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Nutzer: yori
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geschrieben am: 14.06.2004    um 22:57 Uhr   
Yori war nicht unbedingt der Typ von Mensch, der bei „schmutzigen Witzen“ errötete, doch nun spürte er zu seinem Leidwesen, wie ihm das Blut langsam in den Kopf stieg. Lächelnd über seine eigene Reaktion auf Sakaidas unverschämten Satz, griff er eilig nach seiner Kopfbesetzung, die ihm der Jüngste vom Kopf ziehen wollte und so wahrscheinlich seine Röte ans Tageslicht gebracht hätte.
>>Oh, lass dir ruhig Zeit, damit ich mich mit Kazuki nicht so beeilen muss.<< Yori konnte es heute aber auch nicht lassen und fragte sich, ob es an seinem Espresso-Defizit oder doch eher an seiner, ihm von der Natur gegebenen Art lag. Na ja, er würde noch den Rest seines Lebens haben um darüber nachzudenken und nun standen ganz eindeutig andere Dinge im Vordergrund.
>> Oh doch, ich weiß was es ist. Das ist ein Block! Aber kein normaler Block, sondern ein linierter!<< Kazuki lachte kurz auf.
>>Oh, sehr lustig! Wirklich sehr lustig!<< Bemerkte er daraufhin nur.
Yori wollte zu einer Erklärung ansetzen und hob langsam seinen Blick. Er schaute in die Augen des Schlagzeugers, der wirkte, als sei er nur körperlich anwesend und fragte sich, warum ihn heute so wirklich gar keiner ernstnehmen wollte. Kurz winkte er mit seiner schmalen Hand vor den Augen seines Freundes herum und kicherte, wie er es so oft tat:
>>Kazuki, hier bin ich!<<
Aber dann bemerkte er, was sein Bandmitglied so außer Fassung brachte. Die Mädchen. Einmal mehr stellte er fest, dass der Schlagzeuger und er vollkommen unterschiedlich waren. Er selbst war schon immer aufgeschlossen und kontaktfreudig gewesen, Kazuki hingegen machte auf ihn des Öfteren den Eindruck eines Einsiedlers, der nur sehr selten aus sich heraus kam. In der Band tauchte er langsam auf und das hieß er mehr als gut, aber auch die Tatsache, dass er nicht so viele Menschen um sich haben wollte, konnte er akzeptieren. Kurz überlegte er, ob er Kazuki nicht anbieten sollte, woanders hin zu gehen, doch dann spielte er einmal mehr den Hobbypsychologen und entschied, dass der Drummer einer Extremtherapie unterzogen werden musste. Er musste unter Menschen! Also öffnete er lieber den Block und Kazuki durfte die Bühne im Tokyo-Dom erkennen. Na ja, es war nur eine Skizze, aber man sah, was man sehen musste. Masamori und Yori hatten allerdings einiges an der vorherigen Vorbereitung geändert. Wenn die „Puppets“ bis vor einer drei Stunden noch geplant hatten mit nur einer einzigen, großen Bühne aufzutreten, erkannte man nun drei Bühnen. Die linke war ein hängendes, rundes Podest mit der kritzeligen Beschriftung: „Forest of Fantasy and Fairytales“ , während das rechten Gegenstück, ebenfalls eine hängende, runde Bühne die Bemerkung „Captured in the Castle of Cruelty“. Die Hauptbühne in der Mitte war das was Kazuki bereits kannte, nur, dass man noch einen etwa dreißig Meter langen Steg ins Publikum eingeplant hatte. Natürlich konnte man auch hier Masamoris Handschrift erkennen, die die Worte „Rest in Reality “ geschrieben hatte. Ansonsten sah man nur noch die Ein – und Ausgänge der Halle, Vorrichtungen für besondere Licht – und Pyroeffekte und eine Menge japanischer Schriftzeichen, die nur so auf das Papier gequetscht worden waren, die so ziemlich alles erklärten was man auf dem Blatt sah, oder eben auch nicht.
>>Das, mein lieber Kazuki, ist unser neues Bühnenbild. Masamori und ich haben kurzfristig die gesamte Show umgeschmissen. Wie du siehst haben wir nun drei Bühnen anstatt einer und jede steht unter einem eigenen Thema. Die Mainstage steht also für das alltägliche Leben und die Realität. Die beiden schwebenden Bühnen – so dachten Msa-san und ich uns das eigentlich – stehen für die Traumwelt. Einmal die Welt der guten und schönen, einmal die Welt der Alpträume. Wir dachten uns, dass wir so etwas, wie eine Geschichte mit dieser Aufmachung erzählen könnten. Die Geschichte eines Mannes, der in seinen Träumen die wildesten Sachen erlebt, kommt bei den Zuschauern sicher gut an. Wir haben uns auch schon ein paar Lieder ausgesucht, die wir spielen könnten. Glücklicherweise ist das neue Album fast komplett vertreten. Wir brauchen nur noch jemanden, der den Erzähler übernimmt, wobei wir uns überlegt haben, ob wir nicht eine Frauenstimme vom Band abspielen könnten, die wie eine dieser Märchenerzählerinnen klingt. Wenn das alles in zwei Tagen machbar ist, haben wir die genialste Show der Welt. Unsere Kostüme passen hervorragend, die Lieder sind angepasst. Es ist fast so als hätten wir von Anfang an darauf hin gearbeitet. Also, was hältst du davon? Und vor allem, glaubst du, dass das umsetzbar ist?<<
Yori strahlte über das ganze Gesicht. Er ah so aus, als hätte man ihm gesagt, dass er nun jeden Tag Geburtstag feiern könnte. Den grünen Samthut zog er sich grinsend wieder ins Gesicht, als er sich zufrieden noch ein Stück weiter vorbeugte und seinen Bandkollegen mit größter Erwartung anschaute.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 15.06.2004    um 12:27 Uhr   
Mal wieder übergeht er die ganzen Ereignisse, bevor es noch peinlicher für ihn wird. So ignoriert er geschickt Yoris Erwiderung zu Sakaida und Yoris Röte, die bei ihm jedoch genauso auf den Wangen stand.
>>Kazuki, hier bin ich!<<
„Ja, ich weiß doch!“ Murmelte er und zog die Brauen zusammen, um seinen Blick nun wahrlich angestrengt auf dem von seinem Gegenüber zu lassen. Er mag solche Extremtherapien nicht und wollte sie gerade dadurch abbrechen, dass er den Vorschlag einen anderen, ruhigeren Ort aufzusuchen, aussprechen wollte – da kam ihm aber Yori mit seinen Erläuterungen zuvor.
Er nahm den Block in beiden Händen und hob ihn an, um seinen Blick über die Zeichnung fliegen zu lassen, die gerade noch auf das Blatt passte und mit lustigen Schnörkel versehen wurde, die ja japanische Schriftzeichen waren, er aber immer wieder falsch las – bzw. deutete.
Das war ja alles schön und gut, und doch… . als Yori mit seiner unabbringbahren Freude dem Drummer eine Gelegenheit gab, seine Meinung dazu zu äußern, tat er es auch.

