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Nutzer: Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 11:52 Uhr   
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Nutzer: Sidamo_Simeto
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geschrieben am: 22.12.2002    um 11:54 Uhr   
tief luft holen muss: Respekt!
Wow... da hast du ja richtig die Sau gemengt im wissenschaftlichen Bereich!!! Sehr interessant!!!

MFG ~Sidamo~

p.s.: 1. Wie bekommt man bilder in einen thread?
2. Wer echte Wölfe mal sehen will, fährt am besten nach Merzig (Saarland). 5 Arten von Wölfen, u.a. der Sibierische Wolf!
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Nutzer: Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 11:59 Uhr   
vielen Dank! Wie man Bilder ins Forum bekommt, kannst du unter Hilfe oben rechts nachlesen ;-)....gib einfach den ganzen I-net Pfad des bildes ein...



Gruß, Ederis

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Nutzer: Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 12:14 Uhr   
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geschrieben am: 22.12.2002    um 12:18 Uhr   

Geändert am 05.01.2003 um 22:37 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 12:44 Uhr   
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geschrieben am: 22.12.2002    um 12:46 Uhr   
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geschrieben am: 22.12.2002    um 12:51 Uhr   
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geschrieben am: 22.12.2002    um 12:59 Uhr   
Der Pakt der Wölfe
Le pacte des loups



Offenbar lädt ein Subgenre des Horrorfilms, das sich mit Wolfsmonstern befasst, immer wieder zu neuen Variationen ein. In den letzten zwanzig Jahren verdanken wir diesem Sujet interessante Filme von Neil Jordan, John Landis oder Michael Wadleigh, und so, wie all diese Filme zeitlich klar verortbar sind, so ist auch "Le pacte des loups" unbestreitbar ein Kind seiner Zeit.
Doch der Anfang des Films ist zunächst einmal eine unverhohlene Hommage an Spielbergs "Jaws". Abermals werden wir Zeuge, wie eine junge Frau Opfer eines niemals zu sehenden Täters wird, der sie wie einst "Bruce" hin und her schleudert, als wäre sie ein Flugdrachen. Nur eben ohne die Zuhilfenahme des Auftriebs im Wasser, und die horrende Tonspur dazu verlangt dem Zuschauer einen gehörigen Respekt ab für das Monstrum, mit dem man sich für die nächsten zwei Stunden in einen dunklen Kinosaal begeben hat.

Doch lange Zeit sieht man das Wolfswesen nicht. Und das ist auch gut so, wie jeder weiß, der mal Faulstich und Kortes analytischen Vergleich von "Jaws" und "The Birds" gelesen hat oder sich über die Schlußeinstellung von Jacques Tourneurs "Curse of the Demon" geärgert hat.

Stattdessen geht das gesamte Dorf auf die Jagd nach der Bestie, die es vor allem auf Frauen und Kinder abgesehen hat. Und daraus entspinnt sich eine Geschichte, die irgendwo zwischen "Sleepy Hollow", "The Last of the Mohicans" und "The Crucible" anzusiedeln ist, doch zu allem Übel geht es auch noch um politische Bewegungen kurz vor dem Ausbruch der französischen Revolution, um Rassismus, verlogene Religion und dergleichen sozialkritische Themen, die in einem Film, der den ästhetischen Kriterien von John Woo-Martial Arts-Spektakeln und Kostümfilmen nacheifert, schon etwas suspekt und fehl am Platz erscheinen.

Mit dem ersten unverfälschten Auftritt des Wolfmonsters steht und fällt der Film. Wer sich darüber freut, daß er ein solches Monster noch nie zuvor auf der Kinoleinwand gesehen hat, kann sich auch an dem Film erfreuen. Wer jedoch bemäkelt, daß das Ungetüm derart offensichtlich aus einem Rechner stammt, wird sich für das folgende Spektakel trotz einiger gelungener Action-Sequenzen nie ganz erwärmen können. So wie das Monster an Patchwork-Arbeiten erinnert, ist auch der Film eine Mixtur an Genre-Elementen und zum Teil etwas unausgegorenen Ideen, die den Zuschauer aber, und das sollte man nicht vergessen, für fast zweieinhalb Stunden, gut unterhält, auch wenn die Kreatur spätestens beim Nachspann verreckt und in die Einzelteile zerfällt.


