Auf den Beitrag: (ID: 22958) sind "309" Antworten eingegangen (Gelesen: 27204 Mal).
"Autor"  
Nutzer: DerUnhold
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 14.03.2004
Anzahl Nachrichten: 599

geschrieben am: 25.06.2005    um 10:41 Uhr   
Nun zu den Kopenhagener Kriterien: Nur dadurch dass du behauptest sie seien erfüllt,sind sie esfaktisch noch lange nicht.
o.k. Die institutionelle Stabilität scheint gewährleistet,aber schon bei der Garantie für die demokratische und rechststaatliche Ordnung gibt es viele begründbare und schwerwiegende Zweifel,um es vorsichtig auszudrücken.
Die Fähigkeit die aus einer Mitgliedschaft erwachsenen Verpflichtungen zu übernehmen und die Ziele der politischen Union zu eigen zu machen???? Hier scheint mir wenigstens noch ein weiter Weg vor der Türkei zu liegen.

Wie dem auch sei,ich halte den Passus in den römischen Verträgen für a) unlogisch und b) falsch,in dem allen,an Europa angrenzenden Staaten prinzipiell die Aufnahmemöglichkeit in Aussicht gestellt wird, weil konsequent zu Ende gedacht,ergibt sich..........siehe mein Beitrag Ausdehnung gen Osten............
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 25.06.2005    um 17:37 Uhr   
stimmt auch wieder : die kopenhagener kriterien berufen sich zunächst auf die institutionelle stabilität - bezüglich der aufnahmeverhandlungen.
die dadurch garantierte demokratische und rechststaatliche ordnung ist also gewährleistet.

die kommission hat den bericht der arbeitsgruppe zur kenntnis genommen und nach prüfung die bedingungen zur aufnahme der beitrittsverhandlungen für erfüllt geklärt.

die aufnahme in die eu selbst erfolgt nach erreichung des gemeinsamen ziels, an dem alle beteiligten im moment fieberhaft arbeiten. und du hast recht - jedes mitglied hat seine pflichten - aber auch seine rechte.
für die wirtschaft ergeben sich bestimmt eine menge vorteile durch die öffnung der grenzen und außenpolitisch sehe ich viele möglichkeiten, auf anrainerstaaten friedlich einzuwirken bzw. bestehende konflikte zu lösen. zudem wird das tor in richtung japan und china aufgestoßen, welche ja, wie es aussieht, in zukunft zu den führenden industrienationen zählen werden.

die doch recht beeindruckenden bisherigen erfolge der anstrengungen in der türkei, welche die arbeitsgemeinschaft würdigte, sind hier zu finden :
www.lehrerfortbildung-bw.de/faecher/gkg/ gymgk/ib/webquest/wqtuerkei/material/praesentation.pdf


was paßt dir denn nicht an den römischen verträgen ?
Geändert am 25.06.2005 um 17:39 Uhr von starchaser
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 20.07.2005    um 19:22 Uhr   
(/zitat)Und dann doch wieder zum Thema passend findest du direkt daneben einen Beitrag zur Verleihung des Friedenspreises des deutschen Buchhandels an Orhan Pamuk,in dem auf die nationalistischen und staatsautoritären Tendenzen in der Türkei hingewiesen wird. (zitat)

orhan mamuk erhielt den friedenspreis des deutschen buchhandels mit der begründung, er habe ein werk geschaffen, in dem christliches europa und muslimische türkei zusammenfänden. " Außerdem gehe er wie kein anderer Dichter unserer Zeit den historischen Spuren des Westens im Osten und des Ostens im Westen nach. Pamuk sei einem Begriff von Kultur verpflichtet, der ganz auf Wissen und Respekt vor dem anderen gründe." er scheint also nicht gar so negativ zu schreiben. leider habe ich noch nichts von ihm gelesen, - hat jemand tiefere einblicke ?

(zitat)Verträgt Europa noch einen stark nationalistich geprägten Staat(/zitat)

die türkei ist ein vielvölkerstaat, also multikulti, und somit nicht als nation zu definieren.