„Weißt du, ich sehne mich nach den Tagen, wo ich einfach mit einer Band auf einer Mainstage stand und die harten Töne erklingen ließ.“ Ein wehleidiges Seufzen erklang wobei der Block langsam zurück auf die Tischplatte fand – die Mädchen waren nun total vergessen, seine ganze Aufmerksamkeit galt Yori. „ Wieso ziehen wir uns nicht gleich weiße Tütüts an und binden uns eine rose Schleife auf den Kopf? Das ist keine Musik mehr, sondern Theater!“ Seine Stimme war ernst und fürchterlich eisern, wobei sein Gesichtsausdruck etwas Schelmisches ausdrückte – ja, er meint es wieder mal nicht ernst, sondern riss einer seiner Späße, die er in der Band am laufenden Band ablassen konnte. (Aufpassen bei "Band"! Einmal Englisch, einmal Deutsch :))
„Nein, okay, mal im Ernst. Du willst von mir wissen, ob dies umsetzbar ist? Sicherlich! Aber Yori, bei aller Liebe nicht in zwei bis drei Tagen! Wie stellst du dir das vor?!“ Kazuki hob erneut seine Brauen und ließ die Frage als einer seiner ernst gemeinten stehen – aber nur kurz – denn er wartet nicht auf eine Antwort, sondern sprach weiter: „Seid ihr verrückt geworden? Die Idee an sich ist ja phantastisch, aber keiner wird eure Launen umsetzen wollen. Denn uns fehlt erstmal das Material…“ Der Drummer lehnte sich wieder zurück, hatte seinen Blick schräg zur Decke gerichtet und zählte fein säuberlich alle Aspekte auf, die ihm einfielen. Natürlich wurde da jedes Mal ein Finger der Faust nach unten gedrückt, um seine Einfälle zu nummerieren, aber nicht nach Wichtigkeit. „…, dann die Zeit, dann die Angestellten und die Möglichkeit eine Probe mit der neuen Playlist durchlaufen zu lassen – ich meine, ich muss mich da ja auch etwas zurecht finden!“ War ja nicht so, dass er unflexibel war, jedoch schüttelt er seinen Kopf. „Nein Yori, das ist zuviel auf einmal – und viel zu spät. – Ach, und außerdem, wenn du einen 30 Meter langen Steg inmitten des Publikums einbauen willst, werden einige ihr Konzert nicht sehen können, da der Platz fehlt. Willst du das riskieren?“ Er hatte auf die Zeichnung gedeutet und diese mit dem rechten Zeigefinger nachgefahren. Mehr und mehr schlug der Comic-Kazuki mit einem Gummihammer auf Yoris Kopf herum, um ihm die Ideen aus dem Kopf zu schlagen.
Der Drummer lächelte und zog das leere Caipirinha Glas zu sich, um seine Finger über die durchsichtige Fläche wandern zu lassen.
„Hör mal, nicht, dass du jetzt denkst ich will es dir vermiesen – nein, ganz und gar nicht! - aber es ist einfach zu kurzfristig. Zudem würde sich – durch die verschiedenen Bühnen und dein Wille, eine Story einzubauen – der Abend länger hinziehen da der Aufwand größer wird. – Ich weiß auch nicht ob die Fans solange stehen wollen.“ Seine dunklen Augen richten sich vorsichtig auf sein Bandmitglied zurück um dessen Reaktion abzuwarten. Ich hoffe, Yori, dass dir nun so einiges klar wird und du dich nicht völlig verblendet hast.
„Wieso verschieben wir es nicht auf einen Gig, der noch weit entfernt ist?! Da könnten wir es durchsetzen, Yori-san.“ So, das ist mein konkreter Vorschlag!
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 15.06.2004    um 17:50 Uhr   
>>Wieso ziehen wir uns nicht gleich weiße Tütüts an und binden uns eine rose Schleife auf den Kopf? Das ist keine Musik mehr, sondern Theater!<<
>>Hey, wenn ich ehrlich bin, klingt das noch nicht mal so schlecht, wobei ich bei der Farbwahl für ein dezentes rosa plädieren würde.<< Ja, wie du mir, so ich dir Kazuki-san, aber lass mich hören, was du zu unserem mehr als genialen Plan zu sagen hast. Das Lächeln auf Yoris Lippen wollte und wollte nicht abnehmen. Es war, als wäre er mit diesem Gesichtszug geboren wollen. Viele Mütter hatten die Seine beneidet, da der kleine Yori immer – und das fast ohne Ausnahme – lächelte, wenn man in seinen Kinderwagen guckte. Was sie allerdings nicht wusste, war, dass der Junge, der da so friedlich vor sich hin grinste auch ganz anders konnte. Stundenlang hatte er seine Eltern um den Schlaf gebracht, wenn er geschrieen hatte, ohne dass jemand den Grund für sein Gebrüll herausfand. Aber was wog schwerer? Das Lächeln eines Kindes oder sein nächtliches Schreien?
Wie auch immer. Yori saß also lächelnd da und schaute seinen Freund mit einer Erwartung an, die man eher von einem Kind zu Weihnachten vor der Bescherung erwartet hätte. Überhaupt, Yori hatte Unmengen von kindlichen Wesenszügen an sich. Es war ihm in die Wiege gelegt worden, den kindlichen Schalk und die Freiheit der Jugend beizubehalten. Vielleicht war das einer der Gründe, warum er sich zwanghaft davor wehrte erwachsen zu werden. Ja, Freiheit war für ihn etwas, dass er brauchte, wie die Luft zum Atmen. Manchmal ging es sogar so weit, dass der Sänger es nicht in geschlossenen Räumen aushielt und einfach in die Natur musste, dorthin, wo keine Wände ihn einengten. Und dann war es ihm egal, wie wichtig die Besprechung war in der er gerade saß. Es hatte einmal einen eklatanten Zwischenfall gegeben, als er während einer Pressekonferenz einfach aufgestanden und gegangen war. Am nächsten Tag waren die Zeitungen voll von Berichten einer möglichen Trennung der Band und der seelisch miserablen Verfassung ihres Leadsängers Yori Matsuya. Daraufhin sagte ihm Yoshi nur, als sie abends allein in seiner Suite saßen und ein Glas Wein tranken.
>>Yori,<< Sagte er >>Yori, du solltest aufpassen. Die Presse kann dich in den Himmel heben und dir die Sterne von eben jenem holen, aber sie kann genau so schnell das Tor zur Hölle aufstoßen, dich hinein schubsen und den Schlüssel wegwerfen.<<
Er hatte sich das zu Herzen genommen und gelobte Besserung, so wie es auch der junge Sakaida getan hatte, der dem Druck in den Augen des Leadsängers immer öfter durch Ausflüchte in den Alkohol entging.
Doch zurück zum eigentlichen Thema:
>>Seid ihr verrückt geworden? Die Idee an sich ist ja phantastisch, aber keiner wird eure Launen umsetzen wollen. Denn uns fehlt erst mal das Material, dann die Zeit, dann die Angestellten und die Möglichkeit eine Probe mit der neuen Playlist durchlaufen zu lassen – ich meine, ich muss mich da ja auch etwas zurecht finden. Nein Yori, das ist zuviel auf einmal – und viel zu spät. – Ach, und außerdem, wenn du einen 30 Meter langen Steg inmitten des Publikums einbauen willst, werden einige ihr Konzert nicht sehen können, da der Platz fehlt. Willst du das riskieren?<< Mit jedem Wort, dass Kazuki sprach und dabei so symbolträchtig mit den Fingern mitzählte, wurde Yori immer mehr bewusst, dass sein Traum in Begriff war, wie ein Luftballon in einem Kaktusfeld zu zerplatzen. Seine langen Finger fuhren auf dem Stoff seines Hutes, genauer gesagt an dem etwas abstehenden Rand entlang und er schien regelrecht nach Worten zu suchen, so sehr, wie er auf seiner Lippe herum kaute.
>>Aber… Angestellte haben wir und die Proben und… ach, chikushou.<< Murmelte er, sich seiner Wut Luft machend und sank, wie ein Häuflein Elend in seinem Stuhl zusammen. Kazuki hatte ja irgendwo Recht, aber es war doch so fantastisch und sollte aufhören, bevor es angefangen hatte?! Und bis zur nächsten Tour warten? Diese hatte ja noch nicht mal angefangen! Wie sollte er das nur überstehen?
>>Ich habe mit Masamori darüber gesprochen, wie das mit der Länge ist. Er sagte, dass wir unser Konzert ruhig ausdehnen könnten. Drei Stunden wären vollkommen okay und mit dem was wir geplant haben, würden wir das auch absolut ausfüllen können. Außerdem geht das auch mit dem Steg klar. Ich habe das mal bei den Leuten von „Fever“ gesehen. Die Leute sehen genug. Außerdem haben wir ja noch die Leinwände. Unser Hauptproblem ist wohl wirklich die Zeit. Warum konnte uns das denn nicht früher einfallen? Das ist doch bescheuert!<<
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 15.06.2004    um 17:50 Uhr   
Die letzten Worte hatte er nur für sich geknurrt. Allerdings blieb ihm nicht viel Zeit zum meckern, da er plötzlich niesen musste, wobei ihm einige ganz besonders freche, rote Strähnen ins Gesicht fielen. Hecktisch angelte er aus seiner Tasche die Taschentücher und schnäuzte sich die Nase. Sie lebten im 21-sten Jahrhundert und noch immer hatte es niemand auf die Reihe gekriegt ein vernünftiges Mittel gegen Allergien und Heuschnupfen zu erfinden, dafür aber eine Menge an Massenvernichtungswaffen. Irgendetwas stimmte da doch nicht.
Ohne sicher weiter Gedanken darüber zu machen, schaute er Kazuki grinsend an.
>>Also, du hast gerade meinen Tag versaut und siehst noch nicht mal so aus, als würde es dir Leid tun. Deswegen willst du mir jetzt auch eine Cola ausgeben – was ich zwar nicht nötig hätte, aber als kleine Geste richtig toll fände – und danach mit mir zum Tourbus rennen, weil wir uns sicher verspäten werden. Also versuch gar nicht erst dich damit heraus zu reden, dass wir keine Zeit haben, denn das weiß ich selbst.<< Yoris Enttäuschung merkte man ihm nicht sonderlich an, auch wenn es klar war, dass es sie gab. Irgendwann hatte er sich jedoch geschworen sich von solchen Dingen nicht fertig machen zu lassen und einen Schwur musste man halten!
Der Leadsänger streckte sich um sich wenigstens halbwegs wach zu halten. Es würde eine lange Nacht werden und er hatte die letzte schon nicht besonders viel geschlafen.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 15.06.2004    um 21:01 Uhr   
„Es geht mir nicht darum, ob die Leute etwas sehen, sondern eher darum, dass einige ihren Platz verlieren werden. So ein Steg ist nicht gerade einen Meter breit… .“ Aber was mache ich hier? Konnte ihm doch eigentlich recht egal sein – und wenn er genau darüber nachdachte, war es ihm auch egal. Er wird ja seinen Platz behalten und die anderen können das durchsetzen, was sie wollen, solange man ihn einfach nicht damit belastet.
Seine Hände verließen das leere Glas von Sakaida, ehe er langsam aufgähnte.

„Na super. Wenn ich dir deinen Tag so versaue, dann frage mich doch einfach nicht mehr nach meiner Meinung.“ Mit einem leisen Seufzen stand er auf und die Stimme, die jene Worte ausgesprochen hatte, klang sehr keifend. Er war dabei, Yori seine Cola zu holen da er keine Lust darauf hatte, auf die herumwuselnden Hotelangestellten zu warten, die einen eh nicht sehen – so viele, wie hier waren. Also beschließt er im langsamen Gang persönlich zur Bar zu gehen, um persönlich die Cola zu holen.
Jedoch hatte sein Gehen auch einen anderen Grund. Seine Stimmung. Er hatte bemerkt, wie sie gewechselt ist und wollte es ungern an den Leadsänger auslassen, der mit anderen Dingen – wie mit dem Heuschnupfen – zu kämpfen hatte.
Ihm viel ein, dass die Band wahrscheinlich doch nichts für ihn war. Alles viel zu unorganisiert, er mochte so was nicht. Klar, konnte aber auch gut anders herum sein, Abwechslung und so – und dennoch wusste er nicht was besser war.
Als er dem Keeper seine Bestellung genannte hatte und somit wie fünf andere an der Bar auf sein Getränk warten musste, schwelgt er zum Gleichnis in alte Erinnerungen zurück.
Seine erste Band war "Clayvis" – das war eine ganz normale Rockband gewesen, doch schon nach drei Monaten war’s mit der vorbei, da der Leadsänger und der zweite Vocalist sich nicht abhaben konnten und Mobbing vom Feinsten führten. Dann kam da "As of Japan", die gingen schon mehr in die Visual Kei Richtung, woran Kazuki Gefallen gefunden hatte, da das Maskenspiel ihn seit 25 Jahre begleitet. Gute zweieinhalb Jahre durfte er mit diesen Bandmitgliedern Erfahrungen sammeln und einen eigenen Ruf entwickeln, der ihn bis heute noch verfolgt: "Kazuki, der komische Kauz". Aber die konnten ihm erst recht alle mal am Gesäß lutschen. – Letztendlich kam er zu den "Puppets", aber ob dies hier seine Endstation war, wusste er noch lange nicht.
Nach seinen drei Minuten Wartezeit schnappte er sich die Cola und zahlte sofort, ehe er langsam zum Tisch zurück wackelte an welchem Yori saß. Geschmeidig ließ er sich auf seinen alten Platz nieder und stellte dem Sänger seine Cola vor die Nase, begleitet mit einem zarten Lächeln.
"Entschuldige meinen angreifenden Ton von vorhin, ich – ähm, habe das nicht gewollt. Zudem würde ich liebend gerne mit dir zum Tourbus laufen, dieser Sprint wäre für meine müden Knochen sicherlich nicht schlecht!" Richtig so, Kazuki, wieso dich über Kleinigkeiten aufregen, die doch sowieso andere regeln? Oder ist es die ungewohnte Art, dass in dieser Band eindeutig mehr Mitglieder sind, die Beachtung benötigen? Stört das dich? Warum kannst du dann nicht hier und jetzt auf die Tischplatte hauen und sagen, dass du auch noch da bist?! – Und warum, Jashagi, warum wehrst du ab wenn du Angebote gegen den Kopf geschmissen bekommst, die dir dann doch mehr Beachtung erteilen?
– Ah, irgendwas läuft hier falsch! Fang' doch endlich an dich zu öffnen, mehr als dich verletzen kann doch sowieso niemand!