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Nutzer: Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 13:01 Uhr   
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geschrieben am: 22.12.2002    um 13:11 Uhr   
WOW..einfach klasse, ein großes Lob, das ist echt viel Arbeit und ich glaube dir gerne, dass das nervenaufreibend war, also nochmals, echt spitze..mach weiter so ;)

Luna
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geschrieben am: 22.12.2002    um 13:17 Uhr   
Wie erkennt man einen Werwolf?



Generell war starke Körperbeharrung äußerst verdächtigt. Seit dem ein angeblicher Werwolf behauptet hatte, daß bei ihm die Haare unter der Haut wüchsen, wurde es zum beliebten Hobby Verdächtigen die Haut abzuziehen. Es erübrigt sich wohl zu sagen, daß sehr wenige diese Prozedur überhaupt überlebt haben.
In vielen Mythen verheilt die Bißwunde (so diese zu Lykanthrophie geführt hat) niemals, und ist sowohl in Menschen als auch in Tierform sichtbar.
Für manche (z.B. die Dänen) waren zusammengewachsene Augenbrauen ein untrügliches Erkennungszeichen eines Werwolfs.
Oftmals wurde dem Werwolf eine starke Verbindung zum Mond nachgesagt, folglich konnte er nur durch Silber, dem Metall des Mondes verletzt werden. Angeblich würde bei ihm die bloße Berührung dieses Metalls Verbrennungen auslösen.
In beiden Formen waren die Augen eines Werwolfs besonders. In Tierform waren es entweder die eines Menschens, oder sie leuchteten in der Nacht, als Mensch waren sie die eines Tieres - oder sonstwie seltsam. In der Zeit der Inquisition reichte schließlich oft die kleinste Ungewöhnlichkeit um verdächtigt - und gefoltert zu werden.
Lykanthrophen sollen eine seltsame Verbindung zu einer bestimmten Pflanze haben: Blauer Eisenhut (engl.: wolfsbane) läßt sie je nach Sage entweder zum Werwolf werden, bzw. sich in einen verwandeln. Auf der anderen Seite jedoch soll sie für sie in Wolfsform einen unerträglichen Gestank aussenden.
Auch das Verhalten eines Lykanthrophen war in seiner Menschenform angeblich anders als bei "Normalsterblichen". Die nächtlichen Streifzüge als Wolfswesen lassen ihn müde und erschöpft wirken. Zudem gesellt sich oft ein quälender Durst. Mund und Augen waren trocken... aus den Foltererfahrungen eines Richters wird berichtet, daß Lykanthrophen - ähnlich wie Hexen - unfähig seien zu weinen.
Oftmals wurde Werwölfen eine Rastlosigkeit nachgesagt, die sich bis zu regelmäßigen Wutausbrüchen und hohe Aggresivität ausdehnen konnte.
Aufgrund ihrer Besonderheit sondern sich Lykanthrophen mehr und mehr von ihrer Umwelt ab. Sie werden zu Einzelgängern, ziehen die Nacht dem Tag vor, und sind häufig melancholisch.
In vielen Werwolfmythen hatte die Kleidung eines Werwolf eine besondere Bedeutung. In frühen Mythen wurde sie zu Stein, sobald sie abgelegt war und sich ihr Träger in einen Wolf verwandelt hatte. Später konnte sich der Werwolf nicht mehr in einen Menschen verwandeln, wenn ihm die abgelegte Kleidung gestohlen wurde.


Generell ändern sich die Beschreibungen von Lykanthrophen in den verschiedenen Kulturkreisen und richten sich vor allem danach, welches Ansehen ein Werwolf hat. Im mittelalterlichen Europa wird er dermaßen blutrünstig und (in Menschenform) tierähnlich beschrieben, daß man sich fragt, wie damals soviele auch nur in den Verdacht gerieten Lykanthrophen zu sein - zumal blutunterlaufende Fingernägel, langer Mittelfinger, Ohren, die sehr weit hinten am Kopf liegen, und rote Zähne äußerst selten in der Bevölkerung aufgetreten sein. Allerdings sollte man nicht vergessen, daß auch ein "Geständnis" daß auf der Folterbank abgelegt wurde als "Beweis" mehr als reichte ... und man sich im Gegenzug nicht mehr nur auf diese auffälligen (und seltenen) Merkmale beschränkte.