  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 20.07.2005    um 19:23 Uhr   
mal was neues : am 22.juni.2005 hat das oberste verwaltungsgericht die diskriminierung von christen untersagt. hintergrund : in ankara erhielten nur moscheen und korankurse kostenlos wasser. laut gleichheitsgrundsatz hätte auch die protestantische kirche, um die es ging, anrecht auf freies wasser.

am 29.juni wurden die beitrittsbedingungen festgelegt

  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 20.07.2005    um 21:23 Uhr   
laut olli rehn, seines zeichens erweiterungskommissar der EU, werden am dritten oktober die verhandlungen mit der türkei eröffnet.
die türkei sei längst ein privilegierter partner : "Es gibt eine Zollunion für Handel und Wirtschaft. Der politische Dialog wird weiter vertieft. Die Türkei ist ein Teil des Krisenmanagementeinsatzes der EU auf dem Balkan."
die angesetzten maßstäbe an ein neues mitglied seien nie so hochgesetzt gewesen wie bei der türkei.

Link
Link

die neuen reisepässe der türkei tragen inzwischen das emblem der EU
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 07.09.2005    um 22:53 Uhr   
presseerklärung :

(zitat) Wir begrüßen das Verbot, das die Bundesregierung am 5. September 2005 gegen die Zeitung “Özgür Politika” verhängt hat, die seit 1995 in Deutschland erscheint und das Nachrichtenorgan der Terrororganisation PKK/KONGRA-GEL ist. Herr Bundesinnenminister Schily hat in seiner gestrigen Presseerklärung betont, dass entschlossen gegen jegliche Aktivitäten vorgegangen wird, die einen extremistischen oder terroristischen Hintergrund haben und dass Deutschland alle zur Verfügung stehenden rechtlichen Maßnahmen ergreifen wird, um solche Strukturen aufzulösen.

In der genannten Presseerklärung wird darüber hinaus auf die direkte Verbindung zwischen der “Özgür Politika” und der [..kurdischen..] PKK sowie ihrer Unterorganisationen hingewiesen.

Wir hoffen, dass das entschlossene Vorgehen der Bundesregierung im Hinblick auf die Unterbindung sämtlicher Aktivitäten dieser Terrororganisation vor allem in Deutschland und in Europa zu konkreten Ergebnissen führen und ein Beispiel darstellen wird. (/zitat)

  Top
"Autor"  
Nutzer: DerUnhold
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 14.03.2004
Anzahl Nachrichten: 599

geschrieben am: 07.09.2005    um 23:45 Uhr   
Weiss ja nicht ob es jemand gemerkt hat??? Als beim Kandidatenduell die Aussenpolitik dran war und es um die Türkei und Ihre EU-Mitgliedschaft ging, hat Schröder Der Merkel explizit vorgehalten sie hätte keine Ahnung von der Geopolitischen Lage/Bedeutung der Türkei etc.
Also ist der EU-Beitritt doch geopolitischen (Machtstrategischen) Gründen zuzuordnen oder was?
Es lohnt doch manchmal genauer hinzuhören: Er sprach mit keinem Wort von einer Europapolitischen Lage/Bedeutung.....
Nur mal so nebenbei bemerkt g
  Top
"Autor"  
Nutzer: Out
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 16.02.2005
Anzahl Nachrichten: 145

geschrieben am: 02.10.2005    um 16:19 Uhr   
...und zum dritten mal obliegt die rettung des christlichen abendlandes vor der drohenden islamisierung und türkanisierung in österreichischen händen.

ich bitte die österr. volksvetreter, werdet nicht zu volksverrätern wie zB die deutschen politiker und bleibt standhaft!

ich hoffe der widerstand des österr. bundeskanzlers beruht nicht nur auf stimmenfang aufgrund von wahlen in diversen bundesländern (wien, burgenland und der steiermark).

frau claudia roth nicht die österreicher machen eine "sauerei" sondern sie!!! (außerdem passt dieser ausdruck zu ihren gesicht besser als zu einer volksvertretung im sinne des volkswillens)


tschuldigung, vulcania, die rechtschreibfehler werden nicht mehr vorkommen.