Geändert am 15.06.2004 um 21:03 Uhr von Kazuki
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 15.06.2004    um 22:06 Uhr   
Yori Matsuya, der Leadsänger der „Puppets“ schaute nicht schlecht, als er den plötzlich so wütenden Kazuki sah, der aufstand und zwar Bar hinüber ging.
>>Na ja, so habe ich das auch wieder nicht gemeint.<< Sagte er halblaut für sich selbst, was wohl auch nur an den Bewegungen seiner Lippen zu erkennen war, die vom Schatten seines Hutes dunkel gefärbt waren. Na ja, aber das war Kazuki, wie er ihn kannte. Es fiel ihm unheimlich schwer den Schlagzeuger einzuschätzen. Wenn er hinter seinem Instrument saß, war er, wie ein Tier, ein Mann von animalischer Kraft, wie Yori immer fand, doch wenn er dann die Bühne verlassen hatte und mit ihnen zusammen bei einem Glas Bier oder Wein saß, dann unterzog er sich regelrecht einer Metamorphose. Es war, als würde mit der Schminke auch eine seiner vielen Masken fallen und aus dem beliebten Drummer einen in sich gekehrten, verschlossenen Menschen zaubern. Dann war da noch der lustige Kazuki. Ja, es gab so viele Facetten an ihm, dass es Yori immer wieder Angst machte, wie wandlungsfähig und geheimnisvoll der andere doch war.
Seufzend nahm der Leadsänger die Tasche, die er mit sich rumschleppte, wieder auf den Schoß und kramte darin nach seinen Tabletten herum. Er mochte den Sommer eigentlich, wenn da nicht diese Pollen gewesen wären. Als er die Packung endlich gefunden hatte, legte er sie auf den Tisch und verfrachtete die Tasche auf ihren Platz. Vorwürfe schlichen sich in seine Gedanken. Hoffentlich hatte Kazuki ihm seinen kleinen Scherz nicht als bare Münze abgekauft.
Allerdings kam er in seinen Überlegungen auch nicht weiter, da der Schlagzeuger mit der Cola bereits wieder an seinem Tisch ankam. Er beobachtete, wie sich Kazuki in einer Eleganz, die er eher einem Balletttänzer, als einem Schlagzeuger zugetraut hätte, auf dem Stuhl ihm gegenüber niederließ und ihm sein viel zu süßes, dunkles Getränk zu schob.
Noch bevor der Leadsänger etwas sagen konnte, ergriff sein Freund schon das Wort.
>>Entschuldige meinen angreifenden Ton von vorhin, ich – ähm, habe das nicht gewollt. Zudem würde ich liebend gerne mit dir zum Tourbus laufen, dieser Sprint wäre für meine müden Knochen sicherlich nicht schlecht!<<
>>Ich muss mich viel eher entschuldigen. Meine Scherze treiben mich manchmal etwas zu weit. Ich wusste nicht, dass ich dich damit verletzte. Also, verzeih’ mir bitte. Und laufen werden wir heute ohnehin noch mehr als genug müssen. Wir wollen heute auch noch die Flucht drehen, wie mir Masamori gesteckt hat.<<
Er zog das Glas mit seinem Getränk an sich und löste im nächsten Augenblick zwei Tabletten aus ihrer Verpackung. Da blitzten plötzlich Blitzlichter auf und es dauerte eine Weile, bis sich Yori überhaupt versehen hatte, was geschah. Paparazzis! Auch Kazuki wurde mit einigen Fotos eingefangen und erst eine halbe Minute später, kamen drei Bodyguards in die Bar gelaufen um die beiden Fotografen, die nun auf irgendeiner Sprache, die Yori nicht verstand, sich etwas zurufen, aus dem Raum zu führen. Die aufgekommene Unruhe legte sich schnell wieder, als das Hotel allen Anwesenden ein Freigetränk austeilte, auch wenn der Großteil der Anwesenden stinkreich war.
Er hasste diese Leute, die ihre Privatsphäre nicht respektieren, oder respektieren konnte. Er hasste ihre Phantasie, wenn es darum ging sich immer wieder neue Storys auszudenken. Er hasste sie einfach.
Entschuldigend blickte er zu Kazuki hinüber, nachdem er nun endlich die Tabletten geschluckt hatte. Ich weiß, du magst das nicht und wir hätten von Anfang an woanders hingehen sollen, aber ich kann es nicht rückgängig machen und du wirst es überleben. Um den Schlagzeuger nicht ganz im Dunkeln stehen zu lassen, zwinkerte er ihm zu und kicherte ohne Grund. Aber viele Leute hatten ihm schon gesagt, dass sein Kichern und Lächeln, erheiternd wirkten. Warum also nicht auch bei seinem Bandmitglied?
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 15.06.2004    um 23:14 Uhr   
>>Ich muss mich viel eher entschuldigen. Meine Scherze treiben mich manchmal etwas zu weit. Ich wusste nicht, dass ich dich damit verletzte. Also, verzeih’ mir bitte. Und laufen werden wir heute ohnehin noch mehr als genug müssen. Wir wollen heute auch noch die Flucht drehen, wie mir Masamori gesteckt hat.<<
„Anata wo yurushite agemasu.“ Wisperte Kazuki da bald lautlos hervor.
Oh nein, Yori, es sind nicht deine Scherze – ich liebe deine Scherze! – ich denke da doch eher an den Aspekt, dass das Problemkind eher vor dir sitzt, als vor mir. Das alles ist eben zu ungewohnt für mich, zu extrem, zu erdrückend. Ich hoffe, du kannst mir und meinen üblen Launen verzeihen, die mich da manchmal ergreifen und heftig durchschütteln wollen. Ich meine das alles nämlich nicht so, wie ich es wirken lasse – nein. Ich bin nur unfähig meine Gefühle richtig zu behandeln und kann sie nicht nach dem Grad der Wichtigkeit filtern. Schrecklich ist es einfach, damit nie konfrontiert zu werden – kein Ich, kein Licht am Ende eines dunklen Tunnels…oh, wo bleibt meine Endstation?
Doch plötzlich, als dieses Blitzgewitter auf sie niederprasselte, hob Kazuki erschrocken den Kopf und schien aus seinen Gedanken gerissen zu sein, die seine Sinne soeben qualvoll fesselten. Es wirkte – als hätte man gerade ein Wort aus seinen Sätzen genommen und in der Realität umgesetzt: Sein Licht entsprach somit den Blitzen der Fotoapparate. Aber – wenn da Licht war, dann gab es doch auch ein Ich, oder? Ja, sicherlich! Wieso würden sie denn nur dieses ganze Zeug über ihn schreiben, wenn er nicht wichtig wäre? Wenn er nicht genauso wichtig wie Sakaida, Yori, Masamori und Yoshi war?
Sein Focus der Augen blieb auf die Paparazzis hängen, die von den Bodyguards abgeschleppt wurden. Es dauerte eine Weile, ehe er ganz plötzlich nach den Händen des Leadsängers griff und mit einem breiten Schmunzeln meinte.
„Hast du das gesehen? Die wagen es, uns gänzlich ungeschminkt, unerotisch und unromantisch abzulichten! Wollen wir sie verklagen?“ Ein leises Lachen drang aus seiner Kehle, was an ihm an das Bild eines alten Mannes wachrief, der nach seltenen Nuggets schürfte. Ja, Kazukis Lachen – oder besser gesagt, alle positiven Reaktionen von ihm – waren Nuggets gewesen! Zumindest schien er durch das Lachen gar nicht nervös oder angespannt zu sein, nein – diese Paparazzis hatten einmal in ihrem grässlichen Leben etwas Gutes getan, ohne dass sie es wussten.
„Aber nun trink deine Cola, bevor sie kalt wird.“ Kazukis Grinste über beide Ohren hinaus und ließ seine Fingerspitzen neckend über die Handrücken seines Gegenübers gleiten, wobei er nichtmal wusste, warum er es tat. Nun – er hatte einfach Lust darauf, Yori anzutatschen, ja genau! Vorbei mit den Sorgen, Jashagi, lass uns endlich leben!
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 16.06.2004    um 21:43 Uhr   
>>Anata wo yurushite agemasu.<< - Ich verzeihe Dir.
Hörte Yori seinen Freund wispern und lächelte über die Art und Weise, wie er es gesagt hatte. Ja, das mochte er an Kazuki. Er war höflich, in allem was er tat ebenso, wie in seiner Sprache. Jeder andere hätte so etwas, wie „Schon in Ordnung“ oder „ Kein Problem“ gesagt, aber der Schlagzeuger wählte viel galantere Worte, die er wisperte anstatt sie einfach auszusprechen. Ja, das machte ihn, in gewisser Weise, verletzlich, fand Yori, denn wer so vorsichtig mit allen Leuten umging, der erwartete bestimmt auch genau so behandelt zu werden. In diesem Moment entschloss sich der Leadsänger dazu genau das mit Kazuki zu tun – ihn behandeln, wie er es verdient hatte. So wie er sich kannte, würde ihn das eine Menge Mühe bereiten, weil er oft Dinge sagte, die er nicht so meinte, aber einen Versuch war es wert. Aber halt! Tat er das nicht die ganze Zeit schon? Na ja, irgendwo schon.
Als sich plötzlich Kazukis Hände auf seine legten, wurde dieser Gedanke bereits wieder verscheucht und sein Geist kehrte in das Hier und Jetzt.
>> Hast du das gesehen? Die wagen es, uns gänzlich ungeschminkt, unerotisch und unromantisch abzulichten! Wollen wir sie verklagen?<<
Yori brach in freches Gekicher aus, als der Schlagzeuger diese Worte sprach und ergriff automatisch ebenfalls Kazukis Hände.