Etwas anders verhielt es sich in Kulturen, in denen Lykanthrophen verehrt, in denen Wesensverwandlungen als göttlicher Segen oder "weiße Magie" angesehen wurde. Meist unterschied sich dann der Lykanthroph in Wolfsform nicht von gewöhnlichen Wölfen.




Geändert am 22.12.2002 um 13:21 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 13:34 Uhr   


"Ostwärts sah die Hexe aus dem Eisenwald,
die dort geworfen Fenrirs Brut.
Von ihrem Stamm wird einer sein,
der reißt den Mond wie einen disteren Troll.

Sein Maul wird kleben voll von Menschenfleisch,
der Götter Sitz wird er mit Blut besudeln;
Die Sonne dunkelt, Sturm peitscht den Sommer;
Wetter zerschlagen die Welt."

(aus "Die Prophezeiung der Spaefrau")


Geändert am 22.12.2002 um 13:54 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 13:39 Uhr   

Geändert am 11.01.2003 um 18:40 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:02 Uhr   



Japan, irgendwann in der frühen Nachkriegszeit: Das Japan des Films ist nicht das Nachkriegsjapan, wie es wirklich existiert hat. Es wird nur angedeutet, aber verschiedene Symbole oder Anspielungen, etwa die ständige Präsenz von an die Wehrmacht erinnernden Uniformen, machen deutlich, dass es sich um einen faschistischen Polizeistaat handelt, der sich immer größerem, teilweise gewaltsamem Widerstand linker Gruppierungen gegenüber steht. Um den Widerstand zu brechen werden Eliteeinheiten gebildet, die gedrillt und schwer bewaffnet auf Aufwiegler-Jagd gehen. Der Film beginnt mit dem Tod eines Mädchens, das als Kurier Sprengstoff für die Widerstandskämpfer transportierte. Der Soldat Kazuki Fuse, der das Mädchen stellt, erhält den Befehl, es zu erschießen, bevor sie den Sprengstoff zünden kann. Er bringt es nicht übers Herz, sie zündet den Sprengstoff und jagt sich selber in die Luft. Sie ist tot, auch unter den Soldaten gibt es Verletzte.
Kazuki stürzt durch den Vorfall in eine Lebenskrise. Zum einem belastet ihn das Schicksal des Mädchens, das sich, als es sich durch Kazuki in die Enge getrieben sah, für den Tod entschied. Damit verbindet sich für ihn die Rechtfertigung für sein eigenes Handeln und für das System, das er repräsentiert. Seine Zweifel werden stärker, als er am Grab des Mädchens Kei kennenlernt, die sich ihm als Schwester der Toten vorstellt. Von ihr bekommt er ein Märchenbuch des Mädchens geschenkt: Rotkäppchen.
Es ist nicht das grimmsche Rotkäppchen, es ist eine wesentlich grausamere Version, bei der der Wolf das unwissende Rotkäppchen das Blut der Großmutter trinken und ihr Fleisch essen lässt. Rotkäppchen isst und trinkt ohne Argwohn, ohne auf die Warnungen eines kleinen Vogels zu hören. Schließlich ruft der Wolf sie zu sich ins Bett, was ihren Tot bedeutet. Kein Jäger befreiht sie am Ende der Geschichte aus dem Bauch des Wolfes. Kazuki schläft über dieser grausamen Geschichte ein und sieht im Traum, wie das tote Mädchen, das bei den Widerstandskämpfern den Codenamen Rotkäppchen hatte, das im Traum mit seiner Schwester zu einer Person verschwimmt, von Wölfen verfolgt und zerfleischt wird.
Geändert am 22.12.2002 um 14:03 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:02 Uhr   