Geändert am 02.10.2005 um 17:30 Uhr von Out
  Top
"Autor"  
Nutzer: Vulcania
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 2358

geschrieben am: 02.10.2005    um 16:30 Uhr   
du armer .. du musst wirklich ganz fürchterliche schmerzen haben .. *rolleyes
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
  Top
"Autor"  
Nutzer: Spacekid
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 29.11.2001
Anzahl Nachrichten: 220

geschrieben am: 03.10.2005    um 00:58 Uhr   
Wenn man die Türkei aufnehmen würde, würde man Europa als Wertegemeinschaft und Heimat für die Europäer aufgeben! Dann gibt es keinerlei Begründung mehr, Staaten wie Moldawien, Tunesien oder Syrien herauszuhalten! Die Türkei gehört nicht zum historischen und kulturellen Europa. Zwar siedelten dort schon in der Antike Griechen und Römer, doch damit war es 1453 mit dem Fall von Konstantinopel vorbei. Die Aufklärung hat sie nie vollzogen. Der sogennante Laizismus in der Türkei ist im wesentlichen übergestülpt worden und hat sich nicht selbst entwickelt. Die westlichen Werte sind in der Gesellschaft nicht verinnerlicht. Das Argument, man wolle durch eine Aufnahme der Türkei "eine Brücke zur islamischen Welt bauen" ist falsch, denn eine Brücke gehört nie ganz zum anderen Ende.
Auch um die Menschen- und Freiheitsrechte steht es schlecht. Immer noch werden religiöse und ethnische Minderheiten unterdrückt. Die Christen werden behandelt wie Staatsfeinde, sie dürfen weder Kirchen bauen oder auch nur renovieren, noch dürfen sie Priester ausbilden. Folter gehört in vielen Gegenden immer noch zum Alltag bei der Staatsmacht. Wirkliche Pressefreiheit gibt's nicht. Allzu kritische Journalisten wandern ins Gefängnis. Ein ausführlicher Bericht über den Völkermord an 1,5 Mio Armeniern 1915/16, den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts, kann mit Hochverrat bestraft werden. Oft wird ja von den Linken das Argument benutzt, man wolle durch eine Beitrittsperspektive den allzu langsamen Reformprozess unterstützen. Doch darf man ein Land in die europäische Wertegemeinschaft aufnehmen, das ohne die Perspektive auf einen Beitritt und damit satte EU-Subventionen in der Gefahr schwebt, eine islamistische Implosion zu erleiden? Darf man ein Land aufnehmen, das demokratische Reformen nur als Mittel zum Zweck des EU-Beitritts ansieht? Ich bin fest davon überzeugt, dass man das nicht darf!
Und wie kann ein Land sich um die Mitgliedschaft bewerben, das ein Mitgliedsland, die Republik Zypern, diplomatisch nicht einmal zur Kenntnis nimmt?
Auch würde eine Türkei mit ihren starken nationalistischen Kräften die EU vollends lähmen.
Hiermit zu den wirtschaftlichen und finanziellen Argumenten: Die Türkei ist immer noch ein stark agrarisch geprägter Staat und hat mehr Bauern als die gesamte EU. Viele Regionen liegen auf dem wirtschaftlichen Niveau der Dritten Welt. Landwirtschaftssubventionen und Kohäsionsfonds für die Türkei würden die Nettozahler, von denen Deutschland der größte ist, unvorstellbare Summen kosten. Die Kosten für die Aufnahme der Türkei dürften weit über denen der Osterweiterung im letzten Jahr liegen. Eine Aufnahme in den völlig freien Binnenmarkt würde die EU mit Billigwaren Made in Turkey überschwemmen. Die EU-Mitgliedschaft der Türkei würde also auch eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten.

Ein Beitritt der Türkei würde die EU kulturell, politisch und ökonomisch völlig überfordern und ihr Ende als Wertegemeinschaft bedeuten. Ich bin für Zusammenarbeit, z.B. in der Sicherheitspolitik. Doch eine Vollmitgliedschaft darf es nicht geben!
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 04.10.2005    um 20:46 Uhr   
zum teil beruhen deine argumente auf veralteten realitäten, zum anderen wurden die themen eigentlich oben schon besprochen.
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 05.10.2005    um 15:37 Uhr   
DAS ist dein ganzes gegenargument? nix gefunden zum kopieren/einfügen *gg
  Top
"Autor"  
Nutzer: tiroxxx
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.11.2001
Anzahl Nachrichten: 1197