>>Willst du etwa behaupten das wir beide – Kazuki Jashagi und Yori Matsuya – unerotisch und unromantisch sind? Also, ich muss doch sehr bitte!<<
Das hatte er wohl etwas zu laut ausgesprochen, denn das Gegiggel am Nachbartisch wurde um einiges lauter. Ein Mädchen mit knallrotem Haar, wie es auch Yori trug, schaute mit ihrer Freundin, die – rein zufällig? – ihr Haar zu Rastazöpfe geflochten hatte zu den beiden Musikern hinüber. Ab und an hob eine ihren Finger um auf den einen oder anderen zu zeigen und dann wieder los zu kichern. Schließlich wurden sie aber beide ernst und die Rothaarige schlug sich die Hände vor ihr Gesicht und schüttelte heftig den Kopf. Nachdem das andere Mädchen ihr noch ein paar Mal in die Seite geboxt hatte, worauf ihre Freundin allerdings nicht reagierte, stand das Mädchen mit der Rastamähne nun doch selbst auf. Unsicher setzte es einen Fuß vor den anderen, bis sich etwa einen Meter vor dem Tisch der beiden Freunde zum Stehen kam. Erst jetzt wurde Yori wirklich auf sie aufmerksam. Er sehnte sich jetzt eigentlich nur nach einem Schluck Cola, die Kazuki ihm ja mit dem – gar nicht mal schlechten - Scherz >>Aber nun trink deine Cola, bevor sie kalt wird.<< serviert hatte, aber dieses Mädchen wollte wohl gerade das am wenigsten sehen.
>>Ihr, ihr seid<< Stammelte es >> Ihr seid Kazuki und Yori von „Puppet“, nicht wahr?<<
>>Ja, das sind wir. Hi.<< Erwiderte der Leadsänger und schaute das Mädchen an, das man bei genauerem Hinsehen, als eine schlechte Kopie Kazukis erkennen konnte. Na ja, mit dem Unterschied, dass dieses Ding erst fünfzehn Jahre oder so alt war. Die Tatsache, dass Kazuki noch immer seine – oder er Kazukis? - Hände hielt, empfand er gerade als provozierend genial.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 16.06.2004    um 23:13 Uhr   
>>Willst du etwa behaupten das wir beide – Kazuki Jashagi und Yori Matsuya – unerotisch und unromantisch sind? Also, ich muss doch sehr bitten!<<
Kazuki bildete ein breites Grinsen auf den zarten Lippen, welches gar nicht so leicht davon zu streichen war. Seine Finger ruhten wieder still auf Yoris Haut und er biss sich kurz auf die Unterlippe, um die kommende Antwort gut zu bedenken.
„Nein, so habe ich es nicht gemeint! Sagen wir, in einer völlig unerotischen, unromantischen und ungeschminkten Pose!“ Er hoffte, sich mit dieser Antwort gut aus der Affäre gezogen zu haben, denn ansonsten hätte er nicht nur Yori, sondern auch sich selbst beleidigt – natürlich auch die anderen. Ein Schandmaul will er ja ungern sein!
Kazuki bemerkte das kommende Mädchen auch erst als Yori zu ihr sah. Gotteswillen! Mal wieder hatte er sich erschrocken. Aber worüber genau sollte unklar sein, da es mehr als einen Aspekt gab. Zum einen schien da eben dieses plötzliche Auftauchen, zum anderen Kazukis Schüchternheit und zum Schluss die Tatsache, dass das Mädel seine Frisur trug!
Hmpf – wenn das Weib weg ist, wird er Kazuki dazu zwingen eine dezentere Farbe für sein Haar zu wählen, als dieses auffällige Tomatenrot, denn so würde man sie sicher besser übersehen, sofern sie ihre Stimmen mäßigten.
Kurz war der Drummer darauf bedacht, seine Hände von denen des Leadsängers zu lösen, überlegte es sich jedoch zum Schluss anders, da Yori selbst keine Anstalten dazu machte. Die dunkle Iris des Drummers musterte sein seltsames Double und er hob langsam die Brauen, als er das sich anbahnende Gespräch registrierte.

