir machen das nun einfach so. Ich komme mit auf die Tour, mache die ganzen kommende Dinge und werde mich um einen Therapeuten bemühen, sobald der anfängliche Stress vorbei ist und wir etwas Zeit für uns selbst haben. Ich meine, dass kriege ich hin! Wirklich, vertrau mir da nur…, jetzt kommt es auch nicht mehr auf ein paar Tage mehr oder weniger an.“
Und irgendwie hatte er doch da Recht, hm? Ein Tag mehr oder weniger, was tat dies schon? Solange er – wie gesagt – viel zu tun hatte, würde er nicht einen Gedanken an dieses Geschehnis von früher zurück denken.

„Ja…, reden ist wirklich gut.“ Stimmte er noch ein, schweifte aber dann direkt weiter. „Aber du bist genau deswegen mit mir hierher gegangen, hm? Sag, war es denn wirklich so auffällig gewesen?“
Er musste dies wissen, denn, auf der Bühne durfte dies nicht passieren, es würde nur Fragen aufwerfen die er sich ersparen wollte. Jedoch, solange sie ihn verschonten mit diesen Dingen, sollte das auch kein Problem sein.
Der Drummer streckte sich etwas und fühlte sich nach diesem Flug von tiefem Schmerz und Trauer etwas wohler in seiner Haut. Sicher, es war ungewöhnlich dies dem ersten Menschen zu erzählen, der gar nichts mit der Sache zu tun hatte, aber dies wollte er nun auch nicht weiter breittreten. Sie hatten darüber gesprochen, Yori wusste, was Sache war und dies sollte reichen. Vorerst… .
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 12.09.2004    um 22:05 Uhr   
>>Ja, ich vertraue dir und das würde ich immer tun.<<
Yori nickte und stellte einmal mehr fest, dass ihm der Gedanke sich die langen, roten Haare abzuschneiden, immer sympathischer erschien. Mit einer routinierten Geste strich er sich die langen Strähnen hinter die Ohren und ließ sich wieder auf das Sofa fallen. Er wollte sich ein bisschen ausruhen, bevor es an die anderen Aufnahmen ging. Bei seinem Glück setzte sich der Leadsänger allerdings auf seine Packung „M&M’s“ und zog sie mit verzogenem Gesicht unter seinem Hintern hervor.

>>Ja, es ist schon auffallend, wenn man dich kennt.<< Erklärte er und schmiss sich beifällig eine Schokolinse in den Mund. >>Das habe ja nicht nur ich bemerkt, auch Sakaida sprach mich darauf an, aber das liegt wohl daran, dass wir dich schon etwas länger kennen und wissen, wann dir irgendetwas nicht behagt. Wir haben dir nicht hinterher spioniert, falls du das meinst. Wir hatten einfach nur unsere Bedenken und wollten der Sache auf den Grund gehen.<<
Seine Stimme war ganz ruhig, als wollte er den Schlagzeuger auf keinen Fall aufregen, denn das war das Letzte was er jetzt gebrauchen konnte.

>>Wir behalten das aber natürlich für uns.<< Er hob seine Finger zum Schwur und nickte bestätigend. Von draußen drang noch leise der Drang des Playbacks an ihre Ohren. So ein Dreh war stressig und wenn man dann noch solche Sachen erfuhr, wurde man schon sehr schnell mal aggressiv. Und plötzlich war es Yori so, als musste er unbedingt das Thema wechseln und das Gespräch in angenehmere Bahnen lenken. Kazuki – und er – musste jetzt an was ganz anderes denken.
>>Wir wollen morgen Abend nach unserer ersten Show ein bisschen feiern gehen. Die ganze Crew kommt mit und Masamori hat uns sogar eine Überraschung versprochen. Du kommst doch mit, oder? Ohne dich wäre es nämlich nur halb so lustig!<<
Sagte er ehrlich und lächelte dem anderen zu. Er konnte es nicht erklären, aber er hatte das Gefühl, dass er ab heute ein Auge auf Kazuki werfen müsste, damit ihm ja nichts mehr passiert. Das würde er sich nie verzeihen können. Und aus irgendeinem – und wahrscheinlich dummen – Grund fügte er seinem Satz noch hinzu.

>>Minami kommt auch.<<
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 13.09.2004    um 18:04 Uhr   
„Sakaida auch?“
Ohweh! Wer denn noch? In sich hinein murmelnd zupfte er sich sacht an dem Bademantel herum, während er schrecklich aufrecht auf dem Stuhl in diesem kahlen Zimmer saß. Doch aufregen? Nein, er regte sich nicht auf, es war ja seine Schuld gewesen, sozusagen.

„Nun gut. Aber ihr kennt mich ja dann doch etwas besser als die Fans, von dem her denke ich mir keine Sorgen bereiten zu müssen.“
Richtig. Niemand kannte ihn besser als die eigenen Bandmitglieder, zudem – Bühne war Bühne und ebenso eine ganz große Theaterfläche, nicht wahr? Wenn es irgendwem auffallen würde, kann er nur sagen, dass es zum Konzept gehörte und somit vollkommen beabsichtigt war. Ja, das war das Gute an seinem Leben, er konnte es so hindrehen, wie er es am liebsten hätte – nun, zumindest meistens. Als Yori seinen Finger hob, sah er auf und nickte verstehend.

„Ja, sicher. Eigentlich habe ich auch nichts anderes erwartet.“ Er lächelte kurz. „Schließlich ist das ein Thema, was man nicht so herausposaunen sollte.“
Der Themawechsel war jedoch eine willkommene Abwechslung für Kazuki, da er ungern über Stunden nur in seinem vergangenen Leben herum kramte, da es einfach nicht angenehm genug dafür war. Die Sachen die im Jetzt und Hier passierten, entsprachen ihm dann doch um einiges mehr. Er streckte seine Glieder leicht und konnte sich ein Gähnen nicht verkneifen – schließlich hatte er im Tourbus nur zwei Stunden oder so geschlafen – und rieb sich danach die Tränchen aus den Augenwinkeln, die sich dabei gebildet hatten.

„Huch? Ich wollte Yoshi heute auch noch fragen, ob wir nach dem Dreh noch etwas feiern. Aber wenn das so ist, wird er es wohl nicht erlauben!“
Ein leises Lachen drang aus Kazukis Kehle, welche irgendwie kaum zu ihm passte. Sie war zart aber dennoch männlich genug um seine Wirkung mit dem Äußeren einen Strich durch die Rechnung zu ziehen: Nein! Definitiv männlich! Nun ja, ihm störte dies weniger.

„Aber gut – natürlich bin ich dabei. Wenn es was zu essen gibt, bin ich doch da!“
Mit einem sachten Zwinkern schmunzelte er zu Yori hinüber und schien seine anfängliche Trauer gut überbrückt zu haben. Auf die Sache, das Minami auch kam, ging er gar nicht erst ein. Warum auch? Er kannte sie sowieso kaum und zudem wollte er sich eine Feier nun auch wieder nicht nehmen lassen. Vielleicht lockerte sie ihn einfach etwas auf, oder so, man kann ja eben nie wissen!
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 24.09.2004    um 23:57 Uhr   
[Yori... - hast du nicht was vergessen? :) Zieh dich mal von unseren anderen Spielen weg! *gg* Sonst muss ich das tun - dich wegziehen! Jawohl ja!

Dein Kazuki.]
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 26.09.2004    um 20:56 Uhr   
[Ach Gott, überforder mich doch nicht so! Schmunzelt So viel Leid auf einmal!]

Gut, dann brauchte es wohl kein Lockmittel um den Schlagzeuger zum Feiern zu bewegen. Das sollte ihm Recht sein, denn er feierte unheimlich gerne mit Kazuki. Er kannte keinen – außer Masamori – der es schaffte seine Stimmung auf einer Party besser zu heben, wie der Schlagzeuger. Woran das lag, wusste er nicht, aber so lange sie in Ruhe feiern konnten, war das schon okay.
Yori würde kein Wort mehr darüber verlieren was in diesem Raum erzählt worden war. Stattdessen streckte er sich nun auf dem Sofa aus, das hier herum stand, als er plötzlich, völlig überrascht – und keuchend – aufschreckte. Jemand hatte die Tür aufgestoßen, die mit einem lauten Knallen vor die Wand geflogen war. Minami stand mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht da und stemmte die Arme in die Hüften.