geschrieben am: 05.10.2005    um 16:52 Uhr   
Nur kurz einige Anmerkungen:
-derzeit findet gerade in Istanbul eine Konferenz über den Massenmord in Armenien statt. Sie wurde zwar schon einmal abgesagt und ist sicher ungeliebt, dennoch - heute und im Angesicht der möglichen EU-Mitgliedschaft ist sowas möglich.
- heute las ich grad über das Glück der christlich-orthodoxen Kirche und vielmehr noch der Menschenrechtler und der Kurden in der Türkei über die Verhandlungen! Eine Menschenrechtlerin meinte, dass bei Aussetzung der Verhandlungen sie hätten nur noch raten können, wann sie wohl ins Gefängnis hätten wandern können.
Und achja, über "kulturelle Zugehörigkeit" kann streiten, wer will, unbestreitbar ist: ein Teil der Türkei liegt definitiv auf dem europäischem Kontinent.
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 06.10.2005    um 21:30 Uhr   
@grmpf
da fehlte mir wohl die kopiervorlage. haste mir eine ? ;-) was soll ich denn nun woraus kopiert haben in meinen obigen ausführungen ?
wer bvegründet denn seine gesamte ablehnende haltung auf die nach wie vor nicht vorgetragenen inhalte eines buches ? ;-) mangels deiner ausführungen blieb ja das thema "zwangsheirat" bislang unbesetzt.

@tiroxxx
(zitat) Eine Menschenrechtlerin meinte, dass bei Aussetzung der Verhandlungen sie hätten nur noch raten können, wann sie wohl ins Gefängnis hätten wandern können.(/zitat)
..und sie ist dennoch frei ? natürlich setzen sich bei den verhandlungen alle seiten den emotionen der anderen aus, - aber fakt ist : keiner wurde bislang selbst bei solch unerquicklichen themen eingesperrt. unbestreitbar ein pluspunkt für die türkei und ein hervorragender indikator der reformen.
die sachliche geschichtliche einordnung sowohl von kurden als auch von armeniern ist übrigens nicht gar so eindeutig, wie es gerne gesehen wird. eines steht jedoch jetzt schon fest : beide sind nicht nur opfer.

(zitat)unbestreitbar ist: ein Teil der Türkei liegt definitiv auf dem europäischem Kontinent.(/zitat)

und zypern liegt zu 100 % nicht auf europäischem boden. die geographische lage der türkei hat sich die letzten 60 jahre nicht geändert und dennoch wurden versprechungen gemacht - zudem : wo steht, daß die EU sich allein auf den europäischen raum konzentriert ?

@spacekid
(zitat)Doch eine Vollmitgliedschaft darf es nicht geben!(/zitat)
emotional magst du das ja so sehen, - aber versuch dann nicht, argumente vorzuschieben.
ohne den partner türkei, welcher dann gewiß mit frankreich und deutschland eine gewichtige rolle spielen wird, wird die EU ihre angestrebte weltpolitische rolle gegenüber asien und usa nie spielen. und sie wird einfach veralten und verarmen.
die zentrale und sehr nüchterne aussage der EU ist dennoch : "Gemeinsames Ziel der Verhandlungen ist die Mitgliedschaft".
stolpersteine sind
a) die nie dagewesene argumentation der "verkraftbarkeit"
b) die ablehnung durch ein drittel der staatengemeinschaft.
da die aussage der EU keinen konjunktiv beinhaltet, ist es aufgabe der EU ihrerseits, diese beiden punkte als ihre hausaufgabe erfolgreich zu erledigen.
es handelt sich um bislang nie dagewesene klauseln, (die bei der osterweiterung keine rolle spielten) auf welche die türkei selbst am wenigsten einfluß hat, egal in welche richtung sie sich nun reckt und streckt. diese frage endgültig zu klären wäre, der fairness halber, schon längst vorrangige aufgabe der EU gewesen. denn eine am ende erfolgende beschämung hätte gewiß katastrophale konsequenzen.

die schwachste version dürften astronomisch hohe preise für erdöl und erdgas sein.

die menschenrechtliche situation bessert sich (im gegensatz zur rückläufigen tendenz der festung europa ) von tag zu tag. da sehe ich das allerkleinste problem.
  Top
"Autor"  
Nutzer: starchaser
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 4935

geschrieben am: 12.10.2005    um 23:00 Uhr   
nachtrag zu tiroxx : die konferenz fand statt, - sie wurde nur um einen tag verschoben.