„Hi.“ Meinte auch er nach drei Sekunden, jedoch wie gewohnt sehr knapp und zurückhaltend was man erst dadurch bemerkte, dass er nach Yori sprach und keine Eigeninitiative ergriff. Jedoch stört es ihn nicht weiter, denn zu allem Überfluss begangen die Finger des Drummers sich sanft unter denen des Leadsängers zu winden - und somit streicht er an dessen Handinnenfläche entlang. Es war zumindest kein Anzeichen dafür, dass er sich lösen wollte, sondern reine, sanfte Spielerei.
„Nette Frisur, die du da trägst.“ Entkam es ihm nun – das musste er einfach loswerden. Diese Worte werden jedoch mit einem sanften Lächeln begleitet, damit sie sich nicht zu hart anhörten. Na ja, was sollte er auch jetzt schon tun? Ein Ständchen konnte nur Yori singen.
Aber Hey! Hoffentlich bleibt dieser bei ihm! Wehe, er geht! Oh Gott!
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 17.06.2004    um 12:24 Uhr   
Yori, der bekanntlich für jeden Spaß zu haben ist, wäre liebend gern noch auf die Bemerkung Kazukis bezüglich der unerotischen Pose eingegangen und hätte wohl den Vorschlag angebracht, dass man ja mal wieder ein Privatphotoshooting anberaumen könnte, aber unter Berücksichtigung der Tatsache, dass sich so plötzlich und so völlig unverschämt ein kleiner, oder sollte er lieber eine kleine Mini-Kazuki an ihren Tisch schlich, machte diese Frage – leider –unmöglich. Also verlegte sich Yori mit seinen Witzen auf später und schaute den, im Moment, unerwünschten Gast – schließlich besaßen auch sie so etwas, wie ein Privatleben - einmal genauer an. Na ja, wenn Kazuki mal keinen Spiegel dabei hatte, würde er sich zumindest kleidungs - und frisurtechnisch in dem Mädchen wieder erkennen. Man hörte ja allerhand, auch, dass Mädchen und Jungen in einem gewissen Alter ihren Idolen nacheifern, aber dass sie dann auch in ihrem „wirklichen“ Leben und nicht nur auf Konzerten, wie sie rum liefen, war dem Sänger neu und erschreckte ihn teilweise. Eigentlich hatte das Mädchen nämlich ein hübsches Gesicht. Zartgeschwungene Augenbrauen zierten ein sanftes, hellbraunes Augenpaar und die Nase passte von den Proportionen exelend in das Bild. Allerdings passte die Frisur so gar nicht zu ihrer Kopfform und die geschminkten Lippen wirkten in ihrem Alter eher erzwungen, als anziehend. Dazu noch diese elendig langen Netzstulpen, die ihre Beine verdeckten, bis ein, für ihr Alter viel zu kurzer, schwarzer Lackrock, den er einmal meinte an Kazuki gesehen zu haben, sie vor den ärgsten Blicken schützte. Eigentlich sollten sie sich ja geehrt fühlen, aber irgendetwas – und wenn es ein Rest von Gewissen war – regte sich in Yori. Okay, ihre Eltern werden sie schon so auf die Straße gelassen haben, oder?
Nachdem sich der Sänger von seiner ersten Überraschung und vielleicht auch von einem Anflug von Geschocktheit erholt hatte, lächelte er nun doch. Es war wirklich ein sehr lustiges Bild, wie er fand. Er selbst saß hier völlig ungeschminkt und fast in „Zivil“ rum und vor ihm stand ein Mädchen aufgebröselt bis an die Haarspitzen. Eigentlich sollte das doch anders herum sein, oder? Es sei denn… - Ja! Das war es. Diese Mädchen waren ihnen gefolgt von wo auch immer und hatten nun gehofft sie hier zu finden. Deshalb auch der Aufzug!
>>Hi.<< Hörte er da Kazuki in der für ihn üblichen, zurückhaltenden Art und Weise, sagen, die er manchmal so gar nicht verstand. Schließlich war der Drummer Mitglied einer Band, die sich gerade größten Erfolges rühmen durfte. Sie hatten in kurzer Zeit das erreicht, für das andere Leute mehr als dreiviertel ihres Lebens opferten ohne das ihr Ziel auch nur in greifbare Nähe rückte. Na ja, der Schlagzeuger lebte für die Musik, nicht für den Rummel, wie er festgestellt hatte und so wunderte es ihn auch nicht, dass Kazukis Finger sich um seine schlossen. Obwohl, schlossen war da ja eigentlich schon zu wenig. Strichen, passt eher. Innerlich lächelte er auf und wurde sich einmal mehr dieses irren Tages bewusst, der damit anfing, dass er verschlafen hatte und vielleicht damit enden würde… na ja, lassen wir das.
>>Nette Frisur, die du da trägst.<< Da musste Yori plötzlich aufpassen, dass er nicht lauthals zu lachen begann. Kazuki, das arme Mädchen! Dachte er nur und hoffte, dass das Kind es als Kompliment und nicht, als die Kritik ansah, als die es eigentlich gedacht war. Sein Hoffen wurde glücklicherweise bestätigt. Das junge Ding strich sich mit einer eher unbeholfenen Geste einen der Zöpfe aus dem Gesicht und lächelte verlegen.
>>Findest du wirklich?<< Fragte es mit seiner halb kindlich – halb fraulichen Stimme und schaute den Schlagzeuger mit großen Augen an.
>>Ich habe sie mir extra so machen lassen, wie du sie trägst. Meine Mutter wollte das nicht, aber wenn es dir gefällt, bin ich froh.<< Sie kicherte erfreut und winkte ihre Freundin, die noch immer am Nachbartisch saß zu sich. Das Mädchen stand auch auf und kam auf die kleine Gruppe zu. Nein, das darf nicht wahr sein! Dachte sich Yori und holte tief Luft. Die Haarfarbe – okay – aber bitte nicht meine Frisur und meine Kette, mein orange Jacke und meine Lieblingstasche! Wo – zum Teufel – hatten die so gut schneidern gelernt, dass die Sachen, die sie mit sich trugen, fast genau so aussahen, wie die Originale, die in den Kleiderschränken der Band hangen?
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 17.06.2004    um 12:25 Uhr   
Noch bevor Yori sich darüber allerdings den Kopf zerbrechen konnte, redete Mini-Kazuki allerdings weiter.
>>Mein Name ist Isae und das<< Sie deutete auf ihre rothaarige Freundin >>ist Risako. Wir freuen uns wirklich, dass wir euch hier getroffen haben, stimmt’s Risako-chan?<< Bei diesen Worten stieß Isae ihrer Freundin mit dem Ellenbogen in die Seite und grinste breit. Risako hingeben verzog kurz das Gesicht. Sie war so wie so schon den Tränen nahe und hoffte nicht los zu weinen. Vor Freude versteht sich.
>>Sakaida war gerade noch bei euch, oder?<< Fragte sie also lieber.
>>Ja, das war er. Aber er hat noch zu tun.<< Entgegnete Yori freundlich und doch darauf bedacht nicht zu sehr mit den beiden Mädels ins Gespräch zu kommen. Erstens war da noch immer die Tatsache, dass sie gleich zum Videodreh mussten und zweitens wollte er ungern zwei fanatische Fans am Hals haben.
>>Siehst du! Ich hab’s dir gesagt! Das war doch Sakaida-san!<< Mini-Kazuki schien etwas empört zu sein, als Mini-Yori sie vor ihren Idolen so bloß stellte und nickte nur schweigend, bevor sie plötzlich wieder lächelte und einen Stift aus ihrer Tasche zog.
>>Bekommen wir ein Autogramm von euch? Das wäre super nett.<<
Natürlich war diese kleine, nicht ganz freiwillig Autogrammstunde nicht lange geheim geblieben und auch die anderen Hotelgäste schauten schon neugierig zu den vier Leuten hinüber, die so aufgeregt redeten – zumindest zwei von ihnen.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 18.06.2004    um 13:14 Uhr   
Wahrscheinlich geschah es zu Kazukis Glück, dass die Frage mit dem Privatphotoshooting unausgesprochen blieb. Hätte er sie nämlich gehört, wäre er zu
98 % rot angelaufen und zu 2 % dazu fähig gewesen, einen vernünftigen Satz auszusprechen. Es sei denn, er hätte diese Frage selbst als einen Scherz aufgefasst und sicherlich mit einem: „Ja natürlich, bei dir oder bei mir?“ reagiert. Was genau eingetroffen wäre, wissen wir ja nun nicht.
Richtig, das Outfit, was das Mädchen ihnen und anderen Leuten so unverschämt präsentierte, hatte Kazuki einmal bei einer Live-Session im Einkaufszentrum Shinjuku getragen. Aber das war wirklich bisher nur einmal gewesen! Er wunderte sich ebenso, dass sie trotzdem seine Kleidung trug die sich fast 1:1 gleicht. Aber dem Drummer war es egal, wie ihre Fans es pflegten auf die Straße zu gehen – heutzutage sollte dies keine Seltenheit mehr in Japan sein, da lief so einiges herum.
Aber was ihn auch wunderte waren dieselben Gedanken die Yori gerade pflegte zu führen. Was macht so ein Mädchen, in diesem Aufzug, in so einem noblen Hotel? Irgendwas war da sehr schief gelaufen und somit kam er auch auf den Punkt, dass die Mädchen nicht hier für eine kurze Zeit – wie die Band – hier wohnten, sondern rumspionierten. Er mochte so was durchaus nicht, denn wie seine Kollegen wollte auch er ein wenig Privatsphäre besitzen und nicht nur für andere leben. Aber gut, dass sind so die kleinen Laster, die sein Beruf mit sich brachte, was?
Der Rummel war ihm in Anbetracht der Tatsache nicht wirklich egal gewesen, denn wie er zu sagen pflegte: „Jeder Fan ist ein guter Fan!“ , wusste er doch darum, sich angajieren zu müssen – nur klappte es leider bei ihm nicht so wie bei seinen Kollegen. Den Grund kennen wir, na ja, zumindest kennt ihn Kazuki.
Womit der Tag für Yoris Gedanken enden würde, hätte sicherlich auch Kazuki interessiert – leider wird ihm auch dieser Aspekt verwehrt und somit konnte er nur eines machen, was daraus bestand verspielt mit seinen Fingern durch die Zwischenräume der Einzelnen bei dem Leadsänger zu gleiten. Er weiß nicht, wieso, aber irgendwie war dies nun verdammt beruhigen für ihn. Darum entstand bis jetzt kein Anzeichen davon, dass er sich in Gegenwart der Fans unwohl fühlte.

>>Ich habe sie mir extra so machen lassen, wie du sie trägst. Meine Mutter wollte das nicht, aber wenn es dir gefällt, bin ich froh.<< Hörte er da sagen, reagierte aber nicht weiter darauf sondern versuchte sich an einem zarten, sehr kurzen Lächeln.
Oh Kind, hättest du doch lieber auf deine Mutter gehört. Ich weiß nicht, aber soll ich mich nun gut fühlen, wenn tausende von Leuten versuchen wie ich zu sein? Nein, irgendwie ist das falsch. Man sollte doch eher versuchen einen eigenen Stil zu entwickeln – das konnte man auch, selbst wenn man sich so wie die Band ankleiden wollte. Alles ist möglich.
Ich weiß zwar, wovon ich spreche, aber kann mich auch selbst schlecht daran halten. Nun, er hatte auch einige Jahre damit verbringen dürfen, so zu sein wie es andere wollten, kein Wunder also dass die Veränderung nicht von heute auf morgen geschah.
- Uff! Auch Kazuki sah der Neuen entgegen, die auf die kleine Gruppe zuhielt. Also, die war ja mit ihrem Outfit noch extremer als die, die hier schon rumlungerte. Er wollte schon was wegen der Tasche sagen – er hatte wirklich gedacht das Weib hätte sie gestohlen - besinnte sich dann aber auf die Tatsache, dass dies nicht sein kann. Ohne Chipcard kommt man ja nicht in die Tür rein und das Hotel scheint ordentlich mit ihrer Rechtsführung zu sein, sodass keine Bestechungsgelder herum fließen sollten, die zur Doublikatarbeit eingesetzt wurde – ähm, oder?
Er lauschte der Vorstellung und beließ es auch bei der Tatsache, sich nicht vorstellen zu müssen, da diese zwei Double die hier Sitzenden sicherlich in und auswendig kannten, - zumindest kam es ihm so vor – und es schüchterte ihn plötzlich ziemlich ein.
Das änderte auch nichts an der Tatsache, dass bei dem Geschrei der Mädchen die Leute aufmerksam wurden, die in ihrer Nähe saßen. Das dunkle Augenpaar des Drummers schweifte kurz zu den anderen Tischen hinüber, ehe er nach dem Stift greift und ihn bereitwillig öffnete.
„Sicher, wohin denn?“ Er tat dies, weil er langsam von diesem Ort weg wollte. Sie hatten noch etwas zu tun und eine Verzögerung konnten sie sich nicht leisten – aber hier ging es auch um ihn selbst. Er hasste solche Situationen wie Spiegeleier zum Frühstück.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 18.06.2004    um 13:14 Uhr   
Dabei war es natürlich klar, dass sich die Hände des Drummers von denen das Leadsängers lösen mussten und auch die Aufmerksamkeit auf die Mädchen gerichtet wurde. „Jeder Fan ist ein guter Fan!“ – oh, irgendwie beginnt er diesen Satz zu hassen.
Erwartungsvoll – so schien es – sah er dem Mädchen entgegen was nach einem Autogramm gefragt hatte, ehe er kurz aufkichern musste.
„Aber bitte nicht an unmögliche Körperstellen.“ Ließ er es noch zur Warnung verlauten. Diese kleine Einlage brachte seine Emotionen wieder auf normalem Level und trotzdem drehte es nichts an der Tatsache, bald mit Yori die Flucht ergreifen zu müssen. Schade – hoffentlich trinkt er bis dahin seine Cola aus, denn die sollte nicht gänzlich voll zurückgelassen werden. War ja schließlich sein Geld, was er da an dem Jüngeren verloren hatte.
Oder aber, Yori wird die Cola gegen eine entspannende Massage im Tourbus ausgleichen müssen – hach, genau! Also kein Wort über die Cola verlieren! Im Stillen grinste Kazuki vor sich hin.