Der Kontakt und die aufkeimende Liebe zur Schwester des toten Mädchens wird nicht gerne gesehen. Kazuki sieht sich bald von ehemaligen Freunden bespitzelt und verfolgt. Da er wieder von anderen Gruppen unterstützt wird, scheint sich innerhalb des Geheimdienstapperats ein regelrechter Machtkampf zu entwickeln. Wem kann man noch vertrauen? Immer wieder peinigt ihn die Frage nach der Rechtmäßigkeit seines Tuns.
Am Ende wird es etwas leider für den Zuschauer ziemlich verworren. Die genauen Verhältnisse bleiben im Unklaren, die Schwester des toten Mädchens stellt sich jedoch als Spionin heraus, die von Anfang an dafür ausgesehen war, mit Kazuki in Kontakt zu treten und seine Spezialeinheit zu unterminieren. Kazuki bleibt nichts anderes übrig, als sie zu töten. Unter Tränen drückt er den Abdruck, Rotkäppchens Klagen und Leiden in den Ohren.



Am Ende des Films ist man verwirrt. Man sollte gar nicht erst versuchen, genau zu entwirren, wer politisch auf welcher Seite steht. Viel wichtiger sind die anrührenden menschlichen Schicksale, die thematisiert werden. Vor einem gnadenlosen System gehen die Hauptakteure den Weg, den sie gewählt haben, und zerstören damit am Ende ihr leben. Die atmosphärischen, düsteren Bilder im Stile eines Film-noirs, die gut gewählten teilweise sehr morbiden Motive und nicht zu letzt die gut komponierte Musik machen diesen Film zu einem Meisterwerk des Animes, des japanischen Zeichentrickfilms, für Erwachsene.




Geändert am 22.12.2002 um 14:07 Uhr von Smaragdwoelfin

Geändert am 22.12.2002 um 14:09 Uhr von Smaragdwoelfin

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Geändert am 22.12.2002 um 14:16 Uhr von Smaragdwoelfin

Geändert am 22.12.2002 um 14:19 Uhr von Smaragdwoelfin

Geändert am 22.12.2002 um 14:21 Uhr von Smaragdwoelfin
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Nutzer: Greymoon
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:22 Uhr   
Die Wölfe

Mit wildem Geripp, mit harten mageren Flanken,
das struppige Fell von Bissen und Rissen zernarbt-
wenn die Strünke der Wälder in flaumigen Neuschnee versanken,
haben die Wölfe wie hilflose Kinder gedarbt.


Die Pranken verkrallt, die Ruten gesträubt, die Nasen im Wind,
bis der Hunger zu läuten begann wie ferne Schlittenschellen,
dann rannten sie Tage und Nächte von Schnee und Erschöpfung blind,
und jeder hörte den Tod aus den Mäulern der anderen bellen.


Einer ritt auf drei Läufen, der vierte blieb im Eisen.
Einer hustete Blut, einem fehlte das Ohr.
Viele waren von Räude, Pelzzecken und Läusen furchtbar enthaart,
dass das Fleisch auf dem Rückgrat gefror.


Fiel einer, stürzte das Rudel aufjohlend über ihn her,
mit schnappenden Kiefern, und riss ihm, noch eh' er verreckte,
die ledernen Muskeln und schlaffen Gedärme vom Leibe,
der bald lautlos und grässlich lag, bis der Schnee ihn bedeckte.


Mit den Nebelschwaden wie Treibschollen im gelben Fluss
kamen die Kühnsten hinab und umstrichen des Nachts die Farmen,
manchen hetzten die Hunde zu Tod, manchen streckte ein Schuss,
denn das Leben der Wölfe und Menschen ist gross und ohne Erbarmen.