>>Hier seid ihr beiden also. Ich habe euch überall gesucht. Hey, Kazuki, du hast di ja schon abgeschminkt. Sehr gut. Ich wollte nur Bescheid sagen, dass ich euch gleich das Make-up für die „Instrument-Aufnahmen“ verpassen wollte. Also, ab mit euch in die Maske, oder muss ich euch erst noch Beine machen?<<
Yori nörgelte etwas, das sich ganz verdächtig nach „Sklaventreiber“ anhörte und schwang langsam die Beine vom Sofa.

>>Wir hatten fast gar keine Pause. Das ist so gemein! Wo sind meine M&M’s?<<
Jammerte er gespielt und zwinkerte Kazuki zu: ‚Siehst du? Alles so wie immer. Keine Sorge, wir stehen zu dir. Immer.’
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 27.09.2004    um 17:53 Uhr   
In Ruhe feiern? Na, das würde dann eher eins dieser Kaffeekränzchen von alten Leuten sein, oder? Aber es war verständlich, was genau gemeint war. Kazuki zweifelte zwar noch etwas daran, richtig gute Stimmung aufbringen zu können, aber hey! Warum sollte er sich nun deswegen so gehen lassen? Sein Leben geht weiter und es gab keinen Grund, nun der Deprimierte zu spielen. Außerdem würde er dann die Laune der anderen auch sicherlich in irgendeiner Form mit hinunter ziehen und da er sehr sozial war, möchte er dies nicht. Reicht doch, dass er sich vorhin schon ausgeheult hatte.
Gerade wollte er noch etwas sagen, um diese plötzliche Stille zu überbrücken, aber mehr als ein untergehendes
„Ah…“ Bekam er dann doch nicht über die Lippen, da er wegen der plötzlich aufspringenden Türe sich mindestens genauso heftig wie Yori erschrocken hatte. Oh Gott! Dieses Weib war doch echt eine Furie! Einige Sekunden lang musste er sich sammeln, ehe er bei der Anmerkung von Minami ein mildes Lächeln zu Tag förderte. Abgeschminkt – wenn sie das Kind so nennen wollte, war dies ihm mehr als recht!
„Deine M&M’s hast du dir vorhin unter dem Arsch rausgezogen. Also müssen die ja noch irgendwo bei dir liegen.“
Er machte eine lockere, fuchtelnde Handbewegung und strich sich im selben Augenblick eine der Strähnen aus dem Gesicht, die ihm eigentlich nicht gehörte. Er fand es toll dass Yori dicht hielt und lächelte ihm auch dementsprechend zu. Ja, danke! Dann stimmte er aber in das Gezeter von Yori ein und streckte sich mit einem müden Gähnen aus, ehe er langsam aufstand und zu Minami schlenderte.

„Eben! Fast keine Pause! Ich konnte noch nicht mal rauchen!“
Noch nicht mal rauchen konnte er! Kaffee und rauchen – ja, das war wichtig! Nicht gesund, aber wichtig!

„Wehe du kommst mir nun mit: "Aber Sakaida hatte überhaupt keine Pause!"“ Äffte er in einer quietschenden Frauenstimme vor und hob dabei leicht die rechte Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger, um damit mahnend zu wackeln.
„Dann sage ich – zumindest für meine Verteidigung – er ist ja auch viel viel viel jünger!“
Er verzog sein Gesicht und senkte seine Hand. Buhuhuuu, er war ja sooo alt!
Geändert am 27.09.2004 um 17:56 Uhr von Kazuki
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 28.09.2004    um 19:53 Uhr   
Yori verzog sein Gesicht, als er die freche Bemerkung von Kazuki hörte, dass seine M&M’s irgendwo hier sein mussten, lächelte aber bereits wieder, als er die Packung mit den Schokolinsen in den Händen hielt. In einer Seelenruhe schmiss er sich ein M&M in den Mund und lutschte genüsslich daran herum, wie man es von ihm gekannt war. Ja, Yori war süchtig nach dem Zeug und machte keinen Hehl daraus. Das bedeutete, zu seinem Leidwesen aber auch, dass er meistens, in seinen Augen, ein oder zwei Kilo zu viel auf den Rippen hatte und deswegen extra Sportstunden nah. Er konnte schließlich auf der Bühne nicht aussehen, wie ein fauler, gammeliger Ehemann. Er hatte ein Image zu bewahren und daran lag ihm sogar was, wenn man bedachte, dass er dieses Image war. Das auf der Bühne, war zumeist wirklich Yori, wenn er nicht irgendwelchen verrückten Sachen, wie bekannte Peitschszenen aus der Vergangenheit übernehmen musste.
Jetzt drückte er sich aber erstmal, noch immer leise murmelnd und auf Grund des M&M’s auch leise schmatzend, an Kazuki und Minami vorbei. Die Frau hatte die Hände in ihre Hüften gestemmt und sah den Schlagzeuger mit gespielten Vorwürfen im Blick an.

>>Oh ja, Kazuki, du musst aufpassen, dass du nicht gleich vor Altersschwäche umkippst. Komm, ich stütze dich und bringe dich in die Maske.<<Erklärte sie Kazuki und legte einen Arm um seine Hüfte um ihn aus dem Raum zu buxieren.
>>Aber was Sakaida betrifft, der ist wenigstens brav und pflegeleicht im Gegensatz zu euch beiden Flegeln!<<Sie piekste Kazuki mit dem Zeigefinger in die Seite und rief Yori, der schon ein gutes Stück vorgegangen war nach.
>>Ja, lauf du nur vor und versteck dich vor meinem Zorn! Aahaha!<< Sie gab so etwas, wie einen Tarzanschrei von sich und lächelte dann zu Kazuki hinauf.
Yori hingegen schmunzelte still in sich hinein, als er die Maske betrat und da Yoshi vorfand, der ihn gerade begrüßen wollte, das aber nicht durfte, weil ihn gerade jemand abpuderte. Minami, Minami… dachte sich der Leadsänger, als er die Hand hob und sich auf einen der Stühle setzte … dass das ich so was von dir noch erleben darf… .

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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 29.09.2004    um 18:18 Uhr   
Also wenn es um Yoris Figur geht… – puh, manch einer würde sich wünschen so spargeldünn wie er zu sein! Vielleicht kam es aber auch dadurch, dass die Japaner nie genüsslich aßen, sondern nur herunter schlangen und darum kaum zunehmen. Nun, bei seinen Schokolinsen sollte er das mit dem runter Schlingen eventuell auch mal versuchen?! Auf der Bühne war sowieso jedes Bandmitglied so, wie er sich auch gab. Natürlich bestand immer noch eine gewisse Differenz entsprechend dem privaten und dem geschäftlichen Musiker, aber kein wirklich großer.
Als Yori sich vorbei drückte, wollte er diesem einfach nachstolzieren, konnte jedoch nicht, da plötzlich Minami wieder dazwischen funkte. Nicht, dass es ihn stören würde, nur… - es war etwas ungewöhnlich, fand er zumindest. Klar, er machte oft und sehr viel Spaß, weil er eigentlich von Grund auf ein witziger Typ war, aber das tat er mit jedem. Er lauschte den Worten der Make-up-Artistin und knurrte leicht auf, als sie ihn so frech in die Seite zwickte. Bei diesem komischen Tarzanschrei, warf er Minami dann doch einen abschätzenden Blick zu, ehe er sie dreist mit einem passenden Grinsen anzwinkerte.

„Ja ja ja. Sakaida ist ja nur so umgänglich, weil er einfach nicht so impulsiv wie wir ist!“ Er war eben nur ein Würstchen und kein Mann! Ähäm… .
„Zudem… . Du solltest den Beruf wechseln, Minami. Dieses ganze stinkende Zeug, das sich Make-up nennt, scheint dir nicht gut zu bekommen! – Hat dir wohl die letzten Gehirnzellen raus geschlagen, was?!“
Er spielte wohl geradewegs ihren Schrei mit dem Satz an, welchen sie Yori vorhin hinterher geworfen hatte. Natürlich grinste er süffisant dabei, meinte es aber nicht böse. Nun, das war eben Kazuki wie er leibt und lebt.
Gerade wollte er seinen Arm ebenso um Minamis Hüfte legen, damit es auch für ihn bequemer wurde, erreichte dann aber Sekunden versetzt nach Yoris Eintreten ebenso die Türe zur Maske und löste sich somit von ihr. Lächelnd hob er eine Hand gen Yoshi, ehe genau jener Blick weiter zu Yori schweifte.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 26.10.2004    um 19:03 Uhr   
[So, nach einem großen Fehler von mir, ich habe nämlich gedacht, ich sei nicht dran beim Reinschreiben, geht es jetzt im Spiel weiter. Ich hoffe, der Zeitsprung, den ich mache, ist okay? Also dann, viel Spaß!]