die aktuelle verurteilung des schriftstellers ist in der tat ein kein pluspunkt für die türkei. das urteil wird gewertet als angriff auf die türkischen bestrebungen zum beitritt in die EU von antieuropäisch gesinnten.
auf der anderen seite ist die reaktion von seiten der medien interessant zu beobachten : große zeitungen wie radikal drucken nun die umstrittene artikelreihe des verurteilten armeniers. das hätte es vor ein paar jahren nicht gegeben .. und spricht für eine wachsende meinungsfreiheit. meines erachtens mal wieder ein pluspunkt.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Out
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 16.02.2005
Anzahl Nachrichten: 145

geschrieben am: 19.11.2005    um 09:46 Uhr   
nach den krawallen in frankreich und selbst nachdem wm-quali-spiel türkei gegen schweiz müsste selbst der größte idealist eingestehen, dass diese leute aus dem arabisch-islamischen bereich nicht in die eu passen, sie sind noch nicht so weit, da ihnen eine art "aufklärung und zivilisierung" fehlt.

und wenn die türkei doch in der eu ist, dann muss es die heimische bevölkerung ausbaden, die es sich nicht leisten kann in einem nobelviertel zu wohnen und deren kinder in ein privatinternat zu schicken.
Geändert am 19.11.2005 um 09:59 Uhr von Out
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 19.11.2005    um 10:34 Uhr   
@out: das siehst du jetzt aber echt zu eng. ich meine wir reden hier von fußball...da müssen ein paar tritte und wurfgeschosse schon erlaubt sein unter gebildeten demokratisch denkenden menschen. kannst dich aber auch anstellen... :-)
  Top
"Autor"  
Nutzer: Vulcania
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 2358

geschrieben am: 19.11.2005    um 13:29 Uhr   
29. mai 1985, heysel-stadion, juve gegen liverpool

bilanz: turin gewann 1:0 durch elfer von platini, 39 tote

das waren italiener und engländer, gehören die auch nicht in die EU?


1939 bis 1945: millionen, dem arischen bild nicht entsprechende, menschen (vorwiegend juden) sterben in deutschen konzentrationslagern .. menschen in den besetzten ländern werden in massen ermordet ..

gehören die deutschen denn in die EU?


aktuell: viele europäische nationen, darunter nicht wenige EU-angehörige, zogen mit den USA in den "kampf" gegen den terrorismus.

gehören die auch alle nicht in die EU?




es gibt in jeder glaubensrichtung fanatiker. aber das handeln von einigen wenigen sollte keine rückschlüsse auf ganze nationen zulassen. zweifellos ist einiges in der türkei noch zu ändern. man sollte diesem land jedoch eine faire chance geben sich zu beweisen.


Geändert am 19.11.2005 um 13:36 Uhr von vulcania
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 19.11.2005    um 13:49 Uhr   
bei jeder gelegenheit die nazi-keule zu schwingen finde ich mittlerweile nur noch niedlich. und irgendwie entlockt es mir ein gähnen.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Vulcania
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 2358

geschrieben am: 19.11.2005    um 13:56 Uhr   
tja, ich bin auch kein freund davon, aber manchmal - vor allen bei manchen! - muss es wohl sein ..
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
  Top
"Autor"  
Nutzer: Out
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 16.02.2005
Anzahl Nachrichten: 145

geschrieben am: 19.11.2005    um 15:54 Uhr   
ja, es gibt fälle da sind die europäischen upper-class-gesellschaften um nichts besser als die von nichteuropäischen ländern.

nur, in europäischen ländern werden konsequenzen gezogen um dies möglichst zu verhindern.

nur, dass, wie in diesem falle, nicht die türkischen fans, sondern die türkische polizisten, funktionäre und die türkischen fussballer die schweizer fussballer verprügelten und nebenbei die presse bedrohten wenn sie filmten kommt in demokratisch-rechtsstaatlichen ländern doch eher selten vor. - vor allem nicht im wiederholten falle. und dies passiert alles in einem staat, der eigentlich die chance bekommen hat sich zu beweisen und es eigentlich tun sollte.