Geändert am 18.06.2004 um 13:15 Uhr von Kazuki
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geschrieben am: 18.06.2004    um 20:59 Uhr   
Das Einkaufszentrum Shinjuku… genau! Jetzt erinnerte sich auch der Leadsänger wieder an diesen – mehr als peinlichen – Auftritt. –es war kurz bevor ihnen der große Durchbruch gelungen war. Damals hatte ihr Manager – der sich heute seinen Posten mit Yoshi teilte, der sich als wahres Organisationstalent erwies – diesen Gig für sie geplant um die Eröffnung dieser Riesigeneinkaufslandschaft zu eröffnen. Später hatten sie dann die Videoaufnahmen, die sie in weiser Voraussicht auf die Dinge, die noch kommen würden, gemacht hatten, hatten sie schließlich in ihren Clip zu „Hey you!“ eingefügt und damit ihre Fans mehr belustigt, als wirklich dazu animiert ihre Singel zu kaufen, was sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegelte, auch, wenn sie trotzdem noch unheimlich Umsatz gemacht hatten.
Auf jeden Fall hatte Kazuki da diesen Rock getragen, den er selber so genial fand, dass er ihn gerne selbst getragen hätte, aber bei einer heimlich Umkleideaktion feststellen musste, dass er ihm etwa eine halbe Nummer zu groß war und so nicht saß, wie er sollte. Was war er deprimiert gewesen… . Heute hatte er glücklicherweise seinen eigenen Stil gefunden, was man von den Mädchen vor ihnen nicht behaupten konnte. Aber gut, er hatte sich immer gesagt, dass jeder doch bitte so rum laufen soll, wie er möchte und wenn diese Kinder meinten, dass sie sie schlecht kopieren müssten – bitte.
Noch während er sich seine Gedanken machte, fühlte er Kazukis Finger, die mit seinen auf eine seltsame Art und Weise spielten, so dass er diese Berührungen nicht einordnen könnten. Okay, er hatte überhaupt schlechte Menschenkenntnisse, aber das muss man ja nicht jedem sagen, oder?
Als er das höfliche, aber sehr kurze Lächeln des Schlagzeugers sah, schmunzelte auch er kurz. Oh ja, ich glaube, wir denken das Selbe und haben allen Grund dazu, aber lass uns nachher im Bus drüber reden. Schließlich wollen wir nicht, dass die Mädels Angst vor uns bekommen oder uns gar für die Menschen halten, die wir sind und nicht für die göttergleichen, fleischgewordenen Poster.
Die Augen des jungen Mannes blieben aber trotzdem auf den beiden Mädchen haften. Es war irgendwie unglaublich, wenn auch nicht ungewöhnlich, schließlich lebten sie in Japan und in Japan gab es wirklich alles, da waren ein paar verrückte Fans nichts außergewöhnliches, wobei sich ja schon fast eine Art „Doubel-Szene“ entwickelt hatte, wie man aus einschlägigen Musikmagazinen entnehmen konnte.

>>Hey, sag’ mal, sind das nicht Kazuki und Yori von den „Puppets“?<< Hörte er Stimmen von einem anderen Tisch, worauf man sich nun wirklich nicht mehr unauffällig nach ihnen umsah. Die Mädchen schienen das zu genießen, denn nun waren sie es, die ihren Idolen so nah waren, wie kaum jemand anderes. Das Mädchen mit den Rastazöpfen – Isae – schaute den Drummer erwartungsvoll an und ihre Freundin, die wohl eher schüchtern war, schmiegte sich halbwegs an die Schulter der anderen und lugte über die gleiche. Erst als sich die Finger des Schlagzeugers von den seinen lösten, bemerkte er, dass er sich vielleicht ein bisschen interessierter zeigen sollte, wenn er nicht als absolut unfreundlich und abweisend wirken wollte.
>>Sicher, wohin denn? Aber bitte nicht an unmögliche Körperstellen.<< Kazuki schien das ernst zu meinen und Yori konnte das verstehen. Wenn hier noch mehr dieser Fotographen rum liefen, dann würden das die Skandalfotos der Woche geben. Und das musste ja nicht sein.
>>Na ja, wenn du schon so fragst, dann…<< Sie zog einen kleinen Schmollmund, der bei einer erwachsenen Frau durchaus erotisch gewirkt hätte, bei ihr aber eher an Donald Duck erinnerte und streifte sie sich, den Ärmel ihres schwarzen Oberteils von den Schultern, so dass Kazuki den Träger eines roten Spitzenbhs zu sehen bekam, den das Mädchen mit einem Lächeln kommentierte:
>>Das ist keine unmögliche Körperstelle, nicht Risako? Außerdem hat sonst bestimmt noch keiner deinen Namen auf seiner Unterwäsche. Bitte!<< Sie sah ihn mit ihren braunen Kulleraugen an und kniete sich neben ihn, damit er doch seine Unterschrift auf das Wäschestück schreiben konnte. Die Duplikation von Yori hingegen lächelte fast entschuldigend und reichte ihm ebenfalls einen Stift – und ein Blatt Papier. Mit einem Zwinkern zog er das Papier an sich und fragte während er sich eine rote Strähne aus dem androgynen Gesicht strich:
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 18.06.2004    um 20:59 Uhr   
>>Soll ich eine Widmung drauf schreiben? Für Risako, oder so?<<
Ein Strahlen erschien auf dem kindlichen Gesicht des Mädchens, als es nickte.
>>Wenn das keine Umstände bereitet, wäre das toll.<<
>>Oh nein, ein paar Wörter mehr oder weniger werde ich schon vertragen können und nicht in einem plötzlichen Schwächeanfall vom Stuhl kippen.<< Er zog den Deckel von dem roten Stift und schrieb mit geübter Hand „Für Risako-san von Yori“ dazu schrieb er an die untere Ecke des weißen Papiers „Sei du selbst.“ Das war gar nicht böse gemeint und wurde mit einem Smily versehen, bevor er dem Mädchen sowohl den Stift, als auch das Papier zurück gab. Dann wanderte sein Blick zu Kazuki hinüber und er musste leicht lächeln, als er das Mädchen vor ihm knien sah. Na, dann zeig’ mir mal, wie du damit umgehst, Großer! Während er diesem Geschehen, wie einem Kinofilm folgte, nahm er einen Schluck seiner Cola.
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geschrieben am: 18.06.2004    um 21:50 Uhr   
Als die Stimmen aus der Umgebung immer lauter wurden, befürchtete er einen baldigen Massenansturm – hoffentlich befanden sich hier starke Hotelangestellte, denn dann einen Weg hinaus zu finden, sollte mehr als nur ein Spießroutenlauf werden.
Verwundert blickte er nun jedoch auf das Mädchen mit den Rastas, welche sich vor ihm Kniete. Als sie dann auch noch ihren Träger so weit hochschob, meinte er die Welt nicht mehr zu verstehen. Irgendwie wollte er auch seine Unterschrift nicht auf dem Träger setzen, als das Mädchen noch diese unverschämte Sache anspielte, wer denn schon seinen Namen auf einen BH hatte! Eben, niemand! Und eigentlich sollte es auch so bleiben – wirkt ja fast wie eine Besitzmarkierung – nun ja. Was macht man nicht alles für andere?

„Äh okay. Eine sehr ungewöhnliche Stelle, aber bitte. Ich hoffe nur, dir bei dem dünnen Träger nicht auf die Haut zu malen. Das wird ja eine reine Maßarbeit!“ Er lachte wieder leise auf um seine Nervosität zu überspielen, die nun doch Besitz ergreifen wollte, aber innerlich musste er auch kräftig Aufseufzen – wieso nicht gleich auf die Unterhose?
Vorsichtig öffnet er den Stift und hielt den Deckel in seiner linken Hand, wobei die rechte den Stift auf den roten Träger ansetzte und konzentriert versuchte, die Unterschrift draufzusetzen. Zur Freude seines Leidwesens schaffte er es, das Mädchen nicht zu bemalen, aber dafür sah dies alles auf dem engen Raum nicht sonderlich gut aus – er war eben an viel Platz gewöhnt. Egal, damit musste sie sich nun zufrieden geben. „Für Isae von Kazuki.“ Hatte er auf das Ding geschrieben – seine Standartsätze. Mehr passte auch nicht drauf. Er lächelte sanft und hob den Stift wieder an um den Deckel auf dessen Spitze zu drücken.

„So, das wäre geschafft. Hier, dein Stift.“ Er reichte den Stift dem Mädchen entgegen und ließ seinen Blick noch auf ihr. Ach – zu gerne hätte er nun im Tourbus gesessen und ein Buch gelesen, anstatt sich mit Fremden in einer Bar zu amüsieren, wobei er noch nicht mal wirklichen Spaß daran finden konnte. Ein Hobby sollte er sich zulegen – doch auch dafür würde er keine Zeit finden.
Nach diesen kurzen Gedanken lenkte der Drummer seinen Blick zu Yori, der endlich an der Cola weiter trank, wobei er den Stift noch in seinen Händen hielt. Man meinte, dass Kazuki Yori einen Blick schenkte, der folgendes ausdrückte: „Und, war es gut so?“. Er hatte sein Zittern mit den Händen aufs übelste unterdrücken müssen und schien derjenige zu sein, der den falschen Fan abbekommen hatte. Ja, wahrlich, sollte es nicht irgendwie andersrum sein? Isae zu Yori und Risako zu Kazuki? Das würde von den Wesensarten viel besser einstimmen.

Und die Sache mit den Klamotten – gut, dass dies Kazuki nicht wusste. Auch er stand höllisch auf diesen genialen Lackrock und hätte es sicher nicht begrüßt, wenn man sich so einfach an seine Sachen ranmacht. Nein, da war er sehr eigensinnig, selbst seine engsten Freunde mussten ihn fragen, wenn sie etwas tragen oder nur ausleihen wollten. Jedoch würde es auch unklar sein, wie sich diese Stimmung dann aufwirkte. Wahrscheinlich würde er nur kurz anklagende Worte sprechen und die ganze Sache wieder verzeihen – ja, so könnte man Kazuki sicherlich sehr gut einschätzen. Jedoch, so war er auch.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 18.06.2004    um 22:26 Uhr   
Das Mädchen hielt selbstverständlich ganz ruhig, als sich der Schlagzeuger seiner Lieblingsband an dem Träger ihres BHs zu schaffen machte. Ihrem Gesicht konnte man allerdings ablesen, dass sie gerade irre stolz auf sich war und das würde sie sich gewiss nicht so schnell nehmen lassen.
>>Oh, und selbst wenn du mich anmalst; das ist nicht so schlimm. Wir haben zu Hause schließlich fließendes Wasser.<< Sie kam sich wohl gerade ziemlich toll vor und störte sich gar nicht daran, dass ihre Freundin unruhig von einem Fuß auf den anderen trat, weil ihr das Ganze langsam zu peinlich wurde. Erst als Kazuki fertig war und ihr den Stift wieder gab, lächelte sie und stand auf. Eine Verbeugung wurde nur angedeutet – eigentlich eine Frechheit, weil man das schließlich nur bei guten Freunden oder Verwandten machte – bevor sie sich den Träger ihres Wäschestücks ansah.
>>Das ist wirklich klasse geworden. Danke, Kazuki, wirklich, vielen lieben Dank. Aber bekomme ich noch eins von dir, Yori? Ich meine, wann trifft man euch denn schon mal gemeinsam.<<
Ah, das hatte der Leadsänger schon beinahe befürchtet, aber er setzte ein Lächeln auf und nickte langsam.