Die Zeit verging rasend schnell während sie ihr Video drehten. Keiner merkte, dass sie jetzt schon fast vierundzwanzig Stunden auf den Beinen waren, als endlich die letzte Einstellung im Kasten war. Die wenige Freizeit, die die Band noch hatte, nutzte jeder ganz individuell. Und sie gönnten sich alle eine Auszeit von einander.
Einen Tag später waren sie in ihrem Tourbus auf dem Weg nach Tôkyô. Die Stimmung war etwas gedrückt, besonders im hinteren Teil des Busses, wo Yori und Masamori saßen und fast schliefen. Der Rothaarige hatte seinen Kopf in ein kleines Kissen gekuschelt und die Augen geschlossen, der Gitarrist strich ihm über die Schultern, wie man es eigentlich mit kleinen Hunden oder Katzen macht. Wenn man die beiden so ansah, dann wusste man genau, dass zwischen ihnen eine so tiefe Freundschaft herrschte, dass man sie selbst beim besten Willen nicht zerstören konnte. Masamori brauchte Yori und Yori brauchte Masamori. Das war wie eine vollkommene Symbiose.

>>Mir ist schlecht, Masamori.<<
Und wenn man genauer hinsah, dann erkannte man das auch. Der Leadsänger war furchtbar blass und schien so ganz und gar nicht zufrieden mit seiner jetzigen, körperlichen Situation zu sein. Der Gitarrist hob seinen Zeige – und Ringfinger und strich damit über die Wange des Sängers.
>>Ich weiß, Kleiner. Soll ich dir eine Tablette holen? Yoshi hat sicherlich welche dabei.<<
>>Ja, das wäre toll. Und sag Sakaida, dass er doch wenigstens ein bisschen Rücksicht auf so einen alten Mann, wie mich nehmen soll.<<
Masamori lächelte sanft und stand dann auf. Gemächlich, um nicht bei voller Fahrt hinzufallen, arbeitete sich der blonde Gitarrist nach vorne vor, wo Yoshi an einem Tisch saß und las. Er wirkte etwas angespannt, wenn man sich ihn ansah. Das musste wohl die Aufregung vor der Tour sein. Der Bassist bemerkte Masamori aber ziemlich schnell und hob den Kopf.

>>Wie geht’s denn unserem kleinen Goldkehlchen?<<
>>Nicht besser, als noch vor einer halben Stunde. Hast du irgendwelche Tabletten dabei, damit Yori sich nicht noch die Seele aus dem Leib kotzt?<<
>>So schlimm? Oh Gott, ich will nur hoffen, dass das bis morgen besser ist. Warte, dann nimm am besten mal was von den Tabletten hier.<<
Er griff neben sich und holte aus einer alte Bauchtasche eine Packung mit Tabletten.

>>Gegen Reisekrankheit, Übelkeit und leichtes Fieber – Ja, das müsste gehen. Wenn das trotzdem nicht besser wird, dann müssen wir ihn zum Arzt bringen. Warum eigentlich immer kurz vor der Tour? Das ist zum verrückt werden!<<
>>Ganz ruhig, Yoshi-san. Yori kommt schon wieder auf die Beine, dafür sorge ich höchstpersönlich. Danke!<<
Masamori nahm ihm die Tablettenschachtel aus der Hand und schwenkte sie in der Luft, bevor er sich drei Meter weiter nach vorne bewegte, wo er Sakaida auf die Schulter tippte.
>>Hey, magst du mit mir ein Spiel spielen? Es heißt: Sei ein bisschen ruhiger!<<
Grinste er.


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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 28.10.2004    um 17:37 Uhr   
[Der Zeitspung ist mehr als perfekt! Den wollte ich auch einführen, wenn du es nicht getan hättest :)]

Die Pause hatte er sich verdient. Nun, nicht nur er, sondern alle, aber er auf eine ganz spezielle Weise. Sein Frust war zwar abgeflaut, aber dennoch vorhanden. Die Sache mir der Therapie ließ er sich auch ständig durch den Kopf gehen, doch ein Entschluss stand schon lange fest: Ja, er wird es tun. Das war einfach besser, er würde sicher einige Veränderungen durchleben, die keiner erwartet hätte und doch in ihm steckten. Momentan saß er an dem Tisch, wo sich auch Yoshi befand. Keine Spur von Aufregung fand man bei den zwei Ältesten der Truppe wieder. Kazuki hatte einfach zu viel Erfahrung auf dem Buckel, um schrecklich nervös zu sein und Yoshi, der einen Bammel bekommen, wenn es hieß, in die Maske zu müssen weil der Zeitdruck drängt. Jedoch soll es nicht heißen, dass Kazuki schon so abgebrüht war, nein. Nervös war er auch, aber eben nicht so extrem.
Als Masamori die Tabletten bei Yoshi abgeholt hatte, staunte dieser nicht schlecht.

„Warum führst du immer ein ganzes Arsenal mit Tabletten mit dir herum?“
Erkundigte sich der Drummer. Yoshi kicherte nur leise und blätterte die Seite einer Musikzeitschrift um. Da kam ein Bericht von einem großen Musiklabel namens Tôkyô Records. Dort waren sie nicht, ihr Label hieß ganz anders. Wer hatte sie noch mal dorthin geführt? Subaru? Ach, er wusste es nicht mehr so richtig, aber, er glaubte schon.

„Na ja. Das Übliche führe ich immer mit mir. Zudem habe ich doch auch diese Reisekrankheiten, darum nehme ich manchmal die Tabletten!“
Erklärte der Bassist ruhig und Kazuki nickte verstehend.

„Stimmt ja, hatte ich vergessen.“
Ich bin eben auch alt, da kann man dies übersehen, nicht wahr?
Sakaida sah mürrisch auf, als er von Masamori angetippt wurde. Trotzig legte er die Gitarre zur Seite und streckte sich, ehe er seufzte.

„Was habt ihr denn alle? Ich muss mich doch irgendwie entspannen und an etwas anderes denken, als die vielen hübschen Mädchen, die uns bald besuchen werden!“
Haaach, ja, das ist genau das Leben, was sich Sakaida immer vorgestellt hatte! Aber kein Wort davon, dass er nervös war.

„Wenn ich leise sein soll, dann beschäftigte mich wenigstens!“
Forderte er plötzlich. Sicher, er wusste in diesem Tour-Bus kaum etwas mit sich anzustellen. Ob er überhaupt wusste, dass Yori krank war, war eine andere Frage gewesen. Vielleicht, aber eher nicht, ansonsten hätte er bestimmt Rücksicht darauf genommen. Dies war auch der Grund gewesen, warum er plötzlich auf die Verpackung der Tabletten linste – fraglich.

„Oh! Du hast sicher Kopfschmerzen oder so, was? Na ja, dann werde ich wohl absichtlich weiter spielen müssen, um dich zu triezen!“
Frech, wie er war und sein konnte, griff er wieder nach der schlichten Konzertgitarre und wollte schon die Saiten anspielen.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 29.10.2004    um 11:48 Uhr   
Als der blonde Gitarrist aufgestanden war, legte Yori den Kopf auf den Tisch vor sich und legte seine Arme über den Kopf. Natürlich, er hätte sich einfach in eines der Betten legen können, aber das wäre ja ein Zugeständnis an seine Krankheit, oder was auch immer es war, das ihm hier gerade das Leben schwer machte. Also entschied sich Yori Matsuya dafür nur zu gähnen und ansonsten ganz lässig vor sich hin zu leiden.
Masamori lächelte in genau diesem Augenblick ihr Nesthäkchen an und legte – aus reiner Vorsicht – seine flache Hand auf die Seiten der Gitarre.