Carl Zuckmayer




Geändert am 22.12.2002 um 14:27 Uhr von Greymoon
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:30 Uhr   
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Nutzer: Greymoon
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:30 Uhr   
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:45 Uhr   

Geändert am 22.12.2002 um 15:04 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:50 Uhr   
Die Frau, die in einen Wolf verwandelt wurde

Es war einmal in einem Haus eine böse Frau, und diese böse Frau hatte zwei Töchter. Die dritte Tochter, die Stieftochter, war getauft. Die böse Frau erwartete Freier für ihre eigenen Töchter. Den eigenen Töchtern legte sie feinen Flachs vor, der Stieftochter aber grobes Werg; sie liess die Mädchen spinnen. Als die Freier kamen, da sahen sie, dass die Christentochter einen besseren Faden aus dem Werg spinnt als die Töchter der bösen Frau aus Flachs. Die Freier schauten sich alles an und gingen wieder weg. Sie kamen ein zweites Mal. Wieder spannen die Mädchen, und die Freier warben um die Stieftochter. Die alte Frau wurde böse, weil ihre Töchter nicht genommen wurden. Es verging einige Zeit in Erwartung der Hochzeit. Nun wurde der einen eigenen Tochter eine Schürze um die Taille gelegt, ein verzierter Kopfputz aufgesetzt, und die getaufte Tochter wurde an den Dorfweg gebracht. Dort neben dem Dorf befand sich eine Quelle und am Rand der Quelle ein altes Gefäss, das für die Quelle da war, das aber noch nicht in die Quelle gestellt worden war. Nun wurde das Mädchen, die getaufte Tochter, von der bösen Frau unter dieses Gefäss getan.

Der Tag der Hochzeit kam, und das Hochzeitsgeleit holte die Braut ab. Die böse Frau freute sich, weil nun ihre Tochter verheiratet wurde. So zog man mit der Tochter der bösen Frau dahin und kam an dem Gefäss vorbei, das am Wegrand stand. Von dort rief das Mädchen: "Eine Fremde hast du genommen, die eigene hast du gelassen; mein Saum klingt, meine Schürze zittert!" rief es unter dem Gefäss. Der Junge, der Bräutigam, blieb stehen und lauschte. "Was ruft denn da ?" fragte er die Tochter der bösen Frau. Die antwortete: "Ach ja, wer weiss, was da spukt!" Wieder rief die getaufte Tochter unter dem Gefäss: "Eine Fremde hast du genommen, die eigene hast du gelassen; mein Saum klingt, meine Schürze zittert!" Der Junge sprang vom Wagen herunter und ging nachsehen, was wohl unter dem Gefäss sein mochte. Er hob es auf: Siehe da, es war seine Braut! Sie war nackt unter dem Gefäss. Von der Tochter der bösen Frau nahmen sie nun die Kleider und zogen sie dem Christenmädchen an. Sie warfen die Tochter der bösen Frau unter die Brücke und verhinderten durch Zauberkünste, dass sie von dort wegkam. Dann gingen sie in das Haus des Jungen und feierten dort Hochzeit; auch ich war bei der Hochzeit dabei.

So lebten sie eine Zeitlang. Bald sollte das Mädchen ein Kind bekommen, und die böse Frau erfuhr, dass das Mädchen das Kind in der Sauna zur Welt bringen würde, aber sie wusste nicht, welche Tochter, ihre eigene oder die getaufte. Sie glaubte nämlich, dass die Stieftochter immer noch unter dem Gefäss sitzt. Sie meinte: "Ich muss doch nach der Tochter sehen gehen, wenn sie in der Sauna ist!" Sie backte alles mögliche und ging hin. Unterwegs kam sie zu der Brücke. Da sah sie eine schöne Blume, die durch die Brücke hindurch gewachsen war. Sie wollte sie abbrechen und sagte: "Die bringe ich meinem Enkelkind, damit kann es spielen!" Sie versuchte, die Blume zu pflücken. Da sagte die Tochter: "Mutter, zertrenne mir nicht die Nabelschnur!" Wieder versuchte die Frau, die Blume zu brechen, denn sie glaubte nicht, dass das der Nabel ihrer Tochter sei. Die Tochter rief wiederum: "Mutter, zertrenne mir nicht die Nabelschnur!" Die Mutter schaute unter der Brücke nach: Da fand sie ihre eigene Tochter. Sie nahm sie mit, und die Tochter erzählte, wie es sich zugetragen hatte, wie sie unter die Brücke gekommen war.
Die Tochter der bösen Frau hatte keine Brustwarzen. Die Mutter fertigte ihr welche aus Birkenrinde, tat Wasser hinein, und dann gingen Mutter und Tochter in die Sauna nach dem getauften Mädchen schauen. Auf dem Hof war eine Magd angestellt. Inzwischen kamen sie auf den Hof. Der Herr des Hauses und die Magd, also der Ehemann und die Magd, waren arbeiten gegangen. Die böse Frau tat der Stieftochter ein Wolfsfell über und schickte sie in den Wald. Die Magd aber sah zufällig, wie die böse Frau das tat. Die Tochter der Bösen blieb nun dort.