>>Klar, wohin hättest du’s denn gern?<<
>>Auf den anderen Träger, dann sieht’s sicher toll aus.<< Lachte das Mädchen und ging zu Yori hinüber, vor dem es ebenfalls auf die Knie sank und dem Sänger den Stift reichte. Der unterschrieb nicht ganz so zimperlich, wie Kazuki und bemalte auch ein wenig von der Haut, was ihm aber gerade reichlich egal war. Als er den Stift wieder verschlossen hatte, gab er ihn zurück und nickte dem anderen Mädchen zu, dass irgendwie erwartungsvoll Kazuki anstarrte.
>>Na, nur zu, er beißt nicht, auch wenn er so aussieht.<<
Da lächelte Mini-Yori und reichte auch Kazuki das Blatt auf dem schon der Sänger unterschrieben hatte, ebenso, wie den Stift.
Währenddessen nippte Yori noch mal an seiner Cola. Da kam plötzlich ein Mann vom Security-Service und gesellten sich zu der kleinen Runde.

>>Ladys, wir müssen euch nun leider bitten zu gehen. Die Herren sind Gäste in diesem Hotel und haben alle Anspruch darauf nicht belästigt zu werden.<< Der stämmig Herr in Schwarz schaute die beiden Mädels streng an. >>Kommt, ich zeige euch den Weg nach draußen.<< Da schien für das schüchterne Mädchen eine Welt zusammen zu brechen. Sie wollte doch nur noch ein Autogramm von Kazuki. Das war so gemein!
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 18.06.2004    um 23:02 Uhr   
>>Na, nur zu, er beißt nicht, auch wenn er so aussieht.<<
„Taihen arigatou gozaimasu.“ Murmelte der Drummer ironisch, der alles andere als so einen Satz erwartet hatte. Dem Mädchen allerdings lächelte er in all seinem Mut zu und nahm ihr Blatt + Stift entgegen.
Plötzlich tauchte jedoch der Mann von der Security auf, zu der Kazuki nun sah. Tja, wieso kommt der gerade jetzt? So schnell wollte er das Mädchen nun auch nicht abservieren, darum meinte er flüchtig:

„Äh, mal langsam. Ich gebe dem Mädchen hier noch ihr Autogramm bevor sie gehen müssen.“ Meinte Kazuki anständig und freundlich zugleich und beeilte sich mit seiner Unterschrift, die in der Eile aber ziemlich genial und verschlungen aussah. Er malte noch ein japanisches Zeichen für "Glück" drunter und reichte es dem Mädchen zurück. „So, nun kann dir damit so gar nichts mehr passieren!“ Erklang es glaubwürdig. Neben dem Blatt streckte er noch ihren Stift entgegen und wartete darauf, dass beides entgegen genommen wurde. Puh, hatte er dies auch geschafft! Nachdem die Mädchen weg sind, wird er wohl Yori dazu bringen müssen nun wahrlich zum Bus zu rennen, denn in Verspätung waren sie nun allemal – die anderen warten sicherlich schon auf sie.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 20.06.2004    um 21:29 Uhr   
Das Mädchen schaute den großen Musiker gespannt an und biss sich auf die Unterlippe. Es sah wirklich so aus, als hätte Kazuki ihm den Tag gerettet, durch diese Unterschrift. Als der Schlagzeuger sich dann auch noch so für es einsetzte, viel mehr für das Autogramm, dachte es, dass das der Himmel auf Erden sein muss.
>>So, nun kann dir damit so gar nichts mehr passieren!<< Das Mädchen nahm die Schreibutensilien mit einer Sorgfalt an sich, wie man sie sonst nur bei Goldschmieden und ihrer Ware sah und verstaute sie noch etwas vorsichtiger. Was sie dabei allerdings nicht bemerkte, war ihre Freundin, die ihr einen eifersüchtigen Blick zuwarf, weil sie nicht so ein klasse Glücks-Zeichen von Kazuki bekommen hatte. Natürlich hatten die beiden Mädchen keine Zeit mehr sich noch einen handfesten Streit zu liefern, da der Wachmann sich wieder in das Gespräch einschaltete.
>>Meine Damen, jetzt habt ihr ja beide was ihr wollt, also könnt ihr ja auch mit mir kommen, hm?<< Dabei legte er ihnen beiden jeweils eine seiner riesigen Hände auf die Schultern und buxierte sie rasch in Richtung Ausgang, so dass die Mädchen nur noch winken konnten.
Yori strich sich nur schnell noch die Haare aus der Stirn, bevor er sich seine Tasche schnappte und aufsprang.

>>Na, will der Herr festwachsen nach dieser kleinen Showeinlage?<< Meinte er nur neckend in Kazukis Richtung, als er bereits seinen Stuhl an den Tisch schob. >>Wir haben nämlich keine Zeit mehr, glaube ich. Also, los geht’s!<<
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 20.06.2004    um 22:39 Uhr   
Na, wie soll der Drummer auch eines seiner netten Zeichen auf einem Spitzen-BH-Träger malen, wenn er noch nicht mal seine eigene Unterschrift draufpacken konnte? Ein Rätsel, dessen Lösung ihm mehr als weit entfernt schien und darum kein Grund für ihn darstellte, sich den hübschen Kopf darüber zu zerbrechen. Die beiden Mädchen hatten ja nun schließlich mehr als jeder andere Fan erreichte und selbst dies sollte genügen, um glücklich zu machen.
Kazuki sah den Mädchen nach, die durch der aufgezwungenen Obhut der Security den Weg nach draußen nehmen mussten, um somit fern von den Musikern zu bleiben. Kazuki würde nun heftig mit dem Kopf nicken, wenn man ihm nun diese Frage unter die Nase reiben würde:
"Und? Bist du jetzt zufrieden?" - Oh ja, und wie er dies war!
Obwohl, diese Sache war gar nicht mal so schlimm gewesen, da es nur zwei anstatt zwanzig Fans auf einmal waren - zu Kazukis Glück - und doch reichte es ihm für heute. Er wollte seine Ruhe haben, die er sich wohl sichtlich verdient hatte.

>>Na, will der Herr festwachsen nach dieser kleinen Showeinlage? Wir haben nämlich keine Zeit mehr, glaube ich. Also, los geht’s!<<
Ähm, wie? Was hast du da gerade gesagt, Yori-san? Er hob die Brauen und richtete seinen Blick zu ihm hinüber, machte aber noch keine Anstalten sich zu erheben.

"Was? Sag bloß, dass du diesen Mist hier arrangiert hast!"
Mit einem murrenden Ausdruck stand er nun doch auf um sich langsam um den Tisch zu bewegen.
"Du weißt doch ganz genau wie ich so was liebe. Finde ich ja echt klasse von dir."
Huch! - Yori sollte das nächste Mal lieber darauf achten, was er sagt, denn Kazuki nahm so fast ziemlich jedes Wörtchen genau und bekam das Meiste so auch in den falschen Hals. Langsame Schritte führen den Drummer aus der Bar. Sie kamen sowieso zu spät, einen Sprint sah er jetzt in seiner Lage eh nicht ein, - sollten sie doch warten.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 21.06.2004    um 23:31 Uhr   
>>Was? Sag bloß, dass du diesen Mist hier arrangiert hast!<<
Yori schaute seinen Bandkollegen verwundert an. Klar, er wusste, dass Kazuki nicht unbedingt der einfachste war, aber was – um Gottes Willen! – an man in diesem Zusammenhang an dem Wort „Showeinlage“ missverstehen konnte, das war ihm nun um einiges zu hoch. Bis es ihm plötzlich, wie Schuppen, von dem Augen fiel. Kazuki glaubte doch nicht wirklich, dass er das arrangiert hatte.
>>Du weißt doch ganz genau wie ich so was liebe. Finde ich ja echt klasse von dir.<<
Oh, anscheinend doch. Yori musste wirklich aupassen, dass er nicht zu lächeln begann, als er dem Schlagzeuger über den plüschigen Teppich hinaus folgte und ihm schließlich am Ärmel griff.
>>Du, Kazuki, mit Showeinlage meinte ich doch nicht, dass ich das arrangiert habe, sondern dieses ganze Theater was diese Mädels um uns gemacht haben. Stell dir mal vor, wie viel Zeit das in Anspruch genommen hätte und du weißt genauso gut, wie ich, dass ich keine Zeit habe. Außerdem würde ich dich doch niemals mit Absicht in eine solche Situation verfrachten, in der du, wie ich weiß, dich mehr als unwohl fühlst. Also, nein! Vertrau’ mir, Kazuki, das war nur einen schlechte Wortwahl.<<
Natürlich rannte der Leadsänger nun auch nicht. Warum sollte er das auch tun. Der Bus würde und konnte gar nicht ohne sie abfahren. Das war zum Beispiel einer der Vorteile am Starsein. Gemütlichen Schrittes passierten sie also die Gänge, bis sie in der Hotellobby standen und Yori sich gar nicht mehr so sicher war, was zu tun war. Hatte er die Zimmercard abgegeben, und trafen sie sich direkt vor dem Eingang? Wenn man ganz ehrlich war, wirkte er etwas verloren.
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 22.06.2004    um 10:05 Uhr   
Nein, ein leichter Umgang war er noch nie gewesen – wahrscheinlich wollte er auch nie einer sein. Er hatte eben seine eigenen Probleme, wie jeder andere Mensch vor und nach ihm, nur überwiegten sie in ihrer unbedeutenden Art. Doch dies konnte Kazuki selbst kaum filtern, dazu war sein Empfindungsgefühl unterentwickelt. Nun, was aber nicht heißen sollte, er sei ein Mensch ohne jegliche Wahrnehmung – das würde nämlich so gar nicht stimmen. Ob er dabei jedoch mehr auf sich als auf seine Mitmenschen achtete, sei dahin gestellt.
Als er plötzlich von dem Leadsänger am Ärmel gepackt wurde, erstarb seine Motorik für eine minimale Zeit und er richtete seinen Blick zu Yori. Die Worte, die er soeben ausgesprochen hatte, hatten etwas Sanftes an sich und so kam es, dass er nun selbst ein Lächeln bildete. Ja, stimmt, wieso sollte er so etwas tun? Da gab es keinerlei Gründe, es sei denn: Yori hatte eine seltsame Neigung. Ein kleiner Seelensadist eben.
Doch danach sah er nun wirklich nicht aus, deswegen nickte Kazuki sacht und griff nach der Hand des Anderen, um sie kurz und sanft zu drücken.