>>Nein, nicht ganz. Erstens mache ich mir Gedanken um die arme Gitarre, die du hier vergewaltigst und zweitens liegt Yori da hinten rum und hat mich gebeten dir zu sagen, dass du doch etwas leiser sein sollst, während er ein bisschen stirbt. Der hat sich wohl einen Virus eingefangen.<<
Der Gitarrist wuschelte sich durchs Haar und biss sich auf die Unterlippe.

>>Oder aber… er ist so schrecklich nervös, dass sein Magen nicht mehr mitspielt. Hehe, wie lustig!<<
Er titschte Sakaida noch mal vor die Nase und drehte sich dann um, um mit den Tabletten zu Yori zu gehen. Allerdings stolperte der gerade den Gang entlang und verschwand in der Toilette des Busses. Scheiße, ihm war wirklich übel. Wenn das so weiter ging, würde das mit ihrem Auftritt heute Abend nichts, wenn er die Fans nicht mit seinem Mittagessen beglücken wollte.
Masamori wartete derweilen im hinteren Teil des Busses und legte Tabletten und Wasser zurecht und machte sich dann daran Yoris Bettwäsche aufzuschütteln. Der Jüngere würde sich ins Bett legen, ob er nun wollte, oder nicht. Schließlich wusste er, was gut für den Rothaarigen war und da gab es auch keine Widerrede.
Nach einigen Minuten kam Yori, seltsam blass, aus dem „Bad“ und setzt sich schweigend neben den Gitarristen.

>>Hier, nimm die Tabletten und dann legst du dich aufs Ohr.<<
>>Aber Masamori!<<
>>Kein aber, und jetzt runter mit dem Zeug!<<
Gequält schluckte der Rothaarige auch seine Tabletten und verkroch sich dann, ganz so, wie es Doktor Masamori verschrieben hatte, in sein Bett.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 29.10.2004    um 20:39 Uhr   
„Nennen wir das Kind beim Namen! Der Virus ist und bleibt: Masamori!“
Leugne nicht deine Herkunft, denn ich weiß mehr, als du dir jemals denken kannst! Lächelnd stellte er nachsichtig die Gitarre zur Seite und rieb sich prompt die Nase, als der Blonde so dreist dagegen getatscht hatte. Tze! Nun musste er sich eben anders beschäftigen und am Besten ging dies eben doch bei Kazuki. Ja, von ihm bekam er immer Aufmerksamkeit! Langsam schlappte Sakaida hinüber und krabbelte auf das edle, dunkelrote Rundsofa, um sich in Kazukis Schoß zu kuscheln, der nervös mit dem rechten Mundwinkel zuckte. Hallo? Erm, Hallo? Kichernd sah er zu dem verwirrt dreinblickenden Drummer auf und zog kurz an einer der Haarsträhnchen, ehe er sich streckte.

„Ah, du bist furchtbar bequem! Kann man dich mieten, oder so?“
„Du fliegst gleich!“
Knurrte Kazuki jedoch zurück, der versuchte, den Jüngsten von seinem Schoß zu drücken, der sich aber hartnäckig hielt. Letztendlich musste er aufgeben, ah, was soll’s!

„Warum immer so anhänglich? Ich will meine Ruhe haben!“
Murmelte der Drummer leise und hielt ein kleines Ding in der Hand, was aussah, wie ein elektronischer Organizer. Der Pianist, der davon keine Ahnung hatte, schnappte das Ding aus Kazukis Hand und reagierte nicht auf den Satz des Sitzenden, sondern auf etwas ganz anderem.

„Wooow! Ein Tamagotchi! Wo ist denn der Knopf fürs Essen? - Hey, das ist unlustig, stellst du gerade die Zeit um? Ich kann das Vieh gar nicht sehen!“
Kazuki bekam einen minderschweren Schock als er sah, wie Sakaida wild auf die Knöpfchen drückte und ihm somit alles verstellte. Plötzlich machte es leider nur noch: Kaschonk! Dann erklang ein Wimmern, wobei sich Sakaida den Kopf mit den Händen schützte und das vermeintliche 'Tamagotchi' abgeben musste.

„Buhuhuuu! Das hat wehgetan!“
Wimmerte der Jüngste, wobei Kazuki nur leise seufzte und sich ein paar Strähnchen hinter sein Ohr strich und ganz nebenbei versuchte, das Nötigste zu retten. Yoshi kicherte nur bei der Szene, die sich eben geboten hatte. Die zwei konnten gut mit Yori und Masamori mithalten, wenn auch auf ihre kleine, feine Art.

„Wenn du jetzt still bist, wirst du auch nicht mehr leiden!“
Brummelte der Älteste schlecht gelaunt. Kein Wunder, hier wurde einem noch mehr Arbeit gemacht, als nötig. So nickte der Pianist nur brav und verblieb endlich ruhig, er wollte ja seine bequeme Position ungern verlassen. Nach ein paar Minuten des Schweigens kam Kazuki dann eine Idee.

„Yoshi-san, könnten wir eine Pause machen? Ich meine, vielleicht wäre das gar nicht mal so schlecht für Yori, und Hiroshi könnte sich dann auch mal ein wenig erholen.“
Hiroshi war der momentane Fahrer, der ebenso zur Crew gehörte. Es war ja nur eine Idee und doch sah er fragend drein. Der, der angesprochen war, hob nachdenklich den Kopf an.

„Ich geh mal fragen. Vielleicht passt es ja in unseren Zeitplan!“
Langsam stand Yoshi auf und schaukelte zum Fahrerbereich.

Geändert am 29.10.2004 um 20:41 Uhr von Kazuki
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 01.11.2004    um 01:54 Uhr   
>>Richtig, ich bin der gefährliche Killervirus, der um die Welt geht und den Menschen Durchfall und Erbrechen, Hühneraugen und Fußpilz, Bindehautentzündungen und Herpes, Karies und Parodontose, Mundgeruch und Schweißfüße, Magenschleimhautentzündungen und Schnupfen, so wie Tod und Verderben bringt. Ich bin ja so böse!<<
Masamori verzog sein Gesicht zu einer furchtbar fürchterlich aussehenden Grimasse. Er fletschte die Zähne, verdrehte die Augen und hob seine Hände, wie Klauen in die Luft, als Sakaida ihn, als Virus bezeichnete. Dann hatte er sich aber gefangen und ging – wie schon beschrieben – in den hinteren Teil des Busses, zu Yori zurück. Als der rothaarige Freak endlich in seinem Bett lag, zog Masamori ihm die Decke bis an die Brust. Mitfühlend strich er über Yoris Wange und konnte so gleichzeitig feststellen, dass der Sänger auch noch leichtes Fieber hatte.
>>Was machst du nur für Sachen? Ich meine, kannst du nicht in deiner Freizeit krank werden?<<
>>Haha, sehr witzig, ich fall’ gleich aus dem Bett vor Lachen.<<
Yori schien der Witz nicht zu gefallen. Er drehte sich auf die andere Seite und rollte sich zu einer kleinen Kugel zusammen. Außerdem war ihm ganz kalt und der kalte Schweiß, der auf seiner Stirn stand, nervte ihn auch.

>>Ich verstehe gar nicht, wie du so ruhig bleiben kannst. Heute Abend spielen wir im Tôkyô-Dome. Hoffentlich versagt meine Stimme nicht.<<
>>Ah, langsam verstehe ich. Du bist nicht krank. Du bist nur aufgeregt und das schlägt sich ganz arg auf deinen Magen. Vielleicht helfen Yoshis Tabletten ja trotzdem.<<
>>Komm entweder zu mir ins Bett und halt den Mund, oder verzieh dich, Masa-chan. Du nervst. Mir ist wirklich schlecht.<<
Bekam der blonde Gitarrist da nur zur Antwort. Einen Augenblick sah es auch so aus, als würde Masamori bestürzt darüber sein, aber dann legte er sich zu Yori und zog ihn in seine Arme. Ganz ruhig strich er über Yoris Seite und der Sänger schien da auch nichts gegen zu haben.