Der Mann lebte von nun an mit der Tochter der bösen Frau zusammen und wusste von nichts, denn sie sahen sich sehr ähnlich. Das böse Mädchen gab dem Kind die Brust, Wasser gab sie dem Kind. Die Magd schaute nach, warum das Kind weint, und sie beobachtete die Frau. Da sah sie, dass diese Brustwarzen aus Birkenrinde hatte und dass Wasser darin war. Das Kind weinte bei Tag und bei Nacht; natürlich, es bekam ja nichts zu essen.

Geändert am 22.12.2002 um 14:52 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 14:50 Uhr   
Die Magd nahm das Kind und ging mit ihm in den Wald. Wie sie so geht und geht, kommt ihnen ein Rudel Wölfe entgegen. Das waren alles verzauberte Wölfe, früher konnten die Hexen die Menschen in Wölfe verwandeln. Sie fragte: "Ist nicht die Mutter dieses Kindes auch hier?" "Nein, die Mutter des Kindes ist im nächsten Rudel." Sie geht und geht mit dem Kind, da kommt ihnen ein zweites Wolfsrudel entgegen. Die Magd fragte: "Ist nicht die Mutter dieses Kindes hier?" "Ja", antwortete die Mutter,"ich Arme bin die Mutter dieses Kindes." Sie setzte sich auf einen Stein, warf das Wolfsfell ab und stillte das Kind. Dann warf sie sich das Wolfsfell wieder über und zog mit den anderen weiter. Die Magd ging mit dem Kind nach Hause. Den Tag und die Nacht hielt das Kind es aus, es weinte nicht, sein Magen war voll.
Am nächsten Tag begann es wieder zu weinen, und die Magd sagte zu dem Hausherrn: "Das ist gar nicht deine Frau, das ist die, die du unter die Brücke geworfen hast." Der Hausherr wunderte sich: "Wie ist sie denn da weggekommen?" Die Magd sagte: "Deine Frau befindet sich im Wald, sie hat ein Wolfsfell an." Der Mann meinte: "Wie können wir sie aus dem Wald holen?" Die Magd sagte: "Ich verspreche, dass ich sie herhole. Ich gehe mit dem Kind spazieren, und sie wird es wieder stillen", sagte sie zu dem Hausherrn. So gingen sie zu dritt den Weg entlang, das Kind, die Magd und der Hausherr. Sie gingen in den Wald. Die Magd sagte zu dem Hausherrn: "Versteck du dich hinter dem Baum! Wenn der Wolf kommt und sich auf den Stein setzt, dann laufe herbei und halte ihn fest!" Sie zogen weiter, und ein Rudel Wölfe kam ihnen entgegen. Die Magd fragte: "Ist nicht die Mutter dieses Kindes hier?" "Nein, die Mutter befindet sich im nächsten Rudel." Sie gingen weiter, und es kam ihnen ein zweites Rudel Wölfe entgegen. Sie fragte wieder: "Ist nicht die Mutter dieses Kindes hier?" Die Frau antwortete: "Ich Arme bin die Mutter dieses Kindes!" Der Mann hatte sich hinter einem Baum versteckt. Die Frau setzte sich auf einen Stein, um das Kind zu stillen. Der Mann sprang aus dem Versteck hervor und hielt sie fest. So nahmen sie die Frau und brachten sie nach Hause.

Die Tochter der bösen Frau war nicht zu Hause, sie war wohl irgendwo hingegangen. Sie nahmen die erste Frau, kleideten sie und legten sie ins Bett. Der Hausherr fragte die Magd: "Wie können wir die Tochter der bösen Frau umbringen?" Die Magd gab folgenden Rat: "Wir heizen die Sauna gut ein, bringen sie in die Sauna und du sagst ihr, dass sie auf die Pritsche gehen soll. Erhitze viele Steine und bring einen Bottich mit Teer! Tu dann die Steine in den Teer, so dass er ganz heiss wird und stelle das ganze unter die Saunapritsche! Giess viel Wasser auf den Saunaofen! Ruf sie dann herunter, wenn sie schreit: Heiss, heiss!"

Der Mann tat wie geheissen. Sie gingen zu zweit in die Sauna, und der Mann machte einen starken Aufguss, schickte die Frau auf die Pritsche und stellte den Teerbottich darunter. Die Frau rief: "Heiss, heiss!" Der Mann sagte: "Komm herunter!" Als sie herunterkam, fiel sie in den Teerbottich und verbrannte. Auf die Weise wurden sie sie los. So lebten sie wieder miteinander. Der Hausherr überlegte: "Was geben wir der Magd als Lohn, weil sie so klug war?" "Geben wir ihr ein Hemd aus Papier und gläserne Schuhe!" Sie gaben der Magd gläserne Schuhe und ein Hemd aus Papier und schickten sie nach Hause. Sie machte sich auf den Weg und siehe da, es begann zu regnen, und das Hemd aus Papier wirde nass. Sie begann zu laufen. Der Weg war steinig, und der steinige Weg zerbrach die Schuhe, und so zerbrach er auch das Märchen. Damit war's mit dem Märchen zu Ende.

Finnisches Märchen

Geändert am 22.12.2002 um 14:54 Uhr von Smaragdwoelfin
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geschrieben am: 22.12.2002    um 15:12 Uhr   
Der Werwolfstein



Bei dem magdeburgischen Dorfe Eggenstedt, unweit Sommerschenburg und Schöningen, erhebt sich auf dem Anger nach Seehausen zu ein großer Stein, den das Volk den Wolf- oder Werwolfstein nennet. Vor langer, langer Zeit hielt sich an dem Brandsleber Holze, das sonst mit dem Hackel und dem Harz zusammenhing, ein Unbekannter auf, von dem man nie erfahren hat, wer er sei, noch woher er stamme. Oberall bekannt unter dem Namen des Alten kam er öfters ohne Aufsehen in die Dörfer, bot seine Dienste an und verrichtete sie zu der Landleute Zufriedenheit. Besonders pflegte er die Hütung der Schafe zu übernehmen.

Es geschah, daß in der Herde des Schäfers Melle zu Neindori ein niedliches buntes Lamm fiel; der Unbekannte bat den Schäfer dringend und ohne Ablaß, es ihm zu schenken. Der Schäfer wollt es nicht lassen. Am Tag der Schur brauchte Melle den Alten, der ihm dabei half; bei seiner Zurückkunft fand er zwar alles in Ordnung und die Arbeit getan, aber weder den Alten noch das bunte Lamm. Niemand wußte geraume Zeit lang von dem Alten.

Endlich stand er einmal unerwartet vor dem Melle, welcher im Kattental weidete, und rief höhnisch: "Guten Tag, Melle, dein buntes Lamm läßt dich grüßen!" Ergrimmt griff der Schäfer seinen Krummstab und wollte sich rächen. Da wandelte plötzlich der Unbekannte die Gestalt und sprang ihm als Werwolf entgegen. Der Schäfer erschrak, aber seine Hunde fielen wütend auf den Wolf, welcher entfloh; verfolgt rann er durch Wald und Tal bis in die Nähe von Eggenstedt. Die Hunde umringten ihn da, und der Schäfer rief: "Nun sollst du sterben!" Da stand der Alte wieder in Menschengesralt, nehte bittend um Schonung und erbot sich zu allem. Aber wütend stürzte der Schäfer mit seinem Stock auf ihn ein - urplötzlich stand vor ihm ein aufsprießender Dornenstrauch. Auch so schonte der Rachsüchtige ihn nicht, sondern zerhieb grausam die Zweige. Noch einmal wandelte sich der Unbekannte in einen Menschen und bat um sein Leben. Allein der hartherzige Melle blieb unerbittlich. Da suchte er als Werwolf zu entfliehen, aber ein Streich dcs Melle streckte ihn tot zur Erde. Wo er fiel und beigescharrt wurde, bezeichnet ein Felsstein den Ort und heißt nach ihm auf ewige Zeiten.


Gebrüder Grimm

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geschrieben am: 22.12.2002    um 16:10 Uhr   
Der Fall Peter Stubbe

Einer der schockierendsten Fälle des Werwolf Phänomens ereignete sich im 16. Jahrhundert in Deutschland. Peter Stubbe wurde einer Reihe grausamer Morde und Gräueltaten überführt. Angeblich soll er einen Pakt mit dem Teufel geschlossen haben, bei dem der Teufel ihm einen Gürtel aus Wolfsleder aushändigte, mit dessen Hilfe er sich in einen blutrünstigen Wolfverwandelte.
25 Jahre lang trieb er in der Gegend um Köln sein Unwesen; er tötete und fraß Rinder und Schafe, sein Name ging aber wegen weit schrecklicherer Verbrechen in die Geschichte ein. Er vergewaltigte, tötete und aß auch Frauen und Mädchen, sogar seine eigene Familie fiel seiner Brutalität zum Opfer; er soll seine Tochter und seine Schwester missbraucht und seinen Sohn misshandelt und getötet und danach sein Gehirn aufgegessen haben. Stubben wurde verhaftet, als er offenbar dabei war, wieder menschliche Gestalt anzunehmen. Er hatte seinen Wolfspelz abgelegt, der aber nie gefunden wurde. Unter Folter gestand er 16 Morde und seinen Pakt mit dem Teufel. Er wurde geköpft und zusammen mit den Leichen seiner Frau und seiner Tochter verbrannt. Sein Haupt wurde als Warnung an andere öffentlich zur Schau gestellt.

Der Fall Jean Grenier

Jean Greniers Fall wird in Sabine Baring-Goulds The Book of Werewolves von 1865 geschildert:
"Jean Grenier war der Sohn armer Leute aus dem französischen Dorf S. Antoine de Pizon. Vor Gericht erzählte er seine Geschichte: ,Als ich zehn oder elf Jahre war alt, stellte

mich mein Nachbar Duthillaire mitten im Wald einem Monsieur de la Forest vor, einem schwarzen Mann, der mich mit seinem Nagel zeichnete und Duthillaire und mir einen Wolfspelz gab. Seitdem laufe ich als Wolf herum. In der Gemeinde S. Antoine griff er ein kleines Mädchen an, das Schafe hütete.


Das Mädchen, das Jean nicht kannte, trug einen schwarzen Kittel. Mit Klauen und Zähnen zerriss er die Kleine und fraß sie auf Jean behauptet, den Wolfspelz übereignet bekommen zu haben und auf Geheiß seines Meisters, den Herrn der Wälder, auf Kinderjagd gegangen zu sein."

Vrykolakas

Der Glaube an "Untote", an Seelen, deren tote Körper sich nicht auflösen und die ihr Grab verlassen können, reicht bis in die griechische Antike zurück. Im Mittelalter wurden diese umherirrenden Seelen in Europa oft "Vrykolakas" genannt, was in den slawischen Sprachen soviel bedeutet wie "Werwolf". Als Vrykolakas wurde normalerweise ein Toter bezeichnet, der als Geächteter oder Selbstmörder nicht in geweihter Erde begraben wurde. Im 16. Jahrhundert wurde der Begriff Vrykolakas in ganz Osteuropa zur Bezeichnung lebender Toter und blutrünstiger Werwölfe benutzt, auch Vampire wurden so genannt. Die Sorge der römischkatholischen Kirche wegen dieses Phänomens war so groß, dass über eine Zeitspanne von 200 Jahren eine Untersuchung durchgeführt wurde. In diesem Zeitraum sammelte man rund 30000 Erzählungen von Werwolf Fällen


Geändert am 22.12.2002 um 16:14 Uhr von Smaragdwoelfin
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