und der millionenfache mord der nazis ist doch ein hinkender vergleich, da gerade der 2wk einer der ausschlagenden gründe war, eine art eu zu gründen um europa zu befrieden und zusammenzuführen, unter dem aspekt des staatenbundes der vaterländer.

nebenbei deutschland hat hart dafür bezahlt für seine geschichtliche sünde (mit identität, teilung und viel geld, welches wir heute bräuchten) und deutschland und sein volk haben daraus gelernt.
Geändert am 19.11.2005 um 15:55 Uhr von Out

Geändert am 19.11.2005 um 15:56 Uhr von Out
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 19.11.2005    um 16:27 Uhr   
volle zustimmung.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Vulcania
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 2358

geschrieben am: 19.11.2005    um 18:20 Uhr   
(zitat).. und deutschland und sein volk haben daraus gelernt.(/zitat)merkwürdig, bei dir merkt man davon nicht allzuviel, out!
ich bin verantwortlich für das, was ich sage, nicht für das, was DU verstehst!
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 19.11.2005    um 19:22 Uhr   
warum? weil er einen anderen standpunkt vertritt? weil er nicht blind im becken des
"multikulti-um-jeden-preis-und-mit-jedem" becken planscht?
die reaktion der türkei nach dem fußballspiel gegen die schweiz war geprägt von dummheit, obskuren vorstellungen von "ehre" und fanatismus. und die tatsache, daß diese gewalt nicht von "normalen" bürgern ausging sondern von "sicherheitskräften", der presse und angeblichen sportlern lässt sich nicht wegdiskutieren. und wenn du noch so oft das "nazis raus" geplärre" anstimmst.

die ersten gastarbeiter in diesem land waren italiener...und wir mögen sie. ich mag sie. und die italiener mögen uns. wir deutschen trinken fast lieber einen latte macciato (schreibt man das so?)als einen normalen kaffee. und von einer parallelgesellschaft der italiener hab ich noch nie was gehört. da ist keine abschottung, keine sprachbarriere - nichts.
und nun nimm die türken als gegenbeispiel... so gut wie keine integration nach rund dreißig jahren. aber ich bin sicher, auch daran sind die bösen nazideutschen schuld.

  Top
"Autor"  
Nutzer: Steven
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.08.2002
Anzahl Nachrichten: 3612

geschrieben am: 19.11.2005    um 19:37 Uhr   
Ich teile Out's harte Ansichten nicht immer - was man an der Löschung seines letzten Beitrages gesehen hat - aber was diese letzten Postings betrifft, stimme ich absolut zu!

Es waren nicht nur die Attacken gegen Spieler & Trainer durch an dem Spiel beteiligten Leute, sondern der ganze Besuch der Schweizer wurde durch Nicklichkeiten durch Behörden, Polizei, Zeitung und den Bürgern ansich niedergemacht.

Geht schon bei Zeitungen & Fernsehen los. Objektive Berichterstattung wurde regelrecht verboten und nur das erlaubt, was die Schweizer als Verursacher hinstellte und all das nur, um richtig Stimmung zu machen und Hetze zu betreiben. Nun wo die Welt ein Auge drauf hat, hat man sich regelrecht entschuldigt und die wirklichen Bilder veröffentlicht.

Der türkische Trainer ist ein rechter Fanatiker und hat gegen alles gehetzt, was gegen die Türkei ging, obwohl sein Assistent der Verursacher der Eskalation war und die Presse hat das auch noch alles schon unzensiert gebilligt und ausgestrahlt. Der FIFA-Präsident wurde als Hooligan bezeichnet.

Es kommt so vieles zusammen, was da mehr als schief gelaufen ist für die Türkei und das hat nicht alles mit dem Fußball-Spiel ansich zu tun. Es fehlen schon die normalsten Grundlagen mit solchen Situationen im Land umzugehen. Auch wenn man sich vielleicht ungerecht behandelt fühlt. Wenn es nur das Spiel ansich gewesen wäre, ok, kann vorkommen bei solch einem emotionalen Sport, aber das ganze was danach noch kam, zeigt, dass dieses Land noch nicht bereit ist, sich unterzuordnen und einzugliedern.

Steven
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, meine Ausführungen sind Platin.
  Top