-------------------------------------

Es waren nur noch wenige Stunde. Zwölf um genau zu sein. Und 35 Minuten. Dann war es so weit. Dann wird SIE im Mittelpunkt stehen. Alle werden SIE beneiden. SIE selbst wird dafür sorgen, dass nichts schief läuft. Man wird in den Nachrichten davon bringen. Man wird es im Radio hören. Die Zeitungen wären voll mit IHREN Bildern. Niemand wird SIE dann mehr belächeln, denn jeder weiß, dass SIE die einzige ist, die es wirklich geschafft hat. SIE wird für immer ein Teil von IHNEN sein. Für immer und ewig. Ein Teil von IHNEN. Nur SIE… .
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 01.11.2004    um 11:50 Uhr   
Nach nur wenigen Sekunden kehrte Yoshi zurück. Sakaida, sowie Kazuki selbst, blickten jenem neugierig entgegen.
„Nein, nicht möglich. Wir erreichen den Tôkyô-Dome in ca. zwei Stunden, das will Hiroshi gerne durch fahren.“
Yoshi setzte sich wieder auf seinen Platz, ruckte die Schultern und blätterte in der Musikzeitschrift weiter, die noch einige Seiten zum Lesen aufwies.

„Na dann. Das wird er sicher aushalten.“
Murmelte der Drummer. Wenn Yori wenigstens etwas schlau war, würde er nun am Besten schlafen. Sakaida richtete sich auf und lehnte sich seitlich an Kazuki, da es ihm schlecht wurde, wenn er im wachen Zustand und mitten in der Fahrt herum lag.

So vergingen jene zwei Stunden für den einen oder anderen recht schnell. In einer weiteren halben Stunde befanden sie sich in einem Zimmer, das fast – aber nur fast – wohnlich wirkte. Es stellte ihr Aufenthaltsraum dar was nur über den Backstage Bereich erreicht werden konnte – zum Glück. Der Raum schien gänzlich kahl an den Wänden zu sein. Der Boden war mit einem schwarzen Teppich ausgelegt und mit dunklen oder hellen Möbeln ausgestattet. Direkt wenn man einen Schritt hinein trat, befand sich in der rechten Ecke die Sitzgarnitur aus schwarzem Leder auf einem Eisengestell gehalten, sehr modern und edel. Es war ein 3er und ein 2er Sofa – also, Platz hatte wohl jeder irgendwie. Davon ein paar Schritte entfernt stand ein normaler, weißer Tisch mit dunklen Stühlen. Auf der anderen Seite fand man die Sache mit der Sitzgelegenheit im Eck wieder, nur eben diagonal zur anderen Seite. An einer Wand war ein Fernseher angebracht, der wohl funktionstüchtig schien. Ein Kühlschrank befand sich ganz links und ein Tablett mit einigen Getränken stand auf dem weißen Tisch bereit, sowie aber auch eine Schale mit Süßigkeiten. Ähähä, warum auch immer… . Ein großes Fenster gab sehr viel Licht und den Blick nach draußen auf dem großen Gelände, wo noch ein Hotel stand und verschiedene Messegebäude. Das war eben ganz übertrieben, selbst der kleine Freizeitpark dort wirkte protzend, aber na ja.

Kazuki ließ sich in einen der bequemen Ledersofas fallen, nachdem er sich eine Dose Soda geschnappt hatte. Bei ihm im Raum war nur Sakaida, da Yoshi darauf wartete, Yori vor diesem Raum abzufangen, um ihn eine frohe Botschaft verkünden zu können, sofern er sie noch nicht selbst erfahren hatte. Der Jüngste, Sakaida, kam langsam zu Kazuki und setzte sich neben ihn auf das 2er Sofa.

„Du bist aber nicht sauer auf mich, oder?“
Erkundigte er sich, woraufhin der ihn etwas schräg von der Seite ansah.

„Wie kommst du nun darauf? Warum sollte ich sauer sein?“
„Ja, weil… . Wegen deinem Organizer – den wollte ich nicht kaputt machen!“
Kazuki lachte leise auf und tätschelte Sakaidas Kopf. Der Kleine hatte wirklich Probleme!

„Mach dir deswegen mal keine Sorgen, Sakaida-san. Du hast ihn nicht kaputt gemacht, sondern nur durcheinander gewirbelt. Das, was wichtig war, steht noch drin, alles andere ist ersetzbar.“
Kazuki legte seinen Arm um Sakaidas Schulter und bot ihm mit einem versöhnlichen Lächeln seine Soda an, die der Jüngste natürlich lächelnd annahm.

„Da bin ich aber froh!“
Rief er aus, ehe er trank.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 02.11.2004    um 22:54 Uhr   
Yori konnte gar nicht sagen, wie froh er war, als diese schreckliche Busfahrt vorbei war. Zwar hatten Yoshis Tabletten nach einer Weile geholfen, aber frische Luft half dann meistens doch mehr, als chemisch zusammen gemixte Tabletten. Als sie also endlich am Tôkyô-Dome ankamen, war er der erste, der den Bus verlassen und die frische ( so weit man die Luft in Tôkyô frisch nennen kann) Luft einatmete. Sein Friede sollte allerdings nur von kurzer Dauer sein, denn kaum hatte er wieder festen Boden unter seinen Füßen, kam auch schon wieder der blonde, völlig durchgedrehte Masamori auf ihn zu und wuschelte ihm durch die roten Haare. Er drehte ihn einfach an den Schultern um, so dass er dazu gezwungen war, sich die riesige Veranstaltungshalle anzusehen.
>>Kannst du’s glauben, Yori-chan? Das ist der Tôkyô-Dome und wir stehen davor. Aber was noch viel besser ist: Wir werden in weniger, als zwölf Stunden auf der Bühne stehen und das Publikum begeistern. Die Weiber werden sich die Seele aus dem Leib kreischen und die Kerle brüllen bis zum Umfallen. Und das alles nur, weil wir auf der Bühne stehen. Dein Goldstimmchen wird sie in die Ekstase treiben, Kazukis Beats sie weg hauen, Sakaida lässt sie zu Keyboard-Melodien träumen und Yoshi ihr Herz rasen mit seinen irren Bassläufen. Ja, und ich werde mein bestes geben!<<
Plötzlich legte Masamori Yori einen Arm um die Schulter und drehte ihn wieder zu sich um.

>>Wir mögen Marionettenn sein, aber wir sind unsere eigenen Puppenspieler!<<
Er grinste und Yori nahm ihn einfach bei der Hand, als er sah, das so ziemlich niemand mehr im Bus war, weil die alle in Richtung Konzerthalle liefen.

>>Wenn du jetzt den Mund hältst, kommen wir sogar vielleicht noch pünktlich zu unserem Auftritt. So wie ich dich kenne, quasselst du mir sonst noch ein Ohr ab, und ich kann nicht auftreten. Also, beweg’ deinen knackigen Hintern und beeil dich!<<

Nach einigen Minuten hatten es also auch die beiden letzten auf die Gänge des Konzertgeländes geschafft, wo sie von zwei hübschen, jungen Damen in Empfang genommen und zum Aufenthaltsraum geführt wurden. Masamori boxt Yoshi grinsend in die Seite, als er an ihm vorbei in den Raum ging, wo er ein lapidares „Hey folks!“ in die Runde warf und sich an den Tisch mit den Süßigkeiten fallen ließ.
>>Whoa, das ist ja, wie im Schlaraffenland! Hier gibt’s sogar diese Orangenkekse mit Schokoglasur, und Gummibärchen und – oh – Erfrischungsstäbchen.<<
Das war was für den Gitarristen, der gerade für den Tod von drei Gummibärchen verantwortlich war. Zwei gelben und einem roten. Wobei wir ja alle wissen, dass in Gummibärchentüten immer am wenigsten Bären von der Farbe sind, die man am liebsten ist. In Masamoris Fall war das weiß.
Aber kommen wir zurück zu Yori, der noch immer vor der Tür zum Aufenthaltsraum stand und Yoshi winkend begrüßte.

>>Na, was stehst du hier denn, wie bezahlt und nicht abgeholt? Gibt’s hier irgendwas umsonst? Frauen? Alkohol? Drogen?<<
Grinsend verschränkte er die Arme vor der Brust und wollte gerade in den Raum gehen.

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IHRE Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Aus den Boxen dröhnte laute Musik. Die Nachbarn würden sich sicher bald beschweren, aber damit hatte SIE ja nichts zu tun. Und wer sich über diese göttliche Musik aufregte, bekam ohne hin Ärger.
SIE kontrollierte IHREN Rucksack. Alles war da. Die Wasserflaschen, die Geschenke, die Backstagekarten, sogar die vorgedruckten Autogrammkarten. Aber das Wichtigste fehlte noch. SIE öffnete IHREN Bettkasten und holte ES heraus. Ohne zu zögern steckte SIE es unter IHREN BH. ES war zwar kalt, aber das war ES wert. Wo lagen denn IHRE Autoschlüssel?
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 03.11.2004    um 20:13 Uhr   
Yoshi rieb sich grummelnd seine Seite, als Masamori frech hinein geboxt hatte, wartete aber dennoch brav auf Yori, der da vorne schon anwatschelte. Im Aufenthaltsraum hob Sakaida eine Hand und auch Kazuki grüßte die Ankunft von Masa-san mit einem „Hallo!“. Als Sakaida das Tun von Masamori eine Weile toleriert hatte, musste er nun einen Schlussstrich ziehen und drückte Kazuki seine Soda in die Hand, ehe er aufsprang und zu dem Gitarristen schlenderte.
„Hey! Lass mir etwas übrig!“
Warf der Jüngste aus und drückte den anderen dreist zur Seite, damit er sich auch noch etwas von den Süßigkeiten schnappen konnte. Sakaida und Futterneid? Ja! In dieser Band sollte man es haben, außerdem aß Sakaida sowieso viel. Wenn man mit ihm in ein Restaurant ging, klaute er von den anderen immer die Reisportionen – so war er eben, ein kleines verfressenes Ding. Als die Beiden so streiten, schmunzelte Kazuki und stand auf, um gemächlich zu einem der großen Fenster zu schlendern. Bald kommt die Generalprobe und dann werden sie sich heimlich in das Hotel auf diesem Gelände schleichen.
Als Yori sich Yoshi genährt hatte und eigentlich weiter gehen wollte, wurde er hektisch am Arm gepackt.

„Oh, warte mal, Yori-san!“
Rief Yoshis Stimme aus. Langsam – wohl als sich Yori umdrehen wird, ließ er von seinem Arm ab.

„Keine Frauen, keine Drogen und kein Alkohol, dafür aber etwas anderes.“
Mit einem sanften Lächeln strich er sich ein paar Haarsträhnchen zurück.

„Kann sein, dass du es schon weißt, aber ich habe vorhin von Thoma erfahren, dass dieser Runway vorhanden sein wird. Der ist aber eigentlich bei Konzerten immer da.“
Er kratzte sich am Hinterkopf und ruckte die Schultern. Der Sänger hatte doch lauthals danach geschrieen, oder? Na ja, nun hatte er ja zumindest einen Wunsch! Die andere Sache, mit den zwei kleinen Extrabühnen, konnte man nicht einhalten.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 06.11.2004    um 23:10 Uhr   
Im Folgenden sehen Sie, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, zwei ganz außergewöhnliche Exemplare der Gattung homo sapiens. Das ältere der beiden scheint keinen Anspruch auf sein Revier zu erheben und teilt seine Beute bereitwillig mit dem jüngeren, wilden Exemplar. Jedoch sieht es so aus, dass es trotzdem darauf besteht genügend Nahrung abzubekommen. Immer wieder reißt es kleinen Gummibären den Kopf ab. Aber jetzt! Es schiebt das Junge zur Seite und grummelt etwas. Hier der genaue Wortlaut:
>>Wenn du deine Finger nicht da wegnimmst, du dreister, kleiner Müllschlucker, dann muss ich sie dir abbeißen. Ich habe heute nichts zu Essen gekriegt, weil du meine Portion Reis mitgegessen hast – von Yoris mal ganz zu schweigen – also, nimm deine Hand aus den Süßigkeiten, die gehören mir!<<
Das Gebärden des Älteren Lebewesens ist nicht ganz eindeutig. Es passt nicht zu dem was es sagt. Es grinst und wuschelt mit der Hand durch die Haare des anderen. Sehr unverständlich. Ein weiteres, erwachsenes Wesen befindet sich im Beobachtungsraum. Es sieht so aus, als würde es nicht hungrig sein, und schaut aus dem Fenster. Ein wirklich ausgesprochen schönes Exemplar.
Damit verabschieden wir uns von Ihnen, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn es heißt: Menschen – die unergründliche Art.

So, genug davon. Kommen wir zurück zu Yori und Yoshi. Der Rothaarige hatte sich überrascht umgedreht, als der Bassist ihn so plötzlich festgehalten hatte. Die Nachricht über den Runway nahm er ziemlich – sagen wir – überschwänglich auf.

>>Whoa, klasse! Du weißt was das heißt, Yoshi-kun? Wir beide werden uns eine heiße Show auf dem Ding liefern. Das probieren wir gleich in der Generalprobe mal aus. Na komm!<<
Er legteYoshi einen Arm um die Hüfte und ging mit ihm in den Aufenthaltsraum. Sie wurden gerade Zeugen, wie Masamori und Sakaida sich um die Süßigkeiten stritten. So lange sie sich stritten, war ja alles okay. Wenn sie es nicht mehr taten dann sollte man sich Gedanken machen.

>>Hallo alle zusammen! Na, habt ihr uns vermisst?<<
Masamori hob seinen Kopf, hielt aber die Schale mit den Süßigkeiten fest in seinem Arm, damit Sakaida nicht daran kam.

>>Oh ja, ich bin fast umgekommen vor Sehnsucht nach euch beiden Süßen!<<
>>Yori, er will Sex! Kümmer dich um ihn!<<
Yoshi lächelte unschuldig. Was, hatte er nicht Recht? Nein, wahrscheinlich nicht, aber das änderte nicht daran, dass Yori seine Hand in den Nacken lag und ganz dreist meinte:

>>Ich mag aber nicht. Ich will jetzt mit Sakaida rumknutschen. Masamori beißt mir immer auf die Zunge!<<
>>Das ist ja gar nicht wahr. Und für dich passe ich auf die Süßigkeiten auf!<<
Lachend schmiss sich Masamori einen Gummibären in den Mund. Yori selbst ließ sich auf das Sofa fallen und schaute zu Kazuki hinüber.

>>Hey, gibt’s da draußen was umsonst, oder warum guckt du da so gebannt hin? Komm lieber her und entspann dich!<<

-------------------------

Auch im Auto war IHRE Anwesenheit zu spüren. SIE hörte immer IHRE Musik, sang mit, schrie mit. Auf der Autobahn sah SIE ettliche Wagen, die IHRE Sticker auf der Rückscheibe hatten. Ob sie alle zu IHREN Konzert wollten? Das war IHR egal. SIE hatte einen Backstagepass, die Eintrittskarte in eine perfekte Welt, in der es nur noch SIE und IHRE Idole gab.

“You’re the one, who has erased my memories,
The one who has drawn my heart in blood.”

Sang SIE laut mit. Es war die Wahrheit. SIE hatten es sicherlich für SIE geschrieben. Ganz bestimmt.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 07.11.2004    um 16:40 Uhr   
Sakaida wollte aber nicht so einfach aufgeben. Er drückte sich gegen das Drängen des Älteren und hielt sich dabei ausgesprochen wacker.
„Wie, die gehören dir? Wo steht denn da dein Name? Außerdem bist du selber Schuld, wenn du mir deinen Reis so bereitwillig wie kein anderer zuschiebst! Also nimm deine Griffel da weg, dass gehört nicht dir alleine!“
Sakaida ließ ein sachtes, süßes Knurren entweichen und hatte ebenso ein breites Grinsen, wie das des Gitarristen, drauf. Das – wie im oberen Text erwähnt – ausgesprochen schöne Exemplar jenes Wildrudels hatte eine Hand gehoben, um diese an der Wand nahe dem Fenster zu drücken. Kazuki stützte seinen Leib ab und beobachtete, wie die Leute am Hotelgelände ein und aus gingen. Manchmal waren es Menschentrauben – eine Reisegruppe wohlmöglich, oder einfach viele Freunde – die sich in das Hotel drängten und noch bevor er sagen konnte, dass sie gerade die zwei großen, gläsernen Türen passiert hatten, aus seinem Blickfeld verschwanden, da der Winkel nicht der war, den er sich gerade gewünscht hätte. Das hohe Gebäude stand ihm da einfach vor der Nase, dafür hatte er jedoch einen viel bessern Blick auf die Parkplätze. Mensch, die waren schier überfüllt. Warum? Nur, weil sie heute hier spielten? Einen Tag bevor es weiter ging? Sicher, so was durfte man sich nicht entgehen lassen, schließlich waren sie fast – oder ganz – die Shootingstars dieses Jahres, eben, ganz frisch. Der Drummer bekam in all seinen unnützen Gedanken gar nicht mit, dass sich hier gerade zwei fast ausgewachsene Männer um Süßigkeiten stritten, aber gut, wem’s Spaß macht?

Yoshi grinste Yori breit an, als er bemerkte, dass seine Neuigkeit noch nicht bei dem Sänger angekommen war. Ja, ein Runway, ein kleines Stück Hoffnung für dich, o Yori! Als Yori einen Arm um seine Hüfte legte, legte er den seinen über Yoris Schultern, damit das mit dem Laufen zur bequemen Sache wurde.

„Eine mehr als heiße Show!“
Prophezeite der Bassist ebenso überschwänglich, mitgerissen von Yoris grenzenlosem Enthusiasmus.

„Klar, das sollten wir sofort in der Generalprobe üben! Das wird lustig!“
Überhaupt, ihre Proben waren generell lustig. Yoshi besah sich mit Yori diese wundersame Streiterei um die Süßigkeiten.
Da Masamori die Schale nun in dem Arm hielt, tänzelte Sakaida um ihn herum, damit er in der nächstbesten Gelegenheit einfach reingreifen konnte. Yoshi entfernte sich ebenso von Yori, als dieser zum Sofa gegangen war. Er setzte sich auf Kazukis vorherigem Platz. Da Sakaida in der Zeit nicht weiter kam, rümpfte er die Nase und ging auf Yori zu, um sich neben ihm zu setzen.

„Ich knutsche nur mit dir herum, wenn’s berufsbedingt ist! Ansonsten stehe ich dann doch lieber auf Frauen.“
Grinsend tätschelte der Jüngste in der Gruppe Yoris Kopf, damit dieser ja nicht zu weinen begann. Tja, Pech gehabt mein Guter, wilde Küsse wirst du wohl nur von Masamori oder von Yoshi ernten. Aber auch bei Letzterem hatte er dies noch nie außerberuflich gesehen. Bei Kazuki – uhm, den lassen wir lieber mal ganz außen vor.

Als Kazuki plötzlich angesprochen wurde, wendete er den Blick fragend zu Yori hinüber. Auffällig war jedoch dabei, dass dies erst einige Sekunden nach Yoris Frage geschah. Man merkte also, dass er – wie meist auch – in Gedanken verstrickt gewesen schien. Sinnlose Gedanken jedoch, er hatte nie wertvolle gehabt, alles war meist sinnlos und unwichtig. Aber gut, dass war sein Problem. Er nahm die Hand mit einem letzten Blick in die Ferne von der Wand und lächelte nur still.

„Tue ich doch.“
Erwiderte er nun endlich. Siehst du nicht, wie entspannt ich bin im Gegensatz zu euch? Ihr seid alle total überdreht. Er nahm einen eleganten Schluck aus seiner Sodadose, die zunehmend leerer wurde. Noch ein Schlückchen, dann war es vorbei. Er wendetet sich um und ging gemütlich durch den Raum, hielt auf die Türe zu, wo ein Papierkorb stand. Leider war dies jedoch nicht sein wahrer Beweggrund, denn als die rechte Hand die Dose in ihr schon längst vorgeschriebenes Schicksal fallen ließ, griff die Rechte zur Klinke der Türe.

„Ich schau mich mal ein bisschen um.“
Murmelte Kazuki nur, ohne zu wissen, ob dies nun einer mitbekommen hatte. Er zwängte seinen Leib durch den Spalt, welchen er sich eröffnet hatte. Lautlos wurde die Tür wieder ins Schloss gezogen, ehe Sakaida ein schweres Seufzen fallen ließ, denn er hatte Kazuki neugierig beobachtet.

„Er ist mir ein Rätsel!“
Gab der Jüngste zu.

“Ich kenne ihn ja nun bald ein gutes Jahr, aber dennoch kann ich nicht einschätzen. Er ist so unscheinbar, so unheimlich.“
Sakaida erschauerte und sah zu Yoshi hinüber, der nur bestätigend nickte, denn auch er kannte Kazuki länger als Yori und Masamori. Tja, so war er nun mal, der gute Kazuki. Würde er anders sein, wäre er wohl krank.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 08.11.2004    um 22:41 Uhr   
Man stelle sich die Situation bildlich vor. Zwei, vor dem Gesetz, erwachsene Männer, die – dafür lege ich meine Hand ins Feuer - einen höheren IQ, als Raufasertapete haben, streiten sich darum wer über arme, unschuldig verurteilte rote Gummibärchen und Weingummischlümpfe das Todesurteil, durch Kopfabbeißen, verhängen durfte. Masamori drehte Sakaida den Rücken zu und schaute über seine Schulter mit einem Erfrischungsstäbchen zwischen den Lippen, das er ganz gemächlich – und vor allem hocherotisch – wieder in seinen Mund zurück zog um es zu kauen. Mit dem kecken Zwinkern sah das schon sehr böse aus. „Ich habe Süßigkeiten und du nicht! Hehe!“ Damit der Pianist aber nicht auf die Idee kam mit einer schnellen Bewegung die Süßigkeiten zu klauen, stand der Gitarrist auf und ging hinüber zu dem Schrank in dem einige Awards, hinter Glasscheiben, aufbewahrt wurden und stellte die Schüssel, gemein, wie er war, oben auf das Möbel. Er wusste, dass Sakaida kleiner war, als er und selbst ihm fiel es schon schwer die Leckereien auf dem Schrank zu platzieren.
>>Ah, du bist so niedlich, wenn du dich aufregst.<< Das war der typische Satz für den ihn jede seiner Ex-Freundinnen hätten auf eine einsame Insel schicken können. Natürlich hätten sie nicht gezögert auch all ihr Geld auszugeben um einen Kanibalenstamm hinterher zu fliegen zu lassen. Leider musste Sakaida da jetzt durch. Auch wenn er nicht Masamoris Ex-Freundin war.
>>Du kriegst dann immer diese kleinen, roten Pünktchen im Gesicht und deine Nase kräuselt sich so süß!<< Neckte er das Nesthäkchen der Band. Lässig lehnte er sich mit der Schulter an das Glas der Vitrine und verschränkte die Arme vor der Brust. Ah, pure Provokation.
>>Masa-chan, mach den Kleinen nicht an,<< Schaltete sich Yori ein. >>er will noch nicht mal mich küssen und weil ich viel anziehender bin, als du muss er wirklich auf Frauen stehen. Aber wenn du eine gute Tat vollbringen willst, komm her und massier mir den Rücken. Das kann nämlich keiner so gut wie du!<<
Masamori grummelte. Wenn man genau hinhörte, klang das nach: ‚Küssen wäre mir lieber gewesen’. Aber ohne wirkliche Widerrede schlenderte er hinüber zu den Sofas. Er setzte sich neben den rothaarigen Freak, der etwas perplex dreinschaute, als Kazuki das Zimmer verließ. Ob sie ihn vergrault hatten? Er wurde das Gefühl nicht los, dass dieser Mensch viel Zeit für sich brauchte. Gut, er verstand auch warum. Als der Schlagzeuger aber den Raum verlassen hatte und die Tür wieder ins Schloss gefallen war, fühlte Yori, wie sich kalte Finger an dem Saum seines Shirts zuschaffen machten. Noch bevor er fragen konnte was da vor sich ging, forderte Masamori schon, keine Widerworte duldend.

>>Ausziehen, aber Zack-Zack!<<
>>Triez mich doch nicht so. Ich bin doch nicht dein Lustsklave!<<
>>Oh, jetzt wo du’s sagst: Das müssten wir mal einführen. Du bist mir, immer wenn mir danach ist, zu Diensten.<<
>>Hast du heute Nacht nicht genügend Schlaf gekriegt? Waren in deinem Frühstück kleine, bunte Pillen?<<
>>Nein.<<
>>Klasse! Dann massier mich jetzt brav und dann reden wir darüber, wann du endlich deine Therapie anfängst.<<
>>Therapie?<<
>>Sexsucht.<< Yori kicherte und bekam dafür von Masamori einen Klaps auf den Hinterkopf. >>Autsch, was soll das denn?! Ich habe doch Recht. Frag Yoshi!<<
Der Bassist hob nur amüsiert die Mundwinkel und sagte staubtrocken:

>>Du kannst Masamori gut begleiten, Yori-kun. Ihr tut euch da nicht viel.<<
Der Sänger stöhnte auf und lehnte seine Stirn auf die Tischplatte. Diese Gelegenheit ergriff Masamori allerdings um ihm das Shirt auszuziehen und hinter sich auf die Sofalehne zu legen. Als kleine Strafe legte er seine kalten Hände sofort auf Yoris warme Haut und kicherte leise.

>>Masamori-san!<<
Rief der Sänger erschrocken aus und entspannte sich langsam wieder. Dann nahm er seine grüne Samttasche vom Boden – mache glaubten, er sei mit ihr verheiratet – und holte eine Packung M&M’s heraus. Was für den einen Heroin und Haschisch waren, waren für ihn die Süßigkeiten.
>>Ich bin so nervös. Stellt euch das nur mal vor. Die ganzen Autos da draußen gehören Leuten, die uns sehen wollen. Vielleicht fallen Mädchen vor Aufregung in Ohmacht. Oh Gott, wenn ich mir das vorstelle, dann möchte ich gar nicht mehr auftreten. Ich will nicht Schuld daran sein, dass Leute nicht mehr Herr über ihre Sinne sind. Das ist verrückt!<<
Er legte sich eine Hand auf die Stelle an seiner Brust, an der sein Herz schlug und flüsterte:

>>Ich habe bestimmt einen Puls von 160.<<




Geändert am 08.11.2004 um 22:48 Uhr von Yori
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 08.11.2004    um 22:46 Uhr   
Der Tôkyô-Dome. Das Ziel IHRER Fahrt. Es dauerte lange, bis SIE endlich einen Parkplatz gefunden hatte. Schnell noch die Karten aus dem Handschuhfach nehmen. SIE war pünktlich und ging gemütlich auf den Westeingang zu. Hier war SIE mit IHRER Freundin verabredet, die wie vereinbart wartete.
>>Hi, Süße!<< Wurde SIE begrüßt. Sie küssten sich auf die Wangen, bevor SIE sich bei IHRER Freundin einhakte.
>>Bist du auch so aufgeregt, wie ich. Ich meine, wir haben Karten für die „Puppets“ im Tôkyô-Dome. Alle anderen werden uns beneiden. Wo hast Surijiko gelassen?<<
>>Er ist krank.<< Log SIE lächelnd. Surijiko brauchte SIE nicht mehr. SIE würde in wenigen Stunden alles haben, was SIE zum Leben benötigte.
>>Komm, lass uns reingehen. Ich weiß, durch welchen Eingang wir in den Backstagebereich kommen.<<
Jetzt war es nur noch eine Frage der Zeit… .
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 09.11.2004    um 14:21 Uhr   
Natürlich war Sakaida über Masamoris gemeinem Spiel nicht erfreut gewesen und als er so neben Yori saß, linste er zu der Stelle wo die Schale abgestellt wurde.
„Süß, ich geb’ dir gleich süß!“
Murmelte Sakaida und seufzte leise, da er keine Chance fand, die Schüssel zu erreichen. Sicher, mit einem Stuhl würde er an die kleinen Köstlichkeiten kommen, aber wäre das nicht albern gewesen? Banal, wie Sakaida gerade dachte. Er schämte sich mehr davor, auf einem Stuhl zu steigen, als sich zuvor mit Masamori fast die Köpfe eingeschlagen zu haben, auf eine harmlose Art und Weise, natürlich. Aber gut, da ihn die Sache gerade mit Yori und Masamori nervte, stand er auf und schlenderte gemütlich zu Yoshi hinüber, der dem Jüngsten lächelnd entgegen sah, als freue er sich über direkte Gesellschaft. Sakaida haftete seinen Blick aber nun nicht mehr auf die Süßigkeiten, sondern auf die Türe, durch die Kazuki vorhin gegangen war. Wie, zur stummen Frage, blickte er weiter zu Yoshi hinüber, der ihm beruhigend einen Arm über seine Schulter legte.

„Keine Sorge, der weiß schon, was er macht. Lass ihn nur etwas in Ruhe, ich weiß nicht, wieso, aber es muss wieder etwas passiert sein.“
Flüsterte Yoshi leise, der sehr sensibel dafür geworden war, besonders im Bezug zu Kazuki. Der Jüngste zog die Brauen zusammen.

„So?“ Flüsterte er leise und schien Yoshi nicht ganz folgen zu können. Dieser kratzte sich seicht an der Wange und lächelte nur ermutigend, die ganze Zeit.
„Ja, ich denke schon. Du weißt, dass er weicht, wenn irgendein Problem im Raum steht. Ich meine, jetzt würde er eher mit scheckern, aber das tut er nicht, er ist weg.“
Eine unübersehbare Tatsache schlug er Sakaida vor die Augen, der dies selbst sah und wusste. So seufzte er und lehnte sich an Yoshi an, da er selbst etwas Ruhe suchte, bevor die Probe startete. Sicher dauerte dies auch nicht mehr lang, denn durch dem Dreh standen sie unter Zeitdruck. Als Yori von seinen inneren Sorgen zu sprechen begann, schmunzelte der Zweitälteste und heimlicher Organisator der Band nur. Der hatte Probleme, die wir nun auch gerne hätten!

„Nun mach mal halblang, Yori. Du wirst Erstens: nicht alleine daran Schuld sein, Zweitens: wird es halb so schlimm als du denkst und Drittens: reicht es, wenn du nur deine Arbeit machst.“
Ließ Yoshi verlauten und lachte nach seinem Satz leise auf. Es wird toll werden, ganz bestimmt! Wir sollten diese Vorfreude genießen, oder?

Kazuki trieb sich in der Zeit durch die Gänge des großen – nein – riesigen Gebäudes. Hier waren sehr viele Leute, die durch die Gegend sprangen, aber zur seiner Überraschung sah dies plötzlich ganz anders aus, als er durch eine Fluchttür ins Innere – ins Herzstück – des Tôkyô-Dome’s kam. Er stand nicht auf der Bühne, sondern ging einen breiten Gang entlang, der zur Ostseite gehörte, wenn man dies nun von der Bühne aus abmaß. Er huschte durch die Gänge und setzte sich dann in die Mitte des Ganges, da hier noch die Sitzplätze waren. Ah, wer wird nachher auf diesen Platz sitzen? Lächelnd hob er den rechten Arm, damit er diesen auf die kleine Lehne des festgeschraubten Sitzes auflegen konnte und mit der Hand nun seinen eigenen Kopf stützte, der in schräger Lage zur Bühne blickte. Eine tolle Sicht hatte man von hier, keine Frage. Die tiefbraunen Augen huschten über den Runway, der von der Bühne aus anfing und am Ende in einem runden Kreis endete. Er sah zur Beleuchtung hinauf und war gespannt, was da nachher so passieren wird. Dann aber erfasste er sein Schlagzeug, was auf einem Podest in der Mitte der Bühne stand. Das Schlagzeug war transparent verkleidet, wei߅, es sah toll aus. Nach einigen Minuten – sicherlich zehn – erhob er sich erneut und ging den Gang weiter, damit er sich dem Runway nähern konnte, der mit einem Geländer ringsum abgesperrt war. Kein Problem für ihn, denn geschmeidig hüpfte er drüber und schlenderte weiter. Nach wenigen Schritten erspähte er eine kleine Treppe, die wieder hinauf zur Mitte des Runway führte. Langsam bestieg er sie und kam letztendlich oben an. Kazuki schob seine Hände in die Taschen seiner Hose und wendete sich den Sitz- und Stehbereichen zu, um diese argwöhnisch zu mustern. Dann erst schaffte er es, sich erneut umzuwenden, den Runway vollends zu beschreiten und sein Ziel in Visier zu nehmen: Sein Schlagzeug.
Geändert am 09.11.2004 um 14:22 Uhr von Kazuki
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