„Ja, ich weiß doch. Entschuldige meine emotionalen Ausbrüche. Ich bin wohl nicht so der Typ Mensch der mit diesen Dingen, wie ein Jongleur mit seinen Bällen, umgehen kann. Sumimasen.“
Wisperte er wieder in seiner altbekannten Art. Ja immer, wenn er sich für irgendwas die Schuld in die Schuhe schob oder einfach der Meinung war, dass laute Worte hier nicht angebracht sind.
Langsam löst die Hand des Drummers die des anderen und er sah sich kurz in der Lobby um. Wie gut das Kazuki in Yoris Nähe war, denn als auch er die anderen Mitglieder nicht erblicken konnte, zwinkerte er kurz dem Jüngeren zu.

„Ah, die sind sicherlich schon ohne uns losgegangen. Am Besten wir gehen zum Tourbus, damit können wir nichts falsch machen. Es sei denn, die sind tatsächlich schon losgefahren.“
Bei diesem Gedanken rümpfte er sacht die ungeschminkte Nase, aber gut. Ein Bus der auf seine Passagiere warten musste war sehr lustig. Jedoch war noch etwas lustig – plötzlich rannte der Drummer los. Ah, Trübsal konnte er später auch noch blasen.

„Na los du lahme Ente! Wer als erster am Tourbus ist kriegt eine Massage!“
Ja, so wird er doch noch zu seiner Massage kommen – oder auch nicht.
Zumindest war dieser Umschwung an Verhalten sehr fragwürdig. Der Drummer war aber so – seine Stimmung wechselte er wie seine Unterwäsche – damit musste man leben.
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 23.06.2004    um 21:25 Uhr   
Yori nickte sanft, als er die Entschuldigung des Schlagzeugers hörte. Er wusste ja, dass er nicht gut darin war mit seinen Gefühlen umzugehen und so zeigte er Verständnis. Kazuki würde schon noch auftauen, wenn er sie länger kannte. Dafür würde er, Yori Matsuya, höchstpersönlich sorgen. Und wenn man ehrlich war, war der Drummer, wenn sie alleine waren, auch wirklich ziemlich offen, wenn auch des Öfteren verlegen oder schüchtern. Na ja, er konnte ihn trotzdem ziemlich gut leiden und deswegen nahm er sein „Sumimasen“ und das Handdrücken gerne an.
Das alles änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass sie noch immer in der Hotellobby, die mehr als prunkvoll gehalten war, mit ihren goldenen Geländern, dem Kronleuchter und dem Springbrunnen, standen und gerade feststellen mussten, dass die anderen, wohl wirklich ohne sie los gegangen waren. Er wollte gerade verzweifeln, oder zumindest in Ohnmacht fallen damit man ihm das Problem abnahm, da sah er plötzlich, wie Kazuki los rannte und seine Rastazöpfe nur so hinter ihm her schwankten, wie ein Schiff auf hoher See. Als er dann auch noch seine Stimme hörte, war er schon etwas verwundert.

>> Na los du lahme Ente! Wer als erster am Tourbus ist kriegt eine Massage!<<
>>Woha, warte doch mal. Das ist ja unfair, wenn du schon so viel Vorsprung hast. Du bist viel größer und hast längere Beine, wie soll ich denn da mithalten?<< Lachend nahm auch Yori die Beine in die Hand, damit er nicht ganz so kläglich versagte. Natürlich hatte diese Aktion einiges an Aufsehen erregt. Einige der edlen Gäste – im Volksmund auch „Snobs“ genannt – rümpften ihr gepudertes Näschen und wollten auf keinen Fall etwas mit diesen ordinären Jugendlichen zu tun haben, die mit Sicherheit ihre Kinder verderben und die Hoteleinrichtung demolieren. Beinahe wäre der Leadsänger auch noch in einen der Security-Leute gerannt, die ihnen in den Weg traten, konnte ihm aber im letzten Schritt ausweichen, bevor er durch die Drehtür rannte, die Kazuki gerade vor ihm passiert hatte. Argh, nein! Er würde ihn wohl wirklich massieren müssen. Wie unlustig!
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Nutzer: Kazuki
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geschrieben am: 23.06.2004    um 22:06 Uhr   
„...wenn auch des Öfteren verlegen oder schüchtern“
Kazuki hatte mal eine kleine Lektüre mit der Überschrift "Selbstsicherheit garantiert Erfolg" gelesen – eigentlich trug er sie auch ständig bei sich – doch geholfen hatte sie ihm noch nie. Nun, hier einige Auszüge:

„Es gibt viele ehrgeizige, fleißige und begabte Menschen, die nur deshalb nicht erfolgreich sind, weil sie es nicht verstehen, mit anderen Menschen richtig umzugehen.“
…
„Viele Menschen unterschätzen und unterdrücken ihre Fähigkeiten. Wem es an gesundem Selbstvertrauen fehlt, wer ständig zeigt, wie wenig er von sich selbst überzeugt ist, dem wird es kaum gelingen, andere zu überzeugen.“
…
„…Vielleicht ist das Selbstvertrauen so schwach, dass Sie sich vor anderen Menschen fürchten und sich Angst einjagen lassen. Fehlendes Selbstvertrauen zeigt sich auf unterschiedliche Weise. Kontaktschwäche, Erröten und Stottern sind nur einige, aber allgemein bekannte Beispiele.“
…
„Mangelndes Vertrauen in die eigene Person ist immer ein Nachteil. Denn solche Menschen werden nicht für voll genommen.“
…
„Wer sicherer auftritt, merkt bald, dass ihn die Menschen ganz anders behandeln.“
…
„Selbstvertrauen ist nicht nur der Schlüssel zur Menschenführung, sondern auch die Gewähr, dass Sie von anderen nicht manipuliert und damit ausgenützt werden können.“


Ach – das und so einiges andere standen in dieser Lektüre. Kazuki hatte es bis zum heutigen Tage jedoch nicht geschafft, es durchzusetzen. Sagen kann man viel, doch es letztendlich auszuführen erwies sich als schwieriger, als er dachte.
Aber nun gut, dies war eine reine Nebensache. Seine Vergangenheit ist viel zu schwerwiegend als dass es von Heute auf Morgen geschah.
Somit brachten schnelle Schritte den Drummer die Treppen des Hotels hinunter und er musste wahrlich aufpassen, nicht zu stolpern. Der Spießroutenlauf in der Lobby hatte ihm ja schon großen Spaß bereitet, aber das hier war viel schöner! So draußen an der Luft.
Ein leises Lachen konnte Yori vernehmen.

„Wo bleibst du denn? Wenn du so weiter machst bin ich vor dir am Bus angekommen! Denk’ dran, ich brauche dringend eine drei-Stunden-Massage!“
Oha, hörte sich ja nicht so toll an für den, der letztendlich massieren musste. Aber der Drummer wollte den Leadsänger wohl nur etwas anspornen, damit er, auch mit kurzen Beinen, zur Höchstleistung angetrieben wurde.
Kurz sah Kazuki zurück um auch sicher zu sein, dass Yori noch hinter ihm war. Als er sich versichert hatte, streckte er diesem frech die Zunge heraus.

[Mah. Farbe!]
Geändert am 23.06.2004 um 22:07 Uhr von Kazuki

Geändert am 23.06.2004 um 22:08 Uhr von Kazuki
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Nutzer: yori
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geschrieben am: 28.06.2004    um 23:09 Uhr   
Lektüre... Yori las nicht besonders viel, wenn man einmal von der Tageszeitung und ettlichen Mangas absah und von daher war es sicher kaum verwunderlich, dass er die Lektüre, die Kazuki da irgendwann einmal in die Hand gefallen war, noch nie zu Gesicht bekommen hatte. Er war ohnehin eher der "Audio-Lerntyp", das hatte man ihm zumindest in der Schule einmal gesagt, warum sollte er also dicke Wälzer lesen, wenn es doch Hörbücher und CD's gab?
>>Wo bleibst du denn? Wenn du so weiter machst bin ich vor dir am Bus angekommen! Denk’ dran, ich brauche dringend eine drei-Stunden-Massage!<< Hörte er Kazuki plötzlich rufen, was ihn vollkommen aus seinen Gedanken riss. Es war nicht schade darum.
Jetzt nahm der Leadsänger jedoch lieber die Beine in die Hand, weil die Aussicht den Drummer massieren zu müssen nicht so angenehm war, wie sich selbst massieren zu lassen. Als er dann auch noch sah, wie Kazuki ihm die Zunge raus streckte - das war doch seine Geste! - erwachte sein Kampfgeist. So rannten die beiden Musiker wohl wie verrückt um die Wett zum Tourbus, den frischen Wind in den Haaren und ein Lächeln in den ungeschminkten Gesichtern. Schon bald sahen sie den Tourbus endlich. Und Masamori der davor herum turnte, wie Rumpelstilzchen. Insgeheim musste Yori über diese Tatsache lachen. Wahrscheinlich regte sich der Gitarrist wieder darüber auf, dass sie nicht pünktlich genug kommen würden. Na ja, sollte er doch